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Café Himmelgrün
Am Alten Schlachthof 9
86153
Augsburg
Café Himmelgrün. Foto Cynthia Matuszewski
Das Café Himmelgrün präsentiert einen besonderen Marktplatz: Kleine und feine Firmen aus der Region, kreative Köpfe, ökologische Konzepte, herzensgute Ideen.

LOKAL? REGIONAL? – NICHT EGAL! Die Krise ist doof und sie ist ungerecht. Lasst uns zusammenhalten in unserer schönen Stadt, denn wir lieben sie so bunt und vielfältig wie sie ist.

 

Kommt vorbei, lecker frühstücken, zum Mittagessen oder zu Kaffee und Kuchen, zum probieren, informieren und kaufen. Ihr findet bestimmt etwas Schönes! Unterschiedliches Angebot an beiden Tagen.

 

Ort: Café Himmelgrün

Termine:

25. November 2022 von 9-13 Uhr

26. November 2022 von 9-16 Uhr

Weitere Informationen: https://www.baeckerei-schubert.de/himmelgruen

Event-Termin
-
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redaktion@lifeguide-augsburg.de

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Café Himmelgrün
Am Alten Schlachthof 9
86153
Augsburg
Café Himmelgrün. Foto Cynthia Matuszewski
Das Café Himmelgrün präsentiert einen besonderen Marktplatz: Kleine und feine Firmen aus der Region, kreative Köpfe, ökologische Konzepte, herzensgute Ideen.

LOKAL? REGIONAL? – NICHT EGAL! Die Krise ist doof und sie ist ungerecht. Lasst uns zusammenhalten in unserer schönen Stadt, denn wir lieben sie so bunt und vielfältig wie sie ist.

 

Kommt vorbei, lecker frühstücken, zum Mittagessen oder zu Kaffee und Kuchen, zum probieren, informieren und kaufen. Ihr findet bestimmt etwas Schönes! Unterschiedliches Angebot an beiden Tagen. Der Lifeguide ist heute auch vor Ort!

 

Ort: Café Himmelgrün

Termine:

25. November 2022 von 9-13 Uhr

26. November 2022 von 9-16 Uhr

Weitere Informationen: https://www.baeckerei-schubert.de/himmelgruen

Event-Termin
-
German
Handgefertigte und langlebige Schuhe in modernem Design mit Reparaturservice
Anrede
Herr
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SHOW
Ort

Lützowstraße 16
86167 Augsburg - Lechhausen
Deutschland

E-Mail
info [at] schuh-baldauf.de

Wer kennt es nicht? Ihr kauft euch ein neues Paar Stiefeletten, gebt vielleicht sogar viel Geld dafür aus und nach einem Jahr fällt die verklebte Sohle ab, der Schuh drückt, ist nicht wirklich bequem und die Mode hat sich schon wieder weiterentwickelt. Also kauft ihr das nächste Paar, bei dem der Spuk von vorne losgeht. Nicht besonders nachhaltig – weder für unseren Geldbeutel noch für unsere Erde.

 

Handgefertigte, zeitlos schöne Schuhe

Bei Schuhmachermeister Franz Baldauf gibt es nicht nur zeitlos schöne Schuhe, sondern sie passen auch perfekt, denn der Fuß wird vorab ausgemessen und der Schuh entsprechend bei einem Partner in Österreich handgefertigt. Dabei gibt es die Wahl zwischen verschiedenen Ledersorten, Farben, Sohlen und Formen. Auch Sneakers und Freizeitschuhe findet ihr in Baldaufs Sortiment. Diese könnt ihr sogar mit euren Initialen versehen lassen. Außerdem könnt ihr zu jedem Schuh den passenden Gürtel und die passende Aktentasche anfertigen lassen.

 

Langlebig und in höchster Qualität

Die Schuhe gibt es zwiegenäht oder genagelt – das heißt, wenn die Sohle einmal abgelaufen ist, kann sie einfach erneuert werden und hält. Höchste Qualität ist dabei selbstverständlich. Franz Baldauf arbeitet seit 1988 als Schuhmacher und berät kompetent in seinem Geschäft mit Showroom und über 80 Paar Schuhen – damit jede*r den perfekten Schuh findet. Dafür reisen viele Kunden sogar aus München an. Die Schuhe werden nicht selten zehn Jahre oder länger getragen.

 

Schuhmachermeister mit Reparaturservice

Sind die langlebigen Schuhe einmal abgelaufen, ist es für Schuhmachermeister Baldauf kein Problem, diese wieder zu reparieren und euch damit viele weitere Jahre Freude an den Schuhen zu bereiten.

Ihr findet Franz Baldauf in seinen Filialen in Augsburg-Lechhausen und Wertingen (in der Dillinger Straße 29).

 

Lifeguide-Meinung

Unsere Autorin Antonia Dietze hat ihre Schuhe jetzt seit zwei Monaten und sagt: "Ich liebe diese Schuhe und ziehe fast keine anderen mehr an.“ Antonia Dietze, Lifeguide-Autorin

 

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Erstveröffenbtlichung des Textes: 10. Juni 2020

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Öffnungszeiten
Filiale in Augsburg - Lechhausen
Mo, Di und Do 09:00 bis 12:30 14:00 bis 18:00
Mi 09:00 bis 12:30
Fr 09:00 bis 16:30
Filiale in Wertingen
Mi 14:00 bis 18:00
Sa 09:00 bis 12:00
Karte Kategorie
German
Nachhaltiger Schmuck aus Deuringen. In Ramona Storchs Grünschmiede in Stadtbergen gibt es möglichst ungiftigen Schmuck aus recyceltem Metall.
Öffnungszeiten aktivieren
HIDE
Ort

Grünschmiede
Ramona Storch
86391 Deuringen
Deutschland

E-Mail
ramona.storch [at] googlemail.com

Die Zeit war wirklich reif für eine nachhaltige Goldschmiede. Denn Edelmetalle tragen einen sehr großen ökologischen und sozialen Rucksack mit sich herum – das kann den schönsten Anlass wie eine Hochzeit vermiesen. Ramona Storch zeigt, dass es auch anders geht: Mit ihrer Grünschmiede hat sie eine zeitgenössische Goldschmiede gegründet. Zeitgenössisch ist nicht nur das Design, es heißt vielmehr auch: Sie bietet ausschließlich Gold- und Silberschmuck aus recycelten Edelmetallen an.

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Author
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„Ich arbeite so ‚ungiftig’ wie möglich, verzichte also auf schnell wirkende giftige ‚Lösungen’, und stelle auch alles selbst her, da vorgefertigte Teile bisher nicht in garantiert ökologischer Qualität zu finden sind."

Ramona Storch

Ihre Grünschmiede in Deuringen (Stadtbergen) betreibt die ausgebildete und studierte Schmuckdesignerin mit Ökostrom.

 

Kontakt zur Grünschmiede:

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Minouki: Heftumschläge aus 100% Recyclingpapier

Minouki: Heftumschläge aus 100% Recyclingpapier
Wie schön "Öko" für die Schule sein kann, zeigen Sylvia Manharts minouki-Schutzumschläge aus Recyclingkarton: Sie sind gut designt, sowie regional, fair und absolut umweltschonend produziert. 15 Fragen an Sylvia Manhart von minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki

"Die Selbstverständlichkeit mit der wir alle in den letzten Jahrzehnten Plastik verwendet und verschwendet haben, muss einfach aufhören. Die Bundesregierung fordert in den eigenen Behörden den Einsatz von Recyclingpapier auf 95% zu erhöhen. Vielleicht ließe sich ja auch eine Quote für den Schulsektor festlegen."

Sylvia Manhart, minouki

Sylvia Manhart hat schon als Schülerin ihre Hefte mit gemustertem Papier eingebunden und dadurch ihre Französisch-Vokabeln ein kleines bisschen lieber gelernt. Heute mag die Mutter von drei Kindern immer noch keine Plastikumschläge. Außerdem hat ihr die Tatsache zu denken gegeben, dass in Deutschland jährlich 200 Millionen Schulhefte verkauft werden. Natürlich erhält nicht jedes Heft einen neuen Plastikumschlag, aber die Summe bleibt gigantisch.

