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Das Herzstück in Horgau

Das Herzstück in Horgau
Dorfladen und Kaffeewirtschaft mit Herz im „Naturpark Westliche Wälder“
Herzstück Horgau, Horgau, Foto: Anja Dördelamnn,

Das „Herzstück“ in Horgau soll ein Laden mit Kaffeewirtschaft werden, in dem es Bio-Produkte aus der Region ohne viel Verpackungsmüll gibt. Herzkammer ist dabei die Küche, in der die regionalen Lebensmittel zu bodenständigen und frischen Gerichten verarbeitet werden.

"Von Bürger für Bürger" – das ist das Motto des Herzstücks in Horgau. Die Genossenschaft will einen Laden eröffnen, der als Ort der Begegnung dient und gleichzeitig ein Schaufenster regionaler Produkte ist. Ganz so, wie es früher in den Dorfläden eben war: Produkte von Landwirt*innen und Produzent*innen aus der Region - ausschließlich aus ökologischer und nachhaltiger Herkunft.

„Wir wollen den Einkauf und den Genuss wieder einfach und ehrlich machen,“ sagt Anja Dördelmann, Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft. Vieles wie Brot, Nudeln, Marmeladen, Kräutersalze, Aufstriche aber auch feinste Pralinen und Torten werden vor Ort selbst gemacht oder aus der Region frisch bezogen – ohne lange und komplizierte Zutatenliste. Hier können die Käuferinnen und Käufer sicher sein, dass sie Natürliches bekommen und brauchen kein Hintergrundwissen, was Zusatzstoffe oder Verknüpfungen von Herstellern mit großen Konzernen betrifft.

 

Verpackungsarm und „Zero Waste“

Es wird nur das eingepackt, was sich anders nicht transportieren lässt. Selbstgemachtes kommt in Pfandgläsern. Neben Obst und Gemüse können die Kunden auch Nudeln, Getreide, Hülsenfrüchte und Müsli als offene Waren kaufen. Aus Schütten kann man sich dann die gewünschte Menge in eigene Gefäße abfüllen.

Alles, was verpackt werden muss, kommt in recycelbare oder kompostierbare Behälter, die nach dem Gebrauch wieder in den Kreislauf eingehen können. Denn das Herzstück Horgau hat sich vollständig den ganzheitlichen und ökologischen Geboten verschrieben. Dazu gehört die Kreislaufwirtschaft nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip. Das bedeutet: Es wird kein Müll produziert und alle Stoffe werden wiederverwendet. Das gilt auch für die Ausstattung: Der Laden wird weitestgehend mit Second-Hand-Möbeln und -Geräten ausgestattet, bei der Renovierung werden ausschließlich natürliche Materialien verwendet. Recycling und Upcycling sind eine Selbstverständlichkeit.

Der Ansatz des Herzstücks beruht auf dem Prinzip der Gemeinwohlökonomie und die Unternehmensstruktur wird soziokratisch organisiert. Das heißt, alle Beteiligten können ihre Ansichten und Ideen in den Prozess einfach und direkt einbringen. So findet sich jeder der 90 Genossenschafts-Mitglieder im Herzstück wieder.

 

Kulinarischer und kultureller Treffpunkt für alle Horgauer

Neben Lebensmitteln und Artikeln für das tägliche Leben gibt es in der Kaffeewirtschaft Frühstück und einen wechselnden und frischen Mittagstisch – natürlich bio und regional. Als Basis dienen heimatliche Rezepte in Verbindung mit pfiffigen Ideen.

Damit nicht genug, in den kommunalen Räumen, die die Gemeinde Horgau renovieren lässt, findet auch allerhand Kulturelles statt: Events mit regionalen Künstlerinnen und Künstlern, Umweltbildung, Workshops sowie Vorträge. Dort können sich die Leute aus der Gemeinde treffen und austauschen. Es könnte auch eine Ideen-Werkstatt entstehen, bei der die Horgauer ihre Herzenswünsche für die Gemeinde diskutieren und anstoßen können.

Regionalität ist einfach das Herz des Herzstücks. Das Konzept ist stark mit dem Naturpark Westliche Wälder verbunden. „Wir wollen dieses Gebiet, aus dem viele unserer Produkte stammen und wo wir Menschen uns für einen Wandel zusammenschließen, erlebbar und spürbar machen“, so Anja Dördelmann.

 

Natur erleben und spüren

Daher laufen parallel die Planungen für den Naturpfad Roth. An dem Bach, der durch das Gemeindegebiet fließt, regen die Herzler, wie sich die Genossenschaftsmitglieder nennen, einen Erlebnispfad an. Dieser könnte gemeinsam mit Schulen, Vereinen und Gruppierungen nach und nach mittels Stationen zu verschiedenen Naturthemen entstehen. So soll die Natur im Naturpark Westliche Wälder begreifbar und spürbar werden. Und vielleicht kann man sich dann im Herzstück einen Bollerwagen, Picknick-Körbe und Wanderkarten leihen, sich stärken oder ausruhen. Dieses Projekt stößt unter anderem auch bei Landrat Martin Sailer auf Interesse. Gemeinsam mit anderen Kommunen, Gaststätten, Hotels und in Verbindung mit Sehenswürdigkeiten und Projekten könnte man schöne Natur- u. Genusserlebnisse anbieten. Damit wird der sanfte Tourismus in der Region angeschoben.

Ob, Laden, Kaffeewirtschaft oder Gemeinschaftsprojekte – Die Mitglieder der Genossenschaft haben eine große Vision: „Wir möchten ein Leuchtturmprojekt in der Region werden: Das kleine Herzstück im kleinen Horgau soll viel Licht ausstrahlen!“

 

Mitglied werden:

Wer dieses Projekt unterstützen möchte, kann Anteile à 300 € für das Herzstück Horgau, Genossenschaft mit Dorfladen und Kaffeewirtschaft, erwerben.Informationen gibt es auf der Webseite  www.herzstück-horgau.de oder am Infostand der Herzler beim „Horgauer Bauernmarkt“ jeden ersten Samstag im Monat – Augsburger Straße 2a in Horgau.

 

 

Herzstück Horgau, Horgau, Foto: Anja Dördelmann, Tante-Emma-Laden, Stauden, Augsburg, Westliche Wälder
Voräufig ist ein Bauwagen Treffpunkt für die Initiator*innen des geplanten Dorfladens in Horgau. Aber Ende 2018/ Anfang 2019 soll das "Herzstück Horgau" eröffnet werden. Foto: Anja Dördelmann
Anja Dordelmann, Herzstück Horgau, Horgau, Foto:Dördelamnn, Tante-Emma-Laden, Stauden, Augsburg, Westliche Wälder
Anja Dördelmann ist Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft des Herzstück Horgau. Der Dorfladen soll Ende 2018/Anfang 2019 eröffnet werden. Foto:Dordelmann
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Heimat auf den Teller!

Heimat auf den Teller!
Regionale Lebensmittel - warum das nicht nur uns, sondern auch der Natur schmeckt
Regionales Gemüse, Foto: Cynthia Matuszewski

Ein engagiertes Plädoyer für regionales Obst und Gemüse, für das Warten auf den saisonalen Genuss und für eine Renaissance des heimischen Anbaus. Kommentar von Laurin Oberneder.

 

Sie ist angekommen im Olymp des Essbaren, hat es sich gemütlich gemacht in den Holzkisten der Supermärkte und liegt dort, von warmem Licht bestrahlt, um sich von ihrer langen Reise zu erholen: Die Avocado genießt ihren Ruf als Heilsbringer für Mensch und Natur. Geliebt von Veganer*innen, gepriesen für ihre Vitamine und derart grün, als sei sie der Urschrei der Natur nach mehr Ursprünglichkeit. Ein nachhaltiger Farbtupfer auf dem öde gewordenen Esstisch. Klar kommt das gut an. 2010 wurden knapp 30.000 Tonnen kleiner grüner Helden importiert, 2015 waren es dann bereits 45.000 Tonnen. Das Gewicht von 2.500 Stadtbussen, Tendenz steigend. Hüpft da zurecht das Ökoherz?

 

Sonnanbeter mit Schattenseiten

Nicht ganz. Die Sorte Hass runzelt mangels Stirn lieber die Schale über ihre Weltretterrolle. Mit Hass die Welt zu retten klingt  nicht nur widersprüchlich sondern ist es auch. Avocados brauchen viel Sonne und Wasser. Gerade in trockenen Gebieten muss für ein Kilogramm schon mal mit 1.000 Litern nachgeholfen werden und in meinem Kopf entstehen Bilder von Trockenheit, die Risse in den Boden treibt. Selbst „Bio“ schafft wenig Abhilfe. Vor der Holzkiste lag die Avocado schließlich erst einmal auf LKW-Ladeflächen oder in Flugzeugbäuchen. Im besten Fall aus Spanien, häufig aber aus Afrika oder Südamerika, hat sie einen weiten Weg hinter sich, ehe in Augsburg Guacamole aus ihr wird.

 

Die Nachhaltigkeit bleibt zwischen verdorrten Landstrichen und Abgasdämpfen auf der Strecke. Egal ob Ananas, Mango oder eben Avocado: Hauptsache Bio, Herkunft egal! Das ökologische Siegel scheint jede Entfernung zu rechtfertigen. Und so kugelt die Avocado auch weiterhin in Massen durch die Regale und verkündet scheinbare Nachhaltigkeit. Dabei liegt die Alternative doch direkt vor unserer Haustüre: Regionale Lebensmittel. Ein Plädoyer für die Renaissance des heimischen Anbaus.

 

Was bedeutet Regionalität?

