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Augusta - Wirtschaftspreis für Frauen

Augusta - Wirtschaftspreis für Frauen
Bis zum 16. August könnt ihr Frauen aus der Wirtschaft vorschlagen, die sich besonders hervortun. Im Oktober werden dann die Gewinnerinnen aus vier Kategorien ausgezeichnet.
Augusta Wirtschaftspreis für Frauen, Bild: Stadt Augsburg

Der „Augusta – Wirtschaftspreis für Frauen“ geht in die nächste Runde. Die Auszeichnung will inspirierende weibliche Vorbilder in der Wirtschaft sichtbar machen und die Gleichberechtigung sowie die Chancengleichheit fördern. Zudem soll er die Netzwerkbildung und das Mentoring unter Frauen ausbauen helfen.

Unternehmen, Institutionen und auch jede*r von euch können bis zum 16. August Kandidatinnen für den Preis nominieren. Eine vorgeschlagene Kandidatin muss folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie ist Managerin in einer Führungsposition oder Gründerin und Unternehmerin oder Zukunfts-Pionierin. Alle Vorschläge, die unter augsburg.de/augusta eingereicht werden, brauchen eine Beschreibung der beruflichen und wirtschaftlichen Leistungen und eine Bewertung, welchen Einfluss die Arbeit der Frauen auf die Wirtschaft hatte und hat. Es sind Mehrfachnominierungen möglich und auch Vorschläge von 2025 können noch einmal eingereicht werden. 

„Starke Frauen sind ein unverzichtbarer Motor für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg in Augsburg. Anlässlich der dritten Verleihung des Augusta – Wirtschaftspreises für Frauen lade ich Sie herzlich ein, inspirierende Persönlichkeiten vorzuschlagen und gemeinsam mit uns ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Gleichstellung und die Zukunft unseres Wirtschafts- und Innovationsstandorts zu setzen.“

Oberbürgermeister Dr. Florian Freund

Preis in drei Kategorien

Der „Augusta – Wirtschaftspreis für Frauen“ 2026 wird in drei Kategorien vergeben mit denen Vielfalt von Bereichen und Aspekten der Wirtschaft gewürdigt werden soll.

 

  • Managerin/ Unternehmerin des Jahres: Anerkennung für herausragende Führung, Innovation sowie soziale und unternehmerische Verantwortung in der Geschäftswelt, als Managerin oder im eigenen Unternehmen. Im Fokus steht der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg.
  • Gründerin des Jahres: Für Frauen, die mit Mut und Vision ein Start-up oder Unternehmen gegründet haben (mind. 3 Jahre aktiv). Auch Franchise-Gründerinnen, Mitgründerinnen und Unternehmensnachfolgerinnen sind willkommen.
  • Zukunfts-Pionierin des Jahres: Würdigung von Frauen, die mit ihrer herausragenden Innovationsleistung im Unternehmen oder Forschungsinstitut und ihrem Transfer in die Wirtschaft einen bedeutungsvollen, nachhaltigen und zukunftsfähigen Beitrag für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Augsburg leisten.

Jury und Preisverleihung

Bewertet werden die Einreichungen für 2026 von einer Jury, die sich aus Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammensetzt. 

Mit dabei sind:

  • Dr. Florian Freund, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg
  • Ellen Dinges-Dierig, IHK Regionalvorsitzende der Regionalversammlung
  • Augsburg-Stadt, Vorstand Dierig Holding AG
  • Yvonne Kay Odhiambo, Gründerin Interactive Language Club,  Wirtschaftsjunioren Augsburg
  • Lisa Figas, TelemetryDeck GmbH und Augusta-Preisträgerin 2024
  • Dr. Marietta Menner, Centre for Future Production & DLR_SchooL_Lab
  • Universität Augsburg und Augusta-Preisträgerin 2025
  • Margarete Heinrich, Vermögensbetreuerin, Stadträtin

Verliehen wird der „Augusta – Wirtschaftspreis für Frauen“ 2026 am Mittwoch, den 21. Oktober 2026. 

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Die Blumenthaler Bio-Führungen

Die Blumenthaler Bio-Führungen

Schloss Blumenthal / Hofladen
Blumenthal 1
86551
Aichach
Schloss Blumenthal Luftbild
Wer mehr über Schloss Blumenthal, eines der nachhaltigsten Wahrzeichen der Region erfahren möchte, kann sich den Blumenthaler Bio-Führungen anschließen!

Bioführungen in Schloss Blumenthal

Schloss Blumenthal ist eine Gemeinschaft, die Nachhaltigkeit nicht nur praktiziert sondern lebt. Von Solidarischer Landwirtschaft über alternative Lebensweisen, hier hat alles Platz. Wenn ihr Interesse habt euch das Leben und die alltägliche Arbeit auf Schloss Blumenthal näher anzusehen, Fragen zu stellen oder einfach neugierig auf die Ziegen seid, dann nehmt an einer der kommenden Bio-Führungen teil durch die Blumenthaler Landwirtschaft teil. Am Ende erwartet euch auch eine kleine Bio-Käseverkostung! 

Die nächste Führung findet am Samstag den 08.08.2026 ab 11.30 Uhr statt. Die Besichtigung dauert etwa eine Stunde und ist kostenlos. Treffpunkt ist der Blumenthaler Hofladen. Weitere Informationen findet ihr auch unter www.schloss-blumenthal.de

 

Info

  • Biohof Führungen in Schloss Blumenthal
  • Samstag den 08.08.2026
  • Beginn 11.30 Uhr
  • Dauer ca. 1 Stunde
  • Hofladen Schloss Blumenthal, Blumenthal 1, 86551, Aichach
  • kostenlose Teilnahme
  • Veranstalter: Schloss Blumenthal
  • weitere Informationen unter www.schloss-blumenthal.de

 

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Solidarische Landwirtschaft - Die Solawi-Augsburg ist ein Projekt von Aktiven auf dem Land und in der Stadt. Anbau, Planung und Vertrieb werden gemeinsam beraten. Die Abnehmer*innen der Lebensmittel helfen bei der Ernte mit und sichern den Landwirt*innen feste Erträge.

Käserei Schloss Blumenthal – Bio-Ziegenkäse und Milchprodukte - Ziegenkäse mit Charakter, Kräutern und richtig guter Haltung – frisch aus Blumenthal. Wer mag, findet ihn freitags in Dachau oder samstags auf dem Augsburger Stadtmarkt.

