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Der nachhaltige Dienstag - Thema: Reisen

Der nachhaltige Dienstag - Thema: Reisen

ONLINE VIA ZOOM
Nachhaltiger Dienstag, Grafik: Umweltstation Augsburg
Die Welt umrunden und dabei nachhaltig unterwegs sein? Wie das geht, verraten euch Linda und Leo von der Umweltstation Augsburg.

Nachhaltig die Welt entdecken

Die Welt entdecken wollen wir alle. Aber wie kann es nachhaltiger gehen? Beim nachhaltigen Dienstag der Umweltstation Augsburg geht es genau um diese Frage. Linda Kaindl stellt euch wwoofen als eine Möglichkeit für „work and travel“ vor und Leo Siebeth erzählt, wie man nachhaltiger um die Welt reisen kann. Anschließend tauschen sich die Teilnehmenden über nachhaltige Reiseformen aus und erzählen über eigene Erfahrungen.

 

Aktuell findet der nachhaltige Dienstag online über Zoom statt. Es wird um eine Anmeldung an Leonore Sibeth unter l.sibeth@us-augsburg.de gebeten, der Zugangslink wird im Anschluss verschickt. Eine Teilnahme am nachhaltigen Dienstag ist jederzeit möglich, die Termine bauen nicht aufeinander auf.

 

Info

 

 

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  • Nachhaltig die Welt bereisen – (Wie) geht das? - Gastbeitrag von unserer Lifeguide-Auslandskorrespondentin Leonore Sibeth

Event-Termin
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Mehr als ein Hotel

Das Hotel "einsmehr" - Mehr als ein Hotel
Interview mit Sandra und Raúl Huerga Kanzler - sie leiten das Augsburger Hotel einsmehr und sagen: „Eigentlich ist unsere Arbeit kein Beruf, sondern eine Passion!“ Das Augsburger Hotel einsmehr vereint soziale und ökologische Nachhaltigkeit.
Sandra und Raúl Huerga Kanzler, Hotel einsmehr, Augsburg, nachhaltig, inklusiv, Foto: Martin Beck

„Eigentlich ist unsere Arbeit kein Beruf, sondern eine Passion!“ so die Überzeugung von Sandra und Raúl Huerga Kanzler. Die Hotelbetriebswirtin und der Volkswirt leiten Hotels und haben ihren Beruf von der Pike auf gelernt.

 

In den vergangenen Jahren arbeitete das Ehepaar in zahlreichen hochkarätigen Hotels. Zuletzt eröffneten und leiteten sie mehrere Fünfsterne-Hotel in Spanien. Seit einem Jahr leben Sandra und Raúl Huerga Kanzler in Augsburg und haben bei der Konzepterstellung, dem Aufbau und der Eröffnung des Augsburger Hotel einsmehr geholfen. „Eine so engagierte, hochqualifizierte Leitung für unser Inklusionshotel zu gewinnen, ist ein riesiger Glücksfall“, sagt Jochen Mack, Geschäftsführer des Hotel einsmehr.

 

Was war Ihre persönliche Motivation im Hotel einsmehr zu arbeiten?

Sandra Huerga Kanzler: Nach unserer Ankunft in Deutschland, haben wir innerhalb unserer Branche ein nachhaltiges Projekt „mit Sinn“ gesucht. Das Projekt Hotel einsmehr als Inklusionshotel hat sofort unsere Aufmerksamkeit geweckt. Wir freuen uns, unser gesammeltes Wissen weiterzugeben an Menschen die damit ihre berufliche Karriere starten können. Wir erhalten auch sehr viel zurück.

 

Wie wichtig für Ihre Entscheidung im Hotel einsmehr zu arbeiten war Ihnen, dass das Hotel sehr großen Wert auf Nachhaltigkeit legt?

"Nachhaltigkeit ist eines der wichtigsten Aspekte bei uns und im einsmehr, grundsätzlich ist es möglich ein Hotel nachhaltig zu betreiben und achtsam mit seiner Umwelt umzugehen. Das Konzept haben wir gemeinsam mit den Mitarbeitern entwickelt und eingeführt. " Raúl Huerga Kanzler, Hotellleitung Hotel einsmehr

Was ist für Sie das Besondere am Hotel einsmehr?

Raúl Huerga Kanzler: Die ökologische und soziale Nachhaltigkeit, die wir mit den Mitarbeitern aktiv leben. Die familiäre Atmosphäre für den Gast und unsere Mitarbeiter*innen. Und dass jeder - unabhängig von der Art seiner Beeinträchtigung oder Schwäche – Chancen bekommt und gefördert wird.

 

Ihr Hotelteam besteht zur Hälfte aus Menschen mit einer Beeinträchtigung. Welche Herausforderungen beinhaltet der Arbeitsalltag mit Ihren Mitarbeiter*innen?

"Eine der größten Herausforderungen war es, ein Team zusammenzustellen, das mit allen Beeinträchtigungen, Stärken und Schwächen ein harmonisches Ganzes ergibt und den Gast dies auch aktiv spüren zu lassen." Sandra Huerga Kanzler, Hotelleitung Hotel einsmehr

Wie haben Sie sich und Ihre Angestellten auf die Hotelarbeit vorbereitet?

Sandra Huerga Kanzler: Da unsere Abteilungsleiter, unsere Mitarbeiter ohne Beeinträchtigung und auch wir aus der Branche und mit entsprechender Erfahrung gestartet sind, wurden lediglich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Beeinträchtigung auf ihre Arbeit im Hotel einsmehr vorbereitet. Das geschah im Vorfeld der Eröffnung, unter anderem durch Trainings, Praktika in Partnerbetrieben und einem Qualifizierungsprogramm mit abschließendem Zertifikat. Letzteres wurde von unserer Sozialpädagogin und uns begleitetet. Die Arbeit im Team, mit allen zusammen, fand etwa anderthalb Monate vor Eröffnung auf der „Baustelle“ statt.

 

Ihr Hotel wurde vor knapp einem halben Jahr, im November 2020, eröffnet. Gibt es eine Begebenheit, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Sandra Huerga Kanzler: Eine schöne Geschichte ist die unseres Küchenmitarbeiters Michael, der bereits nach drei Wochen durch einen Krankheitsfall alleine den Küchendienst mit 15 Gästen „gewuppt“ hat und über sich hinaus gewachsen ist. Wir haben uns, trotz der Aufräumarbeiten hinter den Kulissen alle mit ihm mitgefreut - kein Gast hat etwas vermisst an diesem Morgen – und vor dem Vorhang lief alles wie im Drehbuch. Alle Mitarbeiter waren mächtig stolz auf ihn.

Raúl Huerga Kanzler: Oder den leckeren Kuchen von unserem Benjamin, als er das erste Mal alleine gebacken hat. Der war so lecker, dass wir ihn im Team gleich selbst aufgegessen haben. Mussten wir eben noch einmal eine backen (lacht).

 

Wie reagieren Gäste auf das bunt gemischte Team?

Sandra Huerga Kanzler: Sehr positiv. Viele merken nicht, dass das einsmehr ein Inklusionshotel ist, das ist auch unser Anspruch. Wir sind ein normales aber dennoch ganz besonderes Haus mit gut ausgebildeten und herzlichen Mitarbeitern und anspruchsvollen Gästen.

 

Menschen mit Beeinträchtigung finden nach wie vor schwer einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt. Bei Ihnen arbeiten in allen Bereichen Angestellte mit und ohne Beeinträchtigung zusammen. Wie funktioniert diese Zusammenarbeit im Team?Sandra Huerga Kanzler: Hervorragend. Unser gesamtes Team sieht mittlerweile keine Beeinträchtigung mehr. Unsere Teams sind stark zusammengewachsen und arbeiten Hand in Hand. Jeder Mitarbeiter mit oder ohne Beeinträchtigung lebt Inklusion und ist Teil von ihr geworden mit einer natürlichen und herzlichen Selbstverständlichkeit.

 

Wie würden Sie Unternehmen in der Region ermutigen, Ihrem Beispiel zu folgen und ein inklusives Mitarbeiterteam einzustellen?

Raúl Huerga Kanzler: Es besteht im Alltag kein großer Unterschied zu anderen Mitarbeitern, Arbeitsbereiche müssen am Anfang neu überdacht und Abläufe hier und dort angepasst werden.

Sandra Huerga Kanzler: Der Gast ist und wird Teil des Ganzen. Auch wenn Arbeitsbereiche angepasst werden müssen, schmälert dies keinesfalls die Qualität oder die Produktivität einer Abteilung oder eines Hotels, ist aber eine Herausforderung und erfordert von allen viel Disziplin und Fachwissen.

"Alle unsere Mitarbeiter mit Beeinträchtigung haben ein hohes Maß an Motivation, Ehrgeiz, Gastfreundschaft und Loyalität und sind ebenfalls absolut ehrlich. Diese Motivation gepaart mit einem Team, das Inklusion versteht, kann nur ein Gewinn für jedes Unternehmen sein." Raúl Huerga Kanzler, Hotelleitung Hotel einsmehr

Was ist das tolle an Ihrem Beruf?

Sandra Huerga Kanzler: Das tägliche neu Schreiben des Drehbuchs und die vielen verschiedenen Menschen welche uns tagtäglich in unserem multikulturellen Job begegnen.Raúl Huerga Kanzler: Eigentlich ist es kein Beruf, sondern eine Passion! (beide lachen).

 

Was motiviert Sie?

Sandra Huerga Kanzler: Die positiven Rückmeldungen unserer Gäste, des einsmehr e.V. und die Freude über erreichtes unserer Mitarbeiter*innen.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Mitarbeiter*innen mit Beeinträchtigung?

Raúl Huerga Kanzler: Die Akzeptanz in der Gesellschaft und im Berufsleben, dass sie glücklich und vor allem zufrieden sind. Das wünschen wir uns für ALLE unsere Mitarbeiter*innen!

 

Wie gefällt Ihnen Augsburg?

Sandra Huerga Kanzler: Pandemiebedingt konnten wir Augsburg noch nicht vollständig erkunden. Aber der Stadtmarkt ist wunderbar – er erinnert uns an unsere Heimat Spanien.

 

Dieser Artikel erschien auch im Magazin AHOCHDREI 01 / 2021

 

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Hotelteam, Hotel einsmehr, Augsburg, nachhaltig, inklusiv, Foto: Martin Beck
Das Team vom nachhaltigen Inklusionshotel einsmehr in Augsburg. Foto: Martin Beck
Hotel einsmehr, Augsburg, nachhaltig, inklusiv, Foto: Martin Beck
Im nachhaltigen Inklusionshotel einsmehr in Augsburg. Foto: Martin Beck
Hotel einsmehr, Augsburg, nachhaltig, inklusiv, Foto: Annika Müller
Lounge vom Hotel einsmehr in Augsburg. Foto: Annika Müller
Hotel einsmehr, Augsburg, nachhaltig, inklusiv, Foto: dreimeta
Nachhaltigkeit und Inklusion im Hotelbetrieb: Das Hotel einsmehr in Augsburg ist ein Leuchtturmprojekt in der Hotelszene. Foto: dreimeta
Hotel einsmehr, Augsburg, nachhaltig, inklusiv, Foto: Annika Müller
Lounge vom Hotel einsmehr in Augsburg. Foto: Annika Müller
Hotel einsmehr, Augsburg, nachhaltig, inklusiv, Foto: Martin Beck
Im nachhaltigen Inklusionshotel einsmehr in Augsburg. Foto: Martin Beck
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In 1011 Tagen um die Welt - ohne Flugzeug!