 

Also hat sich Sylvia Manhart hingesetzt und ihre eigenen Schutzumschläge kreiert. Aus festem, 250g/m2 starkem, 100% igem Recyclingkarton, mit glatter, schmutzabweisender Oberfläche. Bedruckt mit Öko-Farben und manuell verarbeitet mit wasserbasiertem Klebstoff. Hergestellt in einer regionalen Druckerei, einem Familienbetrieb. Und richtig schön sind die Schutzumschläge auch noch. Denn Sylvia Manhart will mit ihrem minouki-Heftumschlag Lust auf Umweltschutz machen. Der Prototyp hat im Schulrucksack ihrer 10jährigen Tochter den Dauertest bestanden und auch die Freundinnen fanden die Farben und das Design cool. Also startete Sylvia Manhart im Schuljahr 2016/ 2017  mit ihrem Minouki-Online-Versand. Achtung, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer: Bei Sammelbestellungen gibt es Rabatt!

 

Steckbrief:

Name: Sylvia Manhart

Beruf: Manhart hat Marketing und Anglistik studiert, aktuell in Elternzeit in ihrem Hauptberuf, unterrichtet derweil in Teilzeit Flüchtlingskinder in Deutsch als Fremdsprache

Geboren in: Freising

Lebt in: Freising/ Bayern

Lieblingsort: irgendwo am Mittelmeer

 

15 Fragen an Sylvia Manhart von minouki

 

Bist du gern zur Schule gegangen?

Sylvia  Manhart: Ja, doch, eigentlich schon.

 

Warst du eine gute Schülerin?

Kommt auf die Fächer an. In Sprachen, Sport, Biologie war ich ziemlich gut. Aber worum es in Mathe oder Physik geht, habe ich glaube ich bis zum Abitur nicht wirklich kapiert. (lacht) Da hatte ich auch manchmal richtig schlechte Noten.

 

Wie oder wo hast du als Kind am besten gelernt? Alleine, in meiner Hängematte und leise musste es sein.

 

Wie könnte Schule nachhaltiger werden?

Sylvia: Zum Beispiel indem keine Heftumschläge aus Plastik mehr verwendet werden dürfen. Die Selbstverständlichkeit mit der wir alle in den letzten Jahrzehnten Plastik verwendet und verschwendet haben, muss einfach aufhören. Dasselbe gilt für Frischfaserpapier.

"Das Recyclingpapier der neuen Generation ist absolut hochwertig. Es herrschen aber immer noch Vorurteile gegenüber Recyclingpapier. Zum Beispiel: Es sei „grau" oder "die Tinte verschmiert“. Das alles stimmt längst nicht mehr."

Sylvia Manhart, minouki

Manche Lehrer wissen das – andere nicht. Nicht nur, dass keine Bäume gefällt werden müssen; auch bei der Herstellung ist Recyclingpapier in Bezug auf den Einsatz von Chemikalien, Wasser und Strom dem Frischfaserpapier überlegen. Immerhin fordert die Bundesregierung, in den eigenen Behörden den Einsatz von Recyclingpapier auf 95% zu erhöhen. Vielleicht ließe sich ja auch eine Quote für den Schulsektor festlegen. Die Schreibwarengeschäfte würden sich gezwungenermaßen schnell darauf einstellen. Bei uns „im Schreibwarengschäft um die Ecke“ gibt es aktuell kein einziges Heft aus Recyclingpapier. Klar, dass sich viele Käufer da keine Gedanken machen oder besondere Mühe geben, woanders hinzugehen.

"Umweltschutz muss den Leuten leicht gemacht werden – und attraktiv sein. Darum haben wir die Heftschoner nicht nur umweltfreundlich produziert, sondern versucht, sie gleichzeitig so zu gestalten, dass die Kinder sie auch wirklich gerne benutzen und sie stolz auf ihr „Öko-Produkt“ sind."

Sylvia Manhart, minouki

Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki

Die minouki Heftschoner sind aus Recyclingkarton gefertigt. Und das Material ist mit dem „Blauen Engel“ ausgezeichnet – dem strengsten Siegel für Papier. Ansehen tut man das „öko“ den Umschlägen übrigens überhaupt nicht. Ich bin aber sicher, dass es auch Lehrer geben wird, die sich schwer damit tun, unsere Umschläge zu akzeptieren. Aber dann können die Kinder immer noch auf „100% Recyclingpapier“ und den kleinen Klappentext verweisen. Das sollte diesen Lehrern dann auch den Wind aus dem Segel nehmen. Bislang haben wir aber nur positive Lehrerreaktionen! Es macht Spaß, schöne Hefte zu haben!

Was willst du deinen Kindern unbedingt beibringen?

Fair sein, zusammenhalten, nicht überheblich sein, Respekt zeigen, die Umwelt schützen, nicht in der digitalen Welt versumpfen.

Was bedeutet nachhaltig leben für dich?

Wir als Familie sind bestimmt weit davon entfernt, völlig plastikfrei oder total vorbildlich zu leben. Aber wir geben uns Mühe besser zu werden. Wir fahren mit dem Fahrrad wann immer es geht, wir machen nicht jeden Konsum-Trend mit, kaufen unverpackte, saisonale und regionale Ware auf dem Markt. Wir boykottieren 1-Euro-Shops und Konsorten, wir fliegen nicht und wir kaufen und verkaufen gebrauchte Kleidung und Spielsachen. Immerhin haben wir unsere Kinder so weit gebracht, dass sie mit offenen Augen durch den Supermarkt gehen. Sie verzichten inzwischen oft freiwillig auf Dinge, die sie zwar gerne hätten, aber die es nicht ohne Plastik gibt. Stichwort: „Fußball ohne Chips“ (grinst). Mit drei Kindern und in Elternzeit tut es manchmal weh, wenn man beim Einkaufen für jeden Liter regionaler Bio-Milch aus der Glasflasche 40ct mehr bezahlen muss, als für einen Tetrapack. Aber ich fühle mich inzwischen richtig schlecht, wenn ich bestimmte Produkte in den Korb packe.

Manchmal gibt es aber schlichtweg kein Alternativprodukt – dann kauft man eben doch Produkte, die man eigentlich gar nicht unterstützen möchte. So entstand ja auch die Idee zu den Umschlägen. Ich hab plastikfreie Schutzumschläge gesucht und fand kein wirklich geeignetes, geschweige denn schönes Ersatzprodukt. Da habe ich einfach selbst eines entwickelt!

"Ich denke, je mehr Alternativprodukte es für Plastik gibt, desto besser. Je attraktiver diese sind, umso leichter wird den Endverbrauchern der Wechsel zum nachhaltigeren Produkt fallen. Die Schutzumschläge sind mein persönlicher und sicher sehr kleiner Beitrag auf dem langen Weg zu einer Konsumveränderung, die hoffentlich in allen erdenklichen Bereichen stattfinden wird."

Sylvia Manhart, minouki

Ich wären überglücklich, wenn sich die Idee in den Klassen- und Lehrerzimmern herumsprechen würde: "Es gibt jetzt auch stabile Papierumschläge - viel schöner als die aus Plastik!"

Die Umschläge werden sicher nicht jahrelang halten – da darf man sich nichts vormachen. Sie sind aus Karton. Aber sie sehen nach einem halben Jahr keineswegs schlechter aus, als die Plastikhefter. Zwar zeigen sie ebenfalls Gebrauchsspuren – aber wer Kinder hat weiß: Selbst Plastikumschläge wandern oft nach einem Jahr in die Tonne. Der große Unterschied: Am Ende sind die Papierumschläge biologisch abbaubar.

 

Es geht auch um die Wertschätzung der Dinge. Diese Wegwerfmentalität „Der Plastikhefter hat ja sowieso nur 50ct gekostet – egal wenn der kaputtgeht“ gefällt mir nicht. Der minouki Umschlag kostet natürlich mehr. Sie sind teurer als Plastikumschläge aus Fernost. Dafür werden sie aber regional, fair und absolut umweltschonend produziert.

