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Der nachhaltige Dienstag - Thema: Fair Fashion

Der nachhaltige Dienstag: Fair Fashion

Weltladen Augsburg
Weite Gasse 3
86150
Augsburg
Nachhaltiger Dienstag, Grafik: Umweltstation Augsburg
Im Rahmen des Fairen Woche 2022 „Fair steht dir – #fairhandeln für Menschenrechte weltweit“ geht es am nachhaltigen Dienstag auf einen Rundgang zum Thema Textilien.

Fair Fashion – wie sieht das in Augsburg aus?

 

Wie wir uns kleiden und was wir essen ist nicht egal: Mit unserem Lebensstil bringen wir unser Werte zum Ausdruck. Immer mehr Menschen achten dabei auf soziale und ökologische Kriterien. Der faire Handel bietet dafür eine gute Anlaufstelle. Transparente Lieferkette, die Förderung von Frauen und ein Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit sind einige Kernpunkte des fairen Handels, die für menschenwürdige Arbeitsbedingungen im Textilbereich sorgen.

Im Rahmen der Fairen Woche machen sich die Veranstalter*innen des nachhaltigen Dienstags auf den Weg, die Textil-Lieferketten näher zu beleuchten und auf die globalen Zusammenhänge unsere täglichen Entscheidungen aufmerksam zu machen. Anhand von konkreten Beispielen von Handelspartnern in Augsburg zeigt die Referentin, wie menschenwürdige Arbeitsbedingungen im Textilbereich umgesetzt werden.

 

Info

  • Wann: Dienstag, 4. Oktober 2022, 17-18 Uhr
  • Treffpunkt: Weltladen Augsburg , Weiße Gasse 3
  • Referentin: Ute Michalik, Weltladen Augsburg und Werkstatt Solidarische Welt
  • Kosten: keine
  • Anmeldung: veranstaltung@us-augsburg.de
  • Anbieter: Linda Kaindl, Umweltstation Augsburg
Event-Termin
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Hängengelassen – die Altkleiderwelle

Hängengelassen – die Altkleiderwelle
Die Kunstinstallation "Hängengelassen" gehört zum nachhaltigen Rahmenprogramm der KANU-WM 2022 in Augsburg. Lass dich beim Spaziergang durch Augsburgs Altstadt inspirieren von drei "Wellen" zu den Themen Fast Fashion, Plastikmüll und soziale Ungleichheit.
'Hängengelassen - die Altkleiderwelle' heißt diese Kunstinstallation, die anlässlich der KANU WM 2022 in der Augsburger Altstadt installiert wurde. Foto: Carolin Loser

Für unsere Kleidung gelten heutzutage Superlative: schnell, schneller, Fast Fashion. Klamotten werden billiger, Verkaufszahlen höher, getragen wird kürzer, die Qualität ist schlechter. Darunter leiden besonders die Textilarbeiter*innen, unsere Umwelt und das Klima - sie werden wortwörtlich ‚hängengelassen‘.

 

„Hängengelassen – die Altkleiderwelle“ – so heißt auch eine der drei Kunstinstallationen rund um die Themen Wasser und soziale Ungleichheit, die während der Kanu WM 2022 in Augsburg auf die Folgen menschlichen Handelns für Umwelt und Gesellschaft aufmerksam machen.

 

Wäscheleinen in der Pfladergasse

Zwischen den Hauswänden der Pfladergasse wurden fünf Wäscheleinen gespannt, auf denen eine bunte Auswahl an Altkleidern hängt. Von der wild gemusterten Bluse bis zum gestreiften Baby-Strampler ist alles dabei. Alle Kleidungsstücke dieser Installation wurden bereits von ihren Besitzern oder Besitzerinnen entsorgt, obwohl sie noch sehr gut erhalten sind.
Zwischen den bunt wehenden und eher fröhlich anmutenden Kleidern informieren Banner mit Schlagwörtern beziehungsweise Zahlen über den ernsten Hintergrund von Fast Fashion: 2700 Liter Wasser für ein T-Shirt, 1.134 Tote beim Unglück von Rana Plaza in Bangladesh, rund eine halbe Millarde Kilo Mikroplastik in unseren Gewässern. Die nackten Zahlen und Daten sollen die Passant*innen neugierig machen. Wer mehr Details erfahren möchte, erhält auf Texttafeln Hintergrundinfos.

