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Buchtipp: Plastikfrei in 30 Tagen

Buchtipp: Plastikfrei in 30 Tagen
Gesünder und nachhaltiger leben ohne Plastik
Sylvia Schaab aus Augsburg lebt mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei. Foto: Edtih Schmidt gen. Steinhoff

Plastik, wohin das Auge reicht. Kaum ein Bereich in unserem Leben, der ohne Kunststoffe auskommt: Mikroplastik in Kosmetik, Weichmacher in Kinderspielzeug, eingeschweißte Lebensmittel, synthetische Fasern in der Kleidung. Gigantische Plastikmengen verschmutzen unsere Weltmeere und schaden so Mensch und Umwelt. Gerade Deutschland, das Heimatland der Mülltrennung, produziert so viel Verpackungsmüll wie kein anderes europäisches Land. Immerhin, den beschichteten Coffee-to-go-Bechern und den Plastikstrohhalmen geht es bereits an den Kragen, auch werden in Geschäften keine kostenlosen Plastiktüten mehr ausgegeben.

Doch es gibt noch viel zu tun. Wie ein Leben ohne Plastik gelingt, zeigt Sylvia Schaab in ihrem Buch »Es geht auch ohne Plastik«. Dabei geht sie mit gutem Beispiel voran: Mit ihrer Familie lebt die Journalistin seit mehr als drei Jahren nahezu plastikfrei. Ihre zahlreichen anschaulichen Tipps, wie wir Plastik aus unserem Alltag verbannen können, sind also selbst erprobt. Dabei lässt Sylvia Schaab keinen Lebensbereich aus: vom verpackungsfreien Einkauf und plastikfreien Kochen über richtiges Mülltrennen und Saubermachen ohne Plastik bis hin zu plastiklosem Wohnen, Gärtnern, Mobilsein und Feiern deckt sie alles ab. Im Interview mit dem Lifeguide sagt Sylvia Schaab:

Meine Kinder überraschten mich am meisten: Statt sich über Einschränkungen zu beschweren, lehnen sie mittlerweile selbst alles Plastikverpackte ab - nur bei Süßigkeiten gibt es manchmal eine Ausnahme." Sylvia Schaab

Neben spannendem Hintergrundwissen im Kapitel „Plastik, was ist das eigentlich?“, liefert Sylvia Schaab eine Vielzahl an DIY-Anleitungen für Milchprodukte, Reinigungsmittel, Kosmetika und Tipps in verschiedenen „Schwierigkeitsstufen“. Also für Eilige, Motivierte oder Experimentierfreudige. Aller Anfang ist schwer? Nicht so mit Sylvia Schaabs sechs Tipps zum Start in ein plastikfreies Leben. Ohne erhobenen Zeigefinger stellt die Autorin auch alternative Konsummöglichkeiten wie Upcycling, Reparieren oder Cradle-to-Cradle-Produkte vor. Abgerundet wird das Ganze durch eine „30-Tage-Challenge“ sowie nützliche Einkaufstipps und Adressen im Anhang. In Augsburg und Umgebung gibt es mittlerweile viele Stammtische für plastikfreies Leben, die Einsteiger*innen bei den ersten Schritten helfen. Heute sagt Sylvia Schaab über ihr nahezu platikfreies Leben:

Das Leben ist entspannter geworden." Sylvia Schaab

Sylvia Schaab, Autorin und Journalistin für nachhaltige Verbraucherthemen, lebt mit Mann und drei Kindern in Augsburg. Über ihr plastikfreies Leben schreibt sie in ihrem Blog „Grüner wird’s (n)immer". Sie engagiert sich in diversen Netzwerken und Vereinen für umweltpolitische Themen, hält Vorträge und gibt Workshops. Außerdem verhilft sie zukunftsweisenden, regional verwurzelten Unternehmen und Organisationen zu mehr Öffentlichkeit.

