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Earth Overshoot Day - #MoveTheDate

Earth Overshoot Day - #MoveTheDate
2021 fiel der Welterschöpfungstag auf den 29. Juli
Grafik: geralt, pixabay

Am 29.Juli 2021 ist  Earth Overshoot Day - Welterschöpfungstag. Das heißt, bis zu diesem Tag haben wir alle Ressourcen verbraucht, die unser Planet in einem ganzen Jahr erneuern kann. Ab dem 29. Juli 2021 leben wir über unsere Verhältnisse. Es gilt also, das Datum des Earth Overshoot Day nach hinten zu verschieben. Auf der Seite Earth Overshoot Day sammelt das Global Foodprint Network Beiträge von Menschen, die unter dem Stichwort #MoveTheDate ihren Beitrag leisten.

 

Was können wir tun:

  • fleischreduzierte Ernährung
  • weniger Konsum
  • langlebige und reparierbare Produkte kaufen
  • Energie sparen
  • öffentliche Verkehrsmittel nutzen
  • aufs Fliegen verzichten.

Was wir außerdem tun können lest Ihr hier.  Und natürlich im Lifeguide Augsburg: Lasst Euch inspirieren durch 350 nachhaltige Orte in Augsburg und der Region oder durch unsere Magazinbeiträge unter dem Stichwort "plastikfrei leben" oder in den Kategorien  "besser einkaufen", "teilen, tauschen schenken" , "querdenken""mobil sein" oder "sich engagieren". Weitere Informationen auf: www.footprintnetwork.org www.fussabdruck.de www.footprint.at plattform-footprint.de

Zahlen und Daten zum Earth Overshoot Day:

  • 1,71 g/ha (Global Hektar) an Biokapazität steht jedem Menschen auf der Erde zur Verfügung. Der Global-Hektar ist die Maßzahl für die Biokapazität und den Ökologischen Fußabdruck.
  • 2,87 g/ha (Global Hektar) beträgt der durchschnittliche Ökologische Fußabdruck eines Menschen. In den ärmsten Ländern beträgt er 1 gha/Kopf. Zum Vergleich: Wir verbrauchen in Deutschland 5 gha/Kopf.
  • 60% des Ökologischen Fußabdrucks sind durch die CO2-Emissionen bedingt.
  • 1,7 Erden braucht zurzeit die Menschheit. Und trotzdem hungern weltweit rund 795 Millionen Menschen.
  • 89 Tage könnten wir den Earth Overshoot Day zum Jahresende hin verschieben, wenn wir unseren CO2-Ausstoß halbieren würden.
  • 7,5 Milliarden Menschen können mit einer Erde auskommen, wenn wir gerechter mit den Ressourcen umgehen.

 

     

     

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    Blühende Wiesen auf dem Gelände der AVA

    Blühende Wiesen auf dem Gelände der AVA
    Wo früher eine brachliegende Grasfläche war, tummeln sich jetzt Bienen und Insekten auf den Wiesen der Abfallverwertung Augsburg.
    Blühende Wiese auf dem Betriebsgelände der Augsburger Abfallverwertung. Foto: AVA

     

      "Wir freuen uns, dass wir zusammen mit der Augsburger Allianz „Insekten.Vielfalt.Augsburg.“ einen weiteren Beitrag zum Erhalt einer gesunden und artenreichen Natur leisten können."  Das AVA-Team

      Es ist Frühling und demnächst sind sie wieder unterwegs: Die Bienen der Abfallverwertung Augsburg (AVA). Zwei Bienenstöcke stehen auf dem Betriebsgelände der AVA und haben bald reichlich Nahrung. Denn im Rahmen der Allianz Insekten.Vielfalt.Augsburg. des Landschaftspflegeverbandes Stadt Augsburg e.V., verwandelte die AVA 2.000 Quadratmeter brachliegende Grasfläche in eine insektenfreundliche Blühwiese.

       

      Mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ im Jahr 2019 rückte das Thema Artensterben und seine Folgen stark in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. Der „Blühpakt Bayern“ war geboren und daraufhin wurden weitere Initiativen zum Erhalt unserer einzigartigen Natur ins Leben gerufen. Eine davon ist die Augsburger Allianz „Insekten.Vielfalt.Augsburg“, deren Gründungspartner die AVA ist.

       

       

      Abfall ist kein Reststoff, sondern Wertstoff

      Das Augsburger Abfallverwertungsunternehmen legt seit jeher großen Wert auf den Umweltschutz. Ein Leitsatz der AVA lautet: „Von der Natur für die Natur“. Abfall wird bei der AVA nicht als Reststoff, sondern vor allem als Wertstoff gesehen. Und so entstehen aus den Abfällen der Bürger*innen aus der Region Augsburg regenerativer Strom, Fernwärme, Kompost, Biogas und biologischer Flüssigdünger.

       

       

      Blühende Wiesen locken Insekten und Vögel

      In Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband wurde auf dem Betriebsgelände der AVA regionales Saatgut ausgebracht, Insektennisthilfen aufgestellt und Totholz aufgeschichtet. Es dauerte nicht lange bis die ersten Blühwiesenbewohner einzogen und so dient die ehemalige Grasfläche seit 2020 als Nahrungsquelle und Wohnsitz für diverse Insekten, Vögel und weiteren Kleintiere. Auf weiteren Flächen des Betriebsgeländes wurde die Mahd so angepasst, dass im gesamten Jahresverlauf genügend Nahrungsquellen und Rückzugsorte für Insekten & Co erhalten bleiben. Um die Bienen kümmert sich übrigens das ganze Jahr über ein AVA-Mitarbeiter.

       

       

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      Blühwiese, Insekten, AVA, Augsburg, Foto: AVA
      Blühende Wiese auf dem Betriebsgelände der Augsburger Abfallverwertung. Foto: AVA
      Blühwiese, Insekten, AVA, Augsburg, Foto: AVA
      Blühende Wiese auf dem Betriebsgelände der Augsburger Abfallverwertung. Foto: AVA
      Bienen,  Foto: Pixabay
      Bienenstock. Foto: Pixabay
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      #müllschmelze - Die Mülljagd ist eröffnet!

      #müllschmelze - Die Mülljagd ist eröffnet!
      Die Friedberger Umweltschützerinnen Leonie und Zoë Prillwitz initiieren eine Müllsammelaktion an den Ufern unserer Bäche und Flüsse

      Die Schülerinnen Leonie und Zoë Prillwitz aus Friedberg setzen sich seit Jahren für den Umweltschutz ein. Ein Schwerpunkt ist dabei der Kampf gegen die Verunreinigung unseres Wassers durch Mikroplastik. Für ihre Entwicklung eines Mikroplastikfilters wurden die Schwestern 2020 mit dem Augsburger Zukunftspreis geehrt.

