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German
Wissenswertes zum Thema Natur aus den Bereichen Geologie, Paläontologie, Mineralogie und Biologie
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SHOW
Ort

Ludwigstraße 14
86152 Augsburg
Deutschland

E-Mail
naturmuseum.stadt [at] augsburg.de

Das Naturmuseum in den Augusta Arcaden zeigt Interessantes und Außergewöhnliches aus den Bereichen Geologie, Paläontologie, Mineralogie und Biologie.

Immer am ersten Sonntag des Monats bietet das Naturmuseum ab 14 Uhr eine Turnusführung für die ganze Familie an. Dabei geht es auf eine spannende Entdeckungstour durch alle Ausstellungsbereiche des Naturmuseums. Der Fokus liegt dabei immer auch einem Ausstellungsschwerpunkt des Museums: Die Geschichte unseres Planeten, die jüngere Erdgeschichte unserer Heimat oder die unglaubliche Vielfalt der Natur.

Auf der gleichermaßen lehrreichen wie unterhaltsamen Expedition sollen Antworten auf Fragen gefunden werden wie: Was haben Elefanten, Krallentiere und Bärenhunde in Augsburg zu suchen? Kann man in Deutschland freilebende Geier beobachten? Wie giftig ist der Biss einer Vogelspinne? Oder gibt es wirklich meterlange Tausendfüßer?

Auf der Suche nach Antworten geht es auf eine Zeitreise von den eiszeitlichen Mammuts und bayerischen Ur-Elefanten über die Zeitalter der Dinosaurier und Riesen-Krabbeltiere bis zur Entstehung des Lebens in der Ursuppe. Die Führungen im Augsburger Naturmuseum zeichnen sich dadurch aus, dass alle Teilnehmenden aktiv einbezogen werden und spezielle Exponate auch zum “Begreifen“ dabei sind. Außerdem sorgen lebendige Tiere für wahrhaftige Belebung.

Die persönliche Begegnung mit exotischen Krabbeltieren ist nicht nur pädagogisch wertvoll, sondern sie kann empfindsamen Menschen auch dabei helfen, ihre Berührungsängste gegenüber solchen Tieren zu vermindern. So darf sich im Naturmuseum die ganze Familie auf eine angemessene und interaktive Turnusführung freuen, die immer wieder für Überraschungen sorgt.

Tipp
Öffnungszeiten
Wochentag
Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00
Karte Kategorie
German
Pädagogisch betreuter Spielplatz
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SHOW
Ort

Neuburger Straße 299
86169 Augsburg
Deutschland

E-Mail
asp-augsburg [at] gmx.de

Der pädagogisch betreute Abenteuerspielplatz Hammerschmiede ist für Kinder bis 13 Jahre. Hier sind die Tage immer zu kurz und die Aktivitäten für die Kinder vielfältig.

Lagerfeuer machen, Holzhütten mit echten Werkzeugen bauen, die Hasen, Schafe und Meerschweinchen versorgen, auf dem Bolzplatz Ball spielen, im großen Sandkasten sandeln und matschen, im Kinderhaus sägen, töpfern, malen, tanzen, turnen, kochen, gemeinsame Aktionen planen, Freunde finden und faire Verhaltensweisen einüben. Der gemeinnütziger Verein zur Förderung der Jugendarbeit in Schwaben hat in der Hammerschmiede für Kinder und Jugendliche einen kreativen Platz zum Wohlfühlen geschaffen.   Momentan (Winter 2020) müssen sich alle Besucher*innen bei jedem Besuch anmelden und erhalten dann ein Armband. Außerdem benötigen alle Besucher*innen eine Maske.  Die Aktivitäten finden zum größten Teil draußen statt. Deshalb sollte dem Wetter entsprechende Kleidung getragen werden. 
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Tipp
Öffnungszeiten
Wochentag Schulzeit Ferienzeit
Dienstag bis Samstag 14 bis 18 10 bis 18
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Die Lechheiden: bei den letzten Wildpferden

Die Lechheiden: bei den letzten Wildpferden
Star im Juni: 400.000 pinkfarbene Sumpfgladiolen
Sumpfgladiole, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg

Die Königsbrunner Heide mit den Wildpferden, der üppigen Vegetation und den kleinen Flussläufen ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Ende Juni ist es hier besonders schön: Dann blüht die pinkfarbenen Sumpfgladiole. Nirgendwo in Europa existieren so viele dieser fragilen Blumen.

Wer heute die Königsbrunner Heide besucht, macht auch einen Ausflug in die Vergangenheit. Nach dem Ende der letzten Eiszeit, vor rund 10.000 Jahren, galoppierten hier noch Wildpferde durch die lichten Kiefernwälder. Das Flussbett des Lechs war breit und mächtig. Der wilde Strom transportierte große Mengen Kies aus den Alpen ins weite Tal. Auf diesen kargen Kiesböden gediehen vor allem Kiefern, die langsam wuchsen und viel Raum für Gräser, Kräuter und Steppenpflanzen ließen. Es entstanden geschützte, sonnige Lichtungen - der perfekte Lebensraum für Wildpferde. Aber auch Auerochsen, Wisente und Rothirsche fanden hier ausreichend Nahrung und zogen grasend über die Ebene.

Von der Urlandschaft zur Kulturlandschaft

Dann kamen die Menschen, schlugen Brennholz, jagten Wildtiere und schufen Weideplätze für ihre Haustiere. Aus den Kiefernwäldern wurde eine nahezu baumfreie Ebene, die Lechheiden. Mit der dünnen Humusschicht waren die Heiden schlechtes Ackerland, aber tausende Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde weideten hier. Noch vor 150 Jahren gehörten die Lechheiden zu den bedeutendsten Sommerweiden für Wanderschäfer aus ganz Süddeutschland. Aus der Urlandschaft am Lech wurde eine Kulturlandschaft. Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts sind die weiten Lechheiden zum größten Teil Geschichte – die Wanderschäferei lohnte sich nicht mehr, die Menschen benötigten Bauland und der Anbau von Nutzpflanzen wurde auch auf kargem Boden möglich. Heute existiert nur noch ein Prozent der ursprünglichen Lechheiden und lichten Kiefernwälder.

