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Gärtnern geht auch torffrei

Torffrei gärtnern
Wir stellen euch praktische Tipps vor, wie ihr beim Gärtnern ganz einfach auf Torf verzichtet – und damit aktiv zum Klimaschutz beitragt. Denn torffreies Gärtnern ist einfacher als gedacht.
Kleine Pflanze im Topf, Bild von congerdesign auf Pixabay.com/de

Torf wird durch die Ablagerung nicht vollständig zersetzter Pflanzenbiomasse in Mooren gebildet. Diese Moorböden bedecken knapp drei Prozent der Landfläche der Erde und sind sehr kohlenstoffreich. Sie binden doppelt so viel Kohlenstoff wie sämtliche Wälder auf Welt zusammen. Somit sind Moorböden die mächtigsten Kohlenstoffspeicher, die wir haben. 

Ursprünglich waren 5 Prozent Deutschlands von natürlichen Mooren bedeckt, das sind etwa 1,8 Millionen Hektar. Heute gelten davon 95 Prozent als zerstört. Das sorgt dafür, dass wichtige Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. Menschliche Einflüsse wie Land- und Forstwirtschaft, Infrastruktur und Torfabbau sorgen dafür, dass der Flächenanteil immer weiter zurückgeht. Zudem wird beim Abbau des Rohstoffs in kurzer Zeit besonders viele CO2-Emissionen freigesetzt, was die Erderwärmung vorantreibt.

Mit dem bewussten Verzicht auf torfhaltige Erde könnt ihr somit einen wertvoller Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. 

So gelingt torffreies Gärtnern

Damit Ihr genauso viel Freude beim Gärtnern habt, geben wir euch im Folgenden ein paar Tipps an die Hand, wie eure Gewächse wunderbar gedeihen können – auch ganz ohne Torf.

Augen auf beim Erdekauf

Nur Produkte, die eindeutige Kennzeichnungen wie "torffrei" oder "ohne Torf" tragen, werden ihrem Namen auch gerecht. Von torfreduzierter oder torfarmer Erde solltest du lieber die Finger weglassen, da sie immer noch bis zu 70% Torf enthalten können. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Torffreie Erden beinhalten alternative Rohstoffe wie Grüngutkompost, Holzfasern, Rindenhumus oder Kokosprodukte.

Richtig gießen

Torffreie Erde kann Wasser weniger gut speichern, wodurch sie oberflächlich schneller austrocknet. Dadurch versickert das Wasser und sammelt sich am Boden des Pflanzgefäßes an, wodurch die Wurzeln nicht ausreichend Flüssigkeit aufnehmen können

Deshalb: 

  • Vor dem Gießen mit dem Finger oder einem Holzstab fühlen, ob Wasser benötigt wird
  • Öfter und in kleineren Mengen gießen
  • Staunässe vermeiden
  • Pflanzen von unten wässern, indem der Topf in eine Schale mit Wasser gestellt wird. So kann die Erde die Menge an Wasser aufnehmen, die sie benötigt
  • Um die optimale Feuchtigkeit der Erde zu erreichen, ist die Verwendung eines Gefäßes mit Wasserspeicher empfehlenswert

Jede Erde hat andere Vorlieben 

Die Zusammensetzung der Erde und der genutzte Dünger, haben einen direkten Einfluss aufeinander, wodurch die Düngewirkung beeinträchtigt werden kann. Daher sollten beide Komponenten aufeinander abgestimmt werden

Deshalb: 

  • Vergleiche die Zusammensetzung von Dünger und Substrat. Beispielsweise brauchen Blumenerden mit viel Holzbestand eine stickstoffbetonte Düngung während jene mit Kompost aufgrund des hohen Phosphoranteils keinen Zuschuss von diesem Nährstoff brauchen
  • Regelmäßiges düngen ist ebenfalls empfehlenswert, um lange Freude an dem Gewächs zu haben. Werfe hierzu einen Blick auf die Empfehlungen auf den Verpackungen der Erde und des Düngers

Auch die Erde möchte ein schönes Zuhause haben

Wird die torffreie Erde länger nicht genutzt, können sich Volumen, Nährstoffgehalt und pH-Wert verändern.

Deshalb: 

  • Lagere die Erde an einem trockenen, vor Sonneneinstrahlung geschützten und möglichst kühlem Ort
  • Versuche, die Erde möglichst direkt nach dem Kauf zu nutzen. So kannst du dir sicher sein, dass sie ganz frisch ist
  • Verschließe angebrochene Säcke fest, um den restlichen Inhalt zu schützen 

Regionaler Kompost lohnt sich

Statte deiner regionalen Kompostierungsanlage einen Besuch ab. Diese bietet nicht nur günstigen, sondern gleichzeitig auch gütegesicherten Grüngutkompost an. Dieser ist zwar mikrobiell aktiver als Torf und weißt übers Jahr keine konstanten Qualitäten auf, ist aber für den Einsatz im Hobbygarten völlig ausreichend. 

Nun wünschen wir dir viel Spaß beim Buddeln, Umtopfen und Gießen. Schließlich weißt du ja jetzt, wie der Umgang mit torffreier Erde reibungslos funktioniert. So schwer ist es ja gar nicht.