In 1011 Tagen um die Welt - ohne Flugzeug!
Leo Sibeth und Sebastian Ohlert reisen mit Bahn, Bus, Containerschiff oder per Anhalter einmal um die Erde. Ihre Reise führte sie durch Asien und Mittelamerika. Mit dem Fahrrad, zu Fuß auf dem Rücken von Pferden oder auf Containerschiffen.
Leo Sibeth, Sebastian Ohlert, ein2frei, Weltreise, ohne Flugzeug, Foto: Cynthia Matuszewski

Das Interview führten Christina Hausotter und Cynthia Matuszewski

 

Ursprünglich planten sie eine Auszeit von einem Jahr. Daraus sind drei Jahre geworden, in denen Leo Sibeth und Sebastian Ohlert einmal um die Welt reisten, ohne je einen Fuß in ein Flugzeug zu setzen. Ihre Reise führte sie durch Asien und Mittelamerika. Mit dem Fahrrad radelten sie durch Vietnam, mit dem Jeep oder zu Fuß bewältigten sie den Himalaya und auf dem Rücken von Pferden kirgisische Weiten. Die Ozeane überquerten Leo und Sebastian auf Containerschiffen.

 

In Richtung Osten gestartet, kehrten die Weltreisenden nach 1011 Tagen aus dem Westen nach Hause zurück. Im Fokus stand immer das nachhaltige Reisen. Auch die Begegnung mit Menschen vor Ort war für sie wichtiger als das ‚Abhaken‘ von Sehenswürdigkeiten.

 

  • Lifeguide, in eigener Sache: Ein Interview mit Sebastian Ohlert und Leo Sibeth KANN nicht kurz sein. Denn die Diplompädagogin und der Wirtschaftsingenieur haben einfach zu viel Spannendes zu erzählen. Wir bitten also jetzt schon um Verständnis für die Länge dieses bereits gekürzten Interviews. Und wünschen viel Spaß beim Lesen.

 

Leo und Sebastian, ihr wart zwei Jahre und 10 Monaten unterwegs. Und seid seit Dezember 2019 wieder hier und habt den Corona-Lockdown hautnah erlebt. Wie geht es euch?

Sebastian: Uns geht‘s gut. Wir sind froh, dass wir jetzt wieder hier sind und alles machen konnten, was wir uns vorgenommen hatten.

Leo: Unsere Rückkehr wurde nicht durch Corona erzwungen, sondern wir sind zurückgekommen, weil wir die Reise abschließen wollten. Wir waren im Dezember 2019 zurück, wir konnten Weihnachten feiern, Leute auf dem Weihnachtsmarkt treffen, einfach ankommen.

 

Könnt ihr euch denn überhaupt vorstellen, nach dieser langen Reisephase ‚nur noch‘ an einem Ort zu leben?

Leo: Wir haben jetzt ja wieder eine Wohnung in Augsburg.

Es ist schön, wieder einen Ort zu haben, von dem wir sagen: das ist unser Zuhause. Es kommt nicht irgendjemand und sagt: Tut mir leid, in drei Nächten ist das Zimmer reserviert, ihr müsst dann leider gehen.

Sebastian: Meine Reisebatterien sind noch nicht wieder aufgeladen. Mehr als Leo hatte ich nach zwei, zweieinhalb Jahren das Bedürfnis, mal wieder länger an einem Ort zu sein. Ich finde es gerade ganz schön, dass wir uns nicht mehr darum kümmern müssen, wo wir schlafen, wo wir einkaufen oder wie wir von A nach B kommen. Sondern uns mal wieder mit anderen Dingen beschäftigen können. Und natürlich auch unsere Freunde und Familien wiedersehen.

 

Eure Reise ist auf Eurer Website eins2frei total spannend nachzulesen. Welche Tipps habt ihr, wenn jemand nachhaltig reisen möchte?

Sebastian: Also… am besten funktioniert es, wenn man ein bisschen Zeit und Geduld mitbringt. Wenn du jetzt sagst, ich hab nur zwei Wochen Urlaub und ich will auf jeden Fall das, das und das sehen, dann muss man von vorneherein natürlich viel organisieren oder sich schon einen genauen Plan machen und man muss dann eventuell doch Flüge buchen oder Unterkünfte. Aber wenn man ein bisschen mehr Zeit hat, dann kann man einfach vor Ort schauen, welche Möglichkeiten es gibt, nachhaltig oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein oder mal mit dem Fahrrad zu fahren.

Leo: Oder man sagt, ich bin zwei Wochen unterwegs, aber ich habe kein Ziel. Ich habe zwei Wochen Zeit und ich nehme mir vor, nachhaltig zu reisen. Und jetzt gucke ich mal, wo ich hinkomme und was passiert. Sieht es da schön aus, gehe ich da hin ... oder hab ich eine Einladung? Ich glaube das wäre eigentlich zum Reisen die netteste Art.

Wenn man ein Ziel hat, dann ist man ja sehr darauf fokussiert. Und der Weg zu dem Ziel ist einfach nur die Strecke, die man zurücklegen muss, damit dieser Urlaub endlich beginnt. Aber beim Reisen, gerade beim Reisen über Land, wenn man kein festes Ziel hat, ist der Weg das Ziel. Das ist ja immer der Satz, aber er funktioniert eben auch.

Sebastian: Das haben wir oft gemacht. Wenn man kein Ziel hat, dann kann man sich auch ganz frei für sein Transportmittel entscheiden. Dann steht man unter gar keinem Zeitdruck. Weil man ja nicht irgendwann irgendwo sein muss.

Leo: Diese Flexibilität ist auch beim bewussten oder nachhaltigen Reisen wichtig.

Öffentliche Transportmittel gibt es eigentlich überall. Einheimische legen ja überall kleinere und größere Strecken zurück. Wir haben selbst in ganz ländlichen Gegenden noch einen Bus gefunden, der uns mitgenommen hat."

Sebastian: Oder einen Jeep! Irgendwas gibt‘s immer.

Leo: Und darauf kann man vertrauen. Auch wenn ich hier von zuhause aus nicht weiß, wie komme ich von A nach B. Sobald man vor Ort ist und fragt, ergibt sich immer eine Lösung.

 

Verweilen und Weiterreisen, wie kriegt man da einen guten Rhythmus hin?

Sebastian: Am Anfang waren wir ziemlich schnell unterwegs. Da sind wir alle ein, zwei, drei, allerspätestens vier Tage weitergefahren. Da hatten wir noch diesen Drang, möglichst viel zu sehen und möglichst viel zu erleben und alles mitzunehmen...

 

Jetzt empfehlt ihr, das nicht zu tun...

Sebastian: Genau.

Es ist ja auch ganz schön anstrengend, so oft weiterzufahren und so viele Eindrücke zu verarbeiten.

Irgendwann haben wir gedacht: So geht das auf längere Sicht nicht weiter. Und dann haben wir uns mal drei Wochen an einem Ort ein Zimmer in einem schönen Hostel genommen, wo wir uns wohlgefühlt haben. Und sind erstmal dageblieben. In der Stadt gab‘s gar nicht groß was zu sehen, aber trotzdem hat‘s uns so gut gefallen, weil wir eben nicht so viel erlebt haben. Wir haben gemerkt, dass es wichtig ist, ab und zu mal eine Pause zu machen. Das haben wir dann auch immer wieder eingeplant.

Je länger die Reise dauerte, desto langsamer sind wir geworden und haben eher weniger Orte gesehen.

Wir waren dann ein bisschen länger an einem Ort, um ihn besser kennenzulernen oder auch mit mehr Ruhe zu erkunden."

Nach anderthalb Jahren haben wir das Housesitting entdeckt. Das heißt, wir haben für Leute, die ein Haus und Haustiere haben, auf ihre Tiere aufpasst. Inklusive füttern und Gassi gehen. Das wird über eine Plattform vermittelt. Wir haben dafür kein Geld bekommen, aber durften umsonst wohnen.

 

  • Lifeguide: Tipps und Infos rund um das Thema Geld findet ihr hier.

 

Was sind eure wichtigsten Argumente für nachhaltiges Reisen? Warum sollte man das machen?

Leo: Da gibt es viele Gründe. Natürlich, um umweltfreundlich zu reisen. Wir wollten unseren CO2-Fußabdruck möglichst klein halten. Dazu kommt die Langsamkeit des Reisens.

Langsam Reisen bedeutet zu erleben, wie sich die Landschaften, Gesichter, Sprachen, Gerüche und Speisen um uns herum verändern.

Wir lieben es, viel Zeit in der Natur zu verbringen und in unserem Zelt zu schlafen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen ist außerdem preisewerter, es spart nicht nur Ressourcen, sondern auch Geld.

Und natürlich ist es viel spannender, als im Flugzeug zu sitzen. Da sieht man ja gar nichts. Da erlebt man nichts. Aber wenn du in einem Jeep über Schotterstraßen holperst und neben dir geht es 40 Meter tief in den Abgrund, dann  bleibt dir das im Gedächtnis.

 

Begegnungen sind ja auch ein ganz wichtiger Teil eurer Reise...

Leo: Ja, wir haben durch unsere Art zu reisen sehr viele Leute kennengelernt.

Wir hatten viel Interesse am Austausch mit Leuten vor Ort und haben uns gefragt: wie leben sie, was machen sie, wie reisen sie? Manchmal haben wir uns nur 10 Minuten in irgendeinem Bus mit jemandem unterhalten. Manchmal saßen wir 10 Stunden im gleichen Zugabteil.

Der Kontakt zu Einheimischen ist beim nachhaltigen Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln einfacher, als wenn man mit lauter deutschen Touristen nach Mallorca fliegt. Da kriegt man kaum etwas mit von dem Land oder von den Menschen vor Ort.

 

Erzählt mal, was gab es für Begegnungen?

Sebastian: In China lernten wir eine Familie kennen: Vater, Mutter und ihre Tochter. So zehn, zwölf Jahre alt. Wir sind an einem See in einer Stadt namens Kunming spazieren gegangen und wurden von der Tochter auf Englisch angesprochen. Das kam selten vor, in China können nicht so viele Leute Englisch. Das Mädchen lernte in der Schule Englisch und wollte jetzt mal ihre Kenntnisse ausprobieren. Auch ihre Eltern sprachen Englisch und kamen dazu.

Wir haben uns zehn, fünfzehn Minuten unterhalten und wurden am Ende des Gesprächs von ihnen in ihre Heimatstadt Qingdao eingeladen. Der Ort liegt allerdings knappe dreitausend Kilometer von Kunming, dem Ort unserer kurzen Begegnung,  entfernt.

Monate später hat es sich dann ergeben, dass unser Containerschiff von Qingdao aus abfuhr. Also genau in der Stadt, in der die Familie wohnt. Also meldeten wir uns bei ihnen und sie luden uns ein, bei ihnen zu übernachten. Sie haben sich rührend um uns gekümmert, tolles Essen gekocht und Ausflüge in die Stadt mit uns unternommen.

Mit ihnen haben wir im April 2020 per Video telefoniert, denn wir wussten, dass zu diesem Zeitpunkt in China sehr schlimm mit Corona war. Im April 2020 durften sie schon anderthalb Monate nicht mehr das Haus verlassen, auch nicht zum Einkaufen. Der Vater der Familie ging weiterhin arbeiten und hat in dieser Zeit woanders gewohnt. Er hat Lebensmittel für Frau und Tochter eingekauft und sie ihnen vor die Tür gestellt.

