Zukunft gemeinsam kochen
„Zukunft gemeinsam kochen“ bietet ein abwechslungsreiches Programm für Familien, Erwachsene und alle Interessierten, die bewusst Klimaschutz, Regionalität und Genuss verbinden wollen.
Kochworkshops, Themenabende und Exkursionen
Kochworkshops, Themenabende und Exkursionen rücken regionale und saisonale Produkte in den Mittelpunkt. Sie fördern die Wertschätzung von Lebensmitteln und schaffen Begegnungen zwischen Konsumenten und Produzenten, etwa auf Christophs Biohof. Mitglieder des Netzwerks des Umweltbildungszentrums leiten die Kochkurse.
Von der Idee zum Projekt
Zukunft gemeinsam kochen? Wir haben die Initiatorin des Projekts, Tine Klink, gefragt, was genau sich dahinter verbirgt.
Wie kam es zu dem Projekt „Zukunft gemeinsam kochen“?
Durch den Umzug der Umweltstation ins Umweltbildungszentrum im Sommer 2023 hatten wir ideale Rahmenbedingungen: eine gut ausgestattete Lehrküche, einen Seminarraum direkt daneben und die enge Anbindung an die Öko-Modellregion Stadt.Land.Augsburg. Die Idee lag nahe, nachhaltige, regionale, saisonale Bio-Ernährung praktisch erlebbar zu machen: Durch Kochworkshops, Themenabende und Exkursionen können sich Verbraucher*innen direkt mit Lebensmittelproduzent*innen austauschen.
Kochen als Klimaschutz – das klingt erstmal ungewohnt. Wie erklärt man das Menschen, die das zum ersten Mal hören?
Viele denken bei Klimaschutz erst mal an Energie oder Mobilität. Wir zeigen, dass Klimaschutz im Alltag beginnt – beim Kochen und Konsum von Lebensmitteln. Was wir essen, woher es kommt, wie es produziert wird und wie wir es zubereiten, beeinflusst das Klima direkt. Konkret heitß das: Regionale Produkte haben kurze Wege, saisonale Nahrung benötigt weniger Energie bei der Herstellung, Bioanbau schützt die Böden und wer bewusst Lebensmittel einkauft, wirft am Ende auch weniger weg.
Wie läuft ein typischer Kochabend ab – von der Begrüßung bis zum letzten Bissen?
Ein Kochabend beginnt ganz entspannt mit einer kurzen Begrüßung und Einführung in das Produkt oder das Thema des Abends. Wir schauen gemeinsam darauf, woher die Lebensmittel kommen, wie sie angebaut oder erzeugt werden und was sie besonders macht. Danach stellen die Gastköch*innen ihren Betrieb oder ihre Organisation vor – und auch die Teilnehmenden kommen direkt ins Gespräch: Wie handhabt man das bisher selbst, welche Erfahrungen bringt man mit? Anschließend wird gemeinsam in kleinen Gruppen gekocht. Dabei geht es nicht nur ums Nachkochen nach Rezept, sondern auch ums Ausprobieren, Fragenstellen und den Austausch zwischendurch. So erfährt man nebenbei mehr über den Betrieb, die Motivation der Landwirt*innen oder Köch*innen und entdeckt den ein oder anderen Kochtrick. Zum Schluss genießen wir, was wir gekocht haben.
Kinder, Familien, Erwachsene – wie schafft man ein Angebot, das so unterschiedliche Zielgruppen wirklich erreicht?
Die Kochworkshops richten sich eher an Erwachsene und Familien mit älteren Kindern – da können wir ins Detail gehen, einen CO2-Rechner ausprobieren, Bio-Umstellung diskutieren und mit Rezepten spielen. Die Exkursionen eigenen sich für Jung und Alt, weil man Betriebe live erlebt und zum Beispiel Tiere sehen kann. Die Schokowerkstatt ist extra für Kinder für 8-12 Jahre konzipiert.
Die Begegnung zwischen Konsumentinnen und Produzentinnen ist ein Kern des Projekts. Welche Begegnung hat dich selbst zuletzt überrascht oder berührt?
Das Herzblut und die ansteckende Energie, die trotz aller Widrigkeiten und Bürokratie in den Handwerken steckt, begeistern mich immer wieder. Besonders faszinierend finde ich den Spagat bei den Landwirt*innen, die ihre Tiere als Fleisch vermarkten: Die Liebe zu dem einzelnen Tier, das sie aufgezogen haben und gleichzeitig die Realität der Fleischtheke zu meistern, ohne dass es widersprüchlich rüberkommt und Konsument*innen das auch wirklich nachvollziehen können.
Was nehmen die Teilnehmenden mit nach Hause – außer vollem Magen und neuen Rezepten?