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Naturschutz fängt im Garten an

vogelfreundlichen garten gestalten
Euer Garten als Naturschutzgebiet? Mit heimischen Pflanzen und der LBV-Plakette macht ihr Augsburgs Grünflächen zum Paradies für Vögel und Insekten Bewerbt euch zum "Vogelfreundlicher Garten".
Das Bild zeigt einen jungen Star-Vogel, der auf dem Dach eines Nistkastens sitzt, seine Flügel ausbreitet und den Schnabel weit geöffnet hat. Bild von Rosl Roessner, LBV.

Ein paar heimische Beeren tragende Sträucher, duftende Wiesenkräuter oder ein kleiner Teich – vielleicht auch alte Bäume, bunte Staudenbeete oder begrünte Fassaden. So schafft ihr ein eigenes kleines "Naturschutzgebiet". Denn hier können sich die unterschiedlichsten Insekten und auch viele Wildvögel heimisch fühlen.

Gärtnern für Vögel und die Natur

Viele Gartenbesitzer*innen haben schon erkannt, wie sie mit vielfäligen Gärten zum Artenschutz beitragen. Beerentragende Gehölze, heimische Blühpflanzen und Totholz bieten Strukturen, die Vögel anziehen. Diese Vögel verbinden Mensch und Natur. Veränderungen im Garten spiegeln die Natur wider. Kiinder sind begeistert, Gartenvögeln zu beobachten und entwickeln darüber ein großes Interesse am Schutz der Natur.

Der LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.) und das Bayerischen Artenschutzzentrum belohnen naturnahe Gärten mit der Plakette "Vogelfreundlicher Garten“. Das erfolgreiche Projekt läuft bis 2027 weiter. Bewerbt euch und werdet Teil der mehr als 7.000 ausgezeichneten bayerischen Gärten. 
Die Auszeichnung würdigt Gartenbesitzer*innen, die der Natur in ihren privaten Gärten mehr Raum geben und unseren heimischen Gartenvögeln wertvollen Lebensraum bieten. Der LBV will damit ein Umdenken fördern und die Akzeptanz für etwas mehr Wildnis vor der eigenen Haustür erhöhen. Die Auszeichnung ermutigt andere Gärtner*innen, ihre Gärten ebenfalls in vogelfreundliche Naturparadiese zu verwandeln.

Stauden Garten, Bild von aopsan auf freepik

Das nächste "Naturschutzgebiet" ist dein Garten

Um den eigenen Garten mit der Auszeichnung „Vogelfreundlicher Garten“ schmücken zu können, müsstihr bestimmte Bedingungen erfüllen. Der LBV hat Muss- und Ausschlusskriterien festgelegt. Dafür braucht es keinen großen Garten. Auch in kleinen Gartenoasen ist es möglich die Kriterien zum "Vogelfreundlichen Garten" zu erfüllen, denn nicht Größe zählt, sondern Strukturreichtum. In kleine Gärten könnt ihr zum Beispiel mit vertikalen und horizontalen Strukturen eine Vielfalt an Gartenelementen unterbringen.

Kriterien für die Bewertung

Die Bewertungskriterien für die Plakette "Vogelfreundlicher Garten" sind in unterschiedliche Themenblöcke eingeteilt: naturnahe Gartengestaltung, Nahrung, Deckung/Schutz und Nistmöglichkeiten. 
Dazu kommen sogenannte Muss- und Ausschluss-Kriterien. Von den Muss-Kriterien – Insektenvielfalt, Früchte/Samenstände, Nistmaterial oder wilde Ecke – sollten mindestens zwei in eurem Garten erfüllt sein. Bei den Ausschlusskriterien darf keines davon zum Einsatz kommen - dazu zählen Pestizideinsatz, Mähroboter und Laubbläser/sauger. 

Unkrautvlies mit Kies oder Rindenmulch ist nur für Wege oder Sitzplätze akzeptabel, da es die Bodenqualitätverschlechtert und Nistmöglichkeiten für Insekten zerstört. Mehr Informationen dazu findet ihr unter www.lbv.de.

Auszeichnung für private Gärten in Bayern

Nach eurer Bewerbung besucht eine ehrenamtliche Jury euren Garten. Die LBV-Gartenjury bewertet in einem Gespräch mit euch anhand eines Kriterienkatalogs die Vogelfreundlichkeit. Erfüllt ihr alle Kriterien, erhaltet ihr die Plakette „Vogelfreundlicher Garten“. Viel Spaß dabei!

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Willkommen, Vögel! So klappt's mit dem Nistkasten

Willkommen, Vögel! So klappt's mit dem Nistkasten
Der Frühling steht in den Startlöchern und unsere Gartenvögel gehen in die Familienplanung. Der LBV gibt Tipps zum Einmaleins von Nistkästen – von der richtigen Lage bis zur Pflege.
Das Bild zeigt eine Kohmeise, die aus dem Loch eines hölzernen Nistkastens schaut. Der Nistkasten in an einem Baum angebracht. Bild von Oliver Wittig, LBV.

Die Tage werden wieder länger und wärmer: Zeit unseren Gartenvögeln, geeignete Brutplätze zu bieten. Und das ist gar nicht so schwer. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) gibt euch Tipps zur Auswahl, der Platzierung und der Pflege von Nistkästen.