 

Wer oder was motiviert dich? Meine Kinder, mein Mann.

 

Welcher Moment hat alles verändert? Die Geburt meines ersten Kindes.

 

Frühaufsteher oder Morgenmuffel?

Stummer Frühaufsteher (bis zum ersten Kaffee)

 

Wofür würdest du gern mehr Zeit haben?

(Lacht!) Oh je. Ich habe gerade richtig viel um die Ohren. Das Projekt minouki ist sooo spannend, ich bekomme so viel feedback und Anfragen, bin Marketing, Produktentwicklung und Versandabteilung zugleich. Eigentlich ein Vollzeitjob. Da ich mich als Mutter von drei Kindern nicht traue, alles auf eine Karte zu setzen, arbeite ich trotzdem noch in Teilzeit. Tja, plus drei Kinder und der Haushalt... Um die Frage zu beantworten: Ich hätte manchmal gerne mehr Zeit für … mich (lacht!).

 

Was regt dich auf?

Arroganz.

 

Was kochst du, wenn du Besuch bekommst?

Lasagne.

 

Was ist dein magischer Ort?

Savoudrija an der istrischen Küste

 

Welche Eigenschaft schätzt du an einem Menschen?

Humor, Ehrlichkeit, Unkompliziertheit.

 

Was möchtest du unbedingt noch tun, in deinem Leben?

Von diesem Start-Up leben können und Freude dabei haben. Und mit meiner Familie einen Urlaub machen, der mindestens drei Wochen dauert.

INFO: www.minouki.com

 

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Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahrt ihr außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

 

Erstveröffentlichung dieses Lifeguide-Interviews: am 2.9.2016

 

Sylvia Manhart von "minouki"ökologische Heftumschläge aus 100% Recyclingpaier. Foto: minouki
Sylvia Manhart von "minouki". Sie entwirft wunderschöne ökologische Heftumschläge aus 100% Recyclingpaier und stellt sie umweltfreundlich, ökologisch und regional her. Foto: minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
Minouki: Das sind gut designte Heftumschläge aus 100 % Recyclingpapier. Foto: Minouki
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„Jeder Mensch sollte neugierig und offen bleiben“

„Jeder Mensch sollte neugierig und offen bleiben“
Interview mit Frank Schubert von der Bäckerei Schubert. Der Biobäcker setzt konsequent auf Zeit, Handwerk und ökologische Zutaten. Aus Überzeugung und Leidenschaft. Seine Backwaren sind dadurch gesünder für Mensch und Umwelt.
Frank Schubert_2016_Foto: Torsten Mertz

Seit 1954 produziert die Bio & Vollwert Bäckerei und Konditorei Schubert ihre Backwaren in Augsburg. Die Bäckerei Schubert hat bereits 1973 auf Bio-Getreide umgestellt und gehört zu den Bayerischen Bio-Pioniere. Das Korn für alle Vollkornmehle wird in der Bäckerei Schubert direkt vor Ort frisch gemahlen. Am Produktionsstandort auf dem ehemaligen Schlachthofgelände, im Café himmelgrün und in neun weiteren Verkaufsstellen in Augsburg und München arbeiten über 100 Mitarbeiter, davon 15 Auszubildende. Frank Schubert ist seit 2009 alleiniger Geschäftsführer der Firma Schubert.

 

Name: Frank Schubert

Beruf: Geschäftsführer der Bio Bäckerei Schubert

Geboren in: Augsburg

Lebt in: Augsburg

Lieblingsort: Siebentischwald

 

"Wir wollen die Artenvielfalt erhalten, dass das Trinkwasser sauber bleibt und dass wir von einer Landschaft umgeben sind, in der wir uns wohlfühlen."

Biobäcker Frank Schubert

Wann müssen Sie aufstehen?

Meist stehe um sechs mit meinen Kindern auf und komme dann in die Bäckerei.

 

Was treibt Sie an?

Schubert: Ich möchte die handwerkliche und ökologische Herstellung von Backwaren für den heutigen Kunden so spannend machen, dass er nicht nur sagt, dahinter steht eine interessante Philosophie, sondern auch: die macht mir Lust, die macht mir Spaß. Ich habe gemerkt, dass ich diese beiden Dinge verbinden muss, nur dann kann ich viele Verbraucher für Bio begeistern. Das Café himmelgrün war ein erster Baustein und hier wollen wir noch mehr machen.

 

Was macht ein gutes Brot aus?

Schubert: Erstens: Es muss handwerklich gut gemacht sein, einem gut schmecken, Lust machen und den Menschen gut ernähren. Zweitens: Für uns ist es grundlegend wichtig, dass alle Zutaten immer aus biologischer Landwirtschaft kommen. Und das Dritte ist der Verzicht auf Zusatzstoffe, wie beispielsweise Spezialmehle oder technische Enzyme, die ursprünglich nicht ins Brot gehören. Das darf alles nicht drin sein.

 

Warum ist die biologische Landwirtschaft Ihnen so wichtig?

Schubert: Mein Vater ist schon sehr früh auf die Bio Bewegung gestoßen. Er wollte gesundes und natürliches Brot backen. Das ist so geblieben. Ich habe immer ein starkes Bild vor Augen: Wenn wir alle uns die Frage stellen, wie eine Landschaft aussieht, in der wir leben und unsere Kinder darin aufwachsen sehen möchten. Was müssen wir dann tun? Wie sähe dies aus? Gibt es darin kleine Landwirtschaften oder nur Großbetriebe? Radle ich gerne an einem Feld vorbei, das gerade chemisch gespritzt wird? Möchte ich das einatmen? Möchte ich, dass andere das einatmen müssen? Müsste ich Angst davor haben, dass meine Kinder eine Stalltür öffnen, weil sich dahinter Tierquälerei verbirgt? Gibt es in meiner Landschaft Vögel, wilde Blumen und Schmetterlinge, oder möchte ich, dass deren Lebensräume nebenbei vernichtet werden? Ich finde  die Antworten eindeutig und deswegen handeln wir 100 % ökologisch.

 

Was ist wichtiger: regional oder bio?

Schubert: Für mich muss regional auch immer bio sein. Denn regional ist ja erst einmal aus, dass ich kürzere Lieferwege habe und die regionale Wertschöpfungskette erhalte. Die Bezeichnung „regional“ allein ist oft zu schwammig. Ob ich mit meiner direkten Umwelt nachhaltig umgehe, wird nicht geregelt. Dass lässt sich deshalb nicht auseinander dividieren. Ich kann auch regional richtigen Mist machen.

 

Konkret: woher beziehen Sie Ihre Rohstoffe

Schubert: Wir haben sei einigen Jahren Mehrjahreskontrakte mit Bauern aus der Umgebung, im Umkreis von ungefähr 60 Kilometern. Durch diese räumliche Nähe haben wir einen direkten Bezug den Bauern: Wir treffen uns mindestens einmal im Jahr und tauschen uns aus. Der Vorteil ist: Wir und die Bauern haben Planbarkeit was das Einkommen, die Mengen und die Qualität betrifft.

 

Noch einmal zurück zu den Backhilfsmittel und Enzymen. Warum werden die von den meisten Bäckern benutzt?

Schubert: Wir gehen momentan davon aus, dass der Großteil der Backwaren in Deutschland mit technischen Enzymen versetzt ist, beim Kleingebäck wahrscheinlich über 90 Prozent. Diese Enzyme haben bisher den Vorteil, dass sie nicht deklariert werden müssen, aber in der Wirkung wesentlich besser sind als alle Zusatzstoffe, die es bisher gab, die sogenannten E-Nummern. Momentan werden gezielt Enzyme gezüchtet, die die Kruste und Bräunung verbessern, die Haltbarkeit verlängern und das Volumen vergrößern. Um das auszugleichen, betreiben wir als Handwerksbäcker einen sehr, sehr großen Aufwand, müssen sehr traditionelle Backprozesse aktivieren und pflegen. Ein konventioneller Bäcker kann durch die neuesten Entwicklungen der technischen Enzyme Handwerklichkeit vortäuschen oder sogar besser sein.

