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Bewusst essen: Biofleisch aus der Region

Wenn Fleisch, dann Biofleisch aus der Region. Es verbindet höhere Standards bei der Tierhaltung mit kurzen Wegen und nachvollziehbarer Herkunft. Wir zeigen, wo ihr es bekommt.
Strohschweine der Bio-Metzgerei Tagwerk. Foto: Manuela Praxl

Gerade bei Fleisch sollte man darauf achten, woher es kommt und unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden. In der Region Augsburg gibt es viele Möglichkeiten, bewusst Biofleisch aus regionaler Erzeugung zu wählen.

Warum Biofleisch?

Biofleisch stammt von Tieren, die nach den gesetzlichen Vorgaben des ökologischen Landbaus gehalten werden. Die Tiere haben mehr Platz als in der konventionellen Haltung, je nach Tierart gelten Vorgaben zu Auslauf oder Weidegang. Das Futter stammt aus ökologischer Erzeugung und darf keine gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten. Der vorbeugende Einsatz von Antibiotika ist nicht erlaubt. Unabhängige Kontrollstellen überprüfen regelmäßig die Einhaltung der Bio-Vorgaben.

Die Vorteile von bio-regionalem Fleisch:

Höhere Standards bei der Tierhaltung: Die Bio-Vorgaben machen unter anderem mehr Platz sowie je nach Tierart Auslauf oder Zugang zu Freiflächen zur Voraussetzung.

Bio-Futter: Die Tiere erhalten ökologisch erzeugtes Futter ohne gentechnisch veränderte Pflanzen. Ein vorgeschriebener Anteil des Futters muss vom eigenen Betrieb oder aus regionaler Kooperation mit anderen Bio-Betrieben stammen.

Artenvielfalt erhalten: Ökologisch bewirtschaftete Flächen bieten vielen Tier- und Pflanzenarten bessere Lebensbedingungen als intensiv konventionell bewirtschaftete Flächen. Einige Bio-Betriebe setzen zudem bewusst auf alte und robuste Nutztierrassen.

Tiergesundheit im Blick: Vorbeugende Antibiotikagaben sind im Ökolandbau nicht erlaubt. Stattdessen sollen Haltung, Fütterung und andere vorbeugende Maßnahmen die Gesundheit der Tiere unterstützen. Ein zurückhaltender Einsatz von Antibiotika trägt zudem dazu bei, der Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken.

Regionale Herkunft: Stammt Biofleisch aus der Region und wird auch hier geschlachtet und verarbeitet, können Transportwege kürzer ausfallen. Das kann Stress für die Tiere reduzieren und stärkt gleichzeitig regionale Wirtschaftskreisläufe. Weidehaltung trägt zudem zum Erhalt regionaltypischer Kulturlandschaften bei.

Transparenz der Herkunft: Gerade bei Direktvermarktern und regionalen Bio-Betrieben lässt sich häufig gut nachvollziehen, von welchem Hof die Tiere stammen und unter welchen Bedingungen sie gehalten wurden.

Milch und Fleisch gehören zusammen

Weniger bekannt ist die enge Verbindung zwischen Milch- und Fleischproduktion. Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie ein Kalb bekommen. Auch in der Bio-Milchviehhaltung werden deshalb regelmäßig Kälber geboren.

Gerade männliche Kälber von Milchleistungs-Milchrassen sind für die Mast oft wenig rentabel. Eine konsequent regionale Bio-Landwirtschaft sucht daher Wege, diese Tiere sinnvoll in die regionale Wertschöpfungsketten einzubinden. In der Region gibt es Ansätze, die Kälber in ökologischen Betrieben aufzuziehen und das Fleisch anschließend regional zu vermarkten. So bleiben Aufzucht, Verarbeitung und Vermarktung möglichst nah beieinander.

Kurze Wege – vor allem zur Schlachtung

Bei bio-regionalem Fleisch zählt nicht nur, wo die Tiere aufwachsen. Auch der Weg zur Schlachtung spielt eine wichtige Rolle. Kurze Transportwege und ein möglichst ruhiger Ablauf mindern den Stress der Tiere. Einige Betriebe in der Region setzen deshalb auf nahe gelegene Schlachtstätten oder schlachten direkt am Hof.

Wie unterschiedlich regionale Kreisläufe organisiert werden können, zeigt etwa die TAGWERK Bio Metzgerei. Die Verbraucher- und Erzeugergenossenschaft ist seit März 2026 auch mit einem Stand auf dem Augsburger Stadtmarkt vertreten. 

Weniger, dafür besser!