 

KANUANCEN zur KANU WM 2022

Was dort einige Meter über den Köpfen der Menschen im Wind weht, wurde von Mitgliedern des Habitat Vereins sowie Studierenden der Hochschule Augsburg gestaltet und macht auf die Problematik unseres massenhaften Textilkonsums und dessen Auswirkungen aufmerksam. Sie haben ihre Installationen "KANUANCEN" genannt. Die KANUANCEN sind während der Kanu-Weltmeisterschaft vom 26. bis 31. Juli 2022 in der Augsburger Innenstadt zu sehen. Sie entstanden in Zusammenarbeit der Stadt Augsburg mit dem Habitat Augsburg e.V. und der Hochschule Augsburg. Auf dem Lifeguide wird das Projekt inhaltlich vom Büro für Nachhaltigkeit begleitet.

 

Was kann ich tun? Tipps zum Thema:

Rasant wechselnde Trends

  Saison für Saison werden Tonnen an Kleidung in Billiglohnländern produziert. Diese werden bei uns zu Niedrigst-Preisen verkauft und im nächsten Jahr wieder aus unseren Kleiderschränken aussortiert. In hoher Geschwindigkeit lösen sich Modetrends ab und was vor wenigen Monaten noch angesagt war, muss neuen Schnitten, Farben und Mustern weichen. So lassen große Modeunternehmen beispielsweise in Bangladesch Unmengen an Kleidung unter inhumanen Umständen anfertigen. Hier leiden meist Frauen und Mädchen unter viel zu langen Arbeitstagen und erhalten dafür einen Hungerlohn. Ihr Arbeitsalltag ist geprägt von Unterdrückung und unsicheren Arbeitsplätzen.

 

Der Stoff, aus dem unsere Kleider sind

Neben menschenverachtenden Arbeitsbedingungen bei der Produktion bringt Fast Fashion weitere schwerwiegende Probleme mit sich. Dies beginnt bereits bei der verarbeiteten Baumwolle, die meist in riesigen Monokulturen angebaut wird, die sehr viel Wasser benötigen. Der Anbau findet allerdings meist in Ländern statt, in denen eh schon Wasserknappheit vorherrscht. Handelt es sich nicht um Bio-Baumwolle, sondern um konventionelle, werden bei der Kultivierung oftmals Pestizide, bei der Weiterverarbeitung andere starke Chemikalien eingesetzt. Synthetische Chemiefasern wie etwa Polyester tragen genauso zur Belastung der Umwelt bei, denn sie verursachen Mikroplastik und für ihre Herstellung wird Erdöl benötigt.

 

Ab ins Ausland - kurzsichtige ‚Problembeseitigung‘

Beim Konzept der Fast Fashion leidet auch die Qualität, da in kürzester Zeit möglichst viele Kleidungsstücke produziert und geliefert werden müssen. Hauptsache viel und schnell, ganz egal wie und unter welchen Umständen. Kaum ist ein Kleidungsstück in einem Laden ausgestellt, muss es einem neueren Trend weichen. Das hat ein  immenses Müllproblem zur Folge. Die ‚alten’ Klamotten werden weggeworfen, in Containern entsorgt und ins Ausland verfrachtet. Dort landen sie auf riesigen Müllbergen. Ein Beispiel dafür ist die Atacama-Wüste in Chile. Hier kommen täglich bis zu mehreren Tonnen Altkleider mitten in der Natur an. In den meisten Fällen handelt es sich um noch intakte und tragbare Kleidungsstücke – auch wenn sie bei uns weggeworfen werden, nur weil sie nicht mehr den aktuellen Trendvorgaben entsprechen.

Die Altkleider zersetzen sich auf diesen Müllhalden aufgrund der vielen verarbeiteten synthetischen Stoffe nur sehr langsam. Deren Verbrennung ist nicht nur für die Luft schädlich, sondern setzt auch Chemikalien frei, die teilweise ins Grundwasser gelangen. Zudem kommen viele einkommensschwache Menschen zu den Müllbergen, um noch verwendbare Stücke herauszusuchen und weiterzuverkaufen.

 

Was kann ich als Einzelperson tun?

Der erste entscheidende Schritt ist es, sich von dem Gedanken zu verabschieden, dass das persönliche Tun nicht zum Gesamtwohl beiträgt und man deshalb das eigene Kaufverhalten nicht kritisch zu hinterfragen braucht. Jeder einzelne Mensch beeinflusst durch sein Einkaufsverhalten die Nachfrage und damit folglich auch das Angebot.

Es ist immens wichtig, sein Bewusstsein für die ökologischen und sozialen Missstände von Fast Fashion und den eigenen Konsum zu schärfen und das persönliche Verhalten entsprechend anzupassen. Zentral ist ein achtsamer und dankbarer Umgang mit Kleidung, sie wertzuschätzen und nicht nur als Wegwerfprodukt zu betrachten. Durch langes Tragen, Tauschen, Verschenken, Reparieren, Leihen, Spenden und Upcycling lässt sich die Lebensdauer der Kleidung maximieren.

