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Bewusst essen: Biofleisch aus der Region

Bewusst essen: Biofleisch aus der Region
Wenn Fleisch, dann Biofleisch aus der Region. Es verbindet höhere Standards bei der Tierhaltung mit kurzen Wegen und nachvollziehbarer Herkunft. Wir zeigen, wo ihr es bekommt.
Strohschweine der Bio-Metzgerei Tagwerk. Foto: Manuela Praxl

Gerade bei Fleisch sollte man darauf achten, woher es kommt und unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden. In der Region Augsburg gibt es viele Möglichkeiten, bewusst Biofleisch aus regionaler Erzeugung zu wählen.

Warum Biofleisch?

Biofleisch stammt von Tieren, die nach den gesetzlichen Vorgaben des ökologischen Landbaus gehalten werden. Die Tiere haben mehr Platz als in der konventionellen Haltung, je nach Tierart gelten Vorgaben zu Auslauf oder Weidegang. Das Futter stammt aus ökologischer Erzeugung und darf keine gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten. Der vorbeugende Einsatz von Antibiotika ist nicht erlaubt. Unabhängige Kontrollstellen überprüfen regelmäßig die Einhaltung der Bio-Vorgaben.

Die Vorteile von bio-regionalem Fleisch:

Höhere Standards bei der Tierhaltung: Die Bio-Vorgaben machen unter anderem mehr Platz sowie je nach Tierart Auslauf oder Zugang zu Freiflächen zur Voraussetzung.

Bio-Futter: Die Tiere erhalten ökologisch erzeugtes Futter ohne gentechnisch veränderte Pflanzen. Ein vorgeschriebener Anteil des Futters muss vom eigenen Betrieb oder aus regionaler Kooperation mit anderen Bio-Betrieben stammen.

Artenvielfalt erhalten: Ökologisch bewirtschaftete Flächen bieten vielen Tier- und Pflanzenarten bessere Lebensbedingungen als intensiv konventionell bewirtschaftete Flächen. Einige Bio-Betriebe setzen zudem bewusst auf alte und robuste Nutztierrassen.

Tiergesundheit im Blick: Vorbeugende Antibiotikagaben sind im Ökolandbau nicht erlaubt. Stattdessen sollen Haltung, Fütterung und andere vorbeugende Maßnahmen die Gesundheit der Tiere unterstützen. Ein zurückhaltender Einsatz von Antibiotika trägt zudem dazu bei, der Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken.

Regionale Herkunft: Stammt Biofleisch aus der Region und wird auch hier geschlachtet und verarbeitet, können Transportwege kürzer ausfallen. Das kann Stress für die Tiere reduzieren und stärkt gleichzeitig regionale Wirtschaftskreisläufe. Weidehaltung trägt zudem zum Erhalt regionaltypischer Kulturlandschaften bei.

Transparenz der Herkunft: Gerade bei Direktvermarktern und regionalen Bio-Betrieben lässt sich häufig gut nachvollziehen, von welchem Hof die Tiere stammen und unter welchen Bedingungen sie gehalten wurden.

Milch und Fleisch gehören zusammen

Weniger bekannt ist die enge Verbindung zwischen Milch- und Fleischproduktion. Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie ein Kalb bekommen. Auch in der Bio-Milchviehhaltung werden deshalb regelmäßig Kälber geboren.

Gerade männliche Kälber von Milchleistungs-Milchrassen sind für die Mast oft wenig rentabel. Eine konsequent regionale Bio-Landwirtschaft sucht daher Wege, diese Tiere sinnvoll in die regionale Wertschöpfungsketten einzubinden. In der Region gibt es Ansätze, die Kälber in ökologischen Betrieben aufzuziehen und das Fleisch anschließend regional zu vermarkten. So bleiben Aufzucht, Verarbeitung und Vermarktung möglichst nah beieinander.

Kurze Wege – vor allem zur Schlachtung

Bei bio-regionalem Fleisch zählt nicht nur, wo die Tiere aufwachsen. Auch der Weg zur Schlachtung spielt eine wichtige Rolle. Kurze Transportwege und ein möglichst ruhiger Ablauf mindern den Stress der Tiere. Einige Betriebe in der Region setzen deshalb auf nahe gelegene Schlachtstätten oder schlachten direkt am Hof.

Wie unterschiedlich regionale Kreisläufe organisiert werden können, zeigt etwa die TAGWERK Bio Metzgerei. Die Verbraucher- und Erzeugergenossenschaft ist seit März 2026 auch mit einem Stand auf dem Augsburger Stadtmarkt vertreten. 

Weniger, dafür besser!

Augsburg verfolgt als Biostadt das Ziel, Ernährung Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten. Biofleisch aus der Region kann dabei ein Baustein sein. Denn Fleischkonsum muss nicht schwarz-weiß gedacht werden: Weniger Fleisch, dafür Produkte aus ökologischer und regionaler Erzeugung, ist ein Schritt zu einer nachhaltigeren Ernährung.

Wer bio-regionales Fleisch kauft, unterstützt Betriebe, die nach ökologischen Standards wirtschaften, regionale Wertschöpfungsketten stärken und  Transparenz über die Herkunft ihrer Produkte schaffen.

„Die Region Augsburg bietet ein vielfältiges Angebot an Bio-Fleisch. Es lohnt sich definitiv, die verschiedenen Produzentinnen und Anbieter kennenzulernen. Mit jedem Einkauf beim regionalen Bio-Anbieter bleibt die Wertschöpfung in der Region und der Öko-Landbau wird gestärkt.“

Ulrich Deuter, Öko-Modellregion Stadt.Land.Augsburg

Wer diese Argumente schätzt, findet in der Region Augsburg bereits einige Anbieter, vor allem landwirtschaftliche Betriebe mit eigenen Hofläden.

Weitere Verkaufsstellen von bio-regionalen Fleisch- und Wurstwaren

In und um Augsburg gibt es weitere Betriebe, die in biologischer Qualität eigene Tiere halten und ausgewählte Waren in ihren Hofläden zum Verkauf anbieten, dazu eine Metzgerei mit Bio-Angebot und einen Bio-Lieferservice. Selbstverständlich bieten die meisten dieser Orte zahlreiche weitere Produkte an.