Spatz, Meise und Star

Vögel, die in der Natur Mauerspalten, Balken oder Dachvorsprünge zum Nestbau nutzen, brauchen halb offene Nistkästen. Klassische Höhlenbrüterkästen mit einem einzelnen Einflugloch werden gerne von verschiedenen Meisenarten, Feld- und Haussperling, Star oder Kleiber angenommen. Wenn ihr Kästen mit unterschiedlich großen Einfluglöchern aufhängt, gebt ihr unterschiedlichen Vogelarten die Möglichkeit zum Brüten. Und ein "Mehrfamilienhaus" braucht ihr, wenn ihr Spatzen eine Nisthilfe bieten wollt. Denn die kleinen Vögel brüten in Kolonien und haben gern ihre Verwandten um sich. Sie nehmen eure Nistkästen nur an, wenn mehrere davon nebeneinander hängen.

Die Lage ist wichtig

Damit Vögel sicher brüten können, ist die richtige Platzierung des Nistkastens entscheidend. Die meisten Vogelarten bevorzugen Nisthilfen in 1,5 bis drei Metern. Wichtig ist auch, dass die Einflugöffnung nach Osten oder Südosten zeigt. So heizt sich der Innenraum nicht zu sehr auf. Und selbstverständlich muss der Nistkasten gut befestigt sein, so dass er auch Sturm und Gewitter standhält.

Der Abstand zu Gebäudedächern oder Ästen sollte groß genug sein, damit Nesträuber keine Chance haben, von oben auf den Kasten zu springen. Ein Metallring um das Einflugloch hindert Spechte daran, die Öffnung größer zu hacken und so an die Brut zu gelangen. Spezielle Vorbauten schützen vor Eichhörnchen und Mardern.

Falls ihr bereits Nistkästen habt, dann solltet ihr diese dringend in den kommenden Tagen reinigen. Heißt: Altes Nistmaterial raus und nur mit Bürste und Wasser auswischen. Fertig. Wenn ihr das zeitlich nicht mehr schafft, dann einfach so lassen.

Naturnaher Garten und Balkon

Doch auch der beste Nistkasten hilft nichts, wenn das Umfeld nicht passt. Denn Vögel brauchen auch Nahrung und Versteckmöglichkeiten. Hier hilft ein naturnaher Garten oder auch ein naturnah gestalteter Balkon, der vielen Insekten anzieht. Hier braucht es wilden Ecken, Stauden und Sträucher.

„Schon ein paar heimische Wildstauden wie Flockenblume, Disteln, Wegwarte oder Königskerze können einen großen Effekt haben. Diese können auch auf dem Balkon angepflanzt werden und sind zudem schön anzusehen.“ 

LBV-Expertin Angelika Nelson.

Mehr Informationen und eine Anleitung, wie ihr Nisthilfen selbst herstellen könnt findet ihr auf den Internetseiten des Landesbund für Vogel- und Naturschutz www.lbv.de 


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Winterquartier für Amphibien im eigenen Garten anlegen

Winterquartier für Amphibien im Garten
Wenn die Nächte kühler werden, machen sich Amphibien auf die Suche nach einem sicheren, dunklen und vor allem frostgeschützten Winterquartier. Wir zeigen, wie ihr helfen könnt.
Foto von einer Erdkröte unter einer Baumwurzel. Die Erdkröte ist durch ihre braunen Farbtöne im Geäst gut getarnt.

Sicher und gemütlich: So wird der Garten zum Winterquartier für Amphibien

Die Nächte werden allmählich kühler und die Blätter fallen. Höchste Zeit also, um Pläne für einen gemütlichen Winter zu schmieden. Auch die Amphibien in unseren Gärten machen sich nun auf die Suche nach dunklen, feuchten und vor allem frostsicheren Verstecken als Winterquartier. Der LBV erklärt, wie wir unsere Gärten amphibienfreundlich gestaltet können.

„Gerade für Kröten und Molche kann die Winterquartiersuche rund um unsere Gebäude schnell lebensgefährlich werden. Kellerschächte und Gullys können Amphibienfallen sein, in welche die Tiere hineinfallen und nicht wieder herauskommen."

Dr. Andreas von Lindeiner, Amphibienexperte vom LBV

Die gute Nachricht: Diese Amphibienfallen können kostengünstig und leicht beseitigt werden. So können beispielsweise über Gullys oder Lichtschächte feine Gitter gelegt werden, damit die Amphibien nicht hineinfallen. In hohen Kelleraußentreppen oder Lichtschächten können mit rauen Brettern oder Seilen Kletterhilfen errichtet werden. Eine andere Möglichkeit ist natürlich auch immer die Treppe mit einem Brett zu versperren, sodass sich die Amphibien gar nicht erst verirren.

„Wohlfühlparadies“ für Amphibien schaffen

Wer den Amphibien bei der Suche nach einem geeigneten Winterquartier helfen möchte, kann dies im eigenen Garten ohne viel Mühe tun. Ausreichend Nahrung und natürliche Verstecke reichen den wechselwarmen Tieren vollkommen aus. So bieten Laub- oder Komposthaufen, Baumwurzeln, Erdlöcher, aber auch Trockenmauern, Totholzhaufen oder Benjeshecken ideale Verstecke für ganz unterschiedliche Amphibien.

