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Waldbaden ist gut für Körper und Seele Cynthia Matuszewski Di., 22.03.2022 - 16:04

Waldbaden ist gut für Körper und Seele

Wald, Foto: Cynthia Matuszewski
Für das aus Japan stammende Waldgesundheitstraining Shinrin yoku werden in Augsburgs Wäldern jetzt ganzjährig Termine angeboten.

Beim Waldbaden alle Sinne schärfen

Bis in den November hinein könnt ihr zum Waldbaden gehen. Dabei halten sich die Teilnehmer*innen für drei bis vier Stunden im Wald auf – ohne Ziel, mit offenen Sinnen, still, neugierig und staunend, der Atem gibt den Takt vor. Das schult die Wahrnehmung und entspannt die Sinne. Mithilfe kleiner Übungen wird das Erleben noch vertieft.

 

Langsamkeit ist gut

Wichtigstes Instrument beim Waldbaden ist die Langsamkeit. Alles Handeln geschieht bewusst langsam. „So brechen wir aus unserem Alltagstrott aus, der uns so oft stresst. Wie auch beim Wandern und Bergsteigen ist der Weg das Ziel, den wir aber ohne Hektik und Wetteifer gehen“, so Anne-Marie Heinze, Leiterin des Forstmuseums Waldpavillon.

Ein „Geführtes Bad im Wald“ in der Gruppe ist mehr als ein Abendspaziergang. „Das gemeinsame Erleben mit Anderen erleichtert das Abschalten aus dem gewohnten Alltag und wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Wenn wir erkennen, was uns fehlt oder wovon wir zu viel haben, können wir alltägliche Entscheidungen entsprechend ausrichten und so zu einer ausgeglichenen Lebensweise kommen“, so die Forstmuseumsleiterin Heinze.

 

Waldbaden reduziert Stress

Da sich immer mehr Forschungseinrichtungen weltweit mit der gesundheitsfördernden Wirkung des Waldes befassen, wird die Studienlage zu diesem Thema stetig größer. So ist bewiesen, dass Waldbaden unter anderem den Schlaf verbessert, das Stresshormonlevel senkt und die Herzfrequenz verringert. Zudem werden die Atemwege durch die höhere Luftfeuchtigkeit und die Reduktion von Luftschadstoffen entlastet.

 

Info:

Unter dem Link augsburg.de/waldbaden sind für das laufende Jahr alle Termine und Treffpunkte für Waldbaden im Stadtwald aufgeführt. Teilnehmen können alle Personen ab 16 Jahren. Die Kosten betragen 40€ pro Person. Bitte bringt warme Kleidung, ein Sitzkissen und ein Getränk mit.

Eine Anmeldung jeweils eine Woche vor Veranstaltung ist erforderlich, entweder per E-Mail an waldpavillon@augsburg.de oder telefonisch unter 0821 324- 6118.

 

Kontakt für Rückfragen:

 

Waldbaden 2022 - Termine: 

Treffpunkt: Kiosk Schwarze Kiste am Hochablass

Waldbaden mit Dr. Irmela Bischoff, Grundschullehrerin, Umweltpädagogin, Qi-Gong-Trainerin und systemische Beraterin

  • Jeweils um 16-20 Uhr
  • Sa 25.06.2022
  • Sa 06.08.2022
  • Sa 01.10.2022

 

Treffpunkt: Waldpavillon

Waldbaden mit Annette Born, Dipl. Ing. Gartenbau und Naturtherapeutin

  • Sa 12.11.2022, 10 bis 13:30 Uhr

 

Schnupper-Waldbaden mit der Försterin und Waldgesundheitstrainerin Anne-Marie Heinze

  • Mi 08.06.2022, 16 bis 18 Uhr  

Treffpunkt: Waldeingang Krankenhaus Süd (Krankenhausstraße Ecke Siebenbrunner Straße)

Waldbaden mit Julian Engel, Ingenieur, systemischer Berater und Pfadfinder

  • So 24.07.2022, 16 bis 20 Uhr
  • Fr 16.09.2022, 15 bis 19 Uhr

 

Termin Kategorie(n)
Event-Termin
Mehrere Termine im Stadtwald Augsburg. Nächster Termin: 8.6.2022, 16 -18 Uhr, Waldpavillion

Grünflächen – die heimlichen Held*innen der Stadt

Grünflächen – die heimlichen Held*innen der Stadt
Mit Lifeguide-Tipps für die schönsten grünen Oasen in Augsburg
Augsburg, Oase in der Stadt,Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz

Stadtbewohner*innen sind täglich Einflüsse aus ihrem Umfeld ausgesetzt, die ungesund oder unangenehm sind. Dazu gehören zum Beispiel Lärm und Abgase aus dem Verkehr. Oft werden wir dadurch körperlich und psychisch beeinträchtigt. Im Gegensatz dazu haben Naturräume in vielerlei Hinsicht einen positiven Einfluss auf unser Leben und unsere Gesundheit und können den Umweltrisiken auch entgegenwirken. Gleichzeitig sind sie auch noch entscheidende Faktoren, um Augsburg auf den Klimawandel vorzubereiten.