Event-Termin
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Schwammstadt im TONI Park

Schwammstadt im TONI Park
Im Augsburger TONI Park wird Nachhaltigkeit neu definiert: Von der innovativen Grünfassade bis zur Schwammstadt-Entwässerung - Kim Kurz erklärt das Konzept mit vielfältigen ökologischen Aspekten.
Foto von einer Stockente an einem Teich im TONI-Park

Seit Beginn der Projektentwicklung im Augsburger TONI Park im Jahr 2017 legt die TONI großes Augenmerk auf nachhaltigen Naturschutz. Was wirklich nachhaltig ist und was nicht, lässt sich auf den ersten Blick schwer erkennen. Bei allen begrifflichen Differenzierungen darf man nicht übersehen, dass es sich bei Nachhaltigkeit um ein Spannungsgefüge handelt. Dieses spiegelt sich in den vier Dimensionen der wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen und technologischen Nachhaltigkeit wider: Jede Maximierung einer Dimension geht zwangsläufig zu Lasten von anderen.

Nachhaltiges Verständnis

Es ist wichtig, das eigene Verständnis von Nachhaltigkeit zu definieren. Unser Verständnis umfasst im Wesentlichen vorausschauende Unternehmensführung, verbindliche Geschäftsbeziehungen, sinnvolle Bestandsentwicklung, kooperative Flächengestaltung und die Entwicklung hochwertiger, langfristig nutzbarer Gebäude. Ziel ist für uns das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Menschen vor Ort. Dazu dienen auch Grünanlagen und Gemeinschaftsflächen.

Technik hinter der Grünfassade

Die große begrünte Parkhausfassade in der Melli-Beese-Straße macht eindrücklich sichtbar, wofür der TONI Park steht: Flächen in lebendige Orte zu verwandeln. Die Begrünung besteht aus einzelnen Pflanz-Kissen, die mit insgesamt rund 56.000 Pflänzchen besetzt sind. Sie werden von einem ausgeklügelten Bewässerungssystem mit Wasser versorgt.
Der Blick ins Grüne reguliert laut zahlreichen Studien Stress und steigert das Wohlbefinden. Viele Insekten, wie beispielsweise Zitronenfalter, finden in der dichten Bepflanzung Schutz und Lebensraum.

Entwässerung nach dem Konzept der Schwammstadt

Restwasser versickert am Fuße der Fassade in einem Feuchtbiotop, eingebettet in verschiedenen Kiesschichten. So wird es gefiltert und dem Grundwasser in gereinigter Form zugeführt. Der Teich ist gleichzeitig Überlaufbecken für Starkregenereignisse und bildet ein biodiverses Ökosystem, das sich mit den Jahreszeiten verändert. Ab Tag eins wurde das Gewässer von der Tierwelt angenommen und zog einige Stockenten an, welche in den zurückliegenden Jahren einige Küken bekommen haben, ausgebrütet auf den Gründächern.
Diese Dächer sind mit aufnahmefähigem Substrat hügelig angelegt, um verschiedenste Bedingungen für eine diverse Pflanzenwelt zu schaffen. Regen wird vor Ort gespeichert und langsam an die Umgebung abgegeben. Das entlastet die Kanalisation und die versiegelten Flächen – unser Beitrag zur Schwammstadt.
Die Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung, mit dem Städte für Starkregen und Hitzeperioden gerüstet werden sollen. Statt Regenwasser über versiegelte Flächen und durch die Kanalisation abzuleiten, soll es vor Ort aufgenommen und gespeichert werden.
Dieses Wasser ist wertvoll! Wenn es Zeit hat, durch Kiesschichten zu sickern, steht es gefiltert als Grundwasser zur Verfügung. Verdunstet es, trägt es zu einem besseren Mikroklima während Hitzeperioden bei. Vor allem aber dient es dem Ökosystem vor Ort, also den Menschen, Pflanzen und Tieren.
Die Zunahme extremer Wetterereignisse steht außer Frage. Durch die Fähigkeit, große Wassermengen speichern zu können, ist die Schwammstadt für Hitzewellen und Starkregenperioden als natürliche Kühlung und Hochwasserschutz gleichermaßen von Bedeutung. In Dänemark benötigt jedes neue Bauprojekt sogar ein Wasserspeicherkonzept. Es ist daher zu begrüßen, dass sich Augsburg darum bemüht, selbst auch Schwammstadt zu werden.
Die Grünflächen im TONI Park entwickeln sich prächtig, das zeigt die Vielfalt der sich tummelnden Insekten. Auch ein Turmfalke ist zwischen der Grünfassade und dem Parkareal unterwegs. Von einer Nutzung der Mauerseglerkästen haben wir noch keine Kenntnis. Es würde uns aber sehr freuen, bald auch diese Gäste bei uns willkommen zu heißen.

Grünflächen

Unser persönliches Highlight ist das 1.200 m² große Parkareal. Hier hätte ein weiterer Neubau von knapp 4.000 m² Bürofläche stehen sollen. Doch stattdessen bietet die Fläche nun 21 große Bäume, viele Parkbänke zum Verweilen, sowie einen angenehm geschwungenen Fußweg. Uns freut es sehr zu sehen, wie die Pflanzenwelt dichter wird und Mitarbeitende der Unternehmen vor Ort den Park zur Mittagspause und zum Arbeiten im Freien nutzen und mit weiterem Leben füllen.

3 TIPPS ZUM NACHMACHEN FÜR UNTERNEHMEN:

Versiegelte Flächen aufbrechen, wo immer möglich: Parkplätze, asphaltierte Freiflächen, Einfahrten, Terrassen etc. Entsiegelung durch Kieswege, Rasen, Schotterrasen, Rasengittersteine oder Pflaster mit großen Versickerungsfugen. So kann Regenwasser im Boden versickern, anstatt in der Kanalisation abgeleitet zu werden und diese zu überlasten.
    Überlaufbecken in Form von Biotopen auf großen Geländen können einen großen Mehrwert für das Mikroklima, die Pausenqualität der Mitarbeitenden sowie im Falle von Hochwassern bieten.
    Dächer können nach statischer Prüfung auch nachträglich begrünt werden. Hier sollte unbedingt auf eine regionale und biodiverse Saatenmischung geachtet werden. So kann auch bei der Bepflanzung von "langweiligen" Grünstreifen nachträglich ein Mehrwert für Flora und Fauna geschaffen werden - und es sieht schöner aus.

Autorin: Kim Kurz, Toni Immobilien GmbH
Dieser Artikel wurde zuerst im Magazin achochdrei 2/2025 veröffentlicht.

