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Theaterworkshop "Wachstum im Kopf“

Theaterworkshop "Wachstum im Kopf“

Pfarrheim St. Ulrich und Afra
Ulrichsplatz 19
86150
Augsburg
Workshop Wachstum im Kopf. Grafik_adobe_stock_bizvektor
Wie prägt der Zwang zum (unendlichen) Wirtschaftwachstum unser Denken?

Das Theater der Unterdrückten ist politisches Theater zum Mitmachen, das zum Ziel hat, gemeinsam erlebte Formen der Unterdrückung sichtbar zu machen und alternative Handlungsoptionen auszuprobieren.

 

In diesem Workshop des KAB-Bildungswerks werden verborgenen Denkmuster mit den Methoden des „Theater der Unterdrückten“ auseinandergenommen. Spielerisch könnt ihr in diesem Workshop erforschen, wie der Zwang zum (unendlichen) Wirtschaftswachstum unser Denken und Handeln prägt und in welchen Glaubenssätzen und innerlichen wie zwischenmenschlichen Konflikten er zum Wirken kommen.

 

Die Orientierung am grenzenlosen Wachstum ist in unseren kapitalistischen Gesellschaften eine „mentale Infrastruktur“ geworden. Damit sind unbewusste Werthaltungen und Denkstrukturen gemeint, die uns so natürlich erscheinen, dass sie kaum hinterfragt werden.

 

INFO:

  • 23.04.2022, 13:00 Uhr - 16:00 Uhr
  • Pfarrheim St. Ulrich und Afra, Augsburg
  • Referent:in: Linda Raule und Joschka Köck, Verein Theater der Unterdrückten Wien, Theaterpädagog:innen
  • Leitung: Bernadette Goldberger, KAB-Bildungsreferentin
  • Anmeldung: KAB-Bildungswerk Diözese Augsburg e. V. Tel. 0821 3166-3515 anmeldung@kab-augsburg.org bildungswerk.kab-augsburg.org
  • Teilnahmebeitrag: kostenfrei
  • Anmeldeschluss: 21.04.2022
Event-Termin
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Das "Forum Fließendes Geld" möchte den Wert 'Nachhaltigkeit' auf das Finanz- und Geldwesen übertragen und im Einklang mit Ökologie, Ökonomie und Sozialem eine Verbesserung für die Bevölkerung erreichen.
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Ort

Büro für Nachhaltigkeit mit Geschäftsstelle Lokale Agenda 21
Leonhardsberg 15
86150 Augsburg
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rupert.bader [at] oeconomia-augustana.org

Das Bestreben des "Forum Fließendes Geld" ist es, den Bereich der Nachhaltigkeit auf das Finanz- und Geldwesen zu übertragen und im Einklang mit Ökologie, Ökonomie und Sozialem eine Verbesserung für die Bevölkerung zu erreichen.

Die Menschheit steht an einem wichtigen Punkt und hat zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft gerade jetzt wichtige (Geld)-Fragen nachhaltig zu beantworten:

  • Wie wird die Gesellschaft das Geld für die älteren Menschen im Hinblick auf ihr erhöhtes Lebensalter aufbringen?
  • Wie können wir zusätzlichen Milliarden Menschen einen Lebensunterhalt bieten, wenn der technische Fortschritt keine zusätzlichen Arbeitsplätze mehr schafft?
  • Wie können wir den Konflikt zwischen kurzfristigen finanziellen Interessen und einer langfristigen und nachhaltigen Wirtschaftsweise lösen?
  • Wie können wir uns besser aufstellen, um künftige Wirtschafts-, Schulden- und Währungskrisen zu vermeiden?

Die Mitglieder der Forums Fließendes Geld haben zwar keine schnelle und profane Lösung für diese komplexen Fragen. Aber immer mehr Menschen haben den Eindruck,  dass der Umgang mit Geld nachhaltig zu überdenken ist. Deswegen will das "Forum Fließendes Geld" diesen Menschen eine Plattform zur Diskussion und Zusammenarbeit bieten. Hinter dem Forum steht der Augsburger Verein Oeconomia Augustana e.V., der eine gesellschaftliche Transformation anstrebt und Menschen dazu anregt, neu über Geld nachzudenken. Der Verein ist Organisator des Konventes DialogRaumGeld, der seit Oktober 2021 in Augsburg stattfindet.

Das Forum Fließendes Geld ist ein Forum der Lokalen Agenda 21 - für ein zukunftsfähiges Augsburg. Weitere Informationen zur Lokalen Agenda 21 findest du unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de.  

 

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Der Arbeitskreis Unternehmerische Verantwortung besteht aus wirtschaftstreibenden und wirtschaftsnahen Einzelpersonen und Expert*innen aus Augsburg und Umgebung
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Der Arbeitskreis Unternehmerische Verantwortung besteht aus wirtschaftstreibenden und wirtschaftsnahen Einzelpersonen und Expert*innen aus Augsburg und Umgebung und hat seine Arbeit im Dezember 2012 begonnen.

Ziel des Arbeitskreises ist es, als "Change Agents / Pioniere des Wandels" Geschäftsführer*innen, Nachhaltigkeitsbeauftragte und andere Unternehmensverantwortliche der regionalen Wirtschaft in und um Augsburg zu kontaktieren und verstärkt für Aspekte unternehmerischer Verantwortung zu interessieren. Darüber hinaus kann der Arbeitskreis auf Wunsch Wissensweitergabe und Vernetzung in Betrieben, Instituten und Unternehmen unterstützen.

Das größte Projekt des AKs ist der Augsburger Nachhaltigkeitstag FOKUS N, der 2014 zum zweiten Mal stattgefunden hat. Unter www.fokusn.de gibt es Nachberichte und weitere Informationen.

Aktivitäten des Arbeitskreises

  • monatliche Treffen
  • die Überarbeitung des Leitbildes des Arbeitskreises sowie der Marke FOKUS N
  • die Erstellung einer Checkliste und anschließend einer Landkarte "Unternehmerische Verantwortung in der Region Augsburg", basierend auf den Leitlinien und Zielen des Augsburger Handlungsprogramms Nachhaltigkeit
  • die Vernetzung der Zielgruppe

Der Arbeitskreis Unternehmerische Verantwortung ist Forum der Lokalen Agenda 21 - für ein zukunftsfähiges Augsburg. Weitere Informationen zur Lokalen Agenda 21 findest du unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de.

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Mensch und Unternehmen

Mensch und Unternehmen
TIPPS FÜR UNTERNEHMEN: Christine Pehl zu innerer und äußerer Nach-HALT-igkeit
Christine Pehl ist Business Coach und CSR-Expertin. Foto: Regine Laas. Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

„Auf den Menschen kommt es an“, sagt die Beraterin, Autorin und Dozentin Christine Pehl – sie arbeitet zum Schwerpunkt werteorientierte Unternehmensführung.