 

Parks - die grünen Oasen inmitten der Betonblocks und Teerstraßen in der Stadt. Ein Fleck Natur zwischen Abgasen, Lärm und Eile. Ein Ort, um ein paar Minuten lang auf dem Heimweg von der Arbeit die Farben um sich herum von grau zu grün zu verändern, um mit den Kolleg*innen die Mittagspause auf einer Bank unter einer großen Buche zu genießen, um sich mit Freund*innen zum Unterhalten und Vitamin B Tanken zu verabreden. Doch die Grünflächen erfüllen noch viel mehr Funktionen im Stadtleben und sind sowohl für ein gesundes Umfeld  der Augsburger*innen, als auch um Augsburg an den Klimawandel anzupassen.

 

Grün in der Stadt kühlt die Betonwüsten

Städte sind überdurchschnittlich stark vom Klimawandel betroffen, da sie sich, im Vergleich zum Umland stärker erwärmen und das je nach Wetterlage bis zu 15 Grad. Dafür gibt es mehrere Gründe. Die dunklen Oberflächen der Stadt, wie Teer, reflektieren weniger Sonnenstrahlen und senden somit die eintreffende Wärme nicht zurück in die Atmosphäre. In der Stadt wird insgesamt mehr Hitze generiert, durch den vergleichsweisen hohen Ausstoß von CO2. Außerdem ist wichtig, dass es hier weniger Grünflächen gibt, denn diese kühlen die Temperatur deutlich herunter. Bis zu zwei Grad kann die Wärme dadurch während einer Hitzewelle vermindert werden.

 

Bäume, Parks und Wiesen mildern zu viel Sonne und zu viel Regen

Die Hitze in der Stadt ist nicht nur unangenehm, sondern kann für vulnerable Gruppen, wie alte und kranke Menschen, aufgrund der starken körperlichen Belastung auch zu einem frühzeitigen Tod führen. Die Hitzewelle im Jahr 2003 hat in diesem Sinne etwa 70 000 Menschenleben auf dem Gewissen. Problematisch ist, dass solche Extremwetterereignisse durch den Klimawandel nicht nur verstärkt werden, sondern auch viel häufiger vorkommen. Neben Hitzewellen treten auch Wetterereignisse wie Starkregen öfter ein. Grünflächen sind hier wichtig, weil sie Regenwasser auffangen und so verhindern können, dass die Infrastruktur überlastet wird. Dazu kommt, dass Pflanzen die Luft von Schadstoffen reinigen und diese folglich in der Nähe von Grünflächen sauberer ist. Außerdem sind Parks innerhalb der Stadt auch Hotspots der Biodiversität und fördern  verschiedenste Pflanzen- und Tierarten. Doch neben diesen vielen Vorteilen für das Klima und somit indirekt für unser Wohlbefinden, hat Stadtgrün auch ganz direkte, positive Einflüsse auf unsere Gesundheit.

 

Wo Vögel zwitschern und Blumen duften erholen wir uns vom Alltagsstress

Vor allem sind Grünflächen inmitten der Hektik der Stadt eine Oase der Ruhe und Entspannung. Hier kann Stress, der sich im Alltag angestaut hat, abgearbeitet werden. Um einen herum ist es leiser und andere Geräusche und Gerüche wie Vogelgezwitscher und der Duft von Blumen und Bäumen werden wahrnehmbar. Außerdem sind Quellen von Lärm ganz einfach nicht mehr sichtbar und automatisch stören sie dann weniger. Die Regeneration, die man in einem Park erfährt, ist eine Prävention für psychische Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen und Schizophrenie. Aber auch körperliche Erkrankungen wie Schlafstörungen, Herzkrankheiten und Hörschädigungen werden so unwahrscheinlicher. Wissenschaftliche Studien messen beispielsweise eine gesenkte Herzfrequenz beim Aufenthalt in einem Park im Vergleich zu städtischen Gebieten.

 

Wer einen Park in seiner Nähe hat lebt gesünder

Dazu kommt, dass Parks oft genutzt werden, um sich sportlich zu betätigen und sich zu bewegen. Diese Aktivitäten machen Herzkrankheiten und Fettleibigkeit unwahrscheinlicher und steigern außerdem unser psychisches Wohlbefinden. Menschen, die nahe an einer Grünfläche wohnen, sind dabei tendenziell aktiver als Personen, die keinen Park nahe an ihrem Wohnort haben. Besonders wird das bei Kindern deutlich, denn gerade in jungen Jahren hängt die körperliche Entwicklung davon ab, wie schnell Sport- und Freizeitflächen zu erreichen sind. Bei Kindern kommt noch dazu, dass das Risiko für Asthma bei einem Wohnort in Parknähe geringer ist, da die Luft hier sauberer ist. Weiterhin beeinflusst der Aufenthalt von schwangeren Frauen in Grünflächen den Ausgang der Geburt. Ausreichend körperliche Betätigung, eine gute mentale Gesundheit, Entspannung und die saubere Luft sind hier ausschlaggebend. Außerdem ist das Risiko an bestimmten Krebsarten zu erkranken bei regelmäßigen Aufenthalten in natürlichen Räumen geringer. Beispielsweise kann das Einatmen von sauberer Luft das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken senken.

