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Umweltfreundlich einkaufen und kochen für Viele

Umweltfreundlich einkaufen und kochen für Viele
Augsburger Pfadfinderinnen geben den "Leitfaden Pfadfinderküche – Umweltverträglich einkaufen und kochen" heraus
Foto DPSG Augsburg, kochen, einkaufen, bio, saisonal, regional

Sechs junge, umweltbewusste Frauen haben mit viel Elan und Herzblut eine richtig gute Idee umgesetzt. Ihre Kernfrage lautete: Wie kann ich für große Veranstaltungen umweltverträglich einkaufen und kochen? Dass die jungen Frauen Mitglieder des Arbeitskreis Internationale Gerechtigkeit (AKiG) der Pfadfinder*innen der DPSG Augsburg sind und jahrelange Erfahrungen mit Gruppen haben, kam ihnen und dem Buch zugute. Pragmatisch, wie Pfadfinder*innen sind, heißt ihr Buch „Leitfaden Pfadfinderküche – Umweltverträglich einkaufen und kochen“.

Mit zahlreichen gut gestalteten Tabellen und Info-Blöcken informieren die sechs Autorinnen nicht nur über die Basics in Sachen regional-bio-saisonal, sondern geben gezielt Antworten auf ganz praktische Fragen, wie zum Beispiel die „Essmengen eines Durchschnittessers pro Mahlzeit“ oder die Berechnung des Budgets. Darüber hinaus stellen sie auch unbequeme Fragen, die besonders bei Großeinkäufen für Veranstaltungen mit vielen Esser*innen gern einmal ignoriert werden. Was ist beispielsweise problematisch an Palmöl oder welche Konzerne stecken hinter welchen Produkten?

Oft fehlt uns doch eindeutiges, einfach umsetzbares Wissen und hindert uns daran, etwas in unserem Einkaufs- und Konsumverhalten zu verändern. Es ist ermüdend, sich durch das Internet mit den vielen Fragen und noch mehr Antworten und Tipps zu wühlen. Mit unserem Kochleitfaden wollen wir, der AKiG, alle Kochbegeisterten dabei unterstützen, ihre Küche nachhaltiger werden zu lassen.“ Autorinnen-Team des Arbeitskreise Internationale Gerechtigkeit, DPSG Diözesanverband Augsburg.

Lebensmittel und Ressourcen sparsam kalkulieren

In dem Kochleitfaden Pfadfinderküche erfahren die Leser*innen, weshalb und wie man am besten regional, saisonal und fair einkaufen sollte. Darüber hinaus erklären einfache Tabellen und Zeichnungen, wie man Mengen für größere Veranstaltungen kalkuliert und wie Vorräte am sinnvollsten gelagert und aufbewahrt werden können. Müllvermeidung und richtige Mülltrennung werden genauso angesprochen, wie ein kleiner Exkurs in das stromsparende Kochen und ressourcenschonende Spülen.

Überblick im Etikettendschungel

Außerdem verhilft der Kochleitfaden zu mehr Durchblick im wirklich komplizierten Siegel- und Etikettendschungel für biologische und fair gehandelte Produkte. Auch die kritische Auseinandersetzung mit Lebensmittelgroßkonzernen wird angesprochen und am Beispiel des Coca-Cola-Boykotts der Pfadfinder*innen mit den Verbänden des BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend) veranschaulicht.

Thema Fleisch und Tierwohl

Natürlich spricht das Kochbuch der Pfadfinderinnen auch das sensible Thema des Fleischkonsums und der tierischen Produkte an und macht Mut, auch an diesem Menüpunkt etwas zu verändern.

Alles auf einen Blick: Checkliste am Schluss

Und wer nicht immer alle Seiten durchlesen will oder schon die meisten Details kennt, erhält auf der letzten Seite noch einmal eine Checkliste mit den zehn Schritten zur nachhaltigen Pfadfinder-Küche, quasi zum Aushängen in der Küche vor Ort.

Unsere Leserinnen und Leser wagen einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, denn beim Essen hört der Spaß bekanntlich auf. Doch je mehr wir gemeinsam kritisch hinterfragen, umso eher kann ein Wandel stattfinden." Autorinnen-Team des Arbeitskreise Internationale Gerechtigkeit, DPSG Diözesanverband Augsburg.

Und zu diesem Wandel tragen die Autorinnen bei. Man merkt, dass sie sowohl gutes Essen als auch ihre (Um)welt lieben. Und sie werden ihrem Credo als Pfadfinder*innen gerecht, „die Welt ein Stück besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben“.

 

INFO: Ansichtsexemplare des „Leitfadens Pfadfinderküche – Umweltverträglich einkaufen und kochen“ liegen im DPSG Büro am Kitzenmarkt 20 und in der Geschäftsstelle beim Stadtjugendring aus. Der Kochleitfaden kann gegen eine Spende im DPSG Büro erworben werden.

Die Autorinnen stellen sich vor:Wir sind eine Gruppe von sechs motivierten Pfadfinder*innen aus der Diözese Augsburg, die sich aktiv und auf viele verschiedene Weisen mit Themen der internationalen Gerechtigkeit auseinandersetzt. Dabei verstehen wir uns als Ansprechpartnerinnen, um unsere Mitmenschen über Themengebiete wie Menschenwürde, Menschenrechte, Migrationsproblematik, Kinderarbeit und Kinderrechte, Fairer Handel und das große Thema Nachhaltigkeit im Allgemeinen zu informieren. Wir unterstützen die Initiative Lieferkettengesetz, da wir der Meinung sind, dass Unternehmen dafür verantwortlich sind, dass die Menschen- und Arbeitsrechte innerhalb ihrer gesamten Lieferkette eingehalten werden sollten.

 

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pm/cm

Foto DPSG Augsburg, kochen, einkaufen, bio, saisonal, regional
Kochleitfaden für umweltverträgliches Kochen und Einkaufen, herausgegeben von sechs Augsburger Pfadfinderinnen. Foto DPSG Augsburg
Regionales Gemüse, Foto: Cynthia Matuszewski
Regionales Gemüse, Foto: Cynthia Matuszewski
Kräuter, regionales Gemüse, Bio-Gemüse, regionale Lebensmittel, Selbsternte, gesund essen, Essen nach Jahreszeiten, Laurin Oberneder, Stadtmarkt Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Kräuter und regionales Gemüse vom Stadtmarkt Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
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Monas Lieblingsrezept

Monas Lieblingsrezept
David kocht: Wärmende und stärkende Gemüsesuppe von den Lokalhelden aus dem Bismarckviertel in Augsburg
Suppe, Lokalhelden, Augsburg, Foto: David Blättner

Regionales, veganes oder plastikfreies Kochen ist viel leichter als Ihr denkt! Im Rahmen der Rezeptserie "David kocht" will ich euch die nachhaltigen Lieblingsrezepte unserer Lifeguide-Profis vorstellen. Da ich gerne koche und fotografiere habe ich beschlossen, die Rezepte nachzukochen und das mit Fotos zu dokumentieren. Jedes Rezept bekommt eine Einschätzung zu Koch-Dauer, Preis und Schwierigkeitsgrad. Ich hoffe ihr habt genauso viel Appetit wie ich!

Unser erstes Rezept kommt von den Lokalhelden im Bismarckviertel

Die Lokalhelden sind ein wunderbarer Lebensmittelladen und ein Restaurant für alle, die ökologische, vegetarische und regionale Produkte kaufen oder im hauseigenen Lokal genießen wollen. Unser Rezept kommt von Mona Ridder. Mona hat die Lokalhelden gegründet.

Am liebsten kocht Mona mit ... ganz normalem Gemüse, zum Beispiel mit Karotten oder Kartoffeln. „Denn es ist immer wieder erstaunlich, wie viel man daraus machen kann!“

Ich empfehle direktes Einkaufen beim Hofladen, wie dem Pfänder-Hof. Fast jeder Biobauernhof hat einen Hofladen, die Wege sind am kürzesten und die Qualität am besten. Wer dafür keine Zeit hat, kann die Bauernstände am Stadtmarkt oder die rollende Gemüsekiste nutzen.“  Mona Ridder, Lokalhelden Augsburg.

Monas Lieblingsläden in Augsburg sind: Das Café dreizehn, Glore Fashion und Ruta Natur.

