Kultur & Bildung

MAX59: Ein Haus für alle

Begegnung, Bildung und Kultur - das ist die Vision von MAX59, das in der Augsburger Innenstadt ein Zentrum für alle sein soll: nachhaltig gedacht und gemeinsam gestaltet.
Max 59: Im ehemaligen Mozart-Konservatorium

In Augsburgs Maximilianstraße 59 entsteht mit MAX59 ein Haus, das mehr sein will als nur ein kulturelles oder soziales Zentrum. Die Dr. Ingeborg und Marion von Tessin-Stiftung entwickelt hier gemeinsam mit der Stadt Augsburg einen offenen Raum für Bildung, Beratung, Begegnung und Kultur – nicht als Leuchtturmprojekt im klassischen Sinn, sondern als langfristig tragfähiges Angebot mitten in der Stadt. Die Vision: Ein Ort, der Menschen stärkt, verbindet und ihnen ermöglicht, aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben.

Gesellschaftlicher Wandel braucht neue Räume

MAX59 greift zentrale Herausforderungen auf, mit denen viele Städte derzeit konfrontiert sind: soziale Isolation, Bildungsungleichheit, psychische Belastungen, wachsender gesellschaftlicher Spaltungsdruck. Das geplante Haus soll darauf eine konkrete Antwort geben – nicht durch klassische Bildungsformate, sondern durch niedrigschwellige Angebote, kreative Räume und persönliche Unterstützung. Ziel ist es, emotionale Stabilität, soziale Kompetenzen und Selbstwirksamkeit zu fördern – gerade bei jungen Menschen, aber auch generationenübergreifend.

Hinter dem Projekt steht die Idee, die bisherigen Förderaktivitäten der Stiftung – etwa in der Jugendbildung, im sozialen Bereich und in der Kultur – unter einem Dach zu bündeln. Die Stiftungsvorstände Alexander Lerch und Ruppert Hackl setzen dabei auf dauerhafte Wirkung statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen. Begleitet wird die Entwicklung vom Augsburger Planungsbüro bauwärts.

Nachhaltige Entwicklung als inhaltlicher Rahmen

Das Projekt passt inhaltlich gut zur Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Augsburg. Die Zukunftsleitlinien verankern Nachhaltigkeit als Querschnittsziel in den Bereichen Soziales, Kultur, Umwelt und Wirtschaft. Sie bilden damit den strategischen Rahmen, in dem MAX59 wirkt.

Vor allem der Aspekt der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) findet sich wieder: Menschen sollen befähigt werden, Verantwortung zu übernehmen – für sich, für andere und für ihr Umfeld. MAX59 will Bildung nicht als Belehrung, sondern als Ermöglichung verstehen. Es geht um Teilhabe, Orientierung, Gemeinschaft.

Beteiligung als Grundprinzip

Von Beginn an wurde auf Partizipation gesetzt. Bei den Impulstagen vom 24. bis 26. Juli 2025 waren Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Jugendorganisationen, Schulen, sozialen Trägern und Kulturinitiativen eingeladen, Ideen einzubringen. Die Veranstaltung machte deutlich: Das Bedürfnis nach offenen, nicht-kommerziellen Räumen ist groß. Gleichzeitig wurde transparent kommuniziert, dass das Projekt klare Rahmenbedingungen hat – insbesondere räumlich und finanziell. Umso wichtiger ist es, tragfähige Strukturen im Dialog mit den künftigen Nutzer*innen zu entwickeln.

Ein Haus mit klarem sozialen Anspruch

MAX59 soll nach Angaben der Stiftung vier zentrale Funktionen erfüllen:
    •    Beschützen: Ein sicherer Ort mit verlässlichen sozialen Strukturen
    •    Fördern: Räume zur kreativen, sozialen und persönlichen Entfaltung
    •    Helfen: Unterstützung im Alltag – z. B. bei Gesundheit, Orientierung, Beratung
    •    Verbinden: Austausch über soziale, kulturelle und generationelle Grenzen hinweg

Im Mittelpunkt stehen Menschen, die von herkömmlichen Bildungs- und Kulturangeboten oft nicht erreicht werden: Kinder, Jugendliche, Familien, ältere Menschen, Zugewanderte, Kreative, Ehrenamtliche. Teilhabe ist dabei nicht nur Ziel, sondern bereits im Planungsprozess gelebte Praxis.
Am Ende soll MAX59 ein Haus für alle werden – abgestimmt auf die realen Bedürfnisse der Stadtgesellschaft. So soll das geplante Angebot unter anderem folgende Bereiche umfassen:
    •    Beratung und Unterstützung für Jugendliche am Übergang von Schule zu Beruf
    •    Kreativformate und Workshops zu Umwelt, Demokratie, Kultur
    •    Kooperationen mit Schulen, Initiativen, Vereinen
    •    Gesundheits-, Bewegungs- und Präventionsangebote
    •    Veranstaltungen, Ausstellungen und kulturelle Programme
Das Projekt soll auf einem finanziell tragfähigen Modell basieren: mit kostenfreien Angeboten, ergänzenden solidarischen Beiträgen und strategischen Partnerschaften. Die langfristige Trägerschaft liegt bei der Stiftung.

Ein Impuls für die Innenstadt

Das denkmalgeschützte Gebäude in der Maximilianstraße 59 stand lange leer – einst Musikhochschule, zuletzt Impfzentrum. Mit dem neuen Konzept wird es wieder belebt. In einer Zeit, in der viele Innenstädte von Leerstand und Funktionsverlust betroffen sind, sendet MAX59 ein bewusstes Signal: Nicht Kommerz, sondern Gemeinwohl kann Motor für Innenstadtbelebung sein.

Die Stadt Augsburg stellt das Gebäude im Erbbaurecht zur Verfügung, begleitet den Prozess und unterstützt die Zusammenarbeit. Die Stiftung plant, rund 15 Millionen Euro in die Sanierung zu investieren.
 
Das meint der Lifeguide:
MAX59 ist kein Prestigeprojekt, sondern ein Ort mit Haltung: offen, sozial, partizipativ. Es verbindet die Idee der Bildung mit der Idee des Gemeinwohls und der nachhaltigen Stadtentwicklung – verankert im Zentrum Augsburgs, getragen von zivilgesellschaftlichem Engagement. Da stehen wir voll dahinter. Ob und wie es gelingt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die Richtung jedenfalls ist klar: hin zu einer Stadt, in der Menschen Räume finden, die sie ernst nehmen und stärken. Danke schon einmal an die Tessin-Stiftung und bauwärts für den Beteiligungsprozess.
Weitere Informationen: www.max59.de

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