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German
Pädagogisch betreuter Erlebnisplatz mit Niedrigseilgarten, Wasserspielplatz, Tipi und Lagerfeuer
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Herr
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SHOW
Ort

Am Pferseer Feld 30
86157 Augsburg
Deutschland

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youfarm [at] kinderzentrum-augsburg.de

Am Lagerfeuer sitzen, Hütten bauen, Tiere versorgen, im Niedrigseilgarten balancieren und kraxeln, eigenes Obst und Gemüse anbauen, werkeln, bauen und hämmern... in der youfarm mitten in Augsburg können Kinder und Jugendliche, aber auch Familien, Schulklassen und andere Gruppen das ganze Jahr über im Freien aktiv und kreativ sein.

Der pädagogisch betreute Erlebnisplatz wurde vom Förderverein youfarm und dem Frère-Roger-Kinderzentrum im Augsburger Westen ins Leben gerufen.

Bisher fand das vielseitige Angebot für offene Jugendarbeit unter freiem Himmel statt. Inzwischen wurde auch ein Farmhaus gebaut.

Das Gelände ist vormittags von 9 bis 13 Uhr für Gruppen reserviert - Anmeldung hierfür bitte beim youfarm Team, Telefon 0821 20713261 oder 0151 72305139.

Tipp
Öffnungszeiten
Wochentag
Di - Fr Winter: 14:00 bis 17:00 Sommer: 14:00 bis 18:00
Samstag Winter: 10:00 bis 16:00 Sommer: 10:00 bis 17:00
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German
Mitmachen, Anfassen, Natur erleben – die CityFarm Augsburg ist ein offener, ökologischer Garten im Norden der Stadt, den die Geographin Ildikó Reményi und der Lehrer Benjamin Vogt 2012 gegründet haben.
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HIDE
Ort

Gablinger Weg 36
86154 Augsburg
Deutschland

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cityfarmaugsburg [at] gmx.de

Mitmachen, Anfassen, Natur erleben – die CityFarm Augsburg ist ein offener, ökologischer Garten im Norden der Stadt, den die Geographin Ildikó Reményi und der Lehrer Benjamin Vogt 2012 gegründet haben.

In der vielfältigen, bunten und gastfreundlichen Atmosphäre gedeihen seither nicht nur seltene und altbekannte Nutzpflanzen und Hühner, Kaninchen oder Bienen. Hier entstehen auch Freundschaften und Interessengemeinschaften.Und es wird Wissen über Natur und Lust an der Natur weitergegeben.

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Tipp
Öffnungszeiten
Wochentag
Montag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Dienstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Mittwoch 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Donnerstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Freitag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Samstag geschlossen
Sonntag geschlossen
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German
Ob als Träger des nachhaltigen Jugendfestivals Modular, bei politischer Mitbestimmung, kreativer Freizeitgestaltung, Kultur oder Bildung: Der SJR leistet einen wertvollen Beitrag zum Leben Jugendlicher in Augsburg.
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HIDE
Ort

Schwibbogenplatz 1
86153 Augsburg
Deutschland

Der Stadtjugendring ist in Augsburg allgegenwärtig. Ob als Träger des populären, nachhaltigen Jugendfestivals Modular oder als Herausgeber des USE-IT Stadtplans, mit vielen nützlichen Adressen für Jugendliche, ob bei politischer Mitbestimmung, kreativer Freizeitgestaltung, Kultur oder Bildung: Der SJR leistet einen wertvollen Beitrag zum Leben Jugendlicher in Augsburg.

Stadtweite Jugendarbeit

Seit 1946 setzt sich der Stadtjugendring Augsburg (SJR) als Zusammenschluss aller städtischen Jugendorganisationen für die Interessen von Kindern und Jugendlichen ein. Momentan vertritt der SJR 43 Jugendverbände und betreut in Augsburg neben einem Jugendzentrum in der Innenstadt weitere elf Jugendhäuser und -treffs in den verschiedenen Stadtteilen.

Jedes Jugendhaus hat besondere Angebote. Daraus ergibt sich eine bunte Vielfalt von Freizeitaktivitäten für Jugendliche in ganz Augsburg. Im Café Unfug in Lechhausen können die Kinder und Jugendlichen beispielsweise Kicker, Volleyball oder Basketball spielen und gemeinsam kochen, während im Bürgertreff P15 in Oberhausen Schachtreffs, PC Kurse oder Filmabende stattfinden

Außerdem betreut der SJR die Freizeitsportanlage in Oberhausen, das Fanprojekt für die Fußballfans des FC Augsburg, sowie verschiedene Streetwork-Treffs in den Stadtteilen. Weitere Informationen zu den Jugendhäusern und anderen Einrichtungen des SJR findest du hier.

