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Critical Mass in Königsbrunn

Critical Mass in Königsbrunn

Europaplatz
86343
Königsbrunn
Umweltfreundlich unterwegs mit dem Fahrrad. Foto: Critical Mass Königsbrunn
"Wir sind der Verkehr!" Kreative Form des Straßenprotestes mit mindestens 16 Radler*innen.

Jetzt gibt es auch in Königsbrunn bei Augsburg eine monatliche Critical Mass Aktion. Mit einer Fahrraddemo wirbt Critical Mass für mehr Fahrradverkehr in Städten und Gemeinden - das ist umweltfreundlich und gesund. Seid mit euren Fahrrädern dabei, wenn es an jedem letzten Freitag im Monat um die Mobilität der Zukunft geht: ohne Abgase und mit Muskelkraft. Treffpunkt: 17 Uhr am Europaplatz.

 

Wir sind der Verkehr!

RadfahrerInnen und FußgängerInnen brauchen ihren Platz in der Stadt. Mit einer monatlichen Critical Mass wird nun auch in Königsbrunn darauf aufmerksam gemacht, dass Radfahrer*innen - ebenso wie motorisierte Fahrzeuge  - Teil des Straßenverkehrs sind. Mit dieser kreativen Form des Straßenprotests wollen sie nicht den Verkehr blockieren, sondern Teil des Verkehrs sein. Ihr Credo: „Wir sind der Verkehr!“

 

Mehr als 15 Fahrradfahrer*innen sind laut Straßenverkehrsordnung ein „geschlossener Verband“. Sie dürfen gemeinsam auf der Fahrbahn fahren (§ 27 Abs. 1 StVO) und gelten vom Anfang bis zum Ende als ein Fahrzeug. Hat eine Gruppe von Radler*innen also die „kritische Masse“ von mindestens 16 Fahrrädern erreicht, darf sich die Gruppe wie ein großes Fahrzeug auf der Fahrbahn und im Straßenverkehr verhalten und kann Raum für sich beanspruchen.

Der Treffpunkt für die Critical Mass in Königsbrunn ist jeden letzten Freitag im Monat um 17.00 Uhr auf dem Europaplatz – Besucher*innen aus anderen Städten sind herzlich willkommen!

 

Seit 1992 gibt es weltweit Critical-Mass-Rides

Critical Mass, also die „kritische Masse“, ist eine weltweite Bewegung. Die erste „Critical Mass“ genannte Aktion fand im September 1992 in San Francisco statt. Seidem treffen sich Radfahrer*innen weltweit zu gemeinsamen Fahrten durch die Städte. Eine Critical Mass wird nicht nicht von einzelnen Personen organisiert. Dies gilt auch für die Critical Mass Königsburnn. Bei den Critical-Mass-Rides handelt es sich nicht um eine genehmigungspflichtige Demonstration, sondern um eine Gruppe von Radfahrer*innen, die gemeinsam durch die Stadt fahren. Daher gibt es weder Veranstalter noch Ansprechpartner für die Behörden.

Event-Termin
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redaktion@lifeguide-augsburg.de

Critical Mass in Königsbrunn

Critical Mass in Königsbrunn

Europaplatz
86343
Königsbrunn
Umweltfreundlich unterwegs mit dem Fahrrad. Foto: Critical Mass Königsbrunn
"Wir sind der Verkehr!" Kreative Form des Straßenprotestes mit mindestens 16 Radler*innen.

Jetzt gibt es auch in Königsbrunn bei Augsburg eine monatliche Critical Mass Aktion. Mit einer Fahrraddemo wirbt Critical Mass für mehr Fahrradverkehr in Städten und Gemeinden - das ist umweltfreundlich und gesund. Seid mit euren Fahrrädern dabei, wenn es an jedem letzten Freitag im Monat um die Mobilität der Zukunft geht: ohne Abgase und mit Muskelkraft. Treffpunkt: 17 Uhr am Europaplatz.

 

Wir sind der Verkehr!

RadfahrerInnen und FußgängerInnen brauchen ihren Platz in der Stadt. Mit einer monatlichen Critical Mass wird nun auch in Königsbrunn darauf aufmerksam gemacht, dass Radfahrer*innen - ebenso wie motorisierte Fahrzeuge  - Teil des Straßenverkehrs sind. Mit dieser kreativen Form des Straßenprotests wollen sie nicht den Verkehr blockieren, sondern Teil des Verkehrs sein. Ihr Credo: „Wir sind der Verkehr!“

 

Mehr als 15 Fahrradfahrer*innen sind laut Straßenverkehrsordnung ein „geschlossener Verband“. Sie dürfen gemeinsam auf der Fahrbahn fahren (§ 27 Abs. 1 StVO) und gelten vom Anfang bis zum Ende als ein Fahrzeug. Hat eine Gruppe von Radler*innen also die „kritische Masse“ von mindestens 16 Fahrrädern erreicht, darf sich die Gruppe wie ein großes Fahrzeug auf der Fahrbahn und im Straßenverkehr verhalten und kann Raum für sich beanspruchen.

Der Treffpunkt für die Critical Mass in Königsbrunn ist jeden letzten Freitag im Monat um 17.00 Uhr auf dem Europaplatz – Besucher*innen aus anderen Städten sind herzlich willkommen!

 

Seit 1992 gibt es weltweit Critical-Mass-Rides

Critical Mass, also die „kritische Masse“, ist eine weltweite Bewegung. Die erste „Critical Mass“ genannte Aktion fand im September 1992 in San Francisco statt. Seidem treffen sich Radfahrer*innen weltweit zu gemeinsamen Fahrten durch die Städte. Eine Critical Mass wird nicht nicht von einzelnen Personen organisiert. Dies gilt auch für die Critical Mass Königsburnn. Bei den Critical-Mass-Rides handelt es sich nicht um eine genehmigungspflichtige Demonstration, sondern um eine Gruppe von Radfahrer*innen, die gemeinsam durch die Stadt fahren. Daher gibt es weder Veranstalter noch Ansprechpartner für die Behörden.

