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Organismenrepublik Augsburg

Organismenrepublik Augsburg - ein Kunstprojekt
Das Kunstprojekt verfolgt die Idee einer Multispezies-Gesellschaft, in der Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen ebenso eine Stimme haben wie der Menschen. Ein Gastbeitrag von Barbara Güll.
Die Organismengruppen im Staatsgebiet der Roten Tor Wallanlagen gelbe großen Stehlen mit den jeweiligen Symbolen der verschiedenen Organismen

Die Demokratie ist nur auf den Menschen ausgelegt

 

Stellen Sie sich vor, es ist Sonntag und in Ihrem Stadtviertel soll darüber abgestimmt werden, ob der Kindergarten einen neuen Spielplatz bekommt. Die Vorteile überwiegen, eigentlich müssten alle zustimmen. Zumindest alle Menschen. Bei der Abstimmung ist aber nicht der Mensch stimmberechtigt, sondern durch ein Losverfahren wird der Biber ausgewählt. Der Biber, den der Spielplatz nicht betrifft, entscheidet jetzt darüber, ob er erneuert wird oder nicht.

 

Klingt absurd und fühlt sich auch falsch an, denn unsere eigene, gewohnte Position ist die der Bestimmenden. Unsere Demokratie ist nur auf den Menschen, eine von etwa zehn Millionen Arten, ausgelegt. Anderen Arten wird nur eine Randbedeutung zugesprochen, sie haben kein Mitspracherecht und ihre Bedürfnisse werden ignoriert oder nur in einem minimalen Ausmaß betrachtet.


Manche würden jetzt sagen, dass es nur so Sinn macht, da nur der Mensch die Vernunftbegabung hat - oder weil es schon immer so war. Das mag zwar alles stimmen, aber man könnte es doch trotzdem einmal anders versuchen, indem man sich in einen Biber, einen Ginkgo oder ein Bakterium versetzt ... und damit herzlich willkommen in der Organismenrepublik Augsburg!

Gründung der Ausgburger Organismenrepublik

In Augsburg begann das Konzept der Organismenrepublik im Zuge des Brechtfestivals 2023 und geht bis 2025. In diesesr Republick sind 15 Gründungsmitglieder mit ihren Spezies, die sie vertreten. Die Organisation dieser Demokratie ist sehr ähnlich zu der in anderen demokratischen Staaten mit einer Gewaltenteilung. Es wird strikt von dem Parlament mit den sieben Organismengruppe/Fraktionen, der durchführenden Exekutive und dem Verfassungsgericht mit den Schlichter*innen unterschieden. Beschlüsse können von allen 600 im Staatsgebiet wohnenden Arten eingereicht werden. Diese werden dann im Parlament besprochen und bei einer einfachen Mehrheit umgesetzt.

 

Verfassung mit 47 Artikeln

Ein wichtiger Grundpfeiler einer Demokratie ist aber auch die Verfassung, die durch die Organismen formuliert wurde. In der Präambel wird die Absicht, das Ziel dieses Staates deutlich. Alle über 600 Arten sollen in der Roten Tor Wallanlage gemeinsam leben, einen gerechten Austausch anstreben, eine partizipative, demokratische Speziengemeinschaft bilden. 47 Artikel beschreiben genau die Vorstellungen des Zusammenlebens in diesem Staatsgebiet.  

Jeder Organismus wird gehört

Artikel 38 der Verfassung der Organismenrepublik

Erste Gerichtsverhandlung der Organismen

Anhand von Artikel 38 kann man die Funktionsweise der Republik erklären. Beim Brechtfest 2024 fand auf der Brechtbühne im Gaswerk eine Anhörung statt. Der Biber klagt, er sieht seine Rechte beschnitten, wenn er den Bach, der durch das Staatsgebiet fließt, nicht aufstauen darf. In der Gerichtsverhandlung hat das Publikum die Funktion der Schöffen übernommen, sie haben sich die Argumente des Bibers und der Gegenparteien angehört, bevor es zu einer Abstimmung ging. Die Gegenparteien, bestehend aus dem Ginkgo als Vertretung der Gehölze und Kletterer und die gemeine Mauerflechte als Vertreterin der Pilze, Moose und Flechten wiederum haben Argumente dargebracht, warum die Rechte des Bibers nicht eingeschränkt seien. 

Die Schöffen standen dann vor der schwierigen Frage: "Was wiegt mehr?" 

Sind die Argumente von Auslebung der natürlichen Triebe und die möglichen positiven Effekte durch den Wasseraufstau besser als die Argumente der Gegenseite, die betonten, dass dieser Eingriff zu radikal wäre, zu viele Spezies darunter leiden würden. Der Prozess endete mit einer eindeutigen Antwort – der Biber hat Recht bekommen und darf jetzt den Bach aufstauen.

Pause für die anthropogene Sichtweise 

Doch das passiert nicht wirklich, oder? Aber man muss doch den Menschen mit seinen Bedürfnissen beachten! Der Park ist eine wichtige Quelle der Erholung, der Eingriff des Bibers ist zu stark.

Ist er das? Diese Republik erlässt keine Gesetze, sie ändert nichts direkt. Warum sollte man sich dann darauf einlassen? Wir Menschen tendieren dazu alles aus unserer Perspektive zu sehen, unsere Bedürfnisse als die Einzigen anzusehen. Dabei sind wir zum einen eine sehr junge Spezies und zum anderen nur eine von ungefähr zwei bis zehn Millionen.

Man würde weiterkommen, wenn man die anthropogene Sichtweise zumindest für einen Augenblick ablegen und überlegen würden, was andere Spezies brauchen. Wie kann ein Zusammenleben unter der Einbeziehung von anderen Arten aussehen? Und ist das Teilen von Partizipation wirklich ein Verlust für uns oder nicht eher ein Gewinn durch den besseren Schutz für alle Arten. 

Man muss ja nicht gleich mit einer Republik anfangen, sondern kann sich im Park, beim Spazierengehen in der Natur oder im Garten fragen. Was brauchen Vögel, Insekten, Mikroorganismen? Wo gibt es Überschneidungen, auch mit den eigenen Bedürfnissen. Es sind oftmals mehr als man denkt.  

Alles, was nach Leben strebt, hat eine gleichberechtigte Daseinsberechtigung

Artikel 8, Verfassung Organismenrepublik

Der Artikel von Barbara Güll, Univerität Augsburg ist zuerst erschienen in der Augsburger Agendazeitung Stadt mit A, 1-2024

 

 

Infos zum Projekt

Das Projekt wird von der Bundeszentrale für Politische Bildung gefördert und zielt darauf ab, eine Demokratie zu schaffen, in der alle Spezies repräsentiert sind und an der Gestaltung ihrer Umwelt teilhaben können1. Es ist ein spannender Ansatz, der dazu anregt, über die Rolle und die Rechte von nicht-menschlichen Lebewesen in unserer Gesellschaft nachzudenken.

 

Mehr dazu lest ihr auf der Seite der Organismenrepublik Augsburg

Kontakt zum Orga-Team Club Real: info@clubreal.de 

 

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Debatte der Mitglieder über den Antrag des Bibers im Rahmen des Brechtfestivals 2024
Debatte der Mitglieder über den Antrag des Bibers im Rahmen des Brechtfestivals 2024
Abstimmung der Schöffen über den Antrag des Bibers bei dem Brechtfest 2024
Abstimmung der Schöffen über den Antrag des Bibers bei dem Brechtfest 2024
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Der Lech und seine sich verändernde Aue

Lech Umwelt Aue Projekt CONTEMPO

Parkplatz am Tennisclub Gersthofen
Unterer Auweg 12
86169
Augsburg
Nördliche Lechauen, Projekt CONTEMPO
CONTEMPO2 Das Projekt – Mehr Wasser für die Lechaue

In den Lechauen nördlich von Augsburg liegt ein wahres Naturkleinod vor den Toren der Stadt.

Das Projekt CONTEMPO möchte dieses Kleinod erhalten und zugleich die Lechaue mit all ihren Arten widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen. Gleichzeitig gilt es, die Wasserkraft des Lechs sinnvoll zur Energiegewinnung einzubinden.

Uns geht es darum, Umwelt- und Wirtschaftsinteressen zu vereinen: Denn zum einen wollen wir die Lechaue mit all ihren Arten widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen. Zum anderen wollen wir sicherstellen, dass unsere Wasserkraftwerke selbst bei wenig Wasser im Lech weiterhin gut funktionieren und Energie liefern.

 

Ein Projekt der Stadt Gersthofen, LEW Wasserkraft GmbH und des Umweltbildungszentrums Augsburg

 

INFO

Weglänge: 5 km (nicht barrierefrei)

Kosten: 8€

Anmeldung bis 14.06.2024

 

Anmeldung unter:

veranstaltungen@ubz-augsburg.de / 0821 324 6074

www.ubz-augsburg.de

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"Igel in Bayern" - Igelmeldung

"Igel in Bayern" - Igelmeldung

Bayernweit
Igel, Bild von Alexas_Fotos auf pixabay
Macht mit bei dem LBV Bürgerforschungsprojekt "Igel in Bayern", das jetzt zur deutschlandweiten Initiative wird, und helft mit, mehr über die Bestände der Igel in Deutschland zu erfahren!

Igel in Bayern

Zum zehnten mal nun ruft der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV) die Bürger*innen des Freistaates dazu auf Igel, das Tier des Jahres 2024, zu zählen und unter www.igel-in-bayern.de zu melden. Dass der Igel in Bayern und deutschlandweit als "gefährdet" eingestuft werden muss, ist wahrscheinlich, doch die Daten sind unklar. Deshalb braucht es euch! Helft mit die Zahl der Igel zu erfassen und leistet einen wichtigen Beitrag zu diesem deutschlandweiten, wissenschaftlichen Projekt.