      Jetzt rufen Leonie und Zoë unter dem #müllschmelze zur Mülljagd an den Ufern unserer Bäche und Flüsse auf. Denn mit der einsetzenden Schneeschmelze steigen die Wasserspiegel der Gewässer und reißen den Müll mit, der an den Ufern herumliegt. Wenn dieser Plastikmüll im Wasser verrottet, entsteht daraus langfristig Mikroplastik und verbreitet sich ungehindert in unseren Flüssen und Meeren. Das wollen die beiden Umweltschützerinnen verhindern. Auf instagram rufen sie auf ihrer Seite dream_green_act_green unter dem #müllschmelze zur Müll-Sammelaktion auf.  

      Bei einer meiner letzten Probenahmen für unser Projekt Mikroplastikbelastung der Augsburger Fließgewässer war Hochwasser und es trieb sehr viel Müll an mir vorbei, so dass Leonie und ich spontan die Sammelaktion #müllschmelze ins Leben riefen, um möglichst viel Müll an den Fließgewässerrändern einzusammeln, bevor die große Schneeschmelze aus den Bergen beginnt und das Plastik in die Gewässer schwemmt.“ Zoë Prillwitz

      Jetzt mitmachen

      Für alle die mitmachen wollen: Feste Termine für ihre  „Mülljagden“ haben Leonie und Zoë coronabedingt nicht. Aber ihr könnt einzeln losgehen und über #müllschmelze Teil der Aktion werden. Wer gerne fotografiert, kann bei Geolino bis zum 30. April 2021 an einem Fotowettbewerb mit tollen Preisen teilnehmen. Hier geht's zum Fotowettbewerb von Geolino.

       

      Problem PLastik

      Jährlich werden auf der Erde etwa 360 Millionen Tonnen Plastik produziert, was Plastikteppiche im Meer, Plastikberge in der Landschaft und sogar Plastikstücke im Magen von Lebewesen zur Folge hat. Ein großer Teil des Problems ist allerdings unsichtbar: Mikroplastik. Dabei handelt es sich um Plastikteilchen von einem Mikrometer bis zu fünf Millimeter Größe. Sogenanntes "sekundärer Mikroplastik" entsteht, wenn großer Plastikmüll im Wasser zu Mikroplastik korridiert.

      INFO:

      Die Schwestern Leonie und Zoë Prillwitz, sind Trägerinnen des Regionalpreises „Jugend forscht“ des Jahres 2019 und des Zukunftspreise 2020 der Stadt Augsburg. Ihnen ist der Kampf gegen die zunehmende Verschmutzung der Flüsse und Ozeane durch Plastik und vor allem Mikroplastik ein sehr wichtiges Anliegen. Seit mehr als zwei Jahren beschäftigen sich die beiden Schülerinnen des Maria Ward-Gymnasiums in Augsburg (9. und 11. Klasse) bereits mit der Messung von Mikroplastik in Gewässern. Umfangreiche Probenentnahmen zeigten, dass ein nicht unerheblicher Teil des Mikroplastiks im Wasser aus privaten Haushalten stammt. Deshalb haben die beiden einen Mikroplastikfilter für Waschbecken und Waschmaschinen entwickelt. Dafür wurde ihnen 2020 der Augsburger Zukunftspreis verliehen. Leonie hat 2021 außerdem einen Mikrofaserfilter für  Ablufttrockner und für Wäschetrockner entwickelt.

      • Mehr Details zu dem tollen Projekt von Leonie und Zoë findet ihr hier.
      • Auf instagram findet ihr die beiden unter dream_green_act_green
      • Hier gehts  zu allen Infos zur #müllschmelze

       

      Plastikfrei, #Müllschmelze, Augsburg, Foto: Leonie und Zoe Prillwitz
      Aktion Müllschmelze, Augsburg, Foto: Leonie und Zoe Prillwitz
      Plastikmüll, Strand, Foto: Pixabay
      PLastikmüll am Strand. Foto: Pixabay
      PLastikmüll, Bach, Fluss, Gewässerverschmutzung, Foto: Ria Sopala_auf_pixabay
      PLastikmüll in einem Fluss. Foto: Ria Sopala_auf_pixabay
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      Plastik, nein danke!

      Plastik, nein danke!
      Wie eine fünfköpfige Familie dem Verpackungswahn trotzt. Interview mit Sylvia Schaab
      Sylvia Schaab aus Augsburg lebt mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei. Foto: Edtih Schmidt gen. Steinhoff

      2015 fasste Sylvia Schaab einen Entschluss: Ab jetzt würde sie mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei leben. Umweltbewusst lebten die Schaabs schon immer, aber trotzdem war die Gelbe Tonne alle zwei Wochen rappelvoll. Heute sagt die Journalistin: Wir haben es geschafft. Sie ist Mitbegründerin des Augsburger “Stammtischs plastikfreies Leben” und engagiert sich in Augsburg dafür, dass die Coffee-to-Go-Becher durch wiederverwertbare Recup-Becher ersetzt werden. Im November 2018 erhielt sie zusammen mit ihren Mitstreiter*innen vom Forum Plastikfreies Augsburg den Augsburger Zukunftspreis.

       

      Steckbrief: Sylvia Schaab, Journalistin, Buchautorin und Bloggerin. Lebt mit Niklas, Julian, Marlon, Lisa-Lu als Freiberuflerin in dem ganz normalen Wahnsinn zwischen Schulalltag, nachhaltigem Leben und sozialem Engagement.

       

      Barbie oder Badeente? Was war dein liebstes Plastikspielzeug als Kind?

      Weder noch. Am liebsten spielte ich mit Playmobil, damit konnte ich viel schönere Geschichten entwickeln.

       

      Welches Ereignis war ausschlaggebend, in ein plastikfreies Leben zu starten?

      Die schiere Menge an Plastikmüll war es, die mich Anfang 2015 nachdenklich stimmte. Mein ältester Sohn, damals neun Jahre alt, nahm gerade das Thema Recycling in der Schule durch. Das lenkte meine Aufmerksamkeit auf unseren eigenen Müll. Und das war schockierend viel! Dabei hatte ich schon in den 80er Jahren meine Mutter vom Mülltrennen überzeugt und in der Schule eine Ausstellung zum Ozonloch gestaltet.