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Augsburger Radlwoche

Augsburger Radlwoche

bis 24. September 2022
an verschiedenen Orten in ganz Augsburg
Augsburger Radlwoche 2022
Noch bis zum 24. September: Lastenfahrradrennen, Codieraktion zum Diebstahlschutz, ein frühes Frühstück für Early-Bird-Radler*innen, Drive by music-Konzert, Pumptrack-Rennen und vieles mehr: Die Augsburger Radlwochen bieten ein tolles Programm.

Vom 16. bis 24. September dreht sich in Augsburg wieder alles um das Thema Fahrradfahren. Im Folgenden nur ein kleiner Auszug aus dem Programm: Zum gesamten Programm kommt ihr hier.

 

  • Radlcheck 17. und 24. September, jeweils von 10 bis 16 Uhr am Königsplatz Kostenloser Quickcheck. Kleine Mängel werden sofort behoben.
  • Codieraktion zum Diebstahlschutz 17., 18., 24. September, jeweils 10 bis 16 Uhr am Königsplatz
  • Flying Elephant Cargo Bike Race und Testparcours, Sonntag, 18. September,10 bis18 Uhr am Königsplatz. Lastenradrennen für die ganze Familie, freies Training sowie Lastenradtestparcours und Rennen.
  • Pumptrack-Rennen und das Feuerrote Soundmobil Montag, 19. September, ab 16 Uhr, Pumptrack-Anlage im Griesle, Dr.-Otto-Meyer-Straße.
  • Gravelride Dienstag, 20. September, 17 bis 19 Uhr ab Königsplatz, sportliche Feierabend-Runde mit Gravelbikes / Mountainbikes durch die Wälder.

Das Programm zur Radlwoche wird zu großen Teilen ehrenamtlich gestaltet von Augsburgerinnen und Augsburgern.

 

Frühstück an ausgewählten Orten

Gleich zum Start am Freitag, 16. September, wird der ein oder andere Radfahrende an verschiedenen Orten in der Stadt ab 7:30 Uhr mit einem Fahrrad-Frühstück und am Mittwoch, 21. September, ab 17 Uhr mit einem Feierabend-Radler überrascht (solange der Vorrat reicht).

 

Kampagne „Fair im Verkehr“

Während der Radlwoche wirbt die Stadt Augsburg unter dem Motto „Fair im Verkehr“ wieder für ein gutes Miteinander auf Augsburgs Straßen – u.a. mit Radiospots, Postkarten und einer Social-Media- Kampagne.

 

STADTRADELN: Preisverleihung und Abschlussveranstaltung

Vom 2. bis 22. Juli haben sich rund 4.900 Augsburgerinnen und Augsburger an der internationalen Kampagne STADTRADELN des Klima-Bündnisses beteiligt und jeden ihrer geradelten Kilometer gezählt – ob zur Arbeit, in die Schule oder in der Freizeit. Insgesamt sind die Teilnehmenden mehr als 947.000 Kilometer gefahren und erzielten damit das bislang beste Ergebnis in Augsburg. Die fleißigsten Teams und Radfahrenden werden auch in diesem Jahr wieder ausgezeichnet. Unter allen Kilometer-Sammlerinnen und -sammlern wird zudem ein Rad verlost. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr im Rahmen der Augsburger Radlwoche am Samstag, 24. September, von 10 bis 12 Uhr, auf der Bühne am Königsplatz statt.

 

Alle Informationen zur Radlwoche werden auf augsburg.de/radlwoche bekanntgegeben. Der Programmflyer und Innenstadtplan für Radlerinnen und Radler ist dort online und zudem in der Bürgerinformation am Rathausplatz erhältlich.

 

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Komm mit deinem Rad zur „bewegten Sitzung“

Komm mit deinem Rad zur „bewegten Sitzung“

Am Fischertor
86152
Augsburg
Critical Mass in Augsburg. Foto: Critical Mass Augsburg
Das Augsburger Fachforum Verkehr lädt zum 4. Mal zu einer bewegten Sitzung ein. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie attraktiv sind unsere Fahrradwege?

Schwing dich auf dein Rad und radele mit bei der 4. bewegten Sitzung des Fachforums Verkehr der Lokalen Agenda 21 - für ein zukunftsfähiges Augsburg! Ziel ist diesmal die Stadtbachstraße. In der Gruppe fahrt ihr die Strecke ab und dokumentiert Schwachstellen.

Am Ende der bewegten Sitzung diskutieren alle Teilnehmer*innen über zukunftsorientierte Aufteilung von Verkehrsflächen.

    „Am Beispiel der Stadtbachstraße wird veranschaulicht, dass selbst bei Straßenneubauten die Belange von Radfahrer*innen nicht angemessen berücksichtigt werden.“

    Fachforum Verkehr der Lokalen Agenda 21 - für ein zukunftsfähiges Augsburg

    INFO:

    • Start: 18. Juli 2022, 16.30 Uhr, Treffpunkt: Ecke Fischertor / Thommstraße
    • Die bewegte Sitzung startet am Fischertor und führt über die MAN-Kreuzung zur Stadtbachstraße über die Berliner Allee mit MAN-Brücke zur Hans-Böckler-Straße.
    • Um 18 Uhr endet die Fahrradsitzung im Biergarten Wirtshaus am Lech.
    • Du willst mitmachen? Dann brauchst du ein verkehrssicheres Fahrrad und solltest dich bitte anmelden: per Mail an  fachforum-verkehr@menschen-und-wege.de
    Event-Termin
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    Lastenfahrräder in unsere Städte!

    Lastenfahrräder in unsere Städte!
    Interview mit den Fahrradexperten Sven Külpmann und Christoph Mießl, die ihr umfangreiches Wissen im Augsburger Lastenfahrradladen Elephant Cargo weitergeben.
    Sven Külpmann (links) und Christoph Mießl, Fahrradexperten des Augsburger Lastenfahrradladens Elephant Cargo. Foto: Cynthia Matuszewski

    Wir wollen die Ressourcen, die wir haben, richtig einsetzen. Wenn wir mit Lastenfahrrädern im Mobilitätsbereich Energie einsparen, bleibt Energie für andere Schwerpunkte in unserem Leben übrig. Ganz zu schweigen von den volkswirtschaftlichen Kosten, die das Fahrrad einspart.