 

Wer Pflanzen sieht ist zufriedener

Dazu kommt, dass Parks sich gut eignen, um Freunde und Familie zu treffen, soziale Kontakte zu pflegen und mit anderen Menschen zu interagieren. Das Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit wird intensiviert. Dadurch hebt sich die Stimmung, was den Erholungseffekt der Grünflächen noch verstärkt. Auch Der Natur in der Stadt zu begegnen verbessert die Stimmung und lindert auch Wut und Trauer. Wer gern allein ist, kann stille Winkel in Parks und Stadtgärten  als Ort für innere Einkehr nutzen. Studien haben auch gezeigt, dass Menschen mit der eigenen Wohnsituation zufriedener sind, wenn Pflanzen aus den Fenstern heraus zu sehen sind.

 

Wichtig ist ebenfalls, dass Gehirnfunktionen beim Aufenthalt in der Natur gesteigert werden. So verbessert sich die kognitive Entwicklung von Heranwachsenden, die Aufmerksamkeitsspanne und das Arbeitsgedächtnis. Kinder mit Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen sind in einem natürlichen Umfeld ruhiger. Weiterhin können Menschen in der Natur ein Problem besser reflektieren.

 

 

Beim Anlegen von Parks an Allergien denken

Leider haben Grünflächen aber nicht nur Vorteile, sondern können manchmal auch ungesund sein. Beispielsweise reagieren viele Menschen allergisch auf bestimmte Pollenarten, die von Pflanzen abgesondert werden. Beim Bepflanzen der Parks muss daher darauf geachtet werden, dass dort Bäume und Büsche wachsen, die möglichst wenig Pollen mit niedrigem Allergengehalt ausstoßen. Trotzdem muss klar gesagt werden, dass Grünflächen in der Stadt enorm wichtig sind für unsere aktuelle und zukünftige Gesundheit. Deshalb sollte, obwohl Augsburg schon den Altstadtring, den Siebentischwald, den Wittelsbacher Park und Lech und Wertach hat, die Anzahl der Parks in der Stadt immer weiter vergrößert werden, denn manche Stadtteile, wie beispielsweise Oberhausen, haben noch nicht genug Grünflächen verfügbar. Alle Bewohner*innen sollen sich im Sommer ohne Probleme ein schattiges Plätzchen unter einer Buche suchen, in Ruhe ein Buch lesen und danach mit Freunden etwas Ball spielen können, denn, wie Oscar Wilde es einmal ausgedrückt hat: „Gesundheit ist die erste Pflicht im Leben“.

 

 

Lifeguide-Tipp: Augsburgs grüne Oasen

In unserer Serie "kostenlose Lieblingsorte von Augsburger*innen" stellen wir euch einige der schönsten grünen Oasen in Augsburg vor. Außerdem gibt es in Augsburg lohnenswerte Urban-Gardening-Projekte und tolle Ausflugsziele vor den Toren der Stadt. Hier einige Lifeguide-Tipps. Wir freuen uns über eure Anregungen unter redaktion@lifeguide-augsburg.de

 

Quellen:

Ihr wollt mehr wissen oder Details nachschlagen? Hier die Quellen, die Johanna Pfaffenzeller für ihren Artikel verwendet hat:

