Wirtschaft neu denken
Wohnen

Innovative Wohnbaugenossenschaft braucht Unterstützung

Die junge Augsburger Genossenschaft Wogenau möchte zukunftsorientiertes Wohnen in Augsburg voran bringen und im Sheridanpark ein Haus aus Holz mit 50 Wohnungen errichten. Dazu werden noch Mitstreiter*innen und Unterstützer*innen gesucht.
Kampagne der Wogenau eG, Wohnungsbaugenossenschaft

Im Jahr 2021 hat die Stadt Augsburg vier Grundstücke im Sheridanpark im Rahmen eines Konzeptvergabeverfahrens vergeben. Ziel ist, hier ein lebendiges Quartier zu gestalten. Die junge Genossenschaft WOGENAU hat in dem Wettbewerb als eines von vier Projekten den Zuschlag erhalten. Gestiegene Preise, hohe Zinsen und fehlende Fördermöglichkeiten machen es den Genoss*innen aber gerade schwer. Sie suchen daher nach weiteren Unterstützer*innen, hoffen auf Impulse aus der Stadtpolitik und freuen sich über hilfreiche weitere Lösungsansätze.

 

Zukunftsfähiges Wohnen braucht neue Konzepte

Die Wogenau hat viel vor: Die Genossinnen und Genossen wollen ein Haus aus Holz mit 50 Wohnungen errichten. Mit zusätzlichen Räumen, die von den Bewohnern und Bürgerinnen zur kulturellen Nutzung, als Werkstätten oder zum Zusammentreffen genutzt werden können. Alle planen und bestimmen mit.

 

Die Idee baut auf das Prinzip der Reduktion durch Teilen, um Wohnraum und Ressourcen zu sparen. Daher muss nicht jede Wohnung mit einer eigenen Waschmaschine, einem Gäste- oder Arbeitszimmer ausgestattet sein. Und damit es mehr als Wohnen wird, braucht es Räume: eine Werkstatt, eine Musikstudio, einen Veranstaltungsraum und einen Café-Kiosk – nicht nur für die Bewohnerschaft, sondern auch für die Nachbarschaft, das Quartier und die Augsburger*innen. Das Konzept baut darauf, sich auf der einen Seite privaträumlich zu beschränken, um auf der anderen Seite ein vielfältiges Raumangebot zur Verfügung zu haben. Nachhaltiges Bauen und Handeln werden groß geschrieben. Nachbarschaft ebenfalls.

Lasten der Kostensteigerung

 

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich seit Februar 2022 drastisch verändert. Neben Baukostensteigerung und Inflation wurden im vergangenen Jahr die Fördermittel des Bundes stark gekürzt. Doch die Stadt benötigt nicht nur bezahlbaren Wohnraum. Auch Initiativen zur Nachbarschafts- und Quartiersentwicklung seien wichtig, um Bürger*innen außerhalb des Zentrums der Stadt gut zu versorgen, findet die Wogenau.

 

Die Baugenossenschaft kann unter den aktuellen Umständen nur schwer dem Anspruch gerecht werden, mit dem sie an den Start gegangen ist, ohne unwirtschaftlich zu handeln. Sie ist dazu gezwungen, den Bewohner*innen einen finanziellen Einsatz in einer Höhe abzuverlangen, der sich zwar an der Durchschnittsmiete in Augsburg orientiert, deswegen aber noch lang nicht für alle unter „bezahlbar“ fällt.

 

Gemeinsam Lösungen finden

 

Die Förderprogramme des Bundes setzen aktuell nicht auf eine vielfältige Bauwirtschaft und verlagern die Aufgaben allein auf die Kommunen. Hier kommt die Stadtpolitik ins Spiel: Soziale und gemeinschaftlich orientierte Bauprojekte mit Angeboten für ein lebendiges Viertel, können ihren Auftrag nur erfüllen, wenn die Wirtschaftlichkeit wiederhergestellt wird.

 

Derartige „Handlungsprogramme“ wirken in anderen Städten wie München der Zwangslage mit einem „befristeten Teuerungsausgleich“ entgegen. Handlungsinitiativen in Augsburg stehen noch aus. Die Last liegt auf schmalen und nicht breiten Schultern. Nur gemeinsam können Veränderungen auf den Weg gebracht und Raum für lebendige Nachbarschaft geschaffen werden. Über Lösungen und Ansätze diskutieren und zum Mitmachen motivieren – auch dazu lädt die WOGENAU eG ein.

 

 

Infos zur Wogenau:

Web: www.wogenau.haus

Mail: info@wogenau.haus

Instagram: @wogenau.eg

Bewegtbild: Ein Beitrag des BR über die Wogenau vom 21.02.2023

Planungsworkshop der Wohnbaugenossenschaft Wogenau eG
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