 

Der Lebensraum des Igels wird unter anderem durch das Insektensterben, Bodenversiegelung und das Einsetzen von Pestiziden gefährdet. Um Trends in der Entwicklung des Igels auszumachen und um einen besseren Vergleich der Zahlen zu erzielen, hat sich der LBV mit der Deutschen Wildtierstiftung, NABU|naturgucker und weiteren Partnern zusammengeschlossen und braucht eure Hilfe, vom 17.05 bis zum 27.05 alle Igel zu melden, die euch über den Weg laufen! 

 

Neben dem Igel steht noch ein weiterer Kanditat auf der Liste: der Maulwurf. Maulwürfe und Igel teilen sich ähnliche Lebensräume, daher soll dieser Insektenfresser ebenfalls bei der Zählung miterfasst werden. Also, Augen auf beim nächsten Spaziergang!

 

 

Info

  • Bayernweite Igel- und Maulwurfsuche "Igel in Bayern"
  • Vom 17.05 bis 27.05.2024
  • Meldungen und weitere Informationen unter www.igel-in-bayern.de
  • deutschlandweites Citizen-Science Projekt „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ 
  • Projekt von der Deutschen Wildtier Stiftung, NABU|naturgucker, dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V., dem NABU Bundesverband und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV)

 

 

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Tag der Artenvielfalt im Zoo Augsburg

Tag der Artenvielfalt im Zoo Augsburg

Zoologischer Garten Augsburg
Brehmplatz 1
86161
Augsburg
Kattagruppe, Bild von Nicky auf Pixabay.com/de
Am kommenden Mittwoch ist Tag der Artenvielfalt und der Zoo Augsburg und das Umweltbildungszentrum feiern! Erlebt auf beiden Geländen spannende Vorträge, Spiele, Führungen und ganz wichtig: Artenvielfalt.

Tag der Artenvielfalt

Feiert mit und kommt am kommenden Mittwoch den 22.05.2024 zum Zoo Augsburg! Es erwarten euch umfangreiche Informationen zu Artenvielfalt, Bedrohung und Schutz von Tier- und Pflanzenarten. Während der Zoo an einigen Ständen die von ihnen finanzierten Artenschutzprojekte vorstellt, findet ihr euch externe Aussteller wie zum Beispiel Plumplori e.V. oder BUND Naturschutz. Neben den zahlreichen Informationen könnt ihr bei den Führungen die Tiere aus der Nähe beobachten, oder ihr lasst euch von euren Kindern zu den Bastelaktionen führen! Für jede*n ist etwas dabei.

 

Für die Vogelführung hinter die Kulissen im Vogelrevier um 12.30 Uhr und 14.00 Uhr müsst ihr euch unter zooschule@zoo-augburg.de anmelden. Die Führungen vom Fischereiverband starten um 11.00 Uhr und 14.00 Uhr beim Lechhaus/Otter und Biber ohne Anmeldung. Weitere Informationen findet ihr online unter www.zoo-augsburg.de

 

Auch die Umweltstation Augsburg feiert und bietet im Umweltbildungszentrum am botanischen Garten eine Reihe an Workshops, Vorträgen und einen Spieletreff an. Das gesamte Programm findet ihr unter www.us-augsburg.de. Oder ihr schaut einfach vor oder nach eurem Zoo-Besuch vorbei! 

 

 

Info

  • Zoologischer Garten Augsburg, Brehmplatz 1, 86161, Augsburg
  • Mittwoch den 22.05.2024
  • 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr 
  • Vogelführung Anmeldung per email an zooschule@zoo-augburg.de
  • Informationsstände, Workshops, Bastelaktionen, Spiele
  • Weitere Informationen unter www.zoo-augsburg.de
  • Weitere Informationen zu Veranstaltungen im Umweltbildungszentrum unter www.us-augsburg.de

 

 

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"Dawn Chorus": Mit KI die Vogelwelt erforschen

"Dawn Chorus": Mit KI die Vogelwelt erforschen

Stadt und Land
Rotkehlchen im Winter, Bild von Jürgen auf Pixabay
Im Rahmen des vom LBV und Naturkundemuseum Bayern unterstütze Citizen-Science-Projekts "Dawn Chorus" wird wieder zu Stadt vs. Land Challenge aufgerufen. Nehmt so viele Vogelstimmen wie möglich auf und werdet Teil dieses wissenschaftlichen Projektes!

"Dawn Chorus"

Am Sonntag den 19.05 heißt es wieder früh aufstehen, denn die Stadt vs. Land Challenge des Citizen-Science-Projekts "Dawn Chorus" ist in vollem Gange. Ihr könnt Teil dieses wissenschaftlichen Projekts werden, indem ihr so viele Aufnahmen von Vogelstimmen sammelt, wie ihr könnt! Morgens die Vögel aufzuzeichnen eignet sich am Besten, da die Hintergrundgeräusche minimal sind und die Vögel am lautesten!

