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Fair Fashion: Nachhaltiger Shopping-Rundgang durch Augsburg

Fair Fashion in Augsburg
Fair Fashion: Wir zeigen euch, wo ihr in Augsburg faire, vegane oder Bio-Label bekommt, welche tollen Vintage-Läden unsere Stadt hat und wer in der Region produziert.
Slow-Fashion-Illustration

Fair Fashion ist angesagt: Unser Shopping-Rundgang zu Adressen mit fair gehandelter, bio-zertifizierter, ökologischer oder veganer Kleidung in der Innenstadt ist etwa 3.5 Kilometer lang und dauert je nach Kauf-Lust und Shopping-Laune zwei bis drei Stunden. Am Schluss des Artikels werfen wir noch einen Blick in die anderen Stadtteile Augsburgs und in die Region.

 

Station 1: Der Weltladen Augsburg  in der Weißen Gasse 3

Die Weltläden sind die „Mütter“ des gerechten Handels: Den Augsburger Laden gibt es seit 1980. Also starten wir unseren Rundgang hier, in dem wirklich schönen Shop in der Weißen Gasse 3. Im hinteren Teil des Ladens gibt es eine gute Auswahl an bio-fairer Mode: Shirts und Pullis für Männer und Frauen, außerdem Röcke, Kleider und Tücher. Neu im Sortiment sind Mela-Sneakers, die weltweit ersten Sneakers mit Fairtrade Cotton und GOTS-Zertifizierung. Besonders beliebt sind die Basics, wie faire Unterwäsche und Socken für Damen, Herren und Kinder. Vom Bio-Baumwollanbau bis zum fertigen Shirt sind alle Herstellungs-Schritte transparent. Für die Produzent*innen, die ihre Waren über den Fairen Handel verkaufen können, bedeutet die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Weltladen Augsburg.

Station 2: Tourist-Information am Rathausplatz

In der Augsburger Tourist-Information erhaltet ihr die passende Tasche für euren nachhaltigen Shopping-Rundgang: Die Augsburger RathausBag. Jede Tasche wurde aus den 1.200 Quadratmetern PVC-Mesh-Foto-Gewebe-Plane hergestellt, die 2016 das Augsburger Rathaus bei Renovierungsarbeiten verhüllte und eins zu eins die Fassade des Renaissancegebäudes zeigt. Die Designerin Natalija Ribovic hat daraus  eine kleine, feine „Linie“ mit drei urbanen Modellen kreiert, die elegante SpotBag, die gradlinige TwinBag und den Unisex-Shopper UrbanBag. Jede RathausBag ist ein Unikat, ein einmaliges „Stück Augsburg“, liebevoll genäht im inklusiven Dominikus-Ringeisen-Werk, unterstützt von „Respekt – genäht in Augsburg“ Inzwischen hat sich die „RathausBag“ zu einem wahren Globetrotter entwickelt. Sie wurde in Berlin, Hamburg, Rom, Genf, Mailand und Tokio gesehen. Vielleicht geht sie ja demnächst mit euch auf Reisen....

Station 3: Retroarea in der Philippine-Welser-Straße 7

In dem zweistöckigen Shop in der Philippine-Welser-Straße findet ihr Vintage-Streetwear aus den 90er und 2000er Jahren. Jedes einzelne Teil wird per Hand auserwählt, auf Qualität und Originalität geprüft und  gereinigt. Retroarea bietet sowohl gut erhaltene Markenartikel – beispielsweise von Ralph Lauren, Prada, Adidas, Dickies oder Champion – als auch unbranded Vintage-Mode.

Die Klamotten von Retroarea werden unter anderem bei Privatanbieter*innen gekauft. Ihr könnt hier also eure gut erhaltene Marken-Kleidung weiterverkaufen. Die "Pieces" müssen eine gewisse Grundqualität und Haltbarkeit erfüllen, aber kleinere Mängel wie Löcher oder Druckmängel werden von lokalen Näher*innen und Druckereien behoben. Die Devise von Retroarea lautet, so viele Klamotten wie möglich zu verwerten. Vor einiger Zeit hat Retroarea „Retroarea reworked“ vorgestellt. Hierfür werden beispielsweise alte, kaputte Hosen zu einer Tragetasche zusammengenäht. In dieser Upcycling-Abteilung von Retroarea entstehen außerdem neue Shirts, Hosen, Jackets und vieles mehr.