  • Auf dem Augsburger Bauernmarkt befindet sich der Blumenthaler Marktstand (Stadtmarkt, Augsburg-Zentrum) mit Wurstwaren von Schwein und Ziege aus nachhaltiger, hofeigener Erzeugung aus Schloss Blumenthal.
  • Die Alte Schäferei – Bioland-Hof Förg (Bannackerstraße, A-Bergheim) ist ein Bioland-zertifizierter Betrieb mit Hühnern und Rindern. Direktvermarktung von Suppenhühnern ab Hof.
  • Der Hollerhof (Wellenburger Straße, A-Göggingen) bietet Fleisch aus eigener natürlicher Aufzucht von Bio-Angus-Weiderindern und Hirschen an.
  • Der Biolandhof Mayer, bekannt als Moirhof in Gersthofen-Hirblingen, gehört bereits seit 1983 dem Bioland-Verband an und verarbeitet Fleisch alter, robuster Rassen in der eigenen Hofmetzgerei zu Bio-Wurst.
  • Der Biohof Schedler (Aletshofer Straße, Schwabmünchen) bietet Fleisch und Wurst aus eigener Mutterkuhhaltung in Demeter-Qualität im Selbstbedienungshäuschen an.
  • Am Hasenberghof (Am Hasenberg, Adelsried), spezialisiert auf Bio-Eier, gibt es Bio-Suppenhühner und Bruderhähne im Hofladen.
  • Der Hafnerbauer (Biberbacher Straße, Gablingen) bietet Bio-Fleisch wie eigene Suppenhühner an Aktionstagen auf Bestellung an.
  • Der Biohof Paartal Weidelamm (Wittenberger Straße, Friedberg) bietet Bio-Lammfleisch aus Weidehaltung, bei der die Lämmer bei den Mutterschafen aufwachsen.
Metzgereien und Lieferservice
  • Die Metzgerei Kaindl in Friedberg (Haagstraße) ist Vertragsmetzger von Bioland und arbeitet nach den drei Säulen der Bioland-Fleischqualität: artgerechte Tierhaltung, ökologisches Wirtschaften und werterhaltende Verarbeitung. Angeboten wird etwa Fleisch aus dem Bruder-Ox-Projekt von Bioland sowie konventionelle Ware.
  • Die Hofmetzgerei Zimmermann (Angerstraße, Gablingen) setzt auf Regionalität und Nachhaltigkeit. „Gut zum Tier, nah an der Natur, im Einklang mit der Schöpfung“, lautet die Philosophie von Familie Zimmermann.
  • Bei Familie Diem (Kirchenstraße, Krumbach) wird im Hotel, dem Restaurant und der Metzgerei biologisch erzeugtes Fleisch aus der Region angeboten.
  • Die rollende Gemüsekiste liefert neben Obst und Gemüse auch Wurstwaren gekühlt bis an die Haustür. Außerdem gibt es regelmäßig Aktionen mit Fleisch verschiedener Anbieter – in 100 Prozent Bio-Qualität und mit eindeutigen Angaben zur Herkunft.

Das ist ein Gastbeitrag der Biostadt Augsburg.

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Gelbes Band: Obst retten statt verkommen lassen

Gelbes Band: Obst retten statt verkommen lassen
Wenn ihr in den kommenden Wochen im Augsburger Land unterwegs seid und Obstbäume mit gelben Bändern seht - dann dürft ihr hier Äpfel, Birnen, Zwetschen und Co. selbst pflücken.
Streuobstwiesen liefern nicht nur die Ernte für leckeren Apfelsaft aus der Region, sondern erhalten und schützen auch bedrohte Ökosysteme. Foto: Marianne Wagner

Wenn im Spätsommer Äpfel, Birnen oder Zwetschgen reif werden, bleiben viele Früchte an Bäumen und Sträuchern hängen. Damit sie nicht ungenutzt zu Boden fallen und verderben, gibt es die Aktion „Gelbes Band".

Wo Bäume oder Sträucher mit einem gelben Band oder einem entsprechenden Hinweisschild gekennzeichnet sind, dürfen alle kostenlos Früchte für den eigenen Bedarf pflücken. So wird aus überschüssiger Ernte ein gemeinsamer Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung.

Wo kann geerntet werden?

Eine vollständige Übersicht aller Standorte gibt es zwar nicht. Viele öffentliche Obstbäume und andere frei zugängliche Ernteorte sind jedoch auf der Plattform Mundraub verzeichnet. Dort findet ihr neben Obstbäumen auch Nussbäume sowie essbare Wildkräuter und andere frei nutzbare Pflanzen.

Landkreis Augsburg und Gersthofen machen mit

Auch der Landkreis Augsburg beteiligt sich wieder an der Aktion und stellt gelbe Bänder sowie Hinweisschilder für Eigentümerinnen und Eigentümer bereit, die ihre Obstbäume für die Allgemeinheit freigeben möchten. Interessierte können sich per E-Mail an klimaschutz@LRA-a.bayern.de oder telefonisch bei Birte Grüter im Landratsamt Augsburg (0821 3102-2682) melden.

In Gersthofen sind außerdem zahlreiche städtische Obstbäume zum Abernten freigegeben. Privatpersonen, die ebenfalls mitmachen möchten, erhalten gelbe Bänder im Bürgerservice-Zentrum am Rathausplatz.

Bitte mit Rücksicht ernten

Wer das Angebot nutzt, sollte sorgsam mit den Bäumen und ihrer Umgebung umgehen. Gepflückt werden darf nur von den gekennzeichneten Bäumen und ausschließlich für den eigenen Bedarf. Leitern sollten aus Sicherheitsgründen nicht verwendet werden. Äste dürfen weder abgesägt noch beschädigt werden, und auch das Klettern auf die Bäume sollte selbstverständlich tabu sein.

Nehmt außerdem nur so viele Früchte mit, wie ihr tatsächlich verwerten könnt. So hilft die Aktion dabei, wertvolle Lebensmittel zu retten und gleichzeitig Menschen für regionale Ernten und einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren.

Tipp: Habt ihr selbst einen Obstbaum, dessen Ernte ihr nicht vollständig nutzen könnt? Dann kennzeichnet ihn mit einem Gelben Band und teilt eure Früchte mit anderen. So profitieren alle – und weniger Obst landet ungenutzt auf dem Boden.

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Faire Preise für Kakao und Co.

Landwirtschaft Faire Preise für Kakao und Co.
Schokolade schmeckt süß, ihre Produktion ist es oft nicht: Warum faire Preise für Kakao und andere Agrarprodukte entscheidend sind – und was eine Reform auf EU-Ebene verändern könnte.
Titelbild INKOTA Appell "Landwirtschaft braucht Fairness"

Schokolade ist für viele ein täglicher Genuss. Doch für Millionen Kakaobäuer*innen ist der Anbau alles andere als süß. Trotz harter Arbeit können viele Familien in den Anbauregionen nicht von ihrem Einkommen leben. Die Folgen sind gravierend: Investitionen in einen nachhaltigen Anbau bleiben aus, Beschäftigten können keine existenzsichernden Löhne gezahlt werden und Kinderarbeit bleibt vielerorts bittere Realität.