Mitreden und mitgestalten

Auch auf politischer Ebene vertritt der SJR die Interessen von Kindern und Jugendlichen: Durch ihren Sitz im Jugendhilfeausschuss des Stadtrates oder durch die Beteiligung an der Planung von Bauvorhaben in Augsburg bekommen die Jugendlichen beim SJR die Möglichkeit, aktiv etwas in ihrer Stadt zu verändern. Ein Beispiel dafür ist die Beteiligung von Jugendlichen an der Planung des neuen Stadtquartier Haunstetten Südwest. Die Stadt möchte durch die Zusammenarbeit mit potentiellen Bewohner*innen des Stadtviertels sicherstellen, dass das neue Quartier zukunftsfähig ist.

 

Entlastung der Eltern

Zusätzlich zu den städtischen Jugendeinrichtungen ist der SJR auch an den Augsburger Schulen im Rahmen von Ganztagesbetreuungen, Offenen Pausenhöfen und Jugendsozialarbeit im Einsatz. Es werden Kooperationen mit offenen und geschlossene Ganztagsschulen angeboten, bei denen die Kinder vor allem von der kostenlosen Lern- und Hausaufgabenbetreuung und Projektarbeiten profitieren.

https://www.sjr-a.de/schuelerbetreuung/offene-ganztagsschulehttps://www.sjr-a.de/schuelerbetreuung/mittag-im-ganztaghttps://www.sjr-a.de/jugendsozialarbeit

 

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Wochentag
Montag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Dienstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Mittwoch 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Donnerstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Freitag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Samstag geschlossen
Sonntag geschlossen
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German
In dem interkulturellen Jugendgarten bestimmen Jugendliche selbst, was passiert und was wächst. Frei nach dem Motto: Your Hands - Your Choice – Your Work – Your Food.
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Frau
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Ort

Stadtbergerstraße 19 I
86157 Augsburg
Deutschland

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Jugendgarten [at] SJR-A.de

In dem interkulturellen Jugendgarten bestimmen Jugendliche selbst, was passiert und was wächst. Begleitet werden sie dabei in einem zweiwöchigen Rhythmus von Umweltpädagog*innen.

Die Ziele sind:

  • Naturerfahrungen aus erster Hand – und das mitten in der Stadt.
  • Grenzen abbauen – trotz Sprachbarrieren.
  • Eigene Entscheidungen treffen – und deren Konsequenzen hautnah erleben.

Deshalb und aus vielen anderen Gründen gestaltet Streetwork West in Kooperation mit dem Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der AWO Pfersee, der Umweltstation Augsburg und der Cityfarm Augsburg ein neuartiges Gartenprojekt.

 

Tipp
Öffnungszeiten
Wochentag
Montag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Dienstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Mittwoch 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Donnerstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Freitag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Samstag geschlossen
Sonntag geschlossen
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Umdenken im Kleinen und konsequent Handeln im Alltag

Umdenken im Kleinen und konsequent Handeln im Alltag
Interview mit Benjamin Vogt von der CityFarm Augsburg: "Wenn ich die Welt im großen Stil verändern könnte, würde ich die Uhr der Naturgeschichte um zwei- bis dreitausend Jahre zurückdrehen."
CityFarm Augsburg, Urban Gardening, Benjamin Vogt,  Foto: Cynthia Matuszewski

Die CityFarm in Augsburg ist seit 2012 fester und wichtiger Bestandteil der Urban-Gardening-Szene in Augsburg. Wer mehr darüber erfahren will, wie die Geographin Ildikó Reményi und der Lehrer Benjamin Vogt den ökologischen Garten in der Gablinger Straße entwickelt, aufgebaut, erweitert und nach Rückschlägen neu-erfunden haben, dem sei das Buch „Urban Gardening mal anders“ von Benjamin Vogt empfohlen.

 

In Kapiteln wie „Finde deinen inneren MacGyver!“ oder „Die Nackthuhnbande“ berichtet Benjamin Vogt von allem, was ihm am Herzen liegt: Von einer vielfältigen, artenreichen Natur, von der Freundschaft oder Liebe zwischen Menschen und Tieren, von altem Wissen um Pflanzen, von Schafen mitten in der Stadt, von hilfreichen Freunden, von inspirierenden Lehrmeistern und vielem mehr. Wir haben vorab mit ihm über sein Buch, über die CityFarm und über Wiedehopfhacken gesprochen.

 

Lifeguide: Fangen wir mal mit MacGyver an: Was ist dein wichtigstes Werkzeug?

Benjamin Vogt: Puh! Schwere Entscheidung. Ich würde sagen fify-fifty: Wiedehopfhacke und Bodenfräse! Wobei wir ohne Hammer und Motorsäge auch nicht weit kommen würden. Leider wurde das universelle Allzweckwerkzeug noch nicht erfunden. Am Ende sind doch immer meine Hände das wichtigste Werkzeug.

 

Deine wichtigste Erkenntnis?

Trage bei der Arbeit immer Sicherheitsschuhe, am besten mit Trittschutz! Gebrochene Zehen und Zimmermannsnägel im Fuß sind nicht lustig.

 

Welche Tiere habt Ihr auf der CityFarm?

