Umweltfreundliche Grabpflege
Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen
Ein Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer, Stille und der Erinnerung an liebe Menschen, sondern auch Lebensraum vieler Arten. Mit ihrer Flora und Fauna verbessern Friedhöfe das Stadtklima und bieten vielen Tierarten einen geschützten Lebensraum. So profitieren Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten, aber auch Vögel, Fledermäuse und Kleinsäugetiere wie Eichhörnchen von einer naturnahen Friedhofsgestaltung mit wenig versiegelter Fläche.
Biodiversität auf dem Friedhof
Grabbepflanzung und Pflege fördern Biodiversität und Naturschutz. Besonders heimische, insektenfreundliche Blumen, Stauden und Sträucher schaffen eine naturfreundliche Gestaltung.
Pflegeleicht sind vor allem mehrjährige, winterharte Pflanzen wie Glockenblumen, Efeu, Lavendel, Winterheide oder Lilien. Farbakzente setzen Christrosen, Grasnelken, Schlüsselblumen und Vergissmeinnicht, die zugleich reichlich Nektar für Insekten liefern. Inspiration bieten Kloster- und Bauerngärten, deren Pflanzen oft eine symbolische Bedeutung im Zusammenhang mit Trauer, Tod und Sterben tragen.
Torffreie Erde als Basis
Umweltschutz bei der Grabpflege beginnt mit der Wahl der richtigen Erde: Sie sollte torffrei sein. Der Torfabbau setzt große Mengen CO2 frei, die zuvor im Moor gebunden waren. Außerdem zerstört er Torfmoore, die vielen Tieren und Pflanzen als Lebensraum dienen. Torffreie Erde besteht aus Kompost, Rindenhumus und Holzfasern. Sie ist ebenso nährstoffreich und locker.
Langlebiger Grabschmuck
Ein Blick auf den Grabschmuck lohnt sich. Statt Plastik empfiehlt es sich, auf langlebige Materialien wie unbehandelte Naturstoffe für Gestecke, Töpfe und Dekorationen zu setzen. Ein Arrangement aus Strohkranz, Rinde, Tannenzweigen oder Zapfen passt zur Jahreszeit und hält länger. Es ist zudem nachhaltiger als Schnittblumen, die rasch welken und oft weite Transportwege hinter sich haben.
Heimische Blumen oder Fair Trade
Wer Schnittblumen verwendet, sollte heimische Blumen nutzen und auf ein Fairtrade-Siegel achten. Viele Schnittblumen reisen per Flugzeug aus Äthiopien oder Ecuador ein und verbrauchen dort kostbares Wasser, das knapp ist. Zudem wachsen sie unter massivem Pestizideinsatz, und meist schneiden Frauen sie ohne ausreichenden Schutz. Besser: mehrjährige Stauden pflanzen. Herbstastern oder Chrysanthemen blühen oft bis November und wirken auch zu Allerheiligen noch ansprechend. Auch mit nachfüllbaren Grablichtern aus Glas, palmölfreien Kerzen oder solarbetriebenen Lichtern lässt sich die Umwelt schonen.
Dieser Beitrag erschien bereits im Oktober 2023 und wurde aktualisiert.
Lesetipps:
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Die Erzdiözese München geht in der Broschüre "Fair bis zuletzt" auf Nachhaltigkeit bei der Bestattung ein: vom Grabstein bis zum Grabschmuck.
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