 

Artenreichtum: Die Lechheiden

Dieser kleine Rest hat es aber in sich: Die Lechheiden gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Hier finden sich über 3.000 Tier- und Pflanzenarten, darunter zahlreiche „Einwanderer“ aus ganz Europa. Denn der Lech transportiere nicht nur Kies und Geröll, sondern auch Samen von Pflanzen. Und auch die Weidetiere brachten in ihren Fellen und Klauen Pflanzensamen und Kleinlebewesen ins Lechtal.

Star im Juni: Die Sumpfgladiole mit 400.000 Blüten

So stammen aus dem heißen Süden Europas die meisten der 24 Orchideenarten im Lechtal. Enzian, Silberdistel oder Schneeheide hingegen sind typische Alpenbewohner. Und die zarte Küchenschelle oder das knallgelbe Ochsenauge kommen aus der eiszeitlichen Tundra. Star der Pflanzenwelt in Königsbrunn ist jedoch eindeutig die pinkfarbene Sumpfgladiole aus Südeuropa. Ende Juni, Anfang Juli blühen auf der Königsbrunner Heide für wenige Wochen etwa 400.000 Sumpfgladiolen. Nirgendwo in Europa existieren so viele dieser fragilen Blumen. Besucher*innen und Fotograf*innen werden gebeten, die Wege NICHT zu verlassen.

Heute ist die Königsbrunner Heide eines von vielen sogenannten Trittsteinbiotopen, die sich am gesamten Lech entlang ziehen und den Erhalt vieler Arten sichern.

Und was ist aus den Weidetieren geworden, die auf den Lechheiden lebten? Seit einigen Jahren zieht von Mai bis Oktober wieder ein Wanderschäfer mit seiner Herde am Lechufer entlang. Seine Schafe und Ziegen beweiden im Auftrag des Naturschutzes die artenreichen Lechheiden und das Fleisch des Lechtal-Lamms ist eine regionale Delikatesse.

 

Die Wildpferde sind zurück...

Auch die Wildpferde sind zurückgekehrt – wenn auch mit Hilfe der Menschen. Seit 2007 bevölkert eine kleine Herde stämmiger, goldbrauner Przewalskipferde (sprich: Schewalski) ein Gehege nahe der Königsbrunner Heide. Przewalskipferde stammen ursprünglich aus den weiten Steppen Zentralasiens. Sie sind die letzten echten Wildpferde. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren sie bis auf einige Tiere in Zoos nahezu ausgestorben und es gab kein einziges frei lebendes Wildpferd mehr. Von zwölf dieser Zootiere stammen heute weltweit über 2.000 Przewalskipferde ab. Das ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte.

Genau wie die Schafherde gehören die Przewalskipferde zum Projekt Weidestadt Augsburg des Landschaftspflegeverbands. Neben der Tatsache, dass sie in ihrem ursprünglichen Lebensraum einfach nur schön aussehen, haben die Pferde auch eine wichtige Aufgabe: Fressen. Przewalskipferde kürzen das Gras bis auf wenige Zentimeter und verhindern damit eine Verbuschung auf den Heiden und in den lichten Kiefernwäldern. Das wiederum sichert Tieren und Pflanzen ihren Lebensraum. Also eine Win-Win–Situation nicht nur für Sumpfgladiole und Ochsenauge, sondern auch für die vielen Insekten auf der Lechheide, wie den besonders seltenen Kreuzenzian-Ameisenbläuling, einen Schmetterling, dessen Raupen sich nur vom Kreuzenzian ernähren können. Auch zahlreiche andere Tiere, wie Schachbrettfalter, Himmelblauer Bläuling, Zauneidechse, Ringelnatter oder Wespenspinne, lassen sich auf der Königsbrunner Heide entdecken.

Mit ein wenig Glück kann man am Abend eine Herde Wildpferde an ihrer Wasserstelle treffen oder sie dabei beobachten, wie sie über die Lechheiden galoppieren. Und sich für einen Moment vom Alltag in der Gegenwart verabschieden und ein wenig Wildnis-Feeling genießen.

 

Königsbrunner Heide:

Mit Pkw: Parkplatz am Sportpavillion neben Karwendelstraße 20, 86343 Königsbrunn.

Mit Bus: Linie 734 bis Haltestelle Heidestraße.

Mit Straßenbahn: Linie 2 bis Haunstetten Nord.     TIPP Naturschutz-Scout werden: Der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V. sucht immer wieder Menschen, die sich für die Wildpferde, die Lechheiden und den Naturschutz begeistern und Naturschutz-Scouts werden möchten. Zu den Aufgaben dieser ehrenamtlichen Helfer*innen gehören bei freier Zeiteinteilung Tier- und Zaunkontrollen, Info-Gespräche mit Besucher*innen und die Mitwirkung bei Aktionstagen.

Infos: Norbert Pantel, 0821-324-60 94, n.pantel@lpv-augsburg.de, www.lpv-augsburg.de

 

 

Wildpferde, Przewalski-Pferde, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Norbert Pantel
Auf der Königsbrunner Heide bei Augsburg lebt eine kleine Herde von Przewalski-Pferden. Sie gehören zu den letzten Wildpferden Europas. Foto: Norbert Pantel
Sumpfgladiole, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Ende Juni ist es in der Königsbrunner Heide besonders schön: Dann blühen die pinkfarbenen Sumpfgladiolen. Nirgendwo in Europa existieren so viele dieser fragilen Blumen. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Wildpferde, Przewalski-Pferde, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Norbert Pantel
Auf der Königsbrunner Heide bei Augsburg lebt eine kleine Herde von Przewalski-Pferden. Sie gehören zu den letzten Wildpferden Europas. Foto: Norbert Pantel
Kiefernwald, lichter Kiefernwald, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Die lichten Kiefernwälder der Lechheiden. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Wildpferde, Przewalski-Pferde, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Norbert Pantel
Auf der Königsbrunner Heide bei Augsburg lebt eine kleine Herde von Przewalski-Pferden. Sie gehören zu den letzten Wildpferden Europas. Foto: Norbert Pantel
Kiefernwald, lichter Kiefernwald, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Die lichten Kiefernwälder der Lechheiden. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
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Das Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen! war erfolgreich

Das Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen! war erfolgreich
Vom 31.1. bis 13.2. 2019 haben 1.745.383 Millionen Menschen unterschrieben
Große Holzbiene, Foto Marcus Bosch, LBV-Archiv, Rettet die Bienen,

18,4 Prozent der Wahlberechtigten haben in Bayern für ein besseres Naturschutzgesetz unterschrieben. In Augsburg waren es rund 20 Prozent.