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Kultur & Bildung
Wirtschaft neu denken

Tagungshaus Blumenthal - Nachhaltig Tagen im Schloss

Das Seminarhaus Schloss Blumenthal bietet Raum für konzentriertes Arbeiten, kreative Prozesse und gemeinschaftliches Lernen – eingebettet in eine Umgebung, die Nachhaltigkeit lebt.

Schloss Blumenthal
Blumenthal 1b
86551 Blumenthal
Deutschland

Seminarhaus Remise Schloss Blumenthal

Seit Anfang 2025 erstrahlt das Seminarhaus „Remise“ auf Schloss Blumenthal nach der Hochwassersanierung in neuem Glanz. Mit einem durchdachten Lichtkonzept, modernisierter Ausstattung und einem ökologischen Raumklima bietet es nun optimale Bedingungen für konzentriertes Arbeiten, Austausch und gemeinsames Lernen.
Die Remise umfasst drei flexibel kombinierbare Seminarräume (50–85 m²), die je nach Bestuhlung Platz für Gruppen zwischen 14 und 30 Personen bieten. Alle Räume sind mit geöltem Eichenholzparkett ausgestattet und verfügen über große Rundbogenfenster, die einen malerischen Blick ins Grüne eröffnen. Nebenan im Schlossgebäude stehen weitere besondere Räume zur Verfügung – vom historischen Liliensaal mit Stuckdecke bis zum offenen „Freiraum“ mit rustikaler Holzbalkendecke, ideal für kreative Formate.
Blumenthal eignet sich für Teams, Organisationen und Gruppen, die an Themen mit Tiefe und gesellschaftlichem Bezug arbeiten möchten – eingebettet in eine Umgebung, die selbst aus einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis heraus gewachsen ist. Gastronomie und Landwirtschaft sind nach Bioland-Standards zertifiziert, Energie wird aus eigenen Solar- und Holzpelletanlagen bezogen, die Gebäude sind aus ökologischen Materialien gebaut oder entsprechend renoviert.

Wer ein Seminar oder eine Tagung in Blumenthal plant, findet eine inspirierende Mischung aus Ruhe, Weitblick und gelebter Verantwortung.

 

Infos

Die aktuelle Tagungsmappe mit allen Details zu Räumen, Ausstattung und Rahmenbedingungen ist hier abrufbar.

 

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Die Ideen und Angebote von Schloss Blumenthal

Der Hofladen von Schloss Blumenthal

Das multifunktionale, barrierefreie Begegnungs- und Veranstaltungszentrum Westhouse bietet ebenfalls Seminarräume an

 

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Gelebte Zukunft auf Schloss Blumenthal

Gelebte Zukunft auf Schloss Blumenthal
Auf Schloss Blumenthal wagen etwa 60 Menschen ein Experiment. Ihr Ziel ist nachhaltiges Zusammenleben. Das 1568 erbaute Schloss ist heute „Ein Lernort für gelebte Zukunft“.
Der Eingang der alternativen Lebensgemeinschaft Schloss Blumenthal bei Aichach.

Südlich von Aichach, ganz in der Nähe von Augsburg, liegt Schloss Blumenthal. Inmitten von sanften Hügeln, umgeben von Feldern und Wäldern. Die klassisch gelb-weißen Häuser, die Kirche, das Schloss mit Türmchen und die Remise bilden einen nahezu perfekten Kreis. Ein Biergarten und ein Restaurant laden zu regionalen Spezialitäten, das Hotel mit 40 individuell ausgestatteten Zimmern zu komfortabler Übernachtung. Auf den ersten Blick ist Blumenthal also ein typisch schwäbisch-bayerisches Anwesen. Aber das 1568 erbaute Schloss ist heute vor allem eines: „Ein Lernort für gelebte Zukunft“.

Erfolgreiche soziale Innovation

Hier haben sich 2006 acht Familien niedergelassen, um gemeinsam so zu leben, wie es ihren Vorstellungen entspricht. Der nachhaltige Umgang mit Mensch und Natur steht dabei im Mittelpunkt. Außerdem die gute Kommunikation untereinander und Arbeit, mit der jede*r sich identifizieren kann.

Ihre gemeinsamen Unternehmen, wie Hotel, Biergarten, Solidarische Landwirtschaft oder Seminarräume und Veranstaltungen werden nicht hierarchisch organisiert und funktionieren wie ein selbstführender Organismus. Seit 2014 betreiben sie eine Solidarische Landwirtschaft, sie renovieren die älteren Häuser mit ökologischen Materialien, teilen Autos im Carsharing-System und Kleider, Bücher und Medien im Sharing-Room. Das Projekt umfasst eine eigene biologische Landwirtschaft. Der Heilpflanzen- und Gemüsegarten dient sowohl der Nahrungsproduktion als auch als Bildungsort, wie beispielsweise den „Wandelpfad“, einem kleinen Lehrpfad für Schulklassen und interessierte Besucher*innen. Das Energiemanagement ist konsequent auf Nachhaltigkeit ausgelegt: Stromversorgung durch Photovoltaik-Anlagen auf einigen Dächern und eine Heizungsanlage, die mit Hackschnitzeln betrieben wird. Die Blumenthaler*innen leben also in vielerlei Hinsicht nachhaltig und umweltfreundlich und sie sehen in ihrem Zusammenleben ein „zukunftsweisendes und mutig gelebtes Experiment in praktischer Umsetzung“. 


Solide wirtschaftliche Basis

Aber wie ist das gelungen? Zunächst einmal agierten die Blumenthaler sehr pragmatisch und haben sich für ihre Idee eine solide wirtschaftliche Basis geschaffen. 2006 legten die acht Familien ihr Geld zusammen und brachten gemeinsam die nötigen 50 Prozent Eigenkapital für den Kauf des Blumenthaler Anwesens auf. Ihr Kreditgeber, die GLS-Bank, machte zur Voraussetzung, dass von Anfang an Schulungen für Kommunikation und Konfliktlösung durchgeführt wurden. Fortbildungen gehören auch heute noch zum gemeinsamen Freizeitprogramm – von ökologischem Bauen bis hin zum Tangotanzen ist alles möglich. Einmal im Jahr organisieren die Blumenthaler*innen mit Initiativen aus der Umgebung das Forum Zukunft, in dem neue Wege des Zusammenlebens diskutiert und erarbeitet werden.