 

Was macht denn einen Handwerksbäcker aus?

Schubert: Handwerklich ist erst einmal ein Bäcker, der nicht industriell arbeitet. Viele Backwaren werden noch per Hand aufgearbeitet, es gibt relativ viele Menschen in der Produktion. Das heißt aber nicht, dass dort die traditionellen Backprozesse gepflegt werden. Handwerksbäcker verwenden i. d. Regel auch technische Enzyme, Spezialmehle oder sogar Fertigbackmischungen, die man einfach nur mit Wasser mischt. Das gibt schöne Brote, die immer gleich schmecken und aussehen. Das individuelle jedes einzelnen Bäckers geht jedoch verloren. Dann ist es aber wichtig, den Kunden zu erklären, dass der Verzicht auf diese Hilfsmittel dazu führt, dass es auch mal Backwaren gibt, die etwas anders aussehen oder schmecken als an einem anderen Tag, weil wir mit natürlichen Rohstoffen arbeiten. Handwerksbäcker sollten sich auf traditionelle Teigführungen besinnen und dadurch ihre Eigenständigkeit erhalten.

 

Was macht die Bäckerei Schubert anders?

Schubert: Wir setzen Vorteige, Sauerteige, lange Teigführungen ein. In die Semmel, die wir herstellen, ist beispielsweise ein Vorteig drin, der 24 Stunden ruht und dann erst verarbeitet wird. Dann stehen die Semmeln noch einmal 24 Stunden, bis sie gebacken werden. In der Zeit bilden sich deutlich mehr Aromen aus, man bekommt eine schöne Kruste und gleichzeitig werden Stoffe im Getreide so aufgeschlossen, dass sie für den Menschen besser bekömmlich sind.

Es gab vor kurzem eine Untersuchung darüber, warum in letzter Zeit so viele Menschen den Weizen nicht vertragen, und da kam heraus, dass ein Grund sein könnte, dass die meisten Bäcker keine lange Teigführung mehr machen. Es kann also sein, dass nicht der Weizen Schuld ist, sondern die immer kürzeren Herstellungsprozesse. Ein Industriebäcker kann beispielsweise einen Teig in ein, zwei Minuten kneten, bevor er direkt weiterverarbeitet wird. Wir kneten bis zu zwanzig Minuten und lassen den Teig dann aber noch einige Stunden stehen, bevor wir ihn weiterverarbeiten.

 

Bio, regional, viele Mitarbeiter, viel Platz und viel Zeit. Das kostet. Um wie viel sind Ihre Backwaren teurer als die anderer Bäckereien?

Schubert: Die grundlegenden Backwaren dürfen bei uns nicht viel teurer sein als beim guten konventionellen Bäcker. Wir wollen, dass möglichst viele Menschen Bio und gute Qualität essen können. Darüber hinaus haben wir natürlich Produkte, die sehr aufwändig in der Herstellung sind oder teure Rohstoffe benötigen. Gerade der teurere Dinkel ist bei uns ein wichtiger Rohstoff, wir haben 30 Prozent Dinkelanteil im Gesamtsortiment. Und ganz unumgänglich ist es, in der Biobranche auf übermäßige Gewinnmargen zu verzichten. Die Produkte sollen ja für den Kunden auch noch erschwinglich bleiben.

 

Die meisten Bäckereien sind dazu übergegangen, ihren Kunden den ganzen Tag bis in den Abend eine große Auswahl bieten zu können. Wie viel Brot und andere Backwaren bleiben bei Ihnen übrig - und was machen Sie damit?

Schubert: Wir haben Versuche gestartet, das Sortiment am Abend klein zu halten, um die Retouren zu verringern. Langfrist gesehen gehen dann leider viele Kunden zu einem anderen Bäcker. Da müsste sich jeder Kunde umgewöhnen und offen werden für Betriebe, die sagen, wir wollen nicht mehr so viel wegwerfen. Hier kann ein einzelner Bäcker nicht viel tun.

Die Retouren bringen wir dreifach unter: Ein Teil geht an die Tafeln, ein Teil geht als Tierfutter an Biobauern und ein Teil wird in Biogasanlagen verarbeitet. Es gäbe zwar theoretisch Möglichkeiten, einen Teil der übrig gebliebene Backwaren im Betrieb nochmals zu verwenden, aus Gründen der Hygiene und der Sicherheit ist es aber praktisch unmöglich

 

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Schubert: Wir wollen in nächster Zeit noch weitere Produkte entwickelten, die Genuss mit Ökologie und ganzheitlichem Handeln verbinden. Es gibt aber auch noch einige Baustellen im Bereich Ökologie bei unseren Fertigungsanlagen. Und auf Seiten der Rohstoffe wollen wir klären, wie wir noch regionaler einkaufen können. Beispielsweise gibt es für Molkereiprodukte nur wenige Lieferanten in der Region. Und das Thema Verpackungen haben wir auch auf dem Schirm, das gilt vor allem für Coffee-to-go-Becher. Bei uns können die Kunden schon jetzt ihre eigenen Becher mitbringen. Hier würden wir aber gerne mehr machen: In anderen Städten haben sich mehrere Gastroeinrichtungen vernetzt; in Augsburg ist das noch nicht so. Vielleicht gibt es ja unter den Lifeguide-Lesern jemand, der sagt, hier würde er oder sie gerne einige Unternehmen zusammenbringen. Ein weiteres wichtiges Thema ist auch immer wieder die Mitarbeiterzufriedenheit, hier haben wir einige Projekte angestoßen.

 

Was ist Ihre geheime Superkraft?

Schubert: Ich nehme mir Zeit für den Ausgleich. Dazu gehört meine Familie, ich spiele Gitarre, ich treibe Sport - und was mir wichtig ist: immer wieder in der Welt herumzukommen. Wir haben ein Netzwerk befreundeter Bäckereien, mit denen wir uns mehrmals im Jahr treffen und austauschen, um Kraft und neue Ideen zu bekommen.

 

Angenommen, Sie treffen heute den 18-jährigen Frank Schubert, war raten Sie ihm?

Schubert: Das einzige wäre, bei einigen Sachen einmal genauer hinzusehen - und die Dinge einzugrenzen. Also nicht alles auf einmal machen zu wollen.

 

Eine Begegnung, die Sie nie vergessen?

Schubert: Das erste Treffen mit meiner Frau vor über 25 Jahren.

 

Was sollte jeder Mensch in seinem Leben mal gemacht haben?

Schubert: Wichtig für unsere Gesellschaft finde ich, dass jeder Mensch neugierig und offen bleibt. Und auch bereit ist, auf andere zuzugehen. Das ist in diesen Zeit, in denen sich die Gruppen politisch immer mehr voneinander abgrenzen, sehr wichtig. Wenn die einen Bevölkerungsgruppen gegenüber den anderen nicht offen sind und die Neugierde aufeinander verlieren, werden wir sehr, sehr schwierige Zeiten haben. Das Miteinander ist auch etwas, was wir hier im Betrieb aktiv leben: Wir beschäftigen Menschen aus sehr unterschiedlichen sozialen Hintergründen, mit unterschiedlicher Bildung, offene und weniger offene, Bio-Begeisterte und solche, denen Bio egal ist, wir haben Flüchtlinge, die gerade Deutsch lernen. Es gibt hier einige Herausforderungen, aber es funktioniert.

 

Sie laden Freunde zum Essen ein: Was kochen Sie?

Schubert: Europäisch, bunt, frisch mit vielen verschiedenen Komponenten und dazu passenden Getränken/Drinks.

 

Was gefällt Ihnen an Augsburg

Schubert: Ich liebe Augsburg, ich freue mich, dass es mittlerweile großstädtischer geworden ist, dass es viele interessante Projekte gibt, interessant Einzelhändler - und die Nähe zur Natur. Ich nutze beides gerne, gehe in den Siebentischwald, an den Kuhsee und natürlich in die Innenstadt mit ihren Plätzen und den vielen Cafés. Man kann sich hier wie im Urlaub fühlen.