Eine klare Frage eigentlich und doch bringt sie mich in Erklärungsnot. Während meiner Recherche fällt mir auf: Was regional ist und was nicht, darüber gibt es geteilte Meinungen. Aus Augsburger Sicht könnte regional das direkte Umland meinen. Oder gleich ganz Schwaben, Bayern oder sogar Süddeutschland. Eine feste Grenze gibt es nicht. Sie sind gefragt! Sind für Sie Kürbiskerne aus Österreich regional, wenn die Alternative China lautet? Wie ist es mit Gurken aus Baden-Württemberg, statt aus Oberhausen? Sie können für sich jedes Mal eine bewusste Grenze ziehen und damit Regionalität für sich selbst definieren. Ramona Dorner von RutaNatur hilft, damit anzufangen:

 

"Regionaler Konsum, das bedeutet für mich so viel wie möglich aus geringstmöglicher Distanz zu beziehen.“ Ramona Dorner, RutaNatur

 

Konkreter werden können nur Sie selbst. Und genau hier wird es spannend. Wie kann das mit Freude und Leichtigkeit gelingen? Doch zu allererst: Warum überhaupt regional? Worin liegt der Nutzen für uns und unsere Umwelt?

 

Regionale Lebensmittel: Vorfreude wiederentdecken

Denken Sie an Erdbeeren im Frühsommer. In nächster Nähe geerntet, frisch vom Feld, knallrot, saftig und zuckersüß. Ein echtes Erlebnis! Allerdings nur, wenn Sie sich bis Mai oder Juni gedulden, um in die erste wirklich reife Beere beißen zu können. Sie nicht immer haben können, sondern auf ihren natürlichen Erntezeitpunkt zu warten, das ist es, was die Erdbeeren so wertvoll macht. Denselben Effekt merken wir im Frühling, wenn kräftige Sonnenstrahlen unsere Winterstarre brechen. Wenn wir uns vorher nicht durch den Winter gezittert hätten, dann würde die Wärme bei weitem nicht so intensiv auf unserer Haut prickeln. Wechselnde Jahreszeiten prägen uns. Genau wie unsere Pflanzen! Da wird der Biss in die bayrische Beere zu Selbsterfahrung. Massenware, die schon viel zu früh in der Auslage liegt, kann das niemals bieten.

 

"Es gibt Dinge, die sind so gut bei uns, da kann sich nichts anderes mit messen. Ich muss es nur erwarten können bis hier dafür die  Zeit ist.“ Helmut Hengelmann, Kappeneck

 

Bio braucht Regionalität - aber Regionalität braucht auch Bio

Das Beispiel der Avocado zeigt: Bio braucht Regionalität. Aber Regionalität braucht auch Bio. Nur dann kann sie ihr volles Potenzial entfalten. Nur so stärken wir ökologischen Anbau vor Ort. Gleichzeit können wir wiederverwerten, in Kreisläufen denken und der Natur einen Teil zurückgeben. Mit Mist und Kompost können Spargel und Spinat auf dem Feld nebenan gedüngt werden. Ohne lange Transportweg können wir Landschaft und Ressourcen schonen und gleichzeitig CO² sparen.

 

Mehr Unikate, weniger Müll

Regionale Lebensmittel sind eine tolle Möglichkeit, Müll zu vermeiden. Auf kurzer Strecke können Karotten lose im Kofferraum oder Anhänger transportiert werden und wandern unverpackt vom Feld in den Magen. Ein tolles Gefühl, nicht? Und genauso simpel wie notwendig. Allein 40 Prozent der Lebensmittel in Europa erreichen niemals die Ladenregale. Vielmehr wird weniger schönes, aber einwandfreies Obst und Gemüse schon vorher entsorgt. Fast 40 Millionen Tonnen Lebensmittel kommen dadurch EU-weit zusammen. Gut 1,5 Millionen LKWs fahren jährlich Essen vom Feld auf den Müll. Häufig alleine deswegen, weil es eine Beule hat. Zeit, das zu ändern. Am besten, indem Sie direkt beim Erzeuger oder Regionales in Bioläden kaufen. Krumme Rüben retten, heißt Abfall vermeiden.

 

Regionalität schafft Vertrauen

In meiner Kindheit bekamen wir oft Eier aus dem Nachbargarten. Die Hühner waren weitläufig eingezäunt und rannten auf meinem Heimweg immer vergnügt neben mir her, solange es ging. Die Eier von dort schmeckten nach Vertrauen. Weil ich sehen konnte, wie die Hühner gehalten und gefüttert wurden. Weil ich ihren Halter Alfred kannte und mit ihm sprechen konnte. Dieses Vertrauen bietet Regionalität auch heute noch.

 

Wenn zusätzlich ökologische Standards erfüllt werden, können diese in direkter Umgebung besser nachvollzogen und kontrolliert werden, als in Südostasien. Dort müssen wir uns, wollen wir nachhaltig kaufen, auf die vielen verschiedenen Bio-Siegel verlassen. Ein kurzer Plausch mit dem Hühnerhalter schafft oft deutlich mehr Vertrauen, als stundenlange Siegelkunde im Internet. Eine Qualität, die trotz Holzkisten-Avocados und Tracking-Codes im Supermarkt schwer zu finden ist.

 

Faire Preise, gute Qualität und Geschichten aus der Heimat

Wo wir schon bei Vertrautheit sind. Kleine  Familienbetriebe produzieren oft schon jahrzehntelang im selben Bereich. Diese Erfahrung sorgt für Qualität. Doch nicht nur das. Sie stellt auch eine Möglichkeit dar, die eigene Heimat näher kennenzulernen. Schon bringen Sie nicht nur Tomaten und Feldsalat, sondern gleich noch ein neues Rezept oder eine interessante Anekdote vom Einkaufen mit nach Hause.

 

Der Landwirt um die Ecke profitiert davon in gleichem Maß. Unsere bewusste Entscheidung sichert ihm Arbeit und einen fairen Preis. Ihr Geld landet bei Menschen in ihrer Region, die einen nachhaltigen Beitrag für Mensch und Umwelt leisten. Den Weg über den Zwischenhändler, oftmals geprägt von Preisdiktat und Überproduktion, ersparen wir dem Landwirt und uns selbst.

 

Und wie? Einfach machen!

Ausreichend Argumente für regionale Lebensmittel sind also vorhanden. Aber wie holen Sie sich mehr davon in ihr Leben? Eines vorneweg: Regionaler Konsum bedeutet zwar hier und da eine bewusste Einschränkung, die Ernährung wird jedoch nicht zwangsläufig langweiliger. Im Gegenteil. Wenn Sie erst einmal aus der Monotonie der Supermärkte ausgebrochen sind, werden Sie zahlreiche Alternativen zu vermeintlich unersetzlichen Produkten aus der Ferne entdecken.

 

Wer bewusst und mit Neugierde einkaufen geht, lernt die heimische Vielfalt schnell zu schätzen. Machen Sie zum Beispiel Kohl zu Ihrem neuen Superfood. Der ist so vielseitig und gesund wie Avocados und leidet zu Unrecht unter seinem schlechten Ruf als schwer verdauliches Alte-Leute-Essen. Mit der richtigen Zubereitung ist Wirsing, Rosen -oder Grünkohl gerade im Winter ein leckerer und nachhaltiger Ersatz zum Weltreisegemüse. Und machen Sie einen Schritt nach dem anderen. Es geht nicht darum, ihr Leben komplett umzukrempeln. Viele Wege führen zum heimischen Anbau!

 

Finden Sie Kompromisse und lassen Sie Regionalität in Ihr Leben

Regionalität macht nicht immer Sinn. Es gibt Ausnahmen: Äpfel, die im Winter aus Neuseeland importiert werden haben tatsächlich weniger CO² verbraucht, als jene aus Lagerhaltung und heimischem Anbau. Gerade deshalb auch mein Tipp: Finden Sie für sich den geeigneten Mittelweg. Worauf können Sie verzichten? Und worauf nicht? Wenn Sie Bananen lieben, dann seien Sie nicht zu streng mit sich selbst.

 

Regionalität ist ein wichtiger, aber nicht der einzige Baustein von nachhaltigem Konsum. Dann eben ökologische angebaute Bananen und faire Löhne in anderen Regionen. Damit das Potential jeder Landschaft optimal genutzt werden kann. Und zwar für Mensch UND Natur. Überregionale Regionalität also. Damit wir nicht nur vor Ort sondern auch in anderen Regionen Positives bewirken.

 

"Das was andere Länder können, sollen sie ruhig weiter machen, wenn wir nur das abdecken, was wir schon gekonnt haben und immer noch können, dann ist schon sehr viel gewonnen.“ Herrmann Wiedemann, SoLaWi Augsburg

 

Fangen Sie an, es lohnt sich

Heimische Lebensmittel, vor allem jene aus biologischem Anbau, sind eine Investition in die Zukunft der eigenen Region. Wir unterstützen Menschen in unserer Umgebung, schaffen nachhaltiges Vertrauen in unübersichtlichen Zeiten und profitieren als Gemeinschaft. Wir stärken ländliche Gebiete und Menschen, die sich Bio noch nicht leisten können. Regionalität hat das Potential die Vielfalt unserer Landschaft wieder ans Licht zu bringen und bietet uns schon heute Abwechslung und Genuss. Hand in Hand mit anderen nachhaltigen Wahlmöglichkeiten kann jeder hier etwas beitragen. Einen Versuch ist es wert, oder nicht? Denn was die Avocado kann, das kann unser heimisches Gemüse schon lange!

 

"Wenn jeder in seinem Radius schaut, dass alles in Ordnung ist, dann gibt’s bald schon einen nachhaltigen Flächenbrand. Quasi ein Schneeballsystem im positiven Sinne.“ Helmut Hengelmann, Kappeneck

 

 

Lust auf saisonalen Genuss?