 

Ziel des Projektes ist es unter anderem zu untersuchen, ob die Entwicklung die sich seit einigen Jahren abzeichnet, dass die Vögel sich vom Land in die Städte zurückziehen, weiter voranschreitet. Eure Aufzeichnungen werden gebraucht um eine sogenannte "Soundmap" zu erstellen, die nicht nur zeigt, wo welche Vogelart sich aufhält, sondern auch den Klang und die Intensität des Vogelgesangs. Dadurch kann erschlossen werden, ob die Vögel an die selben Orte der letzten Jahre zurückkehren, oder ausbleiben.

 

Über die Dawn Chorus App könnt ihr die Vogelstimmen aufzeichnen und euch dank KI Unterstützung direkt die Vogelart zur Stimme anzeigen lassen! Also stellt euch den Wecker und helft mit! Alle weitere Informationen erhaltet ihr unter www.lbv.de.

 

 

Info

  • Stadt und Land, zeichnet Vogelstimmen aus eurer Umgebung auf
  • Sonntag den 19.05.2024
  • morgens 
  • Aufzeichnung und Identifikation über die Dawn Chorus App
  • Veranstalter: bayerischer Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) und das Naturkundemuseum Bayern/BIOTOPIA Lab
  • Weitere Informationen zu den Dawn Chorus Projekt und der Stadt vs. Land Challenge unter www.lbv.de

 

 

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Gemeinsam eine zukunftsfähige Stadt bauen

Kooperative Stadt - Gemeinsam in Augsburg
In Augsburg setzt man auf eine besondere Art der Stadtentwicklung. Gemeinsam entwickeln engagierte Menschen Ideen für eine zukunftsfähige Stadt.
Logo Kooperative Stadt Augsburg

Gemeinsamer Nachhalitgkeitsprozess

 

Nachhaltige Entwicklung ist eine so große Aufgabe, dass wir sie nur gemeinsam schaffen können. In Augsburg arbeiten seit 1996 Menschen in einem gemeinsamen Nachhaltigkeitsprozess zusammen: der „Lokalen Agenda 21 - für ein zukunftsfähiges Augsburg“: Bürgerinnen und Bürger, Initiativen, Institutionen, Unternehmen, Wissenschaft, Stadtrat und Stadtverwaltung. Was bildet die Grundlage dafür?


Grundhaltung Kooperative Stadt


Alle sind und machen Stadt. Gemeinsames Ziel ist eine gute Zukunft – lokal wie global, für alles Lebendige. Dafür übernehmen möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner Verantwortung und bringen sich mit ihren unterschiedlichen Rollen und Möglichkeiten ein. Dazu tauschen sie sich aus und arbeiten gemeinsam. Die Zusammenarbeit erfolgt auf Augenhöhe. Kooperation beruht auf Gegenseitigkeit und gegenseitiger Wertschätzung. Kooperation braucht gegenseitige respektvolle Wahrnehmung und sachorientierte Debatte. Das müssen alle wollen und versuchen, auch wenn es noch nicht immer und überall gelingt.


Kooperationsbereitschaft wertschätzen


Kooperation widerspricht üblichen Handlungsmustern, die auf persönliche Vorteile aus sind. Schwierig ist auch, wenn Kooperationsbereitschaft auf Machtstrukturen trifft. Mächtigere dürfen kooperationsbereite Menschen weder ausnutzen noch ignorieren. Die Kooperativen müssen sich manchmal schützen, um nicht „die Dummen“ zu sein. Und: Kooperation tut sich schwer mit Unkooperativen. 

 

Ein Bild für kooperative Stadt


Wir brauchen ein Bild für kooperative Stadt, denn Bilder sprechen direkt an und aus. Wir sind viele und verschieden. Diese Vielfalt ist Buntheit. Und Begegnung ist Bewegung und Energie. Unsere Stadt braucht Offenheit und konstruktive Ergebnisse. Zwischenergebnisse bzw. Ziele oder auch Hintergründe sind in den gemeinsam erarbeiteten und vom Stadtrat beschlossenen Augsburger Zukunftsleitlinien festgehalten – aufgegliedert in den vier Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Soziales, Wirtschaft und Kultur. Jede dieser Dimensionen hat im Augsburger Nachhaltigkeitsprozess eine Farbe. Diese verschiedenen Herkünfte und Interessensbereiche machen die Farbigkeit des Bildes aus. Das Endergebnis ist noch offen.