Das Buch:  Sylvia Schaab ES GEHT AUCH OHNE PLASTIK Die 30-Tage-Challenge für die ganze Familie! 288 Seiten ISBN: 978-3-442-22280-3 € 12,00 [D] € 12,40 [A] CHF 17,90 (UVP) Goldmann Taschenbuch

 

10 Einsteiger-Tipps vom Augsburger Stammtisch plastikfreies Leben:

  • 1.    Stofftasche immer dabei haben.
  • 2.    Getränke, Milch, Joghurt und Sahne in Pfandgläsern kaufen.
  • 3.    Obst und Gemüse lose kaufen und bei Bedarf in mitgebrachte Stoffsäckchen füllen.
  • 4.    Wurst und Käse in mitgebrachte Dosen packen lassen. Meist dürfen die Verkäufer die Dosen nicht über die Theke nehmen, aber der Transfer auf der Theke klappt gut. Manchmal muss man mutig sein und nachfragen. Aber das schärft das Bewusstsein.
  • 5.    Leitungswasser für unterwegs in Glas oder Edelstahlflaschen mitnehmen.
  • 6.    Seife bzw. Haarseife am Stück verwenden, statt Duschgel oder Shampoo zu nehmen.
  • 7.    Mehrweg statt Einweg bei Bechern und Tellern.
  • 8.    Strohhalme und anderes Einwegplastik vermeiden.
  • 9.    Second Hand statt Neu kaufen. Das spart Ressourcen und Verpackung.
  • 10.    Werbegeschenke aus Plastik ablehnen, eingeschweißte Kataloge abbestellen.

 

Die Stammtische plastikfreies Leben in der Region:

 

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Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahren Sie außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

Es geht auch ohne Plastik, Goldmann Verlag, Sylvia Schaab
Die Augsburger Journalistin Sylvia Schaab hat das Buch "Es geht auch ohne Plastik" mit vielen praktischen Tipps und einer 30-Tage-Challenge geschrieben.
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, Foto: Cynthia Matuszewski
Seife statt Duschgel: Eine einfache Lösung ohne viel Plastikmüll. Die Stammtische plastikfreies Leben in Augsburg, Schwabmünchen, Friedberg und Königsbrunn informieren einmal im Monat über Plastikvermeidung. Foto: Cynthia Matuszewski
Plastikfreies Leben
Plastikfreies Leben
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Selber machen!

Selber machen!
Einsatz für ein zukunftstaugliches Leben
Bündnis für Nachhaltigkeit Mering, Nachhaltiges Mering, Mering, Augsburg, Bürgerschaftliches Engagement, zukunftstaugliches Leben, enkeltauglich, enkeltauglich leben, Pica Pau, Zukunft, Umweltschutz, Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit Mering

Wie erfolgreich bürgerschaftliches Engagement sein kann, zeigt sich in Mering bei Augsburg. Die Gemeinde zählt rund 15.000 Einwohner. 2015 beschlossen acht von ihnen, sich für mehr Nachhaltigkeit vor Ort einzusetzen. Sie gründeten das „Bündnis für Nachhaltigkeit in Mering“. Inzwischen sind es 16 Aktive, die das Zukunftskino, die Zukunftstour, den Zukunftsbecher und weitere nachhaltige Projekte realisiert haben. Am 7. Juli 2019 findet zum dritten Mal der Zukunftsmarkt in Mering statt - ein Fest der Nachhaltigkeit, das mittlerweile über die Grenzen Merings hinaus bekannt ist.

Zu den Engagierten gehören unter anderem Lehrer*innen, Sozialpädagog*innen, Banker*innen, Biolog*innen, Ruheständler*innen und Aktive aus Kirche und Politik. Sie treffen sich einmal im Monat, um ihr ehrenamtliches Engagement zu koordinieren. Neben gut recherchierten Basis-Informationen auf ihrer Website wollen sie vor allem zeigen, wo in der Gemeinde bereits nachhaltige Ideen realisiert wurden und welche praktikablen Lösungen es für ein umweltverträgliches, zukunftstaugliches Leben gibt.

Wir wollen nicht nur gegen etwas sein, sondern Ideen entwickeln, zeigen, dass wir etwas ändern können." Michael Dudella, Sozialpädagoge, Gründungsmitglied des Zukunftsbündnisses.

