Bildung für nachhaltige Entwicklung in Augsburg
Bildungsinstitutionen und Lernorte verknüpfen
Wie wollen wir in Zukunft leben? Was und wie müssen wir lernen, um unsere Welt für alle lebenswert zu gestalten? Antworten auf diese Fragen zu finden, dabei hilft uns Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Weltweite Herausforderungen wie Armut, Pandemien oder der steigende Meeresspiegel betreffen uns alle - nur gemeinsam können wir sie lösen! Für eine lebenswerte Zukunft müssen wir jetzt handeln. BNE trägt dazu bei, zu lernen, verantwortungsvoll zu leben und zu erfahren, dass unser eigenens Verhalten dazu beiträgt, unseren Planeten für kommende Generationen zu erhalten. Denn jeder Kilometer, den wir zu Fuß oder mti dem Fahrrad zurücklegen macht einen Unterschied!
BNE in Kommunen
BNE auf kommunaler Ebene ist keineswegs ein neues Konzept. Es wird bereits in vielen Städten und Gemeinden erfolgreich umgesetzt. So arbeiten in München Schulen, Kitas und Umweltzentren im Rahmen des BNE-Netzwerks München eng zusammen, um nachhaltige Projekte zu entwickeln und durchzuführen. Auch in Hamburg gibt es ähnliche Bestrebungen, BNE-Themen durch die Zusammenarbeit von Akteur*innen aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf allen Ebenen zu verankern. Diese und viele andere Beispiele zeigen: BNE ist kein theoretisches Konzept, sondern ein lebendiger Prozess, der in unterschiedlichsten Bereichen angewandt werden kann und bereits angewandt wird.
BNE-Netzwerk in Augsburg
In Augsburg gilt BNE als zentrales Leitbild für alle Bildungsbereiche. Basierend auf einem Stadtratsbeschluss von 2017 verfolgt das Referat für Bildung und Migration gemeinsam mit dem Büro für Nachhaltigkeit das Ziel, alle Bildungsinstitutionen und Akteur*innen in Augsburg in einem „BNE-Netzwerk“ zusammenzubringen. Das Augsburger BNE-Netzwerk setzt auf Kooperationen und den Austausch bewährter Methoden, um die verschiedenen Bildungsakteur*innen zusammenzubringen.
Langfristig soll das Netzwerk formale Bildungsinstitutionen (Kitas, Schulen, Hochschulen, berufliche Aus- und Weiterbildung) mit anderen Lernorten und Anbietern von Bildungsinhalten aus Wirtschaft, Kommunen, zivilgesellschaftlichen Institutionen und privaten Initiativen verknüpfen. Durch diese dauerhafte Vernetzung und Zusammenarbeit wird der gesamtgesellschaftliche Anspruch von BNE in Augsburg erfüllt und eine gesellschaftliche Transformation im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung angestrebt.
Kita-Netzwerk als Modell
Im Frühjahr 2024 fand das erste Augsburger BNE-Modellnetzwerktreffen statt. Verschiedene städtische Kindertagesstätten, eine Vertreterin der Augsburger Grundschulen und verschiedene Anbieter*innen von BNE-Angeboten waren dabei. Das Netzwerk startet zunächst im kleinen Rahmen und bleibt während der Modellphase geschlossen, um zu ermitteln, was in größerem Rahmen umgesetzt werden kann. Beim zweiten Treffen wurde das Netzwerk um eine weitere Vertreterin der Augsburger Grundschulen und ein zusätzliches Mitglied erweitert.
Derzeitige Themen des Netzwerks sind unter anderem die Frage, wie die Zoopädagogik des Augsburger Zoos, die Pädagogik des Waldpavillons und der Youfarm als Ressourcen für Kindertagesstätten und Grundschulen genutzt werden können. Zudem arbeitet das Netzwerk daran, einen Überblick über die BNE-Angebote im Raum Augsburg zu erstellen. Diese Angebote sollen auf einer Plattform gebündelt werden, um sie schnell und einfach zugänglich zu machen.
Vernetzung und Unterstützung durch die BNE-Koordination
Neben der Arbeit im Netzwerk vernetzt die BNE-Netzwerk-Koordinatotion verschiedene Gruppen und unterstützt sie dabei, BNE in ihre Arbeit zu integrieren. Ein Beispiel dafür ist der „BNE-Kickoff“ der städtischen Kitas, der am 15. Juli 2024 auf der Youfarm stattfand. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Kindertagesbetreuung organisiert, trafen rund 60 Kita-Mitarbeitende auf verschiedene Anbieter*innen von BNE-Angeboten. Solche Veranstaltungen fördern den Austausch und die Zusammenarbeit, um BNE in Augsburg weiter voranzutreiben.
Autorin: Julia Magg, Augsburger Netzwerk „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.
Dieser Beitrag erschien zuerst in „Stadt mit A“, Ausgabe 60.
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