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Eine Welt Tage Augsburg - Interview mit Annegret Lueg

Annegret Lueg vom Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. organisiert jedes Jahr die Eine Welt-Tage mit Fair Handels Messe in Augsburg. Sie berichtet, warum genossenschaftliche Organisation und fairer Handel für viele Kleinbäuer*innen so wichtig ist.
Annegret Lueg, Organisatorin der Eine Welt Tage Bayern. Foto: Eine Welt Netzwerk Bayern

Was ist euer Anliegen mit den Bayerischen Eine Welt-Tagen?


Mit den Bayerischen Eine Welt-Tagen möchten wir alle Menschen, die sich in Bayern für die „Eine Welt“ engagieren, zusammenbringen. Weltladen-Mitarbeitende, Aktive in Bildungs- und Partnerschafts-Organisationen, Fair-Händler:innen, Jugendliche und Politiker:innen begegnen sich und lernen voneinander. Zudem wird durch solch eine große Veranstaltung der Öffentlichkeit und der Politik das vielfältige und umfangreiche Eine Welt-Engagement sichtbar. Das gibt Mut und Kraft, die doch oft anstrengende Eine Welt-Arbeit wieder lustvoll anzugehen!!!

 

Was ist Fairer Handel und warum ist er so wichtig?


Fairer Handel ist - mal ganz unkonventionell erklärt – wenn bei einer Tafel Schokolade alle Beteiligten – von der „Kakao-Bohne-Anbauer:in“ bis zur „Tafel-Konsument:in“ – mit dem Produktionsprozess einverstanden sind.

 

Die offizielle Definition lautet kurz gefasst: Fairer Handel ist eine gerechte Handelspartnerschaft zwischen Produzent:innen, Importeuren und Konsument:innen. Das Besondere am Fairen Handel ist, dass durch diese Art wirtschaftlichen Handelns sonst benachteiligte (Klein-)Bäuer:innen und Arbeiter:innen gestärkt werden und eine Perspektive für ihr Leben erhalten.

 

Die realen Welthandels-Strukturen bringen meist nur großen Konzernen die Gewinne, und den (Klein)Bäuer:innen und Plantagenarbeiter:innen bleibt oft nicht mal das Existenzminimum – z.B. bei Kakao-Produkten. Hier setzt der Faire Handel an und leistet einen Beitrag zur Veränderung – unter anderem erhalten die Kakao-Bäuer:innen in Afrika höhere Preise für ihre Produkte. Gleichzeitig erfahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Deutschland, wie Schokolade hergestellt und gehandelt wird und welche schwerwiegenden Auswirkungen der Klimawandel auf den Kakaoanbau hat. 

 

Was ist auf den Bayerischen Eine Welt-Tagen geboten?


Bei den Bayerischen Eine Welt-Tagen gibt es einmal im Jahr das umfangreiche Produktangebot im Fairen Handel zu sehen. Die Lieferanten der Weltläden, alles Fair Handels-Organisationen, zeigen Kaffee, Tee, Schokolade, Mode, Schmuck, Accessoires, Taschen aus recycelten Materialien, Filzprodukte usw., also deutlich mehr als in einen Weltladen passt. 


Bildungsakteure und Engagierte aus Nord-Süd-Partnerschaftsinitiativen informieren in oft spielerischer Form über aktuelle Themen wie Rohstoffe für Handys, Ernährung, Klimaschutz oder die Situation von Frauen. Mit dabei waren 2023 zum Beispiel auch der Werte-Selbsttest der Gemeinwohlökonomie (Agenda21 Augsburg) und verschiedene Fahrrad-Aktionen wie das faire Smoothie-Bike, das „Friedens-Coffee-Bike“ oder ein „mobiler Weltladen“ als Lastenrad.

 

Warum finden die Eine Welt-Tage eigentlich in Augsburg statt?


Solch eine große Veranstaltung kann nur mit einer guten Unterstützung einer Kommune stattfinden. Die Stadt Augsburg macht das auf vielfältige Weise. So ist der Kongress am Park etwa ein zuvorkommender Gastgeber und das Büro für Nachhaltigkeit wirkt beim Programm mit. Hierfür ein herzliches Dankeschön! 


Mindestens genauso wichtig aber ist das lebendige Engagement von Augsburgs Eine Welt-Akteuren, wie der Steuerungsgruppe Fairtrade Town Augsburg, Forum Eine Welt, Werkstatt Solidarische Welt e.V. – mit dem Weltladen in der Altstadt – und natürlich wir selbst vom Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. u.a. mit der bayerischen Regionalstelle von „Bildung trifft Entwicklung“ hier in Augsburg.

 

Noch ein persönlicher Tipp: was lohnt sich deiner Meinung nach besonders?

 

Ganz persönlich lohnt sich für mich die Entdeckung der „Kreativität im Fair-Handels-Bereich“: sei es das liebevoll gestaltete Filztierchen aus Nepal, die praktischen Taschen aus recyceltem Materialien oder die schöne – fair produzierte – Mode mit ansprechenden Accessoires.

 

Das Interview führte Norbert Stamm

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