  • Bertram C., Rehdanz K. (2015): The role of urban green space for human well-being. In: Ecological Economics 120, 139–152. DOI: 10.1016/j.ecolecon.2015.10.013.
  • Cariñanos P., Grilo F, Pinho P., Casares-Porcel M., Branquinho C., Acil N., Andreucci M.B., Anjos A., Bianco P.M., Brini S, Calaza-Martínez P., Calvo E, Carrari E., Castro J., Chiesura A, Correia O, Gonçalves A., Gonçalves P., Mexia T., Mirabile M., Paoletti E., Santos-Reis M., Semenzato P., Vilhar U. (2019): Estimation of the Allergenic Potential of Urban Trees and Urban Parks: Towards the Healthy Design of Urban Green Spaces of the Future. In: International Journal of Environmental Research and Public Health 16, 1357-1374. DOI: 10.3390/ijerph16081357.
  • Feyisa G.L., Dons K., Meilby H. (2014): Efficiency of parks in mitigating urban heat island effect: An example from Addis Ababa. In: Landscape and Urban Planning 123, 87– 95. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.landurbplan.2013.12.008.
  • Kondo M.C., Fluehr J.M., McKeon T., Branas C.C. (2018): Urban Green Space and Its Impact on Human Health. In: International Journal of Environmental Research and Public Health 15, 445-473. DOI: 10.3390/ijerph15030445.
  • Mohajerani A., Bakaric J., Jeffrey-Bailey T. (2017): The urban heat island effect, its causes, and mitigation, with reference to the thermal properties of asphalt concrete. In: Journal of Environmental Management 197, 522-538. DOI: 10.1016/j.jenvman.2017.03.095.
  • Ptock A. (2016): Stadtgrün statt Stress. In: Standort 40, 129–137. DOI 10.1007/s00548-016-0429-x.
  • Wolch J. R., Byrne J., Newell J., (2014): Urban green space, public health, and environmental justice: The challenge of making cities ‘just green enough’. In: Landscape and Urban Planning 125 234–244. DOI: doi.org/10.1016/j.landurbplan.2014.01.017.
Lech, Augsburg, Foto: Norbert Liesz, Licca Liber, Sonnenuntergang,
Der Lech in Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Augsburg, Botanischer Garten bei Nacht, Foto: Norbert Liesz
Der Augsburger Botanische Garten bei Nacht. Foto: Norbert Liesz
Stadtwald Augsburg, Freizeit, Radfahren, Foto: Norbert Liesz
Der Augsburger Stadtwald ist die grüne Lunge der Stadt und perfekt zum Erholen, Spazieren gehen, Schwimmen oder Radeln.Foto: Norbert Liesz
Der Bismarckturm mit seiner grandiosen Aussicht auf Augsburg und vielen gruen Stellen für ein Picknick. Foto: Norbert Liesz
Der Bismarckturm mit seiner grandiosen Aussicht auf Augsburg und vielen gruen Stellen für ein Picknick. Foto: Norbert Liesz
Lech, Augsburg, Foto: Norbert Liesz, Licca Liber, Renaturierung, Alpenfluss, Gebirgsfluss, Freier Lech, Sonnenuntergang,
Sonnenuntergang am Lech in Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Schaezler-Palais, Augsburg, Rokoko-Garten, Grüne Oase, Ruheplatz, Innenhof, Patrizierhäuser Augsburg, Rokoko, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Rokoko-Garten liegt mitten in der Stadt Augsburg, an der Maximilianstraße. Er ist der Innenhof eines der prächtigsten Patrizierhäuser Augsburgs, des Schaezler-Palais. Das Palais ist heute ein Museum. Foto: Cynthia Matuszewski
Stadtwald Augsburg, Freizeit, Radfahren, spazieren gehen,  Erholung, Augsburg, Naherholung, Stadtwald, Naturschutz, Grüne Oase, Augsburger Stadtwald, Foto: Norbert Liesz
Der Augsburger Stadtwald ist die grüne Lunge der Stadt und perfekt zum Erholen, Spazieren gehen, Schwimmen oder Radeln.Foto: Norbert Liesz
Wildpferde, Przewalski-Pferde, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Norbert Pantel
Auf der Königsbrunner Heide bei Augsburg lebt eine kleine Herde von Przewalski-Pferden. Sie gehören zu den letzten Wildpferden Europas. Foto: Norbert Pantel
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Sheridan Park in Augsburg. Auf dem ehemaligen Kasernengelände ist ein weitläufiger Park mit vielen Freizeitangeboten entstanden. Foto: Cynthia Matuszewski
Hofgarten, Augsburg, Foto: Norbert Liesz
Der Hofgarten in Augsburg ist eine grüne Idylle mitten in der Stadt, die von April bis Oktober allen Erholungsuchenden und Bücherfreund*innen offensteht - denn im Hofgarten steht ein gut sortierter Bücherschrank. Foto Norbert Liesz
Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort,  Foto: Norbert Liesz
Der Rote Torwall - eine Idylle mitten in der Stadt Augsburg. Foto: Norbert Liesz
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Sheridan Park in Augsburg. Auf dem ehemaligen Kasernengelände ist ein weitläufiger Park mit vielen Freizeitangeboten entstanden. Foto: Cynthia Matuszewski
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Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Schaezler-Palais, Augsburg, Rokoko-Garten, Grüne Oase, Ruheplatz, Innenhof, Patrizierhäuser Augsburg, Rokoko, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Rokoko-Garten liegt mitten in der Stadt Augsburg, an der Maximilianstraße. Er ist der Innenhof des Schaezler-Palais, eines der prächtigsten Patrizierhäuser Augsburgs. Das Palais ist heute ein Museum. Foto: Cynthia Matuszewski
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Interkultureller Garten an der Ballonfabrik, foto_cynthia_matuszewski
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Gesundheit als öffentliches Gut zu schützen ist eine gesellschaftliche Aufgabe!

