Nachhaltig aktiv durch Bildung
Müll sammeln beim Spaziergang durch den Siebentischwald, Äpfel vom Stadtmarkt statt Erdbeeren aus Spanien, mit dem Rad zur Arbeit statt mit dem Auto: Nachhaltigkeit beginnt im Alltag. Bereits seit vielen Jahren findet in Augsburg Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) statt. Die Wurzeln reichen bis 2007 zurück, als sich der Landschaftspflegeverband mithilfe der Umweltstation als Wegbereiter aufmachte. Seit 2023 bietet das Umweltbildungszentrum als städtisches Gebäude einen festen Anlaufpunkt für dieses Thema.
Gemeinsam lernen und handeln
Damit alle an einem Strang ziehen, koordiniert das Bildungsreferat das Augsburger Netzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Seit Mitte 2025 leiten Luna Winter gemeinsam mit Norbert Pantel, beide städtische Koordinatoren für Bildung für Nachhaltige Entwicklung, das Netzwerk. Ihr Ziel: Nachhaltige Kompetenzen für eine positive Zukunftsgestaltung fest in Schulen, Kitas und außerschulischen Bildungseinrichtungen zu verankern.
„Dieses Netzwerk ist ein Wegbereiter. Wir gestalten gemeinsam eine Bildungslandschaft, die jungen Menschen wie Erwachsenen Orientierung für eine nachhaltige Zukunft bietet."
Luna Winter, Augsburger BNE-Netzwerk
Das Netzwerk bringt Menschen zusammen, die in der Bildung arbeiten – damit sie sich austauschen, voneinander lernen und gemeinsam neue Angebote entwickeln können. So entstehen Angebote, die wirklich gebraucht werden. Ein Beispiel: Viele Kitas in Augsburg wünschten sich, dass schon die Kleinsten lernen, respektvoll mit Tieren umzugehen. Der Zoo Augsburg reagierte und schuf die „Minitierpfleger“. Hier erleben Kinder, wie man Löwen, Ziegen oder Nashörner achtsam begegnet.
Wissen schafft Wandel
Bildung für nachhaltige Entwicklung greift aktuelle gesellschaftliche Fragen auf und befähigt Menschen, verantwortungsvoll zu handeln. Ziel ist eine Gesellschaft, die heutige Bedürfnisse erfüllt, ohne künftige Generationen zu gefährden – Stichwort Generationengerechtigkeit.
Nachhaltigkeit umfasst weit mehr als Klimaschutz oder Ressourcenschonung. BNE betrachtet das Zusammenspiel von Gesellschaft, Umwelt, Kultur und Wirtschaft – global und generationenübergreifend. Sie vermittelt Wissen über Umweltschutz, Klimawandel und soziale Gerechtigkeit, fördert gleichzeitig aber auch kritisches Denken, Empathie und Teamfähigkeit.
BNE wirkt dort, wo Menschen leben, lernen und arbeiten: in Schule, Beruf und Alltag. Ob Klimaschutzprojekte, Workshops zu nachhaltigem Konsum oder Initiativen zur Müllvermeidung – BNE macht Nachhaltigkeit greifbar und motiviert zum Handeln.
Sie richtet sich an Menschen in allen Lebensphasen und Bildungslagen. BNE stärkt das Verständnis globaler Zusammenhänge, regt zum Nachdenken über eigene Entscheidungen an und ermutigt, aktiv an einer zukunftsfähigen Welt mitzuwirken – als informierte Weltbürgerinnen und Weltbürger.
Das Netzwerk wächst
Das städtische BNE-Netzwerk bringt Einrichtungen zusammen, die Bildung für nachhaltige Entwicklung bereits umsetzen – von Schulen über das Umweltbildungszentrum bis zu Vereinen. In Zukunft soll das Netzwerk für noch mehr Partner*innen geöffnet werden, um BNE flächendeckend als Methode zu etablieren. Denn BNE ist kein Thema, BNE ist ein Werkzeug.
Die Netzwerkarbeit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem großen Ziel: Die Stadt Augsburg möchte ein stadtweites BNE-Konzept entwickeln. Dabei spielt das Netzwerk eine zentrale Rolle – es sorgt dafür, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung in Augsburg sichtbar wird, sich qualitativ weiterentwickelt und langfristig fest verankert bleibt.
Jährlicher Aktionstag BNE
Die Arbeit zeigt bereits Wirkung: Eine zentrale Online-Übersicht aller Augsburger BNE-Angebote ist in Planung und soll mit dem Portal Kulturkiesel verknüpft werden. Im Juni findet ein jährlicher BNE-Aktionstag für Kitas statt. Pädagogische Fachkräfte lernen dabei Bildungsorte und Angebote kennen und sammeln Anregungen für ihre Arbeit.
Das Netzwerk deckt ein breites Spektrum ab - von Naturpädagogik über Zukunftskompetenzen bis zu globalen Gerechtigkeitsthemen. Es orientiert sich an den vier Dimensionen starker Nachhaltigkeit: Kultur, Ökologie, Soziales und Ökonomie. Mehrmals im Jahr treffen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Kitas, Schulen und außerschulischen Lernorten im Netzwerk. Daneben gibt es Arbeitsgruppentreffen zu verschiedenen Projektthemen – ein Zeichen dafür, wie lebendig der Austausch im BNE-Netzwerk inzwischen ist.
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