Eine dieser Ideen ist der Zukunftsbecher, ein Meringer Statement gegen die weltweit 6,4 Milliarden Coffee-to-go Pappbecher, die jährlich in den Müll wandern. Ein kompostierbarer, spülmaschinenfester, unter fairen Bedingungen produzierter Bambusbecher ohne Weichmacher, den es seit 2017 gibt.Auch für das Vermeiden von Verpackungsmüll hat sich das Bündnis für Nachhaltigkeit stark gemacht. Unter dem Motto „Einweg ist kein Weg“ warben sie in den Läden dafür, dass Kundinnen und Kunden zum Einkauf von Wurst, Käse oder Fleisch ihre eigene Box über die Theke reichen dürfen. Seit Juli 2018 prangt an der Tür von über 25 Verkaufsstellen in Mering der Aufkleber „Ja –Mehrweg, Müll vermeiden im Wittelsbacher Land - Nachhaltiges Mering“.

Reduktion auf das Wesentliche ist eine Lebensqualität und der Schlüssel für eine nachhaltige Welt." Constanze von Tucher, Bündnis für Nachhaltigkeit.

In Sachen Mehrweg statt Einweg ist übrigens das gesamte Wittelsbacher Land vorbildlich. Das Landratsamt Aichach-Friedberg hat für das Mitbringen eigener Behälter sogar eigens Hygienerichtlinien zusammengestellt.

Eine weitere Idee des Meringer Zukunftsbündnisses ist das Zukunftskino. Das sehr erfolgreiche Konzept sieht eine Mischung aus Film und Podiumsdiskussion vor. Zu Themen wie Flächenfraß, Landwirtschaft oder Plastik sparen wird 45 Minuten lang Wissen vermittelt. Im Anschluss beantworten geladene Gäste Fragen. "Uns ist vor allem wichtig, in dieser Diskussion ein sachliches Thema herunter zu brechen und zu klären: was kann ich hier vor Ort, in meinem Alltag tun?", berichtet Michael Dudella.

Wir wollen die Menschen nicht ratlos nach Hause schicken." Michael Dudella.

Für 2019 hat das Bündnis außerdem einen nachhaltigen Stadtrundgang und eine Zukunfts-Rad-Tour zu nachhaltigen Orten geplant.

 

Im Zukunftsforum neue Ideen entwickeln

Und was ist, wenn dem Bündnis einmal die Ideen ausgehen? Hier setzen die Aktiven auf die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern, Vereinsvorsitzenden, Gemeinderäten und anderen Ideengeber*innen, die einmal im Jahr zu einem Zukunftsforum eingeladen werden. Bei diesem konstruktiven Treffen geht es ungefiltert um kleine Wünsche, spontane Ideen und langfristige Visionen für eine nachhaltige Zukunft. Vom neuen Fahrrad-Highway bis zur autofreien Innenstadt, vom Pflanzenflohmarkt bis zur Kleiderbörse werden erst einmal alle Ideen gesammelt.

 

25 Initiativen kommen zum Zukunftsmarkt 2019

Höhepunkt des Jahres 2019 wird ganz sicher der Zukunftsmarkt in Mering. Im Juli stellen sich rund 25 nachhaltige Initiativen, Projekte und Unternehmen aus der Region vor. „Unser Zukunftsmarkt ist kein Verkaufsmarkt“, betont Dudella. Vielmehr können hier die Menschen mit dem nachhaltigen Schreiner, der Recycling-Modemacherin, dem regionalen Bio-Eis-Hersteller und vielen anderen Nachhaltigkeits-Akteuren ins Gespräch kommen. Auch der Bienenstock „in Betrieb“ oder die Schafe vom Erlebnisbauernhof freuen sich über einen Besuch. Auf der Bühne werden in Kurz-Vorträgen nachhaltige Ideen vorgestellt und regionale Künstlerinnen gestalten ihre Interpretation von Nachhaltigkeit. „2019 sind wir erstmals auch auf Schulen und Kindergärten zugegangen und freuen uns auf deren Input“, berichtet Michal Dudella.

Um ein solches Fest und seit vier Jahren ein solches Engagement stemmen zu können, bedarf es guter Zusammenarbeit.