30 Jahre Fairtrade-Kakao in Deutschland

Anders will es der Faire Handel machen. 2026 feiert Fairtrade Deutschland 30 Jahre Fairtrade-Kakao. Inzwischen bauen weltweit rund 508.000 Bäuerinnen und Bauern Fairtrade-Kakao an. Auch in Deutschland hat er deutlich an Bedeutung gewonnen: 2024 lag der Marktanteil von Fairtrade-Kakao bei rund 21 Prozent. Die zahlreichen Weltläden bieten beispielsweiese eine große Auswahl fair gehandelter Schokoladen und Kakaoprodukte.

Doch trotz dieser Entwicklung leben viele Kakaobäuer*innen weiterhin in Armut. Unter dem Motto „Landwirtschaft braucht Fairness“ macht die entwicklungspolitische Organisation INKOTA-Netzwerk deshalb auf die Missstände im herkömmlichen Kakaohandel aufmerksam und fordert, faire Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse gesetzlich zu verankern. Anlass ist die für dieses Jahr anstehende Reform der europäischen Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken (UTP-Richtlinie). Sie bietet die Chance, Landwirt*innen weltweit besser vor unfairen Handelsbedingungen zu schützen.

"Während Verbraucher*innen in Europa über steigende Schokoladenpreise diskutieren, kämpfen Kakaobäuer*innen ums Überleben. Ohne politische Regeln bleiben sie den Schwankungen des Weltmarkts schutzlos ausgeliefert. Das darf nicht so bleiben." 

INKOTA-Appell

Mit fairen Preisen zu nachhaltiger Landwirtschaft

Nach Ansicht von INKOTA liegt das Problem nicht allein in niedrigen oder stark schwankenden Weltmarktpreisen für Kakao. Vielmehr ermöglichen es die bestehenden Handelsstrukturen, dass Preise gezahlt werden, die die tatsächlichen Kosten einer nachhaltigen Produktion nicht decken. Wer von seiner Arbeit nicht leben kann, hat kaum Spielraum, um in klimaresistente Anbaumethoden, den Schutz der Biodiversität oder bessere Arbeitsbedingungen zu investieren.

Deshalb fordert das Netzwerk gemeinsam mit weiteren Organisationen, die Zahlung unfairer Preise künftig selbst als unlautere Handelspraktik einzustufen. Faire Preise sollen so bemessen sein, dass sie die Kosten einer nachhaltigen Produktion decken und existenzsichernde Einkommen sowie notwendige Investitionen ermöglichen.

Landwirtschaft weltweit betroffen

Der Appell richtet den Blick zwar besonders auf den Kakaoanbau, macht aber deutlich, dass das Problem die Landwirtschaft insgesamt betrifft. Auch Milch- und Getreidebetriebe in Deutschland stehen unter erheblichem Preisdruck. Gleichzeitig setzt sich der Strukturwandel fort: Gab es Mitte der 1990er-Jahre in Deutschland noch mehr als eine halbe Million landwirtschaftliche Betriebe, waren es 2023 nur noch rund 255.000.

Faire Erzeugerpreise sind deshalb nicht nur eine Frage globaler Gerechtigkeit. Sie sind auch eine Voraussetzung für eine vielfältige und widerstandsfähige Landwirtschaft und für stabile Lieferketten.

Info:

Weitere Informationen und die Möglichkeit, den Appell zu unterzeichnen, gibt es auf der Website von INKOTA.

 

Ein Gastbeitrag der Werkstatt Solidarische Welt e.V.

 

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Wasser wertschätzen: So wertvoll ist unser Trinkwasser

Wasser wertschätzen: So wertvoll ist unser Trinkwasser
Wasser ist die Grundlage des Lebens. Dabei ist sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit. Während viele Städte aufgrund des Klimawandels zum Wassersparen aufrufen, haben wir in Augsburg keinen Wassermangel. 
Trinkwasserbrunnen der Stadtwerke im Augsburger Stadtwald

Augsburg ist eine wasserreiche Stadt. Die Flüsse Lech und Wertach umrunden die Fuggerstadt. Viele kleine Kanäle in der Altstadt und Prachtbrunnen im Zentrum prägen die Innenstadt und zahlreiche Trinkbrunnen sorgen auch unterwegs für Erfrischung. Aber sollten wir in den heißen Sommermonaten besser Wasser sparen?

Woher kommt das Augsburger Trinkwasser?

Das Trinkwasser in Augsburg stammt überwiegend aus großen Grundwasservorkommen im Stadtwald. „Wir haben in Augsburg das Glück, dass wir unser Trinkwasser aus einem den Lech begleitenden Grundwasserstrom gewinnen können. Hier fließt das Wasser aus dem Alpenvorland gut geschützt der Stadt Augsburg zu. Unsere Strategie ist die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen auch unter den Aspekten des Klimawandels“, erklärt Eva Sailer, Leitung Wasserwirtschaft bei den Stadtwerken Augsburg (swa). „Im oberen Grundwasserleiter ist mehr vorhanden, als wir für die Trinkwasserversorgung benötigen.“ Die Grundwasservorkommen werden ebenfalls durch Niederschläge gespeist. Dank der natürlichen Filterwirkung der Boden- und Gesteinsschichten verfügt Augsburg über hochwertiges Trinkwasser und ausreichend Wasserressourcen. Somit ist die Trinkwasserversorgung für Augsburg und die Region gesichert.

Dennoch ist Wasser eine wertvolle Ressource. Ein bewusster Umgang mit der Lebensgrundlage ist sehr wichtig. Das bedeutet nicht, auf alles zu verzichten, sondern Wasser wertzuschätzen und verantwortungsvoll zu nutzen. 

Was ist virtuelles Wasser?

Im Alltag nutzen die Menschen Wasser zum Duschen, Kochen, Putzen oder Trinken. Darüber hinaus wird Wasser auch für die Herstellung vieler Produkte benötigt. Fachleute bezeichnen diesen indirekten Verbrauch als „virtuelles Wasser“.
Virtuelles Wasser umfasst die gesamte Wassermenge, die während der Herstellung eines Produkts benötigt wird. Dazu gehört beispielsweise Wasser für den Anbau von Pflanzen, die Produktion von Lebensmitteln oder die Herstellung von Kleidung.
Wie kann ich bewusst handeln?

„Ein bewusster Umgang mit Trinkwasser sollte selbstverständlich sein“, sagt Eva Sailer. „Zum Verschwenden ist es viel zu schade. Es ist aber weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, beim täglichen Trinkwassergebrauch übertrieben sparsam zu sein.“ Da sich frisches Wasser nicht über weite Entfernungen transportieren lässt, können die Augsburgerinnen und Augsburger mit dem gesparten Wasser leider auch nicht die Menschen in Wassermangelgebieten versorgen.

