Müll & Entsorgung
Second Hand

Altkleider entsorgen - so geht's richtig

Wohin mit den alten Klamotten? Seit Januar 2025 gilt eine EU-Regel für Textilien. Aber nicht alles darf in die Altkleider-Container. Wir zeigen euch, was reingehört.
Altkleider im Stapel.

Die Jeans durchgewetzt, das olle T-Shirt im Schrank noch nie getragen und auf der alten Tischdecke, die zum Abdecken beim Streichen verwendet wurde, jede Menge Farbkleckse – was tun damit? Liest man auf der Seite des Augsburger Abfallwirtschaftsbetriebs aws nach, so wird man feststellen, dass nur das T-Shirt in den Container für Alttextilien darf. Die zerschlissen Jeans und die verschmutzte Tischdecke dagegen sollen im Restmüll (Graue Tonne) entsorgt werden und damit in die Verbrennung gehen. Doch hieß es nicht, dass ALLE Textilien getrennt entsorgt werden müssen? Die neue EU-Regel gilt zwar, die alte Frage jedoch bleibt: Wohin mit nicht mehr benötigten Textilien?

Textilabfälle getrennt sammeln

Seit Januar 2025 sind Textilabfälle getrennt vom Restmüll zu sammeln. Das besagt die Abfallrichtlinie der EU (Richtlinie 2008/98/EG), die im deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetz (§ 20 Abs. 2 KrWG) umgesetzt wurde. Die Aufforderung richtet sich an öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger – das sind in der Regel die Kommunen. Die wiederum stehen mit ihren Abfallwirtschaftsbetrieben dafür in der Verantwortung. Ziel ist es, so mehr Alttextilien in den Kreislauf von Wiederverwendung oder Recycling zu bekommen. Doch was bedeutet das nun für jede*n einzelne*n? Wo kann, soll oder darf man alte Kleidung, Schuhe und weitere Textilien entsorgen?

Altkleider-Container in der Region

In der Region Augsburg arbeiten die Abfallwirtschaftsbetriebe mit der aktion hoffnung sowie in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg mit dem Bayrischen Roten Kreuz als Partner zusammen. Diese sammeln über eigene Container Alttextilien. Mehr als 190 Container gibt es allein in der Region, eine Karte auf der Homepage der Aktion Hoffnung oder des Bayrischen Roten Kreuz zeigen die Standorte.
Die aktion hoffnung sortiert einen Teil der gesammelten Kleidung selbst. Nur etwa drei bis vier Prozent der Kleidung kann als „Crème de la Crème“ in den eigenen Läden der Organisation, die VINTY´S Secondhandmodeshops in Augsburg, Ettringen und Nürnberg, wieder verkauft werden. Ein weiterer kleiner Teil geht als materielle Projektunterstützung an geprüfte Partner vor allem in Osteuropa. Der weit größere Anteil wird nach den sozial- und umweltverträglichen Kriterien des Dachverbandes FairWertung e.V. Altkleiderspenden für soziale Projekte! - Dachverband FairWertung e. V. an Sortierbetriebe in Europa vermarktet, um mit dem Erlös weitere Projektpartner finanziell zu unterstützen.

Das darf in die Altkleider-Container

In die Alttextilien-Container dürfen damit nur folgende Textilien – sauber und gut erhalten:
•    Oberbekleidung (z.B. Hosen, Kleider, Pullis, auch Leder und Pelze) 
•    Accessoires (Gürtel, Hüte, Mützen, Schals)
•    Vorhänge und Stores
•    Haushalts- und Bettwäsche, Federbetten
•    Schuhe, paarweise gebündelt
•    Handtaschen
•    Plüschtiere, Stoffreste
Als Faustregel gilt: Eine Spende ist nur dann sinnvoll, wenn man die Textilien auch einem Freund oder einer Freundin weitergeben würde. 
Eine genaue Auflistung findet Ihr auf den Tipps für Ihre Kleiderspende der Aktion Hoffnung.

„Leider landen seit der Umsetzung der Getrenntsammlungspflicht immer mehr beschädigte und nicht mehr brauchbare Textilien sowie andere Fremd- und Störstoffe in den Sammelbehältern.“

Karin Stippler, aktion hoffnung

Wohin mit verschlissenen Textilien?

Unbrauchbare Textilien, die in den Sammelcontainern landen, müssen von den Betreibern der Sammelbehälter mitgenommen und entsorgt werden. Für die meist kleinen Organisationen, wie es auch die aktion hoffnung ist, stellt dies einen extrem hohen Aufwand dar, der so nicht machbar ist. „Wir bitten in diesem Zusammenhang nochmals, nur gut erhaltene, saubere und noch tragbare Textilien in die Sammelbehälter zu spenden“, so Karin Stippler, zuständig für Kommunikation bei der aktion hoffnung.
Im Klartext: Es gehören weder verschlissene, beschädigte, nasse, zerschnittene oder schmutzige Textilien bzw. Schuhe noch Stoffreste in die Container. Das bedeutet andersherum: „Beschädigte Textilien gehören in die Restmülltonne“, so Karin Stippler. Auch ihr ist keine Sammelstelle bekannt, an der man seine nicht mehr gut erhaltenen Alttextilien abgeben könnte, um daraus zumindest noch Lumpen oder Malervlies herstellen zu können. Denn auch hier gibt es ein Problem: „Oftmals bestehen Textilien, vor allem sogenannte Fast Fashion-Mode, aus Mischgeweben, die wegen ihrem teils hohen Kunststoffanteil nicht einmal dafür verwendbar sind“, weiß sie zu berichten. 
Bleibt also nur, die abgewetzte Jeans, das farbbekleckste Tischtuch und weitere nicht für die Weitergabe geeignete Textilien selbst als Putz- und Spüllumpen oder Malerabdeck“folie“ zu verwenden.

„Ob aus alter und nicht mehr tragfähiger Kleidung z.B. Malervlies oder Dämmmaterial hergestellt werden kann, kann pauschal nicht gesagt werden.“

Karin Stippler, aktion hoffnung

Zukunft Textil-Recycling

Im Recycling Atelier Augsburg Recycling Atelier (neu, in progress) - ITA Augsburg, der weltweit ersten Modellfabrik für mechanisches Textilrecycling, wird erforscht, wie aus alten Textilien wieder neue Kleidung entstehen kann. Bis es so weit ist, bleibt es wichtig, die Container nur mit geeigneten Stücken zu füllen – damit Recycling und Wiederverwendung funktionieren. 
Und: Jedes saubere Kleidungsstück im Container verlängert die Lebensdauer von Textilien, spart Ressourcen – und unterstützt Projekte in Augsburg und weltweit!

Wer noch mehr zum Thema wissen möchte, findet hier Wege deiner Altkleider - Dachverband FairWertung e. V. nicht nur den hörenswerten Podcast „BrauchBar“ mit Infos, Tipps und spannenden Details aus der Welt der (Alt-)Textilien.


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