Der Grasfrosch überwintert beispielsweise auch gerne am Grund von Gewässern. Daher ist es wichtig, dass ein Gartenteich eine Tiefe von mindestens einem Meter hat, um im Winter nicht komplett zuzufrieren.

Der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesverband für Vogel- und Naturschutz) empfiehlt, nach möglichen gefährlichen Stellen rund ums Haus zu schauen und diese zu entschärfen. 

Also vielleicht ein letztes Mal für dieses Jahr ab an die Gartenarbeit und dann können sich hoffentlich alle für den Winter einrichten!

Mehr Infos über den LBV: Über den LBV - Naturschutz seit 1909 - LBV

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Umweltfreundliche Grabpflege

Grabpflege für mehr Biodiveristät, Nachhaltige Grabpflege
Friedhöfe sind nicht nur Orte der Erinnerung, sondern auch wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Naturnahe Gestaltung fördert Artenvielfalt und verbessert das Stadtklima nachhaltig.
Der Protestantische Friedhof Augsburg engagiert sich für Artenvielfalt und Nachhaltigkeit. Foto: Daniel Kettemer

Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen

Ein Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer, Stille und der Erinnerung an liebe Menschen, sondern auch Lebensraum vieler Arten. Mit ihrer Flora und Fauna verbessern Friedhöfe das Stadtklima und bieten vielen Tierarten einen geschützten Lebensraum. So profitieren Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten, aber auch Vögel, Fledermäuse und Kleinsäugetiere wie Eichhörnchen von einer naturnahen Friedhofsgestaltung mit wenig versiegelter Fläche.

Biodiversität auf dem Friedhof

Grabbepflanzung und Pflege fördern Biodiversität und Naturschutz. Besonders heimische, insektenfreundliche Blumen, Stauden und Sträucher schaffen eine naturfreundliche Gestaltung.

Pflegeleicht sind vor allem mehrjährige, winterharte Pflanzen wie Glockenblumen, Efeu, Lavendel, Winterheide oder Lilien. Farbakzente setzen Christrosen, Grasnelken, Schlüsselblumen und Vergissmeinnicht, die zugleich reichlich Nektar für Insekten liefern. Inspiration bieten Kloster- und Bauerngärten, deren Pflanzen oft eine symbolische Bedeutung im Zusammenhang mit Trauer, Tod und Sterben tragen.

Torffreie Erde als Basis

Umweltschutz bei der Grabpflege beginnt mit der Wahl der richtigen Erde: Sie sollte torffrei sein. Der Torfabbau setzt große Mengen CO2 frei, die zuvor im Moor gebunden waren. Außerdem zerstört er Torfmoore, die vielen Tieren und Pflanzen als Lebensraum dienen. Torffreie Erde besteht aus Kompost, Rindenhumus und Holzfasern. Sie ist ebenso nährstoffreich und locker.

Langlebiger Grabschmuck

Ein Blick auf den Grabschmuck lohnt sich. Statt Plastik empfiehlt es sich, auf langlebige Materialien wie unbehandelte Naturstoffe für Gestecke, Töpfe und Dekorationen zu setzen. Ein Arrangement aus Strohkranz, Rinde, Tannenzweigen oder Zapfen passt zur Jahreszeit und hält länger. Es ist zudem nachhaltiger als Schnittblumen, die rasch welken und oft weite Transportwege hinter sich haben.

Heimische Blumen oder Fair Trade

Wer Schnittblumen verwendet, sollte heimische Blumen nutzen und auf ein Fairtrade-Siegel achten. Viele Schnittblumen reisen per Flugzeug aus Äthiopien oder Ecuador ein und verbrauchen dort kostbares Wasser, das knapp ist. Zudem wachsen sie unter massivem Pestizideinsatz, und meist schneiden Frauen sie ohne ausreichenden Schutz. Besser: mehrjährige Stauden pflanzen. Herbstastern oder Chrysanthemen blühen oft bis November und wirken auch zu Allerheiligen noch ansprechend. Auch mit nachfüllbaren Grablichtern aus Glas, palmölfreien Kerzen oder solarbetriebenen Lichtern lässt sich die Umwelt schonen.

Dieser Beitrag erschien bereits im Oktober 2023 und wurde aktualisiert.

 

Lesetipps:

Amalia Bergmann: Kein Grab wie jedes andere. Der Ratgeber für individuelle, moderne und nachhaltige Bestattungen. 11,99 Euro. Gern bestellen über buch7, den sozialen Buchhändler aus der Region: 
Die Erzdiözese München geht in der Broschüre "Fair bis zuletzt" auf Nachhaltigkeit bei der Bestattung ein: vom Grabstein bis zum Grabschmuck.