Hier eine kleine Auswahl von Lifeguide-Orten, wo Sie entweder selbst Ihr Gemüse anbauen können, oder regionales Obst und Gemüse kaufen können. Ansonsten einfach noch ein bisschen im Lifeguide stöbern. Denn natürlich sind auch der Stadtmarkt und alle Stadtteilmärkte zu empfehlen.

Carotte 

GemüseSelbstErnte

Kraut und Rüben

Lokalhelden

Marktschwärmerei

Mutter Erde

Rollende Gemüsekiste

rutaNatur

Solawi-Treff

Sonnenäcker

Unser Land

 

Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren?

Dieser Artikel entstand im Rahmen des ersten Lifeguide-Seminares an der Universität Augsburg, das unsere Redakteurinnen Cynthia Matuszewski und Sylvia Schaab im Wintersemester 2017/ 2018 im Fachbereich Geographie anboten.

 

Die Kernfrage lautete: Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren? Indem sie so oft wie möglich miteinander sprechen und sich austauschen. Indem also beispielsweise junge Wissenschaftler*innen in allgemein verständlicher Sprache von ihren Forschungsprojekten, ihren Forschungsfragen oder ihren Zukunftsmodellen berichten. Im Laufe des Seminars wurde über Verständlichkeit gesprochen, über Recherche, Gegenrecherche, Überschriften, Teaser, Fotos und vieles mehr. „Das war eine inspirierende Zeit für uns von der Lifeguide-Redaktion mit sehr engagierten Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Geographie. Es hat Spaß gemacht,  mit ihnen in einer Uni-Redaktion zusammenzuarbeiten!“, berichten Cynthia Matuszewski und Sylvia Schaab. Am Ende dieser vielversprechenden Zusammenarbeit lagen dem Lifeguide im Februar 2018 insgesamt 11 neue Artikel vor. Sie werden im Laufe des Jahres 2018 veröffentlicht. Wir freuen uns darauf.

Kräuter, regionales Gemüse, Bio-Gemüse, regionale Lebensmittel, Selbsternte, gesund essen, Essen nach Jahreszeiten, Laurin Oberneder, Stadtmarkt Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Kräuter und regionales Gemüse vom Stadtmarkt Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Lifeguide-Seminar, Universität Augsburg, Seminar, Fachbereich Geographie, Foto:Cynthia Matuszewski
Lifeguide-Seminar an der Universität Augsburg im Fachbereich Geographie. Rechts: Laurin Oberneder. Foto:Cynthia Matuszewski
Lifeguide-Seminar, Universität Augsburg, Seminar, Fachbereich Geographie, Foto:Cynthia Matuszewski
Lifeguide-Seminar an der Universität Augsburg im Fachbereich Geographie.Foto:Cynthia Matuszewski
Erdbeeren, alexas_fotos_pixabay
Erdbeeren. Foto: alexas_fotos_pixabay
Gemüse, Augsburger Stadtmarkt, Foto: Cynthia Matuszewski, Feldsalat,
Feldsalat vom Augsburger Stadtmarkt. Foto: Cynthia Matuszewski
Blaubeeren, Foto Pixabay_Congerdesign
Blaubeeren, Foto Pixabay_Congerdesign
Augsburger Stadtmarkt, Erdbeeren, Foto_melissa_elbl
Erdbeeren und Pfrisiche auf dem Augsburger Stadtmarkt. Foto: Melissa Elbl
Augsburger Stadtmarkt, Zwiebeln, Gemüse, Foto: Cynthia Matuszewski
Zwiebeln vom Augsburger Stadtmarkt. Foto: Cynthia Matuszewski
bunte Rüben, Mohrrüben, Karotten, Augsburger Stadtmarkt, Foto: Cynthia Matuszewski
Bunte Rübchen vom Augsburger Stadtmarkt. Foto: Cynthia Matuszewski
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Landschaft schmecken

Landschaft schmecken
Kulinarische Lebensmittel erhalten unsere Kulturlandschaften. Gastkolumne von Ursula Hudson
Kohl, bio, Bio-Gemüse, regional, Foto: Cynthia Matuszewski

Haben Sie schon einmal Gemüse so  richtig quer verkostet? Eine Kartoffelsorte in derselben Zubereitung, aber aus unterschiedlichen Böden? Wenn Ihnen wie mir im letzten Sommer bei einer Verkostung von Roter Bete aus verschiedenen Regionen dabei das Glück zuteilwurde, die geschmacklichen Unterschiede erspüren und erschmecken zu können, dann beantwortet sich die vielleicht etwas schräg anmutende Frage teilweise schon: »Was haben das Essen auf unserem Teller und die Landschaft mit¬ einander zu tun?« Mir wurde dabei so erhellend klar: Wir können den Herkunftsort unserer Lebensmittel schmecken: den Boden und seine geologischen Eigenschaften, das spezifische Klima am Standort und damit auch die besonderen Charakteristika einer bestimmten Sorte auf unserem Gaumen.

Das gilt aber beileibe nicht für die Mehrzahl der Lebensmittel: Nämlich nicht für jene Lebensmittel aus monokulturellem Intensivanbau mit hohem Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, die standortunabhängig an jedem Ort der Welt angebaut werden können, an dem Boden und Arbeitskraft billig sind. Diese Lebensmittel werden ohne Bezug zu ihrem Herkunftsort produziert und sie dienen obendrein – man denke an Mais, Weizen, Reis, Soja – nur als Rohstoff für die Weiterverarbeitung vieler alltäglicher Lebensmittel. Bis diese Lebensmittel bei uns auf dem Teller landen – etwa als Süßstoff, als Frühstückszerealien, als tierische Produkte – haben sie oft Tausende Transportkilometer hinter sich. Da gibt es dann keinen Bezug mehr zum Ursprung. Aber auch, wenn wir näher bei uns bleiben, gelingt es oft nicht, den Bezug zum Ursprung, zur Landschaft zu schmecken: Die Mehrheit der sogenannten regionalen Produkte kann uns den Geschmack der Landschaft nicht aufschließen. Sie erinnern sich vielleicht an die legendäre Erdbeerjoghurtstudie des Wuppertal-Instituts aus den Neunzigerjahren: Da kamen die Erdbeeren  aus Polen, die Joghurtbakterien aus Norddeutschland, andere Inhaltsstoffe aus den Niederlanden, das Glas aus Bayern und die Etiketten wurden in Düsseldorf aufgeklebt. Kann man da die Herkunft aus einer Region noch schmecken? Wohl kaum.

Bei der Frage nach der Herkunft der Lebensmittel, die bei Slow Food so sehr ins Zentrum des alimentären Handelns gerückt ist, geht es also um viel mehr als nur um den Herkunftsort.

Vielleicht sollten wir auf dieser Referenzfolie eine andere Form der Differenzierung und Qualifizierung von Lebensmitteln versuchen: kulinarische Lebensmittel im Vergleich zu industriellen Lebensmitteln. Letztere stammen aus dem charakterlosen System anonymer und beziehungsloser Lebensmittel. Ihr Herkunftsort tritt nicht in Erscheinung. Die kulinarischen setzen uns über den spezifischen Geschmack in Bezug zu ihrem Ursprungsort. Sie bieten uns eine Beziehung zu ihrem Herkunftsort an. Wir lernen, den Herkunftsort zu erschmecken und die agrar-kulturelle Entstehung dieser Lebensmittel erschließt sich uns über ihren spezifischen Geschmack. Denn es sind das Wissen und das Können von Menschen, die neben den natürlichen Bedingungen des Herkunftsortes den als charakteristisch wahrgenommenen Geschmack der kulinarischen Lebensmittel ausmachen.

Kulinarische Lebensmittel sind geschmackliche Landschaftsvermittler. Sie sind obendrein auch Landschaftsgestalter und Landschaftserhalter. Das wird offensichtlich, wenn wir uns die Landschaften, die wir durch die Wahl unserer Nahrung gestalten, einmal anschauen: Industrielle Lebensmittel werden in konventionellem Großflächenanbau und meist in Monokultur angebaut. Die Landschaften werden leergeräumt, die Artenvielfalt schwindet und ein hoher Konsum an tierischen Produkten wird mit einer Form der Tierhaltung unterstützt, die wir ablehnen: Kurzlebige Hochleistungsrassen werden mit Blick auf Ausbeute und Ertrag gezüchtet. Die Tiere werden meist in großen Stallungen und Mastanlagen gehalten, ohne je in ihrem Leben auf die Weide zu kommen. Ein weiterer Faktor, der zu entleerten und ausgeräumten Landschaften beiträgt.

Kulinarische Lebensmittel hingegen erhalten Kulturlandschaft. Denn Lebensmittel, Pflanzen wie Tiere, haben sich über Jahrhunderte durch die kluge Arbeit von Bauern an ihren Standort angepasst. Ihr echtes und besonderes Potential – auch das landschaftsgestaltende und das geschmackliche – können sie nur an diesem besonderen Standort entfalten. Denken wir an die Magerwiesen, die reich an Artenvielfalt sind und von standortangepassten Rassen großer und kleiner Wiederkäuer beweidet werden. Wie zum Beispiel die Frühsommerwiesen, bunt, artenreich, von besonders geländegängigen und gut Futter verwertenden Rinder- oder Schafrassen der Bergwelten, wie Steinschaf oder Murnau-Werdenfelser Rinder beweidet, deren Fleisch und deren Milch einzigartige Geschmacksqualitäten entwickeln. Für Landschaftsgestaltung wie das Schmecken der Landschaft heißt das Zauberwort Vielfalt: Vielfalt der Standorte, Vielfalt der Rassen und Sorten, Vielfalt der Zubereitungsweisen und Küchen, Vielfalt des Geschmacks. Begnügen wir uns nicht mehr nur mit der Antwort auf die Frage nach dem Ursprung, sondern suchen wir nach dem Geschmack der Landschaft.