Umsetzung von Kooperation


Ein konkreter Versuch für ein kooperatives Miteinander ist der Augsburger Nachhaltigkeitsprozess – die Lokale Agenda 21 für ein zukunftsfähiges Augsburg mit seiner Geschäftsstelle, dem Büro für Nachhaltigkeit in der Stadtverwaltung Augsburg: Die Agendaforen – die Arbeitsgruppen der Lokalen Agenda 21 – stehen allen Interessierten offen. Die Finanzmittelverteilung für die Projektarbeit wird gemeinsam beraten. Im öffentlichen monatlichen Agendateam, dem Treffen der Agendaforenvertretungen, werden wichtige Entwicklungsschritte des Nachhaltigkeitsprozesses gemeinsam beraten.

 

Die Zukunftsleitlinien wurden von allen interessierten Akteurinnen und Akteuren der Stadtgesellschaft erarbeitet, im Nachhaltigkeitsbeirat beraten und vom Stadtrat beschlossen. Gemeinsam erfolgt alle sechs Jahre eine Überarbeitung. Im Nachhaltigkeitsbeirat arbeiten wichtige Institutionen der Stadtgesellschaft mit; sie werden vom Stadtrat jeweils für 3 Jahre berufen. 

 

Plattformen für Kooperationen


Eine kooperative Stadt braucht möglichst viele Plattformen für Kooperationen, zu konkreten Übernahmen von Verantwortung. Plattformen können von unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren zur Verfügung gestellt bzw. betrieben werden. Das kann ein Nachhaltigkeitsportal im Internet wie der Lifeguide Augsburg sein, ein Freiwilligenzentrum, ein Handlungs- und Diskursraum des Zusammenlebens wie das Grand Hotel Cosmopolis, eine digitale Plattform wie augsburg.one, Stadtteilentwicklungsprozesse, vielfältig und gemeinsam kuratierte Kulturveranstaltungen wie zum Augsburger Friedensfest, ein Begabungstag, eine Bürgerstiftung, ein Fachforum Verkehr, ein Integrations- oder ein Senior*innenbeirat, Ausstellungsprojekte wie Augsburg 2040, eine Armutskonferenz, ein Arbeitskreis Urbane Gärten, Foodsharing, eine Radlwoche, eine Kampagne „Wir alle sind Augsburg“… – es kommt auf das zugrundeliegende kooperative Selbstverständnis und die entsprechende Arbeitsweise an.


Herausforderung der Kooperation


Für alle Akteurinnen und Akteure ist Kooperation eine Herausforderung. Für Stadtverwaltung ist das Leitbild „kooperative Stadt“ eine Herausforderung und eine große Chance. Denn Verwaltung ist Behörde – sorgt als für Gesetzmäßigkeit und Gleichbehandlung. Und sie ist Dienstleisterin für ihre Bürgerinnen und Bürger. Doch das reicht nicht mehr – sie muss zusätzlich auch Kooperationspartnerin sein. Dabei gewinnt sie viel: inhaltliche Fortschritte – dank vieler Mittuender und Umsetzungen und Taten – und Anerkennung. Verwaltung im Bild und Selbstverständnis einer kooperativen Stadt ist zugänglich, transparent, engagiert, kompetent und agiert partnerschaftlich. Sie teilt ihr Knowhow und sammelt das Knowhow der anderen Akteure ein, organisiert dazu Dialoge und Aushandlungsprozesse, beteiligt andere und sich und trifft Entscheidungen, die ihr die Politik überlassen hat, gemeinsam mit den engagierten und betroffenen Akteuren. 


Auch für die anderen Akteure in der Stadtgesellschaft ist Kooperation eine Herausforderung: Für Politik, weil Kooperation schwierig zu vereinbaren ist mit der für Wahlen notwendigen Profilbildung. Denn Wählen bedeutet Unterscheiden. Und auch Initiativen und Unternehmen suchen Profil, manchmal Alleinstellung, weil Menschen und Kund*innen sich entscheiden, wo sie sich engagieren oder wo sie etwas kaufen. 


Nicht immer wird Kooperation ausreichen und gelingen. Nicht immer wird Übereinstimmung – ein Konsent im Sinne der Soziokratie – erzielt werden können. Die Suche nach den besten Lösungen schließt Streit nicht aus. Und nicht Bürgerbegehren und –entscheide. Erst recht nicht Mehrheitsentscheidungen, falls kein Konsens möglich ist. Zusammen Stadt zu sein, sich begegnen, braucht Anstrengung, Offenheit, Diskussion. 
 

Einleuchtend und lohnenswert


Das Leitbild Kooperative Stadt ist einleuchtend. Dieses Selbstverständnis hat es uns in Augsburg ermöglicht, soweit zu kommen, wie wir bisher sind. Und es ermöglicht uns, wenn es von noch viel mehr Menschen – Politikern und Politikerinnen, Verwaltungsmitarbeitenden, Bewohnerinnen und Bewohnern, Wirtschaftsakteurinnen und -akteuren – ernstgenommen und gelebt wird, noch viel weiterzukommen.


