Hier stellen wir Initiativen und Institutionen vor, die dazu beitragen, Nachhaltigkeit in und um Augsburg zu ermöglichen und zu fördern. Stellen Sie uns Ihre Initiative vor: redaktion@lifeguide-augsburg.de

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Erasmus Austausch: A Vision Shared

A Vision Shared - Erasmus Projekt am MTG
Udo Legner, ehemaliger Lehrer am MTG in Augsburg, betreut auch im Ruhestand das Erasmus-Projekt "A Vision Shared". Interkulturelles Wissen gepaart mit Klimaschutz soll aus den jungen Augsburger*innen verantwortungsvolle Europäer machen.
Wandgemälde A Vision Shared im Maria-Theresia-Gymnasium Augsburg

Was steckt hinter dem Erasmus Programm „A Vision shared“? 

Udo Legner: Unser Erasmus Projekt A Vision Shared ist eine Fortsetzungsgeschichte, die auf früheren europäischen Kooperationsprojekten des María-Theresia-Gymnasiumsbasiert. Lediglich die französische Partnerschule kam neu in unser Erasmus Boot, während wir mit allen anderen Schulen schon früher zusammengearbeitet haben. Mit den Schulen aus Cornwall und Apulien erstmals im Jahr 2008 in einem Projekt zu den GMOs (Gentechnisch Modifizierten Organismen).   

 

Der Titel “A Vision Shared“ geht auf das gleichnamige Folkways Album zurück, auf dem die Leuchttürme der amerikanischen Musikszene Woody Guthrie und Leadbelly ihre Referenz erweisen. Wie die Songs auf diesem Album sollte auch unser Projekt dazu anregen, sich für die gute Sache zu engagieren, in diesem Fall für die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Und so ist "Promoting the UN Sustainable Development Goals in and beyond Schools" der ehrgeizige Untertitel unseres auf drei Jahre angelegten Projekts, das wir zusammen mit unseren Partnerschulen in Putignano (Italien), Murcia, (Spanien), Rodez (Frankreich) und Fowey (England) in Angriff nahmen.
 

Warum gibt es diese Erasmus Programme?

 

Udo Legner: Das Erasmus Programm verdankt seinen Namen dem holländischen Humanisten Desiderius Erasmus (1469-1536) , der zu den Wegbereitern der europäischen Aufklärung zählt. Als Nachfolger des Comenius-Programms, das bereits 1995 etabliert wurde, fördert Erasmus+ seit 2014 persönliche Begegnungen, digitalen Austausch und gemeinsame Projekte für Schulen aus ganz Europa.

 

 

Was lernen die Schüler*innen bei dem Programm?

 

Udo Legner: Wie bei einem regulären Schüleraustausch werden durch Erasmus Projekte interkulturelles und soziales Lernen gefördert. Der Aufenthalt in Gastfamilien, die Schulbesuche und die Projektaktivitäten verschaffen intensive Einblicke in die Lebenswelt der europäischen Nachbarn. Darüberhinaus kommt der Projektarbeit zwischen den einzelnen Begegnungen große Bedeutung zu, durch die die Schülerinnen und Schüler Erfahrungen machen, die der Schulalltag in diesem Maße in aller Regel nicht bietet.

 

 

Warum habt ihr euch für das Thema Nachhaltigkeit entschieden?

 

Udo Legner: Bereits bei unserem letzten Erasmus Projekt “Owning the Future“ (an dem neben dem MTG auch das Holbein Gymnasium teilnahm) rückten Aktionen und Aktivitäten gegen den Klimawandel in den Mittelpunkt. So veranstalten wir das erste Augsburger Schulbaumfest, führten mit der Augsburger Umweltstation ein Fahrrad-Kino-Filmfest durch und organisierten im Rahmen des Just Kids Festivals unter dem Motto “Global denken, lokal handeln“ den Benefizlauf „Plant for the Planet“.

Durch die Friday for Future Bewegung lag das Thema Nachhaltigkeit im Vorfeld der Antragstellung geradezu in der Luft. Was bei diesem Projekt neu war: Schon vorab legten wir die Nachhaltigkeitsziele fest, auf die sich die beteiligten Partnerschulen in ihrer Projektarbeit konzentrierten.

 

 

Was waren die Highlights beim aktuellen Programm?

 

Udo Legner: Highlights waren sicherlich die Teilnahme am Karneval in Putignano, bei dem erstmalig vorrangig nachhaltige Materialien zum Einsatz kamen, der Besuch des Eden Project und der Kajak Workshop in Cornwall. Auch unser Einsatz im Schulgarten in Rodez im Verbund mit mit der  Präsentation unserer MT Schulbienen und der Premiere des hierfür eigens kreierten "Let it Bee Songs" sind uns in bester Erinnerung! .

Welche Programmpunkte standen in Augsburg auf der Agenda?

 

Udo Legner: Gemäß der von uns gewählten Nachhaltigkeitsziele (Nachhaltige Kommunen / Partnerschaften zum Erreichen der Ziele) für das Auftakttreffen in Augsburg im November 2019 stellten wir unseren Gästen unsere Kooperationspartner vor. So hielten Dr. Norbert Stamm (Lokale Agenda) und George Pennington (siehe Foto) Vorträge. Weitere Workshops und Führungen in der Werkstatt Solidarische Welt sowie mit der Augsburger Umweltstation rundeten das Programm ab. Grosses Kino und grosse Oper gab es auch bei den Besuchen weiterer MTG Kooperationspartner. Sie besuchten das Augsburger Kino-Dreieck und das Staatstheater. Mehr dazu auf der Internetseite von A Vision Shared.

 

Wie hat Corona das Projekt beeinflusst?

Udo Legner: Ganze 18 Monate konnten wegen des Corona-Lockdowns keine Treffen stattfinden! Dies stellte die Projekt-Koordination vor grosse Herausforderungen, die wir nicht zuletzt dank unseres guten Netzwerks meisterten. Während viele Erasmus Schulen die Segel strichen und ihre Projekte für beendet erklärten, nahmen wir uns die Weisheiten des Philosophen Aristoteles zu Herzen: „Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel anders setzten“. 

So überbrückten wir den Corona-Lockdown durch die Kooperation mit dem Münchner Lyrik Kabinett und den Rising Voices, Rising Waters - Eco-Poetry Workshop durch die Lyrikerinnen Lisa Jeschke aus München und María-Daria Cojocaru aus London sowie mit der Produktion von Podcasts (über die Situation in den Augsburger Flüchtlingsunterkünften während der Corona-Pandemie sowie die Zustände in Indien und Honduras) in Kooperation mit der Werkstatt Solidarische Welt.