Bleiben Sie weiterhin engagiert, kritisch und genussfreudig,Ihre Ursula Hudson

Diese Kolumne stammt aus dem Slow-Food Magazin und wurde am 10.1.2018 im Lifeguide veröffentlicht.

 

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Oder einfach mal in unserer Rubrik "Lebensmittel" stöbern!

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Fruchtiges Zucchini-Curry mit Jasminreis

Fruchtiges Zucchini-Curry mit Jasminreis
Aus dem wahrscheinlich nachhaltigsten Kochbuch der Welt [in a box]
Feierabendglück, Feierabendtüte, gesundes Essen,

Gedi Deckers, Brigitte Günther und Michael Lindlbauer gründeten 2016 das Social Startup Feierabendglück. Ihr erstes Projekt war das „wahrscheinlich nachhaltigste Kochbuch der Welt [in a box]“ mit saisonalen Rezepten. Wir freuen uns, dass der Lifeguide eines der 52 genialen Rezepte vorstellen darf. Schnippeln und Kochen dauert in der Regel 35 Minuten. Damit auch Einsteiger*innen klarkommen gibt's zusätzlich zur Rezeptkarte ein Kochvideo.2019 stellten die drei ihre Aktivitäten für Feierabendglück ein, die Website ist aber noch online - und auch das tolle Rezept wollen wir Euch nicht vorenthalten.

 

Zutaten für vier Personen:

3 Zucchini4 Tomaten200 ml Kokosmilch200 ml Orangensaft300 g Jasminreis2 Zwiebeln2 TL CurrypulverSonnenblumenöl                                                                                                                                                                                                                        (brauner) Zucker/HonigSalz, Pfeffer

 

Was du zum Kochen brauchst:

Messbecher, Messer, große Pfanne, Pfannenwender, Schneidebrett, Topf

 

Zubereitung:

Jasminreis nach Packungsanleitung zubereiten. In der Zwischenzeit Zucchini waschen und grob würfeln. Zwiebeln schälen, würfeln und in einer Pfanne mit Öl bei mittlerer Hitze 5 Min. andünsten. Zucchini zu den Zwiebeln geben, Hitze erhöhen und ca. 3 Min. braten, bis die Zucchini Farbe bekommt. Dann mit 1 TL Zucker oder Honig, 2 TL Curry und Salz würzen. Hitze wieder etwas reduzieren und Orangensaft dazugeben. 5 Min. köcheln lassen, dann Kokosmilch zufügen und weiterköcheln lassen. Währenddessen Tomaten waschen, grob würfeln und in die Pfanne geben, 5 Min. mitköcheln. Zucchini-Curry nochmals mit Curry, Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Jasminreis servieren.

 

Sehen, wie es geht: Kochvideo

Und hier geht's zum Kochvideo für das Zucchini-Curry.

Guten Appetit!

Lust auf mehr?

Weitere 52 saisonale Rezepte und Kochvideos findet Ihr in dem wahrscheinlich nachhaltigsten Kochbuch der Welt [in a box] mit saisonalen Rezepten & Kochvideos auf der Website von Feierabendglück

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Interview mit Mona Ridder von den Lokalhelden

Interview mit Mona Ridder von den Lokalhelden
Im Augsburger Bismarckviertel ist sie schon fast eine "Institution": Mona Ridder von den Lokalhelden. 2013 gründete sie einen Laden und ein Lokal, in dem ökologisch angebaute, vegetarische und regionale Produkte und Gerichte angeboten werden.
Mona Ridder. Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski

 

 

"Ich finde es so schön, zu wissen, woher das, was ich auf dem Teller habe, kommt. Wir haben einen Bezug zu unseren Produkten, einen Bezug zu unserer Lebensgrundlage. Das macht richtig Spaß, so zu arbeiten, das ist nicht so anonym, ganz anders als auf dem Großmarkt. Wir treffen regelmäßig unsere Lieferanten und besprechen mit denen, was es in den verschiedenen Jahreszeiten gibt. Das hat alles ein Gesicht." Mona Ridder, Lokalhelden

Mona Ridder sitzt auf „ihrer“ Bank im hintersten Eck der Lokalhelden, beantwortet freundlich und konzentriert alle Fragen und entscheidet wie nebenbei, wann die Sammelbestellung an den Gemüsehändler rausgeht und wie der anwesende Handwerker irgendwelche Reparaturen ausführen soll. Bei ihr wirkt „arbeiten“ unangestrengt, entspannt und als ob sie zu Hause wäre. Stimmt ja auch irgendwie.

 

Denn seit 2013 betreibt Mona Ridder die Lokalhelden im Bismarckviertel – einen Laden und ein Lokal, in dem ökologisch angebaute, vegetarische und regionale Produkte und Gerichte angeboten werden. Anfangs waren sie zu zweit. Katharina Scharnowski ist immer noch dabei, geht aber inzwischen ihrem Beruf als Sozialpädagogin nach und hilft nur ab und zu aus.

 

Auch Mona Ridder könnte längst als Diplompädagogin arbeiten, denn das hat sie in Augsburg studiert. Stattdessen entschied sie sich, in der „Gastro“ zu bleiben. Ihr Studentenjob im Café Viktor hatte ihr einfach zu gut gefallen. Nach ihrem Studium erlernt sie in einem 15-monatigen Schnelldurchlauf den Beruf der Köchin, gründet im August 2013 die Lokalhelden und ist heute Chefin von 10 Angestellten und Ausbilderin eines Koches.

 

Name: Mona Ridder

Alter: 30 +

Geboren in: Hamburg

Lebt in: Augsburg

Lieblingsort: Siebentischwald und natürlich Bismarckviertel

 

 

Lifeguide: Was hast du als Kind am liebsten gegessen?

Mona Ridder: Ich war schon immer ein großer Spinatfan – es gibt Babybilder von mir, wie ich mit grün verschmiertem Mund meinen Brei völlig begeistert löffele und das hat eigentlich nie aufgehört. Als Kind waren Spinat, Spiegeleier und Kartoffeln eines meiner Lieblingsessen. Ich mache das auch jetzt noch manchmal, wenn es schnell gehen soll.

 

Dann war eine „Gemüseaffinität“ schon immer vorhanden?

Ja, als ich vor über10 Jahren Vegetarierin geworden bin, hat meine Mutter gesagt, eigentlich wundert sie sich, dass das jetzt erst passiert. Ich mochte noch nie so gern Fleisch. Braten hätte ich nicht runtergekriegt oder einen ganzen Fisch, wo der Kopf noch dranhängt. Also wenn Fleisch oder Fisch, dann als Frikadelle oder Fischstäbchen, möglichst in ganz kleine Würfel geschnitten. Wir waren einmal in der Woche bei meinen Großeltern essen, da wurde immer ein bisschen böse geguckt, wenn ich meinen fetten Speck aus den leckeren Nudeln gefischt habe.

"Früher war ich also ein bisschen „krüsch“, wie man in Hamburg sagt, also „heikel“, aber nur in Bezug auf Fleisch. Das gibt es jetzt nicht mehr. Ich sage, ich bin Vegetarierin und dann kann man mir eigentlich alles hinstellen, ich mag alles." Mona Ridder

Du hast einmal gesagt, „Nicht wir sind die Helden, sondern unser Obst und Gemüse sind die Helden.“ In einem anderen Leben: Was wärst Du gern für ein Obst oder Gemüse?

Irgendetwas Saftiges, vielleicht, rote Beete, oder Karotte… Ich stelle mir das Leben als Gemüse allerdings etwas kurz vor, deshalb wäre ich eigentlich nicht so gern ein Gemüse. Bei der Lebensmittelverschwendung, die wir haben, würde man dann vielleicht sogar auf den Müll geworfen und das wäre ja noch trauriger.

 

Mit den Lokalhelden - Wie fing alles an?

Kathi und ich hatten bei „Unser Land“ für eine Saison einen Sonnenacker gepachtet, einen Bifang. Das ist ein 50 Meter langer, schmaler Streifen Acker. Wir waren totale Laien im  Gemüseanbau und haben vor allem Bio-Saatgut von alten oder besonderen Sorten ausprobiert. Und wir waren dann völlig baff, was wir im ersten Jahr schon alles ernten konnten. Außerdem hat es total lecker geschmeckt und war so viel, dass wir gar nicht wussten, wie wir alles verarbeiten sollten. Vor allem aber hat uns begeistert, dass wir leckere Gemüsesorten hatten, die wir im Supermarkt nicht so einfach bekamen.

"Du stehst ja sogar im Sommer vor dem Supermarktregal und denkst: Nichts spricht mich hier richtig an. Es ist immer das Gleiche: Paprika, Zucchini, Möhren, Auberginen und Kartoffeln. Die auch zum Teil von sonst woher kommen. So was wie Mangold sieht man eigentlich total selten." Mona Ridder, Lokalhelden

Und da kam uns die Idee: Wenn wir das können, muss es ja auch Bauern geben, die das können.Wir hatten erst einmal an einen Laden gedacht, in dem wir Gemüse und Obst aus der Region verkaufen wollten und vielleicht in einer kleinen Ecke ein, zwei Suppen servieren. Als wir dann dieses Lokal fanden, mit einer voll ausgestatteten Küche, war klar: Das wird eine viel größere Sache. Wir haben dann unser Doppelkonzept entwickelt.