Kooperieren ermöglicht es, von und miteinander zu lernen und Verständnis füreinander zu entwickeln. Auch Seitenwechsel sind so viel leichter möglich – heute Teil einer Initiative, morgen im Stadtrat. Und zurück. Unternehmerin sein und gleichzeitig Bürgerin…
Ohne Kooperation werden wir die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung nicht schaffen. Deshalb ist „Kooperative Stadt“ Leitbild und Grundhaltung des Augsburger Nachhaltigkeitsprozesses. Dass sich das lohnt, zeigen u.a. die bisher 28 Jahre Augsburger Nachhaltigkeitsprozess.


 

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Die Lokale Agenda 21 stellt sich vor

Die Lokale Agenda 21 Augsburg stellt sich vor

Zeughaus 1. Stock, Raum 107/108
Zeugplatz 1
86150
Augsburg
Logo Lokale Agenda 21 Augsburg
Wie ist Augsburg eigentlich in Sachen Nachhaltigkeit aufgestellt? Wo kann ich mich engagieren? Lernt die Lokale Agenda 21, ihre Arbeit und Ziele auf diesem Treffen kennen.

Lokale Agenda 21 für Augsburgs Nachhaltigkeit

 

Franziska Meszaros vom Büro für Nachhaltigkeit mit Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 wird euch in dieser Veranstaltung kurz über die Entstehungsgeschichte der Lokale Agenda 21 berichten, die Nachhaltigkeitsziele Augsburgs – die „Zukunftsleitlinien für Augsburg“ – vorstellen und verschiedene Grundlagen wie die vier Dimensionen von Nachhaltigkeit oder das Leitbild Kooperative Stadt erläutern.

  Ihr erfahrt mehr über die Struktur des Augsburger Nachhaltigkeitsprozesses, verschiedene erfolgreiche laufende Projekte und über den Zusammenhang mit den internationalen Nachhaltigkeitszielen.

 

Monatliche Agenda-Team Sitzung 

 

Ab 17.30 Uhr könnt ihr im Anschluss am monatlichen Treffen der verschiedenen Agenda-Arbeitsgruppen teilnehmen. Das bietet euch die Gelegenheit, gleich mit verschiedenen Arbeitsgruppen und Foren ins Gespräch zu kommen und Mitmachmöglichkeiten kennenzulernen.

 

Mehr Informationen zur Lokalen Agenda 21 und Kontakte findet ihr unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de

 

INFO

 

  • Dienstag, 15.10.2024
  • Zeughaus 1. Stock, Raum 107/108, Zeugplatz 1, 86150 Augsburg 
  • 17:00 - 17:30 Uhr 
  • Ab 17:30 - 19:00 Uhr Sitzung der Lokalen Agenda 21
  • Der Eintritt ist frei. 
  • Informationen/ Kontakt unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de

 

 

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Die Lokale Agenda 21 stellt sich vor

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Zeugplatz 1
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Monatliche Agenda-Team Sitzung 

 

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Ökologischer Anbau mit Permakultur

Ökologischer Anbau mit Permakultur
Im Sommer kann man auf Schloss Blumenthal Landwirtschaft nach dem Prinzip der Permakultur erlernen. Organisatorin Julia Baus verrät im Interview, wie dieser ökologische Ansatz funktioniert.
Ernte von Rüben

Mit Permakultur dem Klimawandel trotzen

 

Die industrielle Landwirtschaft kommt mit ihren Methoden an ihre Grenzen und hat kaum Rezepte für die wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel. Die Permakultur bietet Ansätze, auch unter schwierigen Bedingungen Land zu bewirtschaften – auf nachhaltige Weise. 

In einem Workshop, der im August stattfindet, könnt ihr lernen, wie das gelingen kann. Wir haben Julia Baus, Mitgründerin des Gemeinschaftsprojekts Schloss Blumenthal und verantwortlich für die Gestaltung der Außenanlagen, gefragt, was sich hinter dieser Anbauweise verbirgt.

 

Julia, kannst du in kurzen Worten erklären, was Permakultur bedeutet?

 

Oh - das ist ein weites Feld für wenige Worte ...

Permakultur ist der Versuch, alle Muster, Kreisläufe und Zusammenhänge in der Natur zu verstehen und im Gartenbau oder der Landwirtschaft – also überall dort, wo wir Land ‚bearbeiten‘– in das Design miteinzubeziehen und mit diesen Mustern und Zusammenhängen zu arbeiten, sie nachzuahmen, statt gegen sie zu arbeiten.

Mit Permakultur können wir ausgelaugte Böden wieder fruchtbar machen, dem Grundwasserrückgang entgegenwirken und sowohl den Auswirkungen als auch den Ursachen des Klimawandels entgegentreten.

 

 

Klingt abstrakt, hast du ein Beispiel für uns?