Leo: Und dann haben sie uns gefragt, ob wir Masken haben? Als sie erfuhren, dass es in Deutschland gerade schwierig war, an Masken zu kommen, sagten sie: „Was, ihr habt keine Masken? Wir schicken euch welche. Wir haben ganz viele hier!“ Wir konnten sie dann gerade noch überreden, uns keine Masken zu schicken und bald darauf konnten wir uns ja selbst welche kaufen...

 

In Deutschland sind die Menschen ja meist sehr zurückhaltend. Wie habt Ihr das auf eurer Reise erlebt?

Wir müssen uns da echt eine dicke Scheibe abschneiden. Mit wie viel Zeit und Begeisterung sich die Leute um uns gekümmert haben!

Leo: Hier würden wir sagen: ‚Also heute habe ich Termine, da sieht‘s ganz schlecht aus. Und morgen, da bin ich eigentlich schon verabredet.‘

Sebastian: Aber auf der Reise haben wir so oft Leute getroffen, die gesagt haben, kein Problem, jetzt machen wir einfach etwas zusammen.

Wir haben uns oft gefragt, was sie eigentlich für den Tag geplant hatten, bevor sie uns getroffen haben? Wie geht das, dass sie alles über den Haufen schmeißen?

 

Ihr habt jetzt von vielen schönen Begegnungen erzählt. Gab es auch gefährliche Situationen auf eurer Reise?

Sebastian: Es gab solche Situationen, aber nur wenige. Mir fällt unsere erste Einreise nach China ein. Wir kamen aus Kasachstan und wollten in den Westen von China, in die Provinz Xinjiang. Das ist die Region mit den Zwangslagern für die Uiguren, die dort unterdrückt werden. Aber als wir 2017 dorthin gefahren sind, war das in den deutschen Medien noch kein Thema.

Leo: Wir wussten, dass die Situation angespannt ist, aber wir wussten nicht, wie angespannt.

Sebastian: Wir erreichten das Einreisegebäude mit einem Reisebus. Von allen Passagieren wurden die Pässe kontrolliert, alle durften einreisen. Nicht so bei uns.  Der Grenzbeamte nahm und unsere Pässe ab und bat uns, zu warten. Ein zweiter Grenzbeamter führte mich in einen separaten Raum und schloss die Tür. Leo musste draußen warten und ich war mit ihm alleine. In dem Raum war ein Regal, voll mit Waffen und ein Metallstuhl mit Hand- und Fußfesseln. Da wurde mir doch ein bisschen anders.

Der Ton war sehr unfreundlich. Ich sollte alle Sachen auf den Boden legen. Mein ganzes Gepäck. Und während ich ausgepackt habe, hat der Beamte ein Elektroschockgerät aus dem Regal genommen und es angemacht und damit rumgespielt,um mich einzuschüchtern.

Leo: Ich saß draußen und dachte ok, was wird das jetzt? Ich nahm mir vor, wenn Sebastian in zehn Minuten nicht wieder rauskommt, dann gehe ich nachgucken. Nach zwölf Minuten habe ich mein Gepäck genommen und bin in den Raum gegangen. Hinter mir riefen andere Beamte ‚Stop, Stop‘, und etwas auf Chinesisch, auf Russisch und auf Englisch. In dem Raum stand dieser Beamte mit meinem Laptop in der Hand und klickte sich durch meine Dateien. Ich habe Sebastian gefragt, ob alles ok ist und er nickte nur mit dem Kopf. Ich wurde von den anderen Beamten wieder hinaus eskortiert. Und kurz danach kamst du zum Glück auch wieder raus.

Sebastian:  Ich musste nur noch irgendwas unterschreiben - alles auf Chinesisch, ich wusste nicht, was es war. Dann durfte ich gehen.

 

Und ihr seid eingereist...

Sebastian: Dann sind wir eingereist.

Leo: Kurz haben wir überlegt, ob wir einfach wieder umdrehen. Denn nach Kasachstan konnten wir ohne Visum zurück. Aber dann dachten wir, na ja, jetzt sind wir schon drin. Jetzt schauen wir mal, was hier kommt.

 

Aber insgesamt habt ihr unheimlich viel Glück gehabt und die positiven Eindrücke und Erlebnisse überwiegen?

Leo: Ja, sehr. Zu 99% hatten wir gute Erlebnisse.

 

Wie kann man auf Reisen an seinen eigenen Vorstellungen in Bezug auf Umweltschutz festhalten? Habt Ihr dazu Tipps? 

Sebastian: Auf jeden Fall die eigene Trinkflasche mitnehmen, um Plastik einzusparen. Denn es gibt in den meisten Ländern Möglichkeiten, um sie unterwegs wieder mit Trinkwasser aufzufüllen.

Du kannst in den meisten Ländern zwar nicht einfach an den Wasserhahn gehen wie bei uns, aber es gibt in Hostels, bei Gastfamilien oder in Restaurants Trinkwasserkanister an denen du deine Trinkflasche füllen kannst. Häufig gehören die Kanister zu einem Pfandsystem – du sparst also Plastik.

Leo: Praktisch ist bei Reisen auch ein kleiner Rucksack. Oder eine Stofftasche zum Einkaufen auf dem Markt.

 

Also eigentlich genau das Gleiche wie hier auch?

Leo: Ja, im Endeffekt das Gleiche wie hier. Aber man kommt ab und zu dann doch an seine Grenzen. Beispielsweise in China war es ein Zeichen von Hygiene, dass in guten Restaurants dein Teller, das Besteck und dein Glas in Plastik eingeschweißt waren. Also kein Einweggeschirr, sondern abgewaschenes Geschirr.Sebastian:  Und jeder hat sein eingeschweißtes Päckchen gekriegt. Das war das Zeichen, es ist sauber und man kann hier bedenkenlos essen.Leo: Aber wenn wir in Restaurants waren, die Porzellangeschirr und Plastikgeschirr hatten, haben wir gebeten, das Porzellangeschirr und kein Plastikgeschirr zu bekommen.

 

Lifeguide: Noch mehr Tipps von Leo und Sebastian zum Thema Müll vermeiden auf Reisen findet ihr hier.

 

Habt ihr eure Unterkünfte schon im Voraus gebucht oder habt ihr das relativ spontan gemacht?

Leo: Das hing vom Land ab. Manchmal haben wir vorgebucht.

Sebastian: Aber manchmal wussten wir auch gar nicht, wo wir am Abend sein werden. Zum Beispiel, wenn wir über die Grenze in ein neues Land eingereist sind. Dann haben wir uns spontan vor Ort umgeschaut. Aber oft haben wir uns auch SIM-Karten fürs Handy gekauft und konnten vorher bei verschiedenen Plattformen schon mal recherchieren, welche Unterkünfte es überhaupt gibt.

 

Und seid ihr auch mal gestrandet?

Sebastian: Ja, einmal sind wir wirklich gestrandet. Wir trampten durch den Norden Pakistans und entdeckten bei Google Maps einen Ort mit Hotel. Das Hotel hatte auch Bewertungen und sah gut aus. Es klappte mit dem Trampen, jemand nahm uns bis zu dem Ort mit. Weil er für die Regierung arbeitete und eigentlich keine Ausländer im Auto mitnehmen durfte, setzte er uns am Ortsrand auf der Straße aus.

Wir waren mitten in den Bergen. Es war erst sechs Uhr abends, aber es war schon stockdunkel und richtig kalt. Auch im Ort selbst war es dunkel. Erst als wir näher kamen, bemerkten wir, dass das wie ein großer Militärstützpunkt aussah.Es gab ein kleines Wachhäuschen, in dem ein Soldat stand. Ein Riese. Groß, breit und mit Maschinengewehr. Wir mussten uns registrieren. Als wir sagten, wir wollen hier in einem Hotel schlafen, erklärte er uns: Das ist geschlossen.

Leo: Ja. Und dann kamen viele Männer, standen auf der Straße rum, haben geguckt und zugehört. Nur Männer. Und zwei haben gesagt: ‚Ah ja, ihr könnt bei uns übernachten. Kein Problem, wir nehmen euch mit‘. Sie haben uns durch die Dunkelheit geführt und da habe ich schon gedacht: Oh, das ist jetzt echt richtig uncool. Sie haben uns zu ihrer Polizeistation mitgenommen und uns ein separates Zimmer gezeigt, wo wir schlafen durften. Ohne Gittertür, sogar mit einem eigenen Bad und einem Bett in der Ecke. Das war echt nett von ihnen, aber ich habe sehr auf Abstand geachtet und möglichst nicht geredet. Es war einfach eine ganz komische Situation. Die Dunkelheit, das Militärcamp und nur Männer.

Sebastian:  Und dann bin ich in der Nacht total krank geworden. Magen-Darm, hohes Fieber und alles. In dem Zimmer war es schweinekalt, die Fensterscheiben waren zerbrochen. Wir haben mit all unseren Klamotten im Schlafsack gelegen – unter allen Decken, die da waren - und es war immer noch kalt. Wenn man dann krank wird und muss sich aus diesem Berg Klamotten und Decken rauskämpfen, um bei Eiseskälte auf dem Klo zu hocken...

Leo: Am nächsten Tag ging es Sebastian immer noch schlecht, er hatte Fieber. Also bin ich raus und habe mich nach einem Jeep erkundigt. Der nächste Jeep sollte aber erst in ein paar Tagen kommen. Aber auf einmal ging es dann schnell, dann hieß es: In zehn Minuten kommt ein Jeep, der kann euch mitnehmen.

 

Habt ihr euch während der Reise verändert?

Leo: Charakterlich nicht - das haben uns immerhin unsere Eltern und Freunde gesagt.

Wir haben gelernt, uns von manchen Situationen nicht so aus der Ruhe bringen zu lassen. Irgendeine Lösung gibt es immer.

Sebastian: Ja, solche Situationen gab es oft, in denen es zuerst so ausgesehen hat, als ob nichts funktionieren würde. Dann haben wir ein bisschen mit den Menschen gesprochen, andere Ideen entwickelt und am Ende gab es dann doch eine Lösung. Dieses Wissen hilft mir auch jetzt im Alltag.

Wo ich früher aufgegeben hätte, habe ich jetzt die Gewissheit, es wird schon gehen. Man muss nur rausfinden, wie.

Gab es Situationen, wo es entscheidend war, dass ihr zu zweit wart? Wo es von Vorteil war, dass Sebastian ein Mann ist?

Sebastian: Ich denke, allgemein hatte es Vorteile, dass wir als Paar gereist sind. Weil wir zum Beispiel bei Familien unterkommen konnten. Als Mann allein wäre das schwieriger geworden, vielleicht wären sie zurückhaltender gewesen, auch weil sie Kinder haben.

Leo: Ich erinnere mich jetzt an keine Situation, wo ich gedacht hab, das hätte allein überhaupt nicht funktioniert. Aber ich glaube für Einladungen und andere Kontakte war es schon praktisch, dass wir zu zweit waren. Nur einmal in Pakistan, als Sebastian krank war und ich allein zur Apotheke ging, war ich wirklich froh, nach dem Apothekenbesuch wieder im Hotel zu sein, eil ich auf der Straße entweder komplett ignoriert wurde oder vollkommenim Mittelpunkt stand und von allen Passanten, vor allem Männer, beobachtet wurde.

Wir haben aber auch alleinreisende Frauen getroffen. Gerade in Zentralasien, also Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, in den ehemaligen Länder der UDSSR, sind Frauen eigentlich total stark. Viele Frauen haben in ihren Familien das Sagen. In dieser Region haben wir viele alleinreisende Frauen getroffen und ich habe von keinen schlimmen Erfahrungen gehört. Zum Glück.

 

Habt ihr irgendein Gepäckstück, das euer absolutes Lieblingsstück war? Von dem ihr sagt: Das musste unbedingt dabei sein?