       

      Aber wie schafft man das, plastikfrei zu leben? Uns begegnen Kunststoffe doch überall im Alltag: beim Einkauf, im Haushalt, in Kleidung, im Spielzeug und sogar in Kosmetika...

      Ich bin Journalistin, also fing ich erst einmal an zu recherchieren, mich  von der Notwendigkeit einer so umfassenden Veränderung zu überzeugen. Was ich herausfand, hat mich motiviert. So erfuhr ich, dass wir in Deutschland laut Deutscher Umwelthilfe jedes Jahr 218 Kilogramm Verpackungsabfall pro Kopf erzeugen, viel mehr als der europäische Durchschnitt. Jährlich landen acht Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer. Mittlerweile gibt es fünf gigantische Plastikstrudel, einige so groß wie ganz Mittel-Europa. Mikroplastik kommt im Meer inzwischen sechsmal so häufig vor wie Plankton.

      In Deutschland gibt es zwar das duale System. Trotzdem: Nur 46 % der gesammelten Kunststoffe werden wiederverwendet, der Rest wird thermisch verwertet – also verbrannt. Besonders schlimm sind Verbundstoffe wie Tetra-Verpackungen, da hier Plastik und andere Materialien nahezu untrennbar miteinander verbunden sind und ein sinnvolles Recycling praktisch unmöglich machen.

       

      Und was hast du konkret verändert?

      Ich habe unser Leben schrittweise verändert – das rate ich auch allen “plastikfrei”-Anfänger*innen." Sylvia Schaab

      Getränke, Milch und Joghurt kaufte ich fortan nur noch im Glas, Wurst und Käse kommt an der Theke in die Dose, Obst kommt unverpackt in Bioqualität und Gemüse kriegen wir wöchentlich ganz unverpackt von der Solidarischen Landwirtschaft, kurz SoLaWi. Die beschichete Aluminium-Trinkflasche und die Plastik-Trinkflaschen und –Brotzeitdosen wurden durch Edelstahl ersetzt. Schließlich können Weichmacher in die Lebensmittel übergehen und die Gesundheit gefährden.

       

      Jeder Einkauf wird kritisch hinterfragt: Brauchen wir das wirklich? Haben wir nicht schon etwas Ähnliches? Können wir es uns eventuell bei den Nachbarn ausleihen? Wo bekomme ich die Sachen aus der Region und in guter Qualität, so dass es lange hält. Gibt es das auch gebraucht? Wenn etwas kaputt geht, dann versuchen wir es zu reparieren.

       

      Der wöchentliche Aldi-Einkauf verleitet ja schon dazu, dass man Dinge kauft, die dann zuhause in der Ecke verstauben: der Smoothie-Mixer oder der elektrische Dosenöffner. Alles wird zum Schnäppchenpreis verramscht. Die Hamstermentalität haben wir vielleicht von unseren Eltern mitbekommen. In der Nachkriegsgeneration hat man halt vieles angehäuft. Als wir die Wohnung meiner Tante ausräumten, waren dort Spüllappen und Gefrierbeutel für die nächsten zehnJahre...

       

      Plastikfrei mit Kindern, wie funktioniert das?

      Meine Kinder überraschten mich am meisten: Statt sich über Einschränkungen zu beschweren, lehnen sie mittlerweile selbst alles Plastikverpackte ab - nur bei Süßigkeiten gibt es manchmal eine Ausnahme.

       

      Bei Süßigkeiten achten wir allerdings darauf, dass die Verpackung auch wirklich recycelt werden kann. Doch meist machen wir uns die Leckereien einfach selbst: selbstgebackene Kekse, Brot und Käsestangen füllen die Brotzeitdosen, in denen früher einzeln abgepackte Müsli-Riegel mit jeder Menge Zucker zuhause waren.

       

      Hand auf’s Herz: Gibt es bei Euch nicht doch noch den ein oder anderen Plastikgegenstand? Eine Wasserpistole? Oder eine Plastikdose?

      Ja, die Plastikdosen habe ich alle aufgehoben, es geht ja auch darum, Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Wir bewahren in ihnen jetzt unsere Schrauben und Dübel auf.

       

      Und im Kinderzimmer?

      Playmobil und Lego durften bleiben. Das ist langlebig und aus hartem Plastik ohne ominöse Inhaltsstoffe.

       

      Was macht Ihr mit Geschenken, die Plastik enthalten?

      Das kommt zum Glück kaum noch vor. Werbegeschenke lehnen wir meist ab, da wir eigentlich mehr als genug Sachen besitzen. Andere Dinge, die wir nicht benutzen verschenken wir einfach oder geben sie im Sozialkaufhaus ab. So werden sie doch noch genutzt.

       

      Was hat sich für euch geändert?

      Das Leben ist entspannter geworden ...kein Einkauf im Riesensupermarkt, kein Prospekte wälzen für die besten Schnäppchen, dafür mehr Zeit mit der Familie beim gemeinsamen Kochen und Backen ... und das Leben ist günstiger geworden. Keine unnötigen Putzmittel oder Haushaltshilfen mehr, gesündere und leckerere Lebensmittel halten gesund. Es ist erstaunlich, wie einfach es ist, Dinge selbst zu herzustellen. Durch den Verzicht auf Plastik sind auch andere nachhaltige Aspekte wieder mehr in den Fokus gerückt. Wir kaufen jetzt danach ein, wie lange Dinge halten und nicht wie viel sie kosten.

       

      Was würdest Du verändern, wenn Du könntest?

      Durch mein Engagement beim Forum Plastikfreies Augsburg verändere ich ja schon Dinge in meinem direkten Umfeld. Auf alle Fälle würde ich öffentliche Feste und Veranstaltungen nur noch mit Mehrweg-Geschirr feiern lassen. Ich würde biologische Landwirtschaft zum Normalfall machen und nicht zum teuren Luxusprodukt, das es durch die teure Zertifizierung wird. Außerdem würde ich eine Steuer auf Verpackungen und auf Zucker einführen, künstliche Aromastoffe würde ich verbieten.

       

      Dieses Interview wurde bereits am 11.1.2019 im Lifeguide veröffentlicht.

