Gärtnern
Klimaschutz

Gärtnern geht auch torffrei

Wir stellen euch praktische Tipps vor, wie ihr beim Gärtnern ganz einfach auf Torf verzichtet – und damit aktiv zum Klimaschutz beitragt. Denn torffreies Gärtnern ist einfacher als gedacht.
Kleine Pflanze im Topf, Bild von congerdesign auf Pixabay.com/de

Torf wird durch die Ablagerung nicht vollständig zersetzter Pflanzenbiomasse in Mooren gebildet. Diese Moorböden bedecken knapp drei Prozent der Landfläche der Erde und sind sehr kohlenstoffreich. Sie binden doppelt so viel Kohlenstoff wie sämtliche Wälder auf Welt zusammen. Somit sind Moorböden die mächtigsten Kohlenstoffspeicher, die wir haben. 

Ursprünglich waren 5 Prozent Deutschlands von natürlichen Mooren bedeckt, das sind etwa 1,8 Millionen Hektar. Heute gelten davon 95 Prozent als zerstört. Das sorgt dafür, dass wichtige Lebensräume seltener Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. Menschliche Einflüsse wie Land- und Forstwirtschaft, Infrastruktur und Torfabbau sorgen dafür, dass der Flächenanteil immer weiter zurückgeht. Zudem wird beim Abbau des Rohstoffs in kurzer Zeit besonders viele CO2-Emissionen freigesetzt, was die Erderwärmung vorantreibt.

Mit dem bewussten Verzicht auf torfhaltige Erde könnt ihr somit einen wertvoller Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. 

So gelingt torffreies Gärtnern

Damit Ihr genauso viel Freude beim Gärtnern habt, geben wir euch im Folgenden ein paar Tipps an die Hand, wie eure Gewächse wunderbar gedeihen können – auch ganz ohne Torf.

Augen auf beim Erdekauf

Nur Produkte, die eindeutige Kennzeichnungen wie "torffrei" oder "ohne Torf" tragen, werden ihrem Namen auch gerecht. Von torfreduzierter oder torfarmer Erde solltest du lieber die Finger weglassen, da sie immer noch bis zu 70% Torf enthalten können. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Torffreie Erden beinhalten alternative Rohstoffe wie Grüngutkompost, Holzfasern, Rindenhumus oder Kokosprodukte.

Richtig gießen

Torffreie Erde kann Wasser weniger gut speichern, wodurch sie oberflächlich schneller austrocknet. Dadurch versickert das Wasser und sammelt sich am Boden des Pflanzgefäßes an, wodurch die Wurzeln nicht ausreichend Flüssigkeit aufnehmen können

Deshalb: 

  • Vor dem Gießen mit dem Finger oder einem Holzstab fühlen, ob Wasser benötigt wird
  • Öfter und in kleineren Mengen gießen
  • Staunässe vermeiden
  • Pflanzen von unten wässern, indem der Topf in eine Schale mit Wasser gestellt wird. So kann die Erde die Menge an Wasser aufnehmen, die sie benötigt
  • Um die optimale Feuchtigkeit der Erde zu erreichen, ist die Verwendung eines Gefäßes mit Wasserspeicher empfehlenswert

Jede Erde hat andere Vorlieben 

Die Zusammensetzung der Erde und der genutzte Dünger, haben einen direkten Einfluss aufeinander, wodurch die Düngewirkung beeinträchtigt werden kann. Daher sollten beide Komponenten aufeinander abgestimmt werden

Deshalb: 

  • Vergleiche die Zusammensetzung von Dünger und Substrat. Beispielsweise brauchen Blumenerden mit viel Holzbestand eine stickstoffbetonte Düngung während jene mit Kompost aufgrund des hohen Phosphoranteils keinen Zuschuss von diesem Nährstoff brauchen
  • Regelmäßiges düngen ist ebenfalls empfehlenswert, um lange Freude an dem Gewächs zu haben. Werfe hierzu einen Blick auf die Empfehlungen auf den Verpackungen der Erde und des Düngers

Auch die Erde möchte ein schönes Zuhause haben

Wird die torffreie Erde länger nicht genutzt, können sich Volumen, Nährstoffgehalt und pH-Wert verändern.

Deshalb: 

  • Lagere die Erde an einem trockenen, vor Sonneneinstrahlung geschützten und möglichst kühlem Ort
  • Versuche, die Erde möglichst direkt nach dem Kauf zu nutzen. So kannst du dir sicher sein, dass sie ganz frisch ist
  • Verschließe angebrochene Säcke fest, um den restlichen Inhalt zu schützen 

Regionaler Kompost lohnt sich

Statte deiner regionalen Kompostierungsanlage einen Besuch ab. Diese bietet nicht nur günstigen, sondern gleichzeitig auch gütegesicherten Grüngutkompost an. Dieser ist zwar mikrobiell aktiver als Torf und weißt übers Jahr keine konstanten Qualitäten auf, ist aber für den Einsatz im Hobbygarten völlig ausreichend. 

Nun wünschen wir dir viel Spaß beim Buddeln, Umtopfen und Gießen. Schließlich weißt du ja jetzt, wie der Umgang mit torffreier Erde reibungslos funktioniert. So schwer ist es ja gar nicht.

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