Tipps für bewussten Umgang mit Trinkwasser:

  • Nutzen Sie Produkte aus ökologischem Anbau. Hier ist die Produktion schon wegen der oftmals geschlossenen Rohstoffkreisläufe deutlich wasserschonender.
  • Kaufen Sie bevorzugt Obst und Gemüse der Saison. Im Winter angebotene Tomaten und Erdbeeren beispielsweise stammen häufig aus Wassermangelgebieten.
  • Wählen Sie nach Möglichkeit regionale Produkte. Mit ihren kurzen Transportwegen belasten sie die Wasserbilanz und das Klima weniger stark.
  • Verzichten Sie auf übermäßigen Fleischgenuss. Die Produktion von Fleisch benötigt besonders viel Wasser.
  • Auch Regentonnen und wassersparende Armaturen helfen dabei, den Wasserverbrauch im Alltag zu reduzieren. 

Kurz gesagt: Augsburg verfügt über ausreichende und hochwertige Wasserressourcen. Deshalb herrscht in Augsburg keine Wasserknappheit. Viel wichtiger ist ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Wasser. Wer Wasser wertschätzt und sinnvoll nutzt, leistet einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen.

Ein Gastbeitrag der Stadtwerke Augsburg swa

 

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bewusst konsumieren
Leihen, Teilen, Tauschen

Kolping Geschirrmobil - Leihgeschirr aus Gersthofen

Pfarrfest, Vereinsfeier oder Firmenjubiläum – wer viele Gäste einlädt und keine Möglichkeit hat, zu spülen, produziert am Ende viel Müll. Eine gute und günstige Alternative ist geliehenes, echtes Geschirr.

Kolping Bezirksverband Augsburg
Johann-Sebastian-Bach-Straße 4
86368 Gersthofen
Deutschland

Menschen vor dem Anhänger des Geschirrmobils der Kolpingsfamlie Gersthofen.

Wer schon einmal Nachhaltiges Catering: Selbstgemacht oder geliefert? ein großes Sommerfest organisiert hat, kennt das Dilemma: Hunderte Gäste wollen versorgt werden, und am Ende türmen sich Berge aus Papptellem und Plastikbechern – schwer abbaubar, wenig appetitlich und ökologisch kaum zu rechtfertigen. Augsburg hat dafür seit über 30 Jahren eine elegante Lösung.

Umweltschutz seit 1991

Schon im Sommer 1991 übergab der damalige Oberbürgermeister Dr. Peter Menacher dem Kolping Bezirksverband Augsburg das erste Geschirrmobil. Diese Investition der Stadt hat sich bis heute vielfach ausgezahlt. Seither kümmert sich der Bezirksverband ehrenamtlich um Vermietung, Reinigung und Pflege der Anhänger, was die Kosten für Veranstalter spürbar niedrig hält.

Das Konzept ist denkbar einfach: Die Anhänger bringen nicht nur Teller, Tassen, Suppenschüsseln und Besteck, sondern auch eine professionelle Industriespülmaschine direkt auf das Festgelände. Vor Ort wird gespült, was vor Ort genutzt wird.

Zwei Größen, eine Mission

Im Jahr 2000 kam durch Eigenleistungen der Kolpingsfamilie Gersthofen ein zweites, größeres Geschirrmobil hinzu. Das kleinere Modell versorgt bis zu 500 , das größere bis zu 700 Gäste mit allem, was ein Fest braucht. Damit ist das Angebot für die allermeisten Veranstaltungen in der Region mehr als ausreichend.

Inzwischen kamen beide Geschirrmobile zusammen fast tausendmal zum Einsatz. Hundertausendfach wurde so auf Einwegteller und Plastikbesteck verzichtet – ein beachtlicher Beitrag für die Umwelt, der im Kleinen beginnt und im Großen wirkt.

Ehrenamt macht's möglich

Dass das Angebot so gut angenommen wird, liegt vor allem an einem Faktor: dem Preis. Weil der Kolping Bezirksverband die Arbeit ehrenamtlich stemmt, bleiben die Mietkosten für Vereine, Schulen, Pfarrgemeinden und Firmen überschaubar. Umweltbewusstes Feiern muss also kein Luxus sein – es braucht nur den richtigen Partner.

Und mal ehrlich: Wer will schon beschichtete Pappteller und Plastikbesteck nutzen, wenn es auch mit richtigem Geschirr und Besteck geht?

 

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Bücherschränke in Augsburg

Bücherschränke in Augsburg
Viele Bücher werden nur einmal gelesen. Und was passiert dann? Eine gute Idee für einen kostenlosen und nachhaltigen Büchertausch sind Bücherschränke. Und von denen gibt es in Augsburg und Umgebung immer mehr.
Bücherschrank im Hofgarten Augsburg. Foto Cynthia Matuszewski

Ein Buch kann so viel: Es entführt uns in eine andere Welt und lässt uns den Alltag für eine kleine Weile vergessen. Es vertreibt uns die Zeit, wenn wir im Urlaub Pause machen. Es unterhält uns, lässt uns Neues kennenlernen oder die Vergangenheit besser verstehen. 
Bücher sind aber auch Gebrauchsgegenstände, die häufig nur einmal konsumiert, zum entsorgen einfach zu schade sind. Eine nachhaltige und vor allem kostenlose Alternative, Büchern ein zweites, drittes oder sogar viertes Leben zu schenken sind Bücherschränke.

Lesestoff für alle 

Seit mehr als 20 Jahren gibt diese Tauschstationen für Literatur nun schon in den Stadtvierteln von Augsburg, im Botanischen Garten, in Gersthofen, Mering, Friedberg und vielen mehr. 
Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer zu Hause gut erhaltene Bücher übrig hat, kann sie in diesen Schränken anderen zur Verfügung stellen und sich selbst mit interessanter Lektüre versorgen.

Vom Kunstprojekt zum Bücherschrank 

Ursprünglich handelte es sich bei der offenen Bibliothek im Hofgarten um ein Kunstprojekt. Es wurde im Juli 2001 als etwa drei Meter hohe, mahgonifarbene Vitrine in der Nordost-Ecke des Hofgartens aufgestellt. Über eine Leiter erreichte man das begehbare Dach, von dem aus Dichterlesungen stattfanden. Aufgrund der guten Resonanz blieb das Projekt bis zum Herbst 2002 bestehen. Weil sich die Augsburger*innen den dauerhaften Betrieb einer solchen offenen Bibliothek wünschten, wurde im Juli 2003 ein neuer Bücherschrank im Hofgarten aufgestellt. Bis heute können literaturbegeisterte Augsburger*innen und Besucher*innen dort ihren Horizont mit neuer Literatur erweitern.