Mascha, Wanya, Simba, Urmeli, Apollo 13, Balou, Kira, Füchschen, Dino der Zweite, Einhorn… Aber im Ernst. Wir haben Dunkle Bienen, Russenkaninchen, einen Hund namens Fluffgepuff alias Kira, Indische Laufenten, Skudden Schafe, Buren Ziegen, Brieftauben und einen Kater namens Mio. Ein wahrhaft magischer Moment war das erste Küken, das ich aus seinem Ei befreit habe. Der erste hoffnungsfrohe Blick ins Leben eines Lebewesens und ich war seine „Mamma“!

 

Was war der beste Moment als CityFarmer?

Schwierig, das so absolut zu sagen. Es gibt tausendundein Glücksmomente des täglich wiederkehrenden Wahnsinns. Angefangen bei Kindern, die partout nicht nach Hause gehen wollen oder gleich für immer bei uns einziehen möchten, bis hin zum ersten eigenen Bienenschwarm. Meine Frau wird es mir vielleicht übel nehmen, wenn ich nicht unsere Hochzeitsfeier auf der CityFarm als schönsten Moment ansehe… Aber ein wahrhaft magischer Moment war das erste Küken, das ich aus seinem Ei befreit habe. Der erste hoffnungsfrohe Blick ins Leben eines Lebewesens und ich war seine „Mamma“! Bei meiner Frau war es ähnlich. Ihr persönlicher Glücksmoment war das erste, frisch geborene Lämmchen, das sie in ihren Armen hielt. Obwohl es erbärmlich quäkte, war das Schafbaby bei bester Gesundheit.

 

Wie sollten Menschen und Tiere zusammenleben?

Sie sollten überhaupt einmal wieder zusammenleben. Wenn, dann aber artgerecht. Viele vergessen gerne, dass Tiere auch Charakter und Bedürfnisse haben, genauso wie Menschen. Es gibt Kaninchen die ich richtig gerne mag und andere denen ich sofort den Hals umdrehen könnte. Ein einmal lieb gewonnenes Tier zur Schlachtbank zu führen, würde den meisten ihren Appetit auf Fleisch verderben.

Ich selbst esse gerne Fleisch und mir ist es egal ob es “bio“ aufgewachsen ist oder nicht. Hauptsache mein Braten hatte ein lebenswertes Dasein. Wir füttern unsere Tiere auch mit Supermarktabschreibungen, die vielfach nicht biologisch angebaut wurden. Würden viele Leute das Tierleid, das sie durch ihr Konsumverhalten verursachen, sehen, oder noch besser am eigenen Leib zu spüren bekommen, hätten plötzlich alle wieder Hühner im Hinterhof und Kaninchen im Garten. Die tiefgehende Naturentfremdung vieler Zweibeiner bekommen unglücklicherweise die Tiere in der Massenhaltung zu spüren. Dazu ein schönes Zitat von Mahadma Gandhi: „Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln.“ Menschen und Tiere sollten überhaupt einmal wieder zusammenleben. Wenn, dann aber artgerecht. Viele vergessen gerne, dass Tiere auch Charakter und Bedürfnisse haben, genauso wie Menschen.

 

Wie sollten Menschen und Menschen zusammenleben?

Weniger anonym. Versuch mal, erhobenen Hauptes durch die Stadt zu laufen und dabei den Passantinnen und Passanten ins Gesicht zu blicken. Nicke ihnen freundlich zu oder lächele probehalber. Du wirst sehen: Daraus ergeben sich viele interessante Gespräche oder Begegnungen. Man glaubt gar nicht, wie viele Menschen einsam sind, obwohl sie von Hunderttausenden ihrer eigenen Spezies umgeben sind.

 

Was hast Du Opa Rolf zu verdanken?

Als allererstes meine geliebte Ehefrau Ildiko. Er ist ja schließlich der Vater ihrer Mutter und hat sie mit erzogen.

Als zweites legte Opa Rolf die Grundlage für mein Dasein als Gärtner, sozusagen die Basis meines Wissens. Ich hatte herzlich wenig Ahnung von Gartenbau oder Bäumen, bevor ich bei ihm in die „Lehre“ gegangen bin. Ich verdanke ihm die CityFarmerei, denn ohne Opa Rolf wäre ich jetzt eher ein lehrender Geisteswissenschaftler in Anzug und Krawatte, denn ein glücklicher, dreckverkrusteter Bauer in der Schnittschutzhose.

 

Welche Rolle spielen Freunde für die CityFarm?

Im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle. Wir packen gemeinsam mit an. Schleppen, schaufeln, bauen, gießen und werkeln zusammen. Meine Freunde wissen was zu tun ist, wenn wir nicht da sind. Sie bringen Leben in die Bude. Ohne unsere Freunde und Unterstützer käme eine Bewirtschaftung unserer Flächen und die Versorgung unserer Tiere in der derzeitigen Größenordnung kaum in Frage. Außerdem wäre so viel Freiraum für nur zwei Leute absolute Platzverschwendung.

 

Was willst Du Kindern beibringen, die zu Euch kommen?