Verantwortlich für die Organisation, den thematischen Inhalt und die öffentlichen Veranstaltungen des Forum Gesundheit ist das Gesundheitsforum Augsburg-Schwaben e.V. (gefas e.V.). Dem verantwortlichen Team gehören ca. 20 Fachleute aus verschiedenen Gesundheitsbereichen an, Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten. Seit 2003 zeigt das Forum Gesundheit Wege zu mehr Lebensqualität auf und will folgende Fragen beantworten:

  • Wie kann ich ganzheitlich denken und leben? Körper, Geist und Seele im Einklang mit der Natur zu bringen - das ist nachhaltig, zukunftsfähig.
  • Wie kann ich Verantwortung für meine Gesundheit übernehmen? Ein mündiger Patient ist gefragt. Man hat es oft selbst in der Hand, gesund zu bleiben oder wieder gesund zu werden.
  • Wie kann ich die Vorzüge der Schulmedizin mit denen der alternativen Heilmethoden verbinden? Es gilt, Brücken zwischen beiden zu bauen.

Diese Ziele des gefas sollen im Forum Gesundheit eine breitere Basis finden und einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, denn eine gesunde Lebensweise ist nicht gleichzusetzen mit Anstrengung, Verzicht und Verlust, sondern erzeugt Lebensfreude, Kraft und Wohlbefinden und schenkt einen Gewinn an Lebensqualität.

Das Forum Gesundheit ist Forum der Lokalen Agenda 21 - für ein zukunftsfähiges Augsburg. Weitere Informationen zur Lokalen Agenda 21 findest du unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de

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Klassenfahrt zum Bio-Bauernhof

Klassenfahrt zum Bio-Bauernhof
Wo kommen das Ei, der Apfel oder die Kartoffel auf meinem Teller her?
Klassenfahrt zum Bio-Bauernhof, Biostadt Augsburg, Ernährung, Lebensmittel, Bildung, Geswundheit, Foto: Michael Hochgemuth, Stadt Augsburg

Erfolgreiches Projekt der Biostadt Augsburg auch im Schuljahr 2017/2018: Stadtkinder erfahren auf dem Bauernhof, woher ihr Essen kommt. Das soll ihren Appetit auf gesunde Lebensmittel anregen.

Wo kommen das Ei, der Apfel oder die Kartoffel auf meinem Teller her? Was muss geschehen, damit Weizen und Roggen auf dem Feld wachsen oder Kühe Milch geben? Diese und viele andere Fragen rund um die Herkunft von Lebensmitteln stehen im Mittelpunkt der „Klassenfahrt zum Bio-Bauernhof“ für Augsburger Grundschüler*innen.

Die „Klassenfahrt zum Bio-Bauernhof“ ist eine Idee der Biostadt Augsburg und hat sich zu einem wahren Renner entwickelt. Was 2015 mit einer Klassenfahrt zu einem Bio-Bauernhof begann, wurde begeistert angenommen und ist inzwischen ein begehrter Ausflug bei Lehrern wie Kindern. Mittlerweile gibt es neun Bio-Bauernhöfe im Einzugsgebiet Augsburg. 2017 besuchten 32 Klassen die Höfe. Etwa 1200 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hatten hierbei die Gelegenheit hautnah mitzuerleben, wie moderne und nachhaltige Lebensmittelproduktion heute geht. Die BKK (Betriebskrankenkasse) der Stadt Augsburg unterstützt das Projekt und finanziert die Busfahrten.

 

„Vom Ei zum Huhn“ -  „Von der Milch zur Butter“

Jeder der neun Höfe bietet authentische und erlebnispädagogische Lernprogramme an. Dazu gehören: „Vom Ei zum Huhn“, „Von der Milch zur Butter“, „Die Streuobstwiese“ und „Kartoffel, die tolle Knolle“. Auf dem Hof von Marlies Hammerl in Pöttmes wird beispielswiese Milchvieh gehalten. Hier gibt es Kühe und Kälbchen zu bestaunen. Außerdem baut sie Getreide an und hat einen Wald. Marlies Hammerl ist zertifizierte „Erlebnisbäuerin“, das heißt, sie hat eine pädagogische Weiterbildung zur Erlebnispädagogik absolviert. Bei ihr können die Kinder Schritt für Schritt erleben, wie aus der Milch Butter wird.

„Unser Ziel ist es, den Kindern die Herkunft von gesunden, natürlichen Lebensmitteln nahe zu bringen. Das  trägt dazu bei, dass sie diese wertschätzen und damit wächst die Bereitschaft solche Lebensmittel auch zu essen. Unsere Besuche bei den Bio-Bauernhöfen fördern also ein gesundes Ernährungsverhalten und sind damit ein wesentlicher Baustein eines gesunden Lebensstils“, berichtet Alexandra Wagner.  Sie ist Ökotrophologin und Ernährungsberaterin des Gesundheitsamtes Augsburg und hat die Inhalte der Aktion erarbeitet. „Wir freuen uns sehr, dass wir auch im Schuljahr 2017/ 2018 wieder Klassenfahrten zu den Bio-Bauernhöfen anbieten können.“

 

Folgende Bio-Bauernhöfe haben die Augsburger Kinder 2016/2017 betreut:•    Biolandhof Ellenrieder in Ustersbach•    Biolandhof Kreppold in Aichach•    Biolandhof Ritter in Balzhausen•    Biobetrieb Hammerl in Pöttmes•    Bio-Milchziegenhof Liebert in Wertingen•    Ferlhof in Hilgertshausen•    Kerlehof in Altomünster-Wollomoos•    Lukashof in Tandern•    Wengerhof in Mittelneufnach

Interessierte Lehrkräfte können sich gerne beim Biostadt Augsburg Team im Gesundheitsamt informieren und sich zur Teilnahme im Schuljahr 2017/2018 anmelden.