"Wer sich bei uns ein Retroarea-Reworked Kleidungsstück holt, trägt automatisch einen bedeutenden Teil zur Nachhaltigkeit bei, was schon immer unser Hauptziel war und bleibt."

Marius, David und Simon von Retroarea Augsburg.

Station 4:  manomama in der Steingasse 10

Hier gibt es tolle Basics made in Germany: Shirts, Jeans, Pullis und Kleider. Außerdem Gürtel und Accessoires. Sina Trinkwalder mit ihrer Firma manomama dürfte den meisten Augsburgerinnen und Augsburgern ein Begriff sein. 2010 hat sie manomama aus dem Boden gestampft und beschäftigt heute 150 Frauen, die auf unserem Arbeitsmarkt als „unvermittelbar“ galten. Am Willy-Brand-Platz, hinter der Citygalerie, nähen diese Frauen für einen Einheitslohn Stofftaschen und die eigene manomama-Kollektion. Gesponnen, gewebt, gefärbt und gestrickt wird in Nordrhein-Westfalen, entworfen und genäht in Augsburg. Verarbeitet werden Baumwolle aus Tansania (von einem Raingrow-Projekt) und Augsburger Merino-Wolle.  Mehr über manomama in unserem Lifeguide-Interview mit Sina Trinkwalder

"Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet für mich: so zu wirtschaften, dass nicht der Kunde glücklich ist, sondern dessen Enkel."

Sina Trinkwalder, manomama

Station 5: glore in der Grottenau 2

Be green in any colour you like... so lautet das Motto von Glore. Der Name steht für globally responsible fashion. Wer Lust auf einen wirklich ästhetischen Shopping-Genuss hat, kann hier auf 160 qm Verkaufsfläche guten Gewissens in moderner, ökologisch nachhaltiger und fair gehandelter Mode für Damen und Herren schwelgen. Darüber hinaus findet man bei Glore Schuhe, Accessoires, Schmuck, Taschen und Beauty Produkte.

 

Alle bei Glore geführten Labels sind mit dem GOTS & FAIR WEAR zertifiziert: Das heißt, die komplette Produktionskette, vom Anbau der Rohstoffe bis zur Endverarbeitung, ist ökologisch und fair. Außerdem haben alle Materialien Bioqualität. Dazu gehören Baumwolle, pflanzlich gegerbtes Leder, Modal, Leinen, Hanf, Tencel, recyceltes PET, Kork und Wolle. Eine Besonderheit sind die Winterjacken von Knowledge Cotton Apparel aus Dänemark. Der Hersteller fertigt die Jacken aus recyceltem PET und gewinnt die Fasern aus gebrauchten Wasserflaschen. Auch der Materialmix der Schweizer Marke FREITAG, aus Leinen, Hanf und Modal, ist außergewöhnlich: Er ist zu 100% kompostierbar.

Mit Simone Kunz haben wir übrigens eine kundige und engagierte Ladeninhaberin nach Augsburg bekommen. Fragt sie beim Shoppen ruhig alles, was ihr zum Thema nachhaltige Mode wissen möchten - sie kennt viele interessante Details.  Mehr über Simone Kunz in unserem Lifeguide-Interview.

Station 6: Suslet Outlet in der Ludwigstraße 16

Das erste faire und nachhaltige Outlet der Welt. "Kein Kleidungsstück bleibt zurück!", lautet das Credo der Gründer Wolfgang Schimpfle und Fabian Frei. Die beiden haben sich in unserer Stadt bereits mit ihrem nachhaltigen Streetwear-Label Degree Clothing einen Namen gemacht. Das Suslet Outlet bietet nachhaltig und fair produzierte Produkte von beliebten Bio-Marken zu stark reduzierten Preisen (immer zwischen 30-70% Rabatt) für Frauen, Männer und Kinder an. Verkauft werden verschiedenste Teile vergangener Kollektionen und B-Ware sowie Schuhe, Accessoires, Food, Deko und Bio-Kosmetika. Von Anfang an dabei sind unter anderem die Marken wie Vatter, Ethletics, Greentee, NaraFood, Feuervogl, Life Tree, Degree Clothing ... Die Vision ist es, neue Maßstäbe zu setzen, denn nachhaltiger Konsum soll zur Selbstverständlichkeit werden.

Hier geht's zum Interview mit Wolfgang Schimpfle und Fabian Frei.

