Soziales & Teilhabe

Modular Festival

Das jährliche Modular Festival des Stadtjugendrings ist ein Statement für Jugend, Nachhaltigkeit und Achtsamkeit. Und für gute Musik natürlich.

Am Alten Gaswerk 1
86156 Augsburg
Deutschland

Blick von der Bühne beim Modular Festival im Gaswerk Augsburg.

Das Modular Festival am Gaswerk in Augsburg ist weit mehr als ein klassisches Musikfestival. Es ist ein lebendiger Ausdruck moderner Jugendkultur, ein Ort der Begegnung, Mitgestaltung und Verantwortung. Seit Jahren steht das Festival für ein ganzheitliches Konzept, das Awareness, Nachhaltigkeit und kulturelle Teilhabe junger Menschen in den Mittelpunkt stellt.


Ein Raum für alle

Ein zentrales Anliegen des Modular Festivals ist es, einen sicheren und respektvollen Raum für alle Besucher*innen zu schaffen. Mit einem gut sichtbaren Awareness-Team vor Ort und klar kommunizierten Verhaltensregeln macht das Festival deutlich: Diskriminierung, Grenzverletzungen und jede Form von Gewalt haben hier keinen Platz.
Awareness bedeutet beim Modular nicht nur Reaktion, sondern proaktive Sensibilisierung – etwa durch Workshops, Infostände oder sichtbare Hinweise auf dem Gelände. Wer Unterstützung braucht, wird nicht allein gelassen, dafür sorgen Awareness-Teams, die feste Standorte haben, aber auch über das Gelände streifen. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Veranstaltungskonzept – und setzt ein starkes Zeichen gegen Ausgrenzung und für Solidarität.
Ganz klar positioniert sich das Modular als Ort, zu dem alle Zugang haben sollen und als Veranstaltung, an der alle teilnehmen können, auch körperlich eingeschränkte Personen. Es gibt die rollstuhlfreundliche „Toilette für alle“, erhöhte Zuschauerbühnen für Menschen im Rollstuhl und in das Team bindet bewusst auch Personen mit Handicap in verschiedene Tätigkeiten mit ein.
Wer sich auf finanziellen Gründen kein reguläres Ticket leisten kann, profitiert von vergünstigten Preisen, die über Spenden von regulären Besucher*innen und Sponsoren querfinanziert werden.


Klimaschutz trifft Festivalfeeling

Das Modular zeigt, dass große Veranstaltungen auch umweltfreundlich sein können. Es setzt auf konsequente Nachhaltigkeitsstrategien: von Ökostromversorgung, über Mehrwegbecher und klimafreundliche Mobilitätsangebote bis hin zur Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen für Abfallvermeidung und CO₂-Kompensation. 
Bereits 2022 wurde in Zusammenarbeit mit Expert*innen ein eigener CO₂-Rechner entwickelt, um Emissionen transparent zu machen – und gezielt zu reduzieren. Auch die kulinarische Auswahl auf dem Festival ist ein Statement: Es gibt nur vegane und vegetarische Optionen, mit Fokus auf regionale Anbieter und fair gehandelte Produkte.


Jugendkultur als Triebfeder

Was das Modular besonders macht: Es ist von Jugendlichen für Jugendliche gemacht. Organisiert vom Stadtjugendring Augsburg, wird das Festival maßgeblich von jungen Ehrenamtlichen mitgestaltet: im Vorstand, bei den Vorbereitungen, vor Ort bei der Betreuung der Feiernden und der Modular Kids, im Getränkeausschank, an Info- und Merch- Stand, beim Auf- und Abbau und vielem anderen. 2025 waren rund 500 Ehrenamtliche engagiert. Das schafft eine Atmosphäre, die weit über Konsum und Kommerz hinausgeht.
In zahlreichen Workshops, Kreativformaten und Mitmachaktionen konnten sich junge Menschen aktiv einbringen: als DJs, Künstler*innen, Techniker*innen oder einfach als Stimme ihrer Generation. Das Festival schafft Freiräume, in denen Ideen ausprobiert, Vielfalt gefeiert und gesellschaftliche Themen verhandelt werden. In den Jugendzentren der Stadteile werden regelmäßig junge Leute eingeladen, das Volunteer-Konzept kennenzulernen. So bleibt das Festival nicht auf Aktive aus dem Stadtzentrum beschränkt, die naturgemäß eher mit Kultur und Freiwilligenarbeit in Kontakt kommen. 


Vielfältiges Programm 

Im „Zukunftswohnzimmer“ stellten sich Projekte aus Augsburg vor, die sich für ein solidarisches Miteinander und eine gerechtere Zukunft einsetzen. Mit dabei unter anderem ASTA Universität Augsburg & Amnesty international, CAB-Behindertenhilfe, Greenpeace Augsburg, Kanal C – Augsburgs junges Radio, Regens Wagner in Augsburg, Schäfflerbach Werkstätten gGmbH und Tür an Tür.
In der Modularena konnte man etwas Neues ausprobieren oder erfahren, etwa bei Analoge Fotografie SGD, CSD Augsburg, DPSG Bezirk Augsburg, Freiwillige Feuerwehr, Holbein-Gymnasium, Mindzone Augsburg, reACTed e.V., Regardez Vintage GbR, Portable Portraits, Rollschuhtanz TVA.
Neu 2025 war das Aktivisti*Camp. Es sollte Menschen ansprechen, die sich von der Politik nicht gehört fühlen und sich fragen, wo man sich in Augsburg engagieren kann. Im Camp gab es Workshops und Aktionen für Demokratie, für Geschlechter- und Klimagerechtigkeit, Infos für queere Menschen und auch einen Stand von Foodsharing Augsburg über Lebensmittelverschwendung. 
Und bevor wir es vergessen: 2025 spielten über 60 Bands und Künstler*innen, darunter bekannte Acts wie Zartmann, badmómzjay, Soffie oder Bilderbuch. Auf einer kleinen Bühne konnten sich Newcomer*innen präsentieren.


Fazit

Das Modular Festival ist kein Event von der Stange. Es ist ein sozial-ökologisches Kulturprojekt, das Verantwortung übernimmt – für Menschen, für die Umwelt und für die Zukunft. Ein Ort, an dem Jugendkultur ernst genommen wird und zeigt, wie viel Kraft in ihr steckt. Ein Festival dieser Größe zu stemmen, ist eine Leistung, vor allem, da große Teile der Arbeit von Freiwilligen geleistet werden

 


 

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