Seit 2023 ist der Betrieb Schlosshotel & Gasthaus Blumenthal gemeinwohl-zertifiziert. Dies betont die Ausrichtung auf die Gemeinwohlökonomie: Statt Gewinnmaximierung steht das Wohl von Menschen und Umwelt im Vordergrund. 

Dies wirkt sich über die Region hinaus aus: Blumenthal wird national und international als Vorbild wahrgenommen. Es zeigt, dass Wirtschaft und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können, ohne dabei soziale Werte zu vernachlässigen und bietet dadurch Inspiration für neue Initiativen.

 

Leben in Gemeinschaft

Heute leben 47 Erwachsene und 30 Kinder in der Schlossanlage. Darunter Gärtner*innen Musiker*innen, Lehrer*innen, Architekt*innen, Designer*innen, Landwirte und viele Selbstständige. Betrachtet man die hochaktuelle Website, die Professionalität im Hotel- und Gaststättenbereich und die Schnelligkeit der Kommunikation, so ist das Experiment im 21. Jahrhundert angekommen.

Im Alltag treffen sich alle Blumenthaler*innen jeden Mittwoch und besprechen Sachthemen, wie Mietverwaltung, Elterngruppen oder neue Ideen und Pläne. Einmal im Monat wird über Privates gesprochen und alle sechs Wochen ist Mittwochs-Plenum, bei dem über Belange der Gemeinschaft abgestimmt wird. Die Gemeinschaft arbeitet nach dem Prinzip der Gleichberechtigung und der Mitbestimmung. 

 

Kunst und Kreativität

Ein weiteres Herzstück des Projekts ist die künstlerische Kreativität. Schloss Blumenthal versteht sich als Ort der Inspiration, an dem Kunst und Kultur aktiv gefördert werden, wie durch eine dauerhafte Kooperation mit der Freien Kunst Akademie. Der Veranstaltungsraum „Freiraum“ und drei Werkstätten bieten Künstler*innen die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und ihre Produkte vor Ort zu verkaufen. Konzerte, Theateraufführungen und Festivals finden auch regelmäßig statt.

"Das gemeinsame Leben hier ist viel intensiver, als in einer normalen Nachbarschaft. Denn meine Nachbarn hier sind auch meine Freunde und ich sehe sie regelmäßig.“ 

 

Martin Horack, Schloss Blumenthal.

Martin Horack ist im Leitungsteam des Hotels. Außerdem arbeitet er als freiberuflicher Trainer auch oft außerhalb von Blumenthal. 2007 ist er mit seiner Frau nach Blumenthal gezogen, vor allem, weil „der Mensch ein soziales Wesen“ ist.
Für die Realschullehrerin Kathrin Schaefer, ihren Mann Mario und ihre drei Kinder waren gleich mehrere Gründe ausschlaggebend, um nach Blumenthal zu ziehen.

"Unsere Kinder wachsen in einem Umfeld auf, wo sie auch andere Erwachsene als Bezugspersonen und Rollenvorbilder haben." 

 

Kathrin Schaefer, Schloss Blumenthal.

Ihr Mann Marion Schaefer ergänzt, dass sie damals einen Bauernhof suchten und Blumenthal  Landwirte. Er hat Waldwirtschaft studiert und erarbeitet hat das Konzept für eine Käserei mit Hofladen erarbeitet, das 2021 umgesetzt wurde. Und natürlich arbeitet er in der Solidarische Landwirtschaft Blumenthal, kurz SoLaWi.

 

SoLaWi: Landwirte und Verbraucher*innen planen gemeinsam

Das Prinzip ist einfach: In einer solidarischen Landwirtschaft zahlen die Teilnehmer*innen den Bauern das gesamte Jahr über jeden Monat einen festen Betrag. Damit ist für den Landwirt die Finanzierung seines Erntejahres gesichert. Als Gegenleistung wird die Ernte unter den Mitgliedern geteilt. In Blumenthal werden auf 1,5 Hektar 50 verschiedene Gemüsesorten angebaut, sowohl auf der Freifläche, als auch im Gewächshaus. Das heißt, alle SoLaWi-Teilnehmer*innen haben das ganze Jahr über regionales, saisonales Bio-Gemüse. Unverpackt und ohne große Transportwege kann es wöchentlich an sechs verschiedenen Verteilerstellen abgeholt werden. Wer jetzt Lust auf frisches Gemüse bekommen hat, kann dieses Angebot einen Monat lang ausprobieren – für 69 Euro.

 

Hotelführung - ohne hierarchische Strukturen?

Natürlich profitieren auch das Restaurant und der Biergarten auf Schloss Blumenthal von dem reichhaltigen Angebot der SoLaWi. Die Gaststätte kocht fast ausschließlich mit frischen Zutaten und in biologischer Qualität. Bei der Führung des Hotels gibt es keine rein hierarchischen Strukturen. Einmal im Jahr wird eine Jahresplanung festgelegt. Aktuelle Entscheidungen treffen Küche, Rezeption oder Housekeeping eigenständig, ohne Abstimmung mit allen Blumenthaler*innen. 

 

Nach einem Jahr wird geprüft, wie das funktioniert hat. „Das hat den Vorteil, dass wir keine lähmenden basisdemokratischen Entscheidungen fällen“, sagt Horack. Und dass die Zufriedenheit der selbstbestimmt arbeitenden Mitarbeiter*innen besonders groß ist. Ein Blick in das Angebot von Schloss Blumenthal zeigt, wie erfolgreich das Konzept ist. Der Terminkalender ist gut gefüllt mit Hochzeiten, Seminaren, Musik, Lesungen oder anderen Events. Demnächst wollen die Blumenthaler ein eigenes Kursprogramm auf die Beine stellen.


Die 40 Zimmer des Hotels haben übrigens Blumenthaler Innenarchitekt*innen, Designer*innen oder Künstler*innen ausgestattet. Sie tragen Namen wie Baumhöhle, Orientexpress oder Rendezvous mit einem Globetrotter. Jeder Raum ist ein Unikat und gleichzeitig ein Zeichen für die gelungene Zusammenarbeit der Blumenthaler untereinander.