 

Die ersten Lockerungen der Corona Restriktionen nutzten wir in den letzten Schulwochen 2020 zur Präsentation des Poetry Workshops im Rahmen des Just Kids Festivals und des Augsburger Friedensfests. Weitere Kooperationen: Im Herbst führten wir zusammen mit dem Augsburger Forstamt eine Baumpflanzaktion in der Hammerschmiede und beim Augsburger Begabungstag (sowohl 2020 als auch 2021) beteiligten wir uns mit Videokonferenzen zum Thema „Visionen einer Schule der Zukunft“, bevor es dann endlich zum nächsten Erasmus Treffen nach Rodez ging!

Wie stellt ihr sicher, dass die Reise klimafreundlich stattfindet?

 

Udo Legner: Bei unserem Planungstreffen in Brüssel stand ein Vortrag über die Zukunft der europäischen Zugnetzes auf dem Programm. Abgesehen von dem Treffen im spanischen Murcia führte unsere MT-Erasmus Crew sämtliche Reisen mit der Bahn durch: in Nachtzügen nach Putignano und Rodez.

 

 

Was haben die  Schüler*innen durch den Austausch gelernt?

 

Udo Legner: Einblicke in das (Schul-)Leben unserer Partnerländer - interkulturelle Kompetenz - Potentialentfaltung und Teamfähigkeit durch Teilnahme an internationalen Workshops und Kooperationsprojekten - Selbständigkeit und gesellschaftliches Engagement - Übernahme von Verantwortung zum Erreichen der Klimaziele.

 

 

Was treibt dich an, auch nach deinem Ruhestand das Projekt weiter zu betreuen? 

 

Udo Legner: Die Übergabe des Staffelstabs an jüngere Kollegen und Kolleginnen klappte nicht, weil sich - nicht zuletzt wegen all der zusätzlichen Belastung, die die Corona-Pandemie mit sich brachte - niemand fand, der sich die mit der Projektkoordination verbundenen Verpflichtungen (Erstellung von Projektberichten, Netzwerkarbeit) aufbürden wollte. Folglich betreute ich das Projekt auch nach meiner Pensionierung ehrenamtlich weiter.

 

 

Wird es ein weiteres Projekt geben?

Udo Legner: Wie viele andere Schulen hat sich auch das Maria-Theresia-Gymnasium für das neue Erasmus Akkreditierungsformat beworben. Dieses Format hat den Vorteil, dass es weit weniger administrativen Aufwand erfordert. Einmal akkreditiert, können einmal im Jahr Mittel für Schüleraustausch, Fortbildungen im Ausland oder Begegnungen mit Partnereinrichtungen beantragt werden. Die Akkreditierung ist bis Ende der Programmlaufzeit, das heißt bis 2027 gültig.

Im Schulterschluss mit der Werkstatt Solidarische Welt versuche ich ein sogenanntes Erasmus Kooperationsprojekt auf den Weg zu bringen. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

 

 

Was wirst du in Zukunft machen?

 

Udo Legner: Als früherer Marathon- und Langstreckenläufer drehe ich erst einmal weiter meine Runden und achte darauf, dass die Entschleunigungsphasen dabei nicht zu kurz kommen. Neu ist meine Rolle im Vorstand des Augsburger Integrationsbeirats – hier haben wir schon viele neue Ideen entwickelt, auf deren Umsetzung ich mich freue und die uns bestimmt auf Trab halten werden. Zur Zeit bin ich auch dabei, ein Artist in Residence Projekt voranzutreiben, das in meinem Heimatort Ballmertshofen, in Augsburg und in meiner dritten Heimat in Paris angesiedelt sein soll. Ansonsten Business as usual, das bedeutet Fortsetzung des Just Kids Festivals (www.pop-poetry.de), das sich diesmal vor allem als Begleitprogramm zur Anne Frank Ausstellung versteht und des Filmfests Ballmertshofen (www.filmfestkuh.de).

 

Warum mir diese Festivals wichtig sind? Zum einen schaffen sie Begegnungsorte und bringen - wie einst die Stammtische in den Dorfkneipen - unterschiedlichste Leute zusammen. Zum anderen helfen sie, festgefahrene Verhaltensmuster zu überdenken und in Frage zu stellen - ganz im Sinne dieses Zitats aus den Sixties:  

„Revolutionen sind die Festivals der Unterdrückten und Festivals sind die kleinen Revolutionen der Bourgeoisie.“

Vita

Udo Legner war bis August 2020 Deutsch- und Englischlehrer am Maria-Theresia-Gymnasium. Dabei hat er vier Erasmus-Projekte koordiniert und kann – trotz der mit der Beantragung und Verwaltung verbundenen Bürokratie – als großer Fan europäischer Kooperationen bezeichnet werden. Mit dem Projekt "Ideen als Landkarten" hat er verschiedene Schüleraustausche (Paris, Manchester und Augsburgs schottischer Partnerstadt Inverness) initiiert und durchgeführt. Am MTG und an der Universität Augsburg hat er Seminare zur zeitgenössischen US-amerikanischen Literatur und Populärkultur geleitet. 

Seit 2006 arbeitet er für das Bildungsreferat der Stadt Augsburg, wo er kooperative und interdisziplinäre Projekte zwischen Schulen und anderen Institutionen mit den Schwerpunkten Theater, Musik, Literatur und interkulturelles Lernen organisiert. In diesem Zusammenhang hat er auch das erfolgreiche Just Kids Festival ins Leben gerufen. Als leidenschaftlicher Kinofan ist er Mitbegründer des Filmfestes Ballmertshofen in seinem Heimatdorf, das seit 1978 floriert.

Erasmus Koordinator Udo Legner in Paris
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Online-Vortrag: Nachhaltiger leben ohne Plastik

Nachhaltiger leben ohne Plastik

Online
Einfach einmal ausprobieren: Plastikfrei einkaufen. Foto: Sylvia Schaab
Wer auf Plastik verzichtet spart viel Müll und und sorgt für weniger CO2 im Leben.

Kunststoffe bestimmen unser Leben und belasten Mensch und Natur in kaum vorstellbarem Umfang. Daher verzichten immer mehr Menschen im Alltag auf Plastik. Wie Sie dadurch mehr Nachhaltigkeit in Ihren Alltag bekommen und Ihre CO2-Bilanz verbessern können, erfahren Sie in einem kurzweiligen Vortrag von Sylvia Schaab, Journalistin, Buchautorin und Referentin für nachhaltige Themen.