Gesundheitsamt, Alexandra WagnerTelefon: 0821 324 20 62Internet: www.augsburg.de/biostadtE-Mail: ernaehrung.gesundheitsamt@augsburg.deFacebook-Seite: „Biostadt Augsburg“https://www.facebook.com/Biostadt-Augsburg-1868094200136508/

 

Klassenfahrt zum Bio-Bauernhof, Biostadt Augsburg, Ernährung, Lebensmittel, Bildung, Geswundheit, Foto: Michael Hochgemuth, Stadt Augsburg
"Klassenfahrt zum Bio-Bauernhof". Diese Idee der Biostadt Augsburg ist ein großer Erfolg. Foto: Michael Hochgemuth, Stadt Augsburg
Klassenfahrt zum Bio-Bauernhof, Biostadt Augsburg, Ernährung, Lebensmittel, Bildung, Geswundheit, Foto: Michael Hochgemuth, Stadt Augsburg
"Klassenfahrt zum Bio-Bauernhof". Diese Idee der Biostadt Augsburg ist ein großer Erfolg. Foto: Michael Hochgemuth, Stadt Augsburg
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Mikroplastik torsten.mertz Do., 07.09.2017 - 09:46
Mikroplastik
Der unsichtbare Müll in unserer Umwelt
Mikroplastik. Foto Stephan Glinka

Plastik ist der wichtigste Werkstoff in unserem Wirtschaftssystem. Das, was ihn so bedeutsam macht, seine lange Haltbarkeit, ist zugleich ein Fluch für die Umwelt: Plastik ist biologisch praktisch nicht abbaubar. Die Teilchen, in denen es in Wasser, Luft und Boden vorkommt, werden allerdings immer kleiner – und gelangen so auch in die Nahrung.

Der Genuss, Meeresküsten, Seeufer oder Stadtstrände zu besuchen, wird sehr häufig durch angeschwemmte Plastiktüten, Getränkeflaschen oder anderem Müll aus Kunststoff getrübt. Doch das, was an den Ufern sichtbar wird, ist nur ein Bruchteil des Problems: Die bunten und transparenten Zeugen unserer Konsumgesellschaft sammeln sich massenhaft am Grund der Gewässer oder in den bekannten, gigantisch großen Plastikstrudeln in den Ozeanen. Im Laufe der Zeit werden sie in immer kleinere Teile zerrieben, in unsichtbare Mikroplastikpartikel, welche in den Gewässern treiben, in die Sedimente absinken, über Verdunstung in die Luft gelangen und sich in den Böden ablagern.

 

Mikroplastik als Trägermaterial

Plastikteilchen mit einer Größe unter fünf Millimetern kommen aber auch gezielt zum Einsatz, beispielsweise als Trägermaterial in Düngemitteln, als Schleifmittel in der Industrie oder in der Kosmetik. Hier bilden sie das Granulat in Peelings und fungieren als Füllstoffe, Bindemittel oder Antistatika in Make-ups, Gesichtscremes, Pudern oder Shampoos. In allen Fällen landet das Mikroplastik im Anschluss an seine Anwendung im Abwasser.

 

Unsere Kläranlagen können Mikroplastik nicht filtern

Problematisch dabei ist, dass Kläranlagen nicht darauf ausgerichtet sind, derart kleine Partikel herauszufiltern. Und wenn sie sich im Klärschlamm befinden, gelangen sie in einigen Fällen noch immer auf die Felder und Wiesen. Das gilt ebenso für die winzigen Plastikfasern, die pro Waschgang tausendfach aus synthetischer Kleidung oder aus Putzlappen ausgewaschen werden und für den Abrieb von Autoreifen. Von der Menge an Plastikmüll, die jährlich ins Meer wandert, bestehen zwischen 15 und 31 Prozent aus winzigen Plastikpartikeln, schätzt die Weltnaturschutzunion IUCN. Kunststoffe sind ausgesprochen stabil und werden in der Umwelt biologisch nahezu nicht abgebaut. Zersetzungszeiten von 450 Jahren und länger werden gegenwärtig angenommen. Darüber macht sich kaum jemand Gedanken, die/der Auto fährt, einen Fleecepulli trägt, oder ein Shampoo benutzt. 

 

Kosmetika ...

