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Umweltschutz & Ökologie

Willkommen, Vögel! So klappt's mit dem Nistkasten

Der Frühling steht in den Startlöchern und unsere Gartenvögel gehen in die Familienplanung. Der LBV gibt Tipps zum Einmaleins von Nistkästen – von der richtigen Lage bis zur Pflege.
Das Bild zeigt eine Kohmeise, die aus dem Loch eines hölzernen Nistkastens schaut. Der Nistkasten in an einem Baum angebracht. Bild von Oliver Wittig, LBV.

Die Tage werden wieder länger und wärmer: Zeit unseren Gartenvögeln, geeignete Brutplätze zu bieten. Und das ist gar nicht so schwer. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) gibt euch Tipps zur Auswahl, der Platzierung und der Pflege von Nistkästen.

Spatz, Meise und Star

Vögel, die in der Natur Mauerspalten, Balken oder Dachvorsprünge zum Nestbau nutzen, brauchen halb offene Nistkästen. Klassische Höhlenbrüterkästen mit einem einzelnen Einflugloch werden gerne von verschiedenen Meisenarten, Feld- und Haussperling, Star oder Kleiber angenommen. Wenn ihr Kästen mit unterschiedlich großen Einfluglöchern aufhängt, gebt ihr unterschiedlichen Vogelarten die Möglichkeit zum Brüten. Und ein "Mehrfamilienhaus" braucht ihr, wenn ihr Spatzen eine Nisthilfe bieten wollt. Denn die kleinen Vögel brüten in Kolonien und haben gern ihre Verwandten um sich. Sie nehmen eure Nistkästen nur an, wenn mehrere davon nebeneinander hängen.

Die Lage ist wichtig

Damit Vögel sicher brüten können, ist die richtige Platzierung des Nistkastens entscheidend. Die meisten Vogelarten bevorzugen Nisthilfen in 1,5 bis drei Metern. Wichtig ist auch, dass die Einflugöffnung nach Osten oder Südosten zeigt. So heizt sich der Innenraum nicht zu sehr auf. Und selbstverständlich muss der Nistkasten gut befestigt sein, so dass er auch Sturm und Gewitter standhält.

Der Abstand zu Gebäudedächern oder Ästen sollte groß genug sein, damit Nesträuber keine Chance haben, von oben auf den Kasten zu springen. Ein Metallring um das Einflugloch hindert Spechte daran, die Öffnung größer zu hacken und so an die Brut zu gelangen. Spezielle Vorbauten schützen vor Eichhörnchen und Mardern.

Falls ihr bereits Nistkästen habt, dann solltet ihr diese dringend in den kommenden Tagen reinigen. Heißt: Altes Nistmaterial raus und nur mit Bürste und Wasser auswischen. Fertig. Wenn ihr das zeitlich nicht mehr schafft, dann einfach so lassen.

Naturnaher Garten und Balkon

Doch auch der beste Nistkasten hilft nichts, wenn das Umfeld nicht passt. Denn Vögel brauchen auch Nahrung und Versteckmöglichkeiten. Hier hilft ein naturnaher Garten oder auch ein naturnah gestalteter Balkon, der vielen Insekten anzieht. Hier braucht es wilden Ecken, Stauden und Sträucher.

„Schon ein paar heimische Wildstauden wie Flockenblume, Disteln, Wegwarte oder Königskerze können einen großen Effekt haben. Diese können auch auf dem Balkon angepflanzt werden und sind zudem schön anzusehen.“ 

LBV-Expertin Angelika Nelson.

Mehr Informationen und eine Anleitung, wie ihr Nisthilfen selbst herstellen könnt findet ihr auf den Internetseiten des Landesbund für Vogel- und Naturschutz www.lbv.de 


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