 

Nachhaltigkeit wird klassischerweise als Drei-Säulen-Modell dargestellt, mit den Feldern Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Worauf es dabei ankommt, ist das Gleichgewicht. Es braucht die Balance, denn alle drei Einheiten sind systemisch miteinander verbunden. Wird eine Säule zu kurz, gerät das System in Schieflage. Doch wie lässt sich diese Balance erreichen?

 

Unser Handeln der letzten Jahrzehnte hat Folgen: Wir spüren es in Form von Klimawandel, Flüchtlingsströmen, Volksbegehren zur Artenvielfalt und vielem mehr. Zugleich gibt es den Wunsch nach einem guten und enkeltauglichen Leben. Wie kann dies gelingen und wie können wir die langfristigen Auswirkungen unseres Handelns bewusst wahrnehmen?

 

Wenn wir vom Klimawandel sprechen ist es zu kurz gedacht, nur auf das Klima im Außen zu schauen. Wir haben auch ein inneres Klima, welches sich auf unser Handeln auswirkt und Folgen im Außen zeigt. Wie können wir nachhaltig mit unseren eigenen Ressourcen umgehen und unser Innenklima stärken?

 

Menschen brauchen klare Werte als Handlungsgrundlage

Mein Leitsatz lautet: „Wie innen so außen“. Wir brauchen klare Werte und Sinn im Leben. Was gibt uns Halt und Orientierung? Wird diese Klärung vernachlässigt, nehmen Erschöpfung und psychische Erkrankungen zu – die Frage nach dem Sinn im eigenen Tun wird häufig zu spät gestellt.

 

Unternehmen geht es bei Nachhaltigkeit meist um Themen wie den ökologischen Fußabdruck oder die Einsparung von Ressourcen. Das ist wichtig im Hinblick auf den ökologischen Wandel. Der Mensch spielt darin oftmals eine eher untergeordnete Rolle, doch auf den Menschen kommt es an. Unternehmen dürfen Sinn- und Wertefragen bewusst beleuchten, denn zukunftsfähiges Wirtschaften gelingt dann, wenn Unternehmen eine wertschätzende Unternehmenskultur mit sinnvollem Kerngeschäft verbinden.

 

Wir können die aktuellen Herausforderungen nicht mit alten Ansätzen lösen. Deshalb braucht es Mut neue Wege zu beschreiten, ja eine geistige Expansion. Welche Ideen entwickeln wir für die Zukunft?  Neu-Denken und Innovationen sind gefragt.

 

Gleichzeitig ist eine Begrenzung bzw. Konzentration im täglichen Handeln sinnvoll, z. B. durch bewusstes Einkaufen in der Region, Vermeiden unnötiger Flugreisen, weniger Plastik usw. Diese Haltung darf sich in der Gesellschaft weiter verstärken, denn individuelles Handeln im Mikrokosmos hat Auswirkungen und zieht Kreise ins System.

 

Jede Generation findet ihre Lösungen

Unser Bewusstsein wird durch verschiedene Einflüsse sensibilisiert, zum Beispiel durch Umweltgipfel, Schülerdemonstrationen oder Nachrichten über Klimafolgen. Diese Bilder verstärken und fördern die Wahrnehmung von derzeitigen und auch zukünftigen Herausforderungen. In der Wirtschaftspsychologie lautet die These, dass jede Generation ihre Lösungen auf die gegebenen Umstände findet.

 

Global zu denken, das große Ganze im Blick zu haben und lokal zu handeln, ist eine Herausforderung für die Menschen. Der allumfassende Blick ist uns historisch wenig vertraut und verlangt einen erweiterte Perspektive, bei der wir lernen, die Auswirkungen von Belastungen auf Menschen und Umwelt abzuschätzen und entsprechend verantwortungsvoll zu handeln.

 

Wert und Preis eines Produktes - und seine Folgekosten

Ein weiterer Baustein in der Nachhaltigkeitsfrage ist der eigentliche Wert eines Produkts. Preis und Wert können große Differenzen in beide Richtungen aufweisen. Vor allem im Lebensmittelbereich wird gespart und Folgekosten sind nicht einkalkuliert. So nehmen wir zum Beispiel den dramatischen Wasser- und Landverbrauch für billiges Obst und Gemüse aus Spanien in Kauf, obwohl darunter ganze Regionen leiden und die Auswirkungen bis in die nachfolgende Generation reichen. Die Wertigkeit von guten Lebensmitteln wird oftmals nicht richtig eingeschätzt. Ironischerweise ganz im Gegensatz zum Preis von Gegenständen oder Marken, die reinen Status ausdrücken.

 

Wie innen so außen

Hier schließt sich die Frage nach echtem Wohl-Stand an. Wie finden wir Halt und Orientierung in einer komplexen Welt? Wer lernt, mit sich selbst gut und wertschätzend umzugehen, wird auch mit seiner Umwelt achtsam und verantwortungsvoll sein. Das erfordert ein Umdenken, denn wir haben in unserem Bildungswesen kein Handwerkszeug für innere Klärung bekommen.

 

Wir wissen oftmals nicht, wie wir uns stärken und herausfinden können, was für uns sinnhaft ist. Das Resultat zeigt sich in der massiven Zunahme von Erschöpfung, Depressionen und Burn-out. Statt unsere Gefühle zu verdrängen, empfehle ich drei einfache Schritte, mit denen wir gut für unser Wohl sorgen können:

 

Drei stärkende Schritte zur inneren und äußeren Balance

1. In die Stille gehen – Zeit mit sich selbst Der erste Schritt besteht darin, jeden Tag eine Zeit der Stille mit sich selbst zu haben. Wie fühlt sich Ihr Körper an? Welche Gedanken und Emotionen kommen auf? Fünf bis zehn Minuten reichen, um wahrzunehmen, wie es Ihnen geht und was sich in Ihnen zeigt. Der Weg in die Stille bringt innere Zentrierung.

 

2. Heilsame Reduktion – weniger ist mehr Was können Sie in Ihrem Leben weglassen? Altlasten im Büroschrank, Gerümpel im Keller, unsinnige Gewohnheiten oder überholte Einstellungen? Sogenannte „Verpflichtungen“, die vielleicht gar keine sind? Ziel ist es, freie Räume zu schaffen. Es lohnt sich zu hinterfragen, wie ich meine wertvolle Lebenszeit verbringe.

 

3. Sinn, Freude und Genuss finden Die frei gewordenen Räume können Sie mit neuen Inhalten füllen, die für Sie persönlich Sinn stiften oder einfach Freude und Genuss bringen. Hilfreich ist eine kleine Liste mit Punkten zu erstellen, die einem wirklich, wirklich wichtig sind. Wählen Sie Ihre Einstellung bewusst und sorgen Sie gut für sich – Sie sind damit auch eine Bereicherung für Ihr Umfeld.