Zuerst einmal den richtigen Umgang mit Tieren. Die grundlegenden Verhaltensregeln. Dazu gehört, dass man nicht schreit und die Tierchen nicht jagt. Sowohl der Hahn als auch Schafe und Ziegen würden sich irgendwann wehren und das könnte böse ausgehen. Ein wichtiges Anliegen ist mir auch der „sichere Umgang mit Feuer“. Dazu veranschauliche ich gerne, wie schnell ein Stück Plastikjogginghose abbrennt. Im Schnitt dauert es maximal 30 Sekunden.

 

Aber auch andere Themen stehen auf dem „Stundenplan“. Lebensraum Wiese, Hecke oder Wasser. Manchmal schmieden wir auch oder bauen Vogelhäuschen. Für Ü-Klassen, (Übergangsklassen, in die Kinder mit wenigen oder gar keinen Deutschkenntnissen gehen. Anm. d. Redaktion) biete ich auch eine „Wortschatzerweiterung Bauernhof“ an.

 

 

Was rätst Du allen Urban-Gardening-Neulingen?

„Wer Gott zum Lachen bringen will, der mache einen Plan“. Trotzdem sind eine gewisse Planung und Vorbereitung unabdingbar für ein erfolgreiches Urban-Gardening-Projekt. Wer sich vorab informiert, ist besser dran. Bei mir ist anfangs gerade im handwerklichen Bereich ganz schön viel in die Hose gegangen, da ich zwar mit viel Elan, aber ohne einen blassen Schimmer von der Materie an die Sache herangegangen bin. Meine Trockensteinmauer um die Kräuterspirale ist mindestens zehnmal eingestürzt. Das war „learning by doing“ über „try and error“. Da bringe ich mittlerweile lieber Gott zum Lachen und informiere mich vorher, was ich da eigentlich mache.

 

Du plädierst für ein Umdenken im Kleinen – was meinst Du damit?

Ein erfülltes, ethisch-moralisch vertretbares Leben wird durch die Masse unserer Einzelentscheidungen definiert, meist nicht durch die großen Lebensentscheidungen. Erdbeeren im Winter? Der gesamte Müll unsortiert in die schwarze Tonne oder doch recyceln? Schmeiße ich mein Geld einem internationalen Großkonzern in den Rachen oder kaufe ich regionale und saisonale Produkte? An jedem Produkt hängen lange Wirkungsketten, die umgangen werden können, kauft man zum Beispiel beim Direktvermarkter.

 

Man kann aber von Konsumentinnen und Konsumenten kein sofortiges Umdenken erwarten. Umdenken im Kleinen vollzieht sich in kleinen Schritten und das kann auch mal 15 Jahre dauern. Auf alle Fälle bedarf es einer gewissen Kompromissbereitschaft um Schritt für Schritt seinen persönlichen Weg im modernen Konsumdschungel zu finden.

 

Dein ganz individueller Weg zum mündigen Konsumenten?

Am Anfang meines Werdegangs als „mündiger Konsument“ - für den ich mich übrigens längst nicht halte - standen diverse Reisen nach Indien, Afrika und Indonesien. Das allgegenwärtige Plastik dort, der Müll, die Schutthalden mit Abermillionen von Computern, pechschwarze Flüsse, die stanken wie die Pest… Für meine verwöhnte, westeuropäische Seele ein Schock. Daher begann ich mich mit dem Thema Umwelt zu beschäftigen.

 

Ich kam zu dem Ergebnis, dass eine grundlegende Natur- und Umweltbildung wieder einmal das Schlüsselelement für eine Verbesserung der Lebensumstände zig tausender Menschen und Tiere wäre. Da traf es sich gut, dass ich meine geliebte Ehefrau Ildiko während der Hörsaalbesetzung 2009 an der Uni Augsburg kennenlernte. Sie trug einen unerschöpflichen Wissensschatz an mich heran. Zusätzlich lernen wir täglich gemeinsam Neues über die Folgen unserer Konsumhandlungen. Bei uns auf der CityFarm ist das ein nie abgeschlossener Prozess und er betrifft alle Lebensbereiche. Mobilität, Ernährung, Wohnen, Energie…

Es benötigte fast ein Jahrzehnt des Überwindens von alten Mustern, bis wir unseren ganz eigenen Pfad gefunden hatten. Wir mussten uns die Produktionsprozesse einzelner Produkte erst einmal bewusst machen. Wie wurden die Ressourcen erschlossen? Hat das Produkt eine geplante Obsoleszenz? Wo und unter welchen Umständen wurde produziert? Das Schwierigste dabei ist, nicht zum Moralapostel zu verkommen. Manchmal ist es nicht ganz einfach, andere nicht für ihre persönliche Lebensführung zu verurteilen, obwohl es so mancher definitiv besser wüsste. Aber wir wollen jeden so akzeptieren, wie er ist und wollen selbst auch nicht verurteilt werden.

 

Das Wissen ältere Generation – welche Rolle spielt das für Dich?