 

Wann: 5. Mai 2022, 19 Uhr

Wo: Online via Zoom

Anmeldung: VHS Augsburg

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Event-Termin
-
German
Das Augsburger Kollektiv „Die Seiferei“ verkauft im Grandhotel Cosmopolis vegane Bio-Produkte von Vio.Me. Dazu gehören Seife, Waschmittel und vieles mehr.
Öffnungszeiten aktivieren
SHOW
Ort

Das Seiferei-Kollektiv
Springergässchen 5
86152 Augsburg
Deutschland

E-Mail
seiferei [at] riseup.net

Das Augsburger Kollektiv „Die Seiferei“ unterstützt seit Juli 2019 die selbstverwaltete griechische Fabrik Vio.Me aus Thessaloniki und verkauft seitdem jeden Samstag im Grandhotel Cosmopolis deren Seife, Reinigungs- und Waschmittel. 

Vio.Me ist ein basisdemokratisch organisierter Betrieb. Im Jahr 2011, auf dem Höhepunkt der jüngsten globalen Wirtschaftskrise, haben sich die Arbeiter*innen des bankrotten Unternehmens Vio.Me die vom Eigner aufgegebene Fabrik angeeignet und stellen seitdem in Eigenregie Seife und vieles mehr her. Sämtliche Vio.Me-Produkte sind bio und vegan und werden aus natürlichen und umweltschonenden Bestandteilen hergestellt, ohne Tenside und andere Zusatzstoffe. Es werden keine Tierversuche durchgeführt. Seit Februar 2020 verzichtet Vio.Me bei sämtlichen Produkten auf die Verwendung von Palmkernöl.


Die Geographiestudentin Mona Maetze interviewte das Seiferei-Kollektiv:

 

Ihr seid ein Kollektiv und wollt auch als solches interviewt werden?
Das Seiferei-Kollektiv:
Ja, da wir als Kollektiv agieren, wollen wir auch nach außen so auftreten und verzichten lieber auf die Nennung von Einzelpersonen. Wir sind das Seiferei-Kollektiv mit Andre, Anne, Düzgün, Paul, Seyfi, Simon & Tobi.

 

Wie habt ihr das Unternehmen Vio.Me entdeckt?
Das Seiferei-Kollektiv: Zuerst über die Doku "Klassenkampf mit Bioseife". Wir finden es sehr eindrucksvoll, dass die Arbeiter*innen den Betrieb basisdemokratisch selbstverwalten. Es gibt keine Chef*innen und alle werden gleich bezahlt. In Zeiten von Finanzkrise und Rezession ist das ein eindrückliches Beispiel für die Möglichkeit gelebter Utopien. Vio.Me zeigt uns, wie Leben und Arbeiten jenseits des Kapitalismus funktionieren kann: solidarisch und selbstverwaltet.

 

Wie seid ihr dazu gekommen die Produkte von Vio.Me im Grandhotel Cosmopolis zu verkaufen?
Das Seiferei-Kollektiv: Wir fanden Vio.Me toll und wollten deren Produkte vertreiben: Das Grandhotel Cosmopolis als ein zentraler Ort der Solidarität und der konkreten Utopie in Augsburg erschien uns dafür besonders geeignet... und zum Glück hatten die auch einen Raum für uns frei.

 

Warum ist euch solidarisches Leben und Arbeiten wichtig?
Grob gesagt, weil unsolidarisches Leben und Arbeiten keine emanzipatorische Option ist. Es führt zu Vereinzelung, Konkurrenz und Ausbeutung. Nur wenn wir unsere Verbundenheit mit anderen Menschen und unsere biophysische Existenzgrundlage realisieren, diese Beziehungen solidarisch ausgestalten und die Strukturen und Institutionen bekämpfen, die eben das untergraben, kann ein gelingendes menschliches Dasein auf der Erde realisiert werden.

 

Was ist euch wichtig an solidarischem Arbeiten?

    Tipp
    Seitenabschnitte

    "Der Aspekt, die eigene Arbeit in gesellschaftliche Zusammenhänge einzubetten ist uns wichtig. In und durch die eigene Arbeit füreinander dazusein. Die kollektive Selbstbestimmung, gepaart mit Rücksichtnahme auf andere und anderes."

    Das Seiferei-Kollektiv

    Was macht die Seife besonders nachhaltig? Sämtliche Vio.me Produkte sind bio und vegan, auch der Produktionsprozess legt Wert auf höchste ökologische Standards. Das ganze Projekt Vio.Me hat aber auch eine soziale Nachhaltigkeitskomponente: in dem von der Kapitalismuskrise verheerten Griechenland bietet es einer ganzen Handvoll von Menschen eine auskömmliche (Arbeits-)Perspektive, es stiftet Beziehungen untereinander und ermöglicht es, nicht-hierarchische, egalitär-freiheitliche Umgangsformen zu erproben und zu erlernen.

    "Nachhaltigkeit kann es nur ohne beziehungsweise jenseits des Kapitalismus geben."

    Das Seiferei-Kollektiv

    Klar ist aber auch, dass Nachhaltigkeit in einer kapitalistischen Lebensform nicht in Form von einzelnen 'Inseln' oder isolierten Projekten erfolgen kann. Der Kapitalismus und das ihm innewohnende Akkumulations- und Wachstumsparadigma beutet Mensch und Natur notwendigerweise aus, zerstört damit zwangsläufig die Grundlagen unserer geteilten Existenz auf dem Planeten Erde. Nachhaltigkeit kann es infolgedessen nur ohne beziehungsweise jenseits des Kapitalismus geben.

     

    Was kann ich mit dem Kauf dieser nachhaltigen Seife bewirken? (Lachen) Du selbst oder das Geschirr bzw. deine Wohnung wird sauberer! Aber im Ernst: Du unterstützt einen der wenigen basisdemokratischen Betriebe in Europa, der noch dazu ökologisch produziert: Das sichert nicht nur die Existenzen der Produzent*innen, sondern wirkt sich auch für die Stadtgesellschaft in Thessaloniki positiv aus, wo beispielsweise eine von Vio.Me ehrenamtliche Solidarklinik betrieben wird, in die auch Menschen mit geringem Einkommen oder ohne Krankenversicherung kommen können und medizinische Versorgung erhalten

     

    Welche Produkte könnt ihr besonders empfehlen? Ausnahmslos alle! Wir zählen sie gern einmal auf: Allzweckreiniger, Waschmittel, Weichspüler, Handseife im Spender, Haarwaschmittel, Duschgel, Geschirrspülmittel, Glasreiniger, Kalkentferner, Oberflächenreiniger, Seifenblöcke... Großartig ist auch der bio-vegane Wein, den wir von einer italienischen Kooperative beziehen, die ihren Erlös dem Istoreco, einem antifaschistischen Erinnerungsarchiv überlässt. Am besten einfach ins Grandhotel kommen und ausprobieren!

