1 - 10 von 12 wird angezeigt
German
Augsburg ist seit 800 Jahren eine Wasserstadt von Weltrang. 2019 wurde das Augsburger Wassermanagement-System zum UNESCO Welterbe. Das Welterbe-Info-Zentrum stellt das System vor.
Öffnungszeiten aktivieren
HIDE
Ort

Rathausplatz
86150 Augsburg
Deutschland

2019 wurde das Augsburger Wassermanagement-System zum UNESCO Welterbe. Hinter diesem etwas sperrigen Begriff verbergen sich eindrucksvolle und spannende 800 Jahre, in denen die Augsburger*innen in Bezug auf Wasser Einzigartiges geleistet haben: Sowohl was ihre Erfindungen angeht – wie koordiniere ich beispielweise frisches Wasser und Abwasser auf verschiedenen Ebenen - als auch was ihre technischen Ingenieursleistungen und deren handwerkliche Umsetzung betrifft.

In Bezug auf die drei Flüsse Lech, Wertach und Singold waren Augsburgs Gelehrte höchst einfallsreich: Sie teilten, stauten und leiteten die Flüsse so um, dass sie die ganze Stadt mit Wasser versorgten. Damit waren sie Vorreiter in ganz Europa. Heute findet ihr die vier Augsburger Flussgötter und Flussgöttinnen übrigens immer noch "in Persona" am Augustusbrunnen auf dem Rathausplatz. Sie symbolisieren neben Lech, Wertach und Singold auch den künstlich angelegten Brunnenbach.

Das gesamte Augsburger Welterbe erstreckt sich über 30 Kilometer und umfasst 22 Objekte. Dazu gehören zahlreiche Wassertürme und Wasserwerke, die auch architektonisch die Schönheit von früheren Zweckbauten zeigen. Der Hochablass gehört zu den ältesten dieser Bauwerke – er wurde im Jahr 1346 zum ersten Mal erwähnt.

Das Welterbe-Info-Zentrum am Rathausplatz zeigt seit 2021 die Vielfalt und Geschichte des Augsburger Wassersystems. Und es zeigt euch Wege, wie ihr das Wassersystem ganz individuell entdecken könnt.

Wir wollen das Wassersystem anschaulich und erlebbar machen, Begeisterung wecken und verdeutlichen, warum Augsburg Welterbe ist. Dieser Ort soll einen Anstoß für Interessierte geben, sich auf den Weg zu machen und die spannenden Objekte vor Ort zu erfahren." Jürgen Enninger, Augsburgs Kulturreferent

Themenroute statt Einzelausstellung

Das Zentrum veranschaulicht in Bildern und Texten das komplexe Wassersystem. Interessierten dient es als erste Anlaufstelle zum Augsburger Welterbe, das sich mit seinen 22 Objekten weit über das Stadtgebiet und darüber hinaus verteilt. Hierzu gehören beispielsweise das Maximilianmuseum mit den Original-Bronzen der drei Monumentalbrunnen und der Modellkammer sowie das Historische Wasserwerk am Hochablass. Die Vorgehensweise, das komplexe Thema nicht ausschließlich an einem zentralen Ort zu präsentieren, entspricht den Vorgaben der Deutschen UNESCO Kommission und soll dazu anregen, die einzelnen Themenrouten entlang der einzelnen Objekte zu erleben.

 

Filmprojektionen und Wasser-Illumination

Auch Erläuterungen über die UNESCO und den Welterbe-Gedanken finden im Info-Zentrum ihren Platz. Unterschiedliche Medien, wie Filmprojektionen und Präsentation der 22 Objekte, illustrieren das Augsburger Welterbe. Zu den Highlights im Infozentrum zählen neben einer Wasser-Illumination ein Trinkwasserbrunnen auf einem Lechfindling.

 

Website zum "Eintauchen und entdecken"

Für alle, die gern vorab schon einmal Informationen sammeln, empfehlen wir die Website des Augsburger Wassersystems, die unterhaltsam und verständlich die Geschichte des Augsburger Wassers und viele interessante Details vorstellt. Einfach „eintauchen und entdecken“.  

INFO: Das Welterbe Info-Zentrum ist direkt am Rathausplatz, in den ehemaligen Räumen der Stadtsparkasse im städtischen Verwaltungsgebäude untergebracht. Es ist vom Rathausplatz aus barrierefrei zugänglich. Aufgrund der Corona-Pandemie können sich die Öffnungszeiten und Einlassbedingungen schnell ändern, bitte informiert euch zeitnah auf der Webseite des Zentrums.

 

Kategorie(n)
Tipp
Öffnungszeiten
Wochentag
Montag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Dienstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Mittwoch 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Donnerstag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Freitag 9:00 bis 12:00 13:00 bis 18:00
Samstag geschlossen
Sonntag geschlossen
Karte Kategorie

Virtuelles Wasser

Virtuelles Wasser
Wo können wir am effektivsten Wasser sparen und warum ist es besser Gemüse zu essen, als einen Wassersparkopf bei der Dusche einzubauen?
Wassertropfen, H2O, Wasser, Bild von Rony Michaud auf Pixabay

Dominik Günter erklärt den Unterschied zwischen Haushaltswasser und virtuellem Wasser, wie wir unseren Waterfootprint verkleinern können und warum es manchmal besser ist, ein altes T-Sirt länger zu tragen...

Jeder Mensch braucht Wasser. Aber es gibt nur eine begrenzte Menge davon, die trinkbar ist. Auch zur Herstellung von Konsumgütern wird Wasser verwendet, jedoch nicht immer sinnvoll oder an geeigneten Orten.

 

Haushaltswasser

Wir alle sind in unserem täglichen Leben auf Wasser angewiesen. Wir brauchen es zum Trinken, zum Kochen, um zu duschen und bei der Toilettenspülung. Zudem wollen wir Wäsche waschen, abspülen, den Garten gießen oder das Auto putzen. In Deutschland wird in den letzten Jahren immer weniger von diesem sogenannten Haushaltswasser verbraucht. Im Durchschnitt verbraucht jede*r Deutsche heute 120 Liter Haushaltswasser am Tag.

 

Virtuelles Wasser

Zu diesem direkten Wasserverbrauch im Haushalt kommt jedoch noch das virtuelle Wasser hinzu. Dieses Wasser ‚versteckt‘ sich in unseren Nahrungsmitteln und in Konsumgütern wie Kleidung, dem Auto oder einem Handy. Es ist jenes Wasser, das für die Produktion einer Ware notwendig ist, also verdunstet, verbraucht oder verschmutzt wird. Um eine Jeans zu produzieren, werden zum Beispiel 11.000 Liter Wasser eingesetzt. Ein Kilogramm Tomaten beinhaltet knapp 200 Liter virtuelles Wasser, welches nötig war, um die Tomaten zu bewässern. Um ein Kilogramm Rindfleisch herzustellen, werden über 15.000 Liter Wasser verbraucht. Das kommt daher, dass das Rind in seiner Lebenszeit zum einen selbst Wasser trinkt und zum anderen Grünfutter zu sich nimmt. Also ist auch der Wasserverbrauch für das Viehfutter im virtuellen Wasserwert für Rinder enthalten.

Das Rind kann übrigens nur einen geringen Anteil der Energie aus dem pflanzlichen Futter so umsetzen, dass es für uns im Fleisch wieder zur Verfügung steht.

Rechnet man Haushaltswasser und virtuelles Wasser zusammen, verbraucht jede*r Bürger*in Deutschlands etwa 4.000 Liter Wasser pro Tag. Das Haushaltswasser ist also nur ein minimaler Teil des Wassers, das jede*r von uns verbraucht.

 

Das Problem der Globalisierung

In der Frühzeit der menschlichen Entwicklung war der Mensch lokal gebunden. Er konnte nur Wasser aus umliegenden Quellen, Flüssen oder Seen beziehen. Oder Nahrungsmittel essen, die mit diesem Wasser bewässert wurden. Heute ist das anders. Durch den globalen Handel verbrauchen wir praktisch Wasser aus weltweiten Quellen. Somit können wir unseren Wasserverbrauch auch nicht mehr direkt einschätzen.

Nehmen wir als Beispiel eine Tasse Kaffee. Sie verbraucht so viel von unserem Haushaltwasser wie in die Tasse passt, also etwa 0,2 Liter Leitungswasser aus den lokalen Kreisläufen. Der Haken dabei ist das virtuelle Wasser, also das Wasser, das zur Produktion der Kaffeebohnen für diese Tasse Kaffee benötigt wird. Das liegt bei über 200 Litern. Dazu kommt, dass diese Kaffeebohnen oft aus Ländern wie Äthiopien stammen, wo Wasser knapp ist. Statt Kaffee könnten Grundnahrungsmittel in den Regionen angebaut werden. Die Grundversorgung der Menschen vor Ort würde somit sichergestellt werden und das Wasser würde nicht verbraucht, um Genussmittel für andere Länder zu produzieren.

 

Virtuelles Wasser als Lösungsmodell

Das Konzept des virtuellen Wassers bietet aber auch einen Lösungsansatz auf der Ebene der Produktion. Das Ziel sollte sein, dass keine Region der Welt mehr an Wassermangel leiden muss. Und das könnte durch den virtuellen Transport von Wasser gelingen. Ein Beispiel: Wenn Deutschland Tomaten aus Spanien importiert, wird auch das virtuelle Wasser mit-importiert, das Spanien nicht mehr verwenden kann. Ein Export deutscher Computerchips (die für ihre Produktion in Deutschland regionales Wasser verbrauchen) nach Spanien, würde diesen virtuellen Wasserstrom wieder ausgleichen. Mittels effizient verteilter Produktion, könnte also eine optimale Wasserverteilung auf der Welt gewährleistet werden.   Klar wird, dass das virtuelle Wasser mit einbezogen wird, wenn man überlegt wie Wasser optimal verteilt werden kann. Denn jede Region und jeder Mensch sollte genügend Wasser zur Verfügung haben. Um das gesamte globale Wasser ideal zu nutzen und auch virtuelle Wasserströme sinnvoll zu leiten, braucht es Verhandlungen von Akteur*innen auf der ganzen Welt.

 

Darf ich jetzt weiterhin Kaffee trinken?

Zurück zu unserem Kaffeebeispiel. Kaffeebohnen können in Deutschland nicht angebaut werden. Trotzdem ist es das beleibteste Heißgetränk der Deutschen. Das bedeutet, dass wir darauf angewiesen sind die Kaffeebohnen und damit auch das virtuelle Wasser aus anderen Regionen der Welt zu importieren. Nun können wir durch unseren Konsum jedoch kein virtuelles Wasser zurückgeben. Um als Verbraucher*in virtuelles Wasser zu sparen, haben wir also lediglich die Möglichkeit weniger Produkte zu kaufen, die in wasserarmen Regionen produziert wurden. Außerdem können wir insgesamt eher auf Produkte zurückgreifen, die mit wenig Wasser hergestellt werden.

Diese Galerie von Waterfootprint mit vielen Lebensmitteln hilft dir, deinen Konsum von virtuellem Wasser durch Lebensmittel zu ermitteln. Außerdem stellen wir in unserem Lifeguide-Artikel "Mein Auto, mein Kleid, mein Hähnchen" die Brot für die Welt Studie mit vielen genauen Zahlen, Daten  und Lösungsansätzen vor. Oder du schaust einmal unter "Durstige Güter".

 

Aber wie soll das in der Praxis funktionieren?

Am besten ist es fast immer saisonale und regionale Produkte zu konsumieren. So könnte der eigene Kaffeekonsum reduziert werden und stattdessen Kräutertees getrunken werden, um virtuelles Wasser zu sparen. Eine Tasse Tee verbraucht etwa 30 Liter virtuelles Wasser, also nur etwa 1/7tel einer Tasse Kaffee. Ganz grundsätzlich verbrauchen wir umso weniger virtuelles Wasser je weniger wir konsumieren. Eine statt drei Tassen Kaffee am Tag reduziert den Wasserverbrauch. Genauso ist es auch sinnvoll seltener ein neues T-Shirt zu kaufen und jedes Kleidungsstück länger zu benutzen. Auch der Verzehr von weniger wasserintensiven Produkten wie Gemüse statt Fleisch reduziert den persönlichen virtuellen Wasserfußabdruck. Noch einmal zur Erinnerng: In einem einem Kilogramm Rindfleisch steckt über 15.000 Liter virtuelles Wasser, wohingegen nur knapp 300 Liter Wasser verbraucht werden, um ein Kilogramm Kartoffeln zu produzieren.

 

Wassersparen geht also am besten durch bewussten Konsum

Wassersparen geht also am besten durch bewussten Konsum und bewusste Ernährung. Ein wassersparender Duschkopf ist zwar gut, bewirkt aber im Gesamtzusammenhang nahezu nichts. Wir sollten uns – mit den virtuellen Wassermengen im Hinterkopf - fragen wie viel Fleisch wir wirklich brauchen (10.000 bis 15.000 Liter pro kg) und ob es das alte T-Shirt (4.000 Liter pro Stück) nicht doch noch tut. Konsumreduzierung, Recycling oder Upcycling sind weitere sinnvolle Maßnahmen. Eine globale Steigerung des Bewusstseins in Bezug auf Wassermanagement muss erreicht werden, um drohende negative Auswirkungen einzudämmen so gut es geht, um die Grundlage des Lebens auf diesem Planeten zu schützen.  

 

Folgender Lifeguide-Artikel könnte dich auch interessieren:

 

Literaturliste:

  • August D., Chapagain A., Geiger M., Sonneberg A. (2009): Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands. Woher stammt das Wasser, das in unseren Lebensmitteln steckt?  WWF Deutschland, Frankfurt am Main.
  • BICC (2015): Virtuelles Wasser. Bundeszentrale für politische Bildung. (29.05.17).
  • Chapagain A. K., Hoekstra A. Y. (2008): Globalization of Water. Sharing the Planet’s Freshwater Resources. Blackwell Publishing, Oxford, UK.
  • Fokken U., Gal V., Adamczyk M., Kochen Dörfer J., Sperrer R. (2015): Deutsche Umwelthilfe Jahresbericht 2015.  (19.06.17).
  • Klohn W., Windhorst H.-W. (2006): Weltagrarwirtschaft und Weltagrarhandel. 2. Aufl., Vechtaer Druckerei und Verlag, Vechta.
  • Mauser W. (2010): Wie lange reicht die Ressource Wasser? Vom Umgang mit dem blauen Gold. 3. Aufl., Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main.
  • Michael T. (2015): Diercke Weltatlas. Westermann Verlag, Braunschweig.
  • Petry D. (2017): Virtuelles Wasser Produktgalerie. Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V., Bonn. (01.06.17).
  • Strigel G., Ebner von Eschenbach A.-D., Berjenbruch U. (Hg.) (2010): Wasser – Grundlage des Lebens. Hydrologie für eine Welt im Wandel. Schweizerbart Science Publishers, Stuttgart.
  • Weizsäcker E. U. (1994): Erdpolitik. Ökologische Realpolitik an der Schwelle zum Jahrhundert der Umwelt. 4. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.
  • Zentel K. O. (2017): Wasser ist Leben. CARE Deutschland-Luxemburg e.V., Bonn. (26.05.17).

 

×

Lauschtour WasSerleben in Augsburg

Lauschtour WasSerleben in Augsburg
Die heimliche Hauptstadt der Brunnen, Kanäle und Kraftwerke
Wasser, Augsburger Wasser

Eine ungewöhnliche Stadttour hat sich der Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg ausgedacht: Mit der "Lauschtour WasSerleben in Augsburg - die heimliche Hauptstadt der Brunnen, Kanäle und Kraftwerke" lässt sich Augsburg anhand seiner Wassergeschichte entdecken.

 

Vom Rathausplatz über das Rote Tor zum Stadtwald

Die Tour beginnt am Augustusbrunnen auf dem Augsburger Rathausplatz. Von dort geht es über mehrere "Lauschpunkte" durch die Altstadt bis zu den Wassertürmen am Roten Tor und nach kurzer Tramfahrt weiter durch das Natur- und Trinkwasserschutzgebiet "Stadtwald Augsburg" bis zum Hochablass.

 

Die Lauschtour-App steht kostenlos zum Download bereit

Im App Store und im Google Play Store ist die Lauschtour-App unter dem Stichwort "Bayerisch-Schwaben-Lauschtour" kostenlos erhältlich. Die einzelnen Bachtafeln mit Name und QR-Code ermöglichen es Smartphone-Besitzern außerdem, vor Ort Bachsteckbriefe abzurufen.

 

Diese Lifeguide-Artikel könnten Sie auch interessieren:

Wasser, Augsburger Wasser, Rathaus, Rathausplatz
Am Augustusbrunnen auf dem Rathausplatz startet die "Lauschtour WasSerleben". Foto: Cynthia Matuszewski
Augustus-Brunnen, Augsburg, UNESCO Welterbe, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Augustus-Brunnen in Augsburg ist Teil des historischen Wassersystems, mit dem Augsburg zur UNESCO Welterbe-Stadt wurde. Foto: Cynthia Matuszewski
Wasser, Augsburger Wasser, Altstadt Augsburg
Weiter geht es mit der "Lauschtour WasSerleben" in der Altstadt Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Wasser, Augsburger Wasser, Altstadt Augsburg
An vielen Bächen, wie hier am Mittleren Lech - gibt es QR-Codes auf Bachtafeln für mehr Infos vor Ort via Smartphone. Foto: Cynthia Matuszewski
Wasser, Augsburger Wasser
Eine weitere Station der "Lauschtour WasSerleben" befindet sich im Park am Roten Tor. Foto: Cynthia Matuszewski
Wasser, Augsburger Wasser
Nach einer kurzen Tramfahrt wird mit der "Lauschtour WasSerleben" der Stadtwald Augsburg und der Hochablass erkundet. Foto: Cynthia Matuszewski
×

Virtueller Panoramaflug über Augsburg

Virtueller Panoramaflug über Augsburg
UNESCO Welterbe-Tour – eine Entdeckungsreise zu 22 Augsburger Wasserorten
Hochablass Augsburg, copyright_multimaps360.jpg

Einfach nur schön! Der virtuelle Flug über Augsburg startet am Hochablass. Bei strahlendem Sonnenschein schweben wir sanft über Augsburgs Stadtwald, queren die Vororte und Flüsse Richtung Altstadt und gelangen schließlich über die Maxstraße zum Neptun- und Herkulesbrunnen.

Per Klick können wir die „Flugrichtung“ beeinflussen und immer wieder neue Perspektiven von Augsburg erleben. Sanft „gelandet“ wird gleichfalls per „Klick“ - im Hochablass, an der Wolfzahnau oder vor den Kraftwerken am Roten Tor oder an der Singold. Wer jetzt tiefer in die Geschichte, die Besonderheiten oder die Funktion des jeweiligen Wasserortes eintauchen möchte, erhält zusätzliche Fotos und Informationen. So lassen sich auf unterhaltsame und sehr individuelle Art insgesamt 22 UNESCO Welterbe-Denkmäler entdecken. Hier geht es zum Panoramaflug zu Augsburgs schönsten Wasserorten. Wer lieber am Boden bleibt, kann sich auf der Website der Stadt Augsburg "Das Augsburger Wassermanagement-System" zusätzlich umfassend über Augsburgs Wassergeschichten informieren.

Entwickelt haben die Idee vom virtuellen Rundflug die Regio Augsburg Tourismus GmbH, das Welterbe-Büros und multimaps360. Unter dem Motto „Bring Augsburg in die Welt und bring die Welt nach Augsburg“ soll damit der Tourismus unterstützt werden. Aus der Vogelperspektive, mit einem 360-Grad Blick wird gezeigt, wie vielfältig und spannend Augsburg ist.

HINWEIS: Wer den Tourismus in den schwierigen Zeiten von Corona unterstützen möchte, kann Panorama-Partner*in der Welterbe-Tour werden und den Link in der eigenen Homepage integrieren. Weitere Infos: Gerhard Ruff, multimaps360 (g.ruff@multimaps360.de).

 

 

 

×

WasSerleben – Gestern, Heute, Morgen

WasSerleben – Gestern, Heute, Morgen
Der Kilianplan - Ein interaktiver Stadtplan der Umweltstation Augsburg
Kilianplan, interaktive Stadtkarte, Augsburg,  Foto: Umweltstation Augsburg,

Tauchen Sie ein in das Augsburg des Jahres 1626 und erkunden Sie mit einem Klick auf die Marker 39 spannende Orte rund um die Wasserversorgung und das Leben der Augsburger*innen im 17. Jahrhundert.

Die Basis für diese interaktive Neuentdeckung unserer Stadt ist ein Kupferstich von Wolfgang Kilian. Er zeigt das historische Augsburg aus der Vogelschauperspektive. Innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern ist in diesem Kilianplan jedes einzelne Gebäude mit fast fotografischer Detailschärfe erfasst.

 

Wo früher Holzkohle hergestellt wurde, steht heute eine Grundschule

Das Besondere an dem interaktiven Plan der Umweltstation Augsburg ist, dass die Besucher*innen mühelos zwischen Vergangenheit und Gegenwart switchen können. Zwischen Kiliansplan und Google-Maps erfahren Sie viele Details über historische Standorte in Augsburg. Da, wo heute zum Beispiel die Max-Grundschule ist, stand früher eine Kohlhütte, die Holzkohle für die ganze Stadt herstellte. Den heutigen Königsplatz schützte im 17. Jahrhundert eine Bastei mit Stadtmauern. Und gleich hinter dem Königsplatz gab es Gemüsegärten und einen „Dummelplatz“ – also „Tummelplatz“ - für Soldatenpferde.

Sind am Königsplatz keine Spuren der Vergangenheit mehr zu finden, so stehen die Häuser der Gerber am unteren Lech heute noch und auch die Stadtmetzg ist leicht zu finden – zum Glück riecht es in der Handwerkerstadt des 21. Jahrhunderts nicht mehr so streng wie vor 500 Jahren! Die Entdeckungstour zwischen Gegenwart und Vergangenheit führt auch in das Wieselhaus, Europas erstem "Optikerfachgeschäft", zur Bäckerei Euringer, Augsburgs ältester Bäckerei oder in die Fürstbischhöfliche Residenz, die vor über 500 Jahren den ersten privaten Wasseranschluss erhielt.

 

39 spannende Orte - 39 spannende Geschichten

Hat man einen Ort aus der Gegenwart vor Augen, ist es besonders spannend, zu erfahren, was sich vor vielen hundert Jahren dort abspielte. An 39 Orten zum Thema Wasserversorgung und Kulturlandschaftsentwicklung sind kurze, verständliche Texte mit  Hintergrundinformationen abrufbar, die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen aufzeigen, die bis heute das Gesicht der Stadt prägen.

„Neben den inhaltlichen Recherchen zu den markierten Standorten in der Karte lag eine besondere Herausforderung auf der technischen Seite des Projekts“, erläutert Norbert Pantel von der Umweltstation, „denn die Verschneidung eines historischen Vogelschauplans mit einer modernen Karte ist in dieser Form unseres Wissens nach bisher noch nicht gemacht worden.“

„Die Beschäftigung mit der Entwicklung der Kulturlandschaft führt auch zur Frage nach der zukünftigen Entwicklung Augsburgs und des Umgangs mit den natürlichen Ressourcen“, ergänzt Reiner Erben, Umweltreferent und Vorsitzender von Landschaftspflegeverband und Umweltstation, „die neue Anwendung gibt Denkanstöße für eine nachhaltige Stadtentwicklung, die sich an den Augsburger Zukunftsleitlinien orientieren.“

Der interaktive Kilianplan ist der neueste Teil des Projekts „WasSerleben“, mit dem Landschaftspflegeverband und Umweltstation seit 2011 die Stadt bei ihrer Bewerbung um den Titel UNESCO-Welterbe unterstützen. www.wasserleben-augsburg.de

 

Kilianplan, interaktive Stadtkarte, Augsburg, Wasser, Weltkulturerbe,Umweltstation Augsburg,  Foto: Umweltstation Augsburg,
Mit dem Kilianplan die Stadt Augsburg neu entdecken. Die interaktive Karte der Umweltstation Augsburg macht es möglich. Foto: Umweltstation Augsburg,
Kilianplan, interaktive Stadtkarte, Augsburg,  Foto: Umweltstation Augsburg,
Mit dem Kilianplan die Stadt Augsburg neu entdecken. Die interaktive Karte der Umweltstation Augsburg macht es möglich. Foto: Umweltstation Augsburg,
×

"Mein Lieblings-Wasserort in Augsburg ist der Stadtwald"

"Mein Lieblings-Wasserort in Augsburg ist der Stadtwald"
Interview mit Nicolas Liebig vom Landschaftspflegeverband Augsburg
Nicolas Liebig, Augsburg, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg

Wenn sich jemand in der Natur in und um Augsburg auskennt, dann Nicolas Liebig. Ihn fasziniert besonders der Stadtwald mit seinen glasklaren Quellbächen und dessen kulturhistorische Bedeutung für die Fuggerstadt. Der Experte für Wasser in und um Augsburg freut sich besonders über die Auszeichnung des Augsburger Wassermanagement-Systems als UNESCO-Welterbe.

Nicolas Liebig, 1972 geboren in Nürtingen, ist Forstwirt und Diplom-Landespfleger und arbeitet seit 1999 als Geschäftsführer beim Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg. Der Verband ist unter anderem Träger der Bildungseinrichtung Umweltstation Augsburg. Liebig ist begeisterter Radfahrer, Bergsteiger und Marathonläufer und als Ornithologe und Botaniker viel in der Natur unterwegs. Besonders fasziniert ihn der Stadtwald und dessen kulturhistorische Bedeutung für die Fuggerstadt - diese Begeisterung gibt er auch in seinem Rad- und Wanderführer „Stadtwald Augsburg“ an die Leser*innen weiter. Seine beiden Kinderbücher vom kleinen Wasserdrachen kommen seit dem Sommer 2018 jedes Jahr als Kindertheaterstück auf die Bühne – natürlich unter freiem Himmel im Augsburger Stadtwald.  

Wo oder was haben Sie als Kind am liebsten gespielt?Nicolas Liebig: Mein Motto war „Hauptsache draußen!“, egal bei welchem Wetter. Keschern, Fußballspielen und Feuer machen mochte ich besonders. Die Ferien habe ich oft auf dem Bauernhof meines Onkels verbracht, um dort auf dem Feld und im Stall zu helfen.

Trinken Sie Wasser lieber still oder prickelnd? Still und immer aus dem Wasserhahn!

 

Warum ist das Augsburger Trinkwasser besser als das in anderen Städten? Es wird direkt im Stadtgebiet gewonnen, es muss nicht aufbereitet werden und es schmeckt!

 

Was können die heutigen Augsburger*innen aus der langen Wassergeschichte Augsburgs lernen? Dass gutes und ausreichendes Trinkwasser den Augsburgern immer ein ganz wichtiges Anliegen war, für das sie immer bereit waren, viel zu investieren. Der Landschaftspflegeverband  konnte nachweisen, dass das historische System der Quellen und Quellbäche, aus dem die Augsburger*innen über Jahrhunderte ihr Trinkwasser bezogen, bis heute erhalten geblieben ist.

Genug sauberes Wasser, für immer und für alle ist ein Menschenrecht. Wir sollten das hier in Augsburg ganz besonders leben. Ich freue mich sehr, dass die Wassergeschichte Augsburgs im Juli 2019 UNESCO-Welterbe wurde. Darauf dürfen die Augsburger*innen stolz sein!" Nicolas Liebig. 

Sie haben viel über Augsburgs Natur geschrieben: Welcher Wasser-Ort fasziniert Sie am meisten? Ganz klar, der Stadtwald Augsburg mit seinen ungemein artenreichen Lechheiden, den glasklaren Quellbächen und den knorrigen Kiefernwäldern. Dieses Gebiet bietet eine Abgeschiedenheit, die man einer Großstadt gar nicht zutraut.   

Was steckt hinter dem Projekt WasSerleben? Wir haben über 250 Bachnamenstafeln angebracht, Bachkarten angefertigt, Infotafeln aufgestellt, aufwendige Kurzfilme gedreht und eine Internetseite mit informativen Bachsteckbriefen programmiert. Bei der Lauschtour „WasSerleben in Augsburg“ gibt es spannende Wassergeschichten auf Hörspielniveau. Das neueste Produkt des Landschaftspflegeverbandes ist eine interaktive historische Karte, der Kilianplan,  die es ermöglicht, sich mit der historischen Augsburger Wasserversorgung näher zu befassen.

 

2018 hatten wir sicher nicht den letzten trocken-heißen Sommer. In Augsburg gibt es ausreichend Trinkwasser – ist es dennoch sinnvoll, dass die Bürger*innen sparsam mit Wasser umgehen? Wir leben zwar in humiden, also feuchten Klimagefilden und so schnell wird es bei uns nicht zu Wasserknappheit kommen. Dennoch finde ich, dass wir sparsam mit Wasser umgehen sollten. Denn Sparsamkeit ist oft verbunden mit Wertschätzung. Und unser Trinkwasser als ein endliches Gut, von dem unser Überleben abhängt, verdient Wertschätzung.

 

Was kann jeder Bürger sonst noch tun, um die Ressource Wasser – weltweit – zu schützen?

Wir sollten immer unser Konsumverhalten überdenken. Da schließe ich mich persönlich natürlich mit ein! Achten sollten wir vor allem auf das virtuelle Wasser, das wir z.B. mit unseren Kleidungsstücken oder Nahrungsmitteln aus Regionen importieren, in denen Wasser wirklich ein knappes Gut ist." Nicolas Liebig.

Wenn sich der Kleine Wasserdrache – eine von Ihnen erfundene Kinderbuchfigur – etwas von den AugsburgerInnen wünschen könnte, wäre das ... … dass sie den „Schatzwald“, also unseren Stadtwald noch mehr schätzen lernen und künftig alle, aber auch wirklich alle, ihren Müll mit nach Hause nehmen.

 

Die Schäferei in Deutschland stirbt langsam aus. Was hat Sie dazu bewogen, sich dafür einzusetzen, die Wanderschäferei wieder einzuführen? Es ist einer der ältesten Berufe der Menschheit. Mir gefallen die Landschaften, die von den Wanderschäfer und ihren Tieren über Jahrhunderte gestaltet worden. Ich spreche von den Wacholderheiden der fränkischen und schwäbischen Alb und natürlich von unseren einzigartigen Lechheiden. Und ich bin begeistert von diesem Menschenschlag.

Es wäre für unsere Kultur ein unendlicher Verlust, wenn die Wanderschäfer aussterben." Nicolas Liebig, Landschaftspflegeverband Augsburg.

Welches war Ihr bislang größter Naturschutzerfolg? Es ist sehr schwer, ein Projekt hervorzuheben. Die Wiedereinführung der Wanderschäferei ist bestimmt einer der ganz großen Erfolge unseres Verbandes. Aber auch unser Wildpferdeprojekt hat viel bewirkt. Und dann ist da noch die Gründung der Umweltstation Augsburg, mit der wir so tolle und wichtige Umweltbildungsprojekte in Gang bringen.

 

Leben Sie Ihre berufliche Überzeugung auch im Privaten? Selbstverständlich. Wir haben unseren Garten sehr insektenfreundlich gestaltet, wir kaufen weitestgehend regionale, saisonale und möglichst ökologische Produkte und bei dem wenigen Fleisch, das wir essen, legen wir Wert darauf, dass es aus artgerechter Haltung und am besten aus der Landschaftspflege kommt.

 

Sie wandern gern und lieben das Radfahren: Verraten Sie uns Ihre Lieblings-Wochenend-Ausflugstour? Ich bin sehr gerne mit dem Mountainbike im Naturpark Augsburg Westliche Wäldern unterwegs.

Besonders gut gefallen mit Aussichtspunkte wie die Kapelle zum Heiligen Sebastian in den Holzwinkeln oder die Hohe Reute bei Dinkelscherben." Nicolas Liebig.

Zu meinen Lieblingsgipfeln in den Bergen gehört der Biberkopf. Wenn man dort alleine oben steht, ist man in diesem Augenblick der südlichste Mensch in Deutschland...

Vor welchen Tieren haben Sie Angst?

Ich habe vor keinem Tier Angst - höchstens vor einigen narzisstischen Exemplaren des Homo sapiens!" Nicolas Liebig, Landschaftspflegeverband Augsburg.

 

Wildpferde, Przewalski-Pferde, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Norbert Pantel
Auf der Königsbrunner Heide bei Augsburg lebt eine kleine Herde von Przewalski-Pferden. Sie gehören zu den letzten Wildpferden Europas. Foto: Norbert Pantel
kleiner Wasserdrache, Augsburg, Nicolas Liebig, Freilufttheater, Junges Theater Augsburg, Foto: Frauke Wichmann
Der kleine Wasserdrache aus Augsburg, inszeniert vom Jungen Theater Augsburg. Foto: Frauke Wichmann
Lech, Augsburg, Foto: Norbert Liesz, Licca Liber,
Die Kiesbänke des Lech in Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Sumpfgladiole, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Ende Juni ist es in der Königsbrunner Heide besonders schön: Dann blühen die pinkfarbenen Sumpfgladiolen. Nirgendwo in Europa existieren so viele dieser fragilen Blumen. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Kiefernwald, lichter Kiefernwald, Lechheide, Augsburg, Königsbrunn, Naturschutz, Artenschutz, Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Die lichten Kiefernwälder der Lechheiden. Foto: Landschaftspflegeverband Augsburg
Wanderschäfer Hartl und Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben beim Schafaufzug in das Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
Wanderschäfer Hartl und Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben beim Schafaufzug in das Sommerweiderevier im Naturschutzgebiet „Stadtwald Augsburg“. Foto: Norbert Liesz
×

Kostenlose Orte in Augsburg - Die Universität

Kostenlose Orte in Augsburg - Die Universität
Entschleunigend, urban oder erfrischend – Augsburger*innen stellen ihre liebsten Plätze vor. Mit Stadtansichten von Cynthia Matuszewski.
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Foto: Cynthia Matuszewski

Der Lieblingsort von Mona ist das Unigelände - Wirkung: Horizont erweiternd...

Augsburg hat viele Sehenswürdigkeiten. Eine kurze Googlesuche und man findet Attraktionen wie die Fuggerei, den goldenen Saal oder die Puppenkiste. Ich möchte eine etwas andere Perspektive auf Augsburg bieten - abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Ich habe Augsburger Bürger*innen nach ihren kostenlosen Lieblingsorten gefragt und konnte eine bunte Mischung aus zehn Entspannungs-Orten in Stadt und Natur zusammentragen.

Als Ausgangspunkt habe ich den Königsplatz gewählt. Von hier aus beschreibe ich den Weg und wie man dort hinkommt – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei manchen Orten reicht auch wenig Zeit für eine kurze, erholsame Stippvisite - etwa in der Mittagspause oder nach Feierabend. In jedem Fall bieten die Orte eine erfrischende Abwechslung zum alltäglichen Augsburg.

Nr. 3: Monas Lieblingsort

Die Uni Augsburg

  • Was sich mitzunehmen lohnt: Notizblock, Wasserflasche, Apfel
  • Ungefähre Aufenthaltsdauer: 2 Stunden
  • Beste Jahreszeit: jede
  • Wirkung: Horizont erweiternd

1970 gegründet, liegt die Universität südlich des Stadtzentrums von Augsburg. Mit der Straßenbahnlinie 3 fährt man innerhalb von weniger als 15 Minuten praktisch direkt auf den Campus. Sämtliche Gebäude versammeln sich hier in einer großen, grünen Parklandschaft mit zahlreichen Skulpturen und dem Uni-Teich als Herzstück der Anlage. Auf den Bänken, die hier überall verteilt stehen und auf den Grasflächen, sieht man immer Student*innen, die dort spazieren gehen, lernen oder sich mit Freunden treffen. Entworfen haben diese "Landschaft in der Stadt" die Landschaftsarchitekten Gottfried und Anton Hansjakob.

Ich mag den Uni Campus total gerne. Vor allem der Teich ist mit den ganzen aufdringlichen, knuffigen Enten und Entenbabys ein Highlight und bietet sich für mich als Studentin ideal für eine Eis-Pause mit Freunden zwischen den produktiven Phasen an. Auch im Winter finde ich morgens die Stimmung sehr schön, wenn der Raureif noch da ist und der Teich ganz ruhig daliegt.“ Mona, Geographiestudentin, 21: hat Freude am Leben, ist gerne draußen unterwegs und schätzt die kleinen Dinge im Leben

Auf dem Uni Gelände ist immer etwas los. 20.000 Studierende machen den Campus sogar während den Semesterferien zu einem lebendigen Ort. In 80 Studiengängen versammelt sich breites Wissen, das auch Gäste durch einen Besuch der zahlreichen öffentlichen und meist kostenlosen Veranstaltungen nutzen können. Vorträge zu vielseitigen Themen, Ausstellungen, Sommerfeste oder sogar Kino im Hörsaal, eine Foodsharing Station, Kleidertauschpartys und sonstige Veranstaltungen zeugen von einem regen Campus-Leben auch außerhalb der Hörsäle. Die große Bibliothek bietet über eine Million Bücher zu zahlreichen Themengebieten und kann auch von Nicht-Studierenden genutzt werden.

Der Weg:    

Mit dem Fahrrad etwa 15 MinutenMit der Straßenbahn Linie 3 zur Haltestelle „Universität“

 

Die kostenlosen Lieblingsorte unserer Sommer-Serie:

 

Die kostenlosen Lieblingsorte unserer Winter-Serie:

Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
Universität Augsburg, Stadtlandschaften, Gottfried und Anton Hansjakob, Landschaftsarchitektur, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Campus der Universität Augsburg. Diese Stadtlandschaft gestalteten die Architekten Gottfried und Anton Hansjakob. Foto: Cynthia Matuszewski
×

Kostenlose Orte in Augsburg - Der Rote Torwall

Kostenlose Orte in Augsburg - Der Rote Torwall
Entschleunigend, urban oder erfrischend – Augsburger*innen stellen ihre liebsten Plätze vor. Mit Stadtansichten von Norbert Liesz.
Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort,  Foto: Norbert Liesz

Der Lieblingsort von Serge ist der Rote Torwall. Wirkung: zeitreisend...

Augsburg hat viele Sehenswürdigkeiten. Eine kurze Googlesuche und man findet Attraktionen wie die Fuggerei, den goldenen Saal oder die Puppenkiste. Ich möchte eine etwas andere Perspektive auf Augsburg bieten - abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Ich habe Augsburger Bürger*innen nach ihren kostenlosen Lieblingsorten gefragt und konnte eine bunte Mischung aus zehn Entspannungs-Orten in Stadt und Natur zusammentragen.

Als Ausgangspunkt habe ich den Königsplatz gewählt. Von hier aus beschreibe ich den Weg und wie man dort hinkommt – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei manchen Orten reicht auch wenig Zeit für eine kurze, erholsame Stippvisite - etwa in der Mittagspause oder nach Feierabend. In jedem Fall bieten die Orte eine erfrischende Abwechslung zum alltäglichen Augsburg.

Nr. 2: Serges Lieblingsort

Der Park am Roten Tor

  • Was sich mitzunehmen lohnt:    Hund für einen schönen Spaziergang, Buch, Dose für Kräuter
  • Ungefähre Aufenthaltsdauer:    ca. 30 Minuten
  • Beste Jahreszeit: jede
  • Wirkung: zeitreisend

Umgeben von viel befahrenen Straßen liegt der Park am Roten Tor. Hier im alten Stadtgraben mit seinem ruhig plätschernden Bach und der historischen Stadtmauer schlendern Rentner, Familien und Pärchen über die verschlungenen Wege und kleinen Brücken. Student*innen liegen auf den Wiesen und Kinder toben auf dem Spielplatz umher. Die Mischung aus Lebendigkeit und Stille lädt zum Verweilen und Wiederkommen ein.    

Wenn ich im Park entlang laufe, merke ich sofort, wie ich entschleunige. Es ist als ob an dieser Stelle zwei Ströme von Zeit mit unterschiedlicher Geschwindigkeit vorbei ziehen würden. Auf der oberen Ebene Autos, Straßenbahnen, und das heutige moderne, hektische Stadtleben. Auf der unteren Ebene dieser langsamere, fast schon träge fließende Zeitstrom. Als ob er aus den alten Gemäuern der Stadtmauer herausdringen und die Zeit ein wenig festhalten würde." Serge, wissenschaftlicher. Mitarbeiter an der Uni Augsburg, 35: blickt kritisch auf die Welt und erkundet kreativ andere Welten, ist immer auf der Suche nach dem, was das ‚Alles‘ bedeuten soll, spielt und liest gerne

Ein Besuch lohnt sich zu allen Jahreszeiten. Im Frühling kann man die ersten Blumen bestaunen. Im Sommer weht hier oftmals eine erfrischende Briese durch die Bäume. Im Herbst verzaubert die Farbpracht der herunterfallenden Blätter Besucher*innen und im Winter bilden zuweilen riesige, zugefrorene Pfützen eine rutschige Vergnügungsfläche.

Direkt nebenan ist der Kräutergarten, in dem man sich zum Eigenbedarf kostenlose Kräuter pflücken kann und der ebenfalls dazu einlädt auf den zahlreichen Bänken zu verweilen.Alle zwei Jahre findet im Park außerdem das Historische Bürgerfest mit seinem Mittelaltermarkt statt.

Der Weg:     

Zu Fuß etwa 15 Minuten

mit dem Fahrrad etwa 5 Minuten

Mit den Straßenbahnlinien 2, 3, 6 zur Haltestelle „Rotes Tor“

 

Die kostenlosen Lieblingsorte unserer Sommer-Serie:

 

Die kostenlosen Lieblingsorte unserer Winter-Serie:

 

Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort, Augsburg, Oase in der Stadt, Erholung, Ruhe, Grün in der Stadt, Kanal, Wasser, Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz
Der Rote Torwall - eine Idylle mitten in der Stadt Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort, Augsburg, Oase in der Stadt, Erholung, Ruhe, Grün in der Stadt, Kanal, Wasser, Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz
Der Rote Torwall - eine Idylle mitten in der Stadt Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort, Augsburg, Oase in der Stadt, Erholung, Ruhe, Grün in der Stadt, Kanal, Wasser, Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz
Der Rote Torwall - eine Idylle mitten in der Stadt Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Augsburg, Oase in der Stadt,Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz
Im Kräutergärtlein am Roten Torwall in Augsburg können kostenlos Kräuter gepflückt werden. Foto: Norbert Liesz
Kräutergärtlein, Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort, Augsburg, Oase in der Stadt, Erholung, Ruhe, Grün in der Stadt, Kanal, Wasser, Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz
Im Kräutergärtlein am Roten Torwall in Augsburg können kostenlos Kräuter gepflückt werden. Foto: Norbert Liesz
Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort, Augsburg, Oase in der Stadt, Erholung, Ruhe, Grün in der Stadt, Kanal, Wasser, Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz
Der Rote Torwall - eine Idylle mitten in der Stadt Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort, Augsburg, Oase in der Stadt, Erholung, Ruhe, Grün in der Stadt, Kanal, Wasser, Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz
Der Rote Torwall - eine Idylle mitten in der Stadt Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort, Augsburg, Oase in der Stadt, Erholung, Ruhe, Grün in der Stadt, Kanal, Wasser, Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz
Der Rote Torwall - eine Idylle mitten in der Stadt Augsburg. Foto: Norbert Liesz
Roter Torwall, Augsburg, kostenloser Ort, Augsburg, Oase in der Stadt, Erholung, Ruhe, Grün in der Stadt, Kanal, Wasser, Kräutergarten, Foto: Norbert Liesz
Der Rote Torwall - eine Idylle mitten in der Stadt Augsburg. Foto: Norbert Liesz
×

Buchtipp: Lifeguide Reiseführer für Augsburg und die Region!

Buchtipp: Lifeguide Reiseführer für Augsburg und die Region!
Augsburg entdecken: Mit tollen nachhaltigen Stadtrundgängen und 200 Orten. Erhältlich im Buchhandel, bei der Tourismus-Information und an vielen Lifeguide-Orten.
Lifeguide, Augsburg, nachhaltiger Reiseführer, Foto: Cynthia Matuszewski

Wer in Augsburg Stadt, Land und Aichach-Friedberg nach Orten sucht, die helfen, ein zukunftstaugliches Leben zu führen, bekommt ab Dezember 2018 ein Buch mit all diesen Orten an die Hand. Den „Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“ für Tourist*innen, Neubürger*innen und alle interessierten Alteingesessenen.

Das Buch stellt eine Region vor, in der nachhaltiges Denken, Leben und Handeln immer weiter erstarkt. Wo unverpackt und plastikfrei eingekauft werden kann und nachhaltige Mode entsteht. Wo Stadt- und Landwirte gemeinsam säen und ernten und soziale und interkulturelle Projekte Menschen einander näher bringen. Wo Nachhaltigkeit gemeinsame Sache ist. Bei der spannenden Tour zu mehr als 200 nachhaltigen Orten in Augsburg und seinem Umland und lernt ihr Menschen kennen, die neue Wege gehen – in eine lebenswerte Zukunft!

Über Nachhaltigkeit in unserer Region zu berichten ist inspirierend. Wir zeigen, welche positiven Ideen und Projekte es in unserer immer unübersichtlicher werdenden Welt gibt – und das direkt vor unserer Haustür. Und wir lernen Menschen kennen, die diese Lösungen bereits leben. Das macht Mut.“  Cynthia Matuszewski, Autorin des Lifeguide-Reiseführers, Chefredaktion Lifeguide Augsburg

Fünf nachhaltige Stadtrundgänge

Viele Menschen suchen nach Lösungen, wie sie ihren Alltag umweltverträglicher gestalten können. Im Internetportal Lifeguide Augsburg findet ihr bereits seit 2016 Antworten auf diese Fragen. Seit fünf Jahren informiert das werbefreie und nicht kommerzielle Internetportal über nachhaltiges Leben in Augsburg und in der Region. 

Mit diesem handlichen Buch findet jeder schnell das passende nachhaltige Angebot. Das stärkt das nachhaltige Augsburg und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind." Sylvia Schaab, Autorin des Lifeguide-Reiseführers, Redaktion Lifeguide Augsburg.

Fünf Stadtrundgänge und eine Radtour führen die Leser*innen zu Orten in Augsburg, an denen nachhaltig gelebt, gearbeitet, produziert, repariert oder wiederverwertet wird. Mit rund 200 Geschäften, Restaurants, Initiativen, Sehenswürdigkeiten und einem Kalender mit Nachhaltigkeitsterminen in Augsburg ist der „Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“ eine Informationsquelle für alle, die nachhaltiger leben möchten, die sich auf neue Einkaufsmöglichkeiten und Geheimtipps freuen, die junge Geschäftsideen unterstützen wollen oder die neugierig auf Neues sind.

Viele Menschen sind überrascht, wenn sie hören, wie viele Orte in Augsburg nachhaltige Angebote machen. Ich freue mich, dass wir diese nun auch in einem Buch darstellen konnten - für Augsburger*innen und für Besucher*innen.“  Torsten Mertz, Autor des Lifeguide-Reiseführers, Redaktion Lifeguide Augsburg

Es sind die Menschen, die Augsburg und die Region nachhaltig machen!

Das Buch stellt außerdem Menschen aus Augsburg vor, die in ihrem Leben bereits nachhaltigen Ideen verwirklicht haben, die ihnen besonders am Herzen liegen. Sie setzen sich für plastikfreies Leben ein, betreiben umweltfreundliche Landwirtschaft oder gehen neue Wege des gemeinsamen Lebens, Arbeitens und Wirtschaftens. In neun Kapiteln zeigt das Buch „Lifeguide Augsburg – Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“, wie gut nachhaltiges Leben in unserer Region funktioniert.

Augsburgs Nachhaltigkeitsprozess genießt bundesweit Aufmerksamkeit. 2019 ist er als eines der vier innovativsten und wirksamsten Transformationsprojekte in Deutschland vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung ausgezeichnet worden. Klar, dass wir da gut dieses Buch machen können, ja: müssen!“ Dr. Norbert Stamm,  Autor des Lifeguide-Reiseführers, Lifeguide Region Augsburg e. V.

Dieses Buch wurde bei der Umweltdruckerei Senser auf 100 % Recyclingpapier (zertifiziert mit dem Blauen Engel UZ 14) mit Bio-Farben ohne Mineralöle und Kobalt und aus über 70 % nachwachsenden Rohstoffen gedruckt. Der oekom verlag und Senser Druck beziehen CO2-neutralen Ökostrom. Die Emissionen für die Papierherstellung, den Transport und weitere unvermeidbare Emissionen kompensiert der oekom verlag durch Investitionen in ein Klimaschutzprojekt nach „Gold-Standard“.

 

Das Lifeguide-Buch wurde mit Unterstützung der Deutschen Postcode Lotterie realisiert und ist ab 6. Dezember 2018 und in Buchläden, bei der Regio Tourismus GmbH und an vielen Lifeguide-Orten lifeguide-augsburg.de erhältlich.

 

„Lifeguide Augsburg- Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region“, oekom verlag, München 2019, 180 Seiten, Paperback, ISBN 9-783962-38110-3, 9,80 Euro / 10,20 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

 

 

 

Lifeguide Augsburg, Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Norbert Stamm, Torsten Mertz, Sylvia Schaab, Cynthia Matuszewski. Foto: Matuszewski
Der nachhaltige Reiseführer "Lifeguide Augsburg" konnte mit Hilfe der Postcode Lotterie realisiert werden. Von links: Dr. Norbert Stamm, Cynthia Matuszewski, Sylvia Schaab, Torsten Mertz. Foto Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Rica Friedl, Foto: Cynthia Matuszewski.
Rica Friedl vom Hotel Bayerischer Wirt in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Ildiko Remeny, Benjamin Vogt,CityFarm Augsburg,  Foto: Cynthia Matuszewski.
Ildiko Remeny (r) und Benjamin Vogt (l) von der CityFarm in Augsburg sind Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Frank Schubert von der Biobäckerei Schubert in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Frank Schubert von der Biobäckerei Schubert in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Chrisitine Pehl, Foto: Cynthia Matuszewski.
Christine Pehl, CSR-Beraterin und Coach für nachhaltiges Wirtschaften ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Nicolas Liebig, Foto: Cynthia Matuszewski.
Nicolas Liebig von der Umweltstation in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto: Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Tom Hecht, Maria Brandenstein, Foto: Cynthia Matuszewski.
Tom Hecht und Maria Brandenstein von der Lokalen Agenda 21 in Augsburg sind Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto: Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg,Augsburg, Lifeguide,  Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, Nicolas Liebig, Reiner Erben, Umweltreferent, Foto: Cynthia Matuszewski.
Reiner Erben (l), der Umweltreferent der Stadt Augsburg, und Nicolas Liebig (r) von der Umweltstation Augsburg, bei der Release Party vom "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
Lifeguide Augsburg, Release-Party, nachhaltiger Reiseführer, postcode Lotterie, Norbert Stamm, Foto: Matuszewski
Dr. Norbert Stamm, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Stadt Augsburg. Mit Hilfe der Postecode-Lotterie konnte das Buch "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region" entstehen.. Foto Cynthia Matuszewski
×

Ökonomie als Donut

Ökonomie als Donut
Ein neues Bild für zukunftsfähiges Wirtschaften: Kate Raworth stellte die Lehre vom Wirtschaften „vom Kopf auf die Füße" und entwickelte die Donut-Ökonomie. Buchtipp von Norbert Stamm.
Kate Raworth, „Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“, Grafik: Kate Raworth

Kate Raworth ist eine britische Wirtschaftswissenschaftlerin, der nicht gefiel, was sie an der Universität von Oxford lernte. Denn das, was gelehrt wurde, berücksichtigte in ihren Augen nicht das Wichtigste: die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb entschloss sie sich, die Lehre vom Wirtschaften „vom Kopf auf die Füße zu stellen“.

 

Einfach zeichnen

Raworth griff zum Bleistift und zeichnete einen „sicheren und gerechten Raum für die Menschheit“ - den Bereich, in dem ein gutes Leben für alle Menschen auf der Welt auch langfristig möglich scheint. Heraus kam etwas, das aussieht wie ein Donut (Bild Donut vom Buchcover). Das war um 2011. Sie legte ihre Zeichnung verschiedenen Menschen und Gruppen vor – und stieß auf viel Zustimmung. 2017 veröffentlichte sie ihre gesammelten Überlegungen im Buch „Doughnut Economics. Seven ways to think“, es ist im März 2018 unter dem Titel „Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“ auf Deutsch erschienen.  

 

Wirtschaftsraum zwischen planetaren Grenzen und Weltentwicklungszielen

Raworths Donut ist der Freiraum, in dem zukunftsfähiges Wirtschaften heute möglich ist. Der innere Rand steht für zwölf  Grundbedürfