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Plärrer und Nachhaltigkeit

Schwabens größtes Volksfest öffnet bis zum 19. April seine Pforten. Wir haben nachgefragt, wie nachhaltig das Volksfest eigentlich ist.
Der Eingang zum Augsburger Plärrer - dem größten Schwäbischen Volksfest.

Nachhaltig lebende Menschen fahren vielleicht lieber mit dem Rad zum Kuhsee als zum Volksfest auf dem Augsburger Plärrer. Zu voll, zu laut ... und überhaupt nicht umweltfreundlich! Aber stimmt das auch noch so oder können die Kinder doch in die Leopardenspur steigen und mit Oma oder Opa eine Fahrt im Riesenrad und eine Zuckerwatte genießen?

Gut zu wissen, dass sich die Organisierenden des größten Volksfestes in Schwaben schon lange darüber Gedanken machen, wie sie den Plärrer nachhaltig gestalten können. Joseph Diebold, Vorsitzender des Schwäbischen Schaustellerverbandes, hat uns erzählt, was bereits passiert.

Energie aus erneuerbaren Energien

Bereits seit 2015 Jahren kommt der Strom aus 100 Prozent Wasserkraft. Und zwar für alle Schaustellerbetriebe – vom Bierzelt bis zur Achterbahn, erklärt Josef Diebold. Damit war Augsburg Vorreiter und das erste Volksfest, das komplett auf erneuerbare Energien setzte.

Auch sonst steht Energiesparen hoch im Kurs. Überall werden LED-Lampen eingesetzt - teilweise schon in der dritten Generation und mit der höchsten Effizienzklasse. Das spart bis zu 75 Prozent der Energie ein. 

Mobile Trinkwasserstation

Ebenso können sich Besuchende über kostenloses Trinkwasser freuen. Die Stadt Augsburg stellt eine mobile Zapfstation auf dem Festgelände zur Verfügung, an der frisches Leitungswasser direkt aus dem städtischen Versorgungsnetz kommt.
Die Station findet ihr in der Nähe des Binswanger Festzeltes und sie ist am swa-Logo gut erkennbar. Festbesuchende können dort ihre mitgebrachten Trinkgefäße kostenlos auffüllen und sich so während des Volksfestes mit Wasser versorgen.

Mülltrennung wird großgeschrieben

Auch wenn es nicht sofort für alle erkennbar ist: Auf dem Augsburger Plärrer wird der Müll streng getrennt. Ein Platzwart nimmt auf einem abgetrennten Müllhof Kartonagen, Papier und Folien entgegen und sortiert den Müll aus den Abfallbehältern nach. So bleibt nur wenig Restmüll übrig.

Überall an den Essensständen gibt es Bio-Tonnen, sodass die Lebensmittelreste der Biogasanlage der AVA zugeführt werden können. Ebenso wird Altöl-Frittenfett in Tonnen gesammelt und zurückgeführt - daraus entsteht dann Biodiesel.

"Es wird hier nichts sinnlos weggeschmissen. Alles was am Ende des Tages noch übrig ist - von den Erdbeeren bis zur Knödel - wird von Foodsharing abgeholt und verteilt." 

Josef Diebold, Vorsitzender des Schwäbischen Schaustellerverbandes

Nachhaltiges Denken nimmt an Fahrt auf

Josef Diebold betont, dass der Schwäbische Schaustellerverband als Wirtschaftsverband für seine Mitglieder Kurse anbietet, damit diese beim Umweltschutz besser werden können. Das schließt auch ein nachhaltige Angebot beim Essen und Trinken mit ein. So sind Bioprodukte an Essensständen und im Bierzelt ebenso erhältlich wie vegane Speisen. Bio-Bratwürste bekommt man stets frisch gegrillt - so wird Lebensmittelverschwendung vermieden. 

In den Bierzelten finden die Besuchenden eine reichhaltige Speisekarte, die neben lokalen Fleischspezialitäten auch vegetarische und vegane Gerichte anbieten. Vor allem die Speiskarte des Binswanger Zeltes weist Bio-Produkte - allen voran den Bio-Ochsen - gesondert aus. Es gibt sogar eine eigenen Rubrik "Bio, vegetarisch, vegan". Die Zutaten kommen meist aus der Region, mit kurzen Anfahrtswege – täglich frisch produziert.

Anreise mit Bahn, Tram und Radl

Ebenso nachhaltig ist es, dass die rund 600.000 Besuchenden hauptsächlich zu Fuß, mit dem Rad oder mit den öffentlichen Nahverkehr anreisen. "Das ist ökologisch besser, als wenn all diese Menschen einzeln in den Europark fahren würden," erklärt Diebold.

Mit dem Familien-Tagesticket der SWA kann eine erwachsene Person ab 15 Jahre Montag bis Freitag ab 9.00 Uhr und am Wochenende und an Feiertagen ganztags bis zu 4 Kinder kostenlos mitnehmen. 

Fahrradständer gibt es in der Holzbachstraße in unmittelbarer Nähe zum Eingang an der Badstraße, entlang der Schwimmschulstraße. Zudem können Fahrräder am Zaun an der Langenmantelstraße auf der linken Seite des Haupteinganges abgestellt werden.

Neu ist, dass Menschen mit Behinderung, die mit dem Auto anreisen, eigens ausgeschriebene Parkplätze zur Verfügung gestellt werden. Und auch die neuen Frauenparkplätze sollen besonders gut ausgeleuchtet werden, um die Sicherheit zu erhöhen. 

Soziales Engagement

Auch in Sachen soziale Nachhaltigkeit ist der Plärrer engagiert. Beim Frühjahrs- und Herbstplärrer können jeweils rund 250 Menschen mit Beeinträchtigungen, Waisenkinder oder andere benachteiligte Menschen kostenlos Essen und an den Buden Spaß haben.

Zudem gibt es in diesem Jahr die "Toilette für alle". Diese Sanitäranlage steht Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen zur Verfügung. Und beim Kinderfahrgeschäft "Orient-Experess" ebenso wie im Festzelt Binswanger, befindet sich eine Kindertoilette mit Wickeltisch, die Familien kostenfrei nutzen dürfen. 

Wie immer ist mittwochs der Familientag, bei dem es bis zum frühen Abend ermäßigte Fahr- und Eintrittspreise sowie Sonderangebote gibt. Die Streetworker des Stadtjungendring Augsburg kümmern sich um die Belange und Sorgen der jugendlichen Besucherinnen und Besucher. 

Fazit:

Auf dem Plärrer sind nicht nur die vielen Fahrgeschäfte in Bewegung, sondern auch die Schausteller und Schaustellerinnen, die sich auf den Weg zu mehr Nachhaltigkeit machen. Wir bleiben der Nachhaltigkeit auf der Spur und freuen uns auf euer Feedback und eure Beobachtungen dazu. 

Schreibt uns, wenn ihr dazu noch Fragen habt oder ob ihr auf dem Plärrer etwas besonders nachhaltiges entdeckt habt.


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