Leo: Das ist jetzt voll unromantisch, aber für mich mein Handy. Es ermöglicht mir den Kontakt nach Hause, ist die Straßenkarte, die Musikbox, mein Aufnahmegerät, meine Uhr,…

Sebastian: Also spontan fällt mir die Gitarre ein. Ich hatte keine mitgenommen, aber nach ein paar Monaten habe ich es vermisst. In Kirgistan habe ich mir dann doch eine Gitarre gekauft und sie die ganze Zeit dabeigehabt. Wenn man an so vielen unterschiedlichen Orten ist, dann ist es gar nicht so leicht, ein Hobby zu haben, weil man ja immer andere Umstände vorfindet. Und da war die Gitarre eine Konstante, mein Hobby. Das war schön.

Leo: Für mich ist es neben dem Handy mein Tagebuch. Auf Reisen habe ich die nötige Muße zum Schreiben und es passiert ja auch so viel. Manchmal hatte ich richtig das Bedürfnis Tagebuch zu schreiben. In so ein Buch kann man ja auch viele Sachen einkleben. Obwohl ich am Computer schneller bin, ist das ein anders Schreiben...

Sebastian: Es war richtig angenehm, dass wir uns nur um die Sachen, die wir im Rucksack hatten, kümmern mussten und alles andere eigentlich egal war.

 

Ich habe noch dieses Foto vor Augen, wo du vor deinem Bauch und auf dem Rücken einen Rucksack hast und dann hast du noch beide Hände voll. Ist das Gepäck weniger geworden während der Reise?

Sebastian: Bei unserem allerersten Stopp in Regensburg, hat jeder von uns bereits gedacht, wir haben viel zu viel dabei, der Rucksack ist zu schwer. Wir hatten ja auch ein Zelt dabei.

Leo: Und eine Luftmatratze.

Sebastian: Und ein Kissen.

Leo: Und Wanderschuhe, also nicht so richtig große Wanderschuhe, aber quasi feste Schuhe. Also ja, war schon viel.

Beide lachen.

Leo: Also packten wir in Regensburg unsere Rucksäcke aus und gingen nochmal alles durch. Einiges ließen wir direkt dort und schickten die Sachen zu unseren Eltern. Was wir nicht bedacht haben ist, dass man an Reisetagen mindestens einen Liter Wasser pro Person dabei hat und außerdem Proviant. Du weißt ja nie, wie lange du im Bus oder im Zug sitzt und wann du an Nachschub kommst. Da war dann schon der halbe Tagesrucksack voll. Aber das haben wir mit der Zeit immer besser hingekriegt. Später hatten wir für den Proviant eine kleine Stofftasche und jeder seinen kleinen Rucksack mit den Wertsachen. Denn der große Rucksack geht eher ins Gepäckfach oder er liegt irgendwo und man hat ihn nicht immer im Blick.

 

Was habt ihr jetzt vor?

Sebastian:

Wir haben lange überlegt, was wir jetzt machen sollen oder wie es weitergehen könnte. Wir haben uns dafür auch Zeit gelassen, wir wollten erst mal in Ruhe ankommen.

Wir haben nicht sofort begonnen, Bewerbungen zu schreiben. Ich arbeite nun aber seit Juli 2020 bei einer Firma für Solarmodule.

Leo: Ich habe vor unserer Weltreise bei der Umweltstation Augsburg gearbeitet und freue mich sehr, dort wieder einzusteigen. Ich werde zu den Schwerpunkten Interkulturalität und Nachhaltigkeit Projekte gestalten.

 

Euer Schlusswort?

Wenn ihr eine Reise plant, steht ihr am Anfang vor einem Berg von Fragezeichen. Ihr denkt: Das ist super kompliziert, wie soll das nur funktionieren, das wird ja niemals klappen und das kann ich mir auch niemals leisten. Das Beste ist dann: einfach mal klein anfangen. Sich selbst sagen „Ich probiere es einfach mal aus.“ Und dann ist es ist auf einmal viel einfacher als man denkt. Viele Probleme lösen sich von allein oder sind gar nicht so groß. Das ist unsere Erfahrung.  

INFOS: Leo und Sebastian waren von März 2017 bis Dezember 2019 unterwegs. Auf ihrem Blog www.eins2frei.com schreiben sie von ihren Erlebnissen. Tipps von Leo und Sebastian ...

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Nach 11 Monaten Reise und 31.150 Kilometern auf Straße und Schienen sagen Leonore Sibeth und Sebastain Ohlert: Ja, das Reisen über Land funktioniert sehr gut! Foto: Leonore Sibeth
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug
Wer mit dem Auto in entlegenen Regionen unterwegs ist, muss oft Tankstellen suchen und seine Tankfüllungen gut planen. Foto: Sebastian Ohlert und Leonore Sibeth
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug
Nach 11 Monaten Reise und 31.150 Kilometern auf Straße und Schienen sagen Leonore Sibeth und Sebastain Ohlert: Ja, das Reisen über Land funktioniert sehr gut! Foto: Leonore Sibeth
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug
Foto: Sebastian Ohlert ud Leonore Sibeth
Wir zwei am Meydan-e Amir Chaqmaq im Herzen der iranischen Stadt Yazd. Hergereist ohne den Boden unter den Füßen verloren zu haben. Foto: einszweifrei
Wir zwei am Meydan-e Amir Chaqmaq im Herzen der iranischen Stadt Yazd. Hergereist ohne den Boden unter den Füßen verloren zu haben. Foto: einszweifrei
Ein bisschen eng hier, aber nachdem dann endlich das Bett bezogen war, konnten wir im Nachtzug nach Teheran gut schlafen. Foto: Sebastian Ohlert
Ein bisschen eng hier, aber nachdem dann endlich das Bett bezogen war, konnten wir im Nachtzug nach Teheran gut schlafen. Foto: Sebastian Ohlert
Zug- und Busfahrten können praktisch genutzt werden: schlafen, aus dem Fenster schauen, Russisch lernen, einen Blogartikel schreiben… Foto: Leo Sibeth
Zug- und Busfahrten können praktisch genutzt werden: schlafen, aus dem Fenster schauen, Russisch lernen, einen Blogartikel schreiben… Foto: Leo Sibeth
Sebastain Ohlert, Leo Sibeth, Christina Hausotter, Cynthia Matuszewski, Foto: Immanuel de Gilde
Cynthia Matuszewski und Christina Hausotter (rechts) im Gespräch mit Sebastain Ohlert und Leo Sibeth (links) von eins2frei. Foto: Immanuel de Gilde
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Eine Weltreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Eine Weltreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Das Flugzeug ist keine Option mehr für Leo Sibeth und Sebastian Ohlert
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug

Die Wahl-Augsburger haben 31.150 Kilometer auf Straßen oder Schienen zurückgelegt. Sie sind seit 11 Monaten unterwegs und sagen: Ja, das Reisen über Land funktioniert! Sehr gut sogar! Schneller als gedacht, netter als erwartet und bisher haben wir uns immer sicher gefühlt. Das Flugzeug ist keine Option mehr für Leo und ihren Partner Sebastian Ohlert.

Nachhaltig die Welt bereisen? Ja, das geht!

Seit über elf Monaten reisen wir bereits nach und durch Asien, immer auf dem Landweg. Wir starteten diese Reise mit vielen Fragen: Lässt sich immer ein Transport finden? Wie lange wird es dauern, von A nach B zu kommen? Was kostet es? Und was ist mit der Sicherheit? Bald schon merkten wir, ja, das Reisen über Land funktioniert! Schneller als gedacht, netter als erwartet und sicher haben wir uns bislang auch immer gefühlt. Ein erstes Zwischenfazit zogen wir bereits nach zweimonatiger Reise für den Lifeguide. Nach mittlerweile 11 Monaten on the road sind wir durch Länder gekommen, die leichter zu bereisen sind und durch andere, in denen das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln komplizierter und anstrengender ist. Im Iran freuten wir uns über ein hervorragendes Netz komfortabler Überlandbusse sowie über gute und schnelle Zugverbindungen. In Tadschikistan hingegen war daran nicht mehr zu denken – Einzig Jeeps, vollgestopft bis unter die Decke, fuhren auf holprigen Straßen die größeren Ortschaften des Pamir-Gebirges an.

Die Wahrnehmung von Zeit und Distanz verändert sich

Was mittlerweile normal geworden ist beim Reisen über Land: es dauert! Sechs Stunden im Zug durch Deutschland? Da sind wir von Augsburg nach Hamburg oder Berlin gefahren und haben das Land bereits fast zur Gänze durchquert. Sechs Stunden in einem indischen Zug? Eine entspannte Halbtagesfahrt, da müssen wir noch nicht mal den Nachtzug nehmen. Unsere Wahrnehmung von Zeit und Distanzen hat sich im Laufe unserer Reise und mit den örtlichen Gegebenheiten verändert. Erst letztens, da fuhren wir mit einem indischen Nachtzug von Hampi nach Hyderabad. 530 Kilometer, für die der Zug 11 ½ Stunden brauchte. Wir hatten uns für die Kategorie „AC 3“ entschieden, bei der sich sechs Personen ihr Abteil teilen, wie bei den alten Schlafwagen der Deutschen Bahn. Mit dem Unterschied, dass es sich um keine geschlossenen Abteile handelt, sondern sie zum Gang hin offen sind und sich seitlich nur durch Trennwände von den nächsten Abteilen abgrenzen.

Im Zug oder Bus gibt es kein Entrinnen

Mit uns im Abteil war Bharti, 39 Jahre alt, auf dem Weg zurück nach Hause. Sie freute sich so, endlich weibliche Verstärkung in unserem männerdominierten Sechserabteil zu bekommen, dass sie sich zu uns aufs Bett setzte. Der Zug ratterte durch die anbrechende indische Nacht und wir hatten viel Zeit, uns nett zu unterhalten. Bharti erzählte von einem aufregenden Spaziergang durch den indischen Dschungel und ich konnte spüren, dass das Adrenalin noch durch ihre Adern pulsierte, so aufgeregt war sie immer noch. Neben der Story bekam ich viele interessante Fotos von ihrem Abenteuer zu sehen. Doch die Schlafenszeit rückte immer näher und ich konnte trotz spannender Unterhaltung ein Gähnen nicht mehr unterdrücken. Am nächsten Morgen um 5 Uhr verabschiedete Bharti sich von mir, sie stieg aus. Glücklicherweise hatten wir am Abend vorher bereits Nummern ausgetauscht. Angekommen in unserer Unterkunft in Hyderabad bekam ich eine Nachricht von Bharti. Sie lud uns zu sich nach Hause zum Essen ein, Mann und Sohn wären ebenfalls da. Am Tag unserer Abreise trafen wir sie und verbrachten gemeinsam einen tollen Nachmittag. Bharti hatte sich viele Gedanken gemacht, was die zwei Ausländer wohl gerne essen würden und so gab es Pasta ohne eine einzige Chilischote, sogar auf Chiliflocken hatte sie verzichtet! Wir waren gerührt. Bharti und ihr Mann brachten uns nachmittags zum Bahnhof, denn mit einem weiteren Nachtzug setzten wir unsere Reise von Hyderabad in Richtung der indischen Ostküste fort. Dort im Zug saß keine Bharti und so gab es genügend Zeit, diese nette Begegnung noch einmal Revue passieren zu lassen. Sebastian und ich sind uns mittlerweile einig, dass wir viele tolle Begegnungen nur machen, da wir mit den Menschen gemeinsam für Stunden zusammen im Zug oder Bus sitzen.