       

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      Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahren Sie außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

       

       

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      Das nachhaltige Augsburg erleben und mitgestalten

      Das nachhaltige Augsburg erleben und mitgestalten
      H 2 – Das Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast wird zum interaktiven Ort für Nachhaltigkeit - mit Escape-Game für alle von 9 - 99
      Der Blaue Planet, Glaspalast, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Augsburg, Foto Anna Schubert

      Mit Escape-Game, Abstimmungen zu unseren Zukunftsfragen hier in Augsburg und Infos rund um das Thema Nachhaltigkeit zeigt die Ausstellung „Der Blaue Planet – The Blue Planet“ zusätzlich zu 10 internationalen Künstler*innen auch die regionale Seite des globalen Themas Nachhaltigkeit.

      Zum Ausstellungsteil „Nachhaltigkeit erleben“ gehören außerdem öffentliche  Sitzungen, beispielsweise des Augsburger Nachhaltigkeitsbeirats oder des Teams der Lokalen Agenda 21. Diese Termine können wegen Corona derzeit nur kurzfristig bekannt gegeben werden. Ihr findet die Termine hier:  www.nachhaltigkeit.augsburg.de

       

      Drei Räume Nachhaltigkeit

      In drei kleineren Räumen der Ausstellung „Der Blaue Planet – The Blue Planet“ werden Augsburgs Nachhaltigkeitsziele, die „Zukunftsleitlinien für Augsburg“ und der jüngst veröffentlichte 2. Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Augsburg präsentiert. Das städtische Büro für Nachhaltigkeit mit Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 wird zu verschiedenen Zeiten als „Büro für Nachhaltigkeit und kooperative Stadt“ in der Ausstellung arbeiten und Veranstaltungen durchführen.

      Die Zukunft geht uns alle an

      In den Räumen gibt es Möglichkeiten zur Partizipation und Mitentscheidung. Hierzu stehen wechselnde Fragen zur Abstimmung und Flächen für Antworten und Vorschläge der Besucher*innen zur Verfügung.

      Abenteuer Nachhaltigkeit - Escape-Game

      Hier sind vor allem die Jüngeren gefragt: Uns erreicht eine Nachricht aus dem Jahr 2050. Eine Dürre bedroht Augsburg und nur findige Escape-Gamer*innen können unsere Stadt vor den Folgen des Klimawandels retten! Kommt ins Museum und verteidigt mit Mut, Geduld, Ausdauer und Logik unsere Stadt! Erlebt, dass hinter dem unscheinbaren Wörtchen Nachhaltigkeit mächtige Superkräfte stecken, die alles verwandeln können. Helft Augsburg.  

      Escape-Game für alle Menschen von: 9-99 Jahre

      • Wann: Mittwoch und Samstag / nur mit vorheriger Anmeldung
      • Dauer:  ca. 50 min
      • Anmeldung: Mindestens zwei Tage vor dem gewünschtem Termin per Mail bei sabine.rottmann@augsburg.de
      • Termine werden nur bei vollständigen Anmeldungen vergeben. In eine Anmeldung gehören folgende Angaben: 1.Vor- und Nachname, 2. Emailadresse, 3. Telefon, 4. Anzahl der Personen/davon Kinder.
      • Corona: Es gelten alle gesetzlichen Regeln und alle Hygieneregeln - bei einem Inzidenzwert über 100 für Augsburg Stadt findet das Escape-Spiel nicht statt.

       

      Augsburg setzt auf Kooperationen

      Der Augsburger Nachhaltigkeitsbeauftragte, Norbert Stamm, setzt beim Thema Nachhaltigkeit vor allem auf Zusammenarbeit vieler Menschen, Projekte und Initiativen

      "Mit Kooperationen lassen sich vielfältige Ziele erreichen – auch Nachhaltigkeit! Dabei ist Kreativität ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit engagierter Menschen. Mit der Lokalen Agenda 21 hat diese Stadt eine starke und demokratische Kooperation, die mit viel Wirbel und Kraft diese Stadt zukunftsfähig gestaltet. Die ganze Stadt – und damit alle AugsBürgerinnen und AugsBürger - profitieren von dieser Kooperation. Und können selber Teil sein. Fundament der nachhaltigen Entwicklung in und durch Augsburg sind die Zukunftsleitlinien, die Sie im ersten Raum finden. Die dreiteilige Installation „Nachhaltigkeit und kooperative Stadt“ zeigt das ganzheitliche Denken des Prozesses; im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht sehen Sie die bisherigen Erfolge und haben die Möglichkeit, weitere Notwendigkeiten zu ergänzen."

      Info:

      Kunstsammlungen und Museen öffnen ab 16. März / Online-Terminreservierung vorab erforderlich •    Neues Online-Reservierungssystem im Web www.kmaugsburg.de/reservierungen •    Terminbuchung auch bei „Eintritt frei“ vorab erforderlich •    Ticket lösen jeweils vor Ort an der Museumskasse •    Zeitfenster von 60 Minuten für Besuch •    FFP2-Maskenpflicht in allen Museen

      Eintritt: Erwachsene  7€, Ermäßigungsberechtige 5,50€, Mitglieder der Lokalen Agenda 21 frei. H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast   Beim Glaspalast 1 86153 Augsburg   Di-So 10-17 Uhr T (0821) 324-4169

       

      Der Blaue Planet, Glaspalast, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Augsburg, Foto Anna Schubert
      Ausstellung im Glaspalast Augsburg zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Sabine Rottmann
      Der Blaue Planet, Glaspalast, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Augsburg, Foto Anna Schubert
      Ausstellung im Glaspalast Augsburg zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Anna Schubert
      Der Blaue Planet, Glaspalast, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Augsburg, Foto Anna Schubert
      Ausstellung im Glaspalast Augsburg zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Anna Schubert
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      Lifeguide goes Film

      Lifeguide goes Film
      Als nachhaltiger Einkaufsführer ins Kino

      Vor Ort nachhaltig einkaufen? Das muss nicht kompliziert sein! Im Informationsportal „Der Nachhaltige Warenkorb“ haben die Macher*innen von RENNsüd ( Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien) eine Karte erstellt, in der deutschlandweit regionale Einkaufsführer zu finden sind.

      Diese zeigen wo in der eigenen Umgebung regionale und saisonale Produkte gekauft werden können, wo es Konsumalternativen wie Repaircafés oder Foodsharing-Angebote gibt und vieles mehr. Für Augsburg steht die nachhaltige Online-Plattorm Lifeguide auf der Karte. Um auf dieses Angebot aufmerksam zu machen, wurden im Herbst Filme dazu gedreht. Zu sehen sind das Forum Plastikfrei, die City Farm und die Bikekitchen.

      Hier gehts zu unserem Spot: "Nachhaltig konsumieren - wir zeigen wie! Lifeguide Augsburg e.V."