Ohne das Wissen unserer Vorväter wären uns viele Freuden und Notwendigkeiten des CityFarmalltags verwehrt. Die Konservierung von Nahrungsmitteln, Obstbaum-Veredelung, traditionelle Heuernte, Drei-Felder- Wirtschaft, Kopfweidennutzung oder die richtige Konstruktion eines lapidaren Erdkellers. Dafür will ich Euch ein tolles Buch ans Herz legen. „Altbewährtes neu entdeckt. Praktische Anleitungen, Hausmittel und Rezepte von anno dazumal“ von Paul Binsch. Gerade in unserer Anfangszeit wären wir ohne dieses Werk ziemlich aufgeschmissen gewesen. Gerne gebe ich zu, dass uns einige wohlgesonnene, „ältere Herrschaften“ mit Rat und Tat zur Seite standen. Ohne sie wäre deutlich mehr schief gegangen. Deswegen gibt es in meinem Buch „Urban Gardening mal anders“ sogar ein eigenes Kapitel über die „grauen Eminenzen“ der CityFarm.

 

Was ist das Tolle am bäuerlichen Leben?

Zunächst einmal führen wir kein wirkliches bäuerliches Leben. Zuallererst bin ich freiberuflicher Lehrer und mache liebend gerne Schulgärten, begleite die Naturforscherkids und veranstalte Umwelt-AGs. Erst dann kommt das ehrenamtliche Hobby „Landwirt“. Auch jeder unserer Helfer arbeitet ganz normal. Wir wohnen mitten in Augsburg und haben uns mit der CityFarm ein Stückchen Bauernhof in die Stadt geholt. Das Tollste an der CityFarmerei ist die direkte Naturverbundenheit, die Selbstbestimmtheit und der Umgang mit den Tierchen. Wir dürfen „Jagen und Sammeln“, um die Versorgung unserer Vierbeiner zu gewährleisten. Dabei blicken wir auch mal tief in die Tonne eines Supermarktcontainers, selbstverständlich mit Erlaubnis der Betreiber. Das morgendliche und abendliche Füttern ist dabei das Highlight meines Alltags, denn das zufriedene Kauen unserer tierischen Mitbewohner ist meine liebste Hintergrundmusik zum Schreiben meiner Bücher.

 

Welche Rückschläge und Misserfolge musstet Ihr beim Aufbau der CityFarm einstecken? Wie geht Ihr damit um?

Der niederschmetterndste „Rückschlag“ war selbstverständlich die Kündigung unseres ursprünglichen Geländes im Westendorfer Weg, doch die Hochzeit mit meiner geliebten Ehefrau ließ mich diesen Schicksalsschlag lächelnd überstehen. Durch den Einsatz diverser Ämter und Politiker der Stadt Augsburg wurde die CityFarm dann doch noch gerettet. Uns wurde kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist ein neues Grundstücks im Gablinger Weg zugesagt. Wir konnten den Winter nutzen, um im Schneetreiben den Umzug der Farm zu begehen. Finanzielle Starthilfe gab es aus dem deutschen Nachhaltigkeitspreis der Allianz Umweltstiftung, den die Stadt Augsburg 2013 gewann.

Mich persönlich treffen die wiederkehrenden Einbrüche und der Vandalismus auf unserem Gelände am Härtesten. Scheinbar wecken einige Schaufeln und ein wenig Gemüse Begehrlichkeiten. Einem gemeinnützigen, ehrenamtlich betriebenem Projekt das Werkzeug zu entwenden, trifft ins Mark der Engagierten und der Kinder, was uns gerade in der Anfangszeit beinahe in den Ruin trieb. Nie werde ich die Solidarität unsere Unterstützer vergessen. Bis heute sind Werkzeugspenden aller Art herzlich willkommen. Das aktuellste Unding war, dass uns jemand alle Feuerlöscher dreist geklaut hat. Der Feuerwehr und unseren Unterstützern sei Dank, dass wir wieder mit den notwendigen Feuerschutzmaßnahmen ausgerüstet sind. Mir hat dieses niederträchtige Verhalten mancher Mitmenschen zwischenzeitlich jeden Spaß an der CityFarmerei geraubt. Doch irgendwann gewöhnt man sich daran Ziel derartiger Untaten zu sein. Wir sehen trotzdem immer noch jeden Rückschlag als Chance, ohne die wir nicht da wären, wo wir heute sind.

 

 

Ihr stoßt auf Lob und Kritik – und zwar generationenübergreifend – Eure Reaktion?

Gelassenheit. Wir werden es wohl nie jedem Recht machen können. Die charmantesten Bezeichnungen der CityFarm waren „Verhau“ und „Zigeunersiedlung“, weshalb sich ein „netter“ Herr genötigt fühlte, die Polizei zu verständigen, um nachzuforschen, ob wir dort überhaupt sein dürften. Wir hatten wohl sein Auge beleidigt.

Das ein oder andere Kind wird uns trotzdem bis ins Erwachsenenalter für sein Leben gerne besuchen kommen, weil wir ihm einen unschätzbaren Freiraum geschaffen haben. Der Tag wird kommen, da will er vielleicht seinem Sprössling zeigen, wie man sicher ein Feuer entfacht… Letztendlich freue ich mich darauf, mich mit interessierten Leserinnen und Lesern von „Urban Gardening mal anders“ auseinanderzusetzen und zwar allen Alters. Ohne Lob und Tadel können wir uns schließlich nicht verbessern.