 

Brot und Backwaren von Schubert erhält man in den Augsburger Filialen am Hauptbahnhof, Apostel-Platz, Stadtmarkt, Königsplatz, Schlachthof, Hochzoll-Süd sowie in Leitershofen. Außerdem werden alle Naturkostläden, Bio-Supermärkte und Reformhäuser in und um Augsburg beliefert.

 

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Der Artikel erschien zuerst am 20. Dezember 2016

Brot - traditionell gebacken von der Biobäckerei Frank Schubert in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Brot - traditionell gebacken von der Biobäckerei Frank Schubert in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Eines der wichtigsten Lebensmittel in unserem Kulturkreis: Brot. Foto: Cynthia Matuszewski
Eines der wichtigsten Lebensmittel in unserem Kulturkreis: Brot. Foto: Cynthia Matuszewski
Frank Schubert von der Biobäckerei Schubert in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Frank Schubert von der Biobäckerei Schubert in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
In der Backstube der Bio-Bäckerei Schubert in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
In der Backstube der Bio-Bäckerei Schubert in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Das Lifeguide-Team bei einer Backstubenführung bei Bio-Bäcker Frank Schubert in Augsburg. vl: Frank Schubert, Norbert Stamm, Torsten Mertz und Annabell Hummel. Foto: Cynthia Matuszewski
Das Lifeguide-Team bei einer Backstubenführung bei Bio-Bäcker Frank Schubert in Augsburg. vl: Frank Schubert, Norbert Stamm, Torsten Mertz und Annabell Hummel. Foto: Cynthia Matuszewski
Im neuen Unverpackt-Wagen Grünfux-deluxe bietet die Biobäckerei Schubert preisewerte Biobackwaren vom Vortag an. Foto: Frank Schubert
Im neuen Unverpackt-Wagen Grünfux-deluxe bietet die Biobäckerei Schubert preisewerte Biobackwaren vom Vortag an. Foto: Frank Schubert
Biobäckerei Schubert, Filiale am Königsplatz. Foto: Frank Schubert
Biobäckerei Schubert, Filiale am Königsplatz. Foto: Frank Schubert
Von links: Josef Wetzstein (Landesvorsitzender Bioland Bayern), Janina und Frank Schubert (BioBäckerei Schubert, Augsburg), Thomas Hammerl und Partnerin ( Bioland-Landwirt), Foto: Cynthia Matuszewski
Von links: Josef Wetzstein (Landesvorsitzender Bioland Bayern), Janina und Frank Schubert (BioBäckerei Schubert, Augsburg), Thomas Hammerl und Partnerin ( Bioland-Landwirt), Foto: Cynthia Matuszewski
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Blühende, grüne Vielfalt auf dem Betriebsgelände

Blühende, grüne Vielfalt auf dem Betriebsgelände

Biohotel Bayerischer Wirt
Neuburger Straße 122
86167
Augsburg
Blühende Wiese auf dem Betriebsgelände der Augsburger Abfallverwertung. Foto: AVA
FOKUS N(achhaltigkeit): Der Arbeitskreis Unternehmerische Verantwortung lädt zum Frühstück im Biohotel Bayerischer Wirt.

Wie können Unternehmen ihr Betriebsgelände, ihre Aufenthaltsräume im Freien oder ihre Innenhöfe und Fassaden grüner, blühender, umweltfreundlicher und insgesamt ansprechender für Mensch und Tier  gestalten?

 

Diese Fragen beantwortet beim Fokus-N- Frühstück im Biohotel Bayerischer Wirt der Forstwirt und Diplom-Landespfleger Nicolas Liebig von der Umweltstation Augsburg und dem Landschaftspflegeverband Augsburg. Er spricht über Gestaltungsideen für mehr Biodiversität. Die Architektin Sabine Pfister bereichert den Vormittag mit Wissen zur Fassadenbegrünung und Rica Friedl vom Biohotel Bayerischer Wirt zeigt Best-Practice-Beispiele anhand ihres Hotels, das im Rahmen des Blühpaktes Bayern als „Blühender Betrieb“  ausgezeichnet wurde.

 

Der Arbeitskreis Unternehmerische Verantwortung

Der AK Unternehmerische Verantwortung der Lokalen Agenda 21 in Augsburg - das Wirtschaftsforum für gelebte Nachhaltigkeit der Region Augsburg - lädt mit einer fortlaufenden Veranstaltungsreihe Jung-Unternehmer*innen und Best-Practice-Unternehmer*innen zu spannenden Themen rund um nachhaltige Unternehmensstrategie ein. Dabei könnt ihr herausragende und mutige Persönlichkeiten erleben und erhaltet lebendige Einblicke in Unternehmen und Organisationen, in denen Nachhaltigkeit - auch in Krisenzeiten - groß geschrieben wird.

 

INFO:

  • Freitag 13.05.2022
  • 8 bis 10 Uhr (offizielles Ende)
  • Biohotel Bayerischer Wirt, Neuburger Straße 122, 86167 Augsburg
  • Kostenfreie Teilnahme
  • Anmeldung bitte bis 09.05.2022 via Kontaktformular unter: www.fokus-n.de/anmelden

 

Impulse und Referent*innen:

  • Gestaltungsideen für mehr Biodiversität  Nicolas Liebig, Umweltstation Augsburg/Landschaftspflegeverband Augsburg
  • Lebensraum Schwabencenter: Fassadenbegrünung  Sabine Pfister, Architektin, Augsburg
  • Praktische Umsetzung am Beispiel Biohotel Bayerischer Wirt  Rica Friedl, Biohotel Bayerischer Wirt, Augsburg

 

 

Event-Termin
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15 Fragen an… Ludger Elfgen und Heinrich Pick

15 Fragen an… Ludger Elfgen und Heinrich Pick
"Tu das, wofür du wirklich brennst", sagen die beiden Gründer der ersten gemeinwohlzertifizierten Augsburger Werbeagentur Elfgenpick.
Ludger Elfgen und Heinrich Pick (vl) von der Augsburger Kreativ-Agentur Elfgenpick. Foto: Elfgenpick

Die Kreativagentur Elfgenpick ist die erste Werbeagentur in Augsburg, die gemeinwohlzertifiziert ist. Ihre Gründer Heinrich Pick und Ludger Elfgen arbeiten seit 2011 zusammen und wollen für ihre Kund*innen vor allem eines: dass Kommunikation richtig gut gelingt. Sei es im Internet, mit Kampagnen, Ausstellungen oder durch Augmented Reality (AR).  21 Mitarbeiter*innen zeichnen, fotografieren, programmieren, kommunizieren, denken, planen, filmen und texten für die beiden.

 

Während Ludger schon immer gezeichnet hat, ist Heinrich eher fürs Digitale zuständig. Einig sind sich beide, dass sie in ihrer Agentur eine vielfältige Unternehmenskultur pflegen möchten, die von Fairness, offenem Dialog und respektvollem Miteinander geprägt ist. Deshalb spricht ihnen Christian Felber besonders aus der Seele. Der Begründer der Gemeinwohlökonomie sagt: „Ein Unternehmen ist nicht länger erfolgreich, wenn es einen hohen Finanzgewinn erzielt, sondern wenn es einen größtmöglichen Beitrag zum Gemeinwohl leistet.“

 

Steckbrief:

 

  • Name: Ludger Elfgen 
  • Beruf: Diplom Grafik-Designer
  • Geboren in: Köln
  • Lebt in: Aystetten
  • Lieblingsort in Augsburg und Umgebung? Kulperhütte an der Wertach

 

  • Name: Heinrich Pick
  • Beruf: staatl. geprüfter Foto-, Film und Mediengestalter
  • Geboren in: Marbach am Neckar
  • Lebt in: Steppach
  • Lieblingsort in Augsburg und Umgebung? Kulperhütte an der Wertach (-;

 

Ludger Elfgen und Heinrich Pick von der Augsburger Kreativagentur Elfgenpick. Foto: Elfgenpick

"Tu das, wofür Du wirklich brennst."