Auch in der Stadt treffen wir nette Menschen und kommen mit ihnen ins Gespräch. Aber meist muss bald wieder einer los und das Gespräch ist damit beendet. Im Zug oder Bus gibt es kein Entrinnen. Und bei den langen Fahrtzeiten ist es möglich, das Gespräch für ein Schläfchen zu unterbrechen und später wiederaufzunehmen.

Walnüsse von Mashroof und Chinesisch lernen mit Nian

Wir erinnern uns an viele solcher netten Gegebenheiten: Zum Beispiel Mr. und Mrs. Basu, die uns im Zug durch Indiens Norden mit ihrem leckeren selbstgekochten Mittagessen verköstigten, obwohl wir selbst eine ganze Tüte Proviant dabeihatten. Oder Nian, der tolle chinesische Junge, der mit seinem Vater und Opa die gleiche Strecke wie wir im Zug reiste, und mit dem wir ein lustiges Sprachenlernspiel spielten, bei dem er das Wort auf Chinesisch sagte und wir auf Englisch. Der jeweils andere musste das ihm fremde Wort wiederholen. Dann war da noch Mashroof, der Fahrer eines „Shared Taxis“ in Pakistan, der uns bat, kurz zu warten und in dieser Zeit eine riesige Tüte Walnüsse für uns als Geschenk holte. Oder die netten Mitfahrer im bis unter die Decke vollgestopften chinesischen Zug.

Wir fanden keine gemeinsame Sprache, aber sie probierten unsere Salzstangen und wir im Gegenzug ihre sonderbaren chinesischen Snacks. Obwohl wir uns verbal nicht verständigen konnten, war es eine Zugfahrt geprägt von Lachen und angenehmer Stimmung.

Auf 2 ½ Sitzen durchs Gebirge

Und im Pamir-Gebirge in Tadschikistan? Haben wir uns dort für die Jeeps auf holprigen Straßen entschieden? Nein. Hier hatten wir Glück und fanden in einem anderen Reisenden und seinem Toyota-Van eine Mitfahrgelegenheit. Mit Thomas aus Liechtenstein fuhren wir vier Wochen lang durch den Pamir, teilten uns von morgens bis abends die enge Führerkabine seines 2 ½-Sitzers und schlossen täglich Kompromisse. Ins Bartang Valley? Oder doch auf der Hauptpiste bleiben? Dafür wurden wir mit der Freiheit belohnt, überall am Wegesrand Stopps einlegen zu können, denn das ist das Einzige, was beim Überland-Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln manchmal auf der Strecke bleibt: Der Busfahrer folgt einem Fahrplan und das System bräche zusammen, wenn wir an den vielen Plätzen halten würden, die für die unterschiedlichen Fahrgäste interessant sind. So passiert es uns manchmal, dass wir gerne stoppen würden, es aber nicht können, da der Bus, Zug oder das “Shared Taxi“ einfach weiterfährt. Das ging uns auf dem Pamir Highway zum Glück anders und von dieser Freiheit machten wir regen Gebrauch.

 

Weshalb also nicht mit eigenem Fahrzeug reisen?

Für uns kommt das Reisen mit eigenem Fahrzeug trotzdem nicht in Frage. Bei unserer Mitfahrgelegenheit im Pamir-Gebirge mussten wir immer mal wieder Zwangspausen aufgrund von Reifenpannen oder kleineren Reparaturen einlegen und fuhren in Usbekistan lange Umwege, um irgendwo Diesel aufzutreiben. Für jede Übernachtung oder jeden Tagesausflug ohne Auto muss ein sicherer Platz für das Fahrzeug gefunden werden. Und der Anschaffungspreis bereits vor Reisebeginn ist höher, als wir bislang für unsere ganze Reise zu zweit ausgegeben haben. Neben diesen Überlegungen zu Praktikabilität, Kosten und Zeitersparnis ist uns auch wichtig, mit einem möglichst geringen ökologischen Fußabdruck unterwegs zu sein. Denn natürlich ist unser anteilsmäßiger Spritverbrauch in einem öffentlichen Bus, den wir uns mit vielen anderen Menschen teilen, im Vergleich zum eigenen Fahrzeug wesentlich geringer.   Statt mit einem vollgepackten Auto, sind wir daher mit je zwei Rucksäcken – einem großen und einem kleinen – flexibel unterwegs und können unsere Verkehrsmittel für jede Strecke neu auswählen. Wir reisen mit kleinem Gepäck und müssen uns deshalb um viel weniger kümmern als um ein Auto samt Inhalt. Vor allem aber dürfen wir während der Fahrt entspannt aus dem Fenster schauen, anstatt uns fahrend durch den Innenstadtverkehr Mumbais zu quälen oder im Slalom reifengroßen Schlaglöchern auszuweichen.

Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B funktioniert also meistens gut. In elf Monaten passierte es nur ein, zweimal, dass wir uns auf einen Bus verlassen hatten und er überraschend dann doch nicht fuhr. Wir mussten umdisponieren. Aber andererseits – auch Flüge können ohne Vorankündigung gestrichen werden. Anfangs dachten wir noch, wenn es mit dem Reisen über Land so gar nicht geht, dann fliegen wir zur Not eben. Nach mittlerweile 31.150 Kilometern auf Straße und Schienen wissen wir: Es geht hervorragend mit dem Reisen über Land. Das Flugzeug ist keine Option mehr für uns.

Wir wollen es nicht mehr missen, immer von einem Land ins nächste zu reisen, die Landesgrenzen zu passieren, uns auf neue Währungen und neue Sprachen einzustellen.

Es würde sich nicht gut anfühlen, ins Flugzeug zu steigen und wenige Stunden später in Hongkong zu landen. Nein, wir reisen langsam, bewusst und mit Spaß. Und das ist für diese Reise genau das Richtige für uns!

Leo Sibeth und Sebastian Ohlert reisen seit März 2017 nach und durch Asien. Anfangs wollten sie für ein Jahr unterwegs sein, mittlerweile haben sie entschieden, länger zu reisen. Sie verzichten bewusst aufs Flugzeug und reisen über Land mit Zug, Bus, per Anhalter und was sonst noch so fährt. Auf ihrem Blog www.eins2frei.com berichten sie über ihre Begegnungen und Abenteuer. Unter „Route“ lassen sich die von ihnen bereisten Länder nachvollziehen. Blog: www.eins2frei.com Facebook: www.facebook.com/eins2frei Instagram: www.instagram.com/eins2frei

Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug
Nach 11 Monaten Reise und 31.150 Kilometern auf Straße und Schienen sagen Leonore Sibeth und Sebastain Ohlert: Ja, das Reisen über Land funktioniert sehr gut! Foto: Sebastian Ohlert
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug
Nach 11 Monaten Reise und 31.150 Kilometern auf Straße und Schienen sagen Leonore Sibeth und Sebastain Ohlert: Ja, das Reisen über Land funktioniert sehr gut! Foto: Leonore Sibeth
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug
Nach 11 Monaten Reise und 31.150 Kilometern auf Straße und Schienen sagen Leonore Sibeth und Sebastain Ohlert: Ja, das Reisen über Land funktioniert sehr gut! Foto: Leonore Sibeth
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug
Wer mit dem Auto in entlegenen Regionen unterwegs ist, muss oft Tankstellen suchen und seine Tankfüllungen gut planen. Foto: Sebastian Ohlert und Leonore Sibeth
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug
Foto: Sebastian Ohlert ud Leonore Sibeth
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug
Per Mitfahrgelegenheit durchs Pamirgebirge. Foto: Sebastian Ohlert und Leonore Sibeth
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Nach 11 Monaten Reise und 31.150 Kilometern auf Straße und Schienen sagen Leonore Sibeth und Sebastain Ohlert: Ja, das Reisen über Land funktioniert sehr gut! Foto: Leonore Sibeth
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug, nachhaltig reisen
Im Zug lernt man tolle Menschen kennen. Leo Sibeth und Bharti aus Indien. Foto: Sebastian Ohlert
Weltreise, einszweifrei, Augsburg, öffentliche Verkehrsmittel, Sebastian Ohlert, Foto: Leonore Sibeth, Asien, Zug, nachhaltig reisen
Übernachten im Zug. Foto: Sebastian Ohlert
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Warten auf eine Mitfahrgelegenheit. Foto: Sebastian Ohlert
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Ljubljana, die Grüne Hauptstadt Europas 2016

Ljubljana, die Grüne Hauptstadt Europas 2016
24 Stunden im Fahrradparadies: Wir haben uns bereits bei unserer Ankunft in Slowenien verliebt und der Besuch Ljubljanas war der krönende Abschluss unserer Reise.“ Ein Reisebericht von Lifeguide-Gastautorin Susanna Müller.
Ljubljana, Foto:pixabay memorycatcher, Slowenien,

Susanna Müller und ihr Freund Josef Tischmacher reisten im Sommer 2017 nach Slowenien. Was sie über das Land wussten, bevor sie aufbrachen: Slowenien wird von Italien, Kroatien, Österreich und Ungarn umrahmt und liegt im südlichen Mitteleuropa. Es ist seit 2004 EU-Mitgliedsstaat und hat rund zwei Millionen Einwohner*innen. In zwei Wochen besuchten die beiden den slowenischen Nationalpark Triglav, das Bergdorf Tržič und die Hauptstadt Ljubljana. Heute sagen die beiden:

„Wir haben uns bereits bei unserer Ankunft in das Land verliebt und der Besuch Ljubljanas war der krönende Abschluss unserer Reise.“

 

Ein Tag in Ljubljana

Ljubljana begrüßt uns mit strömendem Regen. Nicht unbedingt das „perfekte“ Wetter für eine Städtetour! Nach wenigen Minuten sind wir komplett durchnässt. Also gehen wir erst einmal gemütlich Kaffee trinken. Während wir so vor uns hin trocknen, haben wir Zeit, um im Reiseführer ein bisschen was über Ljubljana rauszufinden und uns einen kleinen Plan für die kommenden Stunden zurecht zu legen.

 

Wie wird eine Stadt überhaupt Grüne Hauptstadt?

Der „European Green Capital Award“ wird von der Europäischen Kommission verliehen und mit einer Fördersumme von maximal 350.000 € unterstützt. Bewerben können sich alle europäischen Städte, also auch Städte aus Nicht- oder Noch-nicht-EU-Ländern, wie Island, Liechtenstein oder Norwegen. Die Einwohnerzahl muss über 100.000 liegen und die Stadt muss sich besonders um Nachhaltigkeit bemühen. Also um alles, was den Klimawandel aufhält:  nachhaltige innerstädtische Mobilität, nachhaltige Landnutzung, Natur und Artenvielfalt, bessere Luftqualität, weniger Lärm, vermeiden und trennen von Müll, sauberes Wasser, Energieleistung, grünes Wachstum und Innovation. Eine „Grüne Hauptstadt Europas“ sollte mit gutem Beispiel für andere Städte voran gehen. Na, mal sehen, in welchen Bereichen Ljubljana vorbildlich ist... Inzwischen hat es aufgehört zu regnen. Wir sind etwas außerhalb vom Stadtkern und ziehen zu Fuß los, um Ljubljana zu erkunden. Entlang dem Fluss Ljubljanica, vorbei an teils baufälligen Gebäuden nähern wir uns der Innenstadt. Das kleine Land kann eine Herausforderung, wie die Finanzkrise, nicht ganz so schnell aufarbeiten und so müssen einige Sanierungsarbeiten noch warten. Ljubljana hat 283.000 Einwohner*innen, also ungefähr genauso viele wie Augsburg. Allerdings stehen Ljubljanas Einwohnerinnen und Einwohnern mit 275 km2  mehr als doppelt so viel Platz zur Verfügung, wie den Augsburgerinnen und Augsburgern. Für mich persönlich hat es einen ganz besonderen Charme, die Stadt mit ganz viel Grün und den in die Jahre gekommenen Gebäuden zu erleben.