Bücherschränke in Augsburg und der Region:

  • Hofgarten - Schmökern im Barrockgarten
  • Drei-Auen-Platz - Literatur für alle Altersgruppen
  • Inningen - Bobinger Straße am Inninger Dorfplatz
  • Göggingen - Wittelsbacher Straße 20 in der Abzeigung auf den Fußweg
  • Bergheim - vor dem Haus der Dorffreunde
  • Pfersee - auf dem Platz vor der Herz-Jesu-Kirche an der Augsburger Straße
  • Oberhausen - gegenüber des Friedensplatzes und der beiden Kirchen St. Joseph und St. Johannes gibt es den feuerroten Bücherschrank des Rot-Kreuz-Lädles, der zu den Öffnungszeiten zum Stöbern einlädt
  • Firnhaberau - vor dem MehrGenerationen Treffpunkt in der Schillstraße 208
  • Flößerpark - Radetzkystraße 16 vor dem Restaurant Floßländle
  • Zollhaus - Bücherfenster im Zollhaus, Obere Jakobermauer 1
  • Handwerkerhof - Bücherschrank und Lesebänkchen stehen in unmittelbarer Nähe zum Vorderen Lech am Durchgang des Handwerkerhofs zum Kräutergarten, Beim Rabenbad 6
  • Botanischer Garten - rotes Telefonhäuschen mit Büchern zu den Themen Garten und Natur
  • Herrenbach - Frank der Schrank im Foyer des MehrGeneration Treffpunkt Herrenbachstr. 5
  • Hochzoll Nord - Bürgertreff Hochzoll, Neuschwansteinstr. 23
  • Hochzoll Süd - ausrangierte Telefonzelle in der Hochzoller Straße 5
  • Mering - Lesestoff auf dem Marktplatz
  • Gessertshausen - Leseregal in der Raiffeisenbank
  • Leitershofen - Lesen am Brunnenplatz
  • Friedberg - Offenes Bücherregal vor der Sankt Jakob Kirche
  • Gersthofen - Offener Bücherschrank in Gersthofen 


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bewusst konsumieren
Lebensmittel kaufen
Soziales & Teilhabe

Foodcoop Genusskollektiv – Gutes günstig kaufen

Das Genusskollektiv Augsburg e.V. im Grandhotel Cosmopolis sorgt für eine nachhaltige und preisgünstige Grundversorgung. Die Mitglieder organiseren Gemüse, Obst und Alltagsprodukte, die jeder vor Ort abholt.

Abolstelle des Genusskollektivs
Grandhotel Cosmpolis
Springergässchen 5
86152 Augsburg
Deutschland

Ein Abholer zeigt stolz die von der Foodcoop abgeholten Lebensmittel. © Genusskollektiv

Alles für das tägliche Leben an einer Stelle – preisgünstig und trotzdem nachhaltig? Klingt für viele nach einem Traum. Das Foodcoop Genusskollektiv Augsburg e.V. macht ihn wahr. Mitglieder suchen sich aus einer langen Liste von Obst, Gemüse und Grundnahrungsmitteln alles aus, was sie benötigen. Engagierte Vereinsmitglieder suchen dafür die besten, preisgünstigsten Quellen für möglichst ökologische, nachhaltige Produkte – und tragen sie an der Verteilstelle im Grandhotel Cosmopolis zusammen. 

„Wir wollen dafür sorgen, dass sich die Menschen gesunde und nachhaltige Lebensmittel leisten können.“

Emanuel Denzel, Vorstand Genusskollektiv Augsburg

Von der Idee zur Wirklichkeit

Die Geschichte beginnt 2020: Eine Gruppe rund um Gründer Emanuel Denzel wollte eine gemeinschaftlich organisierte, bezahlbare Grundversorgung aufbauen – und damit Kontrolle über Grundbedürfnisse zurückgewinnen, die heute schwer vereinbar scheinen: gute Ernährung, Nachhaltigkeit, bezahlbare Preise. Dass Denzel auch im Wohnprojekt „Para*dieschen" in Pfersee aktiv ist – einer Hausgemeinschaft, die seit Frühjahr 2026 in einem selbst renovierten Haus lebt –, ist da kein Zufall. Es ist Teil einer größeren Idee vom gemeinschaftlichen Leben.
Bis aus der Vision Realität wurde, verging einige Zeit. Erst im Herbst 2024 wurde im Grandhotel Cosmopolis ein passender Raum frei. Seitdem holen Vereinsmitglieder alle zwei Wochen ihre Bestellungen dort ab.

So funktioniert das Kollektiv

Produktpatinnen und -paten übernehmen die Verantwortung für einzelne Produkte, vergleichen Preise und organisieren die Anlieferung. Bei der Auswahl der Produkte achten sie auf Verpacksvermeidung, nachhaltige Kriterien und regionale Herstellung – ohne den Preis aus den Blick zu verlieren. Denn es gehört zu den zentralen Anliegen des Foodcoop Genusskollektivs, dass sich wirklich jeder eine gesunde, nachhaltige Lebensführung leisten kann.

Das Sortiment konzentriert sich auf lang haltbare Trockenprodukte wie Nüsse, Mehl oder Haferflocken, die in großen Gebinden geliefert werden. Frischeprodukte lagern im Kühlschrank. Günstig ist das alles, weil der Overhead minimal bleibt: keine Verkaufsräume, kein Personal, keine Werbung. „Es geht hier nicht um Gewinn. Hier kommen Lebensmittel rein und gehen schnell wieder raus – fertig", erklärt Emanuel Denzel.

Was ist eigentlich eine Foodcoop?

Foodcoops gibt es in vielen Varianten: als Selbstversorger-Kooperative, Einkaufsgemeinschaft, Mitgliederladen oder Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft. Allen gemeinsam ist das genossenschaftliche Prinzip – alle Mitglieder haben eine Stimme. In Deutschland existieren einige hundert solcher Zusammenschlüsse, von kleinen Privatinitiativen mit einer Handvoll Mitgliedern bis hin zu großen Strukturen wie der Verbrauchergemeinschaft in Dresden mit mehreren Tausend Beteiligten.

Mitmachen – und das Kollektiv stärken

Wer einsteigen möchte, meldet sich per E-Mail und bekommt vor Ort eine persönliche Einführung. Die erste Bestellung wird gemeinsam durchgeführt; für Fragen gibt es eine Signal-Gruppe. „Wir suchen noch Leute, die mitmachen wollen", sagt Emanuel Denzel. Je mehr Mitglieder, desto günstiger die Preise – und desto mehr Schultern tragen die Arbeit.
Gesucht werden auch Menschen, deren Gärten mehr abwerfen, als sie selbst verbrauchen – und die ihr Überschussgemüse oder -obst an die Foodcoop abgeben möchten. Eine gute Adresse also für alle, die nachhaltiges Leben nicht als Privilege, sondern als Gemeinschaftsprojekt verstehen.