 

Ein ganz einfaches Beispiel ist das Mulchen:

In der Natur fallen abgestorbene Pflanzenteile zu Boden, beschatten diesen und  schützen ihn vor Überhitzung und Austrocknung. Ebenso unterdrücken der Mulch das Auflaufen von Konkurrenten. Wenn der Mulch verrottet, werden die Bodenlebewesen ernährt und es entsteht nährstoffreicher Humus, der wiederum die Pflanzen ernährt. Wenn ich also auf meinem Gemüsefeld Erntereste und entfernte Beikräuter an Ort und Stelle liegen lasse, habe ich weniger Arbeit und tue dem Boden und meinen Kulturen Gutes damit.

 

Ein weiteres Vorgehen ist etwa das Anlegen eines Hügelbeets mit der Längsseite in Nord-Süd-Richtung. Daraus resultiert, dass die langen Seiten des Hügels in den kühleren Morgen- und Abendstunden mehr Sonnenlicht und Wärme einfangen, als in der heißen Mittagszeit. Damit herrscht auf dem Beet ein ausgewogeneres Kleinklima und die Pflanzen haben weniger Hitzestress. Zudem habe ich keinen Stress mit dem Gießen. Genial, oder?

 

 

Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Ist es das, was dich so sehr an der Permakultur begeistert?

 

Die Arbeitserleichterung die damit zum Teil einhergeht ist natürlich toll. Aber eigentlich ist es vielmehr das genaue Beobachten, das lebenslange Lernen, und das Arbeiten mit der Natur was mich so fasziniert. Und vor allem das Prinzip Hoffnung!

 

Wie meinst du das?

 

Es ist das positive Gefühl in dieser Sichtweise, das mich bewegt: Wenn sich in meinem Beet ein Schädling gerade pudelwohl fühlt und ausbreitet, bin ich entspannt, weil ich darauf vertrauen kann, dass in der Folge ein Gegenspieler das Feld betritt und sich darum kümmert.

 

Es ist ein wesentlich freudvolleres Erlebnis, Beikraut als Mulch umzunutzen, statt im Beikraut einen Kontrahenten zu sehen, den ich ausreißen, abtransportieren und ausmerzen muss.

 

Es sind unglaublich heilsame Erfahrungen zu sehen, wie ein kaputter Boden von Jahr zu Jahr wieder lebendiger wird oder wie ich in Zeiten des Klimawandels ohne Gießen auskommen kann! Das sind die Erfahrungen, die mich persönlich total aufrichten und mir helfen. Das ist gerade heute so wichtig, wo so viel schlechte Nachrichten auf uns einprasseln und wir vor so großen Aufgaben stehen.

 

Ich habe das tolle Gefühl, dass auf dem Stück Land, das ich gerade bearbeite, nur Gutes für das Bodenbiom geschieht: Der Regen wird optimal in die Tiefe geführt und gespeichert und ich bekomme so gesundes Gemüse oder einen Park mit Biotop-Charakter.

 

Das ist für mich persönlich sinnstiftender und hoffnungsvoller, als sich über zerstörerische Bearbeitungstechniken in der industriellen Landwirtschaft oder die kaputten Preise für Lebensmittel auf dem Weltmarkt die Haare zu raufen.

 

 

Dann ist Permakultur die Lösung all unserer Probleme?

 

Ja, wenn sie von jetzt an überall praktiziert würde, wäre das ein guter Weg – davon bin ich überzeugt. Natürlich ist das nicht realistisch, aber es ist definitiv der richtige Weg, um die Bearbeitung von Land neu zu denken und den Anforderungen unserer Zeit zu begegnen. Auch im Kleinen – sei es der eigene Garten, Balkon oder Gemeinschaftsacker.

 

Denn die Methoden der Permakultur sind denkbar einfach und kostengünstig.

 

Der Experte für Permakultur Warren Brush erzielt in seinen Projekten die größten Erfolge in den Gebieten der Erde mit den schwierigsten Bedingungen – und das mit einfachen Mitteln: So legt er etwa mit Schaufeln und Baggern einen so genannten „Swale“ an, um die geringen Niederschläge optimal zu lenken oder pflanzt über eine Feldkultur zunächst beschattende Bäume.

 

Auf diese Weise konnte er schon vielen Menschen in prekären Ernährungssituationen helfen, sich selbst zu helfen. Dazu schaut er sich mit den Menschen vor Ort ihr Land genau und nimmt dann mit ihnen gemeinsam kleine Modifikationen in ihrer Landwirtschaft vor. Diese Erfolge sollten uns allen Mut machen!

 

 

Wo kann man die Arbeit von Warren Brush erleben?

 

Warren Brush kommt 2024 für einen Permakultur-Workshop nach Blumenthal, auf den ich mich riesig freue. Es gibt keine größere Inspiration in Sachen Permakultur als einen Workshop mit ihm!