 

Entscheidet ihr euch dazu, ein neues Kleidungsstück zu kaufen, solltet ihr zunächst das eigene Kaufverhalten reflektieren. Lasse ich mich von Greenwashing blenden, oder hinterfrage ich kritisch, wenn Modekonzerne sich und ihre Kleidung als nachhaltig anpreisen?

 

Brauche ich das neue Shirt wirklich?

Oftmals hilft vor einem Kauf auch die Frage, ob man das gewollte Teil wirklich braucht – so lässt sich sicherlich der ein oder andere unnötige Schnellkauf vermeiden, gerade wenn es sich um Aktionstage wie den Black Friday mit vermeintlich stark reduzierten Artikeln handelt.

Soll es doch zum Kauf kommen, so kann man sich im Vorhinein über die Arbeitsbedingungen, Lieferketten sowie eingesetzten Materialien der Kleidung informieren und entsprechend Slow bzw. Fair Fashion Produkte erwerben. Anlaufstellen können dafür etwa Second-Hand/Öko/Fair-Trade Läden, Flohmärkten oder Kleidertauschpartys sein.

 

Tipps zum Thema:

 

Wer mehr wissen möchte - Quellen:

Deutsche Presseagentur (2021): Atacama-Wüste: Friedhof der Altkleider. Die Rheinpfalz.

https://www.rheinpfalz.de/panorama_artikel,-atacama-w%C3%BCste-friedhof… (letzter Zugriff am 20.06.2022)

 

Umweltmission (o.D.): Was ist Fast Fashion? Definition, Marken und Auswirkungen. Umweltmission.

https://umweltmission.de/wissen/fast-fashion/#Warum_Fast_Fashion_weitre… (letzter Zugriff am 21.06.2022)

 

Schulz, Christoph (2019): Fast Fashion – Fakten, Ursachen, Folgen & Lösungen. CareElite.

https://www.careelite.de/fast-fashion/#folgen (letzter Zugriff am 20.06.2022)

 

hier gelangt ihr zu den Quellen der Informationen, die sich auf den Infotafel bei der Installation befinden: https://docs.google.com/document/d/1mt5KsU4k6UK7DlZJ7BOlN4qkmeYQU3ER/edit

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The Fast-Fashion Wave

The Fast-Fashion Wave
The Fast-Fashion Wave is part of the cultural-support program of the 2022 Canoeing World Championships in Augsburg. Get inspired by three artistic waves representative of the topics fast-fashion, plastic-pollution, and social inequality.
This installation is called The Fast-Fashion Wave, created for the cultural-support program of the 2022 Canoeing Wold Championship in Augsburg. Image: Carolin Loser

Nowadays, the clothing industry is plagued by superlatives: fast, faster, fast-fashion. Clothes are getting cheaper, sales figures higher, items are worn for shorter periods of time, the quality is worse. Especially the textile workers, our environment and the climate suffer from this. This art installation is intended to visually draw attention to the problems of our mass textile consumption and its severe effects.

 

The Fast-Fashion Wave is one of three installations concerning water and social inequality, that will draw attention to the consequences of human actions on the environment and society. They are placed in Augsburg's old town during the Canoeing Worldchampionship 2022.

 

 

Clotheslines in the Pfladerngasse

Five washing lines were stretched between the walls of Pfladergasse, on which a colorful selection of old clothes is hanging. Everything is included - from wildly patterned blouses to striped baby rompers. All of these clothing items have already been disposed by their former owners, although they are still in very good condition.

Between the rather cheerful-looking clothes, banners with keywords or numbers provide information about the serious background of fast fashion: 2,700 litres of water for one t-shirt, 1,134 deaths in the Rana Plaza accident in Bangladesh, around half a billion kilos of micro plastic in our waters. he bare numbers and dates are intended to arouse the curiosity of people walking by. More information are provided on text panels standing next to the installation.

 

 

CANOUANCES ON THE OCCASION OF THE CANOEING WORLDCHAMPIONSHIP 2022 

The project consists of three waves: The Fast-Fashion Wave, The Plastic-Waste Wave by Stefan Kaindl and The Solidarity Wave. The CANOUANCES are located in Augsburg's old town during the Canoeing Worldchampionship from July 26 to 31. They were created in cooperation between the City of Augsburg, the Habitat Augsburg Association and the Augsburg University of Applied Sciences. Here on the Lifeguide, the project is accompanied by the Office for Sustainability Augsburg. 

