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Mensch und Unternehmen

Mensch und Unternehmen
TIPPS FÜR UNTERNEHMEN: Christine Pehl zu innerer und äußerer Nach-HALT-igkeit
Christine Pehl ist Business Coach und CSR-Expertin. Foto: Regine Laas. Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

„Auf den Menschen kommt es an“, sagt die Beraterin, Autorin und Dozentin Christine Pehl – sie arbeitet zum Schwerpunkt werteorientierte Unternehmensführung.

 

Nachhaltigkeit wird klassischerweise als Drei-Säulen-Modell dargestellt, mit den Feldern Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Worauf es dabei ankommt, ist das Gleichgewicht. Es braucht die Balance, denn alle drei Einheiten sind systemisch miteinander verbunden. Wird eine Säule zu kurz, gerät das System in Schieflage. Doch wie lässt sich diese Balance erreichen?

 

Unser Handeln der letzten Jahrzehnte hat Folgen: Wir spüren es in Form von Klimawandel, Flüchtlingsströmen, Volksbegehren zur Artenvielfalt und vielem mehr. Zugleich gibt es den Wunsch nach einem guten und enkeltauglichen Leben. Wie kann dies gelingen und wie können wir die langfristigen Auswirkungen unseres Handelns bewusst wahrnehmen?

 

Wenn wir vom Klimawandel sprechen ist es zu kurz gedacht, nur auf das Klima im Außen zu schauen. Wir haben auch ein inneres Klima, welches sich auf unser Handeln auswirkt und Folgen im Außen zeigt. Wie können wir nachhaltig mit unseren eigenen Ressourcen umgehen und unser Innenklima stärken?

 

Menschen brauchen klare Werte als Handlungsgrundlage

Mein Leitsatz lautet: „Wie innen so außen“. Wir brauchen klare Werte und Sinn im Leben. Was gibt uns Halt und Orientierung? Wird diese Klärung vernachlässigt, nehmen Erschöpfung und psychische Erkrankungen zu – die Frage nach dem Sinn im eigenen Tun wird häufig zu spät gestellt.

 

Unternehmen geht es bei Nachhaltigkeit meist um Themen wie den ökologischen Fußabdruck oder die Einsparung von Ressourcen. Das ist wichtig im Hinblick auf den ökologischen Wandel. Der Mensch spielt darin oftmals eine eher untergeordnete Rolle, doch auf den Menschen kommt es an. Unternehmen dürfen Sinn- und Wertefragen bewusst beleuchten, denn zukunftsfähiges Wirtschaften gelingt dann, wenn Unternehmen eine wertschätzende Unternehmenskultur mit sinnvollem Kerngeschäft verbinden.

 

Wir können die aktuellen Herausforderungen nicht mit alten Ansätzen lösen. Deshalb braucht es Mut neue Wege zu beschreiten, ja eine geistige Expansion. Welche Ideen entwickeln wir für die Zukunft?  Neu-Denken und Innovationen sind gefragt.

 

Gleichzeitig ist eine Begrenzung bzw. Konzentration im täglichen Handeln sinnvoll, z. B. durch bewusstes Einkaufen in der Region, Vermeiden unnötiger Flugreisen, weniger Plastik usw. Diese Haltung darf sich in der Gesellschaft weiter verstärken, denn individuelles Handeln im Mikrokosmos hat Auswirkungen und zieht Kreise ins System.

 

Jede Generation findet ihre Lösungen

Unser Bewusstsein wird durch verschiedene Einflüsse sensibilisiert, zum Beispiel durch Umweltgipfel, Schülerdemonstrationen oder Nachrichten über Klimafolgen. Diese Bilder verstärken und fördern die Wahrnehmung von derzeitigen und auch zukünftigen Herausforderungen. In der Wirtschaftspsychologie lautet die These, dass jede Generation ihre Lösungen auf die gegebenen Umstände findet.

 

Global zu denken, das große Ganze im Blick zu haben und lokal zu handeln, ist eine Herausforderung für die Menschen. Der allumfassende Blick ist uns historisch wenig vertraut und verlangt einen erweiterte Perspektive, bei der wir lernen, die Auswirkungen von Belastungen auf Menschen und Umwelt abzuschätzen und entsprechend verantwortungsvoll zu handeln.