      Augsburg, nachhaltiger Warenkorb, RENN süd, Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
      Snapshot vom Lifeguide-Film in Augsburg für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
      Augsburg, nachhaltiger Warenkorb, RENN süd, Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
      Snapshot vom Lifeguide-Film in Augsburg für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
      Augsburg, nachhaltiger Warenkorb, RENN süd, Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
      Snapshot vom Lifeguide-Film in Augsburg für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
      Dreharbeiten, CityFarm Augsburg, Augsburg, nachhaltiger Warenkorb. RENN süd, Foto: Cynthia Matuszewski
      Dreharbeiten auf der CityFarm Augsburg. Hier entstand der Lifeguide-Spot für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Cynthia Matuszewski
      Dreharbeiten, CityFarm Augsburg, Augsburg, nachhaltiger Warenkorb. RENN süd, Foto: Cynthia Matuszewski
      Dreharbeiten auf der CityFarm Augsburg. Hier entstand der Lifeguide-Spot für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Cynthia Matuszewski
      Dreharbeiten, CityFarm Augsburg, Augsburg, nachhaltiger Warenkorb. RENN süd, Foto: Cynthia Matuszewski
      Dreharbeiten auf der CityFarm Augsburg. Hier entstand der Lifeguide-Spot für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Cynthia Matuszewski
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      Licht an für mehr Menschlichkeit! Cynthia Matuszewski Di., 02.02.2021 - 14:46
      Licht an für mehr Menschlichkeit!
      Kunstinstallation von Markus Heinsdorff zugunsten geflüchteter Menschen
      Lichtinstallation, Foto: Schloss Blumenthal

      Vom 5. März an sendet der Innenhof des Schlossgeländes zwölf Wochen lang ein orangefarbenes Licht gegen das Vergessen. Mit handgenähten Leuchten aus orangefarbenen Schwimmwesten, die von geretteten Menschen aus dem Mittelmeer stammen, wird an die weiter andauernde Flüchtlingskrise erinnert. Die Installation unterstreicht die Notwendigkeit eines politischen Wandels, hin zu einer gerechten und humanitären Lösung für alle Menschen. Das Leuchtenfeld steht aber auch für die Zuversicht, dass "die schönere Welt, die unser Herz kennt, möglich ist!"

      Seit Jahren hausen zehntausende von geflüchteten Menschen unter katastrophalen, menschenunwürdigen Bedingungen in den Lagern auf den griechischen Inseln und an vielen anderen Orten der EU und den EU Außengrenzen. Die Menschen vom Gemeinschaftsprojekt Schloss Blumenthal haben sich schon seit längerem mit der Frage beschäftigt, wie man sich – auch weit entfernt von den Flüchtlingslagern – effektiv engagieren kann.

      Es wird Zeit, dass wir unser Licht scheinen lassen für mehr Menschlichkeit, Verbundenheit und das Bewusstsein, dass wir alle eine große Gemeinschaft sind, die nur ein Zuhause hat, diese wunderbare Erde! Und ein gutes Leben auf dieser Erde muss für alle möglich sein!" Menschen vom Gemeinschaftsprojekt Schloss Blumenthal

      Seit Anfang 2021 arbeiteten die Blumenthaler*innen – zusammen mit 60 freiwilligen Helfer*innen - an einer großen "Kunst-Landschafts-Installation" des Künstlers Markus Heinsdorff.  Im ersten Schritt suchten die Blumethaler*innen vor allem Spender*innen, die die Realisierung des Leuchtenfeldes unterstützen wollen. Mit einer Spende von 50 € wurde der Bau einer der 144 Leuchten finanziert.

      Ab dem 5. März 2021 erstrahlen für 12 Wochen alle 144 Leuchten. Die Wiese vor dem Schloss wird auf über 750 qm illuminiert werden. Die Installation soll auf das Thema Flucht aufmerksam machen und einen politischen Wandel unterstützen, der eine gerechte und menschliche Lösung für alle zum Ziel hat. Mehr Infos findet ihr hier.

       

      Spenden

      Die Erlöse des Leuchtenverkaufs fließen an Organisationen, die sich für einen Wandel im Umgang mit geflüchteten Menschen einsetzen. Du entscheidest, in welchem Bereich deine Spenden eingesetzt werden sollen. Der Kauf der Leuchten ist ab Eröffnung der Installation möglich. Bis dahin brauchen die Blumenthaler*innen  Unterstützung für den Bau der Leuchten. Spendenkonto: Blumenthaler Wandel e.V. | GLS Bank DE94 4306 0967 8244 9935 00. Mehr Infos findet ihr hier.

      • Verwendungszweck:“Licht anzünden” - Du spendest  direkt für den Bau und die Umsetzung der Kunstinstallation.
      • Verwendungszweck: “Direkthilfe auf Lesbos” - Du spendest für nachhaltige Hilfe vor Ort auf Lesbos.
      • Verwendungszweck:“Rechtshilfe” - Spenden um einen Wandel in der “Flüchtlingspolitik” auf juristischer Ebene zu unterstützen.
      • Verwendungszweck: “Integration in Deutschland” - Gelingende Integration geflüchteter Menschen in Deutschland.

       

      Sie können im Rahmen des Kunstprojekts für Organisationen der Flüchtlingshilfe spenden und/oder eine der Leuchten als signiertes Kunstobjekt erwerben, um damit ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Auch diese Erlöse spenden Markus Heinsdorff und der gemeinnützige Blumenthaler Wandel e.V. an ausgewählte Flüchtlingshilfe-Organisationen.

       

       

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      Virtuelles Wasser

      Virtuelles Wasser
      Wo können wir am effektivsten Wasser sparen und warum ist es besser Gemüse zu essen, als einen Wassersparkopf bei der Dusche einzubauen?
      Wassertropfen, H2O, Wasser, Bild von Rony Michaud auf Pixabay

      Dominik Günter erklärt den Unterschied zwischen Haushaltswasser und virtuellem Wasser, wie wir unseren Waterfootprint verkleinern können und warum es manchmal besser ist, ein altes T-Sirt länger zu tragen...

      Jeder Mensch braucht Wasser. Aber es gibt nur eine begrenzte Menge davon, die trinkbar ist. Auch zur Herstellung von Konsumgütern wird Wasser verwendet, jedoch nicht immer sinnvoll oder an geeigneten Orten.