Info:

Wie das Projekt genau funktioniert und welche Produkte findet ihr auf der Seite des Genusskollektivs.
Mehr Informationen zu Foodcoops bietet die Bundesarbeitsgemeinschaft der Foodcoops
 

Verteilstelle im Grandhotel Cosmopolis e.V.

Das neue Purpur-Magazin ist da!

Das neue Purpur-Magazin 1.2026 ist da!
Purpur ist das regionale Magazin rund um Werte, Heimat, Bewusstheit und verantwortungsvolles Leben. Diesmal geht's um Architektur, Windenergie und Augsburg im Wandel.
Das Bild zeigt das Cover der aktuellen Ausgabe 01/2026 der Zeitschrift Purpur

Das neue Purpur-Magazin ist da!

Die neue Ausgabe für den Herbst und Winter findet ihr ab sofort kostenlos an mehr als 500 Auslegestellen in und um Augsburg. 

Diesmal:

  • Wo's summt, wird's wild und lecker: Bienen – Heimat pur
  • Stadtgeflüster: Lesung und Dialog, Frauen-Stimmen, Klima ...
  • Tapetenwechsel: Theater, Musik und besondere Erlebnisse.
  • Lauschtour: Literarischer Holzwinkel – Auf Ganghofers Spuren.
  • Zart, frisch und voller Leben: Sauerklee im Portrait.
  • Einfach nur süß? Bittersüße Bilanz des Zuckers.
  • Wohlsein – Naturheilkunde, Coaching, Therapien und Wellness.
  • Jede Menge Termine und Tipps für Eure Frühjahrs- und Sommeraktivitäten.

...und natürlich News, Termine, Angebote und Inspiration aus der Region.

Holt sie euch!

Noch mehr Veranstaltungen und Termine findet ihr auf www.veranstaltungen-augsburg.de.

Das aktuelle Heft und weitere Artikel findet ihr auch online: www.purpur-magazin.de.


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Purpur - Magazin für verantwortungsbewusstes Leben - Ein Heft voller spannende Reportagen über Menschen, Projekte und Initiativen - rund um Nachhaltigkeit, Bio, faires und pures Leben und Handeln in Ausburg und Umgebung.

Das gute Leben für alle - Der Augsburger liesLotte Medien Verlag ist seit Juli 2020 gemeinwohlzertifiziert. 

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Nachhaltiges Catering: Selbstgemacht oder geliefert?

Nachhaltiges Catering und Feiern in Augsburg und Aichach
Wer feiert, muss nicht auf Nachhaltigkeit verzichten. Mit der richtigen Planung wird jede Party zum Genuss – für Gäste, Umwelt und regionale Betriebe.
Klimacatering vom Herzstück Horgau. Foto: Sylvia Schaab

Ob Geburtstagsparty, Firmenjubiläum oder Gartenfest – hinter jedem Buffet stecken Entscheidungen, die mehr bewirken als man denkt. Nachhaltig zu feiern ist dabei leichter als gedacht: Mit regionalen und saisonalen Produkten, bewusstem Umgang mit Lebensmitteln und dem Verzicht auf Einweggeschirr lässt sich der ökologische Fußabdruck einer Veranstaltung deutlich verkleinern. Augsburg bietet dafür eine bemerkenswert gute Ausgangslage – von zertifizierten Bio-Caterern bis hin zu integrativen Betrieben, die soziale Verantwortung mit kulinarischem Engagement verbinden.

Gute Planung ist alles

Überlege dir je nach Uhrzeit, Dauer der Veranstaltung, Aktivitäten drum herum und Anlass, ob ein Hauptgericht nötig ist, oder ob Snacks und Getränke genügen. Gibt es nachmittags bereits Kaffee und Kuchen, haben die Gäste abends meist weniger Appetit, als wenn ihr den Nachmittag aktiv miteinander verbringt.
Lade frühzeitig ein und bitte um Rückmeldung, um die Teilnehmeranzahl realistisch einzuschätzen. So vermeidest du, am Ende der Feier auf Bergen von Essen sitzen zu bleiben.
Überlege, was und wie viel du für deine Zielgruppe wirklich brauchst - Kinder und Senior*innen nehmen weniger vom Buffet als Jugendliche im Wachstumsschub. Denke auch an spezielle Gerichte für Allergiker*innen.

Auswahl an Essen und Getränken

Die Umweltbilanz deiner Feier hängt stark von der Lebensmittelauswahl ab. Biete daher grundsätzlich ökologisch und regional angebaute Lebensmittel der Saison an. Bio-Lebensmittel sind gut für Umwelt, Klima, Tiere und Menschen. Achte bei Kaffee, Kakao und Co. auf fairen Handel, damit Ausbeutung auf deiner Kaffeetafel keinen Platz hat.
Biete vegetarische und vegane Gerichte an. Das beschert dir direkt eine bessere Klimabilanz und es ist stets für alle etwas dabei. Wie wäre es mit Klassikern wie Chili sin Carne, Linsen-Burgern oder veganem Schokokuchen? Übrigens, einen Korb mit saisonalem Bio-Obst aufzustellen, bringt Frische ins Buffet und macht wenig Arbeit.
Bio-Läden, Hofläden mit Bio-Angebot und Filialen der Bio-Bäckereien findest du im bio-regionalen Einkaufsführer für Stadt und Landkreis Augsburg unter bio-regional-augsburg.de.

Denke bei Getränken daran, hübsche Karaffen mit Leitungswasser – aufgepeppt mit Zitronenscheiben, Beeren oder Minze - aufzustellen. Augsburger Wasser aus dem Siebentischwald hat beste Trinkqualität, ist super nachhaltig und steht dir (fast) umsonst zur Verfügung.

Du möchtest nicht alles selbst einkaufen und zubereiten? Beauftrage einen Catering-Betrieb, der auf Nachhaltigkeit achtet oder bitte deine Gäste, statt Geschenken selbst zubereitete Leckereien mitzubringen – idealerweise aus regionalen Bio-Lebensmitteln der Saison, fair gehandelt und mit vielen pflanzlichen Zutaten.