Rapidly Changing Trends

Every season large volumes of clothing articles are produced in developing countries. These are then sold in the developed world at very low prices, only to be thrown out once the next trend-wave comes crashing onto the shore. Change comes and goes like a high-speed train in this industry, loading off new fabrics, cuts, and trends, and carting off the old, unwanted ones. In the case of the fashion economy, “old” can be defined by months, if not weeks. This is made possible by influential enterprises speedily having clothes produced in low-income regions, such as Bangladesh. Here, the working environment is inhumane and the workers, who are largely women and girls, are made to labor for insuperable and meager wages. Their days are marked by oppression and a constant fear for their safety.

 

 

The materials our clothes are made of

However, the appalling working conditions and the poor treatment of laborers are only two of the problems that beset the fast-fashion industry. You must look no further than the materials themselves, such as cotton and polyester. The cultivation of cotton results in monocultures in the areas in which it is produced. What’s more, cotton plantations require large amounts of water for irrigation, yet are often located in countries that suffer from severe water shortages. And if the cotton isn’t organic, pesticides and other strong chemicals are employed. Synthetic fiber such as polyester similarly burdens the environment, as its production requires the use of fossil fuels and the material itself sheds microplastics.

 

 

Export to other Countries 

In the fast-fashion world, it’s not just workers and the environment that suffer; the quality does, too. The reason is that speed is one of the greatest factors for success in this lucrative business. As long as a product is made and shipped quickly, the quality of the piece or the circumstances of its making are of no importance. In fact, fast-fashion companies often aren’t quick enough before many of the pieces have even hit the shop window, a new trend comes rolling into the station, and the “old” is replaced by the new. What follows is an indisputable waste issue, as the replaced items are sent to poorer areas of the world, where they end up in landfills.  An apt example is Atacama Desert in Chile, where daily tons of clothes are dumped in the middle of nature. It is true that, due to the poor quality of the pieces, they do not last very long and wearing them for some time will leave them visibly frayed. However, many of these articles are brand-new and undamaged, thrown out for the sole reason of no longer meeting the latest trends.

Due to the many synthetic fabrics used in the production of the apparels, they degenerate very slowly. Moreover, burning them not only harms the atmosphere, but likewise releases certain chemicals that seep into the earth, and eventually the groundwater. Some people with low-income try to eke out a livelihood by combing through landfills for items to sell.

 

 

What can I do?

The first decisive step is to abandon the idea that one's personal actions do not contribute to overall change, and that one therefore does not need to critically scrutinize one's purchasing behavior. Many individuals generate demand through their purchasing behavior and consequently influences supply. It is immensely important to educate oneself on the ecological and social issues of fast-fashion, to adjust one’s consumption and behavior accordingly. The key is to treat clothing with respect and gratitude, to value it and not simply regard it as a disposable product. Long wear, swapping, giving away, repairing, borrowing, donating, and upcycling can maximize the longevity of clothing articles. If you decide to buy new clothes, first reflect on your current purchasing behavior. Are you blinded by greenwashing, or do you critically question when fashion companies promote themselves and their clothing as sustainable?

 

 

Do I really need it?

It often helps to ask yourself whether you really need the item you want - this is certainly a good way to avoid unnecessary quick-buys, especially on days such as Black Friday, when items are supposedly heavily discounted. If you indeed decide to buy the article, you might want to find out about the working conditions, supply chains, and materials used in advance, and buy slow or fair fashion products. Second-hand/eco/fair-trade stores, flea markets or clothing swap parties are ideal places to start.

 

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German
Faire Waren aus Nepal, Indien und Tibet. Bei der Herstellung im jeweiligen Land wird auf faire Löhne geachtet, große Teile der Produktion in Nepal sind noch in Familienhand.
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SHOW
Ort

Mittlerer Lech 48
86150 Augsburg
Deutschland

E-Mail
info [at] nepal-shop.de

Im Herzen der Augsburger Altstadt verkauft der Nepal Shop Waren aus Nepal, Indien und Tibet.

Bei der Herstellung im jeweiligen Land wird auf faire Löhne geachtet, große Teile der Produktion in Nepal sind noch in Familienhand. In dem gemütlichen Laden können eine Vielzahl natürlicher Textilien, wie auch handgefertigte Accessoires und Sammlerstücke mit traditionellen Einflüssen bestaunt und erworben werden.