     

    Ihr werdet auch von Künstler*innen unterstützt? Ja, von Beginn an haben  Künstler*innen und Musiker*innen den Betrieb ideell, finanziell und kulturell unterstützt. Das hat das Seiferei‐Kollektiv motiviert einen Soli‐Sampler herauszubringen. 23 Bands und Künstler*innen stellen ihre Werke zur Verfügung -  nicht ganz selbstverständlich, in einer Krisenzeit, die auch Kulturschaffende hart trifft. Das Ergebnis ist der Wahnsinn: 23 Songs quer durch die Musikstile: Singer‐Songwriter, griechischer HipHop, turkischer Folk, Weltmusik, akustischer Punk, harter Rock, Indie, Elektro und vertonte Gedichte. Sie handeln von Liebe und Solidaritat, von Freiheit und Widerstand, vom Scheitern und Wiederaufstehen. Die Lieder sind manchmal laut und daneben und manchmal zärtlich und fein. (Das Album gibt es als Doppel‐ LP, als CD und auf bandcamp: https://dieseiferei.bandcamp.com )

     

    INFO:

    •     Die Seiferei. Grand Hotel Cosmopolis, Springergässchen 5, 86152 Augsburg
    •     Öffnungszeiten: jeden Samstag von 15:30 bis 18:30 und nach Vereinbarung
    •     Kontakt: Bestellungen und Terminvereinbarungen an seiferei@riseup.net
    •     Webseite: https://seiferei.noblogs.org/
    •     Facebook: @DieSeiferei
    •     Instagram: @die_seiferei
    •     Zum Sampler: https://seiferei.noblogs.org/soli‐sampler/
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    Osterbasar im Wohnzimmer im Schwabencenter

    Osterbasar im Wohnzimmer im Schwabencenter

    Wilhelm-Hauff-Straße 28
    86161
    Augsburg
    Die Akteure des Augsburger Wohnzimmers im Schwabencenter. Foto Cynthia Matuszewski
    Osterbasar vor dem Wohnzimmer im Schwabencenter - neben cooler Osterdeko könnt ihr viel Selbstgemachtes erstehen und die Akteure vom Wohnzimmer kennenlernen.

    Lust auf tolle Leute und DIY-Artikel?

    Beim Osterbasar bietet unter anderem die Handarbeitsgruppe vom Wohnzimmer im Schwabencenter ihre liebevoll selbstgemachten Artikel an, wie Seifen, Gehäkeltes, Genähtes und natürlich verschiedene Osterdekoration an.

     

    Das Wohnzimmer im Schwabencenter:

    2015 wurde das Nachbarschafts- und Begegnungszentrum von der Initiative Lebensraum Schwabencenter und der AWO Quartiersentwicklung Herrenbach, Textilviertel und Spickel ins Leben gerufen. In einem ehemaligen Ladenlokal bietet das Wohnzimmer jeden Monat ein abwechslungsreiches Programm: vom gemeinsamen Singen, Spielen, Handarbeiten, Kreativen Schreiben oder Malen, über Hilfen bei Handy- und Computerproblemen, Reparaturen vom Elektroflüsterer und nachbarschaftliche Gesprächsrunden, bis hin zu Bildungsangeboten zum Thema nachhaltiger Lebensführung und konkrete fachliche Beratung für Senioren, sowie die Sprechstunde der Suchtberatung. Durch die Verbindung mit dem Projekt „Grünes Schwabencenter“ wird besonders ökologisches und nachhaltiges Leben und Denken gefördert. Das aktuelle Programm des „Wohnzimmer im Schwabencenter“ findet ihr hier.

     

    Event-Termin
    -

    Das Modular Festival setzt auf Nachhaltigkeit

    Das Modular Festival setzt auf Nachhaltigkeit

    Am Alten Gaswerk 1
    86156
    Augsburg
    Beim Modular Festival feierten im Sommer 2019 rund 28.000 Besucherinnen und Besucher auf dem Gaswerksgelände. Dieses Jahr wird es ein Modular Festle auf dem Gelände geben. Foto: swa
    Im Herzen Augsburgs strömen jedes Jahr Ende Mai, Anfang Juni tausende Besucher*innen auf das Gelände am Gaswerk. Organisiert wird das Modular Festival vom Stadtjugendring Augsburg mit mehr als 400 freiwilligen Helfer*innen.

    Es ist das größte gemeinnützige Jugend- und Popkulturfestival in der Region. Das Modular hat sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. So reduzieren die Verantwortlichen seit Jahren Schritt für Schritt den CO2-Ausstoß sowie das Müllaufkommen. Alle Mitwirkenden und das Publikum werden für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert: 2017 wurde der Arbeitskreis Nachhaltigkeit gegründet, in dem Optimierungen und Strategien für das kommende Festival besprochen werden.

     

    Schutz von Bäumen und Boden

    Während des Festivals streifen Trash Heroes über das Gelände und achten auf die Sauberkeit. Durch die Umstellung auf Ökotoiletten 2016 konnten 56.000 Liter Wasser eingespart werden. Die Dieselaggregate wurden abgeschafft und auf swa-Strom aus 100% Wasserkraft umgestellt.

     

    Regionale, ökologische und soziale Partner

    Alle Programm- und Gastronomiepartner, Dienstleisterfirmen und Kreativmarktstände kommen aus Augsburg und der Region. Dies stärkt den Lokalcharakter und vermeidet lange Anfahrtszeiten. Dabei werden diejenigen bevorzugt, die einen ökologischen oder sozialen Charakter haben, sich für Themen der Nachhaltigkeit einsetzen und deren Philosophie der des Modular-Festivals entspricht.

     

    Die Besucherinnen und Besucher werden darum gebeten, mit dem Rad oder mit dem ÖPNV anzureisen. Erleichtert wird dies durch extra bereit gestellte Fahrradständer, einer Fahrradgarderobe. Deko- und Sitzelemente für das Gelände werden hauptsächlich aus Altmaterial konzipiert und in Workshops gebaut. Es gibt eine Eco-Toilette mit Sägespännen. Während des Festival sind viele alternative Konzepte anwesend. Sie veranstalten das Rahmenprogramm und informieren die Festivalbesucher*innen wie nachhaltiges Leben praktisch funktioniert. Das gesamte Nachhaltigkeitspaket des Modular-Festivals kann hier im Detail nachgelesen werden.