 

Erst kennenlernen, dann einziehen

Wer Interesse hat, in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden, sollte sich Zeit nehmen, Blumenthal und seine Bewohner*innen kennenzulernen. Denn der Einstieg in eine Gemeinschaft ist eine weitreichende Entscheidung. Vom ersten Infotag über das Probewohnen bis hin zur Entscheidung wird etwa ein Jahr veranschlagt. Für Martin Horack hat sich das Prozedere gelohnt:

 

In Blumenthal stimmt das Verhältnis von ökologischem Fußabdruck und persönlicher Zufriedenheit. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Form des Lebens und des lebenslangen Lernens für mich sehr intensiv, reich und erfüllend ist.“ 

 

Martin Horack, Schloss Blumenthal

Infos

 

Mehr über Blumenthal: www.schloss-blumenthal.de
Führung durch Blumenthal: Jeden Sonntag um 14 Uhr findet eine 90-minütige Führung durch Blumenthal statt

Führung Biohof: Im Sommer findet einmal im Monat eine zweistündige Führung mit Verkostung von Ziegenkäse über den Biohof statt.

 

Dieser Artikel erschien erstmalig im November 2019. 

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Wirtschaft neu denken

Regionalwert-Initiative Lechrain

Die Idee, die regionale Bio-Lebensmittelwirtschaft zu stärken und gleichzeitig einen nachhaltigen Beitrag zur Gesellschaft und Umwelt zu leisten, gewinnt in der Region zunehmend an Dynamik.

Bergstraße 10
86511 Schmiechen
Deutschland

Kiste mit Gemüse auf dem Bauernhof

Inspiriert von erfolgreichen Vorbildern wie der Regionalwert AG Bodensee-Oberschwaben und getragen von einem engagierten Initiativkreis, nimmt die Gründung einer Regionalinitiative nun konkrete Formen an.

 

 

Der Weg zur Gründung: Erste Schritte und Erfolge


Alles begann im Jahr 2022, als Günter Wurm, der Initiator der Stadl-Uni in Unterbergen, auf Stefan Schwarz, den Vorstand der Regionalwert AG Bodensee-Oberschwaben, traf. Inzwischen haben sich rund 40 Landwirt*innen, Verarbeiter*innen, Händler*innen und engagierte Bürger*innen aus verschiedenen Bereichen zusammengeschlossen, um ihre Vision einer bioregionalen Wirtschaftsweise zu verwirklichen.

 


Gemeinsam gestalten – Erfolge und Perspektiven


Ein erster Erfolg ist die Kooperation mit der Herzstück Horgau eG, einer etablierten Heimat-Genossenschaft für bioregionale Wertschöpfungsketten im Einzelhandel und der Gastronomie. Sie hat bereits erfolgreich das Konzept der regionalen Versorgung mit zwei Dorfläden, einer Belieferung für Geschäftskunden, Kindergärten und Schulen, sowie einem kleinen Restaurant mit Catering umgesetzt. Dabei geht es um mehr als nur die Stärkung der regionalen Wirtschaft: Es geht um die Schaffung eines Netzwerks, das auf Kreislaufwirtschaft, Biodiversität und nachhaltige Landwirtschaft setzt.

 


Die nächsten Schritte: Gründung einer Bürgeraktiengesellschaft


Der Leitungskreis der Initiative hat sich formiert und arbeitet intensiv an den nächsten Schritten zur Gründung einer Bürgeraktiengesellschaft. Die Initiative ist auf einem guten Weg, das Regionalwert-Konzept in der Region zu verwirklichen. Dieses Konzept bietet den Menschen vor Ort die Möglichkeit, sich aktiv an der Entwicklung einer nachhaltigen regionalen Wirtschaft zu beteiligen. Die Vision ist eine enkeltaugliche Landwirtschaft, die durch die Unterstützung der Bürger*innen finanziell unabhängig wird und die lokale Ökonomie stärkt.

 


Mitmachen und Teil des Wandels werden


Wer Interesse an der Initiative hat oder bei zukünftigen Treffen dabei sein möchte, kann sich an Günter Wurm oder Thomas Jäger wenden.

 

 

Thomas Jäger, Regionalwert-Initiative Lechrain

 

 

Kontakt: 

 

Thomas Jäger: thomas.jaeger@mitwirken.net, Tel. 0173-92637463

Günter Wurm: stadl-uni@gmx.de 
 

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Solawi - Gemeinsam ernten in Augsburg

Die Solidarische Landwirtschaft verbindet Höfe und Haushalte. Gemeinsam finanzieren Mitglieder den Anbau und erhalten dafür frische Bio-Lebensmittel aus der Region.

Oberer Graben 9
86152 Augsburg
Deutschland

Solidarische Landwirtschaft, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski

Die Solidarische Landwirtschaft Augsburg (Solawi Augsburg) verbindet seit 2015 Menschen aus der Landwirtschaft mit Haushalten aus der Region, die gemeinsam eine nachhaltige und ökologische Lebensmittelversorgung gestalten. Das Prinzip: Alle teilen Verantwortung, Risiko und Ernte. Die Mitglieder finanzieren die landwirtschaftliche Produktion durch feste monatliche Beiträge und erhalten dafür regelmäßig frische, saisonale Lebensmittel direkt von den Höfen.

Drei Betriebe, ein Ziel

Drei Betriebe versorgen die Solawi Augsburg – alle bauen auf biologischer Basis an: die Gärtnerei von Uli Koch in Lechhausen, der biozertifizierte Straußerhof von Familie Mögele aus Döpshofen und Gärtnerin Jana, die in Lechhausen rund 800 m² Gewächshausfläche und einen halben Hektar Ackerfläche bewirtschaftet. Gemeinsam mit dem Stadtgärtner-Team planen die Betriebe den Anbau, organisieren die Ernte und fördern den direkten Austausch zwischen Produktion und Mitgliedern. Wer möchte, bringt sich aktiv ein – bei der Ernte, in Planungstreffen oder durch organisatorisches Engagement.

Depots in ganz Augsburg

Die Betriebe verteilen die Lebensmittel über verschiedene Depots in Augsburg und Umgebung, darunter der Stadtmarkt, das Jakobertor und die Waldorfschule. Die Mitglieder wählen zwischen verschiedenen Ernteeinheiten, angepasst an Bedarf und Budget. Für Menschen mit geringem Einkommen bietet die Solawi die „Solidar-Kiste" zu einem reduzierten Preis an.

Transparenz und Gemeinschaft

Die Solawi Augsburg setzt auf Transparenz, Mitbestimmung und Bildung. Regelmäßige Veranstaltungen, Workshops und gemeinsame Aktivitäten stärken das Gemeinschaftsgefühl und fördern das Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung. Das Projekt erhielt mehrere Auszeichnungen, darunger 2017 den Zukunftspreis der Stadt Augsburg. 

Weitere Informationen zur Mitgliedschaft, den beteiligten Höfen und aktuellen Veranstaltungen findet ihr auf der offiziellen Website der Solawi Augsburg.