 

Degree - faire Streetwear aus Augsburg im SUSLET

Bei Suslet gibt es auch faire Streatwear vom Augsburger Label Degree Clothing, hinter dem auch die beiden Augsburger Fabian Frei und Wolfgang Schimpfle stecken. Die Biobaumwolle für ihre Kollektion stammt aus der Türkei, Produktion und Verarbeitung finden unter fairen Bedingungen in Portugal statt und der letzte Feinschliff wird hier vor Ort in Augsburg vorgenommen. Zu ihrem Angebot gehören hauptsächlich Frauen- und Männeroberbekleidung mit kleinen optischen Details und speziellen außergewöhnlichen Funktionen. Zum Beispiel ein Shirt, das sich in einen Beutel verwandeln lässt oder der „Hooder Helicopter“ von Degree, ein Pullover an dessen Kapuze ein Holz-Propeller befestigt ist. Die degree-Mützen werden im Textilmuseum gestrickt.

Hier kommt ihr direkt zum Online-Shop. Und warum Fabian Frei und Wolfgang Schimpfle wie ein Schweizer Taschenmesser funktionieren, erfahrt ihr im Lifeguide-Interview mit den degree-Machern.

Station 7: Onimos am Obstmarkt 11

Seit 2015 bekommt ihr bei ONIMOS ausgewählte Vintage-Kleidung. Dort seht ihr, dass Slow Fashion vielseitig sein kann: von schlicht und sportlich bis hin zu glamourös. Die aus den 70ern, 80ern, 90ern und 2000ern stammende Mode wird von ONIMOS für euch aus der ganzen Welt handverlesen und findet sich im Store zusammen. Auch dafür steht die Wortneuschöpfung ONIMOS, die sich aus den lateinischen Wörtern „omnis" und „animus" zusammensetzt und „die Seelen von uns allen" meint. Mittlerweile gibt es ONIMOS nicht nur in Augsburg. Ebenso in London an der Brick Lane ist ein ONIMOS für euch da. Auch dort stehen euch die Türen immer offen!  

Mehr über das Shopping-Gefühl bei ONIMOS in unserer Lifeguide-Reportage "Entschleunigte Mode".

Station 8: Dear Goods vegane Mode in der Frauentorstraße 7

"Buy less – choose well..." so lautet das Motto von Dear Goods. Ein guter Rat, den neuerdings viele Menschen befolgen: Sie kaufen bewusst nur noch sehr wenige „Lieblingsstücke“, die sie oft und gern tragen. Die Kleiderschränke werden dadurch übersichtlicher, die Regale sind luftig leer. Diese angenehme Reduktion strahlt auch der Laden von Dear Goods aus. Hier sind alle Produkte menschen-, tier- und umweltfreundlich, also „Fair + Bio + Vegan“.

"Mode macht Spaß. Noch mehr Spaß macht Mode, wenn man Verantwortung übernimmt. Und so wird eine schöne Tasche noch schöner, wenn weder Menschen noch Tiere leiden mussten und auch die Umwelt möglichst unversehrt bleibt."

Philosophie von DearGoods

Station 9: Latztruhe, Metzgplatz 3 

In diesem hellen und freundlich eingerichteten Laden an der Stadtmetzg findet ihr ökologische Baby- und Kinderkleidung. Allein das Anschauen macht schon sehr viel Spaß: Hier gibt es Strampler, Kleidchen, Babyschuhe, Babytragesystemen (auch Babytragetücher), naturfreundliche Geschenke und vieles mehr. Für Julia Lauterbach, die Inhaberin der Latztruhe, haben die zertifizierten Standards von GOTS (Global Organic Textile Standards) und vom IVN (Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft) höchste Priorität. Dazu gehören Reinheit und ökologische Qualität für die bei ihr angebotenen Kindermode, aber auch soziale Verantwortung für die Angestellten in der Produktion.  Kund*innen finden in der Latztruhe ausschließlich Kleidung aus 100% Biobaumwolle, von ausgesuchten Hersteller*innen und Lieferant*innen, deren Produkte und Produktion ausnahmslos dem ökologischen Gedanken verschrieben sind. Mit der ökologischen Baby- und Kinderkleidung gewährleisten Eltern nicht nur, dass die Kleidung ihrer Kinder vollständig schadstofffrei ist, sondern sie tragen auch zur Verbesserung von Umwelt und der Arbeitsbedingungen bei.