Ludger Elfgen und Heinrich Pick, Kreativagentur Elfgenpick

15 Fragen an Ludger und Heinrich:

 

Ihr seid seit 2020 gemeinwohlzertifiziert. Welche Veränderung in eurem Unternehmen war für euch besonders wichtig?

Heinrich: Mit der GWÖ (Gemeinwohlökonomie) haben wir das verschriftlicht, was über die Jahre gewachsen ist. Der Bericht war vor allen Dingen die Gelegenheit, die Mitarbeitenden auf diesem Weg mitzunehmen. Wir haben alle Kolleg:innen bei der Erstellung unserer Gemeinwohlbilanz mit einbezogen.

"Die Erstellung unserer Gemeinwohlbilanz hat dazu geführt, über die Sinnhaftigkeit unseres Tuns nachzudenken. Letztendlich hat es zu einer höheren Zufriedenheit und Team-Zusammengehörigkeit beigetragen."

Heinrich Pick, Kreativagentur Elfgenpick

Was unterscheidet eure Art zu arbeiten von anderen?

Ludger: Wir sind seit über 20 Jahren selbständig. Deshalb ist es schwierig zu sagen, was bei uns anders läuft. Wir setzen auf jeden Fall sehr auf Eigenverantwortung. Die anstehenden Aufgaben werden in den entsprechenden Fachteams im Dialog verteilt. Aufgabenziele und -fortschritte werden über unsere Agentursoftware gesteuert und dokumentiert. Auf diese Weise haben wir eine recht hohe Transparenz erreicht, die für einen reibungslosen Projektfortschritt notwendig ist. Das ist also erst einmal eine administrative Herausforderung, die wir gelöst haben. Daneben halten wir die informelle Kommunikation für sehr wichtig. Man muss nicht alle Details aus dem Privatleben der Kolleg:innen kennen, aber für das gegenseitige Verständnis und die Empathie sind auch private Infos wichtig.

"Gemeinsame Pausen, kurze Plaudereien im Flur oder gegenseitige, nette Frotzeleien sind bei uns ausdrücklich erwünscht."

Ludger Elfgen, Kreativagentur Elfgenpick

Worauf legt ihr in eurem Arbeitsalltag Wert?

Heinrich: Die Kundin und der Kunde sollen die im Rahmen des Angebots definierte beste Leistung erhalten. Dafür drehen wir auch mal eine Ehrenrunde. Die Erinnerung an gute Qualität währt länger und trägt weiter als die Erinnerung an die Mühen der Erstellung.

 

Was war euer Schlüsselerlebnis in Sachen Nachhaltigkeit?

Ludger: ...dass man mit Backpulver eine verstopften Abfluss wieder frei bekommt. (-:

 

Was bedeutet nachhaltig leben für euch? Wie bringt ihr Nachhaltigkeit in eurem Unternehmen, in eurem Alltag unter?

"Nachhaltigkeit bedeutet für mich, nicht mehr verbrauchen, als in der Nutzungszeit nachwachsen kann."

Heinrich Pick, Kreativagentur Elfgenpick

Heinrich: Strom kommt natürlich aus einem 100 % Öko-Vertrag. Elektrische Geräte werden repariert, bis nichts mehr geht. Unsere Jura-Kaffeemaschine hat auf diese Weise ein Alter von 14 Jahren erreicht. Außerdem ermutigen wir uns gegenseitig, Nachhaltigkeit im Alltag zu buchstabieren. Das hat dann zum Beispiel Auswirkung auf die Einkaufsgewohnheiten, auf das Heizverhalten – oder auf die Machart der Brotzeitdosen.

 

Auto, Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß?

Ludger und Heinrich: Wenn irgendwie möglich mit dem Fahrrad. Ansonsten ÖPNV und Bahn. Wenn es keine Alternative gibt, dann mit dem Auto.

 

Ihr seid seit über 20 Jahren in der Werbe- und Kommunikationsbranche tätig. Was motiviert euch, was treibt euch an?

"Uns treibt nach wir vor die Lust an, gute Initiativen, Produkte und Dienstleistungen stark zu machen. Wie schön, dass wir das Werkzeug dafür haben..."

Ludger Elfgen, Kreativagentur Elfgenpick

Ludger: Heutzutage hängt viel davon ab, wie sich etwas präsentiert. Die originelle Idee oder die ästhetische Verpackung sind immens wichtig. Wie schön, dass wir das Werkzeug dafür haben, das zu beeinflussen und sinnvolle Entwicklungen mit Werbung und Kommunikation zum Erfolg zu verhelfen.

 

Was ist das Schöne an eurem Beruf?

Heinrich: Die Vielfalt an Projekten und Themen. Keine Aufgabe ist wie die andere. Natürlich genießen wir auch die öffentliche Wahrnehmung, wenn uns etwas gut gelungen ist. Und die kurze Halbwertszeit, wenn etwas nicht gut gelungen ist.

 

 Wann habt ihr zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das?

Ludger: Heute Nachmittag habe ich eine Stunde früher Schluss gemacht und meine Familie mit Krapfen überrascht. Beruflich würde ich unser Live-Streaming Studio VISTROEM nennen. Das ist eine out-of-the-box-Lösung für professionelle Präsentationen per Videokonferenz. Wir haben sie für uns entwickelt, bieten sie aber jetzt auch zum Kauf oder zur Miete an.

 

Ihr trefft euer 18-jähriges Ich. Welchen Rat gebt ihr euch selbst?

Ludger: Tu das, wofür Du wirklich brennst. Ich brannte für Architektur, habe mich dann aber für Grafik-Design entschieden, weil die Aussichten für Architekten damals nicht so rosig waren. Heute ist es umgekehrt. Ich bereue den Schritt trotzdem nicht.

 

Was ist eure gemeinsame geheime Superkraft?

Heinrich: Dass wir bei all unserer Unterschiedlichkeit den Laden zusammen wuppen.

"Unser Vertrauen zueinander ist unsere Superkraft. Wir können auch große Meinungsverschiedenheit ganz gut managen. Wir wissen, dass wir uns in den Grundüberzeugungen einig sind. Das sind unsere Werte, die wir im GWÖ-Bericht dokumentiert haben: Ehrlichkeit, Wertschätzung, Respekt."

Heinrich Pick, Kreativagentur Elfgenpick

Was ist das Tolle an Augsburg?  

Ludger: Eine Stadt, die alles hat, was man sich von einer Großstadt wünscht und trotzdem nicht anonym ist. Man trifft immer jemanden, den man kennt. Theoretisch hat man sogar die Chance, mit allen Entscheidungsträger:innen persönlich ein Schwätzchen zu halten. Die vielen kleinen Plätze sind wunderschön, besonders im Spätsommer, wenn dort ein Klavier steht.

 

Ihr seid Bürgermeister von Augsburg. Doppelspitze. Was ändert ihr?

Ludger: Augsburg ist eine der ältesten Städte in Deutschland. Das Selbstbewusstsein der Augsburger kann man als Bürgermeister nicht ändern, aber das Bewusstsein für die lange, bedeutungsvolle Geschichte.

Die römische Vergangenheit wird in Augsburg nur völlig unzureichend sichtbar. Mit einer AR-App würden wir gerne die römische Stadtmauer gegenüber vom Thalia sichtbar machen."

Ludger Elfgen, Kreativagentur Elfgenpick

Ludger, du wolltest Biobauer werden... hast du jetzt einen eigenen Garten? Und wenn ja, was baust du an?

Ludger: Ich habe ein Hochbeet in einem sonst als Spielplatz genutzten Garten. Dort bauen wir Salat, Zucchini und Tomaten an. Die Leidenschaft fürs Gärtnern tritt gerade hinter dem Papa-Dasein zurück.

 

Heinrich, was kochst du für deine Frau und deine vier Jungs?

Heinrich: Gerne Exotisch. Indisch zum Beispiel. Aber wir variieren sehr viel, schließlich sind die Geschmäcker doch sehr unterschiedlich.

 

Wofür würdet ihr gern mehr Zeit haben?

Heinrich: Sich mit inspirierenden Leuten zu treffen, wie ihr sie hier im Rahmen des Lifeguide vorstellt.