 

 

Drei Tipps für Unternehmen:

  • Sorgen Sie gut für Ihr inneres Klima und bieten Sie hierzu Fortbildungen in Ihrem Unternehmen an.
  • Suchen Sie den Dialog zur inneren und äußeren Nachhaltigkeit mit Ihren Mitarbeiter*innen und Kund*innen.
  • Laden Sie Mutmacher*innen und Querdenker*innen in Ihr Unternehmen ein und wagen Sie zu experimentieren.
  •  

 

Dieser Text stammt aus dem Nachhaltigkeitsatlas der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

 

   

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Netzwerk für Umweltkompetenz
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info [at] kumas.de

Der Förderverein KUMAS - Kompetenzzentrum Umwelt e. V. wurde im Jahr 1998 gegründet und ist die zentrale Schaltstelle im Netzwerk für wachsende Umweltkompetenz in  Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung.

Ziele sind die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Umweltwirtschaft und eine nachhaltige Entwicklung in ganz Bayern.

Der Verein fördert, ausgehend von Bayerisch-Schwaben, die Entwicklung und den Ausbau des Umweltkompetenzzentrums für ganz Bayern. Dadurch sollen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Region verbessert und die Umweltkompetenz im wissenschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Bereich gestärkt werden.

Ebenso gibt KUMAS Anstöße zur Neuentwicklung exportierbarer Produkte und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft. Hierfür werden unter anderem gemeinsame nationale und internationale Messeauftritte sowie Seminare und Kongresse organisiert.

Neben den wirtschaftlichen Aspekten richtet KUMAS das Augenmerk auf die Sicherung und Verbesserung der regionalen Umweltqualität, indem Projekte im Umwelt- und Naturschutz aktiv unterstützt werden. Mit dem KUMAS-Leitbild verdeutlichen wir unsere Werte, Ziele und Zukunftsperspektive.

Der Förderverein besteht aus rund 200 Mitgliedern, einem 16-köpfigen ehrenamtlichen Vorstandsgremium sowie einer Geschäftsstelle mit Sitz im Umwelt-Technologischen Gründerzentrum in Augsburg.

Außerdem ist KUMAS Mitglied im Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt Augsburg.

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Nachhaltigkeit jetzt

Nachhaltigkeit jetzt
Es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, was wir ändern können, um besser miteinander zu leben.
Marion Wöhrl, Foto Cynthia Matuszewski

Marion Wöhrl ist Mitbegründerin des Lebensraum Schwabencenter. Ihre Gedanken zu Nachhaltigkeit in Zeiten von Covid 19 erschienen zuerst in der Agendazeitung 52 vom Sommer 2020:

Ich freue mich, dass die Politik in der jetzigen Situation etwas macht, was ich kaum mehr für möglich gehalten habe: sie entscheidet sich im Zweifelsfall für den Menschen und nicht für die Wirtschaft. Sie trifft Entscheidungen –vielleicht wissen wir erst später, ob sie gerechtfertigt, zu langsam, übertrieben  oder  sonst  was  waren.  Aber  sie  entscheidet.  Und all die großen Wirtschaftsgrößen, die vermutlich sowieso schon auf dem Weg zur Drosselung der Produktion umweltschädlicher Produkte waren, halten zur Abwechslung mal den Mund. Schön. Wohltuend.

Auffallend, wie schnell die Bundesregierung ein Loch nach dem anderen entdeckt und mit teuren Einzelmaßnahmen stopft. Versucht die Existenzängste unserer Mitmenschen zu lindern, die nicht auf die Sicherheit eines geregelten Arbeitsvertrags zurückgreifen können und jeden Tag das erwirtschaften müssen, wovon sie leben.

Interessant auch, welche  Personengruppen  jetzt noch arbeiten. Nämlich die, die in aller Regel nicht mit einem üppigen Salär gesegnet sind, überwiegend Frauen in Verkauf und Pflege,  Ordnungskräfte,  Entsorgungsbetriebe, Lieferdienste.  Sie sind die wahren Säulen unserer Gesellschaft, wurden die letzten Jahrzehnte aber nicht so behandelt und konnten an den Gehaltssteigerungen, wie wir sie von Positionen mit „Verantwortung“ kennen, keinesfalls teilhaben.

 

Zum Beispiel bedingungsloses Grundeinkommen

Richtig wäre es, jetzt die Frage zu stellen, wie wir das generell besser machen können. Dafür gibt es schon lange Modelle.

Eine Säule ist das bedingungslose Grundeinkommen für alle. So, dass es für alle ein menschenwürdiges Leben möglich macht. Keine großen Sprünge, keine Extravaganzen, aber ein Dach über dem Kopf, keine Existenzängste und die Möglichkeit, lokal am Leben teilnehmen zu können.Die meisten von uns werden dann weiterarbeiten, soweit die Erfahrungen aus Pilotprojekten. Sie werden sich überlegen, wie groß der Anteil an Erwerbsarbeit in ihrem Leben sein soll. Wie viel davon gesund für sie selbst ist, wie viel gesund für ihr soziales Umfeld, wie viel für die Umwelt gut ist. Was man sich sparen kann. Wie man die Zeit auch verbringen kann, was zur  eigenen  Zufriedenheit beiträgt und auch wie man den Planeten ein bisschen aufatmen lassen kann.

Die Vorreiter des bedingungslosen Grundeikommens wissen es schon lange:  Wir  gewinnen Freiheit  an vielen Stellen unserer maroden  sozialen Marktwirtschaft. Alte Menschen, deren Rente nicht ausreicht und Grundsicherung beantragen müssen, Alleinerziehende und Pflegende, die für eine vorübergehende  Zeit  unsere  Unterstützung  brauchen,  Chronisch  Kranke und  Menschen  mit  Behinderung,  Menschen,  die  in  ihrer  Selbständigkeit Krisen haben, usw. Alle diese Gruppen werden derzeit aufwändig verwaltet, damit sie das bekommen können, was sie bekommen sollten. Vollkommen  unnötige  Energie. Bei  Einführung eines  Grundeinkommens  können diese Überwacher*innen des möglichen Missbrauchs sinnvollere Tätigkeiten übernehmen.

 

Die Finanzierung dafür?

Da gibt es einige Möglichkeiten und viele Veröffentlichungen, die aufzeigen, wie es möglich wäre. Am sinnvollsten ist wohl eine generelle Neugestaltung unserer Grundlagen für die Besteuerung. Denn das ist klar: Wer, wenn nicht unsere demokratisch gewählten Strukturen (national und international) sollten steuern, welche Ressourcen wofür verwendet werden?

Viel habe ich in den letzten Tagen gehört, was die gesetzlichen Krankenkassen zusätzlich leisten. Was leisten die privaten Versicherer für die Aufrechterhaltung unserer Gesundheitsstrukturen? Wer ist solidarisch mit denen, die aus dem System gefallen sind? Zeit, dass die lang diskutierte Bürgerversicherung  kommt  und  alle  umfasst.  Und  alle,  gemessen  an  ihren Möglichkeiten, gerecht an  deren Finanzierung beteiligt. Kein Rauskaufen mehr durch hohe Einkommen!

 

Viele wichtige Ziele

Ich will nicht sagen, dass der Planet sich wehrt und vermehrt Katastrophen schickt.

Aber wir können doch jetzt ganz deutlich sehen, dass uns das Fokussieren auf rein betriebswirtschaftliche Ziele und Kennzahlen nicht weiterbringt. Auch nicht volkswirtschaftlich. Es gibt andere, gleichrangige Ziele. Gesundheit,  Bildung, Gemeinschaft, Chancengleichheit, Zufriedenheit, Frieden und einige mehr. Dafür müssen wir unsere begrenzten Ressourcen möglichst sinnvoll einsetzen!"

Wir reden auch schon lange  darüber, dass die tatsächlichen Kosten  für manches, wie z.B. den individuellen motorisierten Verkehr, nicht weitergegeben werden. Jetzt  können wir einen anderen Blick auf die Ziele und Ideen gewinnen, wie sie beispielsweise vom Club of Rome vor 50 Jahren, von der Konferenz in Rio vor mehr als 25 Jahren oder von der UNO vor 5 Jahren durchdacht und veröffentlicht wurden.

Und wie gut es funktioniert, dass man etwas verbietet, weil es für uns als Gemeinschaft sinnvoll ist, das erleben wir jetzt wohl gerade, oder? Nachhaltigkeit, nie war sie so wertvoll wie heute. Denn wenn wir jetzt handeln, haben wir alle etwas davon.

 

Marion Wöhrl ist Mitgründerin vom Lebensraum Schwabencenter und vom Wohnzimmer im Schwabencenter. Der Lebensraum Schwabencenter ist Teil der Lokalen Agenda 21 in Augsburg. Marion Wöhrls Kommentar wurde zuerst veröffentlicht in der Agendazeitung Nr. 52 vom Sommer 2020: Gedanken und Taten im Anbretracht von Corona.

 

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Ökonomie als Donut

Ökonomie als Donut
Ein neues Bild für zukunftsfähiges Wirtschaften: Kate Raworth stellte die Lehre vom Wirtschaften „vom Kopf auf die Füße" und entwickelte die Donut-Ökonomie. Buchtipp von Norbert Stamm.
Kate Raworth, „Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“, Grafik: Kate Raworth

Kate Raworth ist eine britische Wirtschaftswissenschaftlerin, der nicht gefiel, was sie an der Universität von Oxford lernte. Denn das, was gelehrt wurde, berücksichtigte in ihren Augen nicht das Wichtigste: die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb entschloss sie sich, die Lehre vom Wirtschaften „vom Kopf auf die Füße zu stellen“.

 

Einfach zeichnen

Raworth griff zum Bleistift und zeichnete einen „sicheren und gerechten Raum für die Menschheit“ - den Bereich, in dem ein gutes Leben für alle Menschen auf der Welt auch langfristig möglich scheint. Heraus kam etwas, das aussieht wie ein Donut (Bild Donut vom Buchcover). Das war um 2011. Sie legte ihre Zeichnung verschiedenen Menschen und Gruppen vor – und stieß auf viel Zustimmung. 2017 veröffentlichte sie ihre gesammelten Überlegungen im Buch „Doughnut Economics. Seven ways to think“, es ist im März 2018 unter dem Titel „Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“ auf Deutsch erschienen.  

 

Wirtschaftsraum zwischen planetaren Grenzen und Weltentwicklungszielen

Raworths Donut ist der Freiraum, in dem zukunftsfähiges Wirtschaften heute möglich ist. Der innere Rand steht für zwölf  Grundbedürfnisse aller Menschen - wie sauberes Wasser, ausreichend Nahrung, Zugang zu Bildung, Wohnen und rechtliche Sicherheit. Den äußeren Donut-Rand bilden natürliche Faktoren wie Klima, Luft, Süßwasserqualität, Stickstoffkonzentration und Artenvielfalt. Sie sind begrenzt durch das, was das Erdsystem an menschlicher Aktivität verträgt. Dazwischen können wir leben.   Angeregt wurde Raworth durch das Modell der planetaren Grenzen, das der schwedische Agrar- und Erdsystemwissenschaftler Johan Rockström 2009 zusammen mit anderen einführte. Und durch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die zuletzt 2015 als 17 Weltnachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) beschlossen wurden. Raworth vereint beides – und leitet daraus den Spielraum für unser Wirtschaften ab.

 

Die Macht der Grafiken

Uns Menschen beeindrucken vor allem Bilder. So auch die Bilder, die uns die Wirtschaftswissenschaften bisher von erfolgreichem Wirtschaften vermitteln: das vom geschlossenen Kreislauf, von der mathematisch exakten Kurve von Angebot und Nachfrage... All diese schönen Diagramme haben jedoch weder den Finanzcrash von 2008 vorher angezeigt noch beziehen sie Artensterben, Klimawandel und die Zahl der Hungernden mit ein. Raworth erkannte: wir brauchen nicht nur neue Erzählungen, sondern vor allem auch neue Bilder. Nicht mehr die exponentielle Wachstumskurve, sondern einen Donut. Nicht mehr Bilder von eigenständigen Kreisläufen, sondern von der Einbettung der Ökonomie. Nicht mehr das Konstrukt vom Menschen als einem homo oeconomicus, sondern ein Bild vom Menschen, das unsere soziale Verbundenheit zeigt. Solch neue Bilder findet sie und versucht, sie zu vermitteln.

 

Sieben wichtige Gedankenschritte für ein neues Bild von Wirtschaft

Am Anfang steht für Raworth der Abschied vom Bruttoinlandsprodukt als der Maßzahl für Wohlstand. Stattdessen geht es darum, allen Menschen die Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu ermöglichen.

Zweiter Schritt ist die Realisierung der Tatsache, dass Ökonomie eingebettet ist in Gesellschaft und Natur und eben kein eigenständiger Kreislauf.

Drittes Thema ist ein zutreffenderes Bild vom Menschen – nicht mehr als homo oeconomicus, sondern sozial eingebunden - das Raworthsche Modell zeigt die Bedeutung  menschlicher Beziehungen.

Vierter Bereich: wir müssen systemisch denken, aber nicht mehr mechanistisch – es gibt keine einfachen Hebel, um ein solch komplexes System wie Wirtschaft zu steuern. 

Fünftes: der Abschied vom Bild, das vorübergehend Ungleichheit nötig sei, um später Verteilungsgerechtigkeit zu erreichen, sondern stattdessen von vorneherein auf die Herstellung von Gleichheit zu setzen, z.B. durch öffentliche Investitionen in Gesundheit und Bildung.

Sechstens eine soweit wie möglich kreislaufförmige, regenerative Ausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft, ähnlich wie sich Cradle to Cradle das vorstellt.

Und siebtens sollten wir uns von der Abhängigkeit von Wirtschaftswachstum befreien: Wirtschaft muss nützen, auch ohne Wachstum.

 

Der Donut scheint zu schmecken - um im neuen Bild zu bleiben

Heute lehrt Kate Raworth Ökonomie in Oxford und Cambridge. Und ihr „Donut-Modell“ macht ebenfalls Karriere: es findet sich in immer mehr Powerpoint-Präsentationen. Und der Umweltökonom Daniel o'Neill der Universität Leeds hat ein Indikatorensystem entwickelt, das Donuts für über 150 Staaten anzeigt. Damit ist auf einen Blick sichtbar, wie nachhaltig diese Staaten derzeit wirtschaften: die Donuts zeigen an, wie vollständig das jeweilige soziale Fundament ist (der innere Kreis) und wie sehr die ökologischen Grenzen eingehalten oder überschritten werden (der äußere Kreis). Diese Datenbank mit dem Titel „A Good Life For All Within Planetary Boundaries“ zeigt unter anderem auch den Donut für Deutschland: während die sozialen Grundbedürfnisse fast vollständig abgedeckt seien, würden die ökologischen Grenzen oft weit überschritten.

Im März 2018 erschien Kate Raworths 413 Seiten starkes, gut lesbares Buch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“. Auf den Seiten des Hanser-Verlags ist das umfangreiche Einführungskapitel auf Deutsch als PDF zu finden. Hier fnden Sie außerdem einige anschauliche Videos von Kate Raworth zu dem Thema (auf der Seite ein wenig nach unten scrollen).

 

Zur Person: Kate Raworth studierte um 1990 Ökonomie in Oxford. Doch mit dem, was sie dort über Wirtschaft lernte, war sie unzufrieden. Denn das, was gelehrt wurde, berücksichtigte in ihren Augen nicht das Wichtigste: die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb verbrachte sie anschließend drei Jahre bei sogenannten Barfuß-Unternehmerinnen auf Sansibar. Und wechselte dann zu den Vereinten Nationen in New York, um am Human Development Index mitzuarbeiten. Zum Schluss arbeitete sie über zehn Jahre für die Entwicklungsorganisation Oxfam, wo sie gegen die unfairen Spielregeln und die Doppelmoral der internationalen Handelsbeziehungen kämpfte und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschenrechte erforschte. Nach einem Jahr Erziehungszeit, entschloss sie sich, die Lehre vom Wirtschaften „vom Kopf auf die Füße zu stellen“. Und unterrichtet heute Ökonomie – u.a. in Oxford.

Kate Raworth: "Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört" Übersetzung: Hans Freundl und Sigrid Schmid, Hanser Verlag, 413 Seiten, 24 Euro

 

Folgende Lifeguide-Artikel könnten euch auch interessieren:

Interview mit Christian Felber: "Die Gemeinwohl-Ökonomie gehört in die Bilanzen von Kommunen, Unternehmen und Banken": https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/interview-mit-christian-felber

Buchtipp: "Eine zukunftsfähige Geld- und Wirtschaftsordnung" von Uwe Burka:   https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/wenn-geld-altern-wuerde

Artikel in Newslichter:  https://www.newslichter.de/2018/05/donut-oekonomie-ein-revolutionaeres-…

 

Kate Raworth, „Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“, Foto: Richard Raworth
Kate Raworth, die Autorin von „Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“, Foto: Richard Raworth
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Geld sollte der Mehrheit der Menschen dienen!

Geld sollte der Mehrheit der Menschen dienen!
Interview mit Rupert Bader und Benedikt Michale vom Forum Fließendes Geld
Benedikt Michale und Rupert Bader (v.l) Foto: Cynthia Matuszewski

Viele Menschen setzen sich nicht gern mit dem Thema Geld auseinander. Unser Geld- und Wirtschaftssystem gilt als kompliziert, undurchschaubar, schwierig oder schlicht langweilig. Rupert Bader und Benedikt Michale sind Vorstände des Vereins Oeconomia Augustana, der sich mit der nachhaltigen Nutzung von Geld befasst. Seit 2015 sind sie mit dem Forum „Fließendes Geld“ Teil der Lokalen Agenda 21 – für ein zukunftsfähiges Augsburg.

Beide haben langjährige Erfahrungen im Finanz- und Geldwesen und sind davon überzeugt: Wenn wir den Nachhaltigkeits-Gedanken auf das Geldsystem übertragen, kann eine Verbesserung für alle erreicht werden.

 

Welchen Fehler hat Eurer Meinung nach das gegenwärtige System?

Benedikt Michale: Das aktuelle Geldsystem dient nicht der Mehrheit der Menschen. Es steht nicht im Einklang mit Mensch, Tier und Natur. Der Ansatzpunkt sollte sein: Wie kann das Geld dem Menschen dienen, wie ist ein gelingendes Leben für alle Menschen möglich?

Ich finde das Zitat von Henry Ford im Zusammenhang mit unserem gegenwärtigen Geldsystem sehr aussagekräftig: „Eigentlich ist es gut, dass die Menschen unser Geld- und Bankensystem nicht verstehen, denn würden sie es verstehen, hätten wir vor morgen früh eine Revolution.“

Rupert Bader: Genau, der Zugang zu dem System wird bewusst erschwert, so dass die Leute sagen: Das ist zu komplex, ich beschäftige mich gar nicht damit, das ist eine eigene Welt. Und in dem Moment, wo die Mehrheit akzeptiert, dass unser Geldsystem eine eigene Welt ist, kann die Minderheit, die dort handelt, wunderbar für sich agieren und das System weiter pflegen, das ihnen am meisten bringt.

Wir haben uns intensiv mit Wirtschafts-Vordenkern und Wirtschafts-Systemen auseinandergesetzt und ein System wie unseres, in dem sowohl die Vermögen als auch die Schulden immer schneller wachsen, kollabiert in der Regel alle 70 Jahre. Das kann passieren durch eine Währungsreform, eine gewaltige Inflation, im schlimmsten Fall wurden in der Historie auch Kriege angezettelt.

 

Was läuft schief?

Rupert Bader: Wir haben einen Turbokapitalismus. Wir haben das Geld zum höchsten Gut des Lebens erkoren. Profit ist das Maß aller Dinge. Ich war ja jahrzehntelang in der Bankenwelt tätig. Das Geld ist immer nur dorthin geflossen, wo es die meiste Rendite gebracht hat. Alles andere spielt keine Rolle. Die meisten investieren Geld ohne zu fragen: Was macht das mit den Menschen? Was macht das mit dem Klima? Müssen Kinder arbeiten, um das Geld zu generieren? Und, und, und… Das gesamte Umfeld wird komplett ausgeblendet. Wir reduzieren alles nur auf die eine Frage nach der Rendite. Und wenn du heute in die Welt schaust, hängt alles genau an diesem Punkt. Wir machen die Erde kaputt, wir beuten die Ressourcen aus, wir haben bereits im August 2016 unserer Erde so viele Ressourcen weggenommen, wie wir es im gesamten Jahr 2016 dürften. Wir gehen maßlos mit unserer Welt um. Unser derzeitiges Verhalten ist also völlig ungesund und krank. Und immer mehr Menschen erkennen, dass etwas nicht rund läuft, dass unser Verhalten auf der Erde nicht mehr vernünftig ist.

 

Was ist das Ziel Eurer Arbeit?