 

Müll trennen: Überall möglich

Vor einem älteren, großen Mehrparteienhaus fallen uns das erste Mal moderne kleine Mülltonnen in Edelstahl auf. Und es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir so einer kleinen Gruppe von Müllschluckern begegnen: Sie sind seit 2012 im ganzen Stadtgebiet verteilt. Ordentlich markiert mit grünen, braunen, gelben, blauen oder grauen Streifen erleichtern sie die Mülltrennung. Symbole für Plastik, Papier oder Restmüll machen es auch Kindern leicht, zu erkennen, was in welche Tonne gehört. Alle Tonnen können von jedem benutzt werden. Für Restmüll und Biomüll benötigen die Ljubljaner*innen allerdings eine Karte. Bei näherem Betrachten entdecken wir, dass die Tonnen mit einem unterirdischen Müllverwertungssystem verbunden sind. Wow! Und die Lublijaner werden auch noch für’s Mülltrennen belohnt:  Nachdem bis zum Ende des Jahres 2015 die Rate an getrenntem Müll auf 66 % stieg, haben die Einwohner Ljubljanas bereits bezahlte Gebühren anteilig zurückerstattet bekommen. Gleichzeitig wurde die Müllgebühr für das folgende Jahr 2016 gesenkt.

 

„Odprta Kuhna“: Offene Küchen

Genug vom Müll: Wir schlendern weiter am Fluss entlang. Nach wenigen Metern entdecken wir ein ehemaliges Fabrikgebäude, verziert mit Do-it-Yourself-Deko und wilden, bunten Kunstwerken: Das Tovarna Rog. Das Gebäude wurde 2006 besetzt und ist heute ein autonomes Kultur- und Sozialzentrum. Hier gibt es auf 7.000 m2 viel Kunst und  Kultur zu entdecken. Jetzt reihen sich auch langsam die Bars aneinander und es wird deutlich, dass Ljubljana eine junge Stadt ist. Immerhin wohnen 60.000 Studierende hier. Nachdem wir Ljubljanas berühmte Drachenbrücke mit seinen feuerspeienden Ungeheuern überquert haben, erreichen wir den zentralen Marktplatz. Das bunte Treiben und vor allem der Duft von leckerem Essen lassen erahnen, dass hier ein besonderer Markt stattfindet. Und wir haben Glück. Von März bis Oktober findet immer freitags der Markt „Odprta Kuhna“ statt. Das heißt „Offene Küchen“ und bedeutet, dass die ansässigen Lokale an diesem Tag auf dem Marktplatz ihre Speisen frisch zubereiten. Wir haben ein bisschen das Gefühl auf einem Streetfood-Markt zu sein und doch ist es anders. Die Regionalität ist spürbar, es gibt zwar neue Foodtrends aber vor allem traditionelles Essen. Für uns als „Touristen“ ist der Markt natürlich ein Spektakel und wir wollen so viel wie möglich probieren. Deshalb schaffen wir es auch kaum, alle Speisen aufzuessen. In der Regel landen die restlichen Lebensmittel im Müll. Nicht aber bei diesem Markt! Rund um den „Odprta Kuhna“ stehen junge Leute: Sie haben Mülltonnen und Plastikdosen dabei und erklären uns sehr freundlich, wie der Müll getrennt werden muss. Und für die Essensreste schenken sie uns Plastikdosen. An dieser Stelle könnte eventuell hinterfragt werden, ob es sinnvoll ist, Plastikdosen zu verwenden, aber der positive Eindruck überwiegt: Ljubljana setzt damit doch ein deutliches Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung! Auch beim Trinken können wir deutlich Müll und Kosten sparen. Überall in der Stadt sind Trinkwasserhähne und –brunnen zu finden. An 35 Stellen können wir kostenlos unsere Trinkflaschen auffüllen.

 

In der Innenstadt gibt es nur Fahrräder, Fußgänger und den kleinen Kavalier

Nach der Stärkung setzen wir unsere Erkundungstour fort. Die Stadt ist geprägt durch Gebäude und Brücken des Architekten Jože Plečnik. Er lebte im 19. Jahrhundert, war aber seiner Zeit weit voraus. Wir überqueren gerade eine seiner „Drei Brücken“,  eine Fußgängerbrücke aus dem Jahr 1842, als ein kleines, grünes Fahrzeug fast lautlos an uns vorbeigleitet. Das ist ein kleiner „Kavalier“, ein Elektromobil mit bequemen Sitzen. Denn Ljubljanas Innenstadt ist autofrei: Hier gibt es nur Fahrräder, Fußgänger und kleine Kavaliere. Der Service ist vor allem für ältere Menschen oder Personen mit Handicap sehr wertvoll, aber natürlich für alle Fußgänger*innen gedacht. Wem der Weg zu weit ist, den bringen diese Elektromobile innerhalb des Stadtkerns kostenlos von A nach B. Die Fahrer der Kavaliere werden entweder einfach angehalten oder über die kostenlose Hotline angerufen. Auch wenn die Versuchung groß ist: Wir nehmen das Angebot nicht in Anspruch, sondern genießen zu Fuß die ruhige, quasi verkehrsfreie Innenstadt mit ihrer Entschleunigung.

 

Fahrrad-Paradies Ljubljana

Für die Radfahrer*innen ist  Ljubljana ein Paradies: 2014 wurden rund 230 km Radwege geschaffen und die Stadt belegt Platz 8 unter den 20 fahrradfreundlichsten Städten der Welt. Dazu trägt auch das städtische Fahrradsystem Bicike LJ  bei. Im Internet kann sich jeder anmelden und je nach Nutzungsdauer eine Grundgebühr von 1 € für 1 Woche oder 3 € für ein Jahr bezahlen. Danach können an allen Stationen die Fahrräder abgeholt werden. Die erste Stunde ist kostenfrei, jede weitere Stunde kostet einen Euro. Kleiner Tipp: Bereits 10 Minuten nach der Rückgabe startet eine neue, kostenfreie Stunde.

 

Kostenlose öffentliche WCs mit Recycling-Toilettenpapier

Nachdem wir nun schon eine Weile unterwegs sind, suchen wir  jetzt erst einmal eine Toilette. Die Schilder führen uns zum „Kongresni Trg“. Dieser Platz wurde bis vor einigen Jahren noch als Parkplatz genutzt. Heute parken die Autos in einer Tiefgarage und die Fußgänger*innen und Radfahrer*innen können gefahrlos den Anblick der historischen Gebäude genieße. Neben der slowenischen Philharmonie, einer der ältesten Philharmonien der Welt, befindet sich hier auch das Universitätsgebäude. Übrigens auch ein Entwurf des Architekten Jože Plečnik und fast 100 Jahre alt.  Ein Display an der Häuserfront zählt die Tage bis zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2019. Angekommen bei den kostenlosen Toiletten fällt mir sofort der Aufkleber auf dem Toilettenpapier-Spender auf. Natürlich: Ein Hinweis, dass auf den öffentlichen Toiletten nur Recycling-Toilettenpapier verwendet wird.

 

Die grüne Lunge von Ljubljana

Nach den vielen Eindrücken dieser tollen Stadt mit ihren schönen Gebäuden und einem für uns sehr stimmigen Konzept der „Grünen Hauptstadt“, steuern wir nun in Richtung Tivoli-Park. Der fünf Quadratkilometer große, gepflegte Park bietet neben Sport- und Spielplätzen auch viel Platz für Eichhörnchen, für viele Spaziergänger*innen mit noch mehr Hunden und vor allem für sehr sehr viele Läuferinnen und Läufer. Wir waren nur an einem Abend im Park aber die Menschen in Ljubljana wissen ihre grünen Oasen zu schätzen und nutzen sie.

 

Krainer Würste und Maultaschen à la Ljubljana

Auf der anderen Seite des Parks erreichen wir nun das letzte Ziel für diesen Tag: Die Stadtbrauerei mit angeschlossenem Restaurant. Da wir hier spontan zu Abend essen wollen, haben wir keinen Platz reserviert. Aber wir haben Glück und ergattern noch zwei Plätzchen direkt am Grill, gleich neben der Küche. Um möglichst viele slowenische Biere zu probieren, bestellen wir kleine Probiersets. Und weil der Koch wohl zu viele Würste gebraten hat und sie nicht  wegschmeißen möchte, spendiert er uns dazu die leckeren Krainer Würste. Wir sind wieder einmal begeistert von der slowenischen Gastfreundlichkeit. Nach einem kurzen Plausch mit dem Koch lässt er uns noch eine weitere slowenische Spezialität probieren, die Idrijski žlikrofi. Sie sehen aus wie Maultaschen und sind mit einer Masse aus Kartoffeln und Speck gefüllt.  Wie bereits auf dem Markt der offenen Küchen, treffen wir immer wieder Menschen, die nicht nur sehr gastfreundlich sind, sondern auch Lebensmittel zu schätzen wissen. Mit diesem tollen Erlebnis endet unser ereignisreicher Tag in Ljubljana.

Nach weiteren 24 Stunden in der Hauptstadt verlassen wir das kleine Land mit vielen wunderschönen Eindrücken. Während unserer gesamten Reise durch Slowenien durften wir die Verbundenheit der Menschen zur Natur und ihrem Land spüren und miterleben. Wir haben eine beeindruckende Natur und sehr gastfreundliche Menschen kennengelernt. Und wir waren definitiv nicht das letzte Mal in Slowenien, da es hier trotz der kleinen Größe noch so Vieles zu entdecken gibt. Und darauf freuen wir uns jetzt schon!

Ljubljana, Foto:Susanna Müller, Elektromobilität, verkehrsberuhigte Innenstadt, Fahrradstadt, Grüne Hauptstadt Europas
Das Müllsystem von Ljubljana. Foto Susanna Müller
Ljubljana, Foto:Susanna Müller, Trinkwasser , verkehrsberuhigte Innenstadt, Fahrradstadt, Grüne Hauptstadt Europas
Trinkbrunnen in Ljubljana. Foto Susanna Müller
Ljubljana, Foto:Susanna Müller,Toilettenpapier, verkehrsberuhigte Innenstadt, Fahrradstadt, Grüne Hauptstadt Europas
Auf den kostenlosen öffentlichen Toiletten in Ljubljana, der Grünen Hauptstadt Europas, wird selbstverständlich Recycling-Toilettenpapier verwendet. Foto Susanna Müller
Ljubljana, Foto:Susanna Müller, Kleiner Kavalier, Elektromobilität, verkehrsberuhigte Innenstadt, Fahrradstadt, Grüne Hauptstadt Europas
Das ist der kleine Kavalier, ein Elektrobus, der Menschen kostenlos durch die verkehrsberuhigte Innenstadt von Ljubljana fährt. Foto Susanna Müller
Ljubljana, Foto:Susanna Müller, Elektromobilität, verkehrsberuhigte Innenstadt, Fahrradstadt, Grüne Hauptstadt Europas
Lebensmittelrettung in Ljubljana. Foto Susanna Müller
Ljubljana, Foto:Susanna Müller, Elektromobilität, verkehrsberuhigte Innenstadt, Fahrradstadt, Grüne Hauptstadt Europas
Offene Küchen in Ljubljana. Foto Susanna Müller
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Flugreisen: Zwischen Reiselust und ökologischem Gewissen

Flugreisen: Zwischen Reiselust und ökologischem Gewissen
Kompensieren ist gut, gar nicht fliegen ist besser
Fliegen, CO2, Emissionen, Schadstoffe, Reisen, CO2-Kompensation

Wenn der Himmel schon seit Wochen grau ist und Sonnenlicht nur noch eine vage Erinnerung, lösen selbst die simpelsten, plump gephotoshoppten Bilder bei mir einen Sehnsuchts-Flash aus. Türkisblaues Meer, hellblauer Himmel soweit das Auge reicht, weißer Strand… ? Egal. Ich will genau dorthin. Jetzt!