Jeder bringt seine Talente ein. Die Praktiker organisieren und bauen auf, die Kontaktfreudigen sprechen Helfer an und die Grafiker arbeiten an der Website." Michael Dudella.

„Das Engagement funktioniert aber auch deshalb so gut, weil wir eine starke Gemeinschaft sind. Wir haben Spaß an dem, was wir tun“, ergänzt Dudella. Außerdem gibt ihnen das positive Feedback aus der Bevölkerung immer wieder Rückenwind und neuen Elan.

Rudi Kaiserswerth, Mitinitiator des Meringer Bündnisses fasst seine Motivation so zusammen:

„Viele Einzelne zusammen können große Veränderungen bewirken.“

Der Zukunfts-Markt-Mering 2019Sonntag, den 7. Juli 2019, von 12:00 bis 18:00 UhrBei gutem Wetter im Lippgarten Mering, bei schlechtem Wetter in der Meringer Mehrzweckhalle. Der endgültige Veranstaltungsort wird am Samstag, den 6. Juli 2019 bekanntgeben.

 

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Ahochdrei. Leben. Wohnen. Arbeiten. Das Fachkräfte-Magazin für den Wirtschaftsraum Augsburg, Heft 2/ 2019.

 

Bündnis für Nachhaltigkeit Mering, Nachhaltiges Mering, Mering, Augsburg, Bürgerschaftliches Engagement, zukunftstaugliches Leben, enkeltauglich, enkeltauglich leben, Zukunft, Umweltschutz, Foto: Cynthia Matuszewski
Zukunftsfest in Mering bei Augsburg. Seit 2015 engagieren sich Menschen in der 15.000-Einwohner-Gemeinde im Bündnis für Nachhaltigkeit für ein zukunftstaugliches Leben. Foto: Cynthia Matuszewski
Bündnis für Nachhaltigkeit Mering, Nachhaltiges Mering, Mering, Augsburg, Bürgerschaftliches Engagement, zukunftstaugliches Leben, enkeltauglich, enkeltauglich leben, Zukunft, Umweltschutz, Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit Mering
Zukunftsfest in Mering bei Augsburg. Seit 2015 engagieren sich Menschen in der 15.000-Einwohner-Gemeinde im Bündnis für Nachhaltigkeit für ein zukunftstaugliches Leben. Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit Mering
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Zukunftstour in Mering bei Augsburg. Seit 2015 engagieren sich Menschen in der 15.000-Einwohner-Gemeinde im Bündnis für Nachhaltigkeit für ein zukunftstaugliches Leben. Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit, Mering.
Bündnis für Nachhaltigkeit Mering, Nachhaltiges Mering, Mering, Augsburg, Bürgerschaftliches Engagement, zukunftstaugliches Leben, enkeltauglich, enkeltauglich leben, Zukunft, Umweltschutz, Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit Mering
Zukunftsfest in Mering bei Augsburg. Seit 2015 engagieren sich Menschen in der 15.000-Einwohner-Gemeinde im Bündnis für Nachhaltigkeit für ein zukunftstaugliches Leben. Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit Mering
Zukunftskino, Bündnis für Nachhaltigkeit Mering, Nachhaltiges Mering, Mering, Augsburg, Bürgerschaftliches Engagement, zukunftstaugliches Leben, enkeltauglich, enkeltauglich leben, Zukunft, Umweltschutz, Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit Mering
Zukunftskino in Mering bei Augsburg. Seit 2015 engagieren sich Menschen in der 15.000-Einwohner-Gemeinde im Bündnis für Nachhaltigkeit für ein zukunftstaugliches Leben. Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit Mering
Bündnis für Nachhaltigkeit Mering, Nachhaltiges Mering, Mering, Augsburg, Bürgerschaftliches Engagement, zukunftstaugliches Leben, enkeltauglich, enkeltauglich leben, Zukunft, Umweltschutz, Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit Mering
Zukunftsfest in Mering bei Augsburg. Seit 2015 engagieren sich Menschen in der 15.000-Einwohner-Gemeinde im Bündnis für Nachhaltigkeit für ein zukunftstaugliches Leben. Foto: Bündnis für Nachhaltigkeit Mering
Zukunftsbecher, Bambusbecher
Der Zukunftsbecher aus Mering - seit Dezember 2017 im Handel
Zukunftsfest Mering. Foto:Cynthia Matuszewski
Zukunftsfest Mering. Foto:Cynthia Matuszewski
Zukunftsfest Mering. Lernort Bauernhof. Foto: Cynthia Matuszewski
Zukunftsfest Mering. Lernort Bauernhof. Foto: Cynthia Matuszewski
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Waschen mit Efeu und Kastanien