    Sven Külpmann, Fahrradexperte vom Augsburger Lastenfahrradladen Elephant Cargo

    Eine Stadt muss lebenswert sein – das ist die Meinung von Sven Külpmann und Christoph Mießl. Und lebenswert ist eine Stadt vor allem dann, wenn sie durch Fahrräder menschen- und umweltfreundlicher gemacht werden. Gemeinsam verfügen Sven und Christoph über mehr als 30 Jahre Erfahrung mit Fahrrädern. Ihre umfangreiche Expertise teilen sie seit Mai 2021. Sie führen die Lastenfahrrad-Filiale des Dynamo Fahrradladen, das Elephant Cargo. In ihrem Entwurf einer zukunftsfähigen Stadt spielt die bewusste Entscheidung für das Lastenfahrrad – sowohl bei Familien als auch bei Unternehmen - eine zentrale Rolle. Wir treffen sie in ihrer Fahrrad-Werkstatt am Brunnenlech.

     

    Was macht Lastenfahrräder für Unternehmer*innen so attraktiv?

    Sven Külpmann: Für ein Lastenfahrrad sprechen eine Fülle von Argumenten. Lastenfahrräder kosten sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt weniger als beispielsweise ein Firmen-PKW, sie brauchen weniger Stellplatz und weniger Platz auf der Straße, man kommt innerstädtisch schneller von Tür zu Tür, man hat keine Parkplatzprobleme und auch Menschen ohne Führerschein - wie beispielsweise  Azubis - können damit für das Unternehmen unterwegs sein.

    Ganz nebenbei trägt die Lastenradflotte auch ein umweltfreundliches Unternehmensimage nach außen. Und derzeit nicht zu unterschätzen: du bist krisensicher unterwegs!

     

    Ein Lastenfahrrad für Unternehmer*innen hat ja bis zu vier Räder und sieht aus wie ein Mini-Transporter. Wieviel Kilogramm Zuladung kann so ein Lastenfahrrad aufnehmen?

    Sven Külpmann: Es gibt Modelle mit bis zu 350kg Zuladung – inklusive Fahrer oder Fahrerin und bis zu 1500l Volumen.

    Wir haben festgestellt, dass die Menschen das Gewohnte mögen. Also haben manche unserer Lastenfahrräder Dächer und eine gewisse Ähnlichkeit zum Auto.

    Christoph Mießl, Fahrradexperte vom Augsburger Lastenfahrradladen Elephant Cargo

    Sven Külpmann: Diese Sit-Cars sind elektronisch unterstützte Fahrzeuge, die rechtlich Fahrräder sind. Du hast also ein Dach über dem Kopf und bist gegen Regen geschützt.

     

    Wenn wir uns eine (leider noch) ganz normale Straße vorstellen – mit einem schmalen Fahrradweg – wo fährt dann das Lastenfahrrad?

    Sven Külpmann: Am Ende des Tages ist ein Lastenfahrrad ein Fahrrad. Es darf also auf dem Fahrradweg fahren. Das hängt aber sicher  von der konkreten Situation ab. Lässt die Breite oder der Zustand eine Nutzung mit Lastenfahrrad nicht zu,  darf man auch bei benutzungspflichtigen Radwegen auf die Fahrbahn ausweichen.

     

    Wie hoch ist die Höchstgeschwindigkeit?

    Sven Külpmann: Ein wenig hängt das vom Antriebssystem ab: Bei Kraftübertragungen mit Kette oder Riemen ist die Höchstgeschwindigkeit letztendlich durch die Kraft und Schnelligkeit des Fahrers limitiert.  Dabei ist bei Pedelecs die elektrische Tretunterstützung auf 25km/h begrenzt.

    Beim „seriellen Hybrid“, welcher ohne mechanische Verbindung zwischen Tretkurbel und Antriebsachse auskommt, wird die Geschwindigkeit elektronisch auf 25km/h begrenzt.

     

    Was kostet ein Lastenfahrrad für Familie oder Gewerbe?

    Sven Külpmann: Die Spanne reicht bei uns - vereinfacht gesagt - von 1.500 bis 15.000 Euro. Für ein solides elektrisches Alltagslastenpedelec sollte man etwa 6.500 Euro rechnen.

    Christoph Mießl: Zum Glück ist das Lastenfahrrad als nachhaltiges Mobilitätskonzept jetzt mitten in unserer Gesellschaft angekommen. Gab es vor einigen Jahren noch eine Diskussion über die Kosten, so wird jetzt das Preis-Leistungsverhältnis gut akzeptiert.

    Viele haben bereits verinnerlicht, dass wir durch die Förderung des Radverkehrs die Rückkehr zu einer Stadt schaffen können, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Lebens- und Aufenthaltsqualität kehren wieder zurück und unsere schöne Innenstadt kann wieder aufatmen.

    Christoph Mießl, Fahrradexperte vom Augsburger Lastenfahrradladen Elephant Cargo

    Wenn das Rad mal defekt ist. Ihr habt eine eigene Werkstatt…

    Christoph Mießl: … die bei der Handwerkskammer eingetragen ist und speziell auf die Anforderungen durch (Schwer-) Lastenräder ausgelegt ist. Das reicht vom ebenerdigen Zugang bis zum 200kg Deckenlift und soliden Arbeitstischen.

    (Christoph nimmt seinen kleinen Sohn und demonstriert den Fahrradlift – alle Anwesenden sind begeistert)

    Christoph Mießl in der Werkstatt des Augsburger Lastenfahrradladens Elephant Cargo. Foto: Cynthia Matuszewski

    Stichwort Elektrofahrrad und ökologischer Fußabdruck: Wie ökologisch ist ein Fahrrad mit Akku?

    Sven Külpmann: Wie ökologisch ist ein e-SUV? Sind die Seltenen Erden der Akkus im energie-effizienteren Fahrrad nicht deutlich besser aufgehoben? Vergleiche einfach einmal Zuladung und Eigengewicht!

     

    Gibt es andere nachhaltige Kriterien beim Fahrradkauf?

    Sven Külpmann: Ja, das Thema ist aktuell auch in der Fahrradbranche groß. Da der Öko-Fußabdruck bei jedem Rad schon deutlich besser ist, als bei all seinen Mobilitätsalternativen, ist das aber schon Optimierung auf hohem Niveau. Das Rad ist dazu noch ein Produkt aus sehr vielen Einzelkomponenten - die natürlich sehr global hergestellt werden. Wenn man Wert darauf legt, kann man dennoch darauf achten, dass ein hoher Anteil der Komponenten in Europa hergestellt wird. Viele Hersteller ziehen nach Corona auch ihre Rahmenproduktion zurück nach Europa.

