Ein Zuhause für Igel im eigenen Garten schaffen
Im Spätsommer und Herbst bereitet sich der Igel auf den Winter vor. Das heißt, er geht in unseren Gärten und in den Parks der Stadt auf Nahrungssuche. Das gestaltet sich aber immer schwieriger für ihn, da die Insekten immer weniger werden und viele Gartenzäune für ihn unüberwindbar sind. In unseren Gärten können wir selbst aktiv werden und den stachligen Gartenbewohner unterstützen. Hier findet ihr ein paar Tipps vom bayerische Naturschutzverband LBV, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz.
Naturnahe Gärten sind das beste Buffet
Ab ungefähr November sucht der Igel viel Nahrung, um sich Speck für den Winterschlaf anzufressen. In einem naturnahen Garten findet er dafür reichlich Insekten wie Laufkäfern, Ohrwürmern oder Larven von Nachtschmetterlingen, aber auch Asseln oder Spinnen. Wenn ihr schwache Tiere seht, die vor allem später im Herbst noch tagsüber unterwegs sind und weniger als 500 Gramm wiegen, könnt ihr übergangsweise mit etwas Katzenfutter unterstützten. Informationen und Hilfe findet ihr unter www.igel-in-bayern.de.
„Einen großen Reisighaufen anlegen, auf Gift verzichten und Durchgänge im Zaun lassen - schon kleine Schritte helfen dem Igel.“
LBV-Igelexpertin Dr. Angelika Nelson
Laub ist Lebensraum – nicht Abfall
Für den Winter braucht der Igel ein sicheres Quartier. Und dafür sind große Laubhaufen am besten geeignet. Dafür reicht eine Schicht aus dicken und dünneren Zweigen, die mit weiteren Ästen "überdacht" wird, damit sie windgeschützt ist. Das Herbstlaub deshalb unbedingt im Garten lassen und nicht in Abfallsäcke stecken. Ihr könnt es auch im Hochbeet verteilen oder als Frostschutz unter die Hecke legen, denn es bieten noch vielen anderen Tieren einen wertvollen Lebensraum. Und mal ehrlich - das bunte Laub bringt auch ein paar schöne Farbtupfer in triste Herbstage.
Igelhaus selber bauen
Wer von euch handwerklich geschickt ist, der kann selbstverständlich auch ein Igelhaus für den Gast in seinem Garten bauen. Vielleicht zusammen mit den Kindern oder Freunden. Eine einfache Bauanleitung finde ihr unter www.lbv.de/igelburg. Bitte isoliert das Versteck mit Laub und Reisig. Trockene Laubblätter trägt der Igel dann selbst hinein. Der Standort für das Haus sollte möglichst trocken sein und der Eingang am besten zur wetterabgewandten Seite ausgerichtet werdet.
Dem Igel Eintritt gewähren
Der schönste igelfreundliche Garten, vielleicht sogar mit eigenem Igelhaus, nützt dem kleinen Gartenbewohner allerdings nichts, wenn er nicht in den Garten hineinkommt. Es reicht einen etwa zehn mal zehn Zentimeter großer Durchgang in Bodennähe im Gartenzaun zu lassen. Da kann der Igel ohne Probleme den Garten betreten und wieder verlassen. Denn das Revier eines Igels reicht oft über mehrerer Gärten. Eine spezielle Igelpforte für einen Zaun findet ihr im LBV-Naturshop.
Igel beobachten und zählen
Im August sind übrigens die meisten Jungtiere geboren worden und bis sie ein Quartier zum Überwintern gefunden haben, vielleicht ja in eurem Garten, sind sie viel mit ihren Müttern unterwegs. Das ist die beste Zeit, um die Igel zu beobachten und zu zählen. Auch in diesem Jahr gibt es die bundesweite Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“. Eure Beobachtungen könnt ihr noch bis zum 29.September unter www.igel-in-bayern.de eintragen. Neben Ort und Datum sind auch Angaben zum Zustand der Tiere, etwa ob sie lebendig oder tot gefunden wurden, hilfreich.
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