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Vereinstreff der Solidarischen Landwirtschaft Augsburg - jeden Donnerstag Austausch mit dem Verein

Eine solidarische Landwirtschaft gibt es auch auf Schloss Blumenthal

Öffnungszeiten
Wochentag Uhrzeit
Donnerstag 9:00 bis 12:00

Wie können wir gewohnte Denkmuster hinter uns lassen?

Mit dynamischen Denken gewohnte Denkmuster verlassen
Dynamisches Denken - Thomas Schmidt von der Gemeinwohlökonomie zeigt uns wie man mit dem Denken von morgen heutige Problme lösen kann.
Symbolbild dynamisch Denken, erstellt von einer KI

„Mit dem Denken von morgen die Probleme von heute lösen“

...so lautet auch der Untertitel des Sachbuchs „Raus aus der ewigen Dauerkrise“ von Maren Urner, welches Ende 2021 erschienen ist, und uns mit Blick auf die Gemeinwohlökonomie-(GWÖ-)Bewegung und ihre Aktivitäten stets hilft, den Fokus auf das zu richten, was wirklich wichtig ist.


Im Buch geht es darum, wie wir aus der Endlosschleife von Krisen unserer Zeit, wie etwa Corona, Klima, Finanzen, Wirtschaft und höchst aktuell: Demokratie, Digitalisierung und Transformation herauskommen. Ihre Antwort: Indem wir die gewohnten Denkmuster hinter uns lassen. Maren Urner bringt neueste Erkenntnisse der neurowissenschaftlichen und psychologischen Forschung auf den Punkt und benennt drei wesentliche Zutaten für das „Dynamische Denken“. Diese sind aus unserer Sicht für die nachhaltige Transformation von Gesellschafts- und Wirtschaftsprozessen in Zukunft besonders wertvoll. 

 

 

Zutat 1: Beim dynamischen Denken stellen wir bessere Fragen


Wollen wir öfter „für“ etwas eintreten, als „gegen“ etwas zu sein? Dann können wir als Menschen in unseren unterschiedlichen Rollen immer wieder fragen: Für welche Welt trete ich ein? Und was kann ich dazu beitragen? Wie oft sind wir gegen etwas, statt für etwas? Wie oft verbinden wir unsere Energie mit negativen Gefühlen von Ärger, Wut und Hass? Und was würde passieren, wenn wir uns häufiger „für“ statt „gegen“ etwas einsetzen würden? Z.B. für Zeitwohlstand, für Gesundheit, für Gerechtigkeit, für finanzielle Sicherheit... Was, wenn wir uns jeden Morgen fragen würden: „Wofür stehe ich heute auf?“

 

 

Zutat 2: Dynamisches Denken überwindet das Lagerdenken


„Um zu erkennen, wie zerbrechlich unser kleiner blauer Planet ist, brauche ich nur einen Augenblick.“ Alexander Gerst musste dafür nur aus seiner Raumstation schauen und den Blick Richtung Planet Erde werfen. 2014 reiste der deutsche Astronaut für 166 Tage durch das All und umrundete dabei die Erde etwa zweieinhalbtausendmal. Seine Aussage steht sinnbildlich für den sogenannten Overview-Effekt, den Raumfahrer*innen häufig erleben, wenn sie die Erde aus dem Weltall betrachten. Durch den Perspektivwechsel erleben sie häufig eine tiefe Emotionalität, verbunden mit Gefühlen von Ehrfurcht, Verständnis und einer Verbundenheit allen Lebens auf der Erde. Diese Perspektive „von oben“ erleichtert es uns, die Frage zu stellen, worum es wirklich geht. Denn sobald Gruppen und Grenzen wegfallen, kann es darauf nur eine Antwort geben: Es geht um menschliches Wohlergehen, um menschliches Gedeihen und die Frage, wie wir das gestalten wollen.

 

Diese zweite Zutat von dynamischem Denken ist grundlegend, weil wir (vermeintliche) Zweiteilungen (Dichotomien) ablegen. Wir lassen das reflexartige Lagerdenken hinter uns und fragen nicht „was trennt uns?“, sondern immer „was verbindet uns?“ So gibt es selbst in der kleinsten Gruppe aus zwei Menschen stets etwas, was sie eint. Vielleicht das Geschlecht, vielleicht eine Sprache, die beide sprechen, vielleicht die Erfahrung, Eltern zu sein, etc. So wird aus Unsicherheit und Angst vor dem Fremden Vertrauen und Erkennen. So gelangen wir in einen Zustand psychologischer Sicherheit, der uns dazu ermutigt, gemeinsam Potenziale zu nutzen, um menschliches Wohlergehen zu steigern.


Es geht nicht darum, die Wirtschaft zu retten. Denn sie ist nur ein komplexes Konstrukt, das wir uns aufgebaut haben, um unser Wohlergehen zu steigern. Dynamisch gedacht, geht es stattdessen darum zu fragen, welche Wirtschaft wir benötigen, damit die Steigerung des Wohlergehens für möglichst viele Menschen gelingt. Und hier hat die GWÖ praktikable Lösungen.

 

 

Zutat 3: Beim dynamischen Denken erzählen wir uns neue Geschichten


Der britische Autor und Aktivist George Monbiot fasst es in einem TEDx-Vortrag 2019 anschaulich zusammen: „Geschichten sind das Mittel, mit dem wir durch die Welt navigieren. Sie erlauben es uns, ihre komplexen und widersprüchlichen Signale zu interpretieren. Wenn wir etwas verstehen wollen, suchen wir nicht nach wissenschaftlicher Bedeutung, sondern nach erzählerischer Ehrlichkeit.“ Und weiter: „Wir sind erzählende Wesen und eine Folge von Zahlen und Fakten (egal wie wichtig sie sind – und ihr wisst, dass ich ein Empiriker bin, ich vertraue Zahlen und Fakten –) ist nicht imstande, eine überzeugende Geschichte zu entmachten.“ 
Unser Gehirn ist kein Computer, sondern das Produkt einer Entwicklung, der Evolution unserer Spezies, einer Geschichte. Die Frage ist also nicht: Erzählen wir uns eine Geschichte? Sondern vielmehr: Welche Geschichte wollen wir uns erzählen? In seinem Vortrag kommt George Monbiot genau dort an und bringt die Zutat Nr. 3 des dynamischen Denkens trefflich auf den Punkt: „Das Einzige, was eine Geschichte ersetzen kann, ist eine andere Geschichte. (…) Unsere Aufgabe besteht darin, eine Geschichte zu erzählen, die den Weg zu einer besseren Welt aufzeigt, die die Menschen inspiriert, sich für diese bessere Welt einzusetzen.“

 

 

Millionen fürs Gemeinwohl


Zu Beginn der Sommerferien, relativ leise – und als „ein Meilenstein beim Abbau struktureller Benachteiligungen“ – von GWÖ Deutschland kommentiert, wurde ein neues Förderprogramm der Bundesregierung in der Presse bekanntgegeben. Der Bund fördert Unternehmen, die gesellschaftliche, ökologische und soziale Probleme lösen wollen. Dafür stellt er zunächst 110 Millionen Euro bereit, die bis Ende 2028 abgerufen werden können. Die Hälfte kommt aus dem Europäischen Sozialfonds. Anträge können ab sofort an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gestellt werden.
 