Station 10 : Blütenstern, Barfüßerstraße 8

Mit einem freundlichen „Hereinspaziert“ empfängt die kleine Boutique Blütenstern ihre Kundinnen und lockt mit Kleidern, Röcken, Blusen und Strickjacken in einem entspannten, urbanen Look. Alles lässt sich mit (beinahe) allem kombinieren.
Mal ist das Outfit strahlend bunt, mal zurückhaltend und funktional. Taschen und Accessoires runden das Bild ab. Die Besitzerin Marieanne Dolp legt größten Wert auf ökologische Standards und faire Arbeitsbedingungen. Sie bietet vor allem nach GOTS zertifizierte Bekleidung von namhaften Labeln an, wie etwa Nix, Lana, Madness oder Dorothee Lehnen. Und da die Friseurmeisterin keine halben Sachen macht, gibt es gleich nebenan das komplette Pflegeprogramm mit Naturkosmetik.

Station 11: Vinty’s Oberer Graben 4

In diesem Second-Hand-Laden der aktion hoffnung kommen Vintage-Liebhaber*innen und Retro-Fans voll auf ihre Kosten. HIer gibt es alles, was das Herz begehrt: Hochwertige Vintage-Kleidung, Schuhe, Accessoires eine große Auswahl an Jeans, Markenkleidung und andere Second-Hand-Schätzchen. Ihr wollt vor dem Shoppen euren Schrank leeren? Kleiderspenden sind bei vinty's willkommen.

Station 12: Life Tree St. Ursula 12

Life Tree setzt sich für eine nachhaltige und bewusste Lebensweise ein, bei der jeder Mensch Verantwortung für Natur und Umwelt übernehmen soll. Kernstück des Life-Tree-Designs sind die kunstvoll gezeichneten Bäume von Martin Benedek. Sie zieren die fair gehandelte und ökologisch produzierte Life-Tree-Kollektion.

Die Textilien bestehen zu 100% aus biologischer Baumwolle. Ein angenehmer Tragekomfort wird durch den Zusatz der natürlichen Fasern Modal (Buchenfaser) und Tencel (Eukalyptusfaser), sowie Bambusfaser erreicht. Zum Sortiment von Life Tree gehören außerdem Rucksäcke.

"Der Baum in seinen vielen Variationen trägt das Lebensgefühl auf jedem Kleidungsstück nach außen."

Credo von Life Tree

End-STATION: Weißen Gasse 3: Werkstatt Solidarische Welt 

Unser Bummel durch Augsburgs Innenstadt endet in der Weißen Gasse 3, bei unserem Ausgangspunkt. Hier ist nicht nur der Weltladen, sondern im 1. Stock auch die Werkstatt Solidarische Welt, eine gute Anlaufstelle für alle, die noch mehr Hintergrundwissen benötigen. Die WSW stellt Informationen, Materialien und Aktionen rund um Kleidung und Textilien zur Verfügung. Hier gibt es Bücher, Filme und Infos zu Arbeitsbedingungen, Siegeln und Fairem Handel. Außerdem Wissenswertes über Baumwolle, die "Globalisierung im Kleiderschrank" oder Altkleidercontainer. Auch Führungen durch den Weltladen, ein „Kolonialer Stadtrundgang“ oder eine nachhaltige Shopping-Tour gehören zum Angebot. Außerdem können Workshops und Vorträge gebucht werden.

 

Diese Shops finden wir auch toll:

Zirbel 13: Second-Hand-Laden mit künstlerischem Flair. In der Klinkertorstraße 13  gibt es ein großes Angebot gut erhaltener Markenbekleidung.

Kleidsam: Bei Kleidsam am Perlachberg gibt es witzige Einzelstücke von angesagten Designer*innen.

Doris Limmer: Die Modistenmeisterin Doris Limmer stellt kreative, flippige und extravagante Hüte und Mützen her – aus neuem Material und Upcycling-Material

 

 

Am Stadtrand von Augsburg:

Sozialkaufhäuser: Natürlich gehören die beiden Sozialkaufhäuser mit ihrem großen Angebot an preiswerter Mode mit zu unseren Shopping-Tipps:

Im Norden, in der Hirblinger Straße, finden Sie das SozialKaufhaus Augsburg. Im Süden, im Tal 8, befindet sich das Sozialkaufhaus Contact.