Anbieter in und um Augsburg

Einen ersten Überblick über zertifizierte Catering-Unternehmen mit Bio-Angebot in Augsburg & Umgebung findest du hier. Falls ihr weitere kennt, gebt bitte Bescheid:

In Augsburg
•    BIODuMAROC - 100 % Bio, marokkanisches Catering: BIODuMAROC – Marokkanischer Bio-Genuss in Hochzoll
•    BIO-Hotel Bayerischer Wirt - 100 % Bio, bayerische Spezialitäten: BIOHotel Bayerischer Wirt - Hotel mit ganzheitlichem Bio-Konzept
•    Nuno - Bio-Anteil, große Auswahl an veganen und vegetarischen Gerichten: nunó - Restaurant im Augsburger Textilmuseum
In der Region
•    Herzstück Horgau -100 % Bio, besonders viele bio-regionale Zutaten: Das Herzstück in Horgau
•    Jim´s Geschmackszirkus -Bio-Anteil, viele regionale Zutaten, Catering und Foodtruck Jim´s Geschmackszirkus – Catering und Foodtruck
•    Metzgerei Kaindl - Bio-Anteil mit Bioland-Zertifikat: Metzgerei Kaindl | Lifeguide Augsburg


Hier findet ihr noch weitere Anbieter, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen. Sie haben zwar keine Biozertifikat, zeichnen sich aber aus, weil sie etwa soziale Teilhabe ermöglichen oder ein veganes Sortiment anbieten:

In Augsburg
•    Café Dreizehn - Alle Speisen vegan, mit vielen regionalen Lieferanten: Café Dreizehn - vegane Köstlichkeiten im Herzen Augsburgs
•    Grandhotel Cosmopolis e.V.- Soziales Projekt: Grandhotel Cosmopolis - Café-Bar
•    InHoGa GmbH - Integrationsgebetrieb mit vielen regionalen Lieferanten und fairen Produkten: InHoGa Catering | Lifeguide Augsburg
•    Meikes Schmeckerei- Regionale und saisonale Küche: Meikes Schmeckerei - schlemmen und catern | Lifeguide Augsburg
•    Tante Emma -     Integrationsbetrieb mit vielen regionalen Produkten: Tante Emma Laden & Café am Fischertor | Lifeguide Augsburg
•    Vegane Bäckerei ELVIE - Veganes Catering mit vielen regionalen Produkten und fairem Kaffee: Vegane Bäckerei ELVIE - süßes und herzhaftes Gebäck
•    Veganesha - die vegane Kochschule    Alle Speisen vegan, auch als Koch-Events mit Themen wie „Zero-Waste“: Veganesha | Lifeguide Augsburg

In der Region
•    Kulturküche Augsburg - Integrationsbetrieb, legen Wert auf saisonale und regionale Zutaten: Kulturküche Augsburg - Integratives Catering | Lifeguide Augsburg
•    Kühner‘s Landhaus- Slow Food Restaurant mit regionalem und saisonalem Catering: Kühner's Landhaus - regional und saisonal | Lifeguide Augsburg
•    ORGANIC FOODS Catering - Viele Lebensmittel von regionalen Lieferanten


Und was passiert mit Müll und Lebensmittelresten?

Damit du dir darüber wenig Gedanken machen musst, verzichte möglichst auf Einwegartikel, sonst stehst du am Ende des Tages mit einem riesigen Müllsack da. Leihe Geschirr von Freunden oder einem Catering-Betrieb, kaufe Vintage-Teller und Gläser Second Hand oder lass sie von deinen Gästen mitbringen. Pfandflaschen gibst du nach der Veranstaltung einfach wieder zurück. Hauptsache Mehrweg für mehr Wert!
Mehr Infos dazu findest du hier: Partybedarf mieten statt kaufen
Apropos Mehrweg: Bring Boxen und Dosen mit zur Location, wenn es ein großes Buffet gibt. Trotz guter Planung bleibt sicher etwas übrig. Die, die bis zum Schluss durchhalten, können sich einen leckeren Snack für den nächsten Tag einpacken. Achtet dabei auf einen zeitnahen Verzehr und gute Hygiene – viele Lebensmittel sollten gekühlt stehen.
Viel Spaß bei deiner Feier!
Mit unseren Tipps punktest du mit Nachhaltigkeit– du schaffst ein Plus in Gesundheit, Soziales, Umwelt, Klima und regionaler Wertschöpfung. Jeder kleine Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zählt und zeigt Wirkung!
Wir wünschen dir mit diesem Extra einen besonderen Genuss für deine wundervolle Feier!
Dein Lifeguide-Team in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Biostadt Augsburg

 

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Zukunft gemeinsam kochen

Zukunft gemeinsam kochen
Kochen als Klimaschutz? Im Umweltbildungszentrum Augsburg zeigt dieses Projekt, wie regionales Essen und echte Begegnung zusammenpassen – Genuss garantiert.
Bild von einem Teller voller Spätzle auf einem Tisch.

„Zukunft gemeinsam kochen“ bietet ein abwechslungsreiches Programm für Familien, Erwachsene und alle Interessierten, die bewusst Klimaschutz, Regionalität und Genuss verbinden wollen.

Kochworkshops, Themenabende und Exkursionen

Kochworkshops, Themenabende und Exkursionen rücken regionale und saisonale Produkte in den Mittelpunkt. Sie fördern die Wertschätzung von Lebensmitteln und schaffen Begegnungen zwischen Konsumenten und Produzenten, etwa auf  Christophs Biohof. Mitglieder des Netzwerks des Umweltbildungszentrums leiten die Kochkurse.

Von der Idee zum Projekt

Zukunft gemeinsam kochen?  Wir haben die Initiatorin des Projekts, Tine Klink, gefragt, was genau sich dahinter verbirgt.

 

Wie kam es zu dem Projekt „Zukunft gemeinsam kochen“?
Durch den Umzug der Umweltstation ins Umweltbildungszentrum im Sommer 2023 hatten wir ideale Rahmenbedingungen: eine gut ausgestattete Lehrküche, einen Seminarraum direkt daneben und die enge Anbindung an die Öko-Modellregion Stadt.Land.Augsburg. Die Idee lag nahe, nachhaltige, regionale, saisonale Bio-Ernährung praktisch erlebbar zu machen: Durch Kochworkshops, Themenabende und Exkursionen können sich Verbraucher*innen direkt mit Lebensmittelproduzent*innen austauschen.

 

Kochen als Klimaschutz – das klingt erstmal ungewohnt. Wie erklärt man das Menschen, die das zum ersten Mal hören?
Viele denken bei Klimaschutz erst mal an Energie oder Mobilität. Wir zeigen, dass Klimaschutz im Alltag beginnt – beim Kochen und Konsum von Lebensmitteln. Was wir essen, woher es kommt, wie es produziert wird und wie wir es zubereiten, beeinflusst das Klima direkt. Konkret heitß das: Regionale Produkte haben kurze Wege, saisonale Nahrung benötigt weniger Energie bei der Herstellung, Bioanbau schützt die Böden und wer bewusst Lebensmittel einkauft, wirft am Ende auch weniger weg.