Die Kernforderungen des Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen!

  • die bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere
  • die Erhaltung von Hecken, Bäumen und kleinen Gewässern in der Landwirtschaft
  • der Erhalt und die Schaffung blühender Randstreifen an allen Bächen und Gräben
  • der massive Ausbau der ökologischen Landwirtschaft
  • die Umwandlung von zehn Prozent aller Wiesen in Blühwiesen
  • die pestizidfreie Bewirtschaftung aller staatlichen Flächen
  • die Aufnahme des Naturschutzes in die Ausbildung von Land- und Forstwirten

 

Über das Volksbegehren Artenvielfalt

Das Volksbegehren ist ein Mittel der direkten Demokratie. Es ermöglicht Bürger*innen einen Gesetzesentwurf in den Bayerischen Landtag einzubringen. Die erste Hürde wurde bereits überwunden: Knapp 100.000 Menschen haben in der ersten Zulassungsphase für das Volksbegehren unterschrieben, im Oktober 2018 wurde es vom Innenministerium zugelassen.

Jetzt müssen sich vom 31. Januar 2019 bis zum 13. Februar 2019 eine Million Wahlberechtigte persönlich in den Rathäusern in Listen eintragen, um das Volksbegehren Artenvielfalt erfolgreich zu machen. Online ist dies nicht möglich. Zur Eintragung muss der gültige Ausweis vorgelegt werden. Zum Trägerkreis des Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen! gehören die Ökologisch-Demokratische Partei Bayern (ÖDP), der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV), das Bündnis 90/Die Grünen Bayern und der BUND Naturschutz in Bayern. Ein breites gesellschaftliches Bündnis von mehr als 100 Organisationen, Unternehmen, Verbänden und Parteien unterstützen diese direktdemokratische Initiative für ein neues Naturschutzgesetz in Bayern. Bayernweit kämpfen 80 Aktionsbündnisse in den Gemeinden für eine Wende im bayerischen Naturschutz. Alle Interessierten sind aufgefordert mitzumachen. Auf der Website des Volksbegehrens Artenvielfalt findet man die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.

 

Das Artensterben

Wissenschaftliche Studien belegen, dass in Bayern immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden sind. Besonders betroffen sind die Insekten, die unter anderem für das Überleben der Menschheit als Bestäuber von Nahrungspflanzen existenziell wichtig sind. 54 Prozent aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben, 73 Prozent aller Tagfalter sind verschwunden, über 75 Prozent aller Fluginsekten sind nicht mehr da. Unter anderem in Folge des Insektenschwundes leben in Bayern nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren. Diese dramatische Entwicklung will das Volksbegehren Artenvielfalt stoppen.

 

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Insektensterben - Was macht Augsburg? von Maya Strömgren

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    Volksbegehren Artenvielfalt 2019, Rettet die Bienen, Logo
    Volksbegehren Artenvielfalt 2019 "Rettet die Bienen".
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    Das schwebende Zauberblatt

    Das schwebende Zauberblatt
    Die Wunder der Natur entdecken
    Zauberblatt

    Ein Hartriegel-Blatt wird geteilt – und bleibt an „unsichtbaren Fäden“ hängen.

    So geht‘s: Pflücke ein Blatt vom Hartriegelstrauch (1) und klemme es wie abgebildet mit beiden Händen zwischen den Fingern fest (2). Ziehe die Hälften vorsichtig auseinander, bis das Blatt zerreißt (3), halte aber die Teile noch nahe zusammen (4)! Die Blattadern bleiben mit haarfeinen Saftfäden verbunden, die schnell aushärten und das lose Teil dann tragen können: Das „Zauberblatt“ scheint an unsichtbaren Fäden zu schweben (5).

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    Mehr zum Thema: Abwehrtricks der Pflanzen

    Pflanzen müssen ihre Blätter gegen Tiere verteidigen, die sie fressen möchten. Einige lassen sich Stacheln, Dornen oder Brennhaare wachsen. Andere sind bitter, scharf und/oder giftig. Die Strategie des Hartriegels ist es, in seinen Adern einen Saft zu produzieren, der bei Luftkontakt zähflüssig aushärtet. Beißt eine Raupe oder ein Käfer in das Blatt, verkleben in Sekundenschnelle die Mundwerkzeuge. Du kannst das selbst ausprobieren, wenn dir das etwas unangenehm-klebrige Gefühl nichts ausmacht. Stecke jedoch keine größeren Mengen in den Mund, denn Blätter und Früchte des Hartriegels sind für den Menschen schwach giftig.

     

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    Umdenken im Kleinen und konsequent Handeln im Alltag

    Umdenken im Kleinen und konsequent Handeln im Alltag
    Interview mit Benjamin Vogt von der CityFarm Augsburg: "Wenn ich die Welt im großen Stil verändern könnte, würde ich die Uhr der Naturgeschichte um zwei- bis dreitausend Jahre zurückdrehen."
    CityFarm Augsburg, Urban Gardening, Benjamin Vogt,  Foto: Cynthia Matuszewski

    Die CityFarm in Augsburg ist seit 2012 fester und wichtiger Bestandteil der Urban-Gardening-Szene in Augsburg. Wer mehr darüber erfahren will, wie die Geographin Ildikó Reményi und der Lehrer Benjamin Vogt den ökologischen Garten in der Gablinger Straße entwickelt, aufgebaut, erweitert und nach Rückschlägen neu-erfunden haben, dem sei das Buch „Urban Gardening mal anders“ von Benjamin Vogt empfohlen.