 

Das Konzept war anfangs so, dass einer in der Küche schnippelt und mal schnell nach vorn in den Laden geht, wenn jemand zum Einkaufen kommt und mittags ist man dann für zwei, drei Stunden zu zweit und gibt das Essen raus. Denn nachmittags ist die Küche ja schon zu und dann muss nur noch ein Verkäufer vorne stehen. Wir wollten das mit anderthalb Stellen stemmen. Zwei Tage, nachdem wir eröffnet hatten war klar, dass das total utopisch war, dass das nicht klappt.

Die ersten Monate waren schon krass, da hatten wir immer 13-Stunden-Schichten und abends oder am Sonntag noch das Organisatorische, Mails beantworten, Interviews geben, Buchhaltung, Bestellwesen. Damals haben wir allerdings um 19.00 Uhr geschlossen.

"Schon nach einem halben Jahr haben wir die Öffnungszeiten erweitert, weil wir meistens mittags schon ausverkauft waren und am Nachmittag dann reihenweise Gäste mit langen Gesichtern hatten." Mona Ridder

Wir haben dann das Zwei-Schichten-System eingeführt und jetzt ist es schon ganz schön, dass wir zu mehreren sind.

 

Wie sieht Deine Bilanz nach vier Jahren aus?

Ich finde immer noch, dass das Konzept toll ist. Ich merke aber jetzt erst, wie viel wir uns von Anfang an zugemutet haben. Wie umfangreich dieses Doppelkonzept ist. Als völliger Neueinsteiger im Bereich Selbstständigkeit einen Laden und ein Lokal zu managen …

So ein Laden macht ja auch verdammt viel Arbeit. Wir haben zwar wunderschöne Räumlichkeiten, die sind aber nicht so superpraktisch. Wir müssen zum Beispiel mit unseren Sackkarren ums Haus herumfahren, um in unseren Kühlkeller zu kommen. Das machen wir zwei Mal am Tag: Wir bringen jeden Morgen und jeden Abend die frische Ware in unseren Keller. Das ist viel körperliche Arbeit. Manchmal kommen Studenten und denken: Och, das ist doch so ein netter Laden, hier will ich arbeiten. Aber sie haben sich das dann doch ein bisschen einfacher vorgestellt…

 

Jetzt mal etwas Selbstlob: Was ist Tolle an den Lokalhelden?

"Das Tolle ist, dass es genauso aufgeht, wie wir uns das gewünscht haben. Dass die regionalen Produkte angenommen werden." Mona Ridder

Ich finde es so schön, zu wissen, woher das, was ich auf dem Teller habe, kommt. Wir haben einen Bezug zu unseren Produkten, einen Bezug zu unserer Lebensgrundlage. Das macht richtig Spaß, so zu arbeiten, das ist nicht so anonym, ganz anders als auf dem Großmarkt. Wir treffen regelmäßig unsere Lieferanten und besprechen mit denen, was es in den verschiedenen Jahreszeiten gibt. Oder wir bestellen persönlich am Telefon und so. Das hat alles ein Gesicht.

Und in unserem Laden und Restaurant haben wir kaum Lebensmittelabfälle, weil wir Ware aus dem Laden rechtzeitig weiterverarbeiten können. Zum Beispiel Gemüse, was vielleicht nicht mehr so gut aussieht und nicht gekauft wird, was aber noch wunderbar zu Püree oder Suppe verarbeitet werden kann.

Wir bekommen hier aus dem Viertel auch sehr viel positives Feedback: „Es ist super, dass es Euch gibt, wir wollen, dass Ihr nie mehr weggeht, wir wollen mit Euch alt werden“, so ungefähr… Wir haben natürlich auch sehr viele Stammkunden und Stammgäste. Manchmal wäre es allerdings toll, wenn noch mehr Menschen aus ganz Augsburg und Umgebung den Weg zu uns finden würden. Wir passen zwar total gut ins Bismarckviertel und wollen hier auch gar nicht weg, aber man hat natürlich nicht die gleiche Menge Laufkundschaft wie in der Innenstadt.

 

Wären dann die „Lokalhelden 2“ am Moritzplatz eine Option?

Nein. Wenn, dann will ich lieber wieder neue Projekte mache, also nicht den Abklatsch einer alten Idee. Ich bin ein eher ehrgeiziger Mensch und mich motiviert es immer wieder, mir neue Ziele zu stecken und diese dann auch zu erreichen.

 

Überträgst Du deine berufliche Überzeugung auch auf andere Bereiche?

Ja. Wir verwenden bei den Lokalhelden und auch privat natürlich Ökostrom und Ökogas, außerdem Bio-Putzmittel und beim Verkauf möglichst wenig Plastik.

 

Und wie verreist Du?

Ich bin jetzt tatsächlich nach acht Jahren wieder mal geflogen, als ich ganz dringend nur für ein Wochenende nach London musste. Die Zugfahrt dauerte einfach zu lange und war sehr teuer. Aber ansonsten finde ich es auch ganz toll, regionalen Urlaub zu machen. Ich habe schon oft in Deutschland Urlaub gemacht und ich mag das echt gern.Das lange Reisen kann ja auch stressig sein: Wenn ich mir nur 14 Tage Jahresurlaub freischaufeln kann, bin ich ganz froh, wenn ich einfach nur um unsere Seen herum Fahrrad fahren kann und nicht bis Neuseeland muss. Also diesen Sommer wollen wir am Bodensee Radfahren. Um anderen einen preiswerten Urlaub zu ermöglichen, finde ich auch einen Wohnungstausch interessant - wenn wir im Urlaub sind bieten wir unsere Wohnung deshalb manchmal Freunden an.

 

Du kommst ja aus Hamburg, also von der Waterkant … was ist toll an Augsburg?

Augsburg ist eine Großstadt, die sich oft genug wie ein Dorf anfühlt. Hier kennt sich jeder zweite, ich kenne im Bismarckviertel natürlich noch mehr Menschen, weil die Lokalhelden schon eine Institution geworden sind. Manchmal geht man fünf Minuten nach Hause und trifft zehn Leute.  Das ist richtig nett. Außerdem habe ich hier alles: Ich bin mit den Fahrrad in fünf Minuten in der Innenstadt und in fünf Minuten im Wald. Augsburg ist mir total ans Herz gewachsen. Als ich 2002 zum Studieren hergekommen bin, hätte ich auch nicht gedacht, dass ich jetzt immer noch da bin.

 

Wenn Du Bürgermeisterin von Augsburg wärst, was würdest Du dann machen?

Oh, gar nicht so einfach, was darf man denn als Bürgermeisterin entscheiden? Eine autofreie Innenstadt fände ich super und freie Benutzung des ÖPNV für alle. Mehr bezahlbaren Wohnraum, Förderung kultureller Events - auch abseits des Massengeschmacks. Ich würde die Sperrstunde abschaffen und Biergartenöffnungszeiten auf 24 Uhr verlängern. Super wäre auch mehr Unterstützung der regionalen Landwirtschaft und überhaupt regionaler Wirtschaftskreisläufe.

 

Wenn Du die Möglichkeit hättest: Was würdest Du gern ändern, in dieser Welt?

Wenn man sich das Weltgeschehen im Moment so anschaut, dann würde man gerne Vieles ändern. Es gibt so viele Themen, die mir nicht einleuchten, die ich nicht verstehe: Warum sind so viele Menschen so gierig nach Macht und nach Geld? Warum ist es so vielen Leuten egal, dass wir unseren Planeten Tag für Tag mit unserer Lebensweise zerstören? Warum ist Trump Präsident? Warum wird an vielen Orten gehungert, während wir tonnenweise Essen auf den Müll schmeißen. Warum sterben Fabrikarbeiter*innen in fernen Ländern, während sie Billigkleidung für uns nähen. Warum verenden Wale mit 20 Plastiktüten im Bauch? Warum dieses ganze Elend, wenn wir doch eigentlich längst besser wissen, wie es geht?"

"Es ist vielleicht hart, das zu sagen, aber man möchte die Menschen ändern." Mona Ridder

Man möchte die Gedanken und Einstellungen der Menschen ändern, man möchte ihnen so gern Werte vermitteln, ohne dogmatisch zu sein. So, dass es gar nicht nötig sein muss Verbote, Gesetze, Restriktionen zu schaffen.

In Bezug auf die Flüchtlingsfrage zum Beispiel kann ich bis zu einem gewissen Grad die Ängste der Mitmenschen verstehen, aber die Meinung muss doch überwiegen, dass man niemanden zurück in Kriegsgebiete schicken kann, dass man den Menschen nicht verwehren kann, hierherkommen zu  wollen und in einem Land leben zu wollen, in dem es keinen Krieg und einen ganz guten Wohlstand gibt. Es klingt immer so lapidar… was wünscht man sich am meisten? … aber ich wünsche mir tatsächlich mehr Frieden und ein entspanntes Zusammenleben auf der Welt.   

Mona Ridder. Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Mona Ridder. Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Im Lokal der Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Im Lokal der Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Im Lokal der Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Im Lokal der Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Im Lokal der Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Im Lokal der Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Im Lokal der Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Im Lokal der Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Mona Ridder. Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Mona Ridder. Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Bei den Lokalhelden in Augsburg gibt es regionales, saisonales Gemüse. Foto: Cynthia Matuszewski
Bei den Lokalhelden in Augsburg gibt es regionales, saisonales Gemüse. Foto: Cynthia Matuszewski
Mona Ridder. Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Mona Ridder. Lokalhelden in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Bei den Lokalhelden in Augsburg gibt es regionales, saisonales Gemüse. Foto: Cynthia Matuszewski
Bei den Lokalhelden in Augsburg gibt es regionales, saisonales Gemüse. Foto: Cynthia Matuszewski
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LEBELEI

LEBELEI
Fair produzierte und ökologisch verträgliche Andenken aus Augsburg
LEBELEI- Augsburger Label der Designerin Isabel König

Mit ihrem Label LEBELEI setzt die Augsburger Designerin Isabel König auf hochwertige, modern gestaltete, regional und ökologisch hergestellte Souvenirs. Die farbenfrohen Andenken und Accessoires aus Augsburg machen nicht nur Tourist*innen glücklich, sondern überzeugen auch Einheimische, die ihre Heimat und modernes Design lieben.

