Klimafreundliches unterm Weihnachtsbaum

So wird der Heilige Abend nachhaltig

Weihnachten wird häufig mit stressigen Einkaufstouren und Bergen voller Geschenke assoziiert. Das ist weder nachhaltig noch gemütlich. Frau Plastikfrei alias Sylvia Schaab zeigt wie Schenken klimfreundlich geht.

Jedes Jahr das Gleiche: Schicht für Schicht pulen wir an Weihnachten die Geschenke aus ihren Hüllen. Aus dem mit schützender Folie ausgekleidetem Paket von Tante Margaret purzeln zahlreiche in Geschenkpapier eingehüllte Päckchen, die plastikverschweißte Gegenstände enthalten und meist ungesehen auf einem Haufen gutgemeinter Geschenke landen. Am Ende ist der Berg an Verpackungen größer als die Geschenke selbst: Da ist es nicht verwunderlich, dass über die Weihnachtstage etwa 20 Prozent mehr Müll anfällt.

Auch bei uns war das jahrelang genau so, bis wir beschlossen: Weniger ist mehr! Seitdem schauen wir genau hin, was wir kaufen. Keine schnellen Verlegenheitsgeschenke mehr, stattdessen gibt es Langlebiges: Holzklötze für die Kinder, die Eisenpfanne für die volljährige Nichte oder den gut erhaltenen Roman für Tante Margaret.

 

Neu, Second Hand oder Selbstgemacht

Manches kaufen wir neu, vieles auch Second Hand. Oder es gibt ein kreatives Upcycling-Geschenk, um Ressourcen zu schonen. Gerne verschenken wir auch selbst gemachte Marmeladen, Pestos oder Sirup aus dem, was der Garten so hergibt. Doch es muss nicht immer etwas Greif- und Essbares sein. Auch Erlebnis- und Zeitgeschenke, wie eine Einladung zum Essen, Konzertkarten oder Babysitten machen Freunde und schonen die Umwelt. Und damit die Umsetzung auch wirklich klappt, ist es sinnvoll, einen festen Termin dafür gleich mit zu verschenken.

 

Alternative Weihnachtswichteln

Um Zeit, Nerven und Geld zu sparen, kann man auch einfach mal zu Weihnachten wichteln. Das heißt, jedes Familienmitglied zieht ein anderes aus dem Hut und kümmert sich dann um das Geschenk. Dann kriegt zwar jeder nur ein Geschenk, dafür aber mit sehr viel mehr Zeit und Liebe ausgesucht. Und am Weihnachtsabend bleibt mehr Zeit zum Singen, Essen und reden.

 

Fundgrube Fachgeschäfte

Zum Einkaufen gehen wir am liebsten zu den Fachhändler*innen vor Ort. Das spart Versandverpackung, Transportwege und unterstützt die heimischen Geschäfte. Außerdem macht es Freude, mit einem echten Menschen im Laden zu sprechen. So gibt es persönliche Tipps, welches Spiel besonders lustig ist oder welcher Whisky besonders rauchig schmeckt.

 

Wiederverwendbare Verpackung

Verpackt werden die Geschenke bei uns in Stoffbeutel oder in Tücher, die nach der japanischem Technik Furoshiki geknotet werden. Übrig bleibt dann ein bunter Haufen Stoff, der bis zum nächsten Geschenkfest in der Schublade schlummert.

Statt neu gekauftes Geschenkpapier gibt es allerhand kreative Techniken, Geschenke schön zu verpacken. Aus alten Kalenderblättern entstehen nette Geschenktüten, bunte Zeitungsbeilagen zaubern schön verpackte Päckchen – alles völlig kostenfrei. Mit etwas Kreativität und Muse, kann das nächste Weihnachtsfest eine wirklich besinnlicher Abend werden – bei einem leckeren vegetarischen Menü.

 

Weitere Ideen für nachhaltiges Schenken:

Backmischung im Einmachglas: http://lifeguide-augsburg.de/magazin/backmischung-im-einmachglas
Geschenke nachhaltig verpacken: http://lifeguide-augsburg.de/magazin/geschenke-nachhaltig-verpacken
Nachhaltig Schenken: http://lifeguide-augsburg.de/magazin/nachhaltig-schenken

In Karton verpackte Geschenke auf einer Weihnachtsdecke mit Tannenzapfen und Zweigen, Foto: Canva
Geschenke, Furoshiki, nachhaltig Verpacken, Foto: Canva

Über die Autorin

Sylvia Schaab

Sylvia Schaab ist in Nürnberg geboren, hat in Erlangen und Keele, Staffordshire studiert und lebt seit 2003 in Augsburg. Sie ist Journalistin, Weltverbesserin und Trainerin für nachhaltiges Leben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann managt sie ihre Agentur, einen Haushalt mit 3 Kindern und will die Welt ein bisschen besser machen. Als sie ins eigene Haus gezogen ist, wurde ihr bewusst, wie viel Müll sie als fünfköpfige Familie produzierten und so machte sie sich Anfang 2015 ans Werk, den (Plastik-)Müll zu reduzieren. Wie sie das macht, schreibt sie in ihrem Blog www.gruenerwirdsnimmer.de. Darüber hinaus erzählt sie Verbrauchern, Organisationen und Unternehmen, wie sie selbst weniger Plastik verbrauchen können. Dafür gibt es sogar ein Zertifikat. Sie hat ihr Wissen in dem Buch "Es geht auch ohne Plastik - Die 30 Tage Challenge für Familien" festgehalten.

Neuen Kommentar schreiben