ressourcenschonend leben

Nachhaltig Fasching feiern

Wo Menschen feiern, gibt es viel Ausgelassenheit, aber häufig auch viel Müll. Mit ein paar Tipps kommt ihr müllfrei und ökologisch durch den Fasching.
Zwei maskierte Menschen beim Karneval

Lach am Lech, heißt es wieder: Fasching steht vor der Tür. Nach dem langen Winternächten ist es an der Zeit ausgelassen zu feiern und den Frühling willkommen zu heißen. Feiern heißt dann aber auch oft: Partyhütchen, Strohhalme, Konfetti … und viel Einweggeschirr. Wo viele Menschen aufeinander treffen, gibt es nicht nur viel Ausgelassenheit, sondern auch viel Müll. Dann werden Plastik- oder Pappteller ausgepackt, die einfach und schnell entsorgt werden können.

 

Aber muss das sein? Für so einen Teller, der nach fünf Minuten im Mülleimer landet, werden ziemlich viele Ressourcen verbraucht: Holz aus Skandinavien wird in China zu einem Teller, der dann bei uns einen kurzen Einsatz auf der Party hat. 

 

Während Plastikteller in der EU seit Juli 2021 nicht mehr verkauft werden dürfen, erleben Einwegteller aus Papier, Zuckerrohr oder Palmblätter eine Renaissance. Doch sind sie ökologisch besser? Da werden Materialien von weit hergeholt und verarbeitet um nach kurzer Zeit im Abfall zu landen. Ist es nicht viel nachhaltiger und vor allem schöner, die Keramikteller aus dem eigenen Schrank zu nehmen? Oder bei größeren Festen einen Geschirrverleih anzufragen. Oder einfach einmal einen Schwung Teller und Besteck aus Second Hand Märkten zu verwenden, wie dem Sozialkaufhaus, der Caritas oder Zirbel13. Die kann man bis zum nächsten Fest im Keller lagern. Strohhalme gibt es aus Edelstahl oder buntem Glas. So bleibt vom Fest höchstens der Kater übrig.

 

Und was ist mit Deko?

 


Bunte Girlanden kann man auch aus Stoff oder aus Filzkugeln herstellen und sie bereiten auch zu Geburtstagen viel Freude. Zu kaufen gibt es Girlanden mittlerweile auch in recycelter Ausführung und Luftballons gibt es aus umweltfreundlichen Naturkautschuk. Apropos: Luftballons. Sie steigen zu lassen, ist zwar ein schöner Brauch. Aber selbst mit Kautschuk-Ballons ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Denn diese Ballons bleiben als Müll in der Natur und gefährden so zahlreiche Tiere.

 

Partyzubehör 

 

Wer für ein paar bunte Effekte bei der der Faschingsfeier sorgen möchte, kann aus Altpapier oder Laubblättern und mithilfe eines Lochers Konfetti herstellen und werfen. Oder einfach welches aus recyceltem Papier kaufen. Eine andere Möglichkeit ist Blumenkonfetti: Es besteht aus getrockneten Blumen und ist biologisch abbaubar. Ebenso wie Bio-Konfetti aus Reispapier, das sich in Berührung mit Wasser komplett auflöst.

 


DIY Faschingskostüme

 

Auch bei Faschingskostümen darf man gerne zweimal mit nachhaltigem Auge hinschauen. Stangenweise hängen Polyester-Teilchen aus Fernost in den Kaufhäusern. Für den schnellen Gebrauch zusammengeschneiderte Kostüme, die voller Schadstoffe stecken und vermutlich nicht einmal die Faschingsball überleben. Doch auch hier gibt es Abhilfe.

 

Was eignet sich besser für fantasievolle Faschingskostüme als die Kruschtlbox voller schräger Kleidung und Accessoires? Mit den abgelegten Hütten und Kleidern von Oma, Onkel oder Cousine lässt sich vorhandene Kleidung prima ergänzen. So wird aus einem schwarzen Kleid und schwarzer Strumpfhose mit einer Kordel als Schwanz, Ohren aus Pappe und Schminke schnell eine süße Katze. 

 

Wer handwerklich begabt ist, kann sich an die Nähmaschine setzen und kreative Kostüme schneidern. Oder ihr leiht euch Kostüme vom Kostümverleih, kauft Second Hand oder tauscht einfach mit anderen.

Ideen findet ihr auf Pinterest bei: 

freshideen.com

www.lizzynet.de

 

Hautschonende Schminke

Was wäre ein gutes Kostüm ohne Schminke und Glitzer? Langweilig, genau! Doch Achtung: Faschingsschminke aus synthetischen Stoffen kann die Haut schädigen. Der Griff zur Naturkosmetik sorgt dafür, dass keine Schadstoffe an die Haut kommen. So gibt es etwa Schminkstifte aus Bienenwachs. Oder aber ihr mischt die Schminke selbst an: Einfach Babycreme mit Stärke und Lebensmittelfarbe verrühren - fertig.

 

Wer noch eines drauf setzen möchte, nimmt Glitzer ohne Mikroplastik in Bioqualität (z.B. von Birkenspanner). Und wie kommt die Schminke wieder runter? Wie schon zu Kindertagen, mit viel Creme, Öl und Waschlappen oder wiederverwendbaren Abschminkpads aus Stoff. Eine Anleitung, wie ihr Schminkstifte selber machen könnt, findet ihr auf Smarticular.

 

Kamelle und Partysnacks

Bei der eigenen Faschingsfeier könnt ihr in jedem Fall auf „faire Kamelle“ setzen. Statt Chips aus der Plastiktüte lieber biologische Snacks, wie etwa Nüsse, knabbern - am besten aus dem Unverpackt-Laden. 

 

Und wenn es doch Kamelle sein müssen? Dann findet man dank Initiativen wie jeckefairsuchung auch faire Kamellen. Die Produkte kommen direkt von den Produzenten aus Fairem Handel und zum größten Teil aus biologischem Anbau.

Faire Kamelle findet ihr unter jeckefairsuchung.net bzw. unter www.tatort-verein.org

 

 

Dieser Artikel erschien erstmals beim Lifeguide-Augsburg im Januar 2023.

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