Mit dem Programm „Nachhaltig wirken – Förderung gemeinwohlorientierter Unternehmen“ will sie es diesen Firmen und Organisationen erleichtern, an Beratungsangebote für Gründungen und Digitalisierung zu kommen, und sie dabei unterstützen, sich untereinander zu vernetzen.

 

Der Artkel stammt von Thomas Schmidt, Koordinator Gemeinwohlökonomie-Regionalgruppe Augsburg

Dieser Beitrag erschien zuerst in "Stadt mit A", Ausgabe 60

 

 

Info:


Kontakt: Thomas Schmidt, Gemeinwohlökonomie-Regionalgruppe Augsburg 
E-Mail: augsburg@econgood.org

Webseite: germany.econgood.org/ueber-uns/vereine/bayern/
 


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deVega - Drucken als grüne Mission

Seit 2008 zeigt die Augsburger Umweltdruckerei, wie nachhaltiges Drucken funktioniert: mit geruchslosen Ökofarben, gepflanzten Bäumen in Oberammergau und einer Druckmaschine, die nur grün läuft.

deVega Medien GmbH
Anwaltinger Straße 10
86165 Augsburg
Deutschland

In einer unscheinbaren Halle in Augsburg läuft seit 2008 eine kleine Revolution. Die deVega Medien GmbH verbindet hochwertiges Druckhandwerk mit ökologischem und sozialem Engagement – und das nicht nur auf dem Papier. Mit modernster Heidelberg-Drucktechnik, nachhaltigen Materialien und ressourcenschonenden Prozessen zeigt das Team um Geschäftsführer Udo Eitzenberger, dass Umweltschutz und Qualität keine Gegensätze sind. Von Broschüren über Bücher und Zeitschriften bis zu Präsentationsmappen – hier entstehen Druckprodukte für Industrie, Handel und Werbeagenturen, die mehr können als nur gut aussehen.

Grüne Energie und innovative Farbtechnologie

Während andere noch über Nachhaltigkeit reden, handelt deVega längst: Seit 1990 beteiligt sich das Unternehmen an einer Windkraftanlage, 2012 kam eine Photovoltaikanlage auf dem Betriebsdach hinzu. Das Besondere: deVega speist mehr Strom aus regenerativen Energien ins Netz ein, als es selbst verbraucht. Den zusätzlichen Strom bezieht es über den gemeinwohlorientierten Energieversorger Polarstern aus 100% deutscher Laufwasserkraft. 

"Wir benutzen die einzige wirkliche Ökofarbe für unsere Drucke – und nur die!" 

Udo Eitzenberger, Geschäftsführer deVega

Recyclingpapiere und FSC®-/PEFC-zertifizierte Materialien sind Standard, dazu kommen die innovativen PURe®-Farben – eine ökologische Farbgeneration auf Basis natürlicher Rohstoffe, entwickelt vom nahegelegenen Augsburger Unternehmen Epple Farben aus Neusäß. Diese mineralölfreien Farben sind geruchsneutral, deinkbar für perfektes Recycling und ermöglichen brillante Druckergebnisse. 

Mehr als nur ein Unternehmen – eine Haltung

Bei deVega endet Nachhaltigkeit nicht beim letzten Druckbogen. Das Unternehmen lebt die Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie und hat über ein Jahr hinweg 20 Themenfelder intensiv bewertet – von der Mitentscheidung bei der Arbeitsgestaltung bis zum Verhalten gegenüber dem Wettbewerb. Transparenz statt Geheimniskrämerei, unterstützende statt hierarchische Führung – und zwischendurch auch mal 1.000 Bäume pflanzen mit dem ganzen Team für den Klimaschutz. Die Zertifizierungen nach ISO 9001:2015 und PSO (ProzessStandard Offsetdruck) belegen nicht nur die Qualität, sondern auch den effizienten Umgang mit Ressourcen. 

"Alles ist so vielschichtig, dass man nie 100 % perfekt sein kann. Es ist die Haltung, die zählt." 

Udo Eitzenberger, Geschäftsführer deVega
 

Geruchslose Ökofarben und Baumpflanzprojekt

Ein besonderes Herzstück von deVega ist die Zeitschrift "Lust auf Gut", die komplett mit den hauseigenen PURe®-Ökofarben gedruckt wird. Diese Farben haben einen entscheidenden Vorteil: Sie riechen nicht. Wer schon mal eine frisch gedruckte Broschüre in die Hand genommen hat, weiß, wovon die Rede ist. Bei deVega laufen die modernen Heidelberg-Druckmaschinen mit vollautomatischen Mess- und Regelsystemen ausschließlich mit diesen ökologischen Farben – ein Bekenntnis ohne Kompromisse. Seit Juli 2020 setzt das Unternehmen zudem auf prozessfreie Druckplatten, was den Wasserverbrauch reduziert und Chemikalien im Waschprozess überflüssig macht. 
 

"Wegen uns stirbt kein Baum." 

Udo Eitzenberger, Geschäftsführer deVega

Doch dahinter steckt noch mehr: Mit über 80% Recyclinganteil beim Papier in Deutschland wird deutlich, wie wichtig Frischfaser-Papier für funktionierende Kreisläufe ist. Für die Papierproduktion wird ausschließlich Schwachholz aus Durchforstung und Sägerestholz verwendet – also Holz, das für die Möbel- oder Bauindustrie ungeeignet ist. Und die 1.000 Bäume, die das deVega-Team gemeinsam gepflanzt hat? Sie wachsen jetzt im Schutzwald der Privatwaldgemeinschaft Oberammergau und tragen zum Erhalt der bayerischen Bergwälder bei. 