     

    Wenn ich ein Unternehmen auf dem Land habe – welche Möglichkeiten gibt es da für mich, ein Lastenfahrrad in meinen Arbeitsalltag einzubinden?

    Christoph Mießl: Die Frage ist nicht direkt wo mein Unternehmen ist, sondern wo meine Wege passieren und wie ich sie optimieren kann: wo sitzen meine Kundinnen und Kunden, wo wohnen meine Mitarbeiter*innen. Wie weit sind die Wege zwischen Handwerker*innen oder produzierendem Gewerbe? Hier kann man erfinderisch sein: Ein Firmenshuttle zu zentralen Treffpunkten kann eine gute Lösung sein.  Material kann auf die Baustelle geliefert werden. Das Fahrrad ist ja nicht immer und überall das Allheilmittel. Lieferwagen haben durchaus ihre Daseinsberechtigung – nur nicht unbedingt in der Stadt. In der Stadt ist der Kaminkehrer auf dem Lastenfahrrad immer das positive Paradebeispiel für den gelungenen Einsatz eines Lastenfahrrads.

     

    Kann jede*r Lastenfahrrad fahren?

    Christoph Mießl:  JA, so ziemlich. Die Fahrer*innen müssen nicht sehr sportlich sein. Und es gibt Modelle, die das Rangieren einfach machen.

     

    Wie sicher sind Augsburgs Straßen, wenn ich mit dem Familien-Lastenbike unterwegs bin?

    Sven Külpmann: Das sollte man lieber empirisch erfassen. Jede Aussage von uns ist subjektiv. Hier müssen verlässliche Messungen erhoben werden, die Polizei müsste Statistiken zu Unfällen UND auch zu anderen Konflikten, wie Beleidigungen wegen RoadRage (Wut auf der Straße), Beinahe-Unfällen oder „Gefährdung im Straßenverkehr“ erfassen. Dann bekäme man ein umfänglicheres Bild. Was man aber tun kann um das Risiko zu senken: Ich nutze zum Beispiel mit Kindern,  die selbst Rad fahren, ruhige Nebenstraßen. Man kann Strecken wählen auf denen man sich sicherer fühlt. Das sind häufig auch die schöneren Routen.

     

    Wenn Du in einer Wohnung in der Innenstadt wohnst und keinen Stellplatz hast  – wie sicherst du dein Lastenfahrrad nachts?

    Sven Külpmann: Du brauchst ein solides Schloss, gegebenenfalls mit  Alarmfunktion und eine Plane oder Überdachung hilft gegen Wettereinflüsse. Für den Ernstfall ist eine spezielle Fahrradversicherung unter Umständen eine sinnvolle Ergänzung.

     

    Womit fahrt ihr privat am liebsten?

    Christoph Mießl: Ich fahre seit 8 Jahren ein leichtes Lastenrad mit zwei Rädern „Omnium Cargo“ ohne Motor. Es ist mein Alltagsrad und ich nutze es um meinen Sohn zu transportieren, aber auch große Gegenstände. Außerdem ist das Ziehen eines Anhängers damit kein Problem. Meine anderen Räder (Rennrad, Gravelbike, Speedbike) werden aber auch sehr regelmäßig bewegt und ich will nicht auf sie verzichten :-)

    Sven Külpmann: Ich habe so gut wie immer unseren Werkstatthund „Nova“ dabei. Daher ist mein Alltagsrad ein leichtes und wendiges Lastenrad mit tiefer Ladefläche von „Cargo Bike Monkeys“ aus Münster. Das ist sozusagen der unmotorisierte Gegenentwurf zum Sportkombi.

    Was treibt euch persönlich an?

    Christoph Mießl: Die praktische und dankbare Arbeit mit Fahrrädern und die damit verbundene sinnvolle Aufgabe trägt zu einem erfüllten Leben bei. Es werden auch begehrte Arbeitsplätze geschaffen und für mich ist es mein Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft.

    Ohne positive Veränderungen für unsere Erde kann ich mir kein schönes Leben für meinen Sohn vorstellen.

    Christoph Mießl, Fahrradexperte vom Augsburger Lastenfahrradladen Elephant Cargo

    Sven Külpmann: Eine fahrradfreundliche Stadt ist auch eine menschenfreundliche Stadt. Wenn ich durch mein Wohnviertel laufe träume ich davon dass, die Kinder die dort spielen mehr Platz haben zu spielen, ohne parkende Autos und Durchgangsverkehr.

    Ich sehe Städte als Lebensraum und wünschte mir, wir würden öffentliche Flächen als Raum für Begegnung betrachten und nicht als potentielle Abstellfläche von Privateigentum. Menschen dazu zu ermächtigen auf das eigene Auto verzichten zu können, sehe ich daher als meinen Beitrag für eine gesündere und solidarischere Gesellschaft.

    Sven Külpmann, Fahrradexperte vom Augsburger Lastenfahrradladen Elephant Cargo

    Sven Külpmann und Christoph Mießl vom Augsburger Lastenfahrradladen Elephant Cargo. Foto: Cynthia Matuszewski

    INFO:

     

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    "Eine Fahrradstadt ist eine menschenfreundliche Stadt"

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    Sven Külpmann lebt seit 2003 autofrei. Er wünscht sich, dass seine Enkel auf den Straßen der Innenstädte spielen können, er würde die Maxstraße zum grünen Boulevard umgestalten und die Tram als Teil der Lieferkette nutzen.
    Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Cynthia Matuszewski

    Sven Külpmann, wuchs mit Benzin im Blut auf und lebt dennoch seit 2003 autofrei. Er arbeitete lange hauptberuflich als Webentwickler, war aktiv bei der Augsburger Bikekitchen, sammelte mit seinem Bilderblog „Things on Augsburgs Lanes“ ein 2.000 Bilder starkes Album der Fehlnutzung von Radwegen und initiierte die Bürgerinitiative Fahrradstadt 2020. Heute schreibt er in der Augsburger Allgemeinen die Kolumne „Radlerleben“ Seit 2021 ist er Geschäftsführer des Lastanfahrradladens Elephant Cargo in Augsburg.