       

      Haushaltswasser

      Wir alle sind in unserem täglichen Leben auf Wasser angewiesen. Wir brauchen es zum Trinken, zum Kochen, um zu duschen und bei der Toilettenspülung. Zudem wollen wir Wäsche waschen, abspülen, den Garten gießen oder das Auto putzen. In Deutschland wird in den letzten Jahren immer weniger von diesem sogenannten Haushaltswasser verbraucht. Im Durchschnitt verbraucht jede*r Deutsche heute 120 Liter Haushaltswasser am Tag.

       

      Virtuelles Wasser

      Zu diesem direkten Wasserverbrauch im Haushalt kommt jedoch noch das virtuelle Wasser hinzu. Dieses Wasser ‚versteckt‘ sich in unseren Nahrungsmitteln und in Konsumgütern wie Kleidung, dem Auto oder einem Handy. Es ist jenes Wasser, das für die Produktion einer Ware notwendig ist, also verdunstet, verbraucht oder verschmutzt wird. Um eine Jeans zu produzieren, werden zum Beispiel 11.000 Liter Wasser eingesetzt. Ein Kilogramm Tomaten beinhaltet knapp 200 Liter virtuelles Wasser, welches nötig war, um die Tomaten zu bewässern. Um ein Kilogramm Rindfleisch herzustellen, werden über 15.000 Liter Wasser verbraucht. Das kommt daher, dass das Rind in seiner Lebenszeit zum einen selbst Wasser trinkt und zum anderen Grünfutter zu sich nimmt. Also ist auch der Wasserverbrauch für das Viehfutter im virtuellen Wasserwert für Rinder enthalten.

      Das Rind kann übrigens nur einen geringen Anteil der Energie aus dem pflanzlichen Futter so umsetzen, dass es für uns im Fleisch wieder zur Verfügung steht.

      Rechnet man Haushaltswasser und virtuelles Wasser zusammen, verbraucht jede*r Bürger*in Deutschlands etwa 4.000 Liter Wasser pro Tag. Das Haushaltswasser ist also nur ein minimaler Teil des Wassers, das jede*r von uns verbraucht.

       

      Das Problem der Globalisierung

      In der Frühzeit der menschlichen Entwicklung war der Mensch lokal gebunden. Er konnte nur Wasser aus umliegenden Quellen, Flüssen oder Seen beziehen. Oder Nahrungsmittel essen, die mit diesem Wasser bewässert wurden. Heute ist das anders. Durch den globalen Handel verbrauchen wir praktisch Wasser aus weltweiten Quellen. Somit können wir unseren Wasserverbrauch auch nicht mehr direkt einschätzen.

      Nehmen wir als Beispiel eine Tasse Kaffee. Sie verbraucht so viel von unserem Haushaltwasser wie in die Tasse passt, also etwa 0,2 Liter Leitungswasser aus den lokalen Kreisläufen. Der Haken dabei ist das virtuelle Wasser, also das Wasser, das zur Produktion der Kaffeebohnen für diese Tasse Kaffee benötigt wird. Das liegt bei über 200 Litern. Dazu kommt, dass diese Kaffeebohnen oft aus Ländern wie Äthiopien stammen, wo Wasser knapp ist. Statt Kaffee könnten Grundnahrungsmittel in den Regionen angebaut werden. Die Grundversorgung der Menschen vor Ort würde somit sichergestellt werden und das Wasser würde nicht verbraucht, um Genussmittel für andere Länder zu produzieren.

       

      Virtuelles Wasser als Lösungsmodell

      Das Konzept des virtuellen Wassers bietet aber auch einen Lösungsansatz auf der Ebene der Produktion. Das Ziel sollte sein, dass keine Region der Welt mehr an Wassermangel leiden muss. Und das könnte durch den virtuellen Transport von Wasser gelingen. Ein Beispiel: Wenn Deutschland Tomaten aus Spanien importiert, wird auch das virtuelle Wasser mit-importiert, das Spanien nicht mehr verwenden kann. Ein Export deutscher Computerchips (die für ihre Produktion in Deutschland regionales Wasser verbrauchen) nach Spanien, würde diesen virtuellen Wasserstrom wieder ausgleichen. Mittels effizient verteilter Produktion, könnte also eine optimale Wasserverteilung auf der Welt gewährleistet werden.   Klar wird, dass das virtuelle Wasser mit einbezogen wird, wenn man überlegt wie Wasser optimal verteilt werden kann. Denn jede Region und jeder Mensch sollte genügend Wasser zur Verfügung haben. Um das gesamte globale Wasser ideal zu nutzen und auch virtuelle Wasserströme sinnvoll zu leiten, braucht es Verhandlungen von Akteur*innen auf der ganzen Welt.

       

      Darf ich jetzt weiterhin Kaffee trinken?

      Zurück zu unserem Kaffeebeispiel. Kaffeebohnen können in Deutschland nicht angebaut werden. Trotzdem ist es das beleibteste Heißgetränk der Deutschen. Das bedeutet, dass wir darauf angewiesen sind die Kaffeebohnen und damit auch das virtuelle Wasser aus anderen Regionen der Welt zu importieren. Nun können wir durch unseren Konsum jedoch kein virtuelles Wasser zurückgeben. Um als Verbraucher*in virtuelles Wasser zu sparen, haben wir also lediglich die Möglichkeit weniger Produkte zu kaufen, die in wasserarmen Regionen produziert wurden. Außerdem können wir insgesamt eher auf Produkte zurückgreifen, die mit wenig Wasser hergestellt werden.

      Diese Galerie von Waterfootprint mit vielen Lebensmitteln hilft dir, deinen Konsum von virtuellem Wasser durch Lebensmittel zu ermitteln. Außerdem stellen wir in unserem Lifeguide-Artikel "Mein Auto, mein Kleid, mein Hähnchen" die Brot für die Welt Studie mit vielen genauen Zahlen, Daten  und Lösungsansätzen vor. Oder du schaust einmal unter "Durstige Güter".

       

      Aber wie soll das in der Praxis funktionieren?

      Am besten ist es fast immer saisonale und regionale Produkte zu konsumieren. So könnte der eigene Kaffeekonsum reduziert werden und stattdessen Kräutertees getrunken werden, um virtuelles Wasser zu sparen. Eine Tasse Tee verbraucht etwa 30 Liter virtuelles Wasser, also nur etwa 1/7tel einer Tasse Kaffee. Ganz grundsätzlich verbrauchen wir umso weniger virtuelles Wasser je weniger wir konsumieren. Eine statt drei Tassen Kaffee am Tag reduziert den Wasserverbrauch. Genauso ist es auch sinnvoll seltener ein neues T-Shirt zu kaufen und jedes Kleidungsstück länger zu benutzen. Auch der Verzehr von weniger wasserintensiven Produkten wie Gemüse statt Fleisch reduziert den persönlichen virtuellen Wasserfußabdruck. Noch einmal zur Erinnerng: In einem einem Kilogramm Rindfleisch steckt über 15.000 Liter virtuelles Wasser, wohingegen nur knapp 300 Liter Wasser verbraucht werden, um ein Kilogramm Kartoffeln zu produzieren.