     

    In Kapiteln wie „Finde deinen inneren MacGyver!“ oder „Die Nackthuhnbande“ berichtet Benjamin Vogt von allem, was ihm am Herzen liegt: Von einer vielfältigen, artenreichen Natur, von der Freundschaft oder Liebe zwischen Menschen und Tieren, von altem Wissen um Pflanzen, von Schafen mitten in der Stadt, von hilfreichen Freunden, von inspirierenden Lehrmeistern und vielem mehr. Wir haben vorab mit ihm über sein Buch, über die CityFarm und über Wiedehopfhacken gesprochen.

     

    Lifeguide: Fangen wir mal mit MacGyver an: Was ist dein wichtigstes Werkzeug?

    Benjamin Vogt: Puh! Schwere Entscheidung. Ich würde sagen fify-fifty: Wiedehopfhacke und Bodenfräse! Wobei wir ohne Hammer und Motorsäge auch nicht weit kommen würden. Leider wurde das universelle Allzweckwerkzeug noch nicht erfunden. Am Ende sind doch immer meine Hände das wichtigste Werkzeug.

     

    Deine wichtigste Erkenntnis?

    Trage bei der Arbeit immer Sicherheitsschuhe, am besten mit Trittschutz! Gebrochene Zehen und Zimmermannsnägel im Fuß sind nicht lustig.

     

    Welche Tiere habt Ihr auf der CityFarm?

    Mascha, Wanya, Simba, Urmeli, Apollo 13, Balou, Kira, Füchschen, Dino der Zweite, Einhorn… Aber im Ernst. Wir haben Dunkle Bienen, Russenkaninchen, einen Hund namens Fluffgepuff alias Kira, Indische Laufenten, Skudden Schafe, Buren Ziegen, Brieftauben und einen Kater namens Mio. Ein wahrhaft magischer Moment war das erste Küken, das ich aus seinem Ei befreit habe. Der erste hoffnungsfrohe Blick ins Leben eines Lebewesens und ich war seine „Mamma“!

     

    Was war der beste Moment als CityFarmer?

    Schwierig, das so absolut zu sagen. Es gibt tausendundein Glücksmomente des täglich wiederkehrenden Wahnsinns. Angefangen bei Kindern, die partout nicht nach Hause gehen wollen oder gleich für immer bei uns einziehen möchten, bis hin zum ersten eigenen Bienenschwarm. Meine Frau wird es mir vielleicht übel nehmen, wenn ich nicht unsere Hochzeitsfeier auf der CityFarm als schönsten Moment ansehe… Aber ein wahrhaft magischer Moment war das erste Küken, das ich aus seinem Ei befreit habe. Der erste hoffnungsfrohe Blick ins Leben eines Lebewesens und ich war seine „Mamma“! Bei meiner Frau war es ähnlich. Ihr persönlicher Glücksmoment war das erste, frisch geborene Lämmchen, das sie in ihren Armen hielt. Obwohl es erbärmlich quäkte, war das Schafbaby bei bester Gesundheit.

     

    Wie sollten Menschen und Tiere zusammenleben?

    Sie sollten überhaupt einmal wieder zusammenleben. Wenn, dann aber artgerecht. Viele vergessen gerne, dass Tiere auch Charakter und Bedürfnisse haben, genauso wie Menschen. Es gibt Kaninchen die ich richtig gerne mag und andere denen ich sofort den Hals umdrehen könnte. Ein einmal lieb gewonnenes Tier zur Schlachtbank zu führen, würde den meisten ihren Appetit auf Fleisch verderben.

    Ich selbst esse gerne Fleisch und mir ist es egal ob es “bio“ aufgewachsen ist oder nicht. Hauptsache mein Braten hatte ein lebenswertes Dasein. Wir füttern unsere Tiere auch mit Supermarktabschreibungen, die vielfach nicht biologisch angebaut wurden. Würden viele Leute das Tierleid, das sie durch ihr Konsumverhalten verursachen, sehen, oder noch besser am eigenen Leib zu spüren bekommen, hätten plötzlich alle wieder Hühner im Hinterhof und Kaninchen im Garten. Die tiefgehende Naturentfremdung vieler Zweibeiner bekommen unglücklicherweise die Tiere in der Massenhaltung zu spüren. Dazu ein schönes Zitat von Mahadma Gandhi: „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln.“ Menschen und Tiere sollten überhaupt einmal wieder zusammenleben. Wenn, dann aber artgerecht. Viele vergessen gerne, dass Tiere auch Charakter und Bedürfnisse haben, genauso wie Menschen.

     

    Wie sollten Menschen und Menschen zusammenleben?

    Weniger anonym. Versuch mal, erhobenen Hauptes durch die Stadt zu laufen und dabei den Passantinnen und Passanten ins Gesicht zu blicken. Nicke ihnen freundlich zu oder lächele probehalber. Du wirst sehen: Daraus ergeben sich viele interessante Gespräche oder Begegnungen. Man glaubt gar nicht, wie viele Menschen einsam sind, obwohl sie von Hunderttausenden ihrer eigenen Spezies umgeben sind.

     

    Was hast Du Opa Rolf zu verdanken?

    Als allererstes meine geliebte Ehefrau Ildiko. Er ist ja schließlich der Vater ihrer Mutter und hat sie mit erzogen.

    Als zweites legte Opa Rolf die Grundlage für mein Dasein als Gärtner, sozusagen die Basis meines Wissens. Ich hatte herzlich wenig Ahnung von Gartenbau oder Bäumen, bevor ich bei ihm in die „Lehre“ gegangen bin. Ich verdanke ihm die CityFarmerei, denn ohne Opa Rolf wäre ich jetzt eher ein lehrender Geisteswissenschaftler in Anzug und Krawatte, denn ein glücklicher, dreckverkrusteter Bauer in der Schnittschutzhose.

     

    Welche Rolle spielen Freunde für die CityFarm?