Waschen mit Efeu und Kastanien
Natürliche Alternativen zu herkömmlichen Waschmitteln
Efeu, Waschen mit Efeu, Alternative zu Waschmittel, Foto: Pixabay, Plastikfrei leben, naturnah leben, ökologisch leben, nachhaltig leben,

Efeublätter und Rosskastanien sind eine natürlichen Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln. Sie enthalten Saponine, also waschaktive, seifige Substanzen und keinerlei Chemie. Nachhaltiger geht es nicht. Elisabeth Rennig aus Horgau erklärt, wie man biologische Waschmittel selbst herstellt und welche Vorteile diese haben.

So funktioniert Waschen mit Efeublättern

Mit den Efeublättern verfahre ich folgendermaßen: Ich zerdrücke ein Dutzend ältere dunkelgrüne Efeublätter mit den Händen und gebe sie in ein Nylonsäckchen oder eine dünne Socke (verknoten!) zu einer Ladung Wäsche mit 30 Grad, 40 Grad oder 60 Grad. Zum Entkalken der Maschine gieße ich zu jedem vierten Waschgang zwei Esslöffel verdünnte Essigessenz ins Hauptwaschpulverfach. Die Wäsche riecht garantiert nicht nach Essig, sondern neutral. Wenn man duftende Wäsche möchte, kann man ein paar Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Zitrone oder Lavendel, hinzu geben. Da kann man leicht auf Weichspüler, der ein schlimmer Umweltsünder ist, verzichten. Die Wäsche duftet himmlisch.

Moment mal – ist Efeu nicht giftig? Beim Efeu sind vor allem die Früchte giftig, aber die nimmt man ja nicht. Von den Blättern müsste man schon eine große Menge verzehren, um das Gift zu bemerken. Sie schmecken auch nicht.

So funktioniert Waschen mit Rosskastanien

Und wie funktioniert das alternative, nachhaltige Waschen mit Rosskastanien? Die Kastanien sammle ich im Herbst, lasse sie trocknen und bewahre sie in einem Pappkarton auf. Bitte keinen Plastiksack nehmen, dort schimmeln sie. Für einen Waschgang brauche ich drei Kastanien, die ich in mehrere kleine Stückchen zerteile. Diese lege ich in ein sauberes Gurkenglas und gebe 100 Milliliter Wasser dazu. Ein paar Stunden lang soll die Mischung ziehen. Wenn man danach das Glas etwas schüttelt, bemerkt man die typische seifenartige Schaumbildung. Nun gieße ich die Flüssigkeit durch ein Sieb in ein zweites Glas. Das ist jetzt mein Waschmittel, das ich ins Waschpulverfach gieße. Entkalken und Duft hinzufügen funktionieren wie bei den Efeublättern.

 

Warum sind Efeublätter und Kastanien so toll zum Waschen?

  • Die meisten handelsüblichen Waschmittel sind belastend für die Umwelt. Efeublätter und Kastanien sind echte biologische Alternativen.
  • Es gibt sie nahezu überall. Auf dem Land muss ich nur in den Garten oder den Wald gehen und in der Stadt wächst Efeu in Hinterhöfen, an Mauern und Zäunen. Kastanienbäume stehen oft in Alleen.
  • Efeu ist das ganze Jahr über verfügbar, denn er ist immergrün. Kastanien kann ich im Herbst auf Vorrat sammeln.
  • Das Waschen mit den alternativen Waschmitteln funktioniert. Egal, ob mit 30 Grad, 40 Grad oder 60 Grad, Efeublätter und Kastanien waschen stets sauber. Auch helle Wäsche!
  • Beide Waschmittel sind natürlich, also „bio“. Das heißt: Keine Chemikalien im Abwasser oder als Rest in der Kleidung. Sie sind auch für Waschmittelallergiker geeignet.
  • Billiger kann man nicht waschen. Efeublätter und Kastanien sammelt man in der freien Natur und sie kosten rein gar nichts.