 

Welche Frage hätten wir euch stellen sollen? ;)

Ludger: Wie kann man den Weltfrieden fördern? Oder welche Strukturen sind hilfreich, damit Spinner nicht an die Macht kommen. Allerdings haben wir darauf auch keine Antworten. Wir glauben, dass die Schweiz mit ihren kleinteiligen Verwaltungseinheiten, der unmittelbaren Beteiligungskultur und der begrenzten Staatsmacht eine Richtung andeuten kann. Außerdem gehen von der Soziokratie gute Impulse für die Weiterentwicklung der Demokratie aus. Hier sind Tools integriert, die verhindern, dass sich die Minderheit untergebuttert vorkommen muss.

Heinrich Pick und Ludger Elfgen (vl) von der Kreativagentur Elfgenpick in Augsburg. Foto: Elfgenpick
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German
Das Augsburger Kollektiv „Die Seiferei“ verkauft im Grandhotel Cosmopolis vegane Bio-Produkte von Vio.Me. Dazu gehören Seife, Waschmittel und vieles mehr.
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Ort

Das Seiferei-Kollektiv
Springergässchen 5
86152 Augsburg
Deutschland

E-Mail
seiferei [at] riseup.net

Das Augsburger Kollektiv „Die Seiferei“ unterstützt seit Juli 2019 die selbstverwaltete griechische Fabrik Vio.Me aus Thessaloniki und verkauft seitdem jeden Samstag im Grandhotel Cosmopolis deren Seife, Reinigungs- und Waschmittel. 

Vio.Me ist ein basisdemokratisch organisierter Betrieb. Im Jahr 2011, auf dem Höhepunkt der jüngsten globalen Wirtschaftskrise, haben sich die Arbeiter*innen des bankrotten Unternehmens Vio.Me die vom Eigner aufgegebene Fabrik angeeignet und stellen seitdem in Eigenregie Seife und vieles mehr her. Sämtliche Vio.Me-Produkte sind bio und vegan und werden aus natürlichen und umweltschonenden Bestandteilen hergestellt, ohne Tenside und andere Zusatzstoffe. Es werden keine Tierversuche durchgeführt. Seit Februar 2020 verzichtet Vio.Me bei sämtlichen Produkten auf die Verwendung von Palmkernöl.


Die Geographiestudentin Mona Maetze interviewte das Seiferei-Kollektiv:

 

Ihr seid ein Kollektiv und wollt auch als solches interviewt werden?
Das Seiferei-Kollektiv:
Ja, da wir als Kollektiv agieren, wollen wir auch nach außen so auftreten und verzichten lieber auf die Nennung von Einzelpersonen. Wir sind das Seiferei-Kollektiv mit Andre, Anne, Düzgün, Paul, Seyfi, Simon & Tobi.

 

Wie habt ihr das Unternehmen Vio.Me entdeckt?
Das Seiferei-Kollektiv: Zuerst über die Doku "Klassenkampf mit Bioseife". Wir finden es sehr eindrucksvoll, dass die Arbeiter*innen den Betrieb basisdemokratisch selbstverwalten. Es gibt keine Chef*innen und alle werden gleich bezahlt. In Zeiten von Finanzkrise und Rezession ist das ein eindrückliches Beispiel für die Möglichkeit gelebter Utopien. Vio.Me zeigt uns, wie Leben und Arbeiten jenseits des Kapitalismus funktionieren kann: solidarisch und selbstverwaltet.

 

Wie seid ihr dazu gekommen die Produkte von Vio.Me im Grandhotel Cosmopolis zu verkaufen?
Das Seiferei-Kollektiv: Wir fanden Vio.Me toll und wollten deren Produkte vertreiben: Das Grandhotel Cosmopolis als ein zentraler Ort der Solidarität und der konkreten Utopie in Augsburg erschien uns dafür besonders geeignet... und zum Glück hatten die auch einen Raum für uns frei.

 

Warum ist euch solidarisches Leben und Arbeiten wichtig?
Grob gesagt, weil unsolidarisches Leben und Arbeiten keine emanzipatorische Option ist. Es führt zu Vereinzelung, Konkurrenz und Ausbeutung. Nur wenn wir unsere Verbundenheit mit anderen Menschen und unsere biophysische Existenzgrundlage realisieren, diese Beziehungen solidarisch ausgestalten und die Strukturen und Institutionen bekämpfen, die eben das untergraben, kann ein gelingendes menschliches Dasein auf der Erde realisiert werden.

 

Was ist euch wichtig an solidarischem Arbeiten?

    Tipp
    Seitenabschnitte

    "Der Aspekt, die eigene Arbeit in gesellschaftliche Zusammenhänge einzubetten ist uns wichtig. In und durch die eigene Arbeit füreinander dazusein. Die kollektive Selbstbestimmung, gepaart mit Rücksichtnahme auf andere und anderes."

    Das Seiferei-Kollektiv

    Was macht die Seife besonders nachhaltig? Sämtliche Vio.me Produkte sind bio und vegan, auch der Produktionsprozess legt Wert auf höchste ökologische Standards. Das ganze Projekt Vio.Me hat aber auch eine soziale Nachhaltigkeitskomponente: in dem von der Kapitalismuskrise verheerten Griechenland bietet es einer ganzen Handvoll von Menschen eine auskömmliche (Arbeits-)Perspektive, es stiftet Beziehungen untereinander und ermöglicht es, nicht-hierarchische, egalitär-freiheitliche Umgangsformen zu erproben und zu erlernen.

    "Nachhaltigkeit kann es nur ohne beziehungsweise jenseits des Kapitalismus geben."

    Das Seiferei-Kollektiv

    Klar ist aber auch, dass Nachhaltigkeit in einer kapitalistischen Lebensform nicht in Form von einzelnen 'Inseln' oder isolierten Projekten erfolgen kann. Der Kapitalismus und das ihm innewohnende Akkumulations- und Wachstumsparadigma beutet Mensch und Natur notwendigerweise aus, zerstört damit zwangsläufig die Grundlagen unserer geteilten Existenz auf dem Planeten Erde. Nachhaltigkeit kann es infolgedessen nur ohne beziehungsweise jenseits des Kapitalismus geben.

     

    Was kann ich mit dem Kauf dieser nachhaltigen Seife bewirken? (Lachen) Du selbst oder das Geschirr bzw. deine Wohnung wird sauberer! Aber im Ernst: Du unterstützt einen der wenigen basisdemokratischen Betriebe in Europa, der noch dazu ökologisch produziert: Das sichert nicht nur die Existenzen der Produzent*innen, sondern wirkt sich auch für die Stadtgesellschaft in Thessaloniki positiv aus, wo beispielsweise eine von Vio.Me ehrenamtliche Solidarklinik betrieben wird, in die auch Menschen mit geringem Einkommen oder ohne Krankenversicherung kommen können und medizinische Versorgung erhalten

     

    Welche Produkte könnt ihr besonders empfehlen? Ausnahmslos alle! Wir zählen sie gern einmal auf: Allzweckreiniger, Waschmittel, Weichspüler, Handseife im Spender, Haarwaschmittel, Duschgel, Geschirrspülmittel, Glasreiniger, Kalkentferner, Oberflächenreiniger, Seifenblöcke... Großartig ist auch der bio-vegane Wein, den wir von einer italienischen Kooperative beziehen, die ihren Erlös dem Istoreco, einem antifaschistischen Erinnerungsarchiv überlässt. Am besten einfach ins Grandhotel kommen und ausprobieren!