    Im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle. Wir packen gemeinsam mit an. Schleppen, schaufeln, bauen, gießen und werkeln zusammen. Meine Freunde wissen was zu tun ist, wenn wir nicht da sind. Sie bringen Leben in die Bude. Ohne unsere Freunde und Unterstützer käme eine Bewirtschaftung unserer Flächen und die Versorgung unserer Tiere in der derzeitigen Größenordnung kaum in Frage. Außerdem wäre so viel Freiraum für nur zwei Leute absolute Platzverschwendung.

     

    Was willst Du Kindern beibringen, die zu Euch kommen?

    Zuerst einmal den richtigen Umgang mit Tieren. Die grundlegenden Verhaltensregeln. Dazu gehört, dass man nicht schreit und die Tierchen nicht jagt. Sowohl der Hahn als auch Schafe und Ziegen würden sich irgendwann wehren und das könnte böse ausgehen. Ein wichtiges Anliegen ist mir auch der „sichere Umgang mit Feuer“. Dazu veranschauliche ich gerne, wie schnell ein Stück Plastikjogginghose abbrennt. Im Schnitt dauert es maximal 30 Sekunden.

     

    Aber auch andere Themen stehen auf dem „Stundenplan“. Lebensraum Wiese, Hecke oder Wasser. Manchmal schmieden wir auch oder bauen Vogelhäuschen. Für Ü-Klassen, (Übergangsklassen, in die Kinder mit wenigen oder gar keinen Deutschkenntnissen gehen. Anm. d. Redaktion) biete ich auch eine „Wortschatzerweiterung Bauernhof“ an.

     

     

    Was rätst Du allen Urban-Gardening-Neulingen?

    „Wer Gott zum Lachen bringen will, der mache einen Plan“. Trotzdem sind eine gewisse Planung und Vorbereitung unabdingbar für ein erfolgreiches Urban-Gardening-Projekt. Wer sich vorab informiert, ist besser dran. Bei mir ist anfangs gerade im handwerklichen Bereich ganz schön viel in die Hose gegangen, da ich zwar mit viel Elan, aber ohne einen blassen Schimmer von der Materie an die Sache herangegangen bin. Meine Trockensteinmauer um die Kräuterspirale ist mindestens zehnmal eingestürzt. Das war „learning by doing“ über „try and error“. Da bringe ich mittlerweile lieber Gott zum Lachen und informiere mich vorher, was ich da eigentlich mache.

     

    Du plädierst für ein Umdenken im Kleinen – was meinst Du damit?

    Ein erfülltes, ethisch-moralisch vertretbares Leben wird durch die Masse unserer Einzelentscheidungen definiert, meist nicht durch die großen Lebensentscheidungen. Erdbeeren im Winter? Der gesamte Müll unsortiert in die schwarze Tonne oder doch recyceln? Schmeiße ich mein Geld einem internationalen Großkonzern in den Rachen oder kaufe ich regionale und saisonale Produkte? An jedem Produkt hängen lange Wirkungsketten, die umgangen werden können, kauft man zum Beispiel beim Direktvermarkter.

     

    Man kann aber von Konsumentinnen und Konsumenten kein sofortiges Umdenken erwarten. Umdenken im Kleinen vollzieht sich in kleinen Schritten und das kann auch mal 15 Jahre dauern. Auf alle Fälle bedarf es einer gewissen Kompromissbereitschaft um Schritt für Schritt seinen persönlichen Weg im modernen Konsumdschungel zu finden.

     

    Dein ganz individueller Weg zum mündigen Konsumenten?

    Am Anfang meines Werdegangs als „mündiger Konsument“ - für den ich mich übrigens längst nicht halte - standen diverse Reisen nach Indien, Afrika und Indonesien. Das allgegenwärtige Plastik dort, der Müll, die Schutthalden mit Abermillionen von Computern, pechschwarze Flüsse, die stanken wie die Pest… Für meine verwöhnte, westeuropäische Seele ein Schock. Daher begann ich mich mit dem Thema Umwelt zu beschäftigen.

     

    Ich kam zu dem Ergebnis, dass eine grundlegende Natur- und Umweltbildung wieder einmal das Schlüsselelement für eine Verbesserung der Lebensumstände zig tausender Menschen und Tiere wäre. Da traf es sich gut, dass ich meine geliebte Ehefrau Ildiko während der Hörsaalbesetzung 2009 an der Uni Augsburg kennenlernte. Sie trug einen unerschöpflichen Wissensschatz an mich heran. Zusätzlich lernen wir täglich gemeinsam Neues über die Folgen unserer Konsumhandlungen. Bei uns auf der CityFarm ist das ein nie abgeschlossener Prozess und er betrifft alle Lebensbereiche. Mobilität, Ernährung, Wohnen, Energie…

    Es benötigte fast ein Jahrzehnt des Überwindens von alten Mustern, bis wir unseren ganz eigenen Pfad gefunden hatten. Wir mussten uns die Produktionsprozesse einzelner Produkte erst einmal bewusst machen. Wie wurden die Ressourcen erschlossen? Hat das Produkt eine geplante Obsoleszenz? Wo und unter welchen Umständen wurde produziert? Das Schwierigste dabei ist, nicht zum Moralapostel zu verkommen. Manchmal ist es nicht ganz einfach, andere nicht für ihre persönliche Lebensführung zu verurteilen, obwohl es so mancher definitiv besser wüsste. Aber wir wollen jeden so akzeptieren, wie er ist und wollen selbst auch nicht verurteilt werden.

     

    Das Wissen ältere Generation – welche Rolle spielt das für Dich?

    Ohne das Wissen unserer Vorväter wären uns viele Freuden und Notwendigkeiten des CityFarmalltags verwehrt. Die Konservierung von Nahrungsmitteln, Obstbaum-Veredelung, traditionelle Heuernte, Drei-Felder- Wirtschaft, Kopfweidennutzung oder die richtige Konstruktion eines lapidaren Erdkellers. Dafür will ich Euch ein tolles Buch ans Herz legen. „Altbewährtes neu entdeckt. Praktische Anleitungen, Hausmittel und Rezepte von anno dazumal“ von Paul Binsch. Gerade in unserer Anfangszeit wären wir ohne dieses Werk ziemlich aufgeschmissen gewesen. Gerne gebe ich zu, dass uns einige wohlgesonnene, „ältere Herrschaften“ mit Rat und Tat zur Seite standen. Ohne sie wäre deutlich mehr schief gegangen. Deswegen gibt es in meinem Buch „Urban Gardening mal anders“ sogar ein eigenes Kapitel über die „grauen Eminenzen“ der CityFarm.

