Unternehmen

Wie nachhaltig sind Augsburgs Unternehmen?

Das erste Nachhaltigkeitsmonitoring von Regio Augsburg Wirtschaft und der THA zeigt überraschende Zahlen. Sie verrät, welche Unternehmen bereits auf nachhaltig agieren und wo es noch Unterstützung bedarf.

Eine bisher einzigartige Untersuchung der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH und der Technischen Hochschule Augsburg liefert spannende Ergebnisse. Das Ziel: Herauszufinden, wo die regionale Wirtschaft noch Unterstützung braucht, um nachhaltiger zu handel – und darauf aufbauend konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat fördert das Projekt im Rahmen der Heimat-Digital-Regional-Förderrichtlinie.

Ergebnisse des ersten Nachhaltigkeitsmonitorings

Im „Nachhaltigkeitsmonitoring“ befragte das Projekteam Unternehmen und Organisationen zu ihrem Engagement in den drei zentralen Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Soziales und Governance (Organisationsführung). Hier einige zentrale Ergebnisse des ersten Umfragezyklus:
Ein Drittel der Befragten verfolgt bereits ein nachhaltiges Geschäftsmodell. 

  • 77 Prozent haben ökologische, 60 Prozent soziale und 65 Prozent wirtschaftliche Nachhaltigkeitsziele definiert.
  • Über die Hälfte der Organisationen führt Analysen durch, um zu ermitteln, auf welche Nachhaltigkeitsaspekte sie besonderen Einfluss haben.
  • 48 Prozent haben bereits eine Chancen- und Risikoanalyse erstellt.
  • Mehr als 50 Prozent kooperieren mit Lieferantinnen und Kundinnen, um nachhaltiger zu wirtschaften. Kooperationen mit Mitbewerber*innen sind hingegen seltener – nur 18 Prozent der Befragten setzen auf diesen Austausch.
  • 75 Prozent berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien bei unternehmerischen Entscheidungen – sofern diese nicht mit anderen Zielen kollidieren.
  • 15 Prozent richten ihr Handeln konsequent an Nachhaltigkeitszielen aus, während acht Prozent angeben, dass Nachhaltigkeitskriterien ihre Entscheidungen nicht beeinflussen.
  • Über die Hälfte der Organisationen fördert aktiv Diversität.
  • Zwei Drittel haben Maßnahmen zur Integration von Menschen mit Behinderungen sowie von Menschen mit Migrationshintergrund implementiert.

Handlungsbedarf und nächste Schritte

Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung: Der größte Unterstützungsbedarf besteht im Bereich Know-how. Unternehmen agieren nachhaltiger, wenn sie im ständigen Austausch mit ihren Stakeholder*innen stehen und wenn interne Regeln, Standards sowie Prozesse zur Förderung der Nachhaltigkeit etabliert sind. Zudem zeigt sich, dass Organisationen deutlich nachhaltiger handeln, wenn sie sich mit anderen Unternehmen vernetzen und gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten.
Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für die Entwicklung regionaler Handlungsempfehlungen. In ersten Workshops wurden bereits Ideen gesammelt. Ein Beispiel: Nur 46 Prozent der befragten Unternehmen erfassen regelmäßig die Mitarbeiter*innenzufriedenheit – ein kritischer Wert, da die Zufriedenheit der Belegschaft maßgeblich den Unternehmenserfolg beeinflusst. Eine zentrale Handlungsempfehlung lautet daher, diesen Bereich stärker zu berücksichtigen. Dazu könnten neue und attraktive Methoden der Zufriedenheitsmessung entwickelt werden.
In den kommenden Monaten werden weitere Ideen im Rahmen verschiedener Analysen ausgearbeitet, bei Veranstaltungen diskutiert und – sofern möglich – in die regionale Umsetzung gebracht. Alle Organisationen aus der Wirtschaftsregion A³ sind herzlich eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.
Mehr Informationen: www.nachhaltigkeitsmonitor-A3.de
 

Autorin: Annabell Hummel-Wiest, Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

Dieser Artikel erschien als erstes in der Stadt mit A, der Augsburger Agendazeitung Nr. 61

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