 

Wie läuft ein typischer Kochabend ab – von der Begrüßung bis zum letzten Bissen?
Ein Kochabend beginnt ganz entspannt mit einer kurzen Begrüßung und Einführung in das Produkt oder das Thema des Abends. Wir schauen gemeinsam darauf, woher die Lebensmittel kommen, wie sie angebaut oder erzeugt werden und was sie besonders macht. Danach stellen die Gastköch*innen ihren Betrieb oder ihre Organisation vor – und auch die Teilnehmenden kommen direkt ins Gespräch: Wie handhabt man das bisher selbst, welche Erfahrungen bringt man mit? Anschließend wird gemeinsam in kleinen Gruppen gekocht. Dabei geht es nicht nur ums Nachkochen nach Rezept, sondern auch ums Ausprobieren, Fragenstellen und den Austausch zwischendurch. So erfährt man nebenbei mehr über den Betrieb, die Motivation der Landwirt*innen oder Köch*innen und entdeckt den ein oder anderen Kochtrick. Zum Schluss genießen wir, was wir gekocht haben.

 

Kinder, Familien, Erwachsene – wie schafft man ein Angebot, das so unterschiedliche Zielgruppen wirklich erreicht?
Die Kochworkshops richten sich eher an Erwachsene und Familien mit älteren Kindern – da können wir ins Detail gehen, einen CO2-Rechner ausprobieren, Bio-Umstellung diskutieren und mit Rezepten spielen. Die Exkursionen eigenen sich für Jung und Alt, weil man Betriebe live erlebt und zum Beispiel Tiere sehen kann. Die Schokowerkstatt ist extra für Kinder für 8-12 Jahre konzipiert.

 

Die Begegnung zwischen Konsumentinnen und Produzentinnen ist ein Kern des Projekts. Welche Begegnung hat dich selbst zuletzt überrascht oder berührt?
Das Herzblut und die ansteckende Energie, die trotz aller Widrigkeiten und Bürokratie in den Handwerken steckt, begeistern mich immer wieder. Besonders faszinierend finde ich den Spagat bei den Landwirt*innen, die ihre Tiere als Fleisch vermarkten: Die Liebe zu dem einzelnen Tier, das sie aufgezogen haben und gleichzeitig die Realität der Fleischtheke zu meistern, ohne dass es widersprüchlich rüberkommt und Konsument*innen das auch wirklich nachvollziehen können.

 

Was nehmen die Teilnehmenden mit nach Hause – außer vollem Magen und neuen Rezepten?
Vor allem neue Ideen für den Alltag: Wo man was regional einkaufen kann, wie man Reste kreativ nutzt, bewusster hinschaut, wie Lebensmittel verarbeitet sind. Den Mut, mal anders einzukaufen. Die Erkenntnis, dass Bio nicht immer teurer ist. Und vor allem die Lust, Neues auszuprobieren.

 

Wo soll „Zukunft gemeinsam kochen" in drei Jahren stehen?
In drei Jahren sollen die Projekte als beliebte Formate im UBZ richtig fest stehen und sich selbst tragen. Die Kochworkshops sind dann buchbare Standardangebote, die wir auch für geschlossene Veranstaltungen anbieten. Themenabende und Exkursionen sollen immer wieder frische Einblicke geben, so dass es nie langweilig wird.

 

Was kochst du selbst am liebsten, wenn du nach Hause kommst?
Ich bin großer Kartoffelfan, so viele Möglichkeiten und sie lassen sich gut vorbereiten. Aber diese Woche kommt der erste Spargel vom plastikfrei anbauenden Spargelbauern Rehm – da freue ich mich das ganze Jahr drauf. Mein Lieblingsrezept ist dünner grüner Spargel und etwas Knoblauch in Butter anbraten und etwas gehobelten Parmesan darüber geben. Dazu gibt es Hackfleischpatties von Körners Hofladen am Pferseer Wochenmarkt. Sie vertreiben Rindfleisch von Landwirt Martin Augustin, der mit seinen Rindern auch Beweidungsprojekte für unseren Landschaftspflegeverband macht. Das gibt es bis zum Ende der Spargelsaison einmal in der Woche bei uns. Ansonsten ist das Gemüse der Solidarischen Landwirtschaft Augsburg auch immer wieder eine Herausforderung, der ich mich durch neue Rezepte gerne stelle.
 

Infos

Mehr Informationen und alle Termine des ersten Halbjahres für die Veranstaltungen findet ihr unter www.ubz-augsburg.de

Termine

  • Fr, 24.04.26, 15:00 Uhr: Radtour zum Beweidungsprojekt & Hofladengenuss in Inningen, kostenfrei
  • Di, 05.05.26, 18:00 Uhr: Schwäbische Kässpätzle – regional & lecker, 35 €
  • Mi, 06.05.26, 18:00 Uhr: Wildkräuter in der Küche, 35 €
  • Fr, 08.05.26, 14:00 Uhr: Schokowerkstatt für Kinder (8–12 Jahre), 13 €
  • Mi, 03.06.26, 09:00 Uhr: Exkursion zur rollenden Gemüsekiste, kostenfrei
  • Sa, 06.06.26, 11:00 Uhr: Spargel in Farbe – kreative Küche mit regionalem Spargel, 45 €
  • Do, 11.06.26, 18:00 Uhr: Urban Farming & Microgreens bei Rennkraut, kostenfrei
  • Fr, 12.06.26, 18:00 Uhr: Gold aus der Region: Kochen mit Biohonig, 45 €
  • Sa, 27.06.26, 10:00 Uhr: Radtour zu Christophs Biohof in Inningen, kostenfrei
  • Sa, 27.06.26, 16:30 Uhr: Summerrolls mit regionalen Microgreens, 50 €
  • Fr, 10.07.26, 15:00 Uhr: Radtour von der Alten Schäferei zum Augsburger Genusskistle, 5 €
  • So, 19.07.26, 10:00 Uhr: Exkursion zur Biobäckerei Schubert, kostenfrei
  • Mi, 22.07.26, 18:00 Uhr: Zucchini-Zauber – Sommerliche Vielfalt neu entdeckt, 45 €

Anmeldung bis 5 Tage vor dem jeweiligen Termin: 0821/324-6074 oder t.klink@ubz-augsburg.de

 

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Bio Emma - Frisches Gemüse, Käse und Feinkost am Stadtmarkt – Der Stand der Bio Emma in der Gemüsegasse ist seit 1996 ein fester Bestandteil auf dem Augsburger Stadtmarkt. Neben Obst und Gemüse gibt es leckeren Bio-Käse und Feinkost zu kaufen.

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