     

    Was ist das Tolle am bäuerlichen Leben?

    Zunächst einmal führen wir kein wirkliches bäuerliches Leben. Zuallererst bin ich freiberuflicher Lehrer und mache liebend gerne Schulgärten, begleite die Naturforscherkids und veranstalte Umwelt-AGs. Erst dann kommt das ehrenamtliche Hobby „Landwirt“. Auch jeder unserer Helfer arbeitet ganz normal. Wir wohnen mitten in Augsburg und haben uns mit der CityFarm ein Stückchen Bauernhof in die Stadt geholt. Das Tollste an der CityFarmerei ist die direkte Naturverbundenheit, die Selbstbestimmtheit und der Umgang mit den Tierchen. Wir dürfen „Jagen und Sammeln“, um die Versorgung unserer Vierbeiner zu gewährleisten. Dabei blicken wir auch mal tief in die Tonne eines Supermarktcontainers, selbstverständlich mit Erlaubnis der Betreiber. Das morgendliche und abendliche Füttern ist dabei das Highlight meines Alltags, denn das zufriedene Kauen unserer tierischen Mitbewohner ist meine liebste Hintergrundmusik zum Schreiben meiner Bücher.

     

    Welche Rückschläge und Misserfolge musstet Ihr beim Aufbau der CityFarm einstecken? Wie geht Ihr damit um?

    Der niederschmetterndste „Rückschlag“ war selbstverständlich die Kündigung unseres ursprünglichen Geländes im Westendorfer Weg, doch die Hochzeit mit meiner geliebten Ehefrau ließ mich diesen Schicksalsschlag lächelnd überstehen. Durch den Einsatz diverser Ämter und Politiker der Stadt Augsburg wurde die CityFarm dann doch noch gerettet. Uns wurde kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist ein neues Grundstücks im Gablinger Weg zugesagt. Wir konnten den Winter nutzen, um im Schneetreiben den Umzug der Farm zu begehen. Finanzielle Starthilfe gab es aus dem deutschen Nachhaltigkeitspreis der Allianz Umweltstiftung, den die Stadt Augsburg 2013 gewann.

    Mich persönlich treffen die wiederkehrenden Einbrüche und der Vandalismus auf unserem Gelände am Härtesten. Scheinbar wecken einige Schaufeln und ein wenig Gemüse Begehrlichkeiten. Einem gemeinnützigen, ehrenamtlich betriebenem Projekt das Werkzeug zu entwenden, trifft ins Mark der Engagierten und der Kinder, was uns gerade in der Anfangszeit beinahe in den Ruin trieb. Nie werde ich die Solidarität unsere Unterstützer vergessen. Bis heute sind Werkzeugspenden aller Art herzlich willkommen. Das aktuellste Unding war, dass uns jemand alle Feuerlöscher dreist geklaut hat. Der Feuerwehr und unseren Unterstützern sei Dank, dass wir wieder mit den notwendigen Feuerschutzmaßnahmen ausgerüstet sind. Mir hat dieses niederträchtige Verhalten mancher Mitmenschen zwischenzeitlich jeden Spaß an der CityFarmerei geraubt. Doch irgendwann gewöhnt man sich daran Ziel derartiger Untaten zu sein. Wir sehen trotzdem immer noch jeden Rückschlag als Chance, ohne die wir nicht da wären, wo wir heute sind.

     

     

    Ihr stoßt auf Lob und Kritik – und zwar generationenübergreifend – Eure Reaktion?

    Gelassenheit. Wir werden es wohl nie jedem Recht machen können. Die charmantesten Bezeichnungen der CityFarm waren „Verhau“ und „Zigeunersiedlung“, weshalb sich ein „netter“ Herr genötigt fühlte, die Polizei zu verständigen, um nachzuforschen, ob wir dort überhaupt sein dürften. Wir hatten wohl sein Auge beleidigt.

    Das ein oder andere Kind wird uns trotzdem bis ins Erwachsenenalter für sein Leben gerne besuchen kommen, weil wir ihm einen unschätzbaren Freiraum geschaffen haben. Der Tag wird kommen, da will er vielleicht seinem Sprössling zeigen, wie man sicher ein Feuer entfacht… Letztendlich freue ich mich darauf, mich mit interessierten Leserinnen und Lesern von „Urban Gardening mal anders“ auseinanderzusetzen und zwar allen Alters. Ohne Lob und Tadel können wir uns schließlich nicht verbessern.

     

    Wie würdest Du die Welt verändern, wenn Du könntest?

    Wir haben erkannt, dass man die Welt nicht im Großen verändern kann. Wir machen das Beste für unsere direkte Umgebung. Angefangen von den Regenwürmern im Boden unserer Äcker, über unsere Tierchen die nur bestes Futter erhalten, bis zu Heerscharen glücklicher Kinder die mit rot verschmiertem Mund Erdbeeren im Garten naschen. Wenn ich die Welt im großen Stil verändern könnte, würde ich die Uhr der Naturgeschichte um zwei- bis dreitausend Jahre zurückdrehen. Mit unserem Wissen von heute und der Natur von damals wären wir meiner Meinung nach in der Lage die Erde in ein echtes Paradies zu verwandeln.