 

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Ein Zuhause für Igel im eigenen Garten schaffen

Ein Zuhause für Igel im eigenen Garten schaffen
Es gibt immer weniger Igel in unserer Region. Dabei ist es so einfach, ihnen durch den Winter zu helfen. Der LBV zeigt euch, wie ihr jetzt damit beginnen könnt.
Igel in der Natur. Bild von Alexas_Fotos auf pixabay

Im Spätsommer und Herbst bereitet sich der Igel auf den Winter vor. Das heißt, er geht in unseren Gärten und in den Parks der Stadt auf Nahrungssuche. Das gestaltet sich aber immer schwieriger für ihn, da die Insekten immer weniger werden und viele Gartenzäune für ihn unüberwindbar sind. In unseren Gärten können wir selbst aktiv werden und den stachligen Gartenbewohner unterstützen. Hier findet ihr ein paar Tipps vom bayerische Naturschutzverband LBV, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz.

Naturnahe Gärten sind das beste Buffet

Ab ungefähr November sucht der Igel viel Nahrung, um sich Speck für den Winterschlaf anzufressen. In einem naturnahen Garten findet er dafür reichlich Insekten wie Laufkäfern, Ohrwürmern oder Larven von Nachtschmetterlingen, aber auch Asseln oder Spinnen. Wenn ihr schwache Tiere seht, die vor allem später im Herbst noch tagsüber unterwegs sind und weniger als 500 Gramm wiegen, könnt ihr übergangsweise mit etwas Katzenfutter unterstützten. Informationen und Hilfe findet ihr unter www.igel-in-bayern.de.

„Einen großen Reisighaufen anlegen, auf Gift verzichten und Durchgänge im Zaun lassen - schon kleine Schritte helfen dem Igel.“ 

 

LBV-Igelexpertin Dr. Angelika Nelson

Laub ist Lebensraum – nicht Abfall

Für den Winter braucht der Igel ein sicheres Quartier. Und dafür sind große Laubhaufen am besten geeignet. Dafür reicht eine Schicht aus dicken und dünneren Zweigen, die mit weiteren Ästen "überdacht" wird, damit sie windgeschützt ist. Das Herbstlaub deshalb unbedingt im Garten lassen und nicht in Abfallsäcke stecken. Ihr könnt es auch im Hochbeet verteilen oder als Frostschutz unter die Hecke legen, denn es bieten noch vielen anderen Tieren einen wertvollen Lebensraum. Und mal ehrlich - das bunte Laub bringt auch ein paar schöne Farbtupfer in triste Herbstage.

Igelhaus selber bauen

Wer von euch handwerklich geschickt ist, der kann selbstverständlich auch ein Igelhaus für den Gast in seinem Garten bauen. Vielleicht zusammen mit den Kindern oder Freunden. Eine einfache Bauanleitung finde ihr unter www.lbv.de/igelburg.  Bitte isoliert das Versteck mit Laub und Reisig. Trockene Laubblätter trägt der Igel dann selbst hinein. Der Standort für das Haus sollte möglichst trocken sein und der Eingang am besten zur wetterabgewandten Seite ausgerichtet werdet.

Dem Igel Eintritt gewähren

Der schönste igelfreundliche Garten, vielleicht sogar mit eigenem Igelhaus, nützt dem kleinen Gartenbewohner allerdings nichts, wenn er nicht in den Garten hineinkommt. Es reicht einen etwa zehn mal zehn Zentimeter großer Durchgang in Bodennähe im Gartenzaun zu lassen. Da kann der Igel ohne Probleme den Garten betreten und wieder verlassen. Denn das Revier eines Igels reicht oft über mehrerer Gärten. Eine spezielle Igelpforte für einen Zaun findet ihr im LBV-Naturshop.  

Igel beobachten und zählen

Im August sind übrigens die meisten Jungtiere geboren worden und bis sie ein Quartier zum Überwintern gefunden haben, vielleicht ja in eurem Garten, sind sie viel mit ihren Müttern unterwegs. Das ist die beste Zeit, um die Igel zu beobachten und zu zählen. Auch in diesem Jahr gibt es die bundesweite Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“. Eure Beobachtungen könnt ihr noch bis zum 29.September unter www.igel-in-bayern.de eintragen. Neben Ort und Datum sind auch Angaben zum Zustand der Tiere, etwa ob sie lebendig oder tot gefunden wurden, hilfreich.

 

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Wilder Stadtgarten - Verkauf heimischer Wildstauden – Seit 2024 verkauft Karin Haslbeck durch "Wilder Stadtgarten" nachhaltig produzierte, heimische Wildstauden, die euch dabei helfen euren Garten naturnah und insektenfreundlich umzugestalten!
Insektenvielfalt im Garten und auf dem Balkon – Die Insektenrangerin Tine Klink gibt euch Tipps für naturnahe Gärten und Balkone. Lest, wir ihr eure grünen Oasen zum Summen bringt.
Arbeitskreis Urbane Gärten - Forum der Lokalen Agenda – Der Arbeitskreis Urbane Gärten ist ein Zusammenschluss von Gemeinschaftsgärten, der mehr Grün und Artenvielfalt die Stadt bringt.
 

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Gärtnern
Klimaschutz

Wilder Stadtgarten - Verkauf heimischer Wildstauden

Seit 2024 verkauft Karin Haslbeck durch "Wilder Stadtgarten" nachhaltig produzierte, heimische Wildstauden, die euch dabei helfen euren Garten naturnah und insektenfreundlich umzugestalten!

