Blue City - Aktiv werden durch Bildung
Klimaschutz ist eine Mammutaufgabe, und sie lässt sich nur stemmen, wenn möglichst viele mitmachen. Hier setzt Säule 6 des Blue City Klimaschutzprogramms an. „Aktiv werden“ lautet die Devise. Mit gezielter Aufklärungs- und Bildungsarbeit möchte die Stadt Augsburg Bürgerinnen und Bürger dazu befähigen, eigene Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Konkret stößt die Stadt an Schulen Klimaschutzprojekte an und unterstützt das Umweltbildungszentrum beim Botanischen Garten, welches jedes Jahr zahlreiche Veranstaltungen rund um Klimaschutz, nachhaltiges Handeln und Umweltbildung anbietet. Darüber hinaus richtet sie jährlich die Blue City Klimakonferenz aus. Seit 2020 berät der Klimabeirat als unabhängiges Expertengremium Verwaltung und Politik bei klimarelevanten Fragestellungen und begleitet die Klimaschutzarbeit der Stadt.
Wissen, das aktiv macht
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) befähigt Menschen, verantwortungsvoll zu handeln und Entscheidungen für eine zukunftsfähige Welt zu treffen. Sie vermittelt Wissen über Umweltschutz, Klimawandel und soziale Gerechtigkeit und fördert dabei kritisches Denken, Empathie und Zusammenarbeit.
Ob Klimaschutzprojekt, fairer Handel, Workshop zu nachhaltigem Konsum oder Aktion gegen Müll: BNE macht nachhaltiges Handeln erlebbar, in der Schule, im Beruf und im Alltag. So werden Menschen motiviert und befähigt, selbst aktiv zum Klimaschutz und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.
BNE in Augsburg
Bildung für nachhaltige Entwicklung orientiert sich an den vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Soziales, Wirtschaft, Kultur): In Augsburg wird BNE an vielen Orten gelebt, etwa, im Umweltbildungszentrum, im Zoo Augsburg oder im Waldpavillon. Hinzu kommen weitere Akteurinnen und Akteure rund um das Augsburger Netzwerk BNE. Auch die Hochschulen beteiligen sich: An der Technischen Hochschule gibt es einen Masterstudiengang Nachhaltigkeitsmanagement, und die Universität Augsburg forscht in der Geographiedidaktik zu BNE, unter anderem zu Lernumgebungen mit Virtual Reality.
Das Büro für Nachhaltigkeit der Stadt unterstützt Akteurinnen und Akteure bei einzelnen Projekten und Veranstaltungen und entwickelt eigene Formate wie die Veranstaltungsreihe „Earth for all“ oder die Ausstellung TERRA EXTRACT am Königsplatz. Im Bildungs- und Kulturreferat koordiniert eine eigene BNE-Stelle das Augsburger Netzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung, baut die Bildungslandschaft weiter aus und vernetzt die verschiedenen Bildungseinrichtungen.
Wer passende Angebote für Kita, Schule, Verein oder Erwachsenenbildung sucht, wird in der digitalen Datenbank Kulturkiesel fündig. Es hilft Bildungsanbietern, wie auch Familien dabei, in Augsburg Stadt und Land sowie in Aichach-Friedberg, BNE-Angebote zu finden.
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Ein Netzwerk für alle
All diese Initiativen führt das Augsburger BNE-Netzwerk zusammen, das 2017 vom Stadtrat auf den Weg gebracht wurde. Das Bildungs- und Kulturreferat sowie das Büro für Nachhaltigkeit vernetzen Bildungsakteurinnen und Bildungsakteure aus Schule, Kita, Hochschule, Vereinen und Zivilgesellschaft. So entstehen gemeinsame Projekte, neue Kooperationen und ein wertvoller Austausch. Das stärkt Bildung für nachhaltige Entwicklung in ganz Augsburg und schafft die Grundlage dafür, dass Klimaschutz und nachhaltiges Handeln von vielen Menschen mitgetragen und im Alltag dauerhaft umgesetzt werden.
BNE im Bildungs- und Kulturreferat
Auch Wettbewerbe und Mitmachaktionen bringen BNE in den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Beim Augsburger Solarmobilwettbewerb entwickeln und bauen Schülerinnen und Schüler kleine, solarbetriebene Fahrzeuge. Dabei setzen sie sich praktisch mit erneuerbaren Energien, Ressourcenschonung und technischer Innovation auseinander. Das Projekt verbindet naturwissenschaftliches Lernen mit Kreativität und zeigt anschaulich, wie die Energiewende funktioniert.
Bereits im Kita-Alter setzt die Stadt Augsburg mit den Klimaboxen an. Die Boxen enthalten altersgerechte Materialien und Praxisideen, mit denen Kinder spielerisch Themen wie Energie, Klima, Natur und nachhaltiges Handeln entdecken können.
Mit der Aktion „Lass Dein Elterntaxi stehen!“ fördert die Stadt Augsburg zudem eine selbstständige und klimafreundliche Mobilität von Kindern. Die Kampagne ermutigt Familien, Schulwege zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad zurückzulegen und auf kurze Autofahrten zu verzichten. So werden nicht nur CO₂-Emissionen reduziert, sondern auch Verkehrssicherheit, Bewegung und Umweltbewusstsein gestärkt. Nachhaltiges Handeln wird dadurch unmittelbar im Alltag erfahrbar.
Ein besonders anschauliches Beispiel ist das Umweltbildungsprojekt „Prima Klima“. Es vermittelt Wissen zu Energie-, Klima- und Ressourcenschutz und zeichnet jährlich Schulen aus, die sich besonders für das Energiesparen engagieren. Ergänzt wird das Angebot durch das Ökoschulprogramm, in dem Lehrkräfte gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern eigene Projekte zu Themen wie Müllvermeidung, Biodiversität oder klimafreundlicher Mobilität entwickeln und umsetzen.