Heimatliebe und Nachhaltigkeit 

Bei der Produktion arbeitet König mit regionalen Partner*innen zusammen: Die LEBELEI-Taschen stellt manomama in Augsburg her. „Wir finden die manomama-Philosophie von ‚radikal regional, partnerschaftlich fair und konsequent ökologisch‘ großartig und sind gerne ein Teil davon“, so Isabel König. „Die LEBELEI-Shirts produzieren wir in Zusammenarbeit mit dem Augsburger Öko-Label Degree Clothing und verbinden hier ökologisch und fair mit trendy und stylish.“

Schönes von dort, wo dein Herz wohnt

Auf den LEBELEI-Produkten sind einige Wahrzeichen Augsburgs zu sehen: Rathaus, Dom, Bürgerhäuser, Königsplatz, Fußballarena, Straßenbahn, Kaiser Augustus oder auch Bert Brecht. Sie alle wandelt die Designerin Isabel König in moderne Grafiken um, gemäß dem LEBELEI-Motto:  „Schönes von dort, wo dein Herz wohnt“. Vom Button bis zur Tasse, von der Grußkarte bis zum Kunstdruck, von der Tasche bis zum T-Shirt – alle Produkte gibt es im Webshop unter www.lebelei.de und in verschiedenen Augsburger Läden, wie  Bücher Pustet, Kolonial, Kutscher + Gehr, Schlosser’sche Buchhandlung oder im Mozarthaus.

Liebe zu Augsburg als Button, Postkarte oder Kunstdruck

Auf die Idee ihre eigenen, nachhaltigen Souvenirs herzustellen, kam die Wahl-Augsburgerin, als sie schön gestaltete Geschenke mit Lokalkolorit suchte, aber nur den üblichen Billigkitsch aus Fernost vorfand. Kurzerhand erstellte sie selbst Entwürfe mit Augsburg-Bezug. „Als ich sah, wie begeistert meine Kunden die von mir entworfenen Augsburg-Weihnachtskarten kauften, begann ich mir Gedanken zu machen, was wohl noch gut ankommt“, erzählt König. Und so folgten Buttons, T-Shirts und Tassen mit den fröhlich-bunten Schattenrissen verschiedener Motive aus Augsburg. „Mittlerweile umfasst mein Sortiment mehr als 10 Produkte in vielen wunderschönen Farbwelten. Ich habe auch Sonderkollektionen zu augsburgtypischen Mottos wie ‚Grüne Stadt‘, ‚Wasserstadt‘ oder ‚Textilstadt‘ gemacht, weil der Charakter der Stadt Augsburg gerade bei diesen besonderen Sichtweisen einmalig und unverwechselbar hervortritt.“

Neben Augsburg hat die gebürtige Kaufbeurerin inzwischen auch das Allgäu in ihrem besonderen Design verewigt. München, Ulm und Füssen sind ebenfalls gezeichnet. Und auch Unternehmen vor Ort lassen sich ein individuelles Design im LEBELEI-Stil gestalten. 

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LEBELEI- Augsburger Label der Designerin Isabel König
LEBELEI- Augsburger Label der Designerin Isabel König
LEBELEI- Augsburger Label der Designerin Isabel König
LEBELEI- Augsburger Label der Designerin Isabel König
Isabel König, Designerin des Augsburger Labels LEBELEI
Isabel König, Designerin des Augsburger Labels LEBELEI
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"Der Kunde weiß, von welchem Bauern der Salat kommt"

"Der Kunde weiß, von welchem Bauern der Salat kommt"
Interview mit Carina Hahn und Hermann Haas-Hübsch von der rollenden Gemüsekiste. Die Gemüsekiste ist ein Lieferservice für Bioprodukte im Großraum Augsburg, der wöchentlich rund 3.000 Kisten Obst, Gemüse, Käse und vieles mehr frei Haus liefert.
Die Geschäftsführer der rollenden Gemüsekiste, Carina Hahn und Hermann Haas-Hübsch. (Bild: Regine Laas)

Die Lebensmittel stammen zum Großteil von regionalen Erzeuger*innen. Alle Produkte sind Bioqualität. Wir sprachen mit Hermann Haas-Hübsch und Carina Hahn. Vater und Tochter leiten gemeinsam den Betrieb.

 

Ihr Lieblingsprodukt:

Hermann Haas-Hübsch: Unsere Nougatschokolade, bei Obst und Gemüse bin ich vielfältig.

Carina Hahn: Ich mag Äpfel. Da ich kein Gluten vertrage, schätze ich sehr unsere glutenfreien Produkte, beispielsweise unser Brot vom Bäcker Schubert oder auch unsere Backmischungen.

 

 

Wie sind Sie zur rollenden Gemüsekiste gekommen?

Hermann Haas-Hübsch: Ich habe bei meinem Onkel in der Gärtnerei gearbeitet. Wir haben damals überlegt, wie wir den Absatz der Gärtnerei steigern können. Dann sind wir auf die Idee gekommen, die Produkte zum Kunden auszufahren. So haben wir vor 22 Jahren begonnen. Das war dann so erfolgreich, dass ich meine Arbeit in der Gärtnerei aufgeben musste, um mich ganz auf den Lieferservice zu konzentrieren. Alles andere hat sich mit der Zeit entwickelt.

 

 

Was ist für den Kunden der Vorteil, bei der rollenden Gemüsekiste zu bestellen?

Hermann Haas-Hübsch: Wir haben zu 100 Prozent Bioware und sind bevorzugt regional. Außerdem liefern wir frei Haus an einem festen Tag in der Woche. Übrigens: Auch wenn unserer Kunden-Einzugsgebiet recht groß ist, pro Kunde fahren wir im Schnitt 1,9 km. Das ist sehr wenig und ein zusätzlicher Umweltaspekt.

Carina Hahn: Zudem sind wir sehr transparent. Der Kunde erfährt nicht nur, wo der Salat herkommt, sondern sogar von welchem Bauern. Welcher Supermarkt bietet das schon?

 

 

Wer sind Ihre Kund*innen?

Carina Hahn: Das ist eine breite Palette: von Studenten-WGs über junge Familien bis hin zu älteren Menschen.

Hermann Haas-Hübsch: Etwa 10 Prozent unserer Waren werden an Schulen oder Kindergärten geliefert. Auch zählen mittlerweile zahlreiche Büros und Firmen zu unseren Kunden, die damit ihren Mitarbeitern oder Geschäftskunden eine gesunde Zwischenmahlzeit anbieten können.

 

 

Hat sich das Kundenverhalten in den letzten 20 Jahren gewandelt?

Hermann Haas-Hübsch: Durchaus. Der Kunde ist anspruchsvoller geworden. Früher wusste man nicht, was genau in der wöchentlichen Kiste enthalten ist. Der Kunde konnte lediglich Produkte ausschließen. Heute sieht er auf unserer Webseite genau, was eine Kiste enthält. So kann er Teile ab- oder umbestellen. Und das wird auch rege genutzt. Wir gehen auf jeden individuellen Wunsch ein. Das müssen wir aber auch, um am Markt bestehen zu können.

 

 

Besuchen Sie auch die ausländischen Lieferant*innen?

Hermann Haas-Hübsch: Ja, erst im November war ich auf Sizilien und habe mehrere Erzeuger besucht, von denen wir unter anderem Orangen, Trauben und Clementinen beziehen; im Winter auch Brokkoli, Staudensellerie und Mangold.  Ein Highlight war mal ein Besuch in Ecuador bei einer Fair-Trade-Kooperation, bei Bauern, die uns mit Bananen beliefern.

 

 

Wie sieht bei Ihnen die Mittagspause in kulinarischer Hinsicht aus?

Carina Hahn: Wir haben das große Glück, dass meine Oma noch tatkräftig mit anpackt und dem gesamten Team mittags die Brotzeit richtet. Da gibt es frisches Obst und Gemüse, mundgerecht geschnitten. Da sind wir echt verwöhnt (lacht).

 

 

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Hermann Haas-Hübsch: Die Übergabe an die nächste Generation steht irgendwann an. Ansonsten haben wir vor, umzuziehen. Wir platzen schon aus allen Nähten. Ein Anbau ist aber nicht mehr möglich. Daher halten wir Augen und Ohren nach einem neuen Standort offen. Auch unser Warensortiment könnte weiter wachsen.

Carina Hahn:Wir haben natürlich noch Potenzial bei unserem Kundenstamm. Wir hoffen z. B., dass wir künftig noch mehr Kunden aus Augsburg gewinnen. Auch unser Online-Shop muss sich weiterhin verbessern. Bei den neuen Medien am Ball zu bleiben, ist eine große Herausforderung bei unserer Arbeit.