WilderStadtgarten
Beim Bahnhof Biburg 1
86356 Neusäß
Deutschland

Karin Haslbeck WilderStadtgarten

Karin Haslbecks Mission: Nachhaltig produzierte und heimische Wildstauden in eure Gärten bringen, um die pflanzliche Vielfalt der Umgebung zu stärken und Insekten, wie Wildbienen und Schmetterlingen mehr Lebensraum zu bieten. Mit ihrem Projekt "Wilder Stadtgarten" unterstützt sie die naturnahe Umgestaltung eurer Gärten und versorgt euch ganz einfach mit heimischen Stauden. Kein Garten? Kein Problem! Die heimischen Wildstauden eignen sich auch gut für Balkonbepflanzung!
Auf die Idee, insektenfreundliche Stauden anzubieten kam Karin Haslbeck, weil sie selbst ihren Garten über die vergangenen Jahre sehr naturnah umgestaltet hat. Dabei lernte sie, worauf es ankommt und wie wichtig es ist, diese Form des Gärtnerns zu fördern. Strukturen wie Totholzhaufen und Blumenwiesen eignen sich besonders gut die pflanzliche, aber auch die tierische Artenvielfalt zu erhöhen – besonders mit einheimischen Wildpflanzen und Wildstauden.

Futter für heimische Insekten

Mit "Wilder Stadtgarten" verkauft Karin Haslbeck nachhaltig produzierte Wildstauden aus torffreiem Substrat, ohne Pestizide und aus ausgewähltem zertifiziertem, gebietsheimischem Saatgut. Die Pflanzen bieten reichlich Nektar und Pollen für Wildbienen und Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen.
Durch das Pflanzen heimischer Wildstauden könnt ihr als Garten- oder Balkonbesitzer*innen viel für den Artenschutz und gegen das Insektensterben tun. Auch bedrohte Vögel und Igel fühlen sich in naturnahen Gärten einfach wohler.
Die Pflanzen sind in Kategorien eingeteilt und verraten bereits im Namen, wo sie gerne wachsen. Sonnenanbeter gedeihen auf mageren, trockenen und sonnigen Plätzen. Pflanzen der Kategorie Feuchtwiese fühlen sich am Teichrand wohl. Daneben gibt es Hitzehelden, Wilde Wiese und Schattenliebhaber. Jede Pflanze kostet 4 Euro und kann in der Gärtnerei in Biburg abgeholt werden.

"Viele einfach angelegte Lebensräume im Garten können die Artenvielfalt enorm steigern. Unvergessliche Naturbeobachtungen sind euch als Belohnung garantiert!"

 Karin Haslbeck, Inhaberin Wilder Stadtgarten

Info

  • Verkaufsstand: Beim Bahnhof Biburg 1, 86356 Neusäß
  • geöffnet samstags von 9:30 – 14:00 Uhr

  • Nur Selbstabholung, kein Versand möglich
  • In München (Stadt): Kostenfreie Auslieferung ab einer Bestellmenge von mindestens 25 Pflanzen möglich nach Vorbestellung/vorheriger Kontaktaufnahme
  • Weitere Informationen und einen Überblick über das Sortiment unter www.WilderStadtgarten.de
  • Für mehr Infos zum naturnahen Gärtnern, lest auch das Interview mit Insektenranterin Tine Klink: Du kannst die Welt nicht komplett retten, aber... einen Garten anlegen
Öffnungszeiten
Wochentag Uhrzeit
Sa 10:00 – 14:00 Uhr


Ökologischer Anbau mit Permakultur

Ökologischer Anbau mit Permakultur
Im Sommer kann man auf Schloss Blumenthal Landwirtschaft nach dem Prinzip der Permakultur erlernen. Organisatorin Julia Baus verrät im Interview, wie dieser ökologische Ansatz funktioniert.
Ernte von Rüben

Die industrielle Landwirtschaft kommt mit ihren Methoden an ihre Grenzen und hat kaum Rezepte für die wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel. Die Permakultur bietet Ansätze, auch unter schwierigen Bedingungen Land zu bewirtschaften – auf nachhaltige Weise. 

In einem Workshop, der im August stattfindet, könnt ihr lernen, wie das gelingen kann. Wir haben Julia Baus, Mitgründerin des Gemeinschaftsprojekts Schloss Blumenthal und verantwortlich für die Gestaltung der Außenanlagen, gefragt, was sich hinter dieser Anbauweise verbirgt.

Julia, kannst du in kurzen Worten erklären, was Permakultur bedeutet?

Oh - das ist ein weites Feld für wenige Worte ...

Permakultur ist der Versuch, alle Muster, Kreisläufe und Zusammenhänge in der Natur zu verstehen und im Gartenbau oder der Landwirtschaft – also überall dort, wo wir Land ‚bearbeiten‘– in das Design miteinzubeziehen und mit diesen Mustern und Zusammenhängen zu arbeiten, sie nachzuahmen, statt gegen sie zu arbeiten.

Mit Permakultur können wir ausgelaugte Böden wieder fruchtbar machen, dem Grundwasserrückgang entgegenwirken und sowohl den Auswirkungen als auch den Ursachen des Klimawandels entgegentreten.

Klingt abstrakt, hast du ein Beispiel für uns?