 

Wärmende und stärkende Suppe aus saisonalem Lieblingsgemüse

Schwierigkeit: LeichtDauer: ca. eine halbe StundeKosten: Unter 5 Euro. Eingekauft habe ich beim regionalen Obst und Gemüse Laden Kraut und Rüben. Alles in allem haben die Zutaten ungefähr fünf Euro gekostet, reichen aber für viel mehr als 2 Portionen.

Zutaten für 2 Portionen:

1/2 Zwiebel1/2 Knoblauchzehe2 EL Pflanzenöl2 Kartoffeln mehlig400g Gemüse nach Wahl (z.B. Kürbis, Karotten, Pastinaken, gelbe oder rote Beete, Süßkartoffeln, Pilze, Wirsing, Sellerie, Lauch)500 ml GemüsebrüheSalz, Pfeffer, getrocknete Kräuter

Nach Belieben: ein Schuss Sahne oder Hafer-Cuisine oder Kokosmilch

Zubereitung: Zwiebel und Knoblauch schälen und würfeln und im Öl glasig anschwitzen. Kartoffeln und Gemüse schälen und in grobe Würfel schneiden, zu den Zwiebeln geben und kurz mitschwitzen. Mit Gemüsebrühe angießen und ca. 20 min köcheln lassen (je kleiner das Gemüse geschnitten ist, desto schneller wird es gar). Wenn das Gemüse weich ist, mit dem Pürierstab cremig mixen und mit Gewürzen und ggf. Sahne oder Sahneersatz abschmecken, wer es lieber etwas exotischer mag nimmt Kokosmilch. Sehr schmackhaft und zusätzlich wärmend sind auch ein wenig Chili oder Ingwer.

Praktischer Tipp: Macht etwas mehr Suppe und nehmt sie euch fürs Mittagessen zur Arbeit mit. Kann super in einem ausgespülten Joghurtglas mitgenommen und in der Mikrowelle oder einem Wasserbad erhitzt werden.

Guten Appetit!

 

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Wärmende Suppe für den Winter - Rezept: Mona Ridder von den Lokalhelden in Augsburg. Foto: David Blättner
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Ökologisch und nachhaltig leben

Ökologisch und nachhaltig leben

Tourismusinformation
Rathausplatz
86150
Augsburg
lifeguide-Stadtrundgang, rutaNatur, Ramona Dorner, Augsburg, unverpackt, weniger Plastikmüll
Themenführung „Ökologisch und nachhaltig Leben“ – Erfahrungsberichte und Tipps

Am Samstag, den 28. Mai um 10.30 Uhr, organisiert die Regio Augsburg Tourismus GmbH in Zusammenarbeit mit Lifeguide Augsburg die Themenführung „Ökologisch und nachhaltig Leben“.

Dieser besondere Stadtrundgang durch die Straßen und Gassen Augsburgs zeigt, wie genussvoll, entschleunigt und entspannt Nachhaltigkeit sein kann. Der Weg dieser Tour führt zu Menschen und Initiativen, die zu ihren Fachgebieten wie plastikfrei leben, unverpackt einkaufen oder faire Kleidung informieren und Fragen beantworten. Es geht um  nachhaltiges Schenken, um Reparieren statt Wegwerfen, um weniger statt mehr. An Trinkbrunnen genießt man das gute Augsburger Wasser. Diese Tour zeigt: ökologisch leben ist heute für alle erschwinglich und lässt sich in Augsburg bereits sehr gut in den Alltag integrieren.

 

Start: Tourismus-Information vor dem Rathaus

Führungen: 12 € pro Person. Anmeldung bitte bei der Regio Tourismus Augsburg GmbH, Rathausplatz 1, 0821 – 502 07 21, www.augsburg-tourismus.de

 

Für alle Führungen gelten die aktuellen Corona-Regeln. Weitere Informationen zu den Führungen finden Sie außerdem in dem Flyer der Regio Augsburg Tourismus GmbH „Stadtführungen in Augsburg 2022, Sehenswürdigkeiten in der Welterbestadt bestens geführt erleben und entdecken“ (erhältlich in der Touristen Information am Rathausplatz).

 

Event-Termin
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Öko-Modellregion Stadt.Land.Augsburg

Öko-Modellregion Stadt.Land.Augsburg
Gemeinsam für mehr Bio-Produkte, mehr ökologischen Anbau und eine intakte Kulturlandschaft
Wanderschäfer Christian Hartl beim Schafaufzug in sein Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz

Im Mai 2019 wurden der Stadt Augsburg und dem Landkreis Augsburg der Titel "staatlich anerkannte Ökomodellregion in Bayern" verliehen. Damit ist die Region eine von 15 neuen Öko-Modellregionen in Bayern. Das Projektgebiet der neuen „Ökomodellregion Stadt.Land.Augsburg“ (ÖMR) umfasst das Augsburger Stadtgebiet sowie die Gemeinden in der Lech-Wertach-Ebene und im Naturpark Augsburg Westliche Wälder.

In der Öko-Modellregion Stadt.Land.Augsburg soll das Bewusstsein für mehr Bio-Produktion heimischer Lebensmittel wachsen, biolandwirtschaftliche Nutzungsformen unterstützt und Kulturlandschaften erhalten werden. Hintergrund der Initiative ist das Landesprogramm BioRegion Bayern 2020. Deren Ziel ist es, die Bio-Produktion in Bayern bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln.

Projektpartner der Bewerbung sind neben dem städtischen Gesundheitsamt und der Wirtschaftsförderung des Landkreises unter anderem der Naturpark Augsburg Westliche Wälder e.V. und die beiden Landschaftspflegeverbände. Die Stadt Augsburg ist bereits Mitglied im bundesweiten Netzwerk der Bio-Städte und hat mit der Bio-Pausenbrotaktion und Fahrten für Schulklassen zu Bio-Betrieben und mit Bio-Kochkursen bereits bei Kindern mit der Umweltbildung begonnen.

 

Kulturlandschaft Lechheiden

Ziel der ÖMR ist auch, landwirtschaftliche Nutzungsformen zu fördern, die zum Erhalt regionaltypischer Kulturlandschaften beitragen. Ein Beispiel dafür ist etwa die Wanderschäferei in den Heiden des Lech- und Wertachtals aber auch im Augsburger Stadtgebiet. Eine solche Beweidungsform dient der Offenhaltung von Flächen und damit dem Erhalt der pflanzlichen Artenvielfalt sowie der heimischen Fleischerzeugung - Stichwort „Lechtal-Lamm“. Auch für das Gastronomie- und Hotelgewerbe sollen mehr Möglichkeiten geschaffen werden, regionale und biologisch erzeugte Lebensmittel zu verwenden.

 

Aufbau einer Saatgutbörse

Umweltbildung im Sinne einer Bewusstseinsbildung bei Verbraucher*innen und Produzent*innen ist ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ÖMR. Dazu sind mehrere Aktivitäten geplant. Neben der Vermarktung von Fleisch aus der Beweidung von ökologisch wertvollen Biotopflächen wird die Vermarktung zum Beispiel von Apfelsaft, Honig und Wolle als Bioprodukte aus der Landschaftspflege aufgebaut. Auch eine regionale Saatgutbörse soll aufgebaut und der Biohanf-Anbau gefördert werden.

 

Auf dem Gruppenfoto sind folgende Akteure der Ökomodellregion Stadt.Land.Augsburg zu sehen: 

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (Mitte). Außerdem: (v. l.): Nicolas Liebig, Geschäftsführer Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V.; Reiner Erben, Umweltreferent Stadt Augsburg; Eva Liebig, Stellv. Geschäftsführerin Naturpark Augsburg-Westliche Wälder; Alexandra Wagner, Gesundheitsamt Augsburg; Heinz Liebert, Stellv. Landrat des Landkreises Augsburg; Konrad Dobler, Vorsitzender Landschaftspflegeverband Landkreis Augsburg e.V.; Benjamin Walther, Geschäftsführer Regionalentwicklung Augsburg Land West und Christian Kreye, Leiter ALE Schwaben. 