 

Wir waren einen Tag mit der rollenden Gemüsekiste unterwegs. Unsere Reportage findet ihr hier: https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/bio-frei-haus-0

Auto, Bio Lebensmittel Lieferung, Rollende Gemüsekiste, Foto: Die rollende Gemüsekiste
Die rollende Gemüsekiste liefert biologische Erzeugnisse frei Haus. Foto: Die rollende Gemüsekiste
Geschäftsführer Haas-Hübsch von der rollenden Gemüsekiste in Augsburg mit dem Fahrer Christian Schuster (Bild: Regine Laas)
Geschäftsführer Haas-Hübsch von der rollenden Gemüsekiste in Augsburg mit dem Fahrer Christian Schuster (Bild: Regine Laas)
Rollende Gemüsekiste, Grafik: Die rollende Gemüsekiste
Neben Obst und Gemüse liefert die rollende Gemüsekiste auch Molkereiprodukte, Weine und vieles mehr. Grafik: Die rollende Gemüsekiste
Rollende Gemüsekiste (Bild: Regine Laas)
Rollende Gemüsekiste (Bild: Regine Laas)
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Bio frei Haus

Rollende Gemüsekiste: Bio frei Haus
Unterwegs mit Hermann Haas-Hübsch von der rollenden Gemüsekiste. Einen Tag lang haben wir die rollende Gemüsekiste begleitet und uns das Konzept des Lieferanten für Biowaren näher angeschaut
Geschäftsführer Haas-Hübsch von der rollenden Gemüsekiste in Augsburg mit dem Fahrer Christian Schuster (Bild: Regine Laas)

Der ein oder andere kennt sie aus der Werbung – Die rollende Gemüsekiste. Dieser Lieferservice für Bioprodukte bringt wöchentlich rund 3.000 Kisten im Großraum Augsburg nach Hause zu den Kund*innen. Die Frischwaren stammen zum Großteil von regionalen Erzeuger*innen. Alle Produkte sind Bioqualität. Wie funktioniert so ein Betrieb? Und wer steckt dahinter? Wir haben Die rollende Gemüsekiste besucht und einen halben Tag den Gründer und Geschäftsführer Hermann Haas-Hübsch begleitet.

 

 

Bio und regional, direkt vom Erzeuger

Landwirt Albert Scharnagl unterbricht seine Arbeit, als er den Geschäftsführer der rollenden Gemüsekiste und uns um neun Uhr morgens begrüßt. Wir befinden uns in einer Gärtnerei in der Nähe von Schwabmünchen. Sie gehört zu den wenigen Höfen, die um diese Jahreszeit – es ist Ende November – noch Felder bewirtschaften. Wir schauen uns an, woher Die rollende Gemüsekiste einen Teil ihrer Ware bezieht. Der Lieferservice für regionale Bioprodukte hat strenge Vorgaben an seine Lieferanten. Bei heimischen Obst und Gemüse gilt bio und regional, direkt vom Erzeuger. Wobei diese zusätzlich nach den Richtlinien anerkannten Bio-Verbänden arbeiten.

Seit der Gründung des Lieferservices 1995 hält Haas-Hübsch das so. So stehen wir vor dem Gewächshaus mit Feldsalat, Schnittlauch und Endivien.  „Wir ermöglichen die Ernte von Salaten und Kräutern durch unser Kaltgewächshaus“, erklärt Scharnagl. „So können wir fast das ganze Jahr über ernten.“ Der Bioland-Betrieb Scharnagl gehört zu einem von insgesamt 39 Lieferanten der rollenden Gemüsekiste.

 

 

Für jede Sorte für den richtigen Boden

Der Landwirt führt uns weiter durch seine Lagerräume. Es türmen sich meterhoch Kisten. „Alles Karotten“, erklärt er. „Diese Sorte hält sich bei korrekter Lagerung mehrere Monate.“ Damit sie nicht austrocknen sind die Holzkisten mit Plastikfolien eingeschlagen. Diese werden bis zu 10 Jahre verwendet, versichert uns der Landwirt, der seit dem Start seines Betriebs vor 20 Jahren biozertifiziert produziert. Denn auf die Verwendung von Plastik versucht man im Biolandbau weitestgehend zu verzichten. Ganz ohne geht es aber leider nicht. Der Handel verlangt abgepackte, gewogene Ware. Die Karotte, die am Ende den Hof verlässt, ist daher bisweilen nicht nur sauber geputzt und vom Grün befreit, sondert findet sich mit anderen in einer Plastiktüte. Nicht so jene, die zur rollenden Gemüsekiste kommen. Wöchentlich liefert der Landwirt ca. 1.700 kg Karotten an den Firmensitz in Affing. Man merkt sofort, dass Scharnagl stolz auf seine Rüben ist, die nicht nur gut aussehen, sondern auch süß und aromatisch schmecken. Davon dürfen wir uns selbst überzeugen. Die richtige Sorte für den Boden zu finden, ist dabei eine Voraussetzung für eine ertragreiche Ernte.

 

Mit der Möhre in der Hand machen wir einen Sprung in der Lieferkette – vom Erzeuger zur Auslieferung. Es führt uns nach Großaitingen. Hier treffen wir Christian Schuster, der seit 20 Jahren für Die rollende Gemüsekiste arbeitet und damit zu den dienstältesten Mitarbeitern gehört. Er beliefert gerade einen Einfamilienhaushalt mit einer Kiste voll frischem Obst und Gemüse, darunter Scharnagls Karotten. Die Familie ist nicht zuhause, daher geht er geschwind in den Vorgarten und tauscht die von der Familie bereitgestellte leere Kiste gegen eine neue aus.

Weiter geht’s zum Kindergarten St. Nikolaus. Hier wartet schon die Erzieherin Karin Schuller auf die Lieferung. Es steht das wöchentliche „Gesunde Frühstück“ an. Mit frischem regionalen Obst und Gemüse soll den Kindern eine gesunde Ernährung nähergebracht werden. Eine sinnvolle Sache, wie Schuller findet: „Für uns und die Kinder ist das wöchentliche Frühstücksbuffet eine tolle, gesunde Abwechslung, und den Kindern schmeckt es.“ Die rollende Gemüsekiste ist offizieller Bio-Lieferant für das Förderprogramm „Schulobst und -gemüse“, das von der EU und dem Freistaat Bayern finanziert wird.

 

 

15 Fahrer liefern in einer Woche 3.000 Kisten

Christian Schuster nimmt sich hin und wieder Zeit für einen kurzen Plausch. Aber nur kurz, schließlich stehen rund 80 Lieferungen auf seiner Liste, bis zu sechs Stunden ist er dafür pro Liefertag auf den Beinen bzw. hinter dem Steuer.

Die rollende Gemüsekiste liefert rund 3.000 Kisten an fünf Tagen pro Woche aus. 15 Fahrer sind dafür im Einsatz. Das Gebiet reicht von den südwestlichen Randbezirken Münchens bis nach Monheim im Norden Schwabens und von Altomünster im Osten bis nach Ulm und Umgebung. Und nicht jede Lieferung ist so unkompliziert wie die in den Kindergarten St. Nikolaus. Es wird dahin geliefert, wohin der Kunde wünscht – das kann auch mal vor die Wohnungstür im sechsten Stock sein. „An zwei Tagen liefere ich aus, an den anderen bin ich im Lager oder auf den Wochenmärkten, das schafft Abwechslung“, erklärt Schuster. „Erdbeeren im Winter gibt es bei mir nicht“

 

 

Wir staunen, als wir das Warenlager betreten. Am späten Vormittag herrscht hier reges Treiben. Mehrere Damen wiegen Obst und Gemüse ab und verteilen es in verschiedene Kisten. Nebst wuseliger Geschäftigkeit herrscht gute Stimmung. Die Teamleiterin der Packstation, Karola Hirschler, erklärt uns das Vorgehen: „Unsere Arbeit wird durch ein Warenwirtschaftssystem erleichtert, das uns jede einzelne Bestellung aufzeigt – auch die individuellen, kurzfristigen Kundenwünsche“. Wir schauen uns ein paar Kisten näher an und finden neben Rohkost auch ein breites Sortiment an Naturkost.

 

Erdbeeren im Winter gibt es nicht

Geschäftsführer Haas-Hübsch führt uns in sein Trockenwarenlager. Es riecht nach Gewürzen, Käse und Brot. Hier schwingt Brigitte Schiller das Zepter. Wir sind von der Vielzahl der Artikel überrascht: Marmeladen, Teigwaren, Weine, und und und. Alles ist Bioware, wie uns die Chefin des Trockenwarenlagers versichert, nach Möglichkeit von Bio-Verbänden wie Demeter, Bioland oder Naturland. Möglichst regional, saisonal und in Bioqualität – so das Credo der rollenden Gemüsekiste. „Erdbeeren im Winter gibt es bei mir einfach nicht, da muss der Kunde woanders hingehen“, erklärt Haas-Hübsch seinen Standpunkt.

An anderer Stelle geht der 50-Jährige durchaus Kompromisse ein. Um dem Kunden ein breites Sortiment anbieten zu können, gibt es auch Südfrüchte wie Bananen, Kakis oder Ananas. Neben der Bioqualität wird darauf geachtet, dass die Ware per Schiff geliefert wird und nicht mit dem Flugzeug.

 

Im Büro nebenan telefoniert Sabine Paulus gerade mit einem Kunden. Die Kundenbetreuerin arbeitet seit 12 Jahren für den Betrieb und schätzt den persönlichen Kontakt mit den Menschen. „Feedback ist uns wichtig“, erklärt Paulus. „Gleichzeitig möchten wir auf individuelle Kundenwünsche eingehen. Die Kundin von eben hat Käse, Brot und Wein für ihren Geburtstag bestellt. Normalerweise bekommt sie von uns wöchentlich eine Regionalkiste mit saisonalem Obst und Gemüse. Vielleicht kommt sie auf den Geschmack unserer weiteren Waren“, schmunzelt Paulus.