     

    Wollt ihr mehr über nachhaltige Festivals in Europa erfahren? Hier geht's zum Lifeguide-Artikel Umweltfreundliche Festivals.

     

     

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    SearchWing – Technik für Menschen in Not

    SearchWing – Technik für Menschen in Not

    ONLINE VIA ZOOM
    Suchdrohne über dem Wasser, Foto: Mike Prinz
    HSA_transfer-Vortrag: Suchdrohnen über dem Mittelmeer retten Menschenleben

    SearchWing ist eine Suchdrohne zur Rettung von Menschen auf dem Mittelmeer. Entwickelt wird sie von Studierenden der Hochschule Augsburg gemeinsam mit ehrenamtlich engagierten Entwicklern und dem Kooperationspartner RESQSHIP e.V. unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Friedrich Beckmann von der Fakultät für Elektrotechnik.

    Der Vortrag ist Teil der HSA_transfer | Vortragsreihe und zeigt, wie die Hochschule Augsburg an sowohl technischen als auch sozialen Fragestellungen arbeitet. Prof. Dr.-Ing. Friedrich Beckmann erläutert die aktuelle Arbeit im Transferprojekt SearchWing. Die HSA_transfer | Vortragsreihe gibt innovative Antworten auf zentrale Zukunftsfragen. Aktuelle Forschungsergebnisse werden vorgestellt, mit der Öffentlichkeit diskutiert, um gemeinsam Antworten auf Fragen unserer Zeit zu entwickeln. Die Reihe wurde konzipiert von der Hochschule Augsburg im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“.

    INFO:

    Die kostenfreien Online-Vorträge werden im Mai donnerstags von 18:00 - 19:00 Uhr via Zoom aus dem HSA_transmitter, dem Innovationsraum der Hochschule Augsburg, gesendet. Eine Fortsetzung ist im November 2022 geplant.

    Programm allgemein: www.hs-augsburg.de/HSA-transfer-Vortragsreihe

    Link zur Einwahl nach Anmeldung. Anmeldung zum Vortrag: https://eveeno.com/289308709

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    Event-Termin
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    Zero Waste – weniger Abfall lifeguide.augsburg Sa., 01.01.2022 - 14:41
    Zero Waste – weniger Abfall
    Was ist Zero Waste? Und wie wird das Konzept auf kommunaler und internationaler Ebene und in Unternehmen angewendet?
    Müll,Zero-Waste-Haushalt, Bea Johnson aus dem Jahr 2016. Photo credit Cristovão@Exposed-Image.

    Der Jahresmüll eines fünf-Personen-Haushalts soll in ein Einmachglas passen? Unmöglich. Doch Bea Johnson aus San Francisco schafft es. Ihr Prinzip für ein erfolgreiches Jahr ohne Abfall: „Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot“ (Verweigern, Reduzieren, Wiederverwenden, Recyclen, Verwesen).  Zero Waste ist die Philosophie, nach der Müll gar nicht erst entstehen soll. Die Bewegung erfreut sich in den letzten Jahren weltweit gestiegener Aufmerksamkeit. Auf unzähligen Blogs erzählen Engagierte, wie sie es schaffen, Müll in ihrem Haushalt zu vermeiden. Außerdem sind mehrere Ratgeber zum Thema entstanden.

     

    Zero-Waste kommt aus den USA

    Ihren Ursprung hat die Zero Waste-Bewegung in den USA. Hier gibt es einige Städte, die sich im Kampf gegen den Müll engagieren und das Zero Waste-Prinzip auf kommunale Ebene gehoben haben. San Francisco, Seattle und New York City gelten als Vorreiter. Eines der Ziele von New York City im Rahmen des Nachhaltigkeitsplans ist es, bis 2030 keinen Abfall mehr für Deponien zu produzieren. Dies soll unter anderem durch gezielte Mülltrennung, durch Sammlung von Biomüll, Recyclingprogramme für Plastikabfälle oder Wiederverwendung gebrauchter Kleidung erzielt werden. Auch viele kleinere Maßnahmen, wie "Zero-Waste-Schulen" tragen dazu bei, das Ziel zu erreichen. In New York ansässige Organisationen und Unternehmen, wie der Fernsehsender ABC, nehmen an einer Challenge im Rahmen von OneNYC teil, die sie dazu motiviert, mindestens 50% weniger Abfall zu produzieren, indem sie beispielsweise den Papierverbrauch reduzieren und stattdessen digitale Medien nutzen oder übrig gebliebene Nahrungsmittel spenden.

     

    San Francisso will 2020 müllfrei sein

    San Francisco geht einen anderen Weg. Hier werden gesetzliche Regelungen geschaffen, um den Müll zu reduzieren und Recycling und Kompostierung zu fördern. So soll die Stadt bereits 2020 müllfrei werden. Schlagzeilen machte die Stadt 2016, als sie den Verkauf von Einwegbechern im Gastronomie-Bereich verbot. In Deutschland werden allein in einer Stunde 320.000 Coffe-to-go-Becher weggeworfen, die zwar z.T. aus Pappe bestehen, aber mit einer Plastik-Beschichtung ausgelegt sind, die sich schwer abtrennen lässt – so kann nicht einmal die Pappe recycelt werden.

    In Deutschland werden in einer Stunde 320.000 Coffe-to-go-Becher weggeworfen

    In Europa ist Italien Vorreiter

    Auch in Europa gibt es ein Netzwerk, das sich der Aufgabe widmet, die negativen Umweltauswirkungen durch Abfälle zu reduzieren. Als strategisch notwendig erachtet das Netzwerk die Verbesserung der Infrastruktur. Das Abfallmanagement fokussiert sich auf die Bereiche Prävention und Reduzierung sowie Abfalltrennung. Deshalb bündelt das Netzwerk Zero-Waste-Städte und –Unternehmen. Italien ist europäischer Vorreiter mit circa 300 Kommunen, die im Netzwerk Mitglied sind.

    Plastiktüten nur noch gegen Geld!

    Wann wird Augsburg Zero Waste-Stadt?