Augsburg verfolgt als Biostadt das Ziel, Ernährung Schritt für Schritt nachhaltiger zu gestalten. Biofleisch aus der Region kann dabei ein Baustein sein. Denn Fleischkonsum muss nicht schwarz-weiß gedacht werden: Weniger Fleisch, dafür Produkte aus ökologischer und regionaler Erzeugung, ist ein Schritt zu einer nachhaltigeren Ernährung.

Wer bio-regionales Fleisch kauft, unterstützt Betriebe, die nach ökologischen Standards wirtschaften, regionale Wertschöpfungsketten stärken und  Transparenz über die Herkunft ihrer Produkte schaffen.

„Die Region Augsburg bietet ein vielfältiges Angebot an Bio-Fleisch. Es lohnt sich definitiv, die verschiedenen Produzentinnen und Anbieter kennenzulernen. Mit jedem Einkauf beim regionalen Bio-Anbieter bleibt die Wertschöpfung in der Region und der Öko-Landbau wird gestärkt.“

Ulrich Deuter, Öko-Modellregion Stadt.Land.Augsburg

Wer diese Argumente schätzt, findet in der Region Augsburg bereits einige Anbieter, vor allem landwirtschaftliche Betriebe mit eigenen Hofläden.

Weitere Verkaufsstellen von bio-regionalen Fleisch- und Wurstwaren

In und um Augsburg gibt es weitere Betriebe, die in biologischer Qualität eigene Tiere halten und ausgewählte Waren in ihren Hofläden zum Verkauf anbieten, dazu eine Metzgerei mit Bio-Angebot und einen Bio-Lieferservice. Selbstverständlich bieten die meisten dieser Orte zahlreiche weitere Produkte an.

  • Auf dem Augsburger Bauernmarkt befindet sich der Blumenthaler Marktstand (Stadtmarkt, Augsburg-Zentrum) mit Wurstwaren von Schwein und Ziege aus nachhaltiger, hofeigener Erzeugung aus Schloss Blumenthal.
  • Die Alte Schäferei – Bioland-Hof Förg (Bannackerstraße, A-Bergheim) ist ein Bioland-zertifizierter Betrieb mit Hühnern und Rindern. Direktvermarktung von Suppenhühnern ab Hof.
  • Der Hollerhof (Wellenburger Straße, A-Göggingen) bietet Fleisch aus eigener natürlicher Aufzucht von Bio-Angus-Weiderindern und Hirschen an.
  • Der Biolandhof Mayer, bekannt als Moirhof in Gersthofen-Hirblingen, gehört bereits seit 1983 dem Bioland-Verband an und verarbeitet Fleisch alter, robuster Rassen in der eigenen Hofmetzgerei zu Bio-Wurst.
  • Der Biohof Schedler (Aletshofer Straße, Schwabmünchen) bietet Fleisch und Wurst aus eigener Mutterkuhhaltung in Demeter-Qualität im Selbstbedienungshäuschen an.
  • Am Hasenberghof (Am Hasenberg, Adelsried), spezialisiert auf Bio-Eier, gibt es Bio-Suppenhühner und Bruderhähne im Hofladen.
  • Der Hafnerbauer (Biberbacher Straße, Gablingen) bietet Bio-Fleisch wie eigene Suppenhühner an Aktionstagen auf Bestellung an.
  • Der Biohof Paartal Weidelamm (Wittenberger Straße, Friedberg) bietet Bio-Lammfleisch aus Weidehaltung, bei der die Lämmer bei den Mutterschafen aufwachsen.
Metzgereien und Lieferservice
  • Die Metzgerei Kaindl in Friedberg (Haagstraße) ist Vertragsmetzger von Bioland und arbeitet nach den drei Säulen der Bioland-Fleischqualität: artgerechte Tierhaltung, ökologisches Wirtschaften und werterhaltende Verarbeitung. Angeboten wird etwa Fleisch aus dem Bruder-Ox-Projekt von Bioland sowie konventionelle Ware.
  • Die Hofmetzgerei Zimmermann (Angerstraße, Gablingen) setzt auf Regionalität und Nachhaltigkeit. „Gut zum Tier, nah an der Natur, im Einklang mit der Schöpfung“, lautet die Philosophie von Familie Zimmermann.
  • Bei Familie Diem (Kirchenstraße, Krumbach) wird im Hotel, dem Restaurant und der Metzgerei biologisch erzeugtes Fleisch aus der Region angeboten.
  • Die rollende Gemüsekiste liefert neben Obst und Gemüse auch Wurstwaren gekühlt bis an die Haustür. Außerdem gibt es regelmäßig Aktionen mit Fleisch verschiedener Anbieter – in 100 Prozent Bio-Qualität und mit eindeutigen Angaben zur Herkunft.

Das ist ein Gastbeitrag der Biostadt Augsburg.

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