       

      Wassersparen geht also am besten durch bewussten Konsum

      Wassersparen geht also am besten durch bewussten Konsum und bewusste Ernährung. Ein wassersparender Duschkopf ist zwar gut, bewirkt aber im Gesamtzusammenhang nahezu nichts. Wir sollten uns – mit den virtuellen Wassermengen im Hinterkopf - fragen wie viel Fleisch wir wirklich brauchen (10.000 bis 15.000 Liter pro kg) und ob es das alte T-Shirt (4.000 Liter pro Stück) nicht doch noch tut. Konsumreduzierung, Recycling oder Upcycling sind weitere sinnvolle Maßnahmen. Eine globale Steigerung des Bewusstseins in Bezug auf Wassermanagement muss erreicht werden, um drohende negative Auswirkungen einzudämmen so gut es geht, um die Grundlage des Lebens auf diesem Planeten zu schützen.  

       

      Folgender Lifeguide-Artikel könnte dich auch interessieren:

       

      Literaturliste:

      • August D., Chapagain A., Geiger M., Sonneberg A. (2009): Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands. Woher stammt das Wasser, das in unseren Lebensmitteln steckt?  WWF Deutschland, Frankfurt am Main.
      • BICC (2015): Virtuelles Wasser. Bundeszentrale für politische Bildung. (29.05.17).
      • Chapagain A. K., Hoekstra A. Y. (2008): Globalization of Water. Sharing the Planet’s Freshwater Resources. Blackwell Publishing, Oxford, UK.
      • Fokken U., Gal V., Adamczyk M., Kochen Dörfer J., Sperrer R. (2015): Deutsche Umwelthilfe Jahresbericht 2015.  (19.06.17).
      • Klohn W., Windhorst H.-W. (2006): Weltagrarwirtschaft und Weltagrarhandel. 2. Aufl., Vechtaer Druckerei und Verlag, Vechta.
      • Mauser W. (2010): Wie lange reicht die Ressource Wasser? Vom Umgang mit dem blauen Gold. 3. Aufl., Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main.
      • Michael T. (2015): Diercke Weltatlas. Westermann Verlag, Braunschweig.
      • Petry D. (2017): Virtuelles Wasser Produktgalerie. Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V., Bonn. (01.06.17).
      • Strigel G., Ebner von Eschenbach A.-D., Berjenbruch U. (Hg.) (2010): Wasser – Grundlage des Lebens. Hydrologie für eine Welt im Wandel. Schweizerbart Science Publishers, Stuttgart.
      • Weizsäcker E. U. (1994): Erdpolitik. Ökologische Realpolitik an der Schwelle zum Jahrhundert der Umwelt. 4. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.
      • Zentel K. O. (2017): Wasser ist Leben. CARE Deutschland-Luxemburg e.V., Bonn. (26.05.17).

       

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      Lokale Agenda 21 wählt neues Sprecher*innen-Duo

      Lokale Agenda 21 wählt neues Sprecher*innen-Duo
      Sylvia Schaab und Tom Hecht vertreten bis Ende 2022 die Lokale Agenda 21 für ein nachhaltiges Augsburg
      Logo Lokale Agenda 21 Augsburg

      In einer digitalen Sondersitzung haben die Akteure der Lokalen Agenda 21 der Stadt Augsburg am 15. Dezember 2020 Sylvia Schaab zur neuen Sprecherin gewählt und Tom Hecht als Sprecher bestätigt. Das Sprecher*innen-Duo vertritt bis Ende 2022 die Lokale Agenda 21 in Augsburg, zu der 29 Agendaforen gehören. Sylvia Schaab und Tom Hecht setzen sich seit Jahren für ein nachhaltiges Leben ein. Ihre Schwerpunkte sind Mobilität, ressourcenschonendes Leben und nachhaltige Digitalisierung.

      Sylvia Schaab ist in der nachhaltigen Szene Augsburgs gut verankert

      Die Journalistin Sylvia Schaab ist seit 2017 als Sprecherin des Forums Plastikfreies Augsburg in der Lokalen Agenda aktiv, Teil der Steuerungsgruppe des Lifeguide Augsburg. Sie ist Vorstandsmitglied bei Transition Town Augsburg und Teil der Steuerungsgruppe des Lifeguide Augsburg. Als Botschafterin für Nachhaltigkeit hält sie Vorträge zum Thema „Plastikfrei und ressourcenschonend Leben“, schreibt Blogbeiträge, Bücher und in Artikeln im Lifeguide über positive Beispiele zukunftsorientierten Lebens, Institutionen und Unternehmen.

      Tom Hecht steht für Mobilität und nachhaltige Digitalisierung

      Der Diplom Physiker und Lehrer Tom Hecht ist bereits seit 2015 Sprecher der Lokalen Agenda. Als Vertreter des Fachforums Verkehr der Lokalen Agenda 21 ist er Mitglied des Mobilitätsbeirates. Er arbeitet im Vorstand der Bürgerstiftung beherzte Menschen, setzt sich für Bürgerwissenschaften rund um Luftqualität ein und ist Initiator von augsburg.one, einer Initiative für nachhaltige Digitalisierung.

      In den kommenden zwei Jahren werden die beiden Sprecher*innen die Lokale Agenda 21 für ein zukunftsfähiges Augsburg in der Öffentlichkeit und gegenüber Politik und Medien vertreten.

       

      Wahlmethode: Systemisches Konsensieren

      Zukunftsweisend ist die Runde der Lokalen Agenda 21 nicht nur in Sachen Nachhaltigkeit, sie ist auch offen für neue Ideen und Methoden. Und so wählten die Vertreter*innen der 29 Foren Mitte Dezember das Sprecher*innen-Duo mittels „Systemischen Konsensierens“. Dabei entscheidet nicht die Mehrheit der Stimmen für eine Person, sondern welche Person den geringsten Widerstand erhält. So wird eine gemeinsame, demokratische Entscheidung aller Beteiligten getroffen. Diese Art der Abstimmung erzeugt eine Atmosphäre der Sachlichkeit und Toleranz, macht den Entscheidungsprozess transparenter, da die Eigenschaften der jeweiligen Personen gegeneinander abgewägt werden können. Der Vorteil ist, dass sich diejenigen durchsetzen, deren Vorschläge die gemeinsamen Anliegen am besten fördern. Die Methode minimiert das Konfliktpotential bei der Entscheidungsfindung. Mit diesem System haben die Vertreter*innen der 29 Agendaforen am 15. Dezember Tom Hecht als ihren Sprecher im Amt bestätigt. Neu dabei ist Sylvia Schaab, die Maria Brandenstein als Sprecherin ablöst.