Vor allem neue Ideen für den Alltag: Wo man was regional einkaufen kann, wie man Reste kreativ nutzt, bewusster hinschaut, wie Lebensmittel verarbeitet sind. Den Mut, mal anders einzukaufen. Die Erkenntnis, dass Bio nicht immer teurer ist. Und vor allem die Lust, Neues auszuprobieren.
Wo soll „Zukunft gemeinsam kochen" in drei Jahren stehen?
In drei Jahren sollen die Projekte als beliebte Formate im UBZ richtig fest stehen und sich selbst tragen. Die Kochworkshops sind dann buchbare Standardangebote, die wir auch für geschlossene Veranstaltungen anbieten. Themenabende und Exkursionen sollen immer wieder frische Einblicke geben, so dass es nie langweilig wird.
Was kochst du selbst am liebsten, wenn du nach Hause kommst?
Ich bin großer Kartoffelfan, so viele Möglichkeiten und sie lassen sich gut vorbereiten. Aber diese Woche kommt der erste Spargel vom plastikfrei anbauenden Spargelbauern Rehm – da freue ich mich das ganze Jahr drauf. Mein Lieblingsrezept ist dünner grüner Spargel und etwas Knoblauch in Butter anbraten und etwas gehobelten Parmesan darüber geben. Dazu gibt es Hackfleischpatties von Körners Hofladen am Pferseer Wochenmarkt. Sie vertreiben Rindfleisch von Landwirt Martin Augustin, der mit seinen Rindern auch Beweidungsprojekte für unseren Landschaftspflegeverband macht. Das gibt es bis zum Ende der Spargelsaison einmal in der Woche bei uns. Ansonsten ist das Gemüse der Solidarischen Landwirtschaft Augsburg auch immer wieder eine Herausforderung, der ich mich durch neue Rezepte gerne stelle.
Infos
Mehr Informationen und alle Termine des ersten Halbjahres für die Veranstaltungen findet ihr unter www.ubz-augsburg.de
Termine
- Fr, 24.04.26, 15:00 Uhr: Radtour zum Beweidungsprojekt & Hofladengenuss in Inningen, kostenfrei
- Di, 05.05.26, 18:00 Uhr: Schwäbische Kässpätzle – regional & lecker, 35 €
- Mi, 06.05.26, 18:00 Uhr: Wildkräuter in der Küche, 35 €
- Fr, 08.05.26, 14:00 Uhr: Schokowerkstatt für Kinder (8–12 Jahre), 13 €
- Mi, 03.06.26, 09:00 Uhr: Exkursion zur rollenden Gemüsekiste, kostenfrei
- Sa, 06.06.26, 11:00 Uhr: Spargel in Farbe – kreative Küche mit regionalem Spargel, 45 €
- Do, 11.06.26, 18:00 Uhr: Urban Farming & Microgreens bei Rennkraut, kostenfrei
- Fr, 12.06.26, 18:00 Uhr: Gold aus der Region: Kochen mit Biohonig, 45 €
- Sa, 27.06.26, 10:00 Uhr: Radtour zu Christophs Biohof in Inningen, kostenfrei
- Sa, 27.06.26, 16:30 Uhr: Summerrolls mit regionalen Microgreens, 50 €
- Fr, 10.07.26, 15:00 Uhr: Radtour von der Alten Schäferei zum Augsburger Genusskistle, 5 €
- So, 19.07.26, 10:00 Uhr: Exkursion zur Biobäckerei Schubert, kostenfrei
- Mi, 22.07.26, 18:00 Uhr: Zucchini-Zauber – Sommerliche Vielfalt neu entdeckt, 45 €
Anmeldung bis 5 Tage vor dem jeweiligen Termin: 0821/324-6074 oder t.klink@ubz-augsburg.de
Das könnte euch auch interessieren:
Slow Food Augsburg – Engagement für gute, saubere und faire Lebensmittel: Slow Food setzt sich weltweit dafür ein, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Produzenten und der Umwelt erhält.
Die rollende Gemüsekiste rollt seit 1995 – 100% Bio-zertifiziert: Die rollende Gemüsekiste bringt seit 1995 Lebensmittel und viele andere Produkte direkt vor die Tür. Interview mit den Pionieren des regionalen Lieferservice, Carina Hahn und Hermann Haas-Hübsch.
Bio Emma - Frisches Gemüse, Käse und Feinkost am Stadtmarkt – Der Stand der Bio Emma in der Gemüsegasse ist seit 1996 ein fester Bestandteil auf dem Augsburger Stadtmarkt. Neben Obst und Gemüse gibt es leckeren Bio-Käse und Feinkost zu kaufen.