 

 

Verleihung des Titels "Ökomodellregion Stadt.Land.Augsburg" im Mai 2019 durch die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (Mitte). Foto: Seyfarth
Verleihung des Titels "Ökomodellregion Stadt.Land.Augsburg" im Mai 2019 durch die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (Mitte). Foto: Seyfarth
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Der Baustoff Lehm ist ein ökologischer Alleskönner

Der Baustoff Lehm ist ein ökologischer Alleskönner
Interview mit Johann Steinhart, Spezialist für Lehmbau
Oekoausbau Johann Steinhart, Friedberg bei Augsburg, Lehmbau, ökologische Baustoffe, Foto_Cynthia Matuszewski

Wer sich mit Johann Steinhart über ökologisches Bauen und Baumaterialien unterhält, kommt ganz schnell auf einen der ältesten Baustoffe der Welt zu sprechen: Lehm. Von diesem Material ist der Friedberger Unternehmer begeistert und überzeugt. Zu Recht, denn der Spezialist für ökologischen Innenausbau erlebte beim Bau seines Hauses bereits 1993, was Lehm alles kann. Sein Motto lautet: "Es gibt für jede Aufgabe, die sich uns stellt, eine ökologisch sinnvolle Lösung."

Cynthia Matuszewski: Haben Sie als Kind auch schon mit Lehm gebaut?Johann Steinhart: Ich bin auf einem kleinen Bauernhof im schwäbischen Friedberg aufgewachsen und war schon als Kind am liebsten draußen in der Natur unterwegs. Ein Lieblingsspiel gab es nicht, da wir natürlich früher auf dem Land viel mehr Möglichkeiten hatten als das heute der Fall ist. Wir spielten im Heustadel, in einer Höhle, auf den Nachbarhöfen oder auf der Straße - alles war möglich.

Und warum heute Lehm? Was ist der Vorteil dieses Baustoffes? Für den Innenausbau gibt es kein besseres Material. Lehm verbessert das Raumklima und reguliert die Luftfeuchtigkeit. In ausreichender Menge und Fläche bindet Lehm sogar Schadstoffe aus der Raumluft. Außerdem bleiben die Räume im Sommer angenehm kühl. Das geschieht durch den Effekt der Verdunstungskälte.

Lehm ist die natürlichste Klimaanlage die es gibt!"

Lehm war früher ein wichtiger Baustoff beim Hausbau, das ist jedoch nach den 50ziger Jahren fast in Vergessenheit geraten. Lehm hat eine sogenannte niedrigere Ausgleichsfeuchte und schützt somit auch andere Baumaterialien, wie beispielsweise Holz, vor Feuchtigkeit. Das sieht man besonders gut bei alten Fachwerkhäusern. Eines der ältesten Fachwerkhäuser steht in Biberach und ist über 1.000 Jahre alt. Dieser Schutz vor Feuchtigkeit ist auch einer der Gründe, warum gerade in modernen Holzhäusern Lehm wieder seinen Platz findet. Der Dachverband Lehm DVL hat wieder DIN-Normen und Anwendungsrichtlinien erstellt, sodass dieser Baustoff auch den heutigen Anforderungen im Bau gerecht wird. Eine breite Palette von Lehmbaustoffen, wie Lehmsteine, Lehmmörtel, Lehmputz, Lehmplatten und Lehmfarben bieten für viele Bereiche die Lösung.

Auch aus ökologischer Sicht ist die Bilanz positiv. Lehm ist ein Rohstoff, der recycelt werden kann und nahezu überall auf der Welt verfügbar ist, also unsere Ressourcen schont und sich positiv auf den CO2- Ausstoß auswirkt."

Es ist also sinnvoll, Lehm auch in modernen Gebäuden zu verwenden? Ja! Moderne Gebäude werden heute nach den Richtlinien der Energieeinsparverordnung gebaut. Dies setzt eine wind- und luftdichte Gebäudehülle voraus. Eine kontrollierte Be- und Entlüftung ist in diesen Gebäuden unerlässlich. Der Baustoff Lehm kann hier als Feuchtepuffer wirken und dadurch das Raumklima positiv beeinflussen. Ein weiterer Effekt ist die Geruchs- und Schadstoffbindung durch die Tonminerale, welche Küchen- oder sonstige Geruchsentwicklungen schnell neutralisieren. Auch moderne Flächenheizsysteme sind hervorragend mit Lehm kombinierbar - sie erzeugen eine angenehme natürliche Strahlungswärme. Zu guter Letzt ist der Bausektor einer der größten CO2-Produzenten und da ist es nur eine logische Konsequenz auch hier Baustoffe und Herstellungsverfahren zu entwickeln, die den Primärenergieaufwand drastisch reduzieren oder vermeiden.

Jeder, der heute baut, sollte sich auch darüber Gedanken machen wie umweltbelastend die verwendeten Baustoffe sind, denn davon wird es abhängen, ob auch noch die Kinder Freude an dem Haus haben."

Seit wann interessieren Sie sich für ökologisches Bauen? Seit dem Bau meines Einfamilienhauses in Harthausen, 1993. Dieses Haus wollte ich so ökologisch wie möglich bauen um auch meinen Nachfahren ein wohngesundes Haus zu überlassen. Damals war über ökologisches Bauen und Naturbaustoffe noch weit weniger in Erfahrung zu bringen als das heute mit Internet möglich ist. Ein Zimmerer und Baubiologe aus Pfronten unterstütze mich in meinem Vorhaben. Das Ergebnis ist ein Holzbau mit Zellulosedämmung und lehmgefüllten Decken, einer selbstgebaute Wandflächenheizung und Holzvergaser mit Pufferspeicher. Das übertrifft auch heute noch die gängige Baupraxis in vielen Bereichen.

Ihr Unternehmen gründeten Sie aber erst 2010... Ja, ich wollte schon 1993 ökologisches Bauen vorantreiben und hier auch beruflich tätig werden. Aber leider war die Nachfrage so gering, dass ich dieses Vorhaben auf Eis legen musste.

Worauf sollten Bauherrinnen und Bauherrn beim Bau eines Hauses heutzutage Ihrer Meinung nach achten? Das wichtigste ist ein solider Finanzplan und das Budget, das zur Verfügung steht. Alle weiteren Wünsche und Möglichkeiten sollten auf dieser Grundlage aufbauen.

Nachdem wir etwa 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, sollten wir diese so wohngesund wie möglich gestalten."  Johann Steinhart, Ökoausbau Friedberg

Hier sind Baubiologen oder Architekten für natürliches Bauen eine gute Adresse. Ein wichtiger Punkt sind auch die laufenden Betriebskosten, die je nach Energieeffizienz und Autarkgrad unterschiedlich hoch ins Gewicht fallen.  Denn es ist davon auszugehen, dass in naher Zukunft fossile Brenn- und Betriebsstoffe höher besteuert und teurer werden.

Ich empfehle in Bezug auf Baustoffauswahl immer: Nehmen Sie Baustoffe, auf denen Sie ohne Bedenken eine Nacht schlafen könnten und die Sie Ihrem Enkel gerne vererben würden."

Das heißt also auch: wie zukunftsfähig wird mein Haus sein? Alles in allem bleibt mein Motto: Es gibt für jede Aufgabe, die sich uns stellt, eine ökologisch sinnvolle Lösung.

Kann man preiswert UND ökologisch bauen? Absolut! Natürlich hängt der Preis stark von der Wohnfläche ab, die je nach Qualität unterschiedlich hoch sein kann. Bei einen Neubau ist konsequent ökologisches Bauen etwa fünf bis zehn Prozent teurer. Dies liegt vor allem an den höheren Rohstoffpreisen. Würde man jedoch alle Kosten von der Erstellung bis zur Entsorgung rechnen, würde dies anders aussehen. Leider werden hier die konventionellen Baustoffe noch viel zu viel subventioniert. Sparen fängt bei guter Planung an und dies ist entscheidend - auch für ökologisches Bauen.

Sie bauen auch Lehmöfen, in denen Steinofenpizza oder Brot gebacken werden kann ... Ich habe einen mobilen Lehmofen auf einem Hänger gebaut, den ich je nach Bedarf dort aufstelle, wo ich gerne eine Pizza machen möchte. Das kann auch mal am See sein oder in einem Hof. Den Pizzateig macht meine Lebensgefährtin und dann kann sich jeder seine Zutaten auswählen und ab geht’s in den Ofen. Bei über 320° Grad ist die Pizza dann nach etwa drei Minuten fertig. Nach dem Pizzavergnügen wird die Restwärme fürs Brotbacken verwendet und die vorbereiteten Brotlaibe in den Ofen geschoben. So hat man die Energie optimal ausgenutzt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Tiny Houses auf Rädern zu bauen? Vor zwei Jahren habe ich in der Friedberger Allgemeinen einen Artikel darüber gelesen, wie zwei Studenten sich ein Tiny-Haus bauen. Das hat mich auf die Idee gebracht auch so ein Haus zu realisieren.