Dass die Wirksamkeit von Kosmetika nicht von den Kunststoffteilchen abhängt, zeigt sich auch daran, dass der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel seinen Mitgliedern empfiehlt, ohne Mikroplastik zu produzieren. In Ländern wie den USA und Kanada ist Mikroplastik in Kosmetika mittlerweile verboten. In Deutschland sollen die Hersteller bis 2020 freiwillig auf den Einsatz der Partikel verzichten. Zwar haben viele Unternehmen angekündigt, die Plastikpartikel aus ihren Produkten zu verbannen, doch nur wenige haben ihre Marken bislang konsequent umgestellt. Beim BUND können Sie nachlesen, welche Unternehmen versprochen haben, auf Mikroplastik zu verzichten - und wie weit sie gekommen sind. Einzig im Bereich Zahnpasta haben die Hersteller die Plastikwinzlinge bereits verbannt.

 

Definition: Was zählt zu Mikroplastik?

Derweil streiten Unternehmen und Umweltverbände darüber, was alles unter Mikroplastik zu verstehen sei. Das Kernproblem dabei ist: Aktuell gibt es noch keine allgemein anerkannte Definition des Begriffs „Mikroplastik“. Nach der gebräuchlichen Begriffsklärung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA), zählen Plastikteilchen und Plastikfasern unter 5 mm Größe zu Mikroplastik. Diese Definition hat allerdings keine Untergrenze und umfasst auch nicht Form, Oberfläche und chemische Zusammensetzung der Teilchen.

 

Streitpunkt: Flüssige Kunststoffe

Streitpunkte gibt es dadurch vor allem bei flüssigen Kunststoffen, wie sie in der Kosmetik eingesetzt werden. Sie sorgen z.B. als Filmbildner in Duschgelen für die gelartige Konsistenz. Zählen aber flüssige Kunststoffe auch zu Mikroplastik?

Je nach Ausgangspunkt werden unterschiedliche Definitionen gewählt. Umweltschutzorganisationen wie der BUND oder Greenpeace verwenden die Definition der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie. Diese schließen aber auch flüssige Polymere wie zum Beispiel Nylon-12, Acrylate Crosspolymer. Acrylates Copolymer oder Polyquaternium-7 mit ein.

 

Hersteller informieren nur über feste Teilchen

Die Hersteller jedoch beschränken sich bei der Definition meist auf Plastikteilchen in fester Form, erkennen lediglich Polyethylen (PE) als Mikroplastik an und propagieren auf diese Weise mikroplastikfrei zu sein. Laut ihrer Definition kommen sie also der selbst auferlegten Ausstiegsverpflichtung nach.

Das kritisierte im April 2017 auch Greenpeace: „Was die konventionelle Kosmetik uns als Mikroplastik-frei verkauft, ist eine Verbrauchertäuschung. Bekannte Kosmetik- und Körperpflegeprodukte, zum Beispiel aus der Nivea-Linie, haben nach wie vor ein Plastikproblem“. Im Greenpeace-Herstellercheck von April 2017 sind zahlreiche Produkte aufgeführt, die flüssige Polymere enthalten.

Wo Wirtschaft und Politik versagen, bleibt es leider wieder einmal an den Verbraucher*innen, sich aufwändig zu informieren. Eine einfache Regel, wie man die Kunststoffpartikel auf Anhieb erkennt, gibt es leider nicht. Wer auf Mikroplastik verzichten will, muss also genau hinschauen und die Deklaration der Inhaltsstoffe lesen. Anhaltspunkte sind Inhaltsstoffe mit Namen, in denen die Silbe „poly“ vorkommt.

 

TIPP:

Hinter folgenden Namen verbirgt sich Mikroplastik: Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET), Nylon-12, Nylon-6, Polyurethan (PUR), Acrylates Copolymer (AC), Acrylates Crosspolymer (ACS), Polyacrylat (PA), Polymethylmethacrylat (PMMA), Polystyren (PS). Quelle: BUND.

In welchen Produkten Mikroplastikbestanteile eingesetzt werden, zeigt ein Einkaufsratgeber des BUND. In der Regel kann man sich auf Produkte verlassen, die in Biomärkten und Reformhäusern angeboten werden. Im Hersteller-Check von Greenpeace finden Sie auf Seite 6 eine Liste von zertifizierten Naturkosmetik-Herstellern. Greenpeace: Plastik in Kosmetik – Deutsche Hersteller im Check (PDF)

 

Tipp:

Nutzen Sie Produkte von Naturkosmetikherstellern. Diese verwenden weder feste noch flüssige Kunststoffe. Das BDHI Prüfzeichen garantiert kontrollierte Naturkosmetik.