Ich wasche übrigens lieber mit Efeublättern, weil Efeu an meiner Hauswand hochklettert. Ich wünsche viel Vergnügen mit dem alternativen Waschen, ein „reines“ Gewissen was die Umwelt betrifft und natürlich auch „reine“ Wäsche.

Der Text wurde in der Augsburger Allgemeine veröffentlicht und ist Teil der Kolumne „Einfach machen“.

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Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahren Sie außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

 

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Ohne Plastik

Ohne Plastik
Stammtisch plastikfreies Leben: Eine Idee erobert die Region
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, Foto: Cynthia Matuszewski

Immer mehr Menschen möchten etwas gegen die Plastikflut tun – beim monatlichen Stammtisch treffen sie Gleichgesinnte und tauschen Ideen aus. Angefangen hat alles in Augsburg. Im November 2015 beschlossen die Lehrerin Andrea Maiwald und die Journalistin Sylvia Schaab den „Stammtisch plastikfreies Leben“ zu gründen. Beide leben seit Jahren mit ihren Familien plastikfrei. Ihre Idee ist einfach: Einmal im Monat treffen sich Interessierte und Gleichgesinnte in entspannter Atmosphäre und tauschen sich darüber aus, wie man im Alltag Plastik vermeiden kann.

Dieser Lifeguide-Artikel erscheint am 15.April 2019 auch in der Purpur, dem Magazin zu verantwortungsvollem Leben in Augsburg und Umgebung aus dem Hause liesLotte.

 

Jedes Treffen hat einen Schwerpunkt, wie etwa Putzen ohne Plastik, Kindergeburtstag oder Naturkosmetik. Aber es bleibt auch immer noch genügend Zeit, um Fragen zu beantworten, Adressen weiterzugeben oder Neueinsteiger*innen zu ermutigen. „Ziel ist es, unnötiges Plastik und überflüssige Verpackungen aus dem öffentlichen, wirtschaftlichen und privaten Leben zu verbannen“, so die offizielle Formulierung auf der Website des Augsburger Stammtischs für plastikfreies Leben.

Die Stammtisch-Idee der beiden Augsburgerinnen fand in unserer Region schnell Anklang. Seit genau einem Jahr gibt es einen Stammtisch plastikfreies Leben in Friedberg. Im Oktober 2018 versammelten sich die Schwabmünchner zu ihrem ersten Treffen und im Februar 2019 zogen die Königsbrunner nach. Stammtische in Ochsenhausen und in Bobingen sind geplant.

Das Thema brennt allen unter den Nägeln, die Öffentlichkeit ist sensibilisiert."  Hans Erich Babst. Diplombetriebswirt und Mit-Initiator des Königsbrunner Stammtisches.

 

Ich musste angesichts der Berge von Plastikmüll einfach etwas tun. Ich wollte nicht länger zusehen, wie unsere Generation es verbockt " Heike Uhrig, gelernte Krankenschwester und Mitbegründerin des Schwabmünchner Stammtischs.

Jeder ist Willkommen

Bei ihren ersten Treffen erhielten die Stammtische Unterstützung vom Augsburger Stammtisch. „Das ist sehr hilfreich, denn wir müssen ja nicht jeder das Rad neu erfinden“, so Hans Erich Babst. Bei den offenen Stammtischen ist jeder willkommen und das Interesse ist sehr groß. „Die Leute kommen zu uns, weil sie etwas verändern wollen. Und weil sie hier Gleichgesinnte treffen. Wir stärken uns gegenseitig“, berichtet Linda Kaindl vom Friedberger Stammtisch. Neben ihren monatlichen Treffen haben die Friedberger sich bereits aktiv ins Gemeindeleben eingebracht. Sie beteiligten sich beim Synergie-Festival, sammelten Müll oder machten als Plastiksack-Gruppe beim Friedberger Fasching auf das Problem aufmerksam. „Wir wollen sichtbar sein“, betont Linda Kaindl. Für die Diplompädagogin, die für die Augsburger Umweltstation arbeitet und dort den „Selbstversuch nachhaltiges Leben“ gestaltet, steht vor allem eine Frage im Vordergrund:

Welche Produkte möchte ich meinen Kindern zumuten? Wie gesund sollen sie aufwachsen?“ Linda Kaindl, Diplompädagogin, Friedberger Stammtisch

Kinder werden leidenschaftliche "Plastikverhinderer"

Aber ist es nicht gerade mit Kindern besonders schwierig einen plastikfreien oder plastikreduzierten Alltag zu realisieren? „Das funktioniert viel besser, als erwartet“, berichtet Heike Uhrig. Ihre fünfjährige Tochter ist mittlerweile eine leidenschaftliche „Plastik-Verhinderin“. Süßigkeiten und Spielzeug sind natürlich Knackpunkte. „Aber wir haben schon immer unsere eigenen Kekse gebacken und vor Kindergeburtstagen informiere ich alle Beteiligten, dass es bei uns keine Plastik-Giveaways gibt“, erzählt Heike Uhrig. Lego und Playmobil durften im Kinderzimmer bleiben. Beide Mit-Begründerinnen der Stammtische in Schwabmünchen und Friedberg betonen, dass im Alltag immer wieder Kompromisse gefunden werden müssen.

Wir vertreten unsere Ziele nicht dogmatisch. Es geht vor allem darum, was kann ich in meinem Alltag mit meiner Familie und in meiner derzeitigen Lebenssituation zeitlich und finanziell verwirklichen?“ Linda Kaindl, Diplompädagogin, Friedberger Stammtisch.

Sylvia Schaab rät allen Anfänger*innenn folgendes: „Auch wenn du dich erst mal vom Plastik umzingelt fühlst, bleib ruhig und werfe Plastiksachen nicht wahllos weg. Ich habe unsere Plastikdosen alle aufgehoben, es geht ja auch darum, Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Wir bewahren darin jetzt unsere Schrauben und Dübel auf.

Es ist wichtig, Schritt für Schritt vorzugehen und einfach mal anzufangen.“ Sylvia Schaab, Journalistin, gründete den Stanntisch plastikfreies Leben in Augsburg.

 

10 Einsteiger-Tipps vom Stammtisch plastikfreies Leben:

  1. Stofftasche immer dabei haben.
  2. Getränke, Milch, Joghurt und Sahne in Pfandgläsern kaufen.
  3. Obst und Gemüse lose kaufen und bei Bedarf in mitgebrachte Stoffsäckchen füllen.
  4. Wurst und Käse in mitgebrachte Dosen packen lassen. Meist dürfen die Verkäufer die Dosen nicht über die Theke nehmen, aber der Transfer auf der Theke klappt gut. Manchmal muss man mutig sein und nachfragen. Aber das schärft das Bewusstsein.
  5. Leitungswasser für unterwegs in Glas oder Edelstahlflaschen mitnehmen.
  6. Seife bzw. Haarseife am Stück verwenden, statt Duschgel oder Shampoo zu nehmen.
  7. Mehrweg statt Einweg bei Bechern und Tellern.
  8. Strohhalme und anderes Einwegplastik vermeiden.
  9. Second Hand statt Neu kaufen. Das spart Ressourcen und Verpackung.
  10. Werbegeschenke aus Plastik ablehnen, eingeschweißte Kataloge abbestellen.

Die Stammtische plastikfreies Leben in der Region:

In Augsburg: Jeden 1. Dienstag im Monat: Treffpunkt ist um 19:30 Uhr das Café Anna, Annahof 4, 86150 Augsburg. Infos: www.plastikfreies-augsburg.de

In Friedberg: Jeden 4. Mittwoch im Monat  um 19:30 Uhr im Wasserturm Friedberg. Infos: friedberg@plastikfreies-augsburg.de

In Schwabmünchen: Jeden 3. Mittwoch im Monat  um 19:30 Uhr. Infos: schwabmuenchen@plastikfreies-augsburg.de

In Königsbrunn: es stehen noch keine regelmäßigen Termine fest, Infos: www.plastikfreies-augsburg.de