Das Faszinierende an Tiny Houses ist ja die damit verbundene Lebensweise des Minimalismus. Hier wird alles auf das Wesentliche reduziert und entsprechend niedrig sind die Herstellungs- und Betriebskosten."

Gereizt hat mich auch das Maximum innerhalb der 3,5 Tonnengrenze zu erzielen und trotz geringem Gewicht eine optimale Energieeffizienz zu erreichen.

Woraus bestehen Ihre Tiny Houses?

Meine Tiny Houses bestehen zu  95% aus Naturbaustoffen. Die Hauptbaustoffe sind Jute, Fichte, Pappelsperrholz, Holzweichfaser, Cellulose, Kork- und Kalkfarbe sowie EPDM-Dachbahn."

Es gibt natürlich Hersteller, die nicht so viel Wert auf Naturbaustoffe legen. Gerade in sehr kleinen Räumen können aber Schadstoffausdünstungen, die in vielen konventionellen Baustoffen zu messen sind, gefährliche Konzentrationen erreichen. Bei empfindlichen Personen sind hier entsprechende Reizungen vorprogrammiert.

Was sind Ihre Pläne für die kommenden Jahre? Ich plane die baubiologische Zertifizierung meiner Tiny-Häuser um auch hier meiner Einstellung treu zu bleiben. Außerdem sind Weiterbildung und Wissen für mich essentiell und deshalb werde ich 2019 die Ausbildung zum Baubiologen in Rosenheim absolvieren und eine baubiologische Beratungsstelle IBN (Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit) hier in Friedberg anbieten. Ein Naturbaustoffmarkt ist ebenfalls angedacht.

 

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Ökoausbau Johann Steinhart in Friedberg bei Augsburg ist spezialisiert auf ökologischen Innenausbau. Hier sein Lehmofen für Steinofenpizza oder Brot. Foto: Johann Steinhart
oekoausbau johann steinhart, Friedberg bei Augsburg, Lehmbau, ökologische Baustoffe, foto_johann_steinhart
Ökoausbau Johann Steinhart in Friedberg bei Augsburg ist spezialisiert auf ökologischen Innenausbau. Hier ein Innenputz aus Lehm. Foto: Johann Steinhart
oekoausbau johann steinhart, Friedberg bei Augsburg, Lehmbau, ökologische Baustoffe, foto_johann_steinhart, Minihaus, Tiny House, Haus aud Rädern, Ökologisches Tiny House
Ökoausbau Johann Steinhart in Friedberg bei Augsburg ist spezialisiert auf ökologischen Innenausbau. Außerdem bietet er ökologische Tiny Houses auf Rädern an. Foto: Johann Steinhart
oekoausbau johann steinhart, Friedberg bei Augsburg, Lehmbau, ökologische Baustoffe, foto_johann_steinhart
Ökoausbau Johann Steinhart in Friedberg bei Augsburg ist spezialisiert auf ökologischen Innenausbau. Foto: Johann Steinhart
oekoausbau johann steinhart, Friedberg bei Augsburg, Lehmbau, ökologische Baustoffe, foto_johann_steinhart
Ökoausbau Johann Steinhart in Friedberg bei Augsburg ist spezialisiert auf ökologischen Innenausbau. Hier ein Innenputz aus Lehm. Foto: Johann Steinhart
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Ökoausbau Johann Steinhart in Friedberg bei Augsburg ist spezialisiert auf ökologischen Innenausbau. Hier sein Lehmofen für Steinofenpizza oder Brot. Foto: Johann Steinhart
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Buchtipp: Lifeguide Reiseführer für Augsburg und die Region!

Buchtipp: Lifeguide Reiseführer für Augsburg und die Region!
Augsburg entdecken: Mit tollen nachhaltigen Stadtrundgängen und 200 Orten. Erhältlich im Buchhandel, bei der Tourismus-Information und an vielen Lifeguide-Orten.
Lifeguide, Augsburg, nachhaltiger Reiseführer, Foto: Cynthia Matuszewski

Wer in Augsburg Stadt, Land und Aichach-Friedberg nach Orten sucht, die helfen, ein zukunftstaugliches Leben zu führen, bekommt ab Dezember 2018 ein Buch mit all diesen Orten an die Hand. Den „Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“ für Tourist*innen, Neubürger*innen und alle interessierten Alteingesessenen.

Das Buch stellt eine Region vor, in der nachhaltiges Denken, Leben und Handeln immer weiter erstarkt. Wo unverpackt und plastikfrei eingekauft werden kann und nachhaltige Mode entsteht. Wo Stadt- und Landwirte gemeinsam säen und ernten und soziale und interkulturelle Projekte Menschen einander näher bringen. Wo Nachhaltigkeit gemeinsame Sache ist. Bei der spannenden Tour zu mehr als 200 nachhaltigen Orten in Augsburg und seinem Umland und lernt ihr Menschen kennen, die neue Wege gehen – in eine lebenswerte Zukunft!

Über Nachhaltigkeit in unserer Region zu berichten ist inspirierend. Wir zeigen, welche positiven Ideen und Projekte es in unserer immer unübersichtlicher werdenden Welt gibt – und das direkt vor unserer Haustür. Und wir lernen Menschen kennen, die diese Lösungen bereits leben. Das macht Mut.“  Cynthia Matuszewski, Autorin des Lifeguide-Reiseführers, Chefredaktion Lifeguide Augsburg

Fünf nachhaltige Stadtrundgänge

Viele Menschen suchen nach Lösungen, wie sie ihren Alltag umweltverträglicher gestalten können. Im Internetportal Lifeguide Augsburg findet ihr bereits seit 2016 Antworten auf diese Fragen. Seit fünf Jahren informiert das werbefreie und nicht kommerzielle Internetportal über nachhaltiges Leben in Augsburg und in der Region. 

Mit diesem handlichen Buch findet jeder schnell das passende nachhaltige Angebot. Das stärkt das nachhaltige Augsburg und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind." Sylvia Schaab, Autorin des Lifeguide-Reiseführers, Redaktion Lifeguide Augsburg.

Fünf Stadtrundgänge und eine Radtour führen die Leser*innen zu Orten in Augsburg, an denen nachhaltig gelebt, gearbeitet, produziert, repariert oder wiederverwertet wird. Mit rund 200 Geschäften, Restaurants, Initiativen, Sehenswürdigkeiten und einem Kalender mit Nachhaltigkeitsterminen in Augsburg ist der „Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“ eine Informationsquelle für alle, die nachhaltiger leben möchten, die sich auf neue Einkaufsmöglichkeiten und Geheimtipps freuen, die junge Geschäftsideen unterstützen wollen oder die neugierig auf Neues sind.

Viele Menschen sind überrascht, wenn sie hören, wie viele Orte in Augsburg nachhaltige Angebote machen. Ich freue mich, dass wir diese nun auch in einem Buch darstellen konnten - für Augsburger*innen und für Besucher*innen.“  Torsten Mertz, Autor des Lifeguide-Reiseführers, Redaktion Lifeguide Augsburg

Es sind die Menschen, die Augsburg und die Region nachhaltig machen!

Das Buch stellt außerdem Menschen aus Augsburg vor, die in ihrem Leben bereits nachhaltigen Ideen verwirklicht haben, die ihnen besonders am Herzen liegen. Sie setzen sich für plastikfreies Leben ein, betreiben umweltfreundliche Landwirtschaft oder gehen neue Wege des gemeinsamen Lebens, Arbeitens und Wirtschaftens. In neun Kapiteln zeigt das Buch „Lifeguide Augsburg – Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“, wie gut nachhaltiges Leben in unserer Region funktioniert.