Benedikt Michale: Wir wollen Wissen über Geld vermitteln, das in der Schule und im herkömmlichen Bildungssystem kaum oder gar nicht gelehrt wird. Uns geht es darum, dass die Menschen sich selbst eine Meinung bilden können, nachdenken können und das Bewusstsein entwickeln, dass es in Geldfragen immer Alternativen gibt. Es gibt nicht immer nur einen Weg. Unser Ziel ist, die Menschen zu ermutigen und zu ermächtigen. Zurzeit bieten wir viele Informationsveranstaltungen an, schauen Filme, führen Gespräche, suchen den Dialog und zeigen Alternativen auf.

 

Eine dieser Alternative ist die Idee vom Fließenden Geld. Was ist das für ein Modell?

Rupert Bader: In der Natur gibt es nichts, was unbegrenzt haltbar ist. Alles hat irgendwann ein Verfalldatum im Kreislauf des Lebens. Das Paradoxe ist, dass beim Geld diese Grundregel nicht greift. Dieser Ausnahmefall führt dazu, dass Menschen ihr Geld unbegrenzt horten können und dafür belohnt werden – das Geld vermehrt sich. Und je mehr Geld jemand hat, desto mehr Macht hat er auch. Die Idee vom Forum Fließendes Geld ist: Lasst uns doch das Geld mit einer Art Umlaufsicherungsgebühr versehen. Wenn unser Geld jedes Jahr zum Beispiel 3 - 5% an Wert verliert, zirkuliert es viel schneller. Das Fließende Geld wird dadurch viel öfter ausgegeben, als das „klassische“ Geld. Also bewegt es viel mehr.

 

Benedikt Michale:  Ein Beispiel für eine solche „geldpolitische Innovation“ wurde im Hochmittelalter, zwischen 1150 und 1450 verwirklicht. Die damaligen Münz-Währungen, wurden mit einer „Umlaufsicherung“ ausgestattet und hatten ein Verfallsdatum, was die Menschen dazu bewog, ihr Geld nicht zu horten, sondern sinnvoll zu investieren und zu konsumieren. In Magdeburg wurde das Geld zum Beispiel nach einem Jahr „verrufen“ und ein „Abschlag“ von 20 Prozent fällig, also 100 alte Münzen wurden gegen 80 neue und gültige Münzen umgetauscht. Mit dem „Abschlag“ wurde dann der Staatshaushalt finanziert. Und weil das System so einfach war, machten es die meisten europäischen Monarchien zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert der Stadt Magdeburg nach.

Viele malerische mittelalterliche Städte wurden mit diesem fließenden Geld gegründet oder ausgebaut: Schwerin, Marburg, Rothenburg, Görlitz, Prag, Passau, Salzburg, Graz, Luzern, Zürich, Tübingen und viele mehr. Ebenso wurden große Dome und Kathedralen gebaut: Von Köln bis Regensburg, von Straßburg bis Magdeburg und von Fulda bis Breslau. Es war eine Zeit mit überquellendem Genuss und großer Lebensfreude und – 300 Jahre Frieden.

 

Rupert Bader: Ein weiteres Beispiel aus jüngerer Geschichte ist Wörgl, eine kleine, abgeschiedene Gemeinde in Österreich, die - genau wie viele andere - während der Weltwirtschaftskrise mit Armut und hoher Arbeitslosigkeit kämpfte. 1929 hat die Gemeinde Gutscheine ausgegeben, die nur in Wörgl galten und monatlich an Wert verloren. Mit dem System wurden in Wörgl Brücken gebaut und die Infrastruktur aufgepäppelt. Das ganze Dorf hat miteinander über dieses Gutscheinsystem gelebt, gezahlt, gehandelt. Den Menschen in Wörgl ging es gut und damit hat sich der kleine Ort vom Rest der Welt abgehoben.

Wörgl war so erfolgreich, dass Journalisten und Wissenschaftler aus aller Welt anreisten, um sich das „Wunder von Wörgl“ anzusehen. Nach 14 Monaten sprengte die Österreichische Notenbank das System mit der Begründung, dass nur sie Geld drucken dürfe.

 

Die Lösung liegt also Eurer Meinung nach in funktionierenden, parallelen Systemen des Fließenden Geldes? Gibt es denn auch heutzutage solche Regionalwährungen, die funktionieren?

Benedikt Michale: Ja, wir waren unter anderem in Traunstein im Chiemgau, wo es die Regionalwährung, den Chiemgauer gibt, und in Langenegg in Österreich. 2016 haben über 100.000 Menschen in der Region insgesamt vier Regionalwährungen genutzt und es funktioniert wunderbar. Denn hier stehen die Bürgermeister und die Landesregierung voll hinter dem Projekt und das ist entscheidend: Regionale Währungen sind immer dann erfolgreich, wenn sie von der Stadt oder der Kommune mit eingeführt und begleitet werden.

Rupert Bader: Beim Chiemgauer hat die Sparkasse sogar einen eigenen Schalter für die Währung Chiemgauer. In der Region haben die Menschen eine „normale“ Scheckkarte und eine mit der Regionalwährung. Und an der Kasse der Chiemgauer Geschäfte kannst du entscheiden, mit welcher Karte du bezahlst. Am Jahresende kommen 3% deines Jahresumsatzes mit dem Chiemgauer einer Regionalinitiative zugute, die du selbst auswählst. Das heißt, die Menschen sind doppelt motiviert, den Chiemgauer zu nutzen: Das Geld bleibt bei Unternehmen in der Region und zusätzlich werden Initiativen vor Ort unterstützt. Das hat auch zur Folge, dass die Menschen aufmerksamer in ihrer Region unterwegs sind: Sie kennen die Initiativen und achten mehr aufeinander. 

 

 

Könnte eine solche Regionalwährung überall funktionieren?

Rupert Bader: Damit das System funktioniert, brauchst du auf jeden Fall das Bewusstsein der Bevölkerung, die Menschen müssen das mittragen, mit-verstehen, sie müssen das System mit Energie versorgen und ihm Leben einhauchen. Du kannst gesellschaftlichen Wandel friedfertig vollziehen, wenn etwa 10 Prozent der Menschen das möchten.

Aber viele Menschen mit 50, 60 oder 70 sagen: Für uns kann das bestehende System noch reichen, wir machen die Augen zu, das passt schon. Aber ich möchte meinen Kindern sagen können: Ich habe etwas getan.

Denn Fließendes Geld könnte der Turbolader werden, der nachhaltige Entwicklung voranbringt. Auf einmal wäre für die guten Dinge das Geld da.

Benedikt Michale: Die Bewegung wächst: In der Bevölkerung, in der Politik, in den Banken und den Medien. Vor vier Jahren, bei unserem ersten Treffen der Oeconomia Augustana standen Rupert und ich fast allein da, wir waren maximal sechs, sieben Personen. Wir hatten bisher 35 Treffen und heute kommen Menschen aus allen Berufsgruppen, aus allen Altersgruppen. Es geht nicht um „die Armen“ oder „die Reichen“, um „die Guten“ oder „die Bösen“, sondern es geht um Lösungen. Du findest heute in allen Schaltstellen der Macht dieses Bewusstsein, den Wunsch zur Veränderung, zu Lösungen – das Bewusstsein kennt keine Hierarchien.