Speziell für Kinder gibt es außerdem die Second-Hand-Läden Katze, Just for Kids und Mini Klamotti.

Rot-Kreuz-Lädle:  Mode aus erster und zweiter Hand in Pfersee, Lechhausen, Oberhausen, Göggingen, Bobingen und Gessertshausen.

 

 

Ein Blick in die  Region:

Schöffel: Das Schwabmünchner Unternehmen stellt Outdoor- und Skibekleidung her. Schöffel setzt in der Produktion auf hohe soziale Standards und bei den Materialien auf Nachhaltigkeit. Im jährlich erscheinenden Sustainability Report gibt das Unternehmen detailliert Auskunft darüber.

Tatonka: Der Dasinger Rucksackhersteller produziert in Vietnam nach europäischen Standards. Jeden Freitag öffnet das Werk in Ho Chi Minh City Interessierten seine Tore. Die Lifeguide-Reportage "Ein Tag bei Tatonka in Vietnam" findet ihr hier.

Weltläden: Auch in der Region Augsburg gibt es einige sehr gut bestückte Weltläden: Sie sind in Aichach, Bobingen, Friedberg, Königsbrunn und Schwabmünchen.

Momelino: Ökologische Mode speziell für werdende Mütter bietet Momelino in Bobingen.

Fairkauf der Sozialzentren der Caritas: Second-Hand Kleidung für Damen, Herren und Kinder. In Meitingen, Königsbrunn und Gersthofen.

 

INFO:

Hier stellen wir euch die wichtigsten Textilsiegel vor, an denen ihr wirklich saubere und umweltfreundliche Kleidung erkennt.

Hier haben wir allgemeine Tipps zum Kleiderkauf für euch zusammengestellt.

 

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Erstveröffentlichung dieses Beitrages im Lifeguide: 21. Juli 2020

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Shirt Quest - Alles hat seinen Preis!

Shirt Quest tim Augsburg wahre Kosten der Modeindustrie
Im tim macht ein digitaler Spieltisch die globale Textilproduktion erlebbar. Wer setzt sich durch: Billigproduzent, Umweltaktivist oder Sozialaktivistin? Ihr entscheidet – und lernt nebenbei jede Menge.
Foto zeigt den neuen digitalen Spieltisch im Textil- und Industriemuseum Augsburg. Drei Personen bedienen gerade das Spiel, um es vorzustellen. Sie haben  das Spiel mitentwickelt.

Ein T-Shirt für 4,99 Euro. Klingt nach Schnäppchen. Aber wer zahlt den wahren Preis? Die Umwelt? Die Näherinnen in Bangladesch? Oder am Ende doch wir alle? Das neue interaktive Exponat "Shirt Quest: Alles hat seinen Preis!" im staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) lädt dazu ein, genau diesen Fragen auf den Grund zu gehen – spielerisch, aber mit ernstem Hintergrund.

Drei Rollen, drei Perspektiven, ein Ziel?

Am digitalen Spieltisch schlüpft ihr in eine von drei Rollen: Der Billigproduzent will maximale Profite und nimmt keine Rücksicht auf Nachhaltigkeit. Der Umweltaktivist setzt auf ökologische Verantwortung und Klimaschutz. Die Sozialaktivistin fordert faire Arbeitsbedingungen, angemessene Löhne und sichere Arbeitsplätze.

Über vier Pads steuert ihr verschiedene Produktionsstellen – von der Baumwollernte bis zur Endfertigung. Doch jede Entscheidung hat Konsequenzen. Spart ihr an Löhnen, verschlechtert ihr die Arbeitsbedingungen. Investiert ihr in Umweltschutz, steigen die Kosten. Nach jeder Runde – die etwa drei bis fünf Minuten dauert – erhaltet ihr ein differenziertes Fazit: Produktionskosten, Umweltauswirkungen, Arbeitsbedingungen. Drei Kategorien, die selten gleichzeitig im grünen Bereich sind.