 

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Montag - Samstag 11 bis 18 Uhr
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Der „fair fashion guide“

Der „fair fashion guide“
Ein Projekt der Iller-Lech-Weltläden in Zusammenarbeit mit dem Get-Changed-Network
Titelbild Fair Fashion Guide

Nachhaltigkeit ist auch in der Textilindustrie ein zentrales Thema. Der „fair fashion guide“ bietet Hilfe in Sachen sozial und ökologisch produzierter Mode, listet 70 Läden in Allgäu und Schwaben auf und verschafft Überblick im Gütesiegel-Dschungel.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit die ertragreichste Konsumgüterbranche Deutschlands. Gleichzeitig ist sie sehr von der Globalisierung geprägt. Immer noch werden Textilien in Entwicklungsländern zu billigen Preisen hergestellt. Nicht nur die Menschen, die ohne fairen Lohn und unter harten, größtenteils gesundheitsschädlichen Bedingungen arbeiten müssen, leiden darunter. Auch die Umwelt leidet stark unter der Produktion von Rohfasern, Pestiziden und giftigen Farbstoffen. Nachhaltigkeit ist also auch in der Kategorie der Textilien ein großes Thema.

 

Das Projekt "fair fashion guide" und was er zu bieten hat:

Weltläden, wie der Weltladen Augsburg, beschäftigen sich schon lange mit fairen Bedingungen für Textilarbeiter*innen und wissen, wo man faire und ökologisch einwandfreie Kleidung in der Region findet. Diese Liste wollen sie den Menschen  zugänglich machen. Deshalb entwickelten die Iller-Lech-Weltläden zusammen mit dem Get-Changed-Netzwerk einen Fairen Modeführer, den „fair fashion guide“. Er listet über 70 Geschäfte in Schwaben und Allgäu auf, die nachhaltige, ökofaire Textilien anbieten. Auch Läden mit Second-Hand-Mode sind angegeben. Diese Art der Mode ist besonders nachhaltig, weil keine weiteren Rohstoffe verbraucht werden.

Neben den aufgelisteten Shops werden weitere Aspekte zu Nachhaltigkeit in der Textilindustrie angesprochen. Zum Beispiel werden kurz und knapp die Herausforderungen in der Lieferkette, wie die ökologischen und sozialen Kriterien, beschrieben. Und um den Überblick zu behalten werden acht Zertifikate und Gütesiegel vorgestellt, mit denen Kleidung gekennzeichnet wird.

Ziel des „fair fashion guide“ ist vor allem ein Bewusstsein zu schaffen. Faire Mode ist zwar meist etwas teurer als herkömmliche Modeartikel, aber auch qualitativ hochwertiger. Sie hält länger und bietet den Menschen, die sie herstellen, eine Perspektive. Das wichtigste ist, zu verstehen, dass das eigene Konsumverhalten direkte Folgen für den Herstellungsprozess hat.

 

Lohnt sich die Anschaffung?

Der „fair fashion guide“ ist ein nützliches Hilfsmittel in Sachen fairer Kleidung. Man behält im Gütesiegel-Dschungel leicht den Überblick. Zwar sind die einzelnen Shops nur mit Namen und Adresse gelistet, aber eine Legende gibt Hilfestellung. Für Augsburg sind nur acht Adressen verzeichnet, aber dafür gibt es über 60 Shops im Allgäu oder Schwaben. Viele der Läden, die verzeichnet sind, können auch über Get-Changed näher betrachtet werden. Da die Schrift in dem Heft relativ klein ist, bietet es sich für Menschen die damit Probleme haben, auf jeden Fall an den „fair fashion guide“ als PDF runterzuladen. Dafür ist das kleine Heftchen handlich genug, um überall mithingenommen zu werden und eignet sich hervorragend zum Verschenken. Für alle erhältlich ist der „fair fashion guide“ in den Iller-Lech-Weltläden, oder online als PDF-Datei.

INFO:

Iller-Lech-Weltläden: 1996, also vor mittlerweile 23 Jahren, schlossen sich 30 Weltläden in der Region Iller-Lech zu einem gemeinsam agierenden Netzwerk zusammen. Über gemeinsame Aktionen wie „XXXL – wir tragen fair“ wird der Zusammenhalt der Weltläden auch nach außen getragen. Diese Aktion wurde von der Berliner Ethical Fashion Week mit der „Spitzen Nadel“ ausgezeichnet. Sie sollte auf die herrschenden Missstände in der Textilproduktion aufmerksam machen.

Get Changed: Das Fair Fashion Network ist ein in der Schweiz eingetragener Verein, der zum Ziel hat, modebewusste und kritische KonsumentInnen rund um das Thema Fair Fashion zu informieren und Interessengruppen zu vernetzen. Basis des Netzwerks ist der Fair Fashion Finder, der es Konsumentinnen und Konsumenten ermöglicht, faire Mode schnell und einfach finden.

 

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