 

 

Ist in Augsburg auch eine solche Regionalwährung möglich?

Rupert Bader: Nur, wenn die Kommune mitmacht. Wir sind bereit, unser Know–how, unsere Zeit und Energie hineinzugeben, aber es funktioniert nur, wenn die Stadt mitmacht. Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir das professionell, wie eine Firma führen, und benötigen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung. Wie man am Chiemgauer sieht, ist auch die Unterstützung der Stadtsparkasse ein großer Vorteil.

Benedikt Michale: Als vor einigen Jahren versucht wurde, mit dem Lechtaler eine regionale Währung in Augsburg einzuführen, hatte das mehrere Schwachpunkte: Die Kommune stand nicht dahinter und Ehrenamtliche mussten die Arbeit in ihrer Freizeit stemmen. Das war viel zu umfangreich. Außerdem haben damals zu wenige Unternehmen und Geschäfte mitgemacht. Um erfolgreich zu sein, brauchen wir Unternehmen, die sämtliche Dienstleistungen des täglichen Bedarfs abdecken. Denn das ganze System funktioniert in Kreisläufen. Je besser der Kreislauf funktioniert, je mehr Angebote abgedeckt sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen ihre Regionalwährung nutzen.

Außerdem fehlten Rücktauschmöglichkeiten. Die Konstruktion war jedoch insgesamt konsequent durchdacht. Also ist das Gute am Lechtaler, dass wir heute wissen, wie der Rahmen für einen zweiten Anlauf aussehen müsste, um Erfolg zu haben.

In Augsburg würden wir zunächst in einem Stadtteil starten, um einen Mikrokosmos zu schaffen und zu zeigen, dass eine komplementäre Regionalwährung – das heißt der Euro wird ergänzt und nicht ersetzt – gut läuft. Wenn es funktioniert, werden andere Stadtteile motiviert und es kommt zu einem positiven Domino-Effekt, in und um Augsburg.

 

 

Was kann jeder einzelne tun?

Rupert Bader: Jeder kann sich seine Bank aussuchen. Oder Geldanlagen wählen, die keinen Schaden bei den Menschen oder dem Planeten verursachen. Oder neue Wege ausprobieren: Mir hat ein Projekt hier in Augsburg besonders imponiert. 20 Menschen mit den unterschiedlichsten Lebens-Hintergründen wollen ein Haus-Projekt stemmen, bei dem es darum geht, bezahlbare Wohnungen in eigenen, selbstverwalteten Häusern zu schaffen. Das Projekt Unser Haus e.V. https://unserhausev.wordpress.com/ wird durch eine Kombination von Eigenkapital - wie Vereinsbeiträge, Direktkredite und Spenden - und einem Bankkredit finanziert. Konkret müssen die Vereinsmitglieder 300.000 Euro zusammenbekommen, um einen Kredit von einer Millionen Euro zu erhalten. Und da engagieren sich junge Menschen, die keinerlei Zugang zu Geld und Kapitalanlagen haben und werden mit 500, 1.000 oder 2.000 Euro zu Geld- und Kreditgebern – und es funktioniert. Der Augsburger Verein arbeitet mit dem Mietshäuser Syndikat Freiburg zusammen und bundesweit sind bereits etwa 100 Immobilien nach deren Modell umgesetzt worden.

Wir sind vorsichtig optimistisch. Unsere Arbeit ist wie ein Marathon und wir sind jetzt etwa bei der Mitte. Aber man merkt, es schließen sich immer mehr Weggefährtinnen und Weggefährten an.

 

Rupert Bader war über 30 Jahre im Bankbereich tätig, zuletzt als Direktor einer Schweizer Privatbank. Heute ist er Unternehmer und hilft Menschen in Finanzfragen. Seine besonderen Kompetenzen liegen im Bereich nachhaltiger Geldanlagen und Immobilien. Seit 2014 engagiert er sich in der Lokalen Agenda 21 beim Arbeitskreis Unternehmerische Verantwortung und dessen Veranstaltungskonzept Fokus-N. Seit 2015 ist das Forum Fließendes Geld Teil der Lokalen Agenda 21. Ziel des Forums ist, dass Geld den Menschen dient. Träger dieses Forums ist der gemeinnützige Verein Oeconomia Augustana e.V., bei dem er als Vorstand agiert.

Benedikt Michale beschäftigt sich seit seinem 17. Lebensjahr mit dem Geld- und Finanzwesen. Erfahrungen sammelte er im Bank- und Versicherungsbereich und absolvierte ein berufsbegleitendes Studium zum Fachberater für Finanzdienstleistungen bei der IHK. Seit 2006 befasst er sich intensiv mit den Vor- und Nachteilen des aktuellen Schuld-Geldsystems. 2007 spezialisierte er sich auf nachhaltige Anlagelösungen und gründete das Familienunternehmen Finanzmanagement Michale. Das Ziel seiner derzeitigen Arbeit ist der positive Wandel in ein nachhaltiges Gesellschafts- und Geldsystem, welches im Einklang mit Mensch, Tier und Natur steht und somit allen Menschen dient. Im Jahr 2012 gründete er das Forum Fließendes Geld in Augsburg; er setzt sich aktiv für Tierschutz und Tierrechte ein.

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Wenn Geld altern würde…

Wenn Geld altern würde…
Buchtipp: Rupert Bader stellt „Eine zukunftsfähige Geld- und Wirtschaftsordnung“ von Uwe Burka vor. Er hat zwei Dorfgemeinschaften mit neuen Geld- und Wirtschaftssystemen aufgebaut. Seine Ideen und seine Haltung begeistern unseren Gastautoren.
Geld, Scheine, Münzen Foto: stevepb/pixabay

Dieses Buch wurde mir geschenkt. Dies ist ein Herzensanliegen des Autors. Er hat die ersten 10.000 Exemplare seines Buches selbst finanziert und verschenkt diese an interessierte Leserinnen und Leser. Er will damit erreichen, dass sein Wissen aus 30 Jahren sozial-ökologischer Landschafts-, Siedlungs- und Stadtentwicklung in die Welt kommt. Uwe Burka hat zwei Dorfgemeinschaften mit neuen Geld- und Wirtschaftssystemen in Thüringen und in England aufgebaut und ist international als Berater und Planer im sozial-ökologischen Bereich tätig. Heute lebt er in der Schweiz.

 

Uwe Burka ist ein tiefsinniger Beobachter der Rahmenbedingungen dieser Welt und schildert kurz und prägnant unsere herausfordernde Ausgangssituation als Menschheit. Mit seinem Buch zeigt er Möglichkeiten auf, wie wir aus der geschilderten Sackgasse herausfinden und die herrschenden Verhältnisse auf allen Ebenen durch persönliche und gesellschaftliche Aktivitäten verbessern können.