 

Wert und Preis eines Produktes - und seine Folgekosten

Ein weiterer Baustein in der Nachhaltigkeitsfrage ist der eigentliche Wert eines Produkts. Preis und Wert können große Differenzen in beide Richtungen aufweisen. Vor allem im Lebensmittelbereich wird gespart und Folgekosten sind nicht einkalkuliert. So nehmen wir zum Beispiel den dramatischen Wasser- und Landverbrauch für billiges Obst und Gemüse aus Spanien in Kauf, obwohl darunter ganze Regionen leiden und die Auswirkungen bis in die nachfolgende Generation reichen. Die Wertigkeit von guten Lebensmitteln wird oftmals nicht richtig eingeschätzt. Ironischerweise ganz im Gegensatz zum Preis von Gegenständen oder Marken, die reinen Status ausdrücken.

 

Wie innen so außen

Hier schließt sich die Frage nach echtem Wohl-Stand an. Wie finden wir Halt und Orientierung in einer komplexen Welt? Wer lernt, mit sich selbst gut und wertschätzend umzugehen, wird auch mit seiner Umwelt achtsam und verantwortungsvoll sein. Das erfordert ein Umdenken, denn wir haben in unserem Bildungswesen kein Handwerkszeug für innere Klärung bekommen.

 

Wir wissen oftmals nicht, wie wir uns stärken und herausfinden können, was für uns sinnhaft ist. Das Resultat zeigt sich in der massiven Zunahme von Erschöpfung, Depressionen und Burn-out. Statt unsere Gefühle zu verdrängen, empfehle ich drei einfache Schritte, mit denen wir gut für unser Wohl sorgen können:

 

Drei stärkende Schritte zur inneren und äußeren Balance

1. In die Stille gehen – Zeit mit sich selbst Der erste Schritt besteht darin, jeden Tag eine Zeit der Stille mit sich selbst zu haben. Wie fühlt sich Ihr Körper an? Welche Gedanken und Emotionen kommen auf? Fünf bis zehn Minuten reichen, um wahrzunehmen, wie es Ihnen geht und was sich in Ihnen zeigt. Der Weg in die Stille bringt innere Zentrierung.

 

2. Heilsame Reduktion – weniger ist mehr Was können Sie in Ihrem Leben weglassen? Altlasten im Büroschrank, Gerümpel im Keller, unsinnige Gewohnheiten oder überholte Einstellungen? Sogenannte „Verpflichtungen“, die vielleicht gar keine sind? Ziel ist es, freie Räume zu schaffen. Es lohnt sich zu hinterfragen, wie ich meine wertvolle Lebenszeit verbringe.

 

3. Sinn, Freude und Genuss finden Die frei gewordenen Räume können Sie mit neuen Inhalten füllen, die für Sie persönlich Sinn stiften oder einfach Freude und Genuss bringen. Hilfreich ist eine kleine Liste mit Punkten zu erstellen, die einem wirklich, wirklich wichtig sind. Wählen Sie Ihre Einstellung bewusst und sorgen Sie gut für sich – Sie sind damit auch eine Bereicherung für Ihr Umfeld.

 

 

Drei Tipps für Unternehmen:

  • Sorgen Sie gut für Ihr inneres Klima und bieten Sie hierzu Fortbildungen in Ihrem Unternehmen an.
  • Suchen Sie den Dialog zur inneren und äußeren Nachhaltigkeit mit Ihren Mitarbeiter*innen und Kund*innen.
  • Laden Sie Mutmacher*innen und Querdenker*innen in Ihr Unternehmen ein und wagen Sie zu experimentieren.
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Dieser Text stammt aus dem Nachhaltigkeitsatlas der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

 

   

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Nachhaltigkeit ist ein positiver Wettbewerbsfaktor

Nachhaltigkeit ist ein positiver Wettbewerbsfaktor
Online-Test der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH gibt Auskunft über Corporate Social Responsibility (CSR)
1o Jahre Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, Augsburg, Foto Cynthia Matuszewski

Der kostenlose und anonyme Online-Test mit dem CSR-Barometer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH hilft, nachhaltiges Handeln im eigenen Unternehmen einzuschätzen und stellt Tipps und Adressen zur Verfügung. Denn neben dem Wettbewerbsvorteil und dem Imagegewinn kann nachhaltiges Handeln Kosteneinsparungen und Innovationen ankurbeln. Oft wird auch eine größere Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen erreicht.