Am Ende des Winters bin ich am anfälligsten für irrationale Entscheidungen und für die Art von Reisen, die ich – aus ökologischer Sicht - unbedingt meiden sollte: Flugreisen. Denn ich weiß natürlich auch, dass Fliegen zu den Klimakillern schlechthin gehört. Am schlimmsten sind für mich Bilder von goldgelben Wanderwegen, die sich oberhalb einer Küstenlinie entlangschlängeln. Das ist meine ganz persönliche Achillesferse. Zeit also, sich von den bunten Trugbildern zu lösen und sich gründlich mit dem Fliegen auseinander zu setzen.

Klimaneutrales Fliegen gibt es nicht

Erste Erkenntnis und keine Überraschung: Klimaneutrales Fliegen gibt es nicht. Fliegen mit Kerosin schadet immer dem Klima und am besten wäre es, wir würden das Fliegen vermeiden. Zumal das Fliegen weltweit rasant zunimmt. Laut carbonmarketwatch produziert der weltweite Flugverkehr Tag für Tag allein 2,5 Millionen Tonnen C02, also 900 Millionen Tonnen jährlich. Das ist genauso viel CO2, wie die gesamte Bundesrepublik Deutschland in einem Jahr verursacht.

Am besten wäre es also, gar nicht mehr zu fliegen. Bei Strecken bis zu 1.000 Kilometern fällt mir die Entscheidung auch nicht schwer: Reisebus und Bahn schneiden klimatechnisch am besten ab, ich entscheide mich für die Bahn. Von Augsburg aus ist man in fünf Stunden in Paris – das hat unsere Familie sogar mit jüngeren Kindern gut bewältigt. Natürlich gibt es auch immer wieder mal Pannen! Erst kürzlich stand ich drei Stunden auf der neuen Strecke Berlin-München. Nachts. Bei Minustemperaturen. Aber erstens bin ich auch schon auf diversen Flughäfen gestrandet. Und zweitens überzeugen mich die Zahlen: Bei einer Hin- und Rückfahrt im ICE verursache ich auf der erwähnten Strecke Berlin-München 45 Kg CO₂. Die unten stehenden Tabellen wischen alle Zweifel beiseite:

Grafik: stromissimo , Stadtwerke Güstrow GmbH

Tabelle: Umweltbundesamt 28.4.2016

Fliegen mit Biossprit – keine gute Idee

Bahn ist also meine erste Wahl – selbst der PKW schneidet im Verhältnis zum Flieger noch ganz gut ab. Was aber, wenn mein goldgelber Wanderweg nur per Flug zu erreichen ist? Gibt es denn keinen Ersatzstoff für das klimaschädliche Kerosin? Bisher noch nicht. Es wird zwar viel experimentiert, so flog bereits 2009 ein Airbus der Finnair mit Speiseöl zum Klimagipfel nach New York und auch die Lufthansa, japanische, niederländische und andere Luftfahrtgesellschaften experimentieren mit Alternativen wie gebrauchtem Bratfett, Biosprit aus Leindotteröl, Algen, vergärtem Zucker oder mit dem Öl der Jatropha-Pflanze.Aber ein Durchbruch wurde mit diesen sogenannten Agrotreibstoffen bisher noch nicht erreicht. Zumal in der Luft die gleichen Kritikpunkte gelten wie bei der Biosprit-Debatte am Boden: Es ist problematisch potentielle Lebensmittel als Treibstoff zu verwenden. Außerdem benötigt Biomasse-Treibstoff riesige Anbauflächen und der Konflikt um die Ressource Land würde sich verschärfen.In dem NGO-Luftverkehrskonzept „Schritte zu einem zukunftsfähigen und umweltverträglichen Luftverkehr in Deutschland“, lehnen die acht verantwortlichen NGOs (u.a. Brot für die Welt, BUND, Robin Wood oder die Klima-Allianz Deutschland) die Nutzung von Biomasse im Luftverkehr in großem Umfang ab. Aus ökologischen, sozialen und menschenrechtlichen Gründen.

Wir dürfen nicht die Jahresproduktion von Biomasse, die einen Menschen ein Jahr lang ernährt, in wenigen Minuten verbrennen“, Monika Lege von RobinWood.

 

Fliegen mit Strom - Zukunftsmusik

Und wie steht es mit der Entwicklung von Elektroflugzeugen? Ein Hauptproblem sind die schweren und platzraubenden Batterien. Außerdem brauchen E-Flugzeuge  eine neue Infrastruktur am Boden. Aber immerhin überquerte Mitte 2015 ein zweisitziges Elektromodell den Ärmelkanal. Und Bertrand Piccard umrundete mit Hilfe von Sonnenenergie 2016 erstmals die Erde. Allerdings brauchte er für die 40.000 Kilometer ein Jahr und flog in 17 Etappen. Diese Technologien sind also noch Zukunftsmusik für den normalen Linienflugverkehr.

Wer freiwillig CO2 kompensiert, verbessert anderswo den Klimaschutz

Wer also jetzt oder in den nächsten Jahrzehnten fliegen möchte, dem bleibt nur die freiwillige Kompensation der eignen CO2-Emission. Mit Hilfe eines Klimarechners werden die Schadstoffe ermittelt, die ich mit meinem Flug verursache und es wird eine Summe genannt, die als Ausgleich gezahlt werden kann. Das Geld fließt, beispielsweise bei der gemeinnützigen Organisation atmosfair, in ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt. Also in effiziente Brennholzkocher in Nigeria, in Grünen Strom in Bolivien, Kleinbiogasanlagen in Nepal oder Windkraft in Nicaragua. Jeder atmosfair-Spender kann sich ein Projekt aus den Bereichen Windkraft, Wasserkraft, Umweltbildung, Energieeffizienz, Biomasse oder Solarenergie aussuchen.

CO2 kompensieren: Was kostet das?

Bei einem Hin- und Rückflug München - Barcelona liegt der CO2-Ausstoß laut atmosfair beispielsweise bei 566 Kilo CO2 und wir können 14 Euro spenden. Für München - New York werden 3.856 KG CO2-Emissionen errechnet und die Spendenhöhe beträgt 89 Euro. Um den CO2-Ausstoß in ein Verhältnis zu setzen, zeigt atmosfair als Richtwert auch unseren „empfohlenen, maximalen Jahresausstoß“ an: Er liegt bei 2.300 Kilo CO2. Ein Jahr Autofahren im Mittelklassewagen verursacht bei einer Strecke von 12.000 Kilometern 2.000 kg CO2.

Klimaschutzprojekte: Auf RFI-Faktor und Gold-Standard achten

Es gibt derzeit mehrere gemeinnützige oder kommerzielle Anbieter für eine CO2-Kompensation. Utopia hat eine Liste der Anbieter mit einer kurzen Charakterisierung veröffentlicht. Einige von ihnen berücksichtigen beim Errechnen des CO2-Ausstoßes den sogenannten Radiative Forcing Index (RFI-Faktor), der neben CO2 auch die schädliche Wirkung von Stickoxid, Wasserdampf, Zirruswolken oder von Ruß- und Kondensstreifen berücksichtigt. Das führt meist zu einer etwas höheren Kompensations-Summe, bildet aber die Realität wesentlich besser ab. Auch auf einen weiteren Faktor sollte man bei der Spende von Klima-Kompensationen achten: Entsprechen die Projekte dem sogenannten CDM Gold-Standard? Das ist der strengste existierende Standard für Klimaschutzprojekte. Mehr dazu bei Germanwatch oder carbonconnect.

8,5 -14 Prozent der Privat-Fliegenden zahlen CO2-Kompensation

Wer sich die Mühe sparen will, kann auch bei einem klimafreundlichen Reiseveranstalter buchen, der die Schadstoff-Kompensation bereits in seinem Reisepreis berücksichtigt. Im Forum anders reisen haben sich über 100 Reiseveranstalter zusammengeschlossen, die nachhaltige Reisen anbieten. Auch atmosfair veröffentlicht eine Liste mit klimafreundlichen Reiseveranstaltern. Mittlerweile bieten auch viele Fluggesellschaften bereits beim Buchen per Klick die CO2-Kompensation an. Dies könnte allerdings noch etwas auffälliger platziert werden. Auch viele Unternehmen leisten für ihre Geschäftsflüge bereits Ausgleichszahlungen. 2014 waren es immerhin 80 Prozent in Deutschland, während die privaten „Kompensierer“ je nach Studie zwischen 8,5 und 14 Prozent ausgleichen.

Ist C02-Kompensation moderner Ablasshandel?

Aber ist die C02-Kompensation nicht einfach nur moderner Ablasshandel, mit dem wir uns „freikaufen“? Dem widersprechen die meisten Umweltorganisationen. Sie honorieren die Möglichkeit, dass wir die Umweltkosten für das Fliegen ermitteln und voll und ganz tragen können. Das Freiburger Ökoinstitut sieht Klimakompensation „als eine mögliche (nachgelagerte) Maßnahme für Unternehmen und für Bürger, sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen.“ Und Dietrich Brockhagen, Geschäftsführer von atmosfair sagt im taz-Interview zu dem Vorwurf, Ausgleichzahlungen seien doch nur „Peanuts“:

„Ja klar, absolut gesehen sind das Peanuts. Wenn Sie als Person im Jahr insgesamt neun Tonnen CO2 emittieren, wird man diese im Meer der globalen Klimatonnen nie registrieren, trotzdem sind Sie allein auf Ihren Flug für fünf Tonnen verantwortlich. Alles was ich tue ist Peanuts, wenn ich mich mit China vergleiche. Ihre Entscheidung ist aber eben nicht globalisiert, sondern Sie treffen sie individuell. Bezogen auf China sind das dann 0,0 Prozent, aber bezogen auf das, was Sie auf der Welt ändern können, sind es 100 Prozent.“

Und was heißt das jetzt für meinen goldgelben Wanderweg? Wenn es wirklich gar keine Alternativen gibt, lautet die Prämisse: Nie mehr fliegen ohne freiwillige C02-Kompensation. Ansonsten: Ab an die Ostsee!

 

Buchtipp: Frank Herrmann:  FAIRreisen Das Handbuch für alle, die umweltbewusst unterwegs sein wollen, oekom verlag, München 2016, ISBN-13: 978-3-86581-808-9, Printausgabe: 19.95 €, erhältlich auch als e-Book

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Nachhaltig die Welt bereisen – (Wie) geht das?

