Ausflüge

Walkable City – Die Fugger in Augsburg

Wer in Augsburg lebt oder die Stadt besucht, der kommt an einem Mann nicht vorbei – Jakob Fugger. Diese Walkable City Tour führt euch durch sein Schaffen, das bis heute von Bedeutung ist.
Das Bild zeigt eine Außenansicht des Fugger Stadtpalastes mit geparkten Autos im Vordergrund. Bild von der Regio Tourismus Augsburg

Seit dem 14. Jahrhundert wirkt die Familie Fugger in und für Augsburg. Der berühmteste Sohn der Familie, Jakob Fugger "der Reiche", wurde mit seiner Idee der Verbindung von Waren- und Finanzgeschäften zum erfolgreichsten Bankier seiner Zeit. Bis heute wirkt sein Vermächtnis nach, wie etwa in der ersten Sozialsiedlung der Welt: die Fuggerei. Dieser Geschichte könnt ihr könnt ihr mit dieser Tour nach unseren Vorschlägen erlaufen – entweder selbstständig oder auch mit einer Führung der Regio Tourismus Augsburg – vielleicht in der traditionellen Kleidung der Zeit? 

Tour-Stationen zur Geschichte der Familie Fugger

1. Die Fuggerei

Wenn ihr nach einem Gang durch die Straßen der Fuggerei, vorbei an den Wohnhäusern und kleinen Gärten am Brunnen im Zentrum der Siedlung verweilt, dann schließt doch mal für einen Augenblick die Augen. Vielleicht spürt ihr den Geist der Menschen, die seit Jahrhunderten hier ein Zuhause gefunden haben. Jakob Fugger und seine Brüder Ulrich und Georg gründeten 1521 diese Sozialsiedlung und gaben so den Bürger*innen Stadt etwas von ihrem Reichtum. Die älteste Sozialsiedlung der Welt gibt bis heute 150 bedürftigen Augsburger*innen katholischen Glaubens für eine Jahreskaltmiete von 0,88 Euro und drei Gebeten am Tag ein Zuhause. Vier Museum geben Einblick in die Geschichte der Fuggerei und das Leben in der Siedlung. Sie ist größtenteils barrierefrei und wenn ihr ein bisschen Zeit mitbringt, dann kommen die Bewohner*innen bestimmt gern mit euch ins Gespräch. 

Fuggerei, Foto Katrin Jacob

2. Die Fugger-Kapelle St. Anna

Die Kirche St. Anna ist Deutschlands erster Sakralbau im Stil der italienischen Renaissance. Sie ist ebenfalls von Jakob Fugger und seinen Brüdern durch den Stiftungsbrief von 1521 in Auftrag gegeben worden. Die drei Brüder haben in der Gruft unter dieser Kapelle ihren letzte Ruhe gefunden. Doch nicht nur die Architektur wird euch beeindrucken. Auch die Kunstwerke von Hans Burgkmair, Hans Daucher und Albrecht Dürer allein sind es wert, der ehemalige katholische Kirche, die in Folge der Reformation erst evangelisch wurde, einen Besuch abzustatten. 
Auch die Fugger investierten also in Kunst und Kultur und wirkten damit damals schon nachhaltig.

Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski

3. St. Moritz - Die Familienkirche der Fugger

Mitten im Zentrum von Augsburg, am Moritzplatz, steht die St. Moritz Kirche. Sie liegt in direkter Nachbarschaft des Geburtshauses von Jakob Fugger und wurde von der Familie regelmäßig besucht. Um mehr Mitsprache bei den Predigten zu erhalten, verfügten die Brüder ebenfalls 1521 die St.-Moritz-Prädikaturstiftung. Sie finanzierte eine Predigerstelle, verbunden mit dem Vorschlagsrecht für die Priester. Die zurückgenommene einfache Gestaltung der Kirche lässt die quirlige Stadt im wahrsten Sinne des Wortes vor den Toren. Stille und Helle empfängt euch und ihr könnt ganz bei euch sein. Im Zentrum steht die Skulptur des Christus Salvator von Bildhauer Georg Petel in den Jahren 1631/32 geschaffen. Und wenn ihr euch aufmerksam im inneren Eingang umschaut, entdeckt ihr das Lilienwappen der Familie Fugger in Stein gehauen. 

Das Bild zeigt den Innenraum der Kirche St. Moritz. Im Zentrum des Bildes steht die Skulptur des Christus Salvator von Bildhauer Georg Petel. Das Foto stammt von der offiziellen Website der Kirche www.moritzkirche.de

4. Das Fugger und Welser Erlebnismuseum

Im Äußeren Pfaffengässchen 23 steht ein besonderes Museum. Das Fugger und Welser Erlebnismuseum erklärt euch multimedial die Zusammenhänge von Wirtschaft, Globalisierung, Unternehmensstrategien und Arbeitswelten in der Zeit der Unternehmens- und Bankiersfamilien und vergleicht sie mit der Ökonomie der Gegenwart. 
Dabei wird die Arbeit der beiden bedeutenden Kaufmannsfamilien durchaus kritisch beleuchtet. Erlebnisstationen erwecken die Vergangenheit zum Leben. So könnt ihr eine fiktive Unterhaltung von Jakob Fugger "dem Reichen" und Bartholomäus V. Welser verfolgen. Besonders hervorzuheben ist die gelebte Inklusion im Museum. Hier können auch Menschen mit Handicap Geschichte erleben, beispielsweise bei der Führung "Unter der Haube". Unser Tipp: Macht auch einen kleinen Spaziergang durch den Garten des Museums.

Das Bild zeigt die Rosen im Garten vor dem Fugger und Welser Erlebnismuseum. Bild Regio Augsburg Tourismus GmbH

Die Fugger im Augsburger Stadtbild

Egal wo man sich in Augsburg befindet, man trifft immer auf Jakob Fugger und seine Familie. In so gut wie allen Museen der Stadt finden sich Gemälde die Mitglieder der Familie zeigen. Skulpturen, Kunsthandwerk und diverse weitere Exponate aus der Zeit der Fugger sind vor allem im Maximilianmuseum und Diözesanmuseum St. Afra zu sehen. Und auch wenn ihr nur einen Bummel durch die Innenstadt macht oder auf einem der Plätze an den Brunnen der Stadt verweilt, seid ihr von der Familie Fugger umgeben. Der ehemalige Stadtbaumeister Octavian Secundus Fugger holte die Brunnenfiguren der Augustus-, Merkur- und Herkulesbrunnen in die Stadt. Heute gehören die Monumentalbrunnen zum UNESCO-Welterbe „Augsburger Wassermanagement-System“.

 

Jubiläumsjahr Jokob Fugger 2025

2025 ehrt Augsburg ihren großen Sohn Jakob Fugger zu seinem 500. Todestag. Noch bis ins Frühjahr 2026 hinein finden unterschiedliche Veranstaltungen statt, die das Leben und das Wirken des bedeutenden Geschäftsmanns, Stifters und „Kaisermachers“ beleuchten. 

Augustus-Brunnen, Augsburg, UNESCO Welterbe, Foto: Cynthia Matuszewski

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