„Das interaktive Exponat macht erfahrbar, wie soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit in der Textilproduktion verknüpft sind und lässt Besucherinnen und Besucher diese Zusammenhänge durch eigenes Handeln unmittelbar begreifen.“

Prof. Andreas Muxel, Leiter des Hybrid Things Lab der THA

Mehr als nur Daddeln am Bildschirm

Wir waren vor Ort und können beruhigen: Hier wird nicht einfach nur auf einen Bildschirm gestarrt. Der Spieltisch ist so konzipiert, dass ihr euch austauschen müsst. Die vier Pads verlangen Absprache, die unterschiedlichen Rollen sorgen für Diskussionen. Und während ihr eure Perspektive verfolgt, bekommt ihr über Kommentare mit, wie die anderen Rollen ticken. Das Ergebnis: ein dynamisches Spielerlebnis, das die Komplexität der globalen Textilindustrie greifbar macht.

„Oft sehen wir nur das fertige T-Shirt, nicht aber die versteckten Kosten, die entlang des Weges entstehen. ´Shirt Quest´ öffnet diesen Blick und macht die Vielschichtigkeit der Zusammenhänge spielerisch erfahrbar. So entsteht ein Verständnis dafür, wie wichtig nachhaltiger Konsum und Kreislaufwirtschaft für die Zukunft der Textilindustrie sind.“

Prof. Dr. Simone Kubowitsch, Mitinitiatorin des ELLSI-Lernlabors im Recycling Atelier Augsburg

Feedback erwünscht – QR-Code nicht übersehen!

Ein kleiner Hinweis: Am Spieltisch findet ihr einen QR-Code. Der könnte auffälliger sein, lohnt sich aber. Dahinter verbirgt sich ein Fragebogen, mit dem ihr euer Gelerntes testen und dem Entwicklungsteam Feedback geben könnt. Die Installation ist eine Erweiterung der Dauerausstellung und wurde in Kooperation mit der THA und ihren Forschungslaboren ELLSI-Lernlabor sowie Hybrid Things Lab entwickelt. Gefördert wurde das Projekt von der VolkswagenStiftung. 

Unser Fazit: Unbedingt ausprobieren!

Schaut vorbei im tim und macht euch ein eigenes Bild von der Ausstellung und dem Spiel. Es lohnt sich – für Familien, Schulklassen und alle, die verstehen wollen, was hinter ihrem T-Shirt steckt. Und vielleicht überlegt ihr beim nächsten Einkauf zweimal, ob das 4,99-Euro-Shirt wirklich ein Schnäppchen ist.

Info:

  • Ort: Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim), Provinostraße 46, 86153 Augsburg
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 9–18 Uhr
  • Eintritt: Regulär 7 €, ermäßigt 3,50 €
  • Mehr Infos: timbayern.de

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The Fast-Fashion Wave

The Fast-Fashion Wave
The Fast-Fashion Wave is part of the cultural-support program of the 2022 Canoeing World Championships in Augsburg. Get inspired by three artistic waves representative of the topics fast-fashion, plastic-pollution, and social inequality.
This installation is called The Fast-Fashion Wave, created for the cultural-support program of the 2022 Canoeing Wold Championship in Augsburg. Image: Carolin Loser

Nowadays, the clothing industry is plagued by superlatives: fast, faster, fast-fashion. Clothes are getting cheaper, sales figures higher, items are worn for shorter periods of time, the quality is worse. Especially the textile workers, our environment and the climate suffer from this. This art installation is intended to visually draw attention to the problems of our mass textile consumption and its severe effects.

 

The Fast-Fashion Wave is one of three installations concerning water and social inequality, that will draw attention to the consequences of human actions on the environment and society. They are placed in Augsburg's old town during the Canoeing Worldchampionship 2022.

 

 

Clotheslines in the Pfladerngasse

Five washing lines were stretched between the walls of Pfladergasse, on which a colorful selection of old clothes is hanging. Everything is included - from wildly patterned blouses to striped baby rompers. All of these clothing items have already been disposed by their former owners, although they are still in very good condition.

Between the rather cheerful-looking clothes, banners with keywords or numbers provide information about the serious background of fast fashion: 2,700 litres of water for one t-shirt, 1,134 deaths in the Rana Plaza accident in Bangladesh, around half a billion kilos of micro plastic in our waters. he bare numbers and dates are intended to arouse the curiosity of people walking by. More information are provided on text panels standing next to the installation.

 

 

CANOUANCES ON THE OCCASION OF THE CANOEING WORLDCHAMPIONSHIP 2022 

The project consists of three waves: The Fast-Fashion Wave, The Plastic-Waste Wave by Stefan Kaindl and The Solidarity Wave. The CANOUANCES are located in Augsburg's old town during the Canoeing Worldchampionship from July 26 to 31. They were created in cooperation between the City of Augsburg, the Habitat Augsburg Association and the Augsburg University of Applied Sciences. Here on the Lifeguide, the project is accompanied by the Office for Sustainability Augsburg. 