      Maria Brandenstein lag vor allem die Bildung sowie die Verbindung zur Jugend am Herzen. Als Erziehungswissenschaftlerin schätzt und unterstützt sie das Engagement der Aktivist*innen von Fridays for Future (FFF). 2017 organisierte sie gemeinsam mit der Lokalen Agenda und dem Bildungsbündnis ein Treffen der FFF mit Menschen aus dem Nachhaltigkeitsbereich – aus der Lokalen Agenda aber auch der Stadtgesellschaft und der Wissenschaft. In den kommenden Monaten verlagert sie ihren Schwerpunkt auf ein EU-Projekt, in dem Nachbarschaften zu einem lebendigen und nachhaltigen Miteinander begleitet werden.

       

      Die Lokale Agenda 21 – für ein zukunftsfähiges Augsburg

      Die Lokale Agenda 21 bildet seit 1996 den Nachhaltigkeitsprozess der Stadt Augsburg. Dabei treffen sich die Vertreter*innen der mittlerweile 29 Foren regelmäßig, um sich auszutauschen und konkrete nachhaltige Themen in der Stadtgesellschaft voranzubringen. Sie vertreten die „Zukunftsleitlinien für Augsburg“, die ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Ziele für eine lebenswerte und lebenssichernde Zukunft enthalten. Die Akteur*innen arbeiten ehrenamtlich daran, die Menschen sowie die Stadtverantwortlichen zu einem nachhaltigeren Handeln zu bewegen. Gemeinsam mit dem städtischen Büro für Nachhaltigkeit steuern die Agendaforen im Agendateam den Prozess. Ebenfalls Teil des Augsburger Nachhaltigkeitsprozesses sind der Nachhaltigkeitsbeirat und der jährliche Augsburger Zukunftspreis.

       

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      • Lokale Agenda 21 ... nie gehört. Erklärstück zu Inhalten und Zielen der Lokalen Agenda 21 in Augsburg.
      • 12 Jahre Einsatz für ein nachhaltiges Augsburg. Interview mit Ute Michalik.
      Tom Hecht, Foto Cynthia Matuszewski
      Tom Hecht, Foto Cynthia Matuszewski
      Sylvia Schaab aus Augsburg lebt mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei. Foto: Edtih Schmidt gen. Steinhoff
      Sylvia Schaab aus Augsburg lebt mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei. Foto: Edtih Schmidt gen. Steinhoff
      Maria Brandenstein, Lokale Agenda 21, Augsburg, Foto Cynthia Matuszewski
      Maria Brandenstein, Sprecherin der Augsburger Lokalen Agenda 21. Foto Cynthia Matuszewski
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      Hochschule Augsburg: Bei HSA_transfer arbeiten die „Expert*innen für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs“, derzeit die Foren der Lokalen Agenda 21, das Büro für Nachhaltigkeit der Stadt Augsburg und die Hochschule Augsburg.
      Öffnungszeiten aktivieren
      HIDE
      Ort

      An der Hochschule
      86161 Augsburg
      Deutschland

      Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren? Wie können angehende Wissenschaftler*innen und nachhaltige Akteur*innen aus Augsburg ihre Expertise in ein gemeinsames Projekt einbringen, mit dem Ziel, Augsburg ein bisschen nachhaltiger zu machen? Und damit der Realisierung der 75 Augsburger Zukunftsleitlinien einen Schritt näher zu kommen?

      Die Projektagentur HSA_Transfer bietet seit 2018 die Möglichkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen der Stadtgesellschaft und der Hochschule Augsburg. Im Schwerpunkt „Expert*innen für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs“ arbeiten derzeit die Foren der Lokalen  Agenda  21,  das  Büro für Nachhaltigkeit der Stadt Augsburg und die Hochschule Augsburg eng und in vielfältigen Vorhaben zusammen.

      Ziel der Hochschule Augsburg ist es, den Austausch mit der Stadtgesellschaft zu intensivieren. Bei HSA_transfer haben sich dazu Akteurinnen und Akteuren der Hochschule und der Foren der Lokalen Agenda zu den „Expert*innen für ein nachhaltige Entwicklung Augsburgs“ zusammengeschlossen, um so gemeinsam das Thema Nachhaltigkeit in der Stadt weiter voranzubringen. Im Mittelpunkt stehen dabei gemeinsame Aktivitäten, die die Expertise von Hochschule und Foren vereinen – in Anlehnung an die Zukunftsleitlinien der Stadt mit Fokus auf die Bereiche Kultur, Ökonomie, Ökologie und Soziales.

      Die Hochschule Augsburg hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Aktivitäten des Projekts selbst nachhaltiger zu werden und eine Nachhaltigkeitsstrategie auf den Weg zu bringen. Die Projektagentur HSA_transfer unterstützt die Hochschule Augsburg dabei, ihre Transferaktivitäten zu stärken. Entscheidend dabei  ist der gegenseitige Austausch: Expertinnen und Experten aus den Agendaforen der Stadt tragen Impulse aus den Foren in die Hochschule. Im Gegenzug bringen Professorinnen, Professoren und Studierende ihre Expertise und ihr Engagement in Projekte mit Agendaforen ein.

       

      HSA_transfer bündelt Expertisen

      Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel, Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik, in Kooperation mit Dr. Franziska Sperling, HSA_transfer, und Dr. Norbert Stamm, Büro für Nachhaltigkeit, sowie den Mitgliedern der Foren der Lokalen Agenda 21, werden die Impulse aus Stadt und Hochschule koordiniert.

      Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen:Mail: nachhaltigkeit@hs-augsburg.de

      INFO: „Expert*innen für eine nachhaltige Entwicklung  Augsburgs“ ist  ein  thematischer Schwerpunkt in der Projektagentur „HSA_transfer“ an  der Hochschule Augsburg, die im Rahmen der bundesweiten Förderinitiative „Innovative Hochschule“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wird.

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