    In Deutschland gibt es dahingegen bisher keine einzige Netzwerkstadt, doch auch bei uns ist Zero Waste angekommen. Eine Initiative des Handelsverbands Deutschland und des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat sich damit durchgesetzt, Plastiktüten nur noch gegen Preis anzubieten. Hier hat eine EU-Richtlinie zur Reduzierung des Plastiktütenverbrauchs den Anreiz gegeben. Im Lebensmittelbereich gibt es einige Initiativen. So setzt zum Beispiel „Querfeld“ mit seinen Handelspartnern Kampagnen um, die krummes Obst und Gemüse schmackhaft machen sollen. Schon seit Jahren engagieren sich Foodsharing-Organisation und Fairteiler für weniger Lebensmittelabfall – auch in Augsburg. 2016 eröffnete auch der verpackungsfreie Laden „Ruta Natur“ in unserer Stadt. Und jeden ersten Dienstag im Monat trifft sich der Stammtisch für plastikfreies Leben in Augsburg. Aber wann wird Augsburg Zero-Waste-Stadt?

     

    Anreize erleichtern den Weg zum gesamtgesellschaftlichen Konzept

    Zero Waste bietet die Chance auf eine wirtschaftlich höhere Effizienz, eine intakte Umwelt und so eine resiliente Gesellschaft. Zero Waste kann vielfältig umgesetzt werden. Die unterschiedlichen Strategien können auf Prinzipien der Selbstverpflichtung, Vorbildfunktion oder gesetzlichen Maßnahmen und auf einem verbesserten öffentlichen Abfallmanagement beruhen. Diese Ansätze können sich je nach Umfeld als effektiv erweisen. Die Beispiele zeigen, dass (infra-)strukturelle Anreize jedoch für einen Kultur- und Strukturwandel besonders wertvoll sind, um Zero Waste von einem individuellen Aussteiger-System zu einem System unserer gesamten Gesellschaft zu verhelfen.

     

    Und wer nun Tipps für den eigenen Haushalt sucht, der findet sie im Lifeguide und in einigen der bekannten Zero-Waste-Blogs und -Bücher. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr schon mit deutlich weniger Müll, es muss ja nicht gleich eine "Einmach-Glas-Bilanz" werden...

    Foodsharing in Augsburg: https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/foodsharing-augsburg

    Ruta-Natur - unverpackt: https://www.lifeguide-augsburg.de/orte/rutanatur

    Tiffin-Box: Müllfreies Lunch to go: https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/tiffin-box-muellfreies-lunch-…

    Tipps für den Start in ein plastikfreies Leben: https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/einfach-mal-anfangen

    Bodylotion selber machen: https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/bodylotion-selber-machen

    Waschmittel selber machen: https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/waschmittel-selber-machen

     

    Zero Waste/ Informationen:

    New York: http://consumersunion.org/news/nyc-zero-waste-campaign-releases-community-based-plan/

    San Francisco: http://www.seattle.gov/util/Documents/Plans/SolidWastePlans/ZeroWaste/index.htm

    Zero Waste EU: https://www.zerowasteeurope.eu

    Zero Waste Cities in the EU: http://zerowasteeurope.eu/zerowastecities.eu/

    Zero Waste Shop: http://zerowasteshop.de

    Utopia-Plattform mit vielen DIY-Tips zur Müllvermeidung: https://utopia.de

    Deutsche Blogs:

    https://zerowastemunich.com

    http://www.zerowastefamilie.de/zero-waste.htm

    http://wastelandrebel.com/de/

    http://www.einfachzerowasteleben.de/blog

    Englische Blogs:

    http://www.zerowastehome.com

    http://www.zerowastelifestyle.de/category/aktuelles/

    Bücher u.a.:

    Anneliese Bunk, Nadine Schubert: Besser leben ohne Plastik, ISBN-13: 978-3-86581-784-6

    Bea Johnson: Zero Waste Home - Glücklich leben ohne Müll! ISBN: 978-3-86935-292-3

     

    Erstveröffentlichung dieses Artikels im Lifeguide: 23.12.2016

     

     

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    Freiwilliges Engagement zusammenbringen

    Freiwilliges Engagement zusammenbringen
    Freiwilligenzentren in der Region sind für Hilfsbedürftige und Helfende da
    Freiwilligenzentrum Ausburg - Lastenfahrrad

    Es macht uns Menschen glücklich, für andere da zu sein und dort zu helfen, wo wir gebraucht werden. Damit solches Engagement auch sinnvoll ankommt, koordinieren Freiwilligenzentren nachbarschaftlichen Einsatz.

    Sie lesen oder lernen mit Schulkindern, sie begleiten Geflüchtete bei Amtsgängen oder verteilen Essen an Bedürftige – freiwillige Helfende sind eine wichtige Säule unserer Gesellschaft. Knapp die Hälfte der Bevölkerung engagiert sich in ihrer Freizeit für andere. „Menschen erleben Aufgaben für die Gemeinschaft als sinnstiftend“, erzählt Alexander Smienk, stellvertretender Geschäftsleiter des Freiwilligen-Zentrums Augsburg (FZA).

    „Das Selbstvertrauen der Menschen steigt, sie werden zufriedener und erleben beim gemeinschaftlichen Helfen viel Freude.“

    Das FZA versteht sich als Drehscheibe für bürgerschaftliches Engagement, das 2022 sein 25jähriges Jubiläum feiert. Es greift aktuelle Themen der Stadtgesellschaft auf und bringt Menschen die helfen wollen mit gemeinnützigen Projekten zusammen. So wird die Teilhabe aller sichergestellt: „Wir bekommen auch Anfragen von Unternehmen, die sich gerne sozial oder ökologisch engagieren möchten“ erzählt Smienk. „Bei einem gemeinsamen Zoo-Ausflug können wir Firmenangestellte mit beeinträchtigten Menschen zusammenbringen – also Gruppen, die sonst keine Berührungspunkte hätten. Sie lernen voneinander und es entstehen neue Freundschaften.“

     

    Menschen wollen helfen

    Mehr als 2.000 Menschen in Augsburg sind als freiwillige Helfende registriert. Sie packen mit an, wenn Menschen, Institutionen oder Vereine Hilfe brauchen. Regelmäßig oder als Sporadi – also sporadisch dort, wo kurzzeitig Hilfe gebracht wird: Sie helfen beim Einkaufen, auf Sommer- oder Kinderfesten oder begleiten beeinträchtigte Menschen auf Ausflügen. „Die Freiwilligenarbeit ist ein guter Start in einer neuen Stadt", weiß Smienk zu berichten. „Wer sich freiwillig engagiert findet nicht nur eine sinnvolle Tätigkeit, sondern auch sofort Anschluss.“

    Sowohl Menschen im (Vor-)Ruhestand als auch die Kleinen im Kindergarten engagieren sich für die Gemeinschaft: Es gibt Müll-Aufräumaktionen im Wald, Engagementprojekte für Schüler*innen oder SymPaten, die bei großen Ereignissen in der Stadt, Menschen Willkommen heißen. „Unser neustes Projekt ist „LeihLa““, berichtet der Lastenradfahrer der ersten Stunde Smienk begeistert. Leiha-La ist ein Leih-Lastenrad, das gemeinnützig handelnde Menschen und Organisationen für Transporte kostenfrei benutzen können. Nach einer kurzen Einweisung können damit Infostände bestückt, Essen gerettet oder Umzüge durchgeführt werden.