     

    Du bist nicht nur Cityfarmer. Was machst du neben deiner Tätigkeit als Hobbybauern? In den Sommermonaten arbeite ich nebenher als „Kiesbankranger“ für den Lebensraum Lechtal. e.V.. Es geht darum, die Schutzgebiete der nördlichen Lechauen während der Brutsaison des Flussregenpfeifers vor Homo Sapiens und Canis lupus familiaris, dem Haushund, zu bewahren. Wir setzen dafür das Besucherlenkungskonzept um und bitten „Störenfriede“ die Schutzzonen auf den Kiesbänken zu verlassen. Gerne gebe ich zu, dass dieser Job nicht ganz ungefährlich ist. Mir wurden auch schon Wodkaflaschen hinterhergeschmissen…

    Im Winter hingegen zieht es mich in den Wald und auf die Bäume in der Stadt. Die professionelle Baumpflege und Renaturierung von Wäldern sind mir ein wichtiges Anliegen. Nur im äußersten Notfall wird gerade im Stadtraum ein Baum gefällt. Selbstverständlich gehe ich über das ganze Jahr meiner Tätigkeit als „Natur-Lehrer“ in verschiedenen Augsburger Schulen nach.

     

    Dein letztes Wort:

    Tausend Dank an alle Unterstützerinnen und Unterstützer, die die CityFarm und damit auch das Buch „Urban Gardening mal anders“ erst möglich gemacht haben.

     

     

    „Urban Gardening mal anders“ 100Fans, ISBN 978-3-95705-018-2

    Der komplette Erlös des Buches kommt der CityFarm zugute.  

     

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    Cityfarm-Schild. Foto Cynthia Matuszewski
    Cityfarm-Schild. Foto Cynthia Matuszewski
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    "Urban Gardening mal anders" von Benjamin Vogt, Buchtitel
    "Urban Gardening mal anders" von Benjamin Vogt, Buchtitel
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    Ein Leben wie ein CityFarm-Huhn

    Ein Leben wie ein CityFarm-Huhn
    Natur erleben mitten in der Stadt: die CityFarm Augsburg

    Mitmachen, Anfassen, Natur erleben – die CityFarm Augsburg ist ein offener, ökologischer Garten mitten in der Stadt, den die Geographin  Ildikó Reményi und der Lehrer Benjamin Vogt 2012 gegründet haben. In der vielfältigen, bunten und gastfreundlichen Atmosphäre gedeihen seither nicht nur seltene und altbekannte Nutzpflanzen und Hühner, Kaninchen oder Bienen. Hier entstehen auch Freundschaften, Interessengemeinschaften bilden sich, Wissen über Natur und Lust an der Natur werden weitergegeben.

    Vor allem Kinder und Jugendliche erleben in der CityFarm die Natur mit allen Sinnen. „Kinder haben ein großes Defizit. Wenn Du im Kindergarten fragst: Wo kommt das Ei her, herrscht erst einmal absolute Stille“, berichtet Ildi, wie Ildikó Reményi von allen genannt wird. Für Erwachsene und Kinder bieten Ildi und Benni regelmäßig Erlebnisführungen, Workshops und Mitmach-Aktionen an. Sie geben ihr Wissen gern weiter: über seltene Pflanzen, Mischkulturen, artgerechte Tierhaltung, Saatgutvermehrung oder altbewährte Konservierungsmethoden.

    Die Idee, in Augsburg eine CityFarm zu gründen, entstand auf der entlegenen Waldbergalm im Zillertal. „Wir lebten einen Monat lang mit einem alten Milchbauern zusammen, haben das Jungvieh betreut, mit der Sense Heu gemacht und Wasser aus dem Quellbach getrunken. Wir waren von allem abgeschnitten. Das war ein Gefühl, als ob du dich in einem Zeitloch befindest“, erzählt Benni. Dieses Leben im Einklang mit der Natur und diese Zeitgefühl nehmen Ildi und Benni mit nach Augsburg. Zusätzlich inspiriert von dem Buch „Meine kleine Cityfarm“ von Novella Carpenter, verfestigt sich der Plan, einen Stadtgarten mit Tierhaltung in Augsburg zu realisieren.

    Ildi ist auf einem Bauernhof in Sachsen Anhalt aufgewachsen. „Wir hatten Schafe, eine riesige Obstwiese und Pferde. Im Sommer sind wir von der Schule nach Hause gerannt, haben das Heu gewendet und danach ging‘s ins Freibad. Selbstversorgung war völlig normal. Wir Kinder haben immer mitgeholfen. Damals haben wir die Arbeit natürlich verflucht, aber im Nachhinein war das eine tolle Zeit. Wir sind im Freien aufgewachsen.“ Nach einer Ausbildung zur Bauzeichnerin zieht es Ildi wieder in die Natur. Sie lebt auf einem Reiterhof in Mecklenburg und trainiert intensiv mit einem alten, einäugigen Hengst. Das lahme Pferd wird wieder fit. „Das war ein Schlüsselerlebnis – dieses positive Band zwischen Mensch und Tier, das dabei entstanden ist“, berichtet sie.

    Für Ildi und Ben ist die artgerechte Tierhaltung ein wichtiges Anliegen. Ihr Hühner und Kaninchen haben ungeheuer viel Platz, die Bienen dürfen ihren Honig behalten.  Die Hühnerküken laufen aberwitzig schnell durch den Garten. Benni schnappt sich ein „Pieperle“ und streichelt es: „Durch die Geburt sind wir unterschiedlich viel wert – für ein Huhn ist es doch ein riesiger Unterschied, ob es in einer Legebatterie geboren wird oder hier auf der CityFarm. Ich stelle mir das immer so vor: Ich habe mir selbst ein Leben als CityFarm-Huhn ausgesucht!“ Er lacht und lässt das „Pieperle“ wieder laufen.

    Benjamin Vogt: Der kreative Schaffens- und Schöpfungsprozess wird heutzutage vernachlässigt. Wer versteht, warum er etwas macht, tut es mit einem Lächeln.

    Benni ist in Augsburg geboren und in Krumbach aufgewachsen. An der Augsburger Universität lernt er Ildi kennen, seit 2014 sind sie verheiratet. Die Liebe zur Natur hat Benni von seinem Urgroßvater geerbt, einem Bauern. „Der kreative Schaffens- und Schöpfungsprozess wird heutzutage vernachlässigt. Hier auf der CityFarm sehe ich, wofür ich arbeite und zwar gern und leidenschaftlich. Wer versteht, warum er etwas macht, tut es mit einem Lächeln“, lautet das begeisterte Plädoyer für seine handwerkliche und gärtnerische Arbeit auf dem CityFarm-Gelände. Der Lehrer Benjamin Vogt liebt es aber auch, Führungen zu gestalten und sein Wissen weiterzugeben. Vor allem für das Thema Wasser, Augsburger Wasserwege und Wassertechnik kann er sich begeistern.