Augsburgs Nachhaltigkeitsprozess genießt bundesweit Aufmerksamkeit. 2019 ist er als eines der vier innovativsten und wirksamsten Transformationsprojekte in Deutschland vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung ausgezeichnet worden. Klar, dass wir da gut dieses Buch machen können, ja: müssen!“ Dr. Norbert Stamm,  Autor des Lifeguide-Reiseführers, Lifeguide Region Augsburg e. V.

Dieses Buch wurde bei der Umweltdruckerei Senser auf 100 % Recyclingpapier (zertifiziert mit dem Blauen Engel UZ 14) mit Bio-Farben ohne Mineralöle und Kobalt und aus über 70 % nachwachsenden Rohstoffen gedruckt. Der oekom verlag und Senser Druck beziehen CO2-neutralen Ökostrom. Die Emissionen für die Papierherstellung, den Transport und weitere unvermeidbare Emissionen kompensiert der oekom verlag durch Investitionen in ein Klimaschutzprojekt nach „Gold-Standard“.

 

Das Lifeguide-Buch wurde mit Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie realisiert und ist ab 6. Dezember 2018 und in Buchläden, bei der Regio Tourismus GmbH und an vielen Lifeguide-Orten lifeguide-augsburg.de erhältlich.

 

„Lifeguide Augsburg- Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“, oekom verlag, München 2019, 180 Seiten, Paperback, ISBN 9-783962-38110-3, 9,80 Euro / 10,20 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

 

 

 

Lifeguide Augsburg, Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Norbert Stamm, Torsten Mertz, Sylvia Schaab, Cynthia Matuszewski. Foto: Matuszewski
Der nachhaltige Reiseführer "Lifeguide Augsburg" konnte mit Hilfe der Postcode Lotterie realisiert werden. Von links: Dr. Norbert Stamm, Cynthia Matuszewski, Sylvia Schaab, Torsten Mertz. Foto Matuszewski
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Reiner Erben (l), der Umweltreferent der Stadt Augsburg, und Nicolas Liebig (r) von der Umweltstation Augsburg, bei der Release Party vom "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
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Dr. Norbert Stamm, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt Augsburg. Mit Hilfe der Postecode-Lotterie konnte das Buch "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region" entstehen.. Foto Cynthia Matuszewski
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Ocha Ocha - Die Teebellion

Ocha Ocha - Die Teebellion
Christopher Gogolin bringt den puren Tee-Genuss nach Augsburg! In Japan gibt es an jeder Ecke ungesüßten, kalten Tee. Christopher Gogolins zuckerfreie, vegane Bio-Tees von Ocha-Ocha schließen eine Lücke in unserer Getränkeindustrie.
Christopher Gogolin, Gründer von Ocha Ocha in Augsburg. Foto: lifeguide

In Japan gibt es an jeder Ecke Jihanke-Automaten, die für 100 bis 200 Yen ungesüßten, kalten Grünen Tee ausschenken. In Deutschland ist dieses natürliche, pure Getränk nirgends fertig gemixt zu bekommen. Hier gibt es keinen einzigen zuckerfreien Tea-to-go zu kaufen. Das brachte Christopher Gogolin nach seinem Auslandsemester in Tokio auf die Idee, den kalten Tee auch in Deutschland anzubieten. Der Master-Absolvent für Global Business Management schließt damit eine Lücke in unserer Getränkeindustrie.

Seit 2018 bietet das Augsburger Startup Ocha Ocha den knallroten Früchtemix „Früchte Harakiri“ an. Das ist ungesüßter, kalter, veganer Bio-Tee ohne Zucker, ohne Süßmittel und ohne Aroma- oder Farbstoffe. Purer und naturbelassener geht es nicht.

 

Familie und Freunde waren die ersten Tester

Am Anfang wurden nur Familie, Freunde und Bekannte mit dem leckeren, natürlichen Tee verköstigt. Die Begeisterung war nach anfänglicher Skepsis groß. Denn Ocha Ocha schmeckt besser als Wasser und ist gesünder als zuckerreiche Säfte und Softdrinks. Der Erfolg gab dem jungen Gründer Recht und er wagte mit Freund*innen den Sprung in die Selbstständigkeit. Das Besondere an dem jungen Startup ist deren Nachhaltigkeit. "Unser Ziel ist es, das nachhaltigste, purste und ehrlichste Teeprodukt zu werden", sagt  Christopher Gogolin. Die „Teebellion“ soll möglichst viele Menschen erreichen und ihnen zeigen: Es schmeckt auch ohne Zucker! Außerdem will Gogolin mit dem Vorurteil aufräumen, dass (kalter) Tee nur etwas für Kranke ist.

In der Startphase 2018 /2019 werden noch einige Kompromisse eingegangen: „Noch wird der Tee in Tetrapacks angeboten, aber in Zukunft möchten wir auch Glasflaschen verwenden. Jetzt am Anfang ist das aufgrund der Transport- sowie Pfandsystemkosten noch nicht machbar “, erklärt Christopher. Natürlich wird aber recylebare Verpackung verwendet, und der Klebstoff des Verpackungsbandes ist aus Kartoffelstärke.#

 

Das Ziel: der direkte Kontakt zu den Teehändlern

Der Tee wird derzeit über einen Großhändler bezogen und hat natürlich Bio-Qualität: „Das ist zum momentanen Zeitpunkt okay, aber in der Zukunft wollen wir versuchen Zwischenhändler in der Lieferkette abzubauen, um so einen direkteren Kontakt mit den Tee-Produzenten aufzubauen“, so Christopher Gogolin.   Hergestellt wird Ocha Ocha bei einem Unternehmen, das Tee frisch brühen und in Tetrapacks abfüllen kann. Dabei wird der Tee nicht gefiltert: „Das wäre ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der auch zusätzlich Energie kostet. Das wollen wir nicht, weil es weniger nachhaltig ist“, erklärt Christopher Gogolin.Neben dem Tee ist auch das gesamte Promotion-Sortiment nachhaltig: die Sticker sind vegan, die Turnbeutel erfüllen den GOTS-Standard und die Bio-Baumwoll-T-Shirts wurden beim Augsburger Unternehmen Degree Clothing gedruckt.

 

Im Frühjahr 2019 gibt es auch Grüntee mit Jasminblüte

Durch eine erfolgreiche Crowdfunding Kampagne konnte das Unternehmen über 11.000 Euro für sich gewinnen und zwei neue Sorten kreieren: Grüntee mit Jasminblüte kommt im Frühling 2019 auf dem Markt. Natürlich wieder ohne Farbstoffe, Aromastoffe oder Zucker! „Das Teein in unserem grünen Tee ist eine sehr gesunde Alternative zum Koffein der pappsüßen Energy-Drinks“, sagt Christopher Gogolin. Für 2,00 bis 2,50 Euro wird das pure Getränk derzeit bei „Zuhause“, REWE am Jakoberwall und Tante Emma am Fischertor angeboten. 2019 soll es auch an der Universität Augsburg erhältlich sein. Weitere Verkaufspunkte sind zudem in Planung.

 

Und welche Ziele hat OchaOcha für die Zukunft?

"Mit mir soll Ocha Ocha immer transparent und ehrlich bleiben. Mein Traum wäre, dass jeder, der Ocha Ocha liest, gleich weiß: das ist gesund und definitiv ohne Zucker und andere Zusatzstoffe", sagt Christopher Gogolin.

Wäre noch zu klären, was Ocha Ocha eigentlich heißt. Auch hier ließen sich das Startup von Japan und ihrer Begeisterung für das Land inspirieren und wählten eine schlichte, naheliegende Variante: Ocha bedeutet nämlich Tee auf Japanisch.

 

Lifeguide-Meinung: Auch im Probiertest hat uns Ocha Ocha total überzeugt. Der „Früchte Harakiri“ konnte sogar die Nicht-Tee-Trinkerin Melissa  für sich gewinnen.

 

Hier gibt es Ocha Ocha:Zuhause Dominikanergasse 18 86150 Augsburg

Rewe Gesell Jakoberwallstraße 9 86153 Augsburg

Tante Emma Am Fischertor 86152 Augsburg

 

Auftritt bei „Leichter Leben“: https://www.youtube.com/watch?v=aJwkYXuudAMWebseite: https://www.ocha-ocha.deKontakt: kaltertee@ocha-ocha.deInstagram und Facebook: ochaochatee

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Der Tee Harakiri von Ocha Ocha. Christopher Gogolin, Gründer von Ocha Ocha in Augsburg brachte die Idee aus Japan mit und bietet jetzt kalten, ungesüßten, veganen Bio-Tee an. Foto: Ocha Ocha
Christopher Gogolin, Gründer von Ocha Ocha in Augsburg. Er brachte die Idee aus Japan mit und bietet jetzt kalten, ungesüßten, veganen Bio-Tee an. Foto: Ocha Ocha
Christopher Gogolin, Gründer von Ocha Ocha in Augsburg. Er brachte die Idee aus Japan mit und bietet jetzt kalten, ungesüßten, veganen Bio-Tee an. Foto: Ocha Ocha
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Der Tee Harakiri von Ocha Ocha. Christopher Gogolin, Gründer von Ocha Ocha in Augsburg brachte die Idee aus Japan mit und bietet jetzt kalten, ungesüßten, veganen Bio-Tee an. Foto: Ocha Ocha
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Glore - Weniger ist Mehr

Glore - Weniger ist Mehr
Inhaberin Simone Kunz setzt auf Qualität und globale Verantwortung in der Mode
Glore, Augsburg, Foto: Bernhard Rampf

Jedes fünfte Kleidungsstück in Deutschlands Schränken wird nicht getragen. Es gibt eine einfache und nachhaltige Lösung für dieses Problem: Statt zwei Billig-Shirts "abzugreifen" könnten wir uns auch einen einzigen, sorgfältig ausgewählten Lieblingspullover anschaffen. Die Ausgaben bleiben gleich, doch die Freude beim Tragen wird verdoppelt. Simone Kunz von glore sagt dazu:

Wir müssen uns fragen, brauche ich wirklich zehn Hosen im Jahr oder reichen mir auch zwei wirklich tolle Stücke?“

Seit September 2016 gibt es glore in Augsburg. Betritt man den Laden in der Ludwigstraße, fällt sofort der klassisch moderne und zeitlos elegante Stil des Ladens auf. Beim Durchstreifen wird klar, hier wird die Mode für Frauen und Männer liebevoll und stilsicher ausgewählt. Das Sortiment reicht von Jeans, über Blusen, Shirts und Kleider, bis hin zu Jacken, Schuhen und Accessoires. Sogar nachhaltig produzierte Trinkflaschen mit coolen Prints werden angeboten. Die Materialien sind hochwertig und ohne den typischen „Neuklamotten“-Geruch.Der Laden wirkt offen und freundlich, genauso wie die Augsburger Inhaberin Simone Kunz. Schon durch die sympathische Begrüßung mit einem freundlichen „Hallo“ kurz nach dem Betreten des Ladens wird klar, hier muss ich nicht lange auf eine kompetente und ehrliche Beratung warten, auch wenn ich ohne meine beste Freundin unterwegs bin.

 

Was ist glore?

Alle glore-Läden sind Inhabergeführt. Bei Glore handelt es sich nicht um ein Modelabel, sondern um einen Modevertrieb. Hier werden also keine eigenen Designs verkauft, sondern Mode von ausgewählten, zertifizierten Designer*innen. Der Anspruch, ausschließlich nachhaltige Mode zu verkaufen ist bereits im Namen glore verankert. Er setzt sich aus den zwei Wortsilben globally responsible (fashion) zusammen. Hierbei steht die gesamte Produktionskette im Fokus, was bedeutet, dass vom Anbau der Rohstoffe, über die Verarbeitung, bis hin zum Endprodukt alle Arbeitsschritte nachhaltigen Standards entsprechen müssen. Um diese Standards zu gewährleisten, werden bei glore nur Kleidungsstücke verkauft, die bestimmte Gütesiegel besitzen. Hierzu gehört zum einen das internationale Siegel GOTS (Global Organic Textile Standard), sowie das der Fair Wear Foundation. Entstanden ist glore aus einem Freundschaftsnetzwerk. Der erste Laden wurde 2006 vom glore-Gründer Bernd Claude Hausmann, eigentlich Sozialarbeiter, in Nürnberg eröffnet. Heute gibt es glore neben Nürnberg und Augsburg, noch in München, Hamburg, Stuttgart und in Luzern in der Schweiz.

Simone entscheidet in ihrem Laden somit direkt, was verkauft wird. Einzige Voraussetzung: In einem glore-Laden darf nur ökologisch nachhaltig und fair produzierte Mode verkauft werden. Beide Aspekte der Nachhaltigkeit sind für Simone gleich wichtig:

Es würde für mich keinen Sinn machen, Shirts aus Bio-Baumwolle zu verkaufen, wenn diese beispielsweise von Kindern genäht werden.“ Simone Kunz, glore Augsburg.

Simone hat Design studiert und eigentlich in der Werbebranche gearbeitet, bis sie am Sinn ihres Tuns zweifelte. Bei glore hat sie das gefunden, was ihr in der Werbung immer gefehlt hat.

Ich habe hier ein Produkt zu haben, hinter dem ich zu 100% stehen kann und was ich für sinnvoll halte“. Simone Kunz, glore Augsburg.

Bei glore profitieren alle Beteiligten der überschaubaren Produktionskette: von den Bio-Baumwollbäuer*innen bis hin zu den Schneiderinnen und Schneider und letztendlich auch die Kund*innen.  Glore bietet etwa 30 bis 40 Labels an, manche von ihnen sind bereits groß, andere stecken noch in den Kinderschuhen. Alle besitzen spezielle Zertifizierungen, um beide Aspekte bio und fair sicherzistellen. Auch die Tatsache, dass es keine Zwischenhändler*innen bei glore gibt macht die Produktionskette übersichtlicher und damit auch transparenter für den Kund*innen.

 

Ist nachhaltige Mode nicht zu teuer?

Nachhaltige Mode ist häufig mit dem Vorurteil behaftet teuer zu sein, doch glore bemüht sich für jeden Geldbeutel etwas anzubieten. So kosten einige Basics nicht mehr als 14 Euro.

Einige Basics kosten bei uns 14 Euro. Das geht, weil glore keine Zwischenhändler mitbezahlt und fast komplett auf Marketing verzichtet." Simone Kunz, gore in Augsburg.

Klar ist, dass glore trotzdem nicht mit den Preisen der herkömmlichen Modeketten mithalten kann. Das ist aber auch nicht nötig, wenn wir anfangen, unser Konsumverhalten zu reflektieren. "Wir müssen uns fragen, brauche ich wirklich zehn Hosen im Jahr oder reichen mir auch zwei wirklich tolle?“ so Simone Kunz.

Dann kommt es zwar beim Preis im Endeffekt auf das Gleiche hinaus, aber die gekauften Klamotten sind hochwertiger und im Einklang mit Mensch und Natur produziert. Ein weiteres Stichwort ist „slowfashion“. Die Mode bei glore Augsburg ist zeitlos schick und elegant. Nicht nur etwas für eine Saison, sondern potenzielle Lieblingsteile, welche über einen weitaus längeren Zeitraum Freude bereiten. Nochmal: Jedes fünfte Kleidungsstück in Deutschlands Schränken wird nicht getragen. Das kann sich ändern!

Hier geht’s zum nachhaltigen Shopping-Rundgang durch Augsburg.

 

Die Autorinnen:

      

Melanie Stahr                                      Elena Wenninger

Melanie Stahr und Elena Wenninger studieren Geographie an der Universität Augsburg. Elena Wenninger beschäftigt sich unter anderem mit lokalen Konsum-Mustern und deren globalen Auswirkungen. Für Melanie Stahr bedeutet Nachhaltigkeit im alltäglichen Leben nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch an die Konsequenzen für Mitmenschen und Umwelt.

 

Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren?

Dieser Artikel entstand im Rahmen des ersten Lifeguide-Seminares an der Universität Augsburg, das unsere Redakteurinnen Cynthia Matuszewski und Sylvia Schaab im Wintersemester 2017/ 2018 im Fachbereich Geographie anboten.Die Kernfrage lautete: Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren? Indem sie so oft wie möglich miteinander sprechen und sich austauschen. Indem also beispielsweise junge Wissenschaftler*innen in allgemein verständlicher Sprache von ihren Forschungsprojekten, ihren Forschungsfragen oder ihren Zukunftsmodellen berichten. Im Laufe des Seminars wurde über Verständlichkeit gesprochen, über Recherche, Gegenrecherche, Überschriften, Teaser, Fotos und vieles mehr. „Das war eine inspirierende Zeit für uns von der Lifeguide-Redaktion mit sehr engagierten Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Geographie. Es hat Spaß gemacht, mit ihnen in einer Uni-Redaktion zusammenzuarbeiten!“, berichten Cynthia Matuszewski und Sylvia Schaab. Am Ende dieser vielversprechenden Zusammenarbeit lagen dem Lifeguide im Februar 2018 insgesamt 11 neue Artikel vor. Sie werden im Laufe der Jahre 2018 und 2019 veröffentlicht. Wir freuen uns darauf.

Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik.Foto: Bernhard Rampf
Glore: Augsburger Laden mit ökologischer, nachhaltiger und fair gehandelter Mode, Accessoires und Kosmetik. Foto: Bernhard Rampf
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Veganes Essen muss sichtbar sein!

Veganes Essen muss sichtbar sein!
Interview mit Münir Kusanc. Er war der Besitzer des veganen Restaurants Mom’s Table in Augsburg.
Münir Kusanc, Moms Table, Augsburg, vegan, Restaurant, Maxxstraße, Foto: Sylvia Schaab

Seit März 2021 gibt es das Mom's Table nicht mehr. Zu unserem sehr großen Bedauern! Münir Kusanc musste aufgeben. Wir hoffen, ihn bald wieder in der Augsburger Gastro-Szene anzutreffen. Und weil er so viele schöne Dinge gesagt hat, bleibt sein Interview aus dem Jahr 2018 im Lifeguide. Vielleicht können wir es ja bald nochmals aktualisieren, lieber Münir!

 

Raus aus dem Nischendasein, rein in die Maxstraße: Mit frischen Biozutaten zaubern Münir Kusanc und sein Dream-Team leckere vegane Gerichte und traumhafte Kuchen - alles ohne Zucker und Gluten!

 

Steckbrief: Münir Kusanc hat seinen Job im Groß- und Einzelhandel zugunsten der Gastronomie aufgegeben. Er war lange Jahre Inhaber eines Döner-Ladens. Dann beschäftigte er sich mehr mit spirituellen Dingen und konnte es nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbarten, Fleisch zu verkaufen. Der Augsburger mit türkischen Wurzeln meditiert täglich und findet so die Kraft und Inspiration, seinen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten.

 

Sylvia Schaab: Würstchen oder Sellerie? Was hast du als Kind am liebsten gegessen?Münir Kusanc: Als ich ein Kind war haben wir in unserer Familie sehr viel Fleisch gegessen, das war vor allem bei Freunden und Festen in der Türkei üblich.

 

Was ist heute Dein liebstes Gericht auf der Speisekarte? Eigentlich sind alle Gerichte auf der Speisekarte Lieblingsgerichte unseres Teams. Wir probieren viel aus und bereiten dann das zu, was uns am Besten schmeckt. Ich mag sehr gerne die Daal-Suppe oder den Auberginensalat.

 

Vom Döner-Laden zum Gesund-Veganen Pionier… das ist ein weiter Weg, oder?

In meinem Döner-Döner-Restaurant arbeitete ich häufig 14-Stunden. Irgendwann fing ich an, mir dann über den Sinn des Lebens Gedanken zu machen. So bin ich zu vielen Kursen gegangen, habe Ausbildungen gemacht, Retreats besucht und habe begonnen zu meditieren. Das brachte mir einen ganzheitlichen Einblick in unsere Welt, in der Massentierhaltung und der Fleischkonsum für mich keinen Platz mehr hatte. Ich habe mir dann gesagt: „Mach was dir dein Herz sagt“, mir die Haar abrasiert, die Uhr abgenommen und beschlossen, den Döner-Laden aufzugeben. Meine Familie und meine Freunde haben mich alle für verrückt erklärt, ein so gut laufendes Geschäft aufzugeben.

 

Doch ich wollte einen anderen Weg gehen und habe tatsächlich einen kompletten Neustart gemacht. Ich wollte nichts von dem Geld, das ich durch den Verkauf von Tieren verdient hatte, in mein neues Leben mitnehmen. Ich habe alles aufgegeben und bin nach München gezogen. Dort habe ich in veganen Restaurants gearbeitet und viel gelernt. Und irgendwann war es dann soweit, dass wir unser eigenes Restaurant eröffnen konnten

 

Wie kam es zu dieser tollen Lage in der Maxstraße? Ich wollte auf alle Fälle einen Laden in exponierter Lage haben. Veganes Essen soll raus aus dem Nischendasein und für alle sichtbar werden.

Daher bin ich total glücklich, dass wir hier auf der Maxstraße geklappt hat. So sind wir sehr präsent im Stadtbild. Bei uns essen der Bürgermeister und viele FCA Spieler, Heilpraktiker, Yoga Praktizierende, kranke Menschen die wieder gesund werden wollen und viele, viele mehr!

 

Vegan, Glutenfrei, zuckerfrei – das lässt in Sachen Gesundheit keine Fragen offen. Ja, wir verarbeiten nur das Reine, Echte ohne Zusatzstoffe, ohne Zucker, ohne Gluten. Mom’s Table stellt die Gaben dar, die uns Mutter Natur liefert - rein und unverfälscht. Das sorgt dafür, dass sich die Menschen nach dem Essen bei uns einfach besser fühlen. Unsere Gerichte beleben unsere Gäste und geben ihnen neue Energie. Für mich ist es wichtig zu zeigen, dass vegan essen nicht nur eine Gemüsepfanne ist, sondern dass es mehr Abwechslung gibt.

 

Wie kommt das? Wir haben uns sowohl in der Ernährungsberatung als auch im veganen Bereich weitergebildet. Daher wissen wir, wie Nahrungsmittel auf uns wirken. Ich habe in den veganen Restaurants Münchens gearbeitet und dabei viel gelernt. Meine Frau Elisabeth hat sich auf die Rohkost und besonders auf die Kuchen spezialisiert, die eine Sensation sind. Bevor wir das Restaurant eröffneten, hat sie täglich bis zu 5 Kuchen entwickelt und gemacht.

 

Wie ist das Feedback der Gäste? Wir können mit unserem Restaurant so viel bewegen. Es gibt Familien, die kommen zu uns zum Essen, weil ein Kind vegan lebt. Häufig sind sie total skeptisch und haben das Bild von Rohkost im Kopf, die grau und unansehnlich ist. Sie sind dann total über die Vielfalt überrascht. Sie kommen mit mürrischem Gesicht in den Laden und gehen total begeistert, wenn sie merken: Das schmeckt ja sogar!

 

Welche Bilanz ziehst du nach den ersten zwei Jahren? Unser Laden ist einfach zu klein geworden, ohne Reservierung geht bei uns abends gar nichts. Auch das verwundert viele, die veganes Essen eher als Randerscheinung sehen. Doch viele kommen einfach in der Mittagspause oder beim Stadtbummel zu uns und sind begeistert.

 

Ist eine vegane Lebensweise die Lösung unserer ökologischen Probleme? Ja, denn anders können wir nicht weiter machen. Für 1 Kilogramm Fleisch werden 15.000 Liter Wasser verbraucht, 25 Prozent der weltweiten Agrarfläche wird für das Füttern von Tieren verwendet. Wir können es uns nicht leisten so viel Ressourcen und Land für die Tierhaltung zu reservieren, wenn wir alle Menschen satt bekommen wollen.

 

Was bewirkt veganes Essen? Es gibt viele Gründe, warum Menschen vegan leben: Gewissen, Gesundheit oder ökologische Überzeugung. Egal von welcher Seite man es betratet, es ist einfach eine runde Sache. Bei mir persönlich war das vegane Essen allerdings nur der Anfang. Ich wollte das Essen wirklich gesund haben und verzichte daher völlig auf Zusatzstoffe oder mögliche Allergene wie Gluten. Daher verwende ich auch keinen Käseersatz, denn für die richtige Konsistenz müssen Zusatzstoffe hinein. Da kann ich nicht dahinterstehen. Ich will die reinen Sachen haben und es ganzheitlich betrachten. Unser Essen ist echt und kein Fake! Vor allem geht es mir aber darum, nicht rücksichtslos mit der Erde umzugehen.

 

Was würdest du machen, wenn du Bürgermeister von Augsburg wärst?

Ich würde Augsburg zur bio-vegan-freundlichsten Stadt Europas machen. Überall würde es pflanzliches Essen in Bioqualität geben: in Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser oder öffentlichen Kantinen. Das würde ein Zeichen setzen, wie wir unsere Zukunft so gestalten, dass wir für alle Essen haben, in Einklang mit der Natur und in Frieden mit andere Völkern leben können. Ich finde, das würde für die Friedensstadt Augsburg, sehr gut passen.

 

Wie wohl fühlst du dich in Augsburg? Ich liebe Augsburg und schätze es besonders, dass es für seine Größe und Einwohnerzahl, eine sehr ruhige und harmonische Stadt ist.

 

Was ist dein Lieblingsort in Augsburg? Für mich ist der Schaezler-Brunnen im Siebentischwald der magischste Ort in Augsburg. Die Bäume sind besonders angeordnet - wie in Stonehenge. Am liebsten sitze oben auf einem Stein und blicke durch den Bogen. Schon als Kind und Jugendlicher bin ich vom Hochfeld aus immer hierher gekommen.

 

Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gern mal etwas trinken gehen? Mit der Wissenschaftlerin und Aktivistin Vandana Shiva. Sie ist sehr bewusst, kennt sich sehr gut aus und steht immer in der ersten Reihe bei Demonstrationen für Frauenrechte und dem Erhalt der Natur mit 100 % Biolebensmitteln. Dafür wurde sie schon mehrfach ausgezeichnet. Mir gefällt ihre positive Einstellung. Sie zeigt, dass wir etwas tun können, um die Welt einen besseren Ort zu machen. Das gibt Mut!

 

Münir Kusanc, Moms Table, Augsburg, vegan, Restaurant, Maxxstraße, Foto: Sylvia Schaab
Münir Kusanc in seinem veganen Restaurnt auf der Augsburger Maxstraße. Foto: Sylvia Schaab
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Reiches Leben miteinander

Reiches Leben miteinander
Die „krautkreise“ in Emersacker erproben neue Wege des Zusammenlebens und der Selbstversorgung auf der Basis von ökologischer Landwirtschaft und Permakultur.
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, alte Kartoffel, alte Kartoffelsorte, Tomaten, Gemüse, Foto: Cynthia Matuszewski, Emersacker, Augsburg,Regioanlvermarktertag

Im schönen Holzwinkel nahe Augsburg stehen der Mahlerhof und der Biohof Hesch. Zu ihnen gehören die Hügelbeete einer weitläufigen Permakulturanlage mit Tümpeln und einer lebendigen Tier- und Pflanzenwelt. Hier gedeihen neben den Klassikern Karotte und Kohl auch alte Obst- und Gemüsesorten, wie Cardy, Speisemelde oder Topinambur. Auf den Feldern wiegen sich Emmer, Einkorn und andere Urgetreidesorten.

 

In Emersacker leben die ökologischen Landwirte Martin Hesch und Veronika Baumann sowie sieben junge Menschen mit sehr unterschiedlichen Berufen. Zum Beispiel eine Krankenpflegerin und eine Lehrerin oder ein Musiker und ein selbstständiger Ernährungsberater. "Jeder hier hat Talente und Schwächen und wir ergänzen und beflügeln uns gegenseitig. Das Leben in der Gemeinschaft hat Großfamiliencharakter. Das ist nicht immer einfach, aber es ist großartig“, berichtet Florian Litzlfelder.

 

Für Florian ist Emersacker auch deshalb der perfekte Platz, weil er trotz des Lebens auf dem Land noch viel Bezug zur nahegelegenen Stadt hat. Neun Menschen arbeiten derzeit gemeinsam auf den Höfen und leben vom Ertrag ihrer Felder. „Allein ist die Arbeit gar nicht zu schaffen, aber gemeinsam geht es“, berichtet Katharina Litzlfelder. Deshalb sind auch Arbeitsreisende immer willkommen, die für Kost und Logis mit anpacken.

 

Unabhängig von der 37-Stunden-Woche

Überschüsse werden traditionell eingekocht und haltbar gemacht, im Hofladen angeboten oder über die Solidarische Landwirtschaft Augsburg regional vermarktet. Einnahmen aus dem kleinen Hofcafé und aus Seminaren stocken das Budget auf und decken die übrigen Kosten der Gemeinschaft. "Wir bemühen uns die Lebenshaltungskosten und unseren ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Das schafft Freiheit und ist unser Reichtum", erzählt Katharina Litzlfelder.

 

Katharina kauft gerne Secondhand-Kleidung oder tauscht Kleidung. „Für unseren neun Monate alten Sohn habe ich noch kein einziges Teil neu kaufen müssen“, sagt sie. Genau wie die anderen Bewohner*innen der „krautkreise“ ist die gelernte Krankenpflegerin unabhängig von der klassischen 37-Stunden-Woche. Sie ist froh, dass sie ihr Leben nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen gestalten kann. „Es gibt keinen Vorgesetzten, auf den ich Rücksicht nehmen muss“, freut sie sich. In Emersacker ist man lediglich den Menschen verpflichtet, mit denen man zusammenlebt. Und natürlich der Natur.

 

Care for the Earth, Care for the People, Fair Share

Die Felder und Beete in Emersacker werden konsequent mit Bioanbau und Permakultur bestellt. Die Ethik der Permakultur basiert auf drei Säulen. Sie bilden die Grundlage für ein friedvolles Leben miteinander und für das Überleben zukünftiger Generationen. Care for the Earth und Care for the People stehen dabei für einen achtsamen Umgang mit unserem Lebensraum und unseren Mitmenschen. Fair Share sieht die gleichmäßige Verteilung aller vorhandener Ressourcen vor.

 

In der Landwirtschaft bedeutet Permakultur, dass das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so miteinander kombiniert wird, dass die Systeme zeitlich unbegrenzt funktionieren und die Bedürfnisse aller Beteiligten so weit wie möglich erfüllt werden. Klingt sehr theoretisch, funktioniert aber in Emersacker hervorragend und zeigt sich in der Vielfalt von Pflanzen und Tieren auf den Feldern und in den Beeten. Auch die eigene Herstellung von Saatgut ist wichtig. "Die nachhaltige Pflanzenzucht ist ein Zeichen gegen Ausbeutung und Profitgier großer Konzerne in der Lebensmittelindustrie“, so  Bio-Landwirt Martin Hesch.

 

Im Passiv-Gewächshaus in Emersacker gedeihen allein 70 samenfeste Tomatensorten. Und im Hofladen warten die rote Emmalie und die blaue Anneliese. Was das ist wird nicht verraten. Denn allein um diese beiden Feldfrüchte kennenzulernen lohnt sich der Weg nach Emersacker…

 

INFO: Für alle, die mehr über Permakultur erfahren möchten, in Emersacker ein Seminar zu traditionellen Ernte- und Einmachmethoden mache wollen, oder die einfach nur im Café „mitte“ Kultur oder selbstgebackenen Kuchen genießen möchten, bieten die „krautkreise“ von April bis Oktober ein regelmäßiges Programm und Führungen an. www.krautkreise.de

Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: Krautkreise
Krautkreise Emersacker, Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: Krautkreise
Krautkreise Emersacker, Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: krautkreise
Krautkreise Emersacker, Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: krautkreise
Krautkreise Emersacker, Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: krautkreise
Bei den Krautkreisen in Emersacker finden regelmäßige Führungen statt. Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, alte Kartoffel,alte Kartoffelsorte,  Foto: Cynthia Matuszewski, Emersacker, Augsburg
Alte Kartoffelsorte angebaut bei den Krautkreisen in Emersacker. Foto: Cynthia Matuszewski
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Tomaten,  Foto: Cynthia Matuszewski, Emersacker, Augsburg
Vielfalt von Tomaten, angebaut bei den Krautkreisen in Emersacker. Foto: Cynthia Matuszewski
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, alte Kartoffel, alte Kartoffelsorte, Tomaten, Gemüse, Foto: Cynthia Matuszewski, Emersacker, Augsburg,Regioanlvermarktertag
Alte Kartoffelsorte angebaut bei den Krautkreisen in Emersacker. Foto: Cynthia Matuszewski
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