     

    Persönlicher Kontakt im Landkreis

    Auch in den Landkreisen gibt es viele freiwillig Helfende und zahlreiche Hilfsprojekte. Stefanie Siegling hat die Freiwilligenagentur mitanand & füranand im Landkreis Aichach-Friedberg aufgebaut. Mit ihrem Team koordiniert sie Anfragen und organisiert Projekte. „Wir kennen mittlerweile mögliche Ansprechpartner*innen in allen Gemeinden unseres Landkreises“, erzählt Siegling. „Wenn jemand aus Bachern Hilfe braucht, dann wissen wir, wen wir fragen können.“ So geht es eben sehr persönlich zu, auch wenn im Landkreis große Entfernungen zurückgelegt werden müssen. Zusätzlich bekommen die Vereine sehr praktische Unterstützung: Aktuell wird in Fragen der Coronabestimmungen bei Veranstaltungen beraten oder ein Fachanwalt hilft beim Verfassen von Satzungen und in rechtlichen Fragen.

    Zum Einsatz kommen Freiwillige im Landkreis etwa als Sprach- und Kulturpat*innen, die Migrant*innen bei Behördengängen begleiten. „Diese Patinnen und Paten haben selbst Migrationshintergrund. Sie übersetzen nicht nur sprachlich, sondern helfen auch, kulturelle Unterschiede zu vermitteln. Dafür bekommen sie eine spezielle Schulung“, erklärt Siegling. Das hilft neu zugezogenen Flüchtlingen und ist ein Baustein für gelungene Integration.

    Stefanie Siegling liebt ihre Tätigkeit: „Die Freiwilligen haben so viele Ideen und stecken sehr viel Herzblut in ihre Arbeit. Diese positive Energie steckt einfach an! So merkt man gleich, was eine Aktion bringt.“

    Smienk und Siegling sind sich einig: „Beide Seiten profitieren vom freiwilligen Engagement. Die Menschen, denen geholfen wird, sind so dankbar und die Helfenden genießen jedes Lächeln, das sie zurückbekommen.“  

    Kontaktdaten der Freiwilligenzentren in der Region:

    Freiwilligen-Zentrum Augsburg Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement Mittlerer Lech 5, 86150 Augsburg Tel.: 0821– 450422-0info@freiwilligen-zentrum-augsburg.dewww.freiwilligen-zentrum-augsburg.de

    Freiwilligenangentur mitanand & füranand Landratsamt Aichach-Friedberg Steubestraße 6, 86551 Aichach Tel: 08251 92-4847freiwilligenagentur@lra-aic-fdb.dewww.lra-aic-fdb.de/hier-leben/ehrenamt/freiwilligenagentur

    Freiwilligenzentren im Landkreis Augsburg ZEBI – Zentrum für Bürgerengagement & Initiative Kirchstraße 12, 86368 Gersthofen 0821 – 4970 8050freiwilligenzentrum@gersthofen.dewww.zebi-gersthofen.de

    Freiwilligen-Zentrum Neusäß Bürgermeister-Kaifer-Straße 10 86356 Neusäß 0821 – 4552280info@freiwilligen-zentrum-neusaess.dewww.freiwilligen-zentrum-neusaess.de

    Freiwilligen-Agentur Königsbrunn Bgm.-Wohlfarth-Str. 98, 86343 Königsbrunn 08231 – 98 83 575freiwilligenagenturkoe@st-gregor.dehttps://st-gregor.de/angebote/beratung-und-bildung/familienbuero-koenig…

    Freiwilligen-Zentrum Gablingen Rathausplatz 1, 86456 Gablingen Tel.: 08230 8901-31info@freiwilligen-zentrum-gablingen.dewww.freiwilligen-zentrum-gablingen.de

    Nachbarschaftshilfe / Freiwilligen-Agentur Bobingen Kirchplatz 1, 86399 Bobingen Tel.: 08234 962114nachbarschaftshilfe-bobingen@t-online.dewww.Freiwilligenagentur-bobingen.de

    K-Stelle (Koordinierungsstelle für soziale Tätigkeiten, Ehrenamt und freiwilliges Engagement) Rathausplatz 1, 86485 Biberbach Tel.: 08271 4281 110k-stelle-biberbach@augsburg-asb.de

     

    Dieser Lifeguide-Artikel erscheint am 15.Oktober 2021 auch in der Purpur, dem Magazin zu verantwortungsvollem Leben in Augsburg und Umgebung aus dem Hause liesLotte.

     

    Freiwilligenzentrum Ausburg
    Freiwilligenzentrum Ausburg - Logo
    Foto: Freiwilligenzentrum Ausburg
    Kleine Entdecker. Foto: Freiwilligenzentrum Ausburg
    Foto: Freiwilligenzentrum Augsburg
    Starke Frauen. Foto: Freiwilligenzentrum Augsburg
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    German
    Transition-Town ruft Projekte ins Leben, sammelt Ideen und vernetzt bestehende Initiativen, mit dem Ziel, besser mit Ressourcen, Energie und Nahrung umzugehen.
    Anrede
    Herr
    Öffnungszeiten aktivieren
    HIDE
    Ort

    Obstmarkt 11
    86159 Augsburg
    Deutschland

    E-Mail
    info [at] transition-town-augsburg.de

    Die Transition-Town-Bewegung ruft weltweit Projekte ins Leben, sammelt Ideen und vernetzt bestehende Initiativen, um besser mit Ressourcen, Energie und Nahrung umzugehen. Transition Town möchte eine Perspektive für die Zukunft schaffen.

    Basis der Aktivitäten von Transition Town ist das „Energiewende Handbuch“ des Iren Rob Hopkins, der erfolgreich die ersten Transition Towns in England ins Leben gerufen hat. Mittlerweile ist daraus eine weltweite Bewegung mit über 2.500 Initiativen auf lokaler Ebene geworden.