 

Bei jeder Wäsche werden Plastikpartikel ausgewaschen

Aber Kosmetika sind, wie bereits erwähnt, nur ein Teil des Problems. Eine Untersuchung der IUCN zeigt, dass Plastikpartikel aus synthetischer Kleidung und der Abrieb von Autoreifen die Ozeane in einem bislang nicht bekannten Ausmaß verschmutzen.  Zwei Drittel der Partikel dürften aber aus Kleidung (35 Prozent) und Reifenabrieb (28 Prozent) kommen. "Tägliche Aktivitäten wie Kleidung waschen und Autofahren tragen erheblich zu der Verschmutzung bei, die unsere Ozeane erstickt", sagte IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen. Pro Wäsche können sich hunderttausende Fasern aus den Textilien lösen und ins Abwasser gelangen. Es wird bereits an verschiedenen Wegen, dieses Problem zu bekämpfen, gearbeitet.

 

TIPP:

Es  gibt Waschbeutel gegen Microwaste, die kleinste Partikel abfangen, wie beispielsweise vom Berliner Start-up Guppyfriend.  Was auf jeden Fall hilft: auf Kleidung, Bettwäsche, Putzlappen etc. aus Kunstfasern zu verzichten und Produkte aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Hanf oder Wolle etc. zu verwenden.

 

Gesundheitliche Auswirkungen noch unbekannt

Dass Plastik nicht nur ein Problem der Ozeane ist, zeigen Untersuchungen am Gardasee, an der österreichischen Donau sowie an mehreren bayerischen Flüssen und Seen. Bei letzteren hat man herausgefunden, dass das Wasser selbst nur gering belastet ist, die Ufersedimente dafür umso stärker: An den Ufern des Starnberger Sees zum Beispiel fand man über 800 Plastikpartikel pro Quadratmeter – ähnlich viel wie an einem mäßig belasteten Mittelmeerstrand.

Welche Auswirkungen die Teilchen auf die Umwelt und auf die Gesundheit des Menschen haben, wurde bisher nur unzureichend untersucht. Aber die Zahl der Beweise dafür, dass diese Plastikpartikel sehr wohl einen Einfluss auf den Organismus haben, nimmt zu. Das gilt nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen. Die Indizien lasten so schwer, dass die UNO die winzigen Partikel zu einer von sechs Umweltbedrohungen erklärt hat, die tiefergehend erforscht werden sollen. "Die wissenschaftliche Gemeinschaft arbeitet mit Hochdruck daran zu verstehen, welche Auswirkungen Verunreinigungen mit Mikroplastik auf verschiedene Organismen haben. Dabei geht es auch um das Risiko für die Gesundheit des Menschen, das durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln entstehen könnte", heißt es in dem UN-Bericht.

Während größere Plastikteile in den Mägen von Tieren vor allem zu Verletzungen und Verstopfungen führen, und man bei Nanoteilchen (die ein Vielfaches kleiner sind als das Mikroplastik) vermutet, dass sie in die Zellen eindringen können, stehe man bei der Untersuchung der Auswirkungen der Mikroplastikteile noch ganz am Anfang.

Die allergrößte Menge der aufgenommen Plastikteilchen werde von den Lebewesen wieder ausgeschieden, erläutert Dr. Barbara Scholz-Böttcher vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg. In den Organismen findet man die Partikel daher auch nahezu ausschließlich im Magen-Darmtrakt und weniger im Muskelgewebe. Im Muskel und Fett der Tiere hingegen akkumulieren vor allem eher die Additive wie Schwermetalle, Weichmacher, Stabilisatoren oder Farbstoffe. Diese wurden zuvor aus den Kunststoffen herausgelöst, stammen zugleich aber auch aus zahlreichen anderen Quellen. Die Kunststoffmikropartikel wirken im Wasser allerdings auch wie Magnete auf Umweltgifte: Die Giftkonzentration an der Oberfläche der Plastikpartikel ist oft hundertmal höher als im Wasser selbst. Wenn Tiere diese Mikroplastikpartikel fressen, besteht das Risiko, dass sie hierüber Gifte mit aufnehmen.

Die Aufnahme von Mikroplastik über die Luft dürfte aber um ein Vielfaches größer sein. Allein im Hausstaub finden sich unzählige feinste Plastikfasern, beispielsweise aus Putztüchern, Bettwäsche oder Sport- und Funktionskleidung, die fast jeder Haushalt besitzt.

 

Mehr Info:

Greenpeace-Hersteller-Check: Greenpeace: Plastik in Kosmetik – Deutsche Hersteller im Check (PDF)

BUND- Einkaufsführer Mikroplastik

Der Stammtisch "Plastikfreies Leben in Augsburg" findet jeden ersten Dienstag im Monat im Café Anna statt. Mehr Infos: www.plastikfreies-augsburg.de

 

Petitionen:

Mit der Online-Petition „Kein Plastikmüll in der Umwelt“ fordert der Verbraucherservice Bayern eine Pflichtabgabe auf alle Kunststoffprodukte. Mit dieser Abgabe soll zum einen der Eintrag in die Umwelt drastisch reduziert, zum anderen bereits vorhandener Plastikmüll beseitigt werden.

 

 

 

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