Ein ganz einfaches Beispiel ist das Mulchen: In der Natur fallen abgestorbene Pflanzenteile zu Boden, beschatten diesen und  schützen ihn vor Überhitzung und Austrocknung. Ebenso unterdrücken der Mulch das Auflaufen von Konkurrenten. Wenn der Mulch verrottet, werden die Bodenlebewesen ernährt und es entsteht nährstoffreicher Humus, der wiederum die Pflanzen ernährt. Wenn ich also auf meinem Gemüsefeld Erntereste und entfernte Beikräuter an Ort und Stelle liegen lasse, habe ich weniger Arbeit und tue dem Boden und meinen Kulturen Gutes damit.

Ein weiteres Vorgehen ist etwa das Anlegen eines Hügelbeets mit der Längsseite in Nord-Süd-Richtung. Daraus resultiert, dass die langen Seiten des Hügels in den kühleren Morgen- und Abendstunden mehr Sonnenlicht und Wärme einfangen, als in der heißen Mittagszeit. Damit herrscht auf dem Beet ein ausgewogeneres Kleinklima und die Pflanzen haben weniger Hitzestress. Zudem habe ich keinen Stress mit dem Gießen. Genial, oder?

Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Ist es das, was dich so sehr an der Permakultur begeistert?

Die Arbeitserleichterung die damit zum Teil einhergeht ist natürlich toll. Aber eigentlich ist es vielmehr das genaue Beobachten, das lebenslange Lernen, und das Arbeiten mit der Natur was mich so fasziniert. Und vor allem das Prinzip Hoffnung!

Wie meinst du das?

Es ist das positive Gefühl in dieser Sichtweise, das mich bewegt: Wenn sich in meinem Beet ein Schädling gerade pudelwohl fühlt und ausbreitet, bin ich entspannt, weil ich darauf vertrauen kann, dass in der Folge ein Gegenspieler das Feld betritt und sich darum kümmert.

Es ist ein wesentlich freudvolleres Erlebnis, Beikraut als Mulch umzunutzen, statt im Beikraut einen Kontrahenten zu sehen, den ich ausreißen, abtransportieren und ausmerzen muss.

Es sind unglaublich heilsame Erfahrungen zu sehen, wie ein kaputter Boden von Jahr zu Jahr wieder lebendiger wird oder wie ich in Zeiten des Klimawandels ohne Gießen auskommen kann! Das sind die Erfahrungen, die mich persönlich total aufrichten und mir helfen. Das ist gerade heute so wichtig, wo so viel schlechte Nachrichten auf uns einprasseln und wir vor so großen Aufgaben stehen.

Ich habe das tolle Gefühl, dass auf dem Stück Land, das ich gerade bearbeite, nur Gutes für das Bodenbiom geschieht: Der Regen wird optimal in die Tiefe geführt und gespeichert und ich bekomme so gesundes Gemüse oder einen Park mit Biotop-Charakter.

Das ist für mich persönlich sinnstiftender und hoffnungsvoller, als sich über zerstörerische Bearbeitungstechniken in der industriellen Landwirtschaft oder die kaputten Preise für Lebensmittel auf dem Weltmarkt die Haare zu raufen.

Dann ist Permakultur die Lösung all unserer Probleme?

Ja, wenn sie von jetzt an überall praktiziert würde, wäre das ein guter Weg – davon bin ich überzeugt. Natürlich ist das nicht realistisch, aber es ist definitiv der richtige Weg, um die Bearbeitung von Land neu zu denken und den Anforderungen unserer Zeit zu begegnen. Auch im Kleinen – sei es der eigene Garten, Balkon oder Gemeinschaftsacker. Denn die Methoden der Permakultur sind denkbar einfach und kostengünstig.

Der Experte für Permakultur Warren Brush erzielt in seinen Projekten die größten Erfolge in den Gebieten der Erde mit den schwierigsten Bedingungen – und das mit einfachen Mitteln: So legt er etwa mit Schaufeln und Baggern einen so genannten „Swale“ an, um die geringen Niederschläge optimal zu lenken oder pflanzt über eine Feldkultur zunächst beschattende Bäume.

Auf diese Weise konnte er schon vielen Menschen in prekären Ernährungssituationen helfen, sich selbst zu helfen. Dazu schaut er sich mit den Menschen vor Ort ihr Land genau und nimmt dann mit ihnen gemeinsam kleine Modifikationen in ihrer Landwirtschaft vor. Diese Erfolge sollten uns allen Mut machen!

 

Termin: Permakultur-Workshop mit Warren Brush 

Auch 2025 kommt Warren Brush für einen Permakultur-Workshop nach Blumenthal. Bei dem zehntägigen Workshop (vom 11.8. bis 24.8.2025) handelt es sich um die Grundausbildung Permakultur Design (PCD), bei der auch noch weitere Referent*innen dabei sind. Details zum Kurs findet ihr hier.

 

Das Interview entstand bereits 2024, der Hinwei auf den Termin wurde ergänzt im Mai 2025.

Info:

Der Begriff "Permakultur" wurde in den 1970er Jahren von den australischen Umweltaktivisten Bill Mollison und David Holmgren geprägt. Er setzt sich aus den Wörtern "permanent" und "Kultur" zusammen und beschreibt eine nachhaltige Form der Landnutzung, die sich an natürlichen Ökosystemen orientiert. Die Permakultur verfolgt das Ziel, langfristig produktive agrarische Systeme zu schaffen, die ökologisch verträglich, sozial gerecht und ökonomisch sinnvoll sind.