    Kern-Ziele des Forums

    • Schonender Umgang mit Ressourcen durch Recycling
    • CO2 Ausstoß senken
    • regionalen Selbstversorgung stärken
    • Wissen vermitteln
    • Bestehende Initiativen vernetzen: Es entstehen neue Ideen und regionale Gemeinschaften
    • Ein persönliches Erfolgserlebnis durch eigener Hände Arbeit

    Darüber hinaus beschäftigt sich die Transition Town Augsburg mit den Themen: Recycling-Werkstätten, regionales Wirtschaften, Energie, Ernährung, Gesundheit und noch vieles mehr.

     

    Initiativen, die in der Transition Town Augsburg mitarbeiten

    •     Bikekitchen, offene Reparatur-Werkstatt für Fahrräder
    •     CityFarm, ökologische Landwirtschaft im Stadtgebiet mit Schulungsangeboten
    •     Contact e.V., Sozialkaufhaus in Augsburg Haunstetten
    •     ReDesignA, Kurse und Seminare zu Recycling und Design
    •     Bürgerinnen und Bürger der Fahrradstadt 2020
    •     Lebensraum Schwabencenter, Begegnungszentrum, neues Wohnkonzept
    •     Max und Moritz, Lastenradverleih
    •     Forum Plastikfreies Augsburg –  Initiative für weniger Plastik und weniger Müll

    Transition Town Augsburg ist Forum der Lokalen Agenda 21 - für ein zukunftsfähiges Augsburg. Weitere Informationen zur Lokalen Agenda 21 findest du unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de.

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    foodsharing in Augsburg

    foodsharing in Augsburg
    Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen! In Augsburg gibt es 230 aktive Foodsaver*innen. Von 2015 bis 2020 retteten sie in 23.000 Einsätzen rund 280 Tonnen Lebensmittel.
    foodsharing: Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen!

    „Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen!“ Das ist das Motto der Initiative foodsharing, die sich seit 2012 dafür einsetzt, dass Lebensmittel eine höhere Wertschätzung erfahren und nicht verschwendet werden. Die Internet-Plattform www.foodsharing.de ermöglicht es Privatleuten, zu viel gekaufte Lebensmittel in Form sogenannter „Essenskörbe“ anzubieten, die andere abholen und verbrauchen können.

     

    Gastbeitrag von Elke Thiergärtner, foodsharing-Botschafterin von Augsburg

     

    In Augsburg hat sich im Februar 2015 eine Gruppe von Engagierten gefunden, die sich über das private Teilen von Lebensmitteln hinaus dafür einsetzen, Essen auch im Handel, bei Gastronomiebetrieben oder auf Veranstaltungen abzuholen und weiterzuverteilen. Was damals als sehr kleine Gruppe begonnen hat, ist in den letzten Jahren zu einer beachtlichen Größe angewachsen: Aktuell retten 230 aktive Foodsaver*innen Lebensmittel bei etwa 45 Kooperationsbetrieben – vom kleinen Gemüsestand bis zum Supermarkt. Dazu kommen regelmäßige Abholungen bei Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Augsburger Plärrer oder dem Christkindlesmarkt.

     

    Von 2015 - 2020: 23.000 Rettungseinsätze für 280 Tonnen Lebensmittel

    Das Engagement der Foodsaver*innen und das große Netzwerk an Abnehmer*innen machen es möglich, dass wir auch ungewöhnliche Aktionen wie etwa die Rettung und Verteilung von 11.000 Litern Erbsenmilch im Februar 2020 stemmen können. Insgesamt konnten wir so bei über 23.000 Rettungseinsätzen schon fast 280 Tonnen Lebensmittel vor der Tonne retten.

    foodsharing betreibt in Augsburg mehrere „Fairteiler“ – öffentlich zugängliche Stellen mit Kühlschrank und Regal, an denen alle Augsburger*innen übrig gebliebene Lebensmittel abgeben bzw. dort abgelieferte Lebensmittel mitnehmen können. Die meisten Augsburger Fairteiler sind aktuell aufgrund des Lockdowns geschlossen. Geöffnet sind die Standorte im Grandhotel Cosmopolis, Springergasse 5,  sowie im Hof der Alten Gasse 7 (hinter dem Kulturcafé Neruda ).

    Seit Mai 2020 ist foodsharing in Augsburg Teil der Lokalen Agenda. Damit haben wir noch mehr Gelegenheit, uns mit anderen Initiativen zu vernetzen und gemeinsam über das Thema Lebensmittelverschwendung aufzuklären und zu informieren. Sei es online über soziale Netzwerke  oder – sobald dies wieder möglich ist – mit Aktionen wie Schnibbelpartys oder Infoständen bei Veranstaltungen.

     

    100 Prozent Ehrenamt

    Die Plattform foodsharing.de wie auch das Engagement der Foodsaver ist zu 100 Prozent ehrenamtlich. Das Retten und Teilen der Lebensmittel findet komplett geldfrei statt. Wir sehen uns dabei nicht als Konkurrenz zur Tafel oder anderen Organisationen, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgen. Vielmehr arbeiten wir als Ergänzung, indem wir z. B. Lebensmittel retten, die die Tafeln nicht annehmen dürfen, oder auch Kleinstmengen mitnehmen.

    Wer Foodsaver werden möchte, registriert sich auf www.foodsharing.de. Nachdem man dort ein Quiz bestanden hat, absolviert man drei Einführungsabholungen mit erfahrenen Foodsavern. Danach erhalten die neuen Foodsaver einen foodsharing-Ausweis und können im Rahmen unserer Betriebsteams Lebensmittel bei kooperierenden Betrieben abholen.

    Kontakt: augsburg@foodsharing.network

     

    Die Fairteiler-Standorte in Augsburg:

    • Keller des Grandhotel Cosmopolis (Springergässchen 5)
    • Hof hinter dem Kulturcafé Neruda (Alte Gasse 7)
    • Sozialkaufhaus contact (Im Tal 8, Haunstetten)
    • Kinder- und Jugendhaus Lehmbau in Hochzoll (Mittenwalder Straße 31, Mo-Fr 10-19 Uhr)
    • im City Café (Konrad-Adenauer Alllee 9, Di-Sa ab 14 Uhr)

    Kontakt: augsburg@foodsharing.network

    Foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
    Die Initiative Foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
    foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
    Die Initiative foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
    Foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
    Die Initiative foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
    foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
    Die Initiative Foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
    Foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
    Die Initiative Foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
    Foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
    Die Initiative Foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
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