     

    Steckbrief:

    • Name: Sven Külpmann
    • Beruf: Webentwickler und Lastenradberater
    • Geboren in: Lindau
    • Lebt in: Augsburg
    • Lieblingsort: auf dem Rad

     

    Du lebst seit 2003 autofrei. Was hat dich dazu bewegt?

    Sven Külpmann: Ich lebte damals in der Heidelberger Altstadt. Irgendwann waren die Parkkosten, Knöllchen, Abschleppgebühren und die Instandhaltungskosten für den 14 Jahre alten Passat Variant schlicht zu hoch für den studentischen Thekenjob.

     

    Ganz ehrlich: Wie häufig und in welchen Situationen hast du schon mal einen Pkw vermisst?

    Ich lebte eine Weile im tiefsten Schwarzwald. Da hätte ein Auto sicherlich dabei geholfen öfter einen Tapetenwechsel zu bekommen.

    "Aktuell vermisse ich den Pkw tatsächlich nie, denn mein Lastenrad hat Laderaum für über 400 Liter und 175 Kilogramm Zuladung."

    Sven Külpmann

    Einzig meine Lebenspartnerin greift seit einiger Zeit hin und wieder zum Car-Sharing, aber wenn wir zusammen Möbel kaufen, steigt sie noch immer aufs Rad, weil es mehr Platz bietet.

     

    Mit welchen Argumenten bewegst du Menschen, auf ein eigenes Auto zu verzichten?

    Als Radenthusiast neigt man gern dazu, das Fahrrad zu romantisieren. Damit kannst du aber nur den Freizeitradler oder andere Enthusiasten erreichen. Das, womit man jeden überzeugen kann, ist letztlich das Geld. Ein durchschnittlicher Autobesitzer in Deutschland gibt laut ADAC rund 600 Euro im Monat für sein heilig's Blechle aus.

    Wenn du nun dieses Auto weggibst, bezahlt sich ein qualitativ brauchbares (Lasten-)Rad in weniger als einem Jahr – allein vom Wegfall der laufenden Kosten.

     

    Autofrei funktioniert ja vor allem in der Stadt. Was rätst du Menschen in ländlicheren Regionen?

    Natürlich ist die Wahl des Verkehrsmittels immer von der persönlichen Situation abhängig. Ich selbst habe schon Zeiten hinter mir, in denen ich 40 Kilometer auf dem Fahrradtacho gesammelt habe, bis ich endlich in der Arbeit angekommen war. Dass das nichts für jeden ist, sehe ich auch. Jedoch ist es wichtig, dass wir uns bewusster für ein Verkehrsmittel entscheiden: Prüfe genau, für welche Wege du das Auto wirklich brauchst. Vielleicht kannst du dir einen (Zweit-)Wagen mit Nachbarn oder der Gemeinde teilen, so dass diese Ressource auch wirklich effektiv genutzt wird. Engagiere sich für Mobilitätsalternativen in deiner Gemeinde: Es muss ja nicht gleich die Wiedereröffnung des Bahnhofs sein, doch ein Car-Sharing-Verein oder eine Mitfahrinitiative könnte in einem Dorf flexibel weiterhelfen.

    Was müsste Augsburg tun, um dem Namen Fahrradstadt tragen zu dürfen? Per Definition ist eine Fahrradstadt eine Stadt, in der das Fahrrad im Fokus der verkehrspolitischen Agenda steht. Nach dieser Definition ist Augsburg schon eine Fahrradstadt. Doch der Wille allein macht noch keine nachhaltige Infrastruktur.

      "In meinen Augen ist es enorm schade, dass wir heute Radwege bauen, die in vielen Fällen nicht einmal dem aktuellen Radfahraufkommen gewachsen sind."

      Sven Külpmann, Fahrradexperte aus Augsburg

      Wenn wir aktuelle Maßnahmen so planen würden, dass die resultierende Infrastruktur wirklich 25 Prozent Radverkehrsanteil aufnehmen kann, dann wäre das nicht nur ein Zeichen, dass es die Stadt mit dem angestrebten Anteil der einzelnen Verkehrsarten ernst meint. Es wäre auch eine nachhaltigere Investition, denn sonst bauen wir in sieben Jahren alles nochmal um. Außerdem braucht es eine bessere Kommunikation mit Bedenkenträgern. Die Handwerks- und Handelsverbände denken immer noch, dass eine Fahrradstadt ihren Umsatz schmälert. Ganz im Gegenteil denke ich, dass eine Fahrradstadt auch gleichzeitig eine menschenfreundliche Stadt ist, die mit weniger Kraftverkehr zum Verweilen einlädt und die Menschen zum genussvollen Bummeln animieren kann. Diese Chancen und die Potentiale neuer Mobilitätsmittel und Logistiklösungen muss man dem Handel und dem Handwerk nahebringen. Wenn man diese Gruppen hinter sich hat, funktioniert diese Menschenstadt.

       

      Was erlebe ich, wenn ich bei einer Critical-Mass-Veranstaltung mitradle?

      Das kommt ganz auf dich an. Und auf das Wetter. Und auf die Route.

       

      Wie ökologisch ist eigentlich ein Pedelec?

      Das hängt davon ab, wie weit man ins Detail geht und das auseinander klamüsert. Dann stellen sich Fragen wie: Besteht der Rahmen aus Stahl, Alu oder Carbon und wo wurde er gefertigt. Kaum einer wird dir die Differenz der Ökobilanzen von Gummi- versus Ledergriffen vollumfänglich aufrechnen können. Ich will damit sagen: Die genaue Ökobilanz eines Konsumguts, welches so sehr durch seine Einzelkomponenten definiert wird, zu beschreiben ist hochkomplex.