 

Sie sind Unternehmer*in, Führungskraft oder haben Personalverantwortung? Wenn dem so ist, haben Sie sich schon einmal gefragt, wie verantwortungsvoll Ihr Unternehmen ist? „Sehr verantwortlich“, werden Sie sicher antworten. Aber haben Sie wirklich schon mal genauer hingesehen? Es lohnt sich, zu überprüfen, wie verantwortungsbewusst das eigene Unternehmen mit seinen Mitarbeiter*innen umgeht, mit den Kund*innen, mit der Umwelt und anderen Marktteilnehmer*innen. Das ist ein facettenreiches Unterfangen, die Themenpalette reicht von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie über Produktsicherheit bis hin zu Fragen der Abfallvermeidung und von Logistikprozessen. Wo soll man da anfangen? Für Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Augsburg gibt es eine praktische Handreichung: Der Online-Schnelltest liefert eine Übersicht darüber, in welchen Bereichen das eigene Unternehmen gut aufgestellt ist und wo noch Nachholbedarf besteht. Zudem bietet das CSR-Barometer Tipps und Adressen für die Umsetzung.

 

Warum macht es Sinn, sich als Unternehmen stärker zu engagieren?

Die Anspruchsgruppen (auch Stakeholder genannt) schauen schon jetzt genauer hin. So möchte der Verbraucher beim Bäcker erfahren, ob Konservierungsstoffe im Brot verwendet wurden, die Geschäftspartnerin fragt bei seiner Ausschreibung nach ökologischen Standards, und die Fachkraft entscheidet bei der Berufswahl, inwieweit sich der Job mit Familie und Freizeit vereinbaren lässt. Ein Unternehmen ist also längst nicht mehr nur für gute Geschäftszahlen und die Sicherung von Arbeitsplätzen verantwortlich. Es wird mehr und mehr als systemrelevanter Faktor angesehen, der in Verantwortung genommen wird für das Funktionieren einer Gesellschaft. Ein dickes Brett? In der Tat, aber nicht unmöglich zu bewältigen. Sich eine Übersicht zu verschaffen über relevante Zielgruppen und über das eigene Umfeld, in dem man agiert, ist ohnehin sinnvoll, dient es doch auch dazu, Prozesse zu verbessern und Projekte korrekt anzugehen. Viele Unternehmen sind erstaunt, wenn sie merken, dass sie bereits sehr umsichtig agieren. "Das fehlende Bewusstsein für die guten Aktivitäten im eigenen Haus ist bei manchen Unternehmen das eigentliche Problem. Nicht das Fehlen der guten Maßnahmen“, so Andreas Thiel, Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH.

Die regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat sich das Thema „nachhaltiges Wirtschaften und CSR (Corporate Social Responsbility)" auf die Fahnen geschrieben und möchte regionale Unternehmen von den Vorteilen überzeugen. Sensibilisierung und Information sind hierbei die beiden größten Hebel, auf die Thiel setzt. "Nachhaltigkeit wird immer mehr zu einem Wettbewerbsfaktor. Nachhaltiges Handeln kann zu Kosteneinsparungen führen, zu Imagegewinn, zu Innovationen und zu zufriedenen Mitarbeitern“, so Thiel.

 

Der Online-Schnelltest „CSR-Barometer“

Im Dschungel der unternehmerischen Nachhaltigkeit einen Überblick zu bekommen, ist daher eine der Aufgaben, denen sich die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH annimmt. Aus diesem Grund bietet sie den erwähnten Online-Schnelltest, das sogenannte „CSR-Barometer“ an. Das Tool ist kostenfrei und anonym. Die Tipps und Adressen beziehen möglichst regionale Angebote mit ein. CSR bedeutet Corporate Social Responsibility und umschreibt die (soziale) Verantwortung von Unternehmen. Seit 2017 müssen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter*innen die eigenen CSR-Aktivitäten offen legen und dazu berichterstatten. Aber auch Zulieferer mit einer kleineren Mitarbeiterzahl können indirekt davon betroffen sein.    Es macht also durchaus Sinn, schon heute über den unternehmerischen Tellerrand zu schauen und das eigene Unternehmen nach nachhaltigen bzw. verantwortungsvollen Gesichtspunkten zu prüfen. Denn andere schauen hin und wollen es eventuell ganz genau wissen.

Die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH berät Sie gerne rund um das Thema. Interessierte finden auch Infos zu Projekten unter www.nachhaltigkeit-A3.de.

 

Mehr zum Thema im Magazin Ahochdrei der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

 

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CSR, Nachhaltigkeit, Augsburg, CSR-Barometer, Regio Augsburg Wirtschaft GmbH
Das CSR-Barometer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH gibt Auskunft darüber, wie nachhaltig ein Unternehmen ist.
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