 

Wie würdest Du die Welt verändern, wenn Du könntest?

Wir haben erkannt, dass man die Welt nicht im Großen verändern kann. Wir machen das Beste für unsere direkte Umgebung. Angefangen von den Regenwürmern im Boden unserer Äcker, über unsere Tierchen die nur bestes Futter erhalten, bis zu Heerscharen glücklicher Kinder die mit rot verschmiertem Mund Erdbeeren im Garten naschen. Wenn ich die Welt im großen Stil verändern könnte, würde ich die Uhr der Naturgeschichte um zwei- bis dreitausend Jahre zurückdrehen. Mit unserem Wissen von heute und der Natur von damals wären wir meiner Meinung nach in der Lage die Erde in ein echtes Paradies zu verwandeln.

 

Du bist nicht nur Cityfarmer. Was machst du neben deiner Tätigkeit als Hobbybauern? In den Sommermonaten arbeite ich nebenher als „Kiesbankranger“ für den Lebensraum Lechtal. e.V.. Es geht darum, die Schutzgebiete der nördlichen Lechauen während der Brutsaison des Flussregenpfeifers vor Homo Sapiens und Canis lupus familiaris, dem Haushund, zu bewahren. Wir setzen dafür das Besucherlenkungskonzept um und bitten „Störenfriede“ die Schutzzonen auf den Kiesbänken zu verlassen. Gerne gebe ich zu, dass dieser Job nicht ganz ungefährlich ist. Mir wurden auch schon Wodkaflaschen hinterhergeschmissen…

Im Winter hingegen zieht es mich in den Wald und auf die Bäume in der Stadt. Die professionelle Baumpflege und Renaturierung von Wäldern sind mir ein wichtiges Anliegen. Nur im äußersten Notfall wird gerade im Stadtraum ein Baum gefällt. Selbstverständlich gehe ich über das ganze Jahr meiner Tätigkeit als „Natur-Lehrer“ in verschiedenen Augsburger Schulen nach.

 

Dein letztes Wort:

Tausend Dank an alle Unterstützerinnen und Unterstützer, die die CityFarm und damit auch das Buch „Urban Gardening mal anders“ erst möglich gemacht haben.

 

 

„Urban Gardening mal anders“ 100Fans, ISBN 978-3-95705-018-2

Der komplette Erlös des Buches kommt der CityFarm zugute.  

 

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Cityfarm-Schild. Foto Cynthia Matuszewski
Cityfarm-Schild. Foto Cynthia Matuszewski
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"Urban Gardening mal anders" von Benjamin Vogt, Buchtitel
"Urban Gardening mal anders" von Benjamin Vogt, Buchtitel
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Fahradtour zu Augsburgs Gemeinschaftsgärten

Fahradtour zu Augsburgs Gemeinschaftsgärten
Auf zu Gemüsebeeten, Pflanzsäcken, Hochbeeten und Hinterhöfen!
Sonnenäcker. Foto Cynthia Matuszewski

Augsburg hat eine Fülle von Gemeinschaftsgärten, Gemüseäckern, Hochbeeten, Pflanzsäcken und begrünten Innenhöfen. Tine Klink vom Arbeitskreis Urbane Gärten hat eine Radtour zu den schönsten Urban-Gardening-Projekten in der Stadt zusammengestellt.

Wir haben diese Tour im Juli 2016 mit knapp 30 Radler*innen gemacht. Dabei haben wir Augsburg von seiner wilden, grünen Seite kennengelernt und interessante Menschen getroffen. Und weil es für Gärten eigentlich keine „falsche“ Jahreszeit gibt, stellen wir euch im Folgenden alle 11 Ziele vor. Sucht euch die schönste Jahreszeit und die besten Ziele aus, schwingt euch auf euer Rad und lasst euch von Augsburg überraschen! Eine Bitte: In der Gartenszene kann sich immer einmal wieder etwas verändern. Wir bemühen uns, aktuell zu sein. Trotzdem ist es sinnvoll, Adressen und Öffnungzeiten zu checken, bevor ihr euch auf's Rad schwingt.

Tipp für die Routenplanung: Wir haben den Falk-Routenplaner für Fahrräder verwendet, er zeigt die besten Wege an (auch Schleichwege).

Die Radtour ist insgesamt knapp 20 Kilometer lang und hat 11 Stationen.

STATION 1: Am Pferseer Feld 18: Der Erlebnisplatz youfarm liegt mitten in Augsburg und lockt mit einem Niedrigseilgarten, Tipi und Lagerfeuer. Hier können Kinder und Jugendliche, aber auch Familien, Schulklassen und andere Gruppen nach Anmeldung das ganze Jahr über im Freien aktiv und kreativ sein.