Öffnungszeiten
Wochentag Uhrzeit
Mo - Do 08:00 – 17:00 Uhr
Fr 08:00 – 14:00 Uhr

Flottes Gewerbe - Auxburg Unverpackt ist dabei!

Flottes Gewerbe - Auxburg Unverpackt ist dabei!
Gila Richter von Auxburg Unverpackt hat im Rahmen des städtischen Projekts "flottes Gewerbe" ein Lastenrad für ihr Unternehmen getestet. Wir haben nachgefragt, welche Erfahrungen sie gemacht hat.
Gila Richter auf dem Lastenrad, Bild Edeltraud Richter

Unterwegs für Schulen, Kitas und Unternehmen


Jede Woche beliefert Gila Richter von ihrem Laden Auxburg unverpackt in der Neuburger Straße 164 aus mehrere Schulen, Kitas und Unternehmen mit frischem Obst und Gemüse, Molkerei oder Knabber-Kisten. Seit einigen Wochen tut sie dies mit einem Lastenrad, das aus dem Projekt "flottes Gewerbe" stammt. Das sorgt dafür, dass die regionalen Waren nun auch klimafreundlich an die Abnehmer geliefert werden können. Zudem können nun auch verschiedene regionale Waren dirket mit dem Lastenrad beim Erzeugerbetrieb abgeholt werden können, denn Regionalität ist ein wichtiger Aspekt bei Auxburg unverpackt. 

 

Wir wollten wissen, welche Erfahrungen Gila Richter bisher mit dem Umstieg vom Auto zum Lastenrad gemacht hat und haben nachgefragt: 

 

Seit ein paar Wochen testest du jetzt im Projekt „flottes Gewerbe“ der Stadt Augsburg ein Lastenrad. Wie läuft es denn?



Es läuft sehr gut, und nach etwas Übung beim Fahren, habe ich nun richtig Spaß dabei. Das uns zugeteilte Lastenrad ist doch relativ groß und damit musste ich erst einmal zurecht kommen und mich vor allem mit den Ausmassen anfreunden. 


 
Hat sich dein Alltag mit dem Lastenrad verändert und wenn ja, wie?


Ich musste zunächt unsere Auslieferungen für Kitas, Schulen und Firmen neu organisieren, aber das war nach rund einer Woche umgesetzt Jetzt bin ich wesentlich flexibler beim Liefern: Wenn eine kurzfristige Auslieferung oder Abholung bei einem Kunden oder Lieferanten ansteht heißt es jezt: "Ab aufs Rad". Die zusätzliche Bewegung an der frischen Luft gefällt mir richtig gut und fühlt sich auch toll an. 


 
Fährt sich denn so ein Lastenrad schwerer als ein „normales“ Fahrrad? Und kommst du mit der Reichweite des Akkus gut klar? 


Nein, ganz im Gegenteil, da ich im Moment privat nur einen schönen aber nicht allzu komfortablen Beachcruiser besitze, freue ich mich über das tolle Gefährt. 
Nachdem ich bei dem Lastenrad motorische Unterstützung habe, ist es als hätte ich immer Rückenwind und ich komme sehr schnell voran. Die Akku Reichweite ist für mich im Moment völlig ausreichend. 

Gila Richter beim Beladen des Lastenrads, Bild Edeltraud Richter

Zuspruch und Hindernisse

 

 

Welche Erfahrungen machst du mit den anderen Verkehrsteilnehmer*innen? Sind sie neugierig?

Wir erhalten super viele neugierige Blicke. Vor allem andere Fahrradfahrer*innen finden es richtig toll und ich höre an der Ampel schon einmal "ist ja cool" oder "tolle Sache". 
Für die Autofahrer*innen ist das ganz unterschiedlich, die einen "feiern" unser Rad total, andere schütteln verständnislos den Kopf. Da der ein oder andere Fahrradweg oder auch manche Verkehrsinsel für uns im Moment einfach viel zu eng oder kurz ist, müssen wir vereinzelt auf die Strasse ausweichen, was bei manchen Autofahrer*innen auf nicht viel Verständnis stößt. Aber man lernt schnell, sich ein dickeres Fell zuzulegen. 

 

 
Findest du, dass die Radwege wie sie bisher in der Stadt angelegt sind für Lastenräder geeignet sind? Darfst du Autoparkplätze nutzen, um das Rad abzustellen, wenn du deine Ware auslädst?

Auf den neueren Radwegen klappt es gut. Aber direkt bei uns vor dem Laden bis in die Hammerschmiede sind die Radwege echt ziemlich in die Jahre gekommen und meine Ladung mit Flaschen und Gläsern oder auch empfindliches Obst bekommt schon die ein oder andere Schramme ab. Auch kommt es vor, dass aus dem Nichts der Radweg auf einmal endet und mit dem großen Aufbau und der doch oft empfindlichen Ladung ist es nicht so einfach auf den Fußweg oder die Straße zu wechseln, weil da oft der Randstein schon ein größeres Hindernis für uns darstellt. 
In der Testphase hatte ich bis jetzt immer das Glück einen perfekten Parkplatz zu finden. 

 

 

Wie sieht es denn bei schlechtem Wetter aus. Ist das Lastenrad dann immer noch eine Alternative oder steigst du lieber auf den Transporter um? 

In den letzten Wochen, haben sich unserer Auslieferungen immer mit gutem Wetter überschnitten oder wir konnten diese für ein paar Stunden verschieben. Aber ich denke wenn es richtig regnet oder es im Winter schneit würde ich doch meinen Mann bitten müssen mir ab und zu sein Auto zu leihen. 

 

 

Wie bist du eigentlich auf die Idee gekommen, dich für dieses Projekt zu bewerben?

Wir sind Mitglied in der Aktionsgemeinschaft Lechhausen. Darüber bekamen wir eine E-Mail der Stadt Augsburg, die zum Projekt aufrief. Dort haben wir uns sofort beworben. 

 

Das Projekt lief ingesamt über fünf Wochen. Weißt du, wie es danach weitergehen soll?

Konkretes weiß ich leider noch nicht. Wir werden definitiv mit der Stadt und auch mit den Lastenradanbietern in Kontakt bleiben. Unser Wunsch nach einem Lastenrad hat sich ganz klar gefestigt -  wenn auch in einigen Nummern kleiner als das von uns getestete Rad.

 

 

Ihr habt Lust, euch mehr mit dem Thema Lastenrad für euer Unternehmen zu beschäftigen?

Informationen rund um das Projekt und den Aktionstag gibt es unter www.augsburg.de/flottes-gewerbe.

 

 

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