 

Im ersten Teil seines Buches zeigt der gebürtige Bremer, warum wir Geld und Wirtschaft neu denken müssen. Das Besondere an diesem Teil ist, dass er alle Lebensbereiche beleuchtet und neue Wege aufzeigt. Die Energiefrage, das Thema Dezentralisierung, unsere Landwirtschaft, der Bereich Kultur, Regionalentwicklung und vieles mehr. In der Landwirtschaft schlägt er beispielsweise ein Modell vor, das wir aus der solidarischen Landwirtschaft kennen: Ein fester Konsumentenkreis garantiert die kontinuierliche Abnahme landwirtschaftlicher Produkte. Darüber hinaus schlägt Burka vor, auf sogenannten „Kulturhöfen“ mitzuarbeiten und sich damit am Produktionsprozess zu beteiligen.

 

Die Absurditäten des bestehenden Geldsystems hinterfragen!

Im Teil zwei widmet er sich dem Geldthema. Burka zeigt auf, wie Geld entsteht und wie Geld wirkt. Geld hat für ihn auch viel mit Bewusstsein zu tun.Für den Autor ist wichtig, dass jeder Mensch auch mit wenig Geld weichenstellende Entscheidungen treffen kann. Jeder von uns kann bewusst bestimmen, was er kauft, wem er sein Geld leiht oder wem er Geld schenkt.

 

Burka weist aber auch darauf hin, dass wir Menschen unser bestehendes Geldsystem gar nicht hinterfragen und die Absurditäten dieses Systems als quasi gottgegeben in Kauf nehmen. Uwe Burka plädiert für eine Änderung der Rahmenbedingungen des keineswegs „gottgegebenen“ Geldsystems: Wie Christian Felber würde er die Banken an die kurze Leine nehmen. Er stellt die berechtigte Frage, warum wir es zulassen, dass die Geldschöpfung – beispielsweise durch Vergabe von Darlehen - allein über die Geschäftsbanken erfolgt. Die Gewinne aus diesem Prozess fließen damit leistungslos den Banken zu, während sie dem Volk zur Verfügung stehen sollten. Würden Kommunen die Kreditvergabe direkt übernehmen, würde der Gewinn der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Außerdem schlägt Burka vor, die Bilanzsumme der Banken zu beschränken, damit die Steuerzahler*innen nicht weiterhin für Verluste herangezogen werden können. Auch das Spekulieren der Banken und anderer Marktteilnehmer sollte stark beschränkt oder verboten werden. Nach Burkas Meinung sollten die Banken das ihnen anvertraute Geld solide aufbewahren und den Kund*innen ermöglichen, die Verwendung ihres Geldes nachzuvollziehen. Im Rahmen eines nachvollziehbaren Kreislaufes des Zahlungsverkehrs befürwortet Burka auch Kredite von Seiten der Banken.

 

 

Wenn sich das Horten von Geld nicht mehr lohnt…

Die Entartung des Geldes hat sich in den letzten dreißig Jahren auf erschreckende Weise gezeigt. Bis 1980 waren die Geldbewegungen in der Realwirtschaft noch höher als in der Spekulationswirtschaft. Bis 2012 sind die Geldbewegungen in der Spekulationswirtschaft um das 60-fache gegenüber der Realwirtschaft angestiegen. Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, fühlen viele Menschen in unserer Welt.

 

Doch was dagegen tun? Einen wichtigen Ansatz sieht Uwe Burka in dem Umstand, dass Geld, im Gegensatz zu allen sonstigen Waren, nicht altert. Er würde Geld deswegen mit einer Art Altersabschreibung versehen. Dies hätte bedeutsame positive Folgen.

 

Das Horten von Geld würde sich nicht mehr lohnen und die Machtkonzentration von gigantischen Geldmengen bei den wenigen Gewinnern unseres Systems würde sich langsam aber sicher auflösen. Das Geld würde damit wieder in die Zirkulation kommen. Und damit kommen wir zu unserem Forum Fließendes Geld im Rahmen der Lokalen Agenda 21 in Augsburg. Auch unser Bestreben liegt darin, dass Geld wieder zum Fließen kommt und gute Projekte unterstützt. Damit dient es wieder den Menschen und bringt sie aus ihrer finanziellen Abhängigkeit. Dies ist einer der Gründe, warum mir persönlich das Buch so gut gefällt. Uwe Burka, der mit Geldthemen eigentlich gar nichts zu tun hat, erkannte, dass in der Neukonzeption unseres Geldwesens der Schlüssel für eine positive Veränderung unserer Lebensumstände zu finden ist. In etwas über 70 Seiten schildert er auch für Laien gut verständlich, alles, was Menschen über unser Geldsystem wissen müssen. Dies kann dann das Signal für die Bewusstseinswerdung und das Engagement für eine aktive Handlung zur Veränderung sein.

 

Und Uwe Burka wäre nicht Uwe Burka, wenn er nicht ganz konkrete Empfehlungen abgeben würde. Er lässt uns an seinen Erfahrungen teilhaben und zeigt im letzten Teil seines Buches auf, wie wir anders und besser leben können. Dazu hat er 31 kurz gefasste und lebensnahe Vorschläge erarbeitet, mit der wir viele einfache und meist gut umsetzbare Ideen erhalten. Diese praktischen Empfehlungen hat er in einer kompakten und handlichen Zusammenfassung dem Buch beigelegt, damit es jeder Mensch bei sich tragen kann und immer wieder inspiriert wird. Die ersten drei der 31 Tipps lauten sinngemäß: 1. Dankbares Wahrnehmen der Natur, 2. Auf Mitmenschen zugehen und 3. Weniger kaufen.

 

Nun schließt sich der Kreis des Schenkens. Diese Haltung und die Idee von Uwe Burka haben uns im Forum Fließendes Geld so berührt, dass wir bei allen unseren Veranstaltungen interessierten Menschen dieses Buch schenken. Uns liegt es am Herzen, dass möglichst viele Menschen Kenntnis über den Inhalt erhalten und sich auf einen neuen Weg machen. Mit der kritischen Masse an bewussten Menschen werden wir das von uns geschaffene Geld- und Wirtschaftssystem reformieren und damit bessere Umstände für Mensch, Tier und Natur schaffen. Jeder Leser dieser Buchzusammenfassung ist herzlich eingeladen, sich an uns zu wenden und wir schenken ihm dann gerne ein Buch. Wir spenden Uwe Burka stetig Gelder über unseren gemeinnützigen Trägerverein Oeconomia Augustana e.V. und finanzieren damit auch die Versandkosten und weitere Auflagen. Damit konnten wir bereits einige hundert Menschen in der Region von Augsburg erreichen. Unser Ziel ist es, dass in einer nahen Zukunft etliche tausend Menschen dieses Buch gelesen haben und sich den Zielen und Idealen des Forums Fließendes Geld und der Lokalen Agenda 21 anschließen und diese Haltung unterstützen. Denn wir alle sind darauf angewiesen, dass diese Erde auch in Jahrzehnten für unsere Kinder und Enkel noch eine lebenswerte Basis darstellt.

 

Rupert Bader

Forum Fließendes Geld

Mobil 0176 - 80 433 195

Uwe Burka: Eine zukunftsfähige Geld- und Wirtschaftsordnung für Mensch und Natur
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