Nachhaltig die Welt bereisen – (Wie) geht das?
Leonore Sibeth und Sebastian Ohlert starteten 2017 zu einer Weltreise ohne Flugzeug. Ein Gastbeitrag von Leo, aus dem Zug durch Turkmenistan.
Nachhaltig um die Welt reisen: Leo Sibeth im Iran. Foto: Sebastian Ohlert

Leonore Sibeth kennen viele von der Umweltstation Augsburg. Sie und ihr Partner Sebastian Ohlert starteten im März 2017 zu ihrer einjährigen Weltreise. Sie sind überwiegend mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Die beiden sind in zwei Monaten 6.110 Kilometer gereist und haben acht Länder besucht. Ohne Flugzeug. Jetzt sind sie in Turkmenistan. Ein Bericht von unterwegs:

 

Steppenartige Landschaften fliegen an unserem Fenster vorbei. Nachdem uns vorhin ordentlich kalt wurde, ist die Klimaanlage mittlerweile auf eine angenehmere Temperatur eingestellt im „ICE des Irans“, auf der Strecke von Kashan nach Yazd. Während im Zug Stille einkehrt und die meisten Fahrgäste einschlafen, schweifen meine Gedanken ab, zurück zu der Vorbereitungszeit dieser Reise, zurück nach Augsburg.

 

Und, wann fliegt ihr los? Was wird euer erstes Ziel sein?“, erinnere ich mich an die Fragen vieler Freunde, Kollegen und Bekannter, die von unseren Plänen einer einjährigen Reise hörten. „Wir wollen ohne Flugzeug, also mit Bus und Bahn, reisen. Regensburg wird unser erster Stopp sein“, antworteten wir wahrheitsgemäß. Einige Leute lachten, als ob wir uns einen Scherz erlaubt hätten. Andere schauten uns verblüfft bis zweifelnd an. Und einige Wenige waren begeistert von der Idee. „So weit reisen, ganz ohne Flugzeug? Geht das denn? Warum wollt ihr das machen?“ Wir sind jetzt zwei Monate unterwegs und können sagen: Das langsame Reisen über Land geht problemlos! Und ist oft sehr viel einfacher, entspannter und günstiger, als wir anfangs dachten.

 

Seit Reisebeginn haben wir bis heute etwa 6.110 Kilometer zurückgelegt und so acht Länder besucht. Unzählige schöne Begegnungen haben wir gemacht, weil wir in Sammeltaxen, Stadtbussen, Überlandbussen oder Zügen gereist sind und sehr nette Sitznachbarn, Fahrer oder Schaffner getroffen haben. Nach wie vor sind wir mit unserer Entscheidung, auf das Flugzeug zu verzichten, zufrieden. Ehrlich!

 

Warum wollen wir das überhaupt, „nachhaltig“ Reisen?

Ich bin jobmäßig „vorbelastet“. In den letzten drei Jahren beschäftigte ich mich beruflich intensiv mit unterschiedlichen Fragestellungen nachhaltigen Lebens. Da blieb es wohl nicht aus, dass das Arbeitsleben irgendwann auf das Privatleben abfärbte. Auch wenn Sebastian in seinem Arbeitsleben nicht unbedingt mit nachhaltigen Fragestellungen zu tun hatte, verbindet uns beide eine Abneigung gegen Billigflüge, Kurztrips in weit entfernte Städte oder Länder und ein Interesse an ausgewogener, nachhaltiger Ernährung und einem bewussten Umgang mit Ressourcen, sei es Müllvermeidung, die Nutzung von Ökostrom oder der Kauf von bio und fairer Kleidung.

So war für uns beide schnell klar, dass eine Weltreise im klassischen Sinne, beispielsweise mit einem „Around-the-world-Ticket“, für uns nicht in Frage kommt.

 

Aber ist es immer rosarot und wunderbar?

Nein, natürlich nicht. Obwohl wir gut zurechtkommen mit dem Reisen ohne Flugzeug, gab es trotzdem zwei Momente, in denen wir – sagen wir mal: haderten – mit unserer Entscheidung, das Flugzeug nicht zu nutzen:

Die Frau im Ticketschalter am Bahnhof Belgrad schaute uns mitleidig an, als sie uns die schlechte Nachricht überbrachte: „From here to Sofia the train will need around 14 hours.“ 14 Stunden?? Für etwa 390 Kilometer?? Wir waren baff! Da wären wir ja gefühlt mit dem Fahrrad schneller! „Which other options do we have to travel to Sofia?“, fragten wir sie. “Take a plane! It needs only one hour to Sofia. Everyone does that.” Nee, Flugzeug geht leider nicht, wollten wir ihr sagen. Ließen es dann aber doch. Auch andere Reisende, die aus Sofia kamen, verwiesen uns alle auf das Flugzeug… Ach Mist, dachten wir uns. Einfach fliegen und es niemandem erzählen? Einfach fliegen und es thematisieren? Aber es packte uns an der Ehre, nicht schon im ersten Monat aufzugeben und so – trotz eines kurzen Moments des Zweifels – blieben wir hart und entschieden uns am Ende für den Bus. Der brauchte nämlich „nur“ neun Stunden und - so sagten wir uns - was sind schon neun Stunden bei einem ganzen Jahr Reisezeit?! Und ein kleines bisschen stolz und zufrieden waren wir nach unserer Ankunft in Sofia dann doch, nicht gleich aufgegeben zu haben.

 

Etwas schwieriger (und immer noch nicht final ausdiskutiert) ist der zweite Moment des Haderns: während wir noch gemütlich im Sommer 2016 in Augsburg am Kuhsee saßen und unsere Reiseroute durchdachten, festigte sich die Idee, nach dem Iran über Turkmenistan nach Usbekistan und von da aus nach Kirgisistan zu reisen. Und wie dann weiter? Am liebsten nach China und über Tibet nach Nepal in Richtung Südasien. Es war uns von Anfang an klar, dass eine Individualreise durch Tibet nicht einfach zu organisieren sein würde… Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und so setzte sich diese Reiseroute in unseren Köpfen fest. Und auch heute, nach zwei Monaten Reise – mittlerweile sind wir in Turkmenistan – ist dies unsere präferierte Route.

 

Doch leiden wir aktuell unter mangelhaften Informationen der betreffenden Botschaften, unklaren Antragsbedingungen für einige Visa und abweichenden Berichten anderer Reisender. All dies lässt uns zweifeln, inwieweit unsere Traumroute umsetzbar ist oder ob wir einen Plan B oder C schmieden müssen. Denn das Problem ist: ich möchte nach Südasien, nach Nepal, nach Indien, nach Bangladesch und dann weiter! Sebastian will an der geplanten Route festhalten und auf jeden Fall bis Kirgisistan reisen. Der Himalaya steht als großes, aber hoffentlich nicht unüberwindbares, Hindernis zwischen beiden Routen. Ein Flugzeug würde vieles leichter machen, aber mittlerweile ist dies keine Option mehr. Nur in Krisen und akuten Krankheitsfällen würden wir eine Ausnahme machen – eine unpassende Reiseroute zählt nicht.

 

„Do you want water? Biscuits?“ Die zwei Frauen auf den Sitzen neben uns sind aufgewacht und lächeln mich an. Plötzlich bin ich mental wieder zurück im Zug nach Yazd und sehe die vor dem Fenster vorbeiziehenden Sandberge, Lehmhäuser, Ziegenherden und ab und an ein Fabrikgelände. Ich klappe den Laptop zu und beantworte die vielen Fragen der Frauen: „Where are you from? Is that your husband? How long will you stay in Iran? How do you like my country?“. Deshalb sind wir doch unterwegs, denke ich mir. Um uns langsam fortzubewegen, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Und nicht, um möglichst schnell in ein anderes, womöglich weit entferntes, Land zu gelangen.

 

Übrigens: Nachhaltiges Reisen ist für uns noch mehr als nur der Verzicht auf das Flugzeug. Es ist beispielsweise auch ein bewusster Umgang mit Kunststoff, seien es Wasserflaschen oder Plastiktüten, die manchmal im Unverstand verteilt werden. Es ist der Versuch, sorgsam mit Kleidung, Ausrüstung und unseren wenigen Habseligkeiten umzugehen, um möglichst lange Freude an ihnen zu haben. Und es ist der Versuch, in unseren Unterkünften möglichst sinnvoll mit Wasser, Strom oder Gas hauszuhalten. Aber dazu vielleicht mehr in einem weiteren Artikel…

 

Wer neugierig geworden ist auf die Reise von Leo und Sebastian, den verweisen wir gerne auf:

 

ihren Blog www.eins2frei.com

ihre Facebookseite: www.facebook.com/eins2frei

ihren Instagram-Account: #eins2frei

 

Zug- und Busfahrten können praktisch genutzt werden: schlafen, aus dem Fenster schauen, Russisch lernen, einen Blogartikel schreiben… Foto: Leo Sibeth
Zug- und Busfahrten können praktisch genutzt werden: schlafen, aus dem Fenster schauen, Russisch lernen, einen Blogartikel schreiben… Foto: Leo Sibeth
Nach einer Nacht im Nachtzug kommen wir recht müde am nächsten Morgen in Teheran an. Foto: einszweifrei
Nach einer Nacht im Nachtzug kommen wir recht müde am nächsten Morgen in Teheran an. Foto: einszweifrei
Ein bisschen eng hier, aber nachdem dann endlich das Bett bezogen war, konnten wir im Nachtzug nach Teheran gut schlafen. Foto: Sebastian Ohlert
Ein bisschen eng hier, aber nachdem dann endlich das Bett bezogen war, konnten wir im Nachtzug nach Teheran gut schlafen. Foto: Sebastian Ohlert
Zum ersten Mal reisen wir innerhalb Europas mit einem Fernbus. In den anderen Ländern der Reise ist dies die normale Fortbewegungsmethode – Züge werden selten. Foto: Leo Sibeth
Zum ersten Mal reisen wir innerhalb Europas mit einem Fernbus. In den anderen Ländern der Reise ist dies die normale Fortbewegungsmethode – Züge werden selten. Foto: Leo Sibeth
Verstehen eher schwierig. Nett, dass in Bulgarien die Anzeige immer noch auf lateinische Lettern wechselt, sonst wären wir ziemlich aufgeschmissen. Foto: Leo Sibeth
Verstehen eher schwierig. Nett, dass in Bulgarien die Anzeige immer noch auf lateinische Lettern wechselt, sonst wären wir ziemlich aufgeschmissen. Foto: Leo Sibeth
Mit dem Bummelzug nach Belgrad. Eine Streckensperrung gibt uns die Möglichkeit, uns für ein Weilchen die Beine zu vertreten. Foto: Leo Sibeth
Mit dem Bummelzug nach Belgrad. Eine Streckensperrung gibt uns die Möglichkeit, uns für ein Weilchen die Beine zu vertreten. Foto: Leo Sibeth
In der Türkei mieteten wir uns ein Auto. Ist kein öffentliches Verkehrsmittel (trotz vieler Mitfahrer, die wir ein Stückchen mitnahmen), aber es ermöglichte es uns, an Orte zu gelangen, an die wir sonst nicht kommen würden. Foto: Leo Sibeth
In der Türkei mieteten wir uns ein Auto. Ist kein öffentliches Verkehrsmittel (trotz vieler Mitfahrer, die wir ein Stückchen mitnahmen), aber es ermöglichte es uns, an Orte zu gelangen, an die wir sonst nicht kommen würden. Foto: Leo Sibeth
Wir zwei am Meydan-e Amir Chaqmaq im Herzen der iranischen Stadt Yazd. Hergereist ohne den Boden unter den Füßen verloren zu haben. Foto: einszweifrei
Wir zwei am Meydan-e Amir Chaqmaq im Herzen der iranischen Stadt Yazd. Hergereist ohne den Boden unter den Füßen verloren zu haben. Foto: einszweifrei
Nachhaltig um die Welt reisen: Leo Sibeth im Iran. Foto: Sebastian Ohlert
Nachhaltig um die Welt reisen: Leo Sibeth im Iran. Foto: Sebastian Ohlert
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