STATION 2: Sommestraße 40: Grow up! in Kriegshaber: Aus einem Stück Brachland hinter dem Reese-Theater entstand in Gemeinschaftsarbeit der Interkulturelle Garten Grow up! – eine Oase direkt hinter dem Abraxas.

STATION 3: Dieboldstraße Neusäß/ Bärenkeller:  Die Sonnenäcker sind etwas für leidenschaftliche Gärtnerinnen und Gärtner. Wer gern Gemüse anbaut, mietet sich für eine Saison den eigenen Acker – und los geht’s mit der Selbstversorgung.

STATION 4: Zwischen Hirblinger Straße und Holzweg: Ein bisschen weniger Arbeit als die Sonnenäcker machen die Felder der GemüseSelbstErnte. Auch sie werden für eine Saison gemietet, aber hier bereitet der Bio-Bauer das Feld vor und düngt auch ökologisch.

STATION 5: Gablinger Weg 36:  Die CityFarm Augsburg ist ein offener, ökologischer Garten mitten in der Stadt, den die Geographin Ildikó Reményi und der Lehrer Benjamin Vogt 2012 gründeten. Vor allem Kinder und Jugendliche erleben in der CityFarm die Natur mit allen Sinnen. Hier auch nach dem Programm und den Öffnungszeiten schauen.

STATION 6: Spielplatz an der Dieselbrücke: Das Nachbarschaftsbeet in Augsburg wurde vom Quartiersmanagement Oberhausen initiiert und ist ein Platz zum gemeinsamen Gärtnern, Ratschen, Grillen und Spielen. 2017/2018 sind zwei neue Nachbarschaftsbeete dazugekommen: Der Quartiersgarten rechts der Wertach und der Nachbarschaftsgarten in der Neuhofer Straße.

STATION 7: Austraße 27: Der Interkulturelle Garten an der Ballonfabrik ist eine offene Begegnungsstätte, die durch bürgerschaftliches Engagement entstanden ist und jetzt selbst verwaltet wird.

STATION 8: Springergäßchen 5: Grandhotel Cosmopolis: Kaffeepause in dem bundesweit einmaligen Projekt, wo Reisende mit und ohne Asyl absteigen, wo in der Lobby ausdrücklich Kinder erwünscht sind, die Hotelzimmer Kunstwerke sind und der Veranstaltungskalender prall gefüllt ist mit schrägen und spannenden Events. Hier relaxen wir nach Wahl im Rosengarten, im Teegarten oder unter der Linde. Mehr zum Café im Grandhotel Cosmopolis.

STATION 9: Am Roten Tor: Das Augsburger Kräutergärtlein: Eine verträumte Oase am Roten Tor, wo zwischen ordentlich gestutzten Buchshecken Kräuter zum Mitnehmen wuchern, Heilpflanzen gedeihen und Rosen duften.

STATION 10: Theodor-Heuss-Platz: Ganz anders als der Rest der Tour: Als Teilprojekt des „Augsburg Boulevard“, entstand am Theodor-Heuss-Platz ein neuer, grüner Quartiersplatz.

STATION 11: Im Tal 8:  Hochbeete am Sozialkaufhauses contact. Auch hier nach den Öffnungszeiten des Sozialkaufhauses schauen - es gibt ein Café und das Stöbern lohnt sich.

Youfarm Sommersonnenwende Foto Youfarm
Youfarm Sommersonnenwende Foto Youfarm
Gemüse selbst anbauen, Eigene Ernte, Sonnenacker, AUGSBURG LAND, Foto Cynthia Matuszewski, Gemüse, Augsburg
Gemüse selbst anbauen: Eigene Ernte vom Sonnenacker / AUGSBURG LAND. Foto Cynthia Matuszewski
Ballonfabrik, Interkultureller Garten, Augsburg, foto_cynthia_matuszewski
Interkultureller Garten an der Ballonfabrik, foto_cynthia_matuszewski
Interkultureller Garten in der Ballonfabrik Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Interkultureller Garten in der Ballonfabrik Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
CityFarm Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Die CityFarm Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
CityFarm Augsburg, Urban Gardening, Benjamin Vogt,  Foto: Cynthia Matuszewski
Benjamin Vogt von der CityFarm Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
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Ein Leben wie ein CityFarm-Huhn

Ein Leben wie ein CityFarm-Huhn
Natur erleben mitten in der Stadt: die CityFarm Augsburg

Mitmachen, Anfassen, Natur erleben – die CityFarm Augsburg ist ein offener, ökologischer Garten mitten in der Stadt, den die Geographin  Ildikó Reményi und der Lehrer Benjamin Vogt 2012 gegründet haben. In der vielfältigen, bunten und gastfreundlichen Atmosphäre gedeihen seither nicht nur seltene und altbekannte Nutzpflanzen und Hühner, Kaninchen oder Bienen. Hier entstehen auch Freundschaften, Interessengemeinschaften bilden sich, Wissen über Natur und Lust an der Natur werden weitergegeben.

