Hör-Denkmal für Augsburger KZ-Häftlinge

„LISTEN“ – Eine Klanginstallation der geschichtsagentur augsburg

Ort:

Sommestraße 30
86156 Augsburg

In der Hörgalerie loop30 des Kulturhaus abraxas könnt ihr dieses eindrucksvolle akustische Mahnmal für Opfer des NS-Regimes hören. Stimmen: Lisa Bühler, Matthias Klösel, Anja Neukamm und Jörg Schur. Das Wort "Listen" nimmt in erster Linie ganz konkret Bezug auf die Namenslisten, die Häftlinge von ihren Mit-Häftlingen erstellen mussten, die 1944/45 im KZ-Außenlager Augsburg-Pfersee - heute Halle 116 - interniert waren. Sie mussten Zwangsarbeit für die Messerschmitt AG verrichten. Der Historiker Reinhold Forster von der geschichtsagentur augsburg hat im Auftrag der Stadt Augsburg die Namen dieser Menschen erforscht. Aus der intensiven Beschäftigung mit den Namenslisten entstand die Idee, den dort Verzeichneten ein hörbares Denkmal zu setzen.

Eindrucksvolles akustisches Mahnmal

Entstanden ist ein eindrucksvolles akustisches Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes. Der Titel "Listen" kann also auch mit dem englischen "Zuhören" assoziiert werden. Die Schauspieler*innen und Sprecher*innen Lisa Bühler, Matthias Klösel, Anja Neukamm und Jörg Schur rezitieren die Namen von KZ-Häftlingen, von jüdischen Frauen aus Ungarn, die in Kriegshaber gefangen gehalten wurden und von jugendlichen Sinti und Roma. Die jüngsten waren 12 Jahre alt. Die pure Auflistung von Name, Alter und Nationalität der NS-Opfer geht unter die Haut.

Beim Abtippen habe ich mir immer wieder vorgestellt, unter welchen Bedingungen diese LISTEN erstellt wurden. Es waren in der Regel Häftlinge, die diese LISTEN auf mechanischen Schreibmaschinen erstellten, die Häftlingsnamen und -daten wurden wohl von anderen Häftlingen diktiert. Auch ich sprach mir mitunter die Namen und Daten vor. Bei der LISTE vom 28.11.1944 mit jugendlichen Roma aus Ungarn – die jüngsten waren gerade mal 12 Jahre alt – stockte auch mir der Atem, zeigt sie doch die grenzenlose Unmenschlichkeit dieses Systems.“ Reinhold Forster, Historiker

Kulturhaus abraxas war NS-Täterort

Das Kulturhaus abraxas, selbst als ehemaliges Wehrmachts-Offiziersheim ein NS-Täterort, fungiert durch die Klanginstallation in der Hörgalerie „loop30“ als akustisches Mahnmal im Fluchtpunkt der drei KZ-Außenlager.

INFO:

Covid 19: Bitte informiert euch zeitnah, ob die unten genannten Öffnungszeiten eingehalten werden können: 0821 324-6355 oder abraxas [at] augsburg.de
01.12.2021 bis 19.12.2021:

  • Di 8:30-12:30 und 13:30-18:00
  • Mi 8:30-12:30 und 13:30-16:30
  • Do 8:30-12:30 und 13:30-18:00
  • Fr 8:30-12:30
  • Sa 14:00-18:00
  • So 14:00-18:00

Eintritt: frei
Weitere Infos: www.geschichtsagentur-augsburg.de

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und von „Gegen Vergessen Für Demokratie e.V.“

Kulturhaus abraxas

Kultur leben: Kulturelle Angebote, soziale Projekte und lehrreiche Workshops.

Sommestr. 30
86156 Augsburg

Das Kulturhaus abraxas auf dem Gelände der ehemaligen Reese-Kaserne vereint verschiedenste kulturelle Angebote, soziale Projekte und lehrreiche Workshops.