Rapidly Changing Trends

Every season large volumes of clothing articles are produced in developing countries. These are then sold in the developed world at very low prices, only to be thrown out once the next trend-wave comes crashing onto the shore. Change comes and goes like a high-speed train in this industry, loading off new fabrics, cuts, and trends, and carting off the old, unwanted ones. In the case of the fashion economy, “old” can be defined by months, if not weeks. This is made possible by influential enterprises speedily having clothes produced in low-income regions, such as Bangladesh. Here, the working environment is inhumane and the workers, who are largely women and girls, are made to labor for insuperable and meager wages. Their days are marked by oppression and a constant fear for their safety.

 

 

The materials our clothes are made of

However, the appalling working conditions and the poor treatment of laborers are only two of the problems that beset the fast-fashion industry. You must look no further than the materials themselves, such as cotton and polyester. The cultivation of cotton results in monocultures in the areas in which it is produced. What’s more, cotton plantations require large amounts of water for irrigation, yet are often located in countries that suffer from severe water shortages. And if the cotton isn’t organic, pesticides and other strong chemicals are employed. Synthetic fiber such as polyester similarly burdens the environment, as its production requires the use of fossil fuels and the material itself sheds microplastics.

 

 

Export to other Countries 

In the fast-fashion world, it’s not just workers and the environment that suffer; the quality does, too. The reason is that speed is one of the greatest factors for success in this lucrative business. As long as a product is made and shipped quickly, the quality of the piece or the circumstances of its making are of no importance. In fact, fast-fashion companies often aren’t quick enough before many of the pieces have even hit the shop window, a new trend comes rolling into the station, and the “old” is replaced by the new. What follows is an indisputable waste issue, as the replaced items are sent to poorer areas of the world, where they end up in landfills.  An apt example is Atacama Desert in Chile, where daily tons of clothes are dumped in the middle of nature. It is true that, due to the poor quality of the pieces, they do not last very long and wearing them for some time will leave them visibly frayed. However, many of these articles are brand-new and undamaged, thrown out for the sole reason of no longer meeting the latest trends.

Due to the many synthetic fabrics used in the production of the apparels, they degenerate very slowly. Moreover, burning them not only harms the atmosphere, but likewise releases certain chemicals that seep into the earth, and eventually the groundwater. Some people with low-income try to eke out a livelihood by combing through landfills for items to sell.

 

 

What can I do?

The first decisive step is to abandon the idea that one's personal actions do not contribute to overall change, and that one therefore does not need to critically scrutinize one's purchasing behavior. Many individuals generate demand through their purchasing behavior and consequently influences supply. It is immensely important to educate oneself on the ecological and social issues of fast-fashion, to adjust one’s consumption and behavior accordingly. The key is to treat clothing with respect and gratitude, to value it and not simply regard it as a disposable product. Long wear, swapping, giving away, repairing, borrowing, donating, and upcycling can maximize the longevity of clothing articles. If you decide to buy new clothes, first reflect on your current purchasing behavior. Are you blinded by greenwashing, or do you critically question when fashion companies promote themselves and their clothing as sustainable?

 

 

Do I really need it?

It often helps to ask yourself whether you really need the item you want - this is certainly a good way to avoid unnecessary quick-buys, especially on days such as Black Friday, when items are supposedly heavily discounted. If you indeed decide to buy the article, you might want to find out about the working conditions, supply chains, and materials used in advance, and buy slow or fair fashion products. Second-hand/eco/fair-trade stores, flea markets or clothing swap parties are ideal places to start.

 

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Die Zeiten des Fast Fashion sind vorbei. Wer nur noch wenige Lieblingsstücke kauft, die bio, fair oder regional produziert sind und lange halten, schont die Umwelt. Diese Reduktion und der leere Kleiderschrank wirken befreiend. Für alle, die mehr Abwechslung brauchen: Ihr könnt Kleidung leihen, teilen, tauschen oder verschenken - in Second-Hand-Läden, bei Kleidertauschpartys oder beim professionellen Kleiderverleihservice. Wir zeigen euch wie’s geht und freuen uns auf eure Tipps: redaktion@lifeguide-augsburg.de

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