Vor allem Kinder und Jugendliche erleben in der CityFarm die Natur mit allen Sinnen. „Kinder haben ein großes Defizit. Wenn Du im Kindergarten fragst: Wo kommt das Ei her, herrscht erst einmal absolute Stille“, berichtet Ildi, wie Ildikó Reményi von allen genannt wird. Für Erwachsene und Kinder bieten Ildi und Benni regelmäßig Erlebnisführungen, Workshops und Mitmach-Aktionen an. Sie geben ihr Wissen gern weiter: über seltene Pflanzen, Mischkulturen, artgerechte Tierhaltung, Saatgutvermehrung oder altbewährte Konservierungsmethoden.

Die Idee, in Augsburg eine CityFarm zu gründen, entstand auf der entlegenen Waldbergalm im Zillertal. „Wir lebten einen Monat lang mit einem alten Milchbauern zusammen, haben das Jungvieh betreut, mit der Sense Heu gemacht und Wasser aus dem Quellbach getrunken. Wir waren von allem abgeschnitten. Das war ein Gefühl, als ob du dich in einem Zeitloch befindest“, erzählt Benni. Dieses Leben im Einklang mit der Natur und diese Zeitgefühl nehmen Ildi und Benni mit nach Augsburg. Zusätzlich inspiriert von dem Buch „Meine kleine Cityfarm“ von Novella Carpenter, verfestigt sich der Plan, einen Stadtgarten mit Tierhaltung in Augsburg zu realisieren.

Ildi ist auf einem Bauernhof in Sachsen Anhalt aufgewachsen. „Wir hatten Schafe, eine riesige Obstwiese und Pferde. Im Sommer sind wir von der Schule nach Hause gerannt, haben das Heu gewendet und danach ging‘s ins Freibad. Selbstversorgung war völlig normal. Wir Kinder haben immer mitgeholfen. Damals haben wir die Arbeit natürlich verflucht, aber im Nachhinein war das eine tolle Zeit. Wir sind im Freien aufgewachsen.“ Nach einer Ausbildung zur Bauzeichnerin zieht es Ildi wieder in die Natur. Sie lebt auf einem Reiterhof in Mecklenburg und trainiert intensiv mit einem alten, einäugigen Hengst. Das lahme Pferd wird wieder fit. „Das war ein Schlüsselerlebnis – dieses positive Band zwischen Mensch und Tier, das dabei entstanden ist“, berichtet sie.

Für Ildi und Ben ist die artgerechte Tierhaltung ein wichtiges Anliegen. Ihr Hühner und Kaninchen haben ungeheuer viel Platz, die Bienen dürfen ihren Honig behalten.  Die Hühnerküken laufen aberwitzig schnell durch den Garten. Benni schnappt sich ein „Pieperle“ und streichelt es: „Durch die Geburt sind wir unterschiedlich viel wert – für ein Huhn ist es doch ein riesiger Unterschied, ob es in einer Legebatterie geboren wird oder hier auf der CityFarm. Ich stelle mir das immer so vor: Ich habe mir selbst ein Leben als CityFarm-Huhn ausgesucht!“ Er lacht und lässt das „Pieperle“ wieder laufen.

Benjamin Vogt: Der kreative Schaffens- und Schöpfungsprozess wird heutzutage vernachlässigt. Wer versteht, warum er etwas macht, tut es mit einem Lächeln.

Benni ist in Augsburg geboren und in Krumbach aufgewachsen. An der Augsburger Universität lernt er Ildi kennen, seit 2014 sind sie verheiratet. Die Liebe zur Natur hat Benni von seinem Urgroßvater geerbt, einem Bauern. „Der kreative Schaffens- und Schöpfungsprozess wird heutzutage vernachlässigt. Hier auf der CityFarm sehe ich, wofür ich arbeite und zwar gern und leidenschaftlich. Wer versteht, warum er etwas macht, tut es mit einem Lächeln“, lautet das begeisterte Plädoyer für seine handwerkliche und gärtnerische Arbeit auf dem CityFarm-Gelände. Der Lehrer Benjamin Vogt liebt es aber auch, Führungen zu gestalten und sein Wissen weiterzugeben. Vor allem für das Thema Wasser, Augsburger Wasserwege und Wassertechnik kann er sich begeistern.

Ildis Spezialgebiet sind alte, in Vergessenheit geratene Nutzpflanzen, wie rote Gartenmelde, Boretsch, Baumspinat oder Lippischer Braunkohl. Sie erzählt, wie köstlich der Braunkohl schmeckt, dass er aber nicht für den industriellen Anbau geeignet ist. „Die Pflanzen wachsen nicht gleichmäßig – die eine wird nur 1,50 Meter groß, die andere fast drei Meter.“ Damit passt der Lippische Braunkohl perfekt zur CityFarm-Philosophie: Hier leben Mensch und Natur im Einklang und selbst der Kohl wird er nicht reglementiert und kann ungenormt wachsen und einfach nur lecker sein.

Cityfarm-Hühnchen. Foto: Cynthia Matuszewski
Cityfarm-Hühnchen. Foto: Cynthia Matuszewski
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Cityfarm-Schild. Foto Cynthia Matuszewski
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