Erasmus: Solidarisch für eine bessere Welt
Eine Liebeserklärung an Europa
Weltoffenheit, Nachhaltigkeit und Vielfalt - diese Werte sollen bei den EU-Projekten Comenius und Erasmus den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern vermittelt werden. Mit dem wohl klingenden Namen "Owning the Future, Opening Doors to Lifelong Learning under A Vision Shared, Promoting the UN Sustainable Development Goals" habe ich bereits mehrere solche Projekte organisiert. Nun ging mit dem Projekt "Solidarity for a Better World" gemeinsam mit dem Orga-Team der Werkstatt Solidarische Welt ein sogenanntes Small Scale Project an den Start.
Der ambitionierter Titel dieses zweijährigen Kooperationsprojekts: "Solidarisch für eine bessere Welt". Vielfältige Eindrücke gibt es auf des Weltladen Augsburgs - vom Auftakttreffen in Augsburg, sowie den weiteren Stationen in Rodez, Suceava und Murcia.
Die Vorteile dieser Kleinen Erasmus Partnerschaften liegen auf der Hand:
Small Scale Partnerships - kleine Partnerschaften
Im Gegensatz zur beliebten Erasmus-Akkreditierung, für die sich die beiden städtischen Gymnasien in Augsburg entschieden haben, sind bei den Small Scale Partnerships sowohl Lehrkräfte als auch Schülerinnen und Schüler bei allen Erasmus-Treffen dabei.
Ein weiterer Vorteil dieser Projektart ist, dass mit allen Partnerorganisationen über einen längeren Zeitraum kreative und nachhaltige Projekte umgesetzt werden können, sowohl während als auch zwischen den Mobilitäten. Partner des Projektes sind die Freie Waldorfschule Augsburg, das Lycée François d‘Estaing in Rodez, Südfrankreich, die Schule IES ALJADA in Murcia, Spanien sowie das Colegiul National „Petru Rares“ in Suceava in der Bukovina im Nordosten Rumäniens. Nähere Infos zu den Partnerschulen findet ihr auf der Website.
Augsburg und Rodez: Welternährung und Biodiversität
Beim Auftakttreffen in Augsburg und beim Auswärtsspiel in Rodez lag der Fokus auf den Themen Welternährung und Biodiversität. In Augsburg führten die Kooperationspartner der Koordinatoren, die Universität Augsburg, die Solidarische Landwirtschaft der Schloss Blumenthal GmbH und das Kinodreieck Augsburg die Gäste mittels Vorträgen, Führungen, Workshops und Filmen in das weite Feld der Welternährung ein. Weitere Highlights waren der Empfang der Erasmus Teams im Goldenen Saal durch die 2. Bürgermeisterin und Bildunsgreferentin Martina Wild, sowie das abschließende DJing mit Songs gegen Rassismus im Grandhotel im Rahmen des Just Kids Festivals.
Angefertigt wurden ein Insektenhotel und ein Hochbeet, beide in Workshops an der Freien Waldorfschule! Beim Treffen in Frankreich standen Ausflüge zu den Weiden der Aubrac Rinder, zur Winzer Kooperative Valady und zur Käserei Kooperative Jeune Montagne auf dem Programm. Abgerundet wurde die Tour durch Rodez durch einen Besuch im Musée Soulages, eine Diskussion mit dem Abgeordneten Stéphane Mazars und die Präsentationen der Erasmus-Teams über die Grünen Oasen in ihren Städten. Die Filmvorführung Where is Anne Frank diente als Einstieg in das Thema Migration.
Suceava und Murcia: Migration und Solidarität
Die Situation von ukrainischen Flüchtlingen in Suceava und der Bukowina wurde von Experten in Vorträgen und Workshops eindrucksvoll dargestellt. Besuche in der NGO EDNAE und der Kultureinrichtung Alliance Française de Suceava verschafften intensive Einblicke in das Leben der Flüchtlinge. Durch die Präsentation der Videos, die die Schülergruppen zur Situation von Flüchtlingen in ihren Heimatländern angefertigt hatten, wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich der Integrationsbemühungen deutlich. Bei einer Waldführung wurden die EU-Biodiversitätsziele bis zum Jahr 2030 erläutert. Ein Besuch des Klosters Dragomina war der letzte Programmpunkt dieses Erasmus-Treffens.
Für das Abschlusstreffen in Murcia hatten die Schülerinnen und Schüler sich im Vorfeld als Volunteers solidarisch engagiert und berichteten über ihre Erfahrungen:
So vielfältig die Felder solidarischen Handelns auch waren (Altenheim, Kinderwohngruppe, Anlaufstelle für Obdachlose und Arme, Camphill, Kohl-und Kartoffelkombinat) so einig waren sich alle darin, dass diese Erfahrungen überaus bereichernd waren. Die meisten wollen sich auch weiterhin in der jeweiligen Institution einbringen!
Ein Dauerbrenner im Programm war eine Überprüfung des täglichen Einkaufsverhaltens anhand der Produkte Lebensmittel und Kleidung unter den Gesichtspunkten Erschwinglichkeit, Verfügbarkeit, Transportwege und ökologischen Auswirkungen. Dazu wurden lokale Märkte, der Stadtmarkt sowie Supermärkte und kleine Läden besucht.
In einem Workshop zum Ökologischen Handabdruck erörterten die SuS in internationalen Forschungsteams individuelle Handlungsmöglichkeiten in den Feldern Energie, Mobilität, Ernährung und Konsum und stellten ihre Ergebnisse dann grafisch dar.
Kultur und interkultureller Austausch
Andere Aktivitäten vermittelten die Geschichte Murcias: der Besuch von steinzeitlichen Höhlen mit Höhlenmalereien, die Führung durch die Ausgrabungsstätte der maurischen Stadt Syasa, eine Wanderung zu den Wasserrädern römischer Bewässerungsanlagen und der Besuch des Museums und Klosters Las Casas, das über dem maurischen Palast Alcazar Seguin gebaut wurde. Positive Begleiterscheinung all dieser Unternehmungen: Schülerinnen und Schüler kamen im Lauf der Woche in einen sehr guten Kontakt, der sich positiv auf die projektbezogenen Aktivitäten auswirkte. Jeweils mit ihren rumänischen Partnern führten sie ein Travel Sketch Book Diary, in dem die einzelnen Tage festgehalten wurden. Auch mit den Familien wurde viel unternommen. Höhepunkt war der gemeinsame Abend in La Nave mit Musik, Tanz und leckerem Essen!
Blick in die Zukunft
Was noch aussteht, ist eine abschließende Zoom Konferenz, in der der Verlauf des gesamten Erasmus Projekts noch einmal evaluiert wird. Freuen durfte sich die Werkstatt Solidarische über den Zuknftspreis 2024, den sie am 14. November mit dem Projekt „Solidarisch für eine bessere Welt“ erhalten hat.
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