 

Mehr zum Workshop findet ihr auf der Seite von Schloss Blumenthal.

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Biohof Emersacker - Im Landkreis Augsburg baut Biobauer Martin Hesch auf einer Fläche von etwa 3,6 Hektar saisonale Produkte an und zieht die Jungpflanzen selbst im Gewächshaus vor. Es gibt über 50 alte Tomatensorten und der Permakulturgarten kann besichtigt werden.

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Artenfächer: Wildpflanzen im Garten - Wolltet ihr schon immer wissen, welche Wildpflanzen so in eurem Garten wachsen und wozu sie gut sind? Das erfahrt ihr im Artenfächer "Heimische Wildpflanzen im Garten".

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Eine Blumenwiese im Frühling mit Löwenzahn und Gänseblümchen. Foto Katrin Jacob

LBV ruft zum Aktionsmonat auf

Der Frühling ist da und die Pflanzen wachsen wieder! Und damit auch der Wunsch von vielen Gartenbesitzer*innen so schnell wie möglich den Rasen zu mähen. Damit werden aber wichtige Nahrungsquellen für Schmetterlinge, Wildbienen und Co. vernichtet.

Deshalb ruft der bayerische Naturschutzverband Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) Gartenbesitzer*innen auf, im Monat Mai der Rasenmäher im Schuppen und die Pflanzen wachsen zu lassen. Das bietet nicht nur den Insekten einen Lebensraum mit ausreichend Nahrung sondern auch den Besitzer*innen die Möglichkeit im Garten einfach mal die Beine hochzulegen und zu relaxen. 

„Wer bis Ende Mai auf das Mähen verzichtet, schafft sich selbst nicht nur mehr freie Zeit. Ungemähte Rasenflächen bieten wichtigen Lebensraum für Wildblumen und Insekten. Löwenzahn und Weißklee locken beispielsweise Schmetterlinge und Wildbienen an, die den Nektar und die Pollen brauchen, Brennnesseln werden von einigen Schmetterlingen zur Eiablage genutzt. Auch Vögel profitieren von den Insekten und Samen.“ 

 

LBV-Biologin Tarja Richter

Kleine Maßnahmen - große Wirkung

Auch private Gärten in der Stadt sind lebenswichtig für Insekten und Vögel. Sie allein machen in Bayern, nach Auskunft des LBV, etwas zwei Prozent der gesamten Fläche aus. Die Besitzer*innen können gerade hier einen wichtigen Beitrag für die Natur leisten.  Nicht nur der Verzicht aufs Rasenmähen oder die Verlängerung der Mähintervalle ist dabei wichtig, auch kleine Bereiche mit Totholz, Hecken oder andere Versteck- und Brutmöglichkeiten helfen viel.

Und wenn dann Rasenmähen wieder auf dem Programm steht, dann solltet ihr bitte auf den Einsatz von Mährobotern verzichten. Sie töten nicht nur Insekten sondern können auch Igel schwer verletzen oder gar töten. Am Besten geeignet für alle wäre das Mähen mit einer Sense. Sie ist Insektenfreundlicher und sportlicher. 

Und vielleicht könnt ihr auf dem Rasen in eurem Garten auch ein bisschen Platz ein kleine ganzjährig blühenden Insel für die Mitbewohner des Gartens lassen.

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Hirblingen pflanzt Naschhecke am Ortseingang

Hirblingen pflanzt Naschhecke am Ortseingang
Die Ortseinfahrt in Hirblingen hat sich verändert. Künftig könnt ihr euch dort an Stachelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren erfreuen.
Arbeiter der Stadt Gersthofen in roten Montur bewundern die kleine Strauchpflanzen, die frisch gepflanzt worden sind. Foto: Stadt Gersthofen, Wera v. Witzleben

Naschhecke und Biotop

 

Hirblingen begrüßt künftig seine Bewohner*innen und Besucher*innen nicht nur mit einer neuen Straßenführung, sondern auch mit einer langen Naschhecke aus Stachelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren in verschiedenen Sorten. In den kommenden Jahren könnt ihr dann dort gern die Früchte für den Eigenbedarf ernten. Um die Wurzeln der neuen Büsche und Bäume zu schützen, wurde keine Blumenwiese angelegt. Eine aufgestellte Bank lädt zudem zum Ausruhen ein.

 

Gegenüber der Naschhecken wurde ein Biotop angelegt. Hier kann sich künftig Regenwasser sammeln. Verteiltes Totholz bietet Lebensraum für Kleintiere und Insekten. Auch pflegeleichte Apfel- und Walnussbäume sollen dort in Zukunft Früchte tragen. An der Straße selbst markieren Säuleneichen, Säulenpappeln und Säulenbirken den Straßenlauf.

„Wir hatten hier relativ freie Hand und wollten einen grünen Ortseingang schaffen, der nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch der Natur Raum gibt und zum Verweilen einlädt." 

 

Jürgen Heichel Tiefbau der Stadt Gersthofen.

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