 

Bei dem zehntägigen Workshop handelt es sich um die Grundausbildung Permakultur Design (PCD), bei der auch noch weitere Referent*innen dabei sind:

 

  • Biggi Häusler aus der Blumenthaler Landwirtschaft wird über Gemüsesortenerhalt & Samengewinnung referieren
  • Ange Chakana lässt „Kinder im Garten wachsen“
  • Es gibt Praxis-Einheiten zum Lehmbau und zum Bau von Hügelbeeten
  • Wir legen einen Year-Round-Kitchen-Garden an
  • Wir nehmen Kompost genau unter die Lupe ... und noch vieles mehr.

 

Teilnehmende des Kurses können ihr eigenes Projekt mitbringen und mit Warren planen. Das ist für mich als Organisatorin immer der beglückendste Teil, wenn bei uns in Blumenthal neue Permakultur-Projekte Flügel bekommen.

 

Vorausgesetzt natürlich, wir bekommen wieder die Teilnehmerliste voll: It’s a long way from Australia!

 

Der Workshop ist die ‚Grundausbildung Permakultur Design’ und die erste von insgesamt zwei Lerneinheiten, deren Abschluss euch selbst zu zertifizierten Permakultur-Lehrern nach Bill Mollison macht. Es gibt noch freie Plätze! Wenn ihr euch mit dem Stichwort Lifeguide anmeldet, erhaltet ihr 30 Euro Rabatt.

 

 

Info:

Der Begriff "Permakultur" wurde in den 1970er Jahren von den australischen Umweltaktivisten Bill Mollison und David Holmgren geprägt. Er setzt sich aus den Wörtern "permanent" und "Kultur" zusammen und beschreibt eine nachhaltige Form der Landnutzung, die sich an natürlichen Ökosystemen orientiert. Die Permakultur verfolgt das Ziel, langfristig produktive agrarische Systeme zu schaffen, die ökologisch verträglich, sozial gerecht und ökonomisch sinnvoll sind.

 

Mehr zum Workshop findet ihr auf der Seite von Schloss Blumenthal.

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Biohof Emersacker - Im Landkreis Augsburg baut Biobauer Martin Hesch auf einer Fläche von etwa 3,6 Hektar saisonale Produkte an und zieht die Jungpflanzen selbst im Gewächshaus vor. Es gibt über 50 alte Tomatensorten und der Permakulturgarten kann besichtigt werden.

 

Permakulturhof Eselgarten - Ausflugziel in den Westlichen Wäldern: Vom idyllischen Hof starten Eselwanderungen und im naturnahen Garten leben viele Tiere

 

Artenfächer: Wildpflanzen im Garten - Wolltet ihr schon immer wissen, welche Wildpflanzen so in eurem Garten wachsen und wozu sie gut sind? Das erfahrt ihr im Artenfächer "Heimische Wildpflanzen im Garten".

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Die Lokale Agenda 21 stellt sich vor

Die Lokale Agenda 21 Augsburg stellt sich vor

Zeughaus 1. Stock, Raum 107/108
Zeugplatz 1
86150
Augsburg
Logo Lokale Agenda 21 Augsburg
Wie ist Augsburg eigentlich in Sachen Nachhaltigkeit aufgestellt? Wo kann ich mich engagieren? Lernt die Lokale Agenda 21, ihre Arbeit und Ziele auf diesem Treffen kennen.

Lokale Agenda 21 für Augsburgs Nachhaltigkeit

 

Franziska Meszaros vom Büro für Nachhaltigkeit mit Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 wird euch in dieser Veranstaltung kurz über die Entstehungsgeschichte der Lokale Agenda 21 berichten, die Nachhaltigkeitsziele Augsburgs – die „Zukunftsleitlinien für Augsburg“ – vorstellen und verschiedene Grundlagen wie die vier Dimensionen von Nachhaltigkeit oder das Leitbild Kooperative Stadt erläutern.

  Ihr erfahrt mehr über die Struktur des Augsburger Nachhaltigkeitsprozesses, verschiedene erfolgreiche laufende Projekte und über den Zusammenhang mit den internationalen Nachhaltigkeitszielen.

 

Monatliche Agenda-Team Sitzung 

 

Ab 17.30 Uhr könnt ihr im Anschluss am monatlichen Treffen der verschiedenen Agenda-Arbeitsgruppen teilnehmen. Das bietet euch die Gelegenheit, gleich mit verschiedenen Arbeitsgruppen und Foren ins Gespräch zu kommen und Mitmachmöglichkeiten kennenzulernen.

 

Mehr Informationen zur Lokalen Agenda 21 und Kontakte findet ihr unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de

 

INFO

 

  • Dienstag, 14.5.2024
  • Zeughaus 1. Stock, Raum 107/108, Zeugplatz 1, 86150 Augsburg 
  • 17:00 - 17:30 Uhr 
  • Ab 17:30 - 19:00 Uhr Sitzung der Lokalen Agenda 21
  • Der Eintritt ist frei. 
  • Informationen/ Kontakt unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de

 

 

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