 

Insgesamt sind 10 Personen für die Bürotätigkeiten zuständig. Darunter auch Carina Hübsch-Hahn, zweite Geschäftsführerin der Rollenden Gemüsekiste. Die Tochter des Gründers ist seit 2003 im Unternehmen dabei und lenkt gemeinsam mit ihrem Vater den gewachsenen Familienbetrieb. „Zu unseren großen Herausforderungen gehört, den digitalen Anschluss zu wahren. Die Kunden möchten heute über Apps bestellen. Das müssen wir künftig gewährleisten“, so die junge Unternehmerin. Wer weiß, vielleicht können dank der Rollenden Gemüsekiste bald schon Scharnagls Karotten mit einem Klick über eine App noch schneller bestellt werden – eine charmante Vorstellung.

 

Ein Interview mit Carina Hübsch-Hahn und Hermann Haas-Hübsch findet ihr hier

 

 

 

Geschäftsführerin Carina Hübsch-Hahn (Bild: Regine Laas)
Die Geschäftsführerin der Rollenden Gemüsekiste, Carina Hübsch-Hahn (Bild: Regine Laas)
Karola Hirschler im Warenlager der rollenden Gemüsekiste (Bild: Regine Laas)
Karola Hirschler im Warenlager der rollenden Gemüsekiste (Bild: Regine Laas)
Brigitte Schiller aus dem Trockenlager (Bild: Regine Laas)
Brigitte Schiller aus dem Trockenlager der rollenden Gemüsekiste in Augsburg. (Bild: Regine Laas)
Kaltgewächshaus von Landwirt Scharnagl
Kaltgewächshaus von Landwirt Scharnagl
Karotten von der rollenden Gemüsekiste (Bild: Regine Laas)
Karotten von der rollenden Gemüsekiste (Bild: Regine Laas)
Landwirt Scharnagl im Gespräch (Bild: Regine Laas)
Landwirt Scharnagl im Gespräch (Bild: Regine Laas)
In Kisten gelagerte Karotten bei Scharnagl (Bild: Regine Laas)
In Kisten gelagerte Karotten bei Scharnagl (Bild: Regine Laas)
Der Fahrer der rollenden Gemüsekiste, Christian Schuster, bei der Auslieferung (Bild: Regine Laas)
Der Fahrer der rollenden Gemüsekiste, Christian Schuster, bei der Auslieferung (Bild: Regine Laas)
Rollende Gemüsekiste (Bild: Regine Laas)
Rollende Gemüsekiste (Bild: Regine Laas)
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German
Zu Gast in Lisa McQueens Wohnzimmer
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Ort

Peutinger Straße 18
86152 Augsburg
Deutschland

E-Mail
kaetchensmodecafe [at] t-online.de

„Das Kätchens ist wie mein Wohnzimmer“, sagt Lisa McQueen über ihren Laden in der Peutinger Straße. Und wirklich, mit dem Sammelsurium an hübschen Tischchen und verschiedenen Stühlen und mit den alten Sammeltassen im Regal, ist das Kätchens ein urgemütlicher Platz zum Verweilen.

 

Das Kätchens ist Café und Schneideratelier in einem. Die Modedesignerin entwirft und näht hier ihre eigene Kollektion und versorgt maximal 12 Gäste mit hausgemachtem Kuchen, Müsli, Smoothies und Chia-Pudding. Bei schönem Wetter kann man auch draußen sitzen. Wenn Lisa McQueen Zeit und die Gäste Glück haben, gibt es auch Salate und warme Speisen. Alles wird aus Bio-Zutaten zubereitet. Der Kaffee stammt von der kleinen Berliner Rösterei Coffee Circle.

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„Net g’schimpft isch g’lobt g’nug“

„Net g’schimpft isch g’lobt g’nug“
15 Fragen an ... Daniel und Denis Gibisch von Little Lunch
Denis und Daniel Gibisch von Little Lunch, Augsburg. Foto: Little Lunch

Die Brüder Denis und Daniel Gibisch sind gebürtige Augsburger, ehemalige Schlechtesser und Bürohocker. Nachdem es die beiden satt hatten, sich jeden Tag den Kopf darüber zu zerbrechen, was mittags im Büro auf den Tisch kommt, entstand die Idee irgendetwas besser zu machen.

Die Teilnahme an der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ im Herbst 2015 war so etwas wie der eigentliche Startschuss für ihr Unternehmen Little Lunch. Mit ihren Suppen setzen sie auf „außergewöhnliche Rezepturen in bester Bioqualität ohne künstliche Zusätze“. Dabei achten sie sehr genau auf natürlichen Anbau und ressourcenschonende Verarbeitung der Zutaten.

Steckbrief:

Name: Daniel und Denis Gibisch

Beruf: Little-Lunch-Geschäftsführer

Geboren in: Dillingen

Leben in: Augsburg

Der Augsburger ist ...

Denis: …schwer zu überzeugen.

Du bekommt Besuch von Freunden, die zum ersten Mal in Augsburg sind. Was macht Ihr?

Daniel: Los geht’s mit einem Spaziergang durch die Altstadt. Danach steht ein Besuch in der Fuggerei auf dem Programm. Und zum Kaffee gibt’s einen großen Cappuccino auf dem Rathausplatz.

Dein Lieblingswort/deine liebste Redewendung auf augsburgerisch? Beide: Net g’schimpft isch g’lobt g’nug.

Du lädst jemanden zum Essen ein. Was kochst Du?

Denis: Am liebsten Thai Curry.

Daniel: Ich bin absoluter Sushi-Fan!

Was schmeckt Dir gar nicht?

Denis: Schmeckt nicht, gibt’s nicht – ich bin ein Allesesser.

Daniel: Bei Walnüssen muss ich passen.

Was treibt Dich an?

Daniel und Denis unisono: Erfolg!

Eine Begegnung, die Du nie vergisst ...

Denis: Ich denke da kann ich für uns beide sprechen: das war, als wir vor der Jury bei „Die Höhle der Löwen“ standen und unser Geschäftsmodell mit Little Lunch präsentierten. Das ist ein unvergesslicher und genialer Moment – Adrenalin pur.

Woran merkst du, dass Du erwachsen geworden bist?

Daniel: An den ersten grauen Haaren.

Denis: Ich merke, wie die Partynächte kürzer werden – ich werde „gebrechlich“. (lacht)

Was sollte jeder in seinem Leben einmal tun?

Beide (grinsend): Eine Little-Lunch-Suppe essen!

Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gern mal einen Kaffee oder ein Bier trinken?

Daniel: Mit dem Fußballer Zlatan Ibrahimovic.

Denis: Ebenfalls mit Zlatan Ibrahimovic.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Dich?

Denis: Nachhaltigkeit ist enorm wichtig für mich persönlich, aber auch generell als Unternehmer. Ich denke immer und überall zuerst an den ökologischen Aspekt. Beispielsweise ärgere ich mich über Kleinigkeiten, zum Beispiel, wenn ich irgendwo eine Plastiktüte annehmen muss, weil ich beim Einkauf nicht alles unterkriege. Zum Glück habe ich fast immer eine Tasche oder einen Korb dabei.

Daniel:

Nachhaltigkeit spielt bei uns auch im Bereich Wirtschaft und im sozialen Umfeld eine wichtige Rolle. Mit Little Lunch wollen wir sowohl unsere Kunden mit gesunder Ernährung als auch unsere Mitarbeiter mit einem sicheren und guten Arbeitsplatz bereichern.

Wie kamt Ihr auf die Idee mit den Suppen?

Daniel: Die Idee selbst entstand aus der Not heraus. Jede Mittagspause stellte sich uns und wahrscheinlich den meisten in Deutschland und in vielen anderen Nationen dieselbe Frage: Was essen wir heute? Also haben wir uns auf die Suche nach der Antwort gemacht, um dem Hunger mit einer gesunden und vor allem leckeren Alternative zu begegnen. Wir haben uns viele Produkte angesehen, viel analysiert und immer wieder durchgerechnet. Als wir auf

den Bundesdurchschnitt von 100 Tellern Suppe pro Jahr aufmerksam geworden sind, war die Entscheidung ziemlich schnell klar.

Was soll die Welt über Eure Suppen wissen?

Denis: Unsere Suppen sind ein schmackhafter und kunterbunter Mix aus traditioneller und experimenteller Spitzenküche. Die insgesamt sieben Rezepte entstammen alle der Feder von Sternekoch Gerhard Frauenschuh. Ihn konnten wir als absoluten Gourmet für unsere Idee gewinnen. Aktuell stehen fünf vegane Varianten, die auch glutenfrei sind, sowie eine Gulasch- und eine Hühnersuppe zur Auswahl. Ganz wichtig: Alle Rezepte sind komplett bio und natürlich frisch!

Was sind Eure Pläne für die Zukunft?

Daniel: Natürlich dreht sich in nächster Zeit weiterhin alles um Little Lunch. Wir werden dieses Jahr Messen in ganz Europa besuchen, um unser Produkt weiter bekannt zu machen. Außerdem stehen auch Termine in Fernost im Kalender. Aktuell kurbeln wir den Vertrieb bei unseren Nachbarn in Österreich und in der Schweiz kräftig an.

Denis: Neben dem Expansionskurs mit den Suppen tüfteln wir zurzeit an neuen Bio-Produkten. Diesen Sommer werden wir Bio-Smoothies und Bio-Suppenpulver auf den Markt bringen. Dabei ist es uns wichtig, all unseren Grundsätzen treu zu bleiben. Das heißt, wir setzen auch weiterhin auf außergewöhnliche Rezepturen und Lebensmittel in bester Qualität.

Welche Frage hätten wir Euch stellen sollen?

Denis und Daniel (grinst): FCA oder FCB?*

*Anmerkung der Redaktion: Beide sind echte FCA-Anhänger.

 

Weitere Informationen zu Little Lunch findet ihr hier.

Denis und Daniel Gibisch von Little Lunch, Augsburg. Foto: Little Lunch
Denis und Daniel Gibisch von Little Lunch, Augsburg. Foto: Little Lunch
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