 

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Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahren Sie außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

 

Der Stammtisch für plastikfreies Leben trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 20.00 Uhr im Café Anna in Augsburg.
Der Stammtisch für plastikfreies Leben trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 20.00 Uhr im Café Anna in Augsburg.
Der Stammtisch für plastikfreies Leben trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 20.00 Uhr im Café Anna in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Der Stammtisch für plastikfreies Leben trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 20.00 Uhr im Café Anna in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, weniger Plastik, Augsburg, Königsbrunn, Friedberg, Schwabmünchen, Seife, kein Duschgel, ohne Plastik, Foto: Antje Prillwitz
Der Stammtisch plastikfreies Leben auf dem Friedberger Faschingsumzug 2019. Foto Antje Prillwitz
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, weniger Plastik, Augsburg, Königsbrunn, Friedberg, Schwabmünchen, Seife, kein Duschgel, ohne Plastik, Foto: Antje Prillwitz
Der Stammtisch plastikfreies Leben auf dem Friedberger Faschingsumzug 2019. Foto Antje Prillwitz
Plastikfrei putzen: Mit Baumwolle und Naturborste, Foto: Cynthia Matuszewski
Plastikfrei putzen: Mit Baumwolle und Naturborste, Foto: Cynthia Matuszewski
Plastikfrei einkaufen, Foto: Cynthia Matuszewski, Lifeguide Augsburg, Augsburg
Plastikfrei einkaufen, Foto: Cynthia Matuszewski
Alternativen ohne Plastik
Alternativen ohne Plastik
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, weniger Plastik, Augsburg, Königsbrunn, Friedberg, Schwabmünchen, ohne Plastik, Buntstifte, Schule, Foto: Cynthia Matuszewski
Die Stammtische plastikfreies Leben in Augsburg, Schwabmünchen, Friedberg und Königsbrunn informieren einmal im Monat über Plastikvermeidung. Foto: Cynthia Matuszewski
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, weniger Plastik, Augsburg, Königsbrunn, Friedberg, Schwabmünchen, Seife, kein Duschgel, ohne Plastik, Foto: Antje Prillwitz
Der Stammtisch plastikfreies Leben auf dem Freidberger Faschingsumzug 2019. Foto Antje Prillwitz
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Waschmittel selber machen

Waschmittel selber machen
Ein Tipp zum Plastikvermeiden
Wäscheklammern Foto Cynthia Matuszewski

Weniger Plastik ist besser für Gesundheit und Umwelt. Dieser Tipp für selbstgemachtes Waschmittel hilft dabei, Plastik bei alltäglichen Produkten zu vermeiden.

 

Zutaten

  • 45 g Kernseife ohne EDTA
  • 6 EL Waschsoda
  • 3 x 1 Liter kochendes Wasser
  • 20 bis 50 Tropfen Duftöl z.B. Lavendel & Orange

 

Zubereitung

1. Seife mit der Küchenreibe fein raspeln, mit kochendem Wasser übergießen. Mit einem Schneebesen rühren, bis die Seife aufgelöst ist. Nach ca. einer Stunde einen weiteren Liter kochendes Wasser mit Soda und Duftöl zugeben. Nach einer weiteren Stunde erneut einen Liter Wasser hinzugeben, gut verrühren.

2. Nach 24 Stunden gut durchrühren und in eine leere Waschmittelflasche abfüllen. Vor Gebrauch schütteln.

3. Pro Waschgang ca. 200 ml Waschmittel zusammen mit 1 EL Enthärtungspulver verwenden.

 

 

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Waschmittel ohne Plastik
Waschmittel ohne Platik
Besser leben ohne Plastik, Cover: oekom Verlag
Cover des Buches: Besser leben ohne Plastik, Cover: oekom Verlag
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, Foto: Cynthia Matuszewski
Seife statt Duschgel: Eine einfache Lösung ohne viel Plastikmüll. Die Stammtische plastikfreies Leben in Augsburg, Schwabmünchen, Friedberg und Königsbrunn informieren einmal im Monat über Plastikvermeidung. Foto: Cynthia Matuszewski
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