      Die Nutzung spielt aber eine viel größere Rolle als die Produktion und sie lässt sich vereinfacht in Zahlen festhalten (in Kürze): Für die CO2-Emission, die ein Pkw auf 100 Kilometer verursacht, kannst du 3.900 km Pedelec fahren. Die Emissionen der Akkuproduktion (vereinfach ca. 26 kg Treibhausgas) haben sich nach nur 100 Kilometer ökologisch amortisiert, wenn dadurch Pkw-Kilometer eingespart werden. Außerdem sind der Flächenbedarf und der Verschleiß der Infrastruktur deutlich geringer als beim Auto. Wenn du dann den Akku schonend behandelt hast, ihn im Winter und im Hochsommer zum Parken mit ins Haus genommen hast und ihn am Ende seiner Lebenszeit dem Recycling zugeführt hast, dürftest du nach 1.000 Ladezyklen und ca. 70.000 km gute 15.500 Kilogramm C02 im Vergleich zum Pkw gespart haben. Glückwunsch!

       

      Sind moderne Lastenräder der Anfang vom Ende des Autos in den Städten?

      Nein. Das Auto ist selbst der Anfang vom Ende des Autos in Städten. Stau, Feinstaub und Dieselskandal machen uns die Bredouille nur bewusst, in die wir uns mit unserer automobilen Bequemlichkeit gelenkt haben. Dank dieser Schlagwörter entwickeln wir wieder einen Sinn dafür, was der tatsächliche Preis für die Bequemlichkeit ist, die das Auto verspricht:

        "Wir leben in Städten, die für das Auto geplant wurden und nicht für Menschen."

        Sven Külpmann verzichtet seit 2005 auf's Auto

        In der nächsten Stufe wird sein, dass wir abwägen, wieweit wir städtische Lebensqualität weiter über Bequemlichkeit definieren, oder ob es da vielleicht wichtigere Faktoren gibt. Dann werden wir an autofreie Wohnviertel denken und dabei nicht vom potentiellen Verlust von Freiheit abgeschreckt sein. Am Ende werden wir einen Wertewandel vollführt haben: Öffentlicher Raum wird in 20 Jahren mehr sein als Parkraum. Er wird wieder für Menschen bereitstehen, Raum für Begegnung und Entspannung bieten. Die menschenfreundliche Stadt wird leiser sein und ein gesünderes Umfeld bieten in dem wir uns gerne aufhalten werden.

        Lastenräder sind dabei nur ein kleiner Teil im Gesamtkonzept der zukünftigen Mobilität und ich sehe sie als einen Evolutionsschritt zu neuen Leichtfahrzeugen. Wo Lastenräder noch viel Potential haben, das ist das Handwerk und die dezentralisierte innerstädtische Logistik: Als Teil einer smarten Lieferkette können ein bis zwei Lastenräder einen Sprinter ersetzen.

         

        Du  engagierst dich in zahlreichen Initiativen: Was ist deine geheime Superkraft?

        Naja. Ich habe mein Engagement seit der Geburt meiner Tochter stark zurückgefahren und musste mich erst einmal auf dem Boden der Tatsachen umsehen: der Tag hat eben nur 24 Stunden. Heute konzentriere ich mich nur noch auf die positiven Aspekte des Radfahrens und Aktionen die begeistern können.

        "Dabei treibt mich die Hoffnung an, dass meine Enkel in einer menschenfreundlichen Stadt auf der Straße spielen können."

        Sven Külpmann, Fahrradexperte aus Augsburg

        Das und die Faszination am Fahrrad: Es ist und bleibt eines der effizientesten Fortbewegungsmittel. Es besitzt eine fesselnde Einfachheit und technische Ästhetik und lässt uns dennoch Teil der Natur bleiben, durch die wir uns bewegen.

         

        Welche deiner Radtouren war die interessanten?

        Um den Kopf frei zu bekommen, fahre ich gerne kleine Runden am Lech oder in den Westlichen Wäldern. Für den mentalen Frühjahrsputz bin ich dann einmal im Jahr etwas weiter unterwegs. Mit sportlichem Lastenrad und Zelt bei gehobenem Tempo und niedrigen Temperaturen im Frühjahr reichen mir vier Tage um den Geist von Alltagslasten zu befreien.

        Wirklich inspirierend war die Teilnahme an der #Schokofahrt im April 2018. Bei der Schokofahrt wird Schokolade zu 100 Prozent CO2-frei im Staffelprinzip von Amsterdam bis München und Dornbirn gebracht, nachdem die Kakaobohnen bereits mit der „Tres Hombres“, einem Segelfrachter ohne Motor nach Europa geschifft wurden. Insgesamt wurden eine knappe Tonne feinste Fair-Trade-Schoki absolut C02-neutral transportiert. Es war wundervoll zu sehen, wie ein solches Projekt Leute mitreißt, unglaublich schön zu spüren, wie eine einzige Etappe über die Geislinger Steige drei Menschen zusammenbringen kann.

         

        Wofür würdest du gern mehr Zeit haben?

        Ich würde gern mehr basteln: Mein erstes Lastenrad habe ich 2013 selbst geschweißt. Für solche Projekte hätte ich gerne wieder Zeit, würde gern ordentlich WIG-schweißen lernen und dann Lastenräder und Anhänger bauen. Aber nur so zum Spaß...

         

        Wer oder was inspiriert dich?

        Jede Familie, die ihr Kind nicht mit dem Auto zu Schule oder Kindergarten bringt und so dabei hilft der SUVsierung der Innenstadt entgegenzutreten. Denn genau bei dieser Gelegenheit formen wir das Mobilitätsbewusstsein der nächsten Generation.

         

        Wenn du Bürgermeister von Augsburg wären: Was würden Sie ändern?

        Ich würde alles zwischen Grottenau und Eser Wall, Schießgraben und Oberem Graben für den Individualverkehr abriegeln.

         

          "Die Maxstraße würde zum grün bewachsenen Boulevard auf dem wir im Schatten der Bäume den Sommer genießen."

          wenn Sven Külpmann Bürgermeister von Augsburg wäre....

          Augsburg hätte innerhalb weniger Jahre eine autofreie Innenstadt. Die Tram würde Teil der Lieferkette und sorgte Hand in Hand mit Lastenrädern für eine getaktete, kostengünstige und emissionsarme Stadtlogistik. Am Schluss würden Bürger und Handel selbst mehr autofreie Wohnviertel initiieren. Im Landkreis würde sich Augsburg dafür einsetzen, Schnellwege und Sharing-Systeme für pedalbetriebene Leichtfahrzeuge auszubauen.