    Ildis Spezialgebiet sind alte, in Vergessenheit geratene Nutzpflanzen, wie rote Gartenmelde, Boretsch, Baumspinat oder Lippischer Braunkohl. Sie erzählt, wie köstlich der Braunkohl schmeckt, dass er aber nicht für den industriellen Anbau geeignet ist. „Die Pflanzen wachsen nicht gleichmäßig – die eine wird nur 1,50 Meter groß, die andere fast drei Meter.“ Damit passt der Lippische Braunkohl perfekt zur CityFarm-Philosophie: Hier leben Mensch und Natur im Einklang und selbst der Kohl wird er nicht reglementiert und kann ungenormt wachsen und einfach nur lecker sein.

    Cityfarm-Hühnchen. Foto: Cynthia Matuszewski
    Cityfarm-Hühnchen. Foto: Cynthia Matuszewski
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    Cityfarm-Schild. Foto Cynthia Matuszewski
    Cityfarm-Schild. Foto Cynthia Matuszewski
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    Die Klebkrautschlacht

    Die Klebkrautschlacht
    Die Wunder der Natur entdecken
    Klebkrautschlacht

    Das anhängliche Kletten-Labkraut eignet sich für klebrige Späße und krautige Streiche.

    So geht‘s: Das Kletten-Labkraut, auch Klebkraut genannt, ist wie ein Klettverschluss mit kleinen Widerhaken übersät (1). Damit hält es sich an anderen Pflanzen fest. Doch nicht nur an anderen Pflanzen: es bleibt auch an Haaren und faserigen Stoffen hängen. Die Stränge lassen sich zu Bällen oder Kränzen formen. Wer mag, kleidet sich komplett in einen Klebkraut-Tarnanzug. Oder bewirft Freunde damit – und schon beginnt eine wilde Schlacht (2)!

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    Mehr zum Thema: Der Klettertrick des Klebkrauts

    Das Kletten-Labkraut ist ein sogenannter Spreizklimmer. Es nutzt seine über den ganzen Pflanzenkörper verteilten Borstenhaare mit Widerhaken, um sich an anderen Pflanzen festzuhalten und an ihnen hochzuwachsen. Auf deren Kosten spart es sich eigene stabile Stängel und bildet nur dünne, lianenartige Stränge, die rasch in die Länge wachsen. Andere Kräuter werden dadurch überwuchert und manchmal geradezu unter einer miteinander verfilzenden Klebkraut-Matte erstickt. Außerdem nutzt das Klebkraut auch an seinen Samen die Widerhakentechnik: Die reifen braunen Kügelchen heften sich an vorbeistreifende Tiere und können so weit „per Anhalter“ reisen.

    Übrigens: Das Kletten-Labkraut ist bei uns sehr häufig, daher brauchst du auch kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du einige Stränge für eine Klebkrautschlacht verwendest.

     

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    Kletten-Labkraut
    Kletten-Labkraut
    Titel Trickkiste Natur
    Titel Trickkiste Natur
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    NANU! Natur erleben

    NANU! Natur erleben
    Netzwerk Augsburg für Naturschutz und Umweltbildung
    NANU!, Augsburg, Umweltbildung, Foto Cynthia Matuszewski

    Wie schmeckt der Frühling, wie klingt der Ruf des Waldkauzes im Wittelsbacher Park, wie gewinne ich Samen und was ist eigentlich Land-Art? Bei NANU mit seinen über 300 Veranstaltungen im Jahr sind alle richtig, die neugierig auf die Natur und Umwelt in Augsburg und Umgebung sind.

    Ziel des Vereins ist es, Menschen aller Altersgruppen ein breit gefächertes und hochwertiges Umweltbildungsprogramm anzubieten. Das Programm erhalten Sie sowohl bei NANU! als auch in gedruckter Version z.B. im Botanischen Garten.

    Getragen und gestaltet werden die Veranstaltungen von den Mitgliedern des Vereins. Das können aktive Einzelpersonen, Vereine oder Verbände sein, die mit ihrem Wissen oder mit finanzieller Förderung zur Umweltbildung in unserer Region beitragen. Neue Mitglieder und Interessierte sind herzlich willkommen!

     

    Natur erfahren und erleben

    Viele Veranstaltungen finden in freier Natur statt. Deshalb werden alle Teilnehmer*innen gebeten, sich entsprechend der Witterung zu kleiden.

    Wir laden Sie und euch herzlich ein, mit uns zusammen die wunderbare Natur in der Region zu erfahren und zu erleben und freuen uns darauf, Sie auf unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen!“ Anna Röder, Vorsitzendes von NANU e.V.

    Hinweis: Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr.

    www.nanu-augsburg.de

    Mail: info@nanu-augsburg.de

    Telefon: 0821 – 324-6084

    NANU!, Augsburg, Umweltbildung, Foto Cynthia Matuszewski
    Umweltbildung in Augsburg mit NANU!. Foto Cynthia Matuszewski
    NANU! e.V.: Umweltbildung in Augsburg. Foto: NANU!
    NANU! e.V.: Umweltbildung in Augsburg. Foto: NANU!
    NANU! e.V.: Umweltbildung in Augsburg. Foto: NANU!
    NANU! e.V.: Umweltbildung in Augsburg. Foto: NANU!
    NANU!, Augsburg, Umweltbildung, Foto Cynthia Matuszewski
    Umweltbildung in Augsburg mit NANU!. Foto Cynthia Matuszewski
    NANU!, Augsburg, Umweltbildung, Foto Cynthia Matuszewski
    Umweltbildung in Augsburg mit NANU!. Foto Cynthia Matuszewski
    Saatgutbörse, NANU!
    Saatgutbörse. Foto NANU!
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