     

    Ihr werdet auch von Künstler*innen unterstützt? Ja, von Beginn an haben  Künstler*innen und Musiker*innen den Betrieb ideell, finanziell und kulturell unterstützt. Das hat das Seiferei‐Kollektiv motiviert einen Soli‐Sampler herauszubringen. 23 Bands und Künstler*innen stellen ihre Werke zur Verfügung -  nicht ganz selbstverständlich, in einer Krisenzeit, die auch Kulturschaffende hart trifft. Das Ergebnis ist der Wahnsinn: 23 Songs quer durch die Musikstile: Singer‐Songwriter, griechischer HipHop, turkischer Folk, Weltmusik, akustischer Punk, harter Rock, Indie, Elektro und vertonte Gedichte. Sie handeln von Liebe und Solidaritat, von Freiheit und Widerstand, vom Scheitern und Wiederaufstehen. Die Lieder sind manchmal laut und daneben und manchmal zärtlich und fein. (Das Album gibt es als Doppel‐ LP, als CD und auf bandcamp: https://dieseiferei.bandcamp.com )

     

    INFO:

    •     Die Seiferei. Grand Hotel Cosmopolis, Springergässchen 5, 86152 Augsburg
    •     Öffnungszeiten: jeden Samstag von 15:30 bis 18:30 und nach Vereinbarung
    •     Kontakt: Bestellungen und Terminvereinbarungen an seiferei@riseup.net
    •     Webseite: https://seiferei.noblogs.org/
    •     Facebook: @DieSeiferei
    •     Instagram: @die_seiferei
    •     Zum Sampler: https://seiferei.noblogs.org/soli‐sampler/
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    Nachhaltige Blumendeko für Hochzeiten und Events

    Hochzeit Blumendekoration Second Flowers Nachhaltig
    Second Flowers: Mit Hilfe von Alexandra Endres aus Adelsried ‚tanzen‘ Blumen auf zwei Hochzeiten oder schmücken am Folgetag Taufen, Geburtstage, Kommunionen und andere Feste...
    Alexandra Endres, Gründerin von Second Flowers. Foto von Cynthia Matuszewski

    Bei rund der Hälfte aller Hochzeitspaare spielt Nachhaltigkeit heute eine große Rolle – sie beauftragen regionale Caterer, essen bio oder vegan, wählen eine Location in ihrer unmittelbaren Umgebung, um lange Anreisen zu vermeiden, oder lassen sich mit der Fahrrad-Rikscha zum Altar fahren. Auch Second-Hand-Brautmode ist längst en vogue.

     

    Wie sieht es aber mit dem zartesten und vergänglichsten Material aus, das bei einer Hochzeit zum Einsatz kommt, den Blumen? In Adelsried, der Nähe von Augsburg, hat die Umweltingenieurin Alexandra Endres mit ihrem Unternehmen Second Flowers eine Idee realisiert, die sowohl nachhaltig ist, als auch Kosten spart – sie verhilft Blumendekorationen zu einem zweiten Auftritt und reduziert damit die verwendeten Ressourcen. Die Idee entstand bei ihrer eigenen Hochzeit 2017.

    „Mir blutete am Tag nach unserer Hochzeit das Herz, weil ein ganz großer Teil unserer wundervollen Blumendeko schlicht übrig war."

     

    Alexandra Endres, Second Flowers

    Freunde und Verwandte hatten zwar einige Vasen mitgenommen, aber der Rest ihrer liebevoll ausgesuchten Wiesenblumen musste weggeworfen werden, obwohl sie noch frisch waren. Die Ingenieurin mit Berufserfahrung rund um Ökobilanzen, recherchierte und sprach mit Florist*innen. Frische Blumen haben eine Lebensdauer von fünf bis sieben Tagen. Bei etwas Pflege auch weitaus länger. Es spricht also nichts dagegen, diese zarten Kunstwerke ein zweites Mal zu verwenden.

     

    „Wir halbieren die verwendeten Ressourcen. In meinem Beruf hatte ich erfahren: nachhaltige Konzepte werden in erster Linie dann in die Tat umgesetzt, wenn sie zusätzlich Kosten senken.“

    Bei Hochzeiten fällt der Blumenschmuck am üppigsten aus. „Deshalb macht es Sinn, diese Blumendeko in Umlauf zu bringen und an anderen Stellen weiterzuverwenden“, so Endres. Wichtig ist, dass die Events an aufeinander folgenden Tagen stattfinden und auch räumlich möglichst nahe beisammen liegen. So können die Blumen, die am Freitag noch auf der ersten Hochzeit „tanzten“, am Samstag eine weitere Hochzeit verschönern. Oder sie schmücken von Samstag auf Sonntag eine Taufe, eine Kommunion oder einen Geburtstag. „Wir haben auch schon Anfragen von Restaurants, die die Blumen für ihre Tischdekorationen verwenden möchten. Als eine Art second-hand-Blumenabo - nachhaltig und kostengünstiger“, berichtet Endres.

    Blumendeko bleibt mehrere Tage frisch

    Für die ersten Blumennutzer, meist Brautpaare,  bedeutet es kaum Veränderungen in der Planung: Sie gehen entweder zu einer Partnerfloristin von Second Flowers oder zu ihrer Lieblingsfloristin. Dort wählen sie ihre Blüten und das Grün aus und legen die Farben fest. Wer nachhaltig handeln möchte, richtet sich in der Blumenauswahl nach der Saison. Dann erhält das Brautpaar ein Standardangebot von der Floristin. In der Regel sind auch Fotos von ähnlichen Blumendekos oder Events als Inspiration vorhanden.

     

    „Wenn ich dieses Angebot habe, stelle ich es bei Second Flowers ein und bewerbe es mit Datum und Ort auf unserer Homepage, auf Social-Media-Kanälen und über unsere Partner*innen, wie beispielsweise Brautmodenläden“, berichtet Endres. Neben dem Farbkonzept wird hier genau beschrieben, ob der Stil eher elegant oder verspielt ist, eher Bohemien Style oder eher natürlich, welche Blumen verwendet werden und was zu dem Angebot gehört.

    „Wir teilen hauptsächlich Tischschmuck, der in der Location steht und vor Sonne, Wind und Wetter geschützt ist. Auch Traubögen und deren Blumenschmuck kann man sehr gut weitergeben.“

     

    Alexandra Endres

    Bei Autogestecken muss man abwägen – ein schwarzes Auto im Juli  ist ein No go. Diese Blumen können nur einmal verwendet werden.

    Da Brautsträuße, Haarschmuck und Anstecksträußchen individuell auf jede Braut und ihr Hochzeitskleid abgestimmt werden, profitieren die Floristinnen auch von einer zweiten, zusätzlichen Hochzeit. Und positionieren sich klar für Nachhaltigkeit.

    Brautpaare sparen zwischen 30 und 50 Prozent

    Und wie viel sparen die Brautpaare oder andere Blumennutzer, wenn sie ihre Blumen teilen? Das erste Brautpaar kann bis zu 30 % sparen. Die zweiten Blumennutzer können ihre Kosten halbieren. Alexandra Endres koordiniert dabei den Austausch zwischen den Parteien. „Die Floristinnen sollen keine zusätzliche Arbeit haben. Sie stellen ganz normal ihre Rechnung“, erklärt sie. Weil sich Blumendeko nach einem Event noch einige Tage hält, ist das Konzept durchaus auch für Gastronomen eine gute, nachhaltige und kostensenkende Option für regelmäßige Abnahmen, wie Blumenabos.

    Schnittblumen verbrauchen viel Wasser und haben lange Transportwege

    "Blumen aus regionalem und saisonalen Anbau haben eine bessere Ökobilanz."

     

    Alexandra Endres

    Da Schnittblumen beim Anbau einen hohen Wasserverbrauch haben und die Transportwege oft sehr lang sind, empfiehlt Alexandra Endres für eine bessere Ökobilanz Blumen aus regionalem und saisonalem Anbau. Zu ihren PartnerFlorist*innen gehören auch solche mit eigenem Anbau.  „Zum Glück ist die Hochzeitssaison im späten Frühjahr und Sommer – da haben auch die heimischen Gärtnereien bereits ein gutes Angebot“, erzählt sie. Da aber viele Blumen aus Südamerika und Afrika importiert werden, ist allein das Teilen von Blumen unter rein ökologischen Gesichtspunkten schon absolut sinnvoll.

    Für alle Brautpaare, die nun Lust auf eine nachhaltige(re) Hochzeit bekommen haben:

    Hier geht’s zur Website von Second Flowers

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    Alexandra Endres, Gründerin von Secon Flowers. Foto: Cynthia Matuszewski
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