           

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          Erstveröffentlichung: Dieses Interview wurde im Dezember 2018 im nachhaltigen Lifeguide-Reiseführer veröffentlicht.

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          Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Cynthia Matuszewski
          Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Cynthia Matuszewski
          Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Sven Külpmann
          Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Sven Külpmann
          Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Cynthia Matuszewski
          Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Cynthia Matuszewski
          Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Cynthia Matuszewski
          Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Cynthia Matuszewski
          Sven Külpmann aus Augsburg lebt seit 2003 autofrei. Foto: Cynthia Matuszewski
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          Ohne Auto...

          Ohne Auto...
          Albert Schmid aus Schwabmünchen bei Augsburg kommt seit 10 Jahren ohne Auto aus. Vier Fahrräder reichen ihm völlig für das vollkommene Glück. Gastbeitrag von Albert Schmid
          Albert Schmid aus Schwabmünchen auf seinem Fahrrad, Er lebt ohne Auto - und zwar sehr gut. Foto: Cynthia Matuszewski

          Albert Schmid besaß in seinem Leben bereits 22 Fahrräder. „18 dieser Räder haben ohne mein Zutun den Besitzer gewechselt und machen jetzt hoffentlich andere Menschen glücklich“, sagt er.

           

          Geblieben sind dem ehemaligen Buchhändler aus Schwabmünchen vier Räder. Ein Reiserad mit 21 Gängen für seine Touren über die Alpen oder durch Brandenburg, ein leichtläufiges, knallrotes Acht-Gang-Fahrrad für jeden Tag, ein solides Winterfahrrad mit drei Gängen, einem Gepäckträger der locker 30 Kilo Brennholz heimträgt und einem wärmenden Schaffellpolster auf dem Sattel. Sein ganz besonderes Lieblingsfahrrad ist eine Nachkriegskonstruktion aus dem Jahr 1948. Zusammengebastelt aus dem, was damals vorhanden war. Seit 2012 lebt Albert Schmid ohne Auto:

           

          Zehn Jahre ohne…  

          Gastbeitrag von Albert Schmid

           

          Die allermeisten Deutschen können sich ein Leben ohne Auto nicht vorstellen, laut Forsa-Umfrage 2013 seien es genau 73 Prozent. Ich bin einer von den 27 Prozent: Ich kann`s mir vorstellen. Und nicht nur das - seit zehn Jahren hab ich kein Auto mehr. Bin also zu Fuß, mit dem Fahrrad, der Eisenbahn unterwegs und der almosenhaften Mitnahme durch Autofahrer ausgeliefert. Im Freundes-, Nachbarn- und Kollegenkreis gehen die Reaktionen von "bewundernswert" bis "befremdlich". Die meisten finden 1.000 edle Gründe dafür, weiter Auto zu fahren.

           

          Auch nach zehn Jahren "ohne" bin ich noch nicht zum sibirischen Einsiedler mutiert und allen Unkenrufen zum Trotz nicht verhungert. Ganz im Gegenteil: Sozialkontakte lassen sich leichter vom Fahrrad aus knüpfen, als aus einem nahezu schalldichten Käfig mit Rundumverglasung.

           

          Ich spar mir etwa 6.000 Euro an Fahrzeugkosten - bei einer angenommenen Jahresfahrleistung von 20.000 km - und der Umwelt einen CO2- Ausstoß von rund 3.000 kg. Auch der Vertrag mit einem Fitnessstudio, weitere 600 Euro im Jahr, erübrigt sich. Ich muss auch keine Mineralwasserkisten schleppen - die Qualität unseres Leitungswassers ist der Flaschenplörre meist überlegen. Bier gibt`s erst wieder, wenn die Biergärten erradelt werden können.

           

          Achtungachtungachtung:

          Die Vögel zwitschern, Insekten summen, Wind und Sonne streicheln meinen Körper, es riecht nach Frühling, Sommer, Herbst oder Schnee... Und wie sagte der olle Heidegger immer: "Verzicht nimmt nicht, Verzicht gibt: Er gibt dir die unerschöpfliche Kraft des Einfachen."

           

          Dieser Artikel erschien erstmals am 14.6.2016 im Lifeguide und hieß damals noch: "Vier Jahre ohne..." ;)

          Seit zehn Jahren lebt Albert Schmid ohne Auto - und zwar sehr gut. Foto: Cynthia Matuszewski
          Seit zehn Jahren lebt Albert Schmid ohne Auto - und zwar sehr gut. Foto: Cynthia Matuszewski
          Sonnenhut und Buch. Foto: Cynthia Matuszewski
          Sonnenhut und Buch. Foto: Cynthia Matuszewski
          Albert Schmid aus Schwabmünchen lebt ohne Auto - und zwar sehr gut. Foto: Cynthia Matuszewski
          Albert Schmid aus Schwabmünchen lebt ohne Auto - und zwar sehr gut. Foto: Cynthia Matuszewski
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          Fit für’s Fahrrad

          Fit für’s Fahrrad

          Wohnzimmer im Schwabencenter
          Wilhelm-Hauff-Straße 28
          86161
          Augsburg
          Johannes Breuer und Hasib Afshar helfen euch im Wohnzimmer im Schwabencenter in Augsburg eure Räder zu reparieren. Foto: Cynthia Matuszewski
          Die Fahrradwerkstatt kommt ins Schwabencenter. Zwei Profis zeigen Radler*innen, wie sie ihren Drahtesel selbst reparieren können.

          „Learning by doing“ heißt das Motto des Fahrrad-Workshops im Wohnzimmer im Schwabencenter. Einfach das eigene, reparaturbedürftige Fahrrad mitbringen, Schraubenschlüssel in die Hand nehmen und loslegen.

          An jedem zweiten Samstag im Monat von 10.00 bis 12.00 Uhr verwandelt sich das Wohnzimmer im Schwabencenter für zwei Stunden in eine Werkstatt. Die beiden Fahrrad-Profis Hasib von der Bikekitchen Augsburg und Johannes vom Grünen Schwabencenter lösen nahezu jedes Fahrradproblem und zeigen Fahrradbesitzer*innen, wie sie den platten Reifen flicken, die Spannung der Fahrradkette einstellen oder andere kleinere Reparaturen ausführen.

          Wichtig ist uns, dass die Radlerinnen und Radler den Schraubenschlüssel selbst in die Hand nehmen und wir ihnen zeigen, wie es geht – dann sind sie in Zukunft unabhängiger unterwegs." Johannes vom Grünen Schwabencenter.

          Ersatzteile vor Ort

          Auch Ersatzteile sind vorhanden. Neue Fahrradmäntel, Reifen oder Ventile können vor Ort gekauft werden. Nach zwei Stunden wird die mobile Fahrradwerkstatt wieder abgebaut. Die Fahrradwerkstatt kommt immer am zweiten Samstag im Monat in das Wohnzimmer im Schwabencenter.

          Das Wohnzimmer im Schwabencenter:

          2015 wurde das Nachbarschafts- und Begegnungszentrum von der Initiative Lebensraum Schwabencenter und der AWO Quartiersentwicklung Herrenbach, Textilviertel und Spickel ins Leben gerufen. In einem ehemaligen Ladenlokal bietet das Wohnzimmer jeden Monat ein abwechslungsreiches Programm: vom gemeinsamen Singen, Spielen, Handarbeiten, Kreativen Schreiben oder Malen, über Hilfen bei Handy- und Computerproblemen, Reparaturen vom Elektroflüsterer und nachbarschaftliche Gesprächsrunden, bis hin zu Bildungsangeboten zum Thema nachhaltiger Lebensführung und konkrete fachliche Beratung für Senioren, sowie die Sprechstunde der Suchtberatung. Durch die Verbindung mit dem Projekt „Grünes Schwabencenter“ wird besonders ökologisches und nachhaltiges Leben und Denken gefördert. Das aktuelle Programm des „Wohnzimmer im Schwabencenter“ findet ihr hier.

          Termin Kategorie(n)
          Event-Termin
          -

          Mit dem Fahrrad von Augsburg nach München

          Mit dem Fahrrad von Augsburg nach München
          Familienfreundliche Radtour durch Auwälder und Moore zu Prachtbauten und Schlössern
          Foto: Felix Mittermeier_ Pixabay

          Mit dem Radl vom Augsburger Moritzplatz ans Münchner Isarufer: Die 83 Kilometer lange Strecke des München-Augsburg-Radweg (MAR) ist neu ausgeschildert und verläuft durch das flache, leicht wellige Voralpenland. Jetzt verweist die weiß-rote MAR-Beschilderung im Raum Augsburg, im Landkreis Aichach-Friedberg und im Landkreis Fürstenfeldbruck auf eine familienfreundliche Route, die durch die Natur und entlang vieler Sehenswürdigkeiten führt.

           

          Der Weg startet am Moritzplatz und führt durch die Maximilianstraße - vorbei an den Prachtbrunnen und Wassertürmen am Roten Tor – zum Zoo und durch den Stadtwald bis zum Mandichosee im Kreis Aichach-Friedberg. Von dort geht’s Richtung Osten durch die Auwälder des Naturschutzgebietes Haspelmoor, vorbei am Pucher Meer nach Fürstenfeldbruck und weiter nach Olching mit dem Vogelpark inmitten der Amperauen bis nach Gröbenzell und schließlich hinein nach München.

           

          Vernetzung mit weiteren Routen und Anschluss an die Bahn

          Entlang des MAR besteht Anschluss an weitere Radrouten: An der Lechstaustufe trifft der MAR zum Beispiel auf die „Romantische Straße“ und die „Via Julia“, weiter westlich auch auf die „Via Claudia Augusta“. Bei Merching im Landkreis Aichach-Friedberg ist eine Weiterfahrt auf der Paartaltour möglich. Im Landkreis Fürstenfeldbruck kann auf den Ammer-Amper-Radweg gewechselt werden. An vielen Etappen besteht außerdem Anschluss an das Streckennetz der Deutschen Bahn.

           

           

          Interkommunale Zusammenarbeit

          Der München-Augsburg-Radweg ist ein interkommunales Projekt der Landeshauptstadt München, der Landkreise Fürstenfeldbruck und Aichach-Friedberg sowie der Stadt Augsburg. Das Projekt wird im Stadtgebiet Augsburg vom Verein zur Sicherstellung überörtlicher Erholungsgebiete für die Region Augsburg (EVA) gefördert. Die Strecke des MAR ist im Bayernnetz für Radler*innen durch die Regierungen von Schwaben und Oberbayern ausgewiesen. Außerdem ist der MAR Teil des Radverkehrskonzeptes der Stadt Augsburg und im Netzplan als überregionale Freizeitroute enthalten.

           

          Weitere Informationen zu Fahrradwegen in Augsburg und Umgebung findest du hier.

           

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          Natur erleben mit dem Fahrrad, Foto: Cynthia Matuszewski
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          Familienfreundliche Radwege in Augsburg und Umgebung, Foto: Cynthia Matuszewski
          Familienfreundliche Radwege in Augsburg und Umgebung, Foto: Cynthia Matuszewski
          München-Augsburg-Radweg (MAR): MAR-Wegweiser kennzeichnet die Route von München nach Augsburg – und umgekehrt. Foto: Dagmar Michel
          Der MAR-Wegweiser kennzeichnet die Route von München nach Augsburg – und umgekehrt. Foto: Dagmar Michel
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          Selbsthilfe-Fahrrad-Reparatur-Werkstatt: In Bikekitchen-Tradition wird hier zusammen geschraubt, repariert, aber auch gemeinsam gekocht und gegessen!
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          bikekitchen_augsburg [at] gmx.de

          Für alle, die gern gemeinsam mit anderen arbeiten oder Hilfe und Anleitung brauchen, gibt es die Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt der Augsburger Bikekitchen.

           

          Hier wird mit professioneller, ehrenamtlicher Hilfe geschraubt, repariert und nach alter Bikekitchen-Tradition anschließend gemeinsam gekocht und gegessen. Hilfe und Spenden sind jederzeit willkommen.

           

          Die Bikekitchen ist in Nebenräumen des ADFC untergebracht, der Eingang ist in der Seitengasse, dem Doktorgässchen. 

           

          Achtung: 2020 baut die Bikekitchen um. Aktuelles erfährst du hier.

           

          10 Jahre bikekitchen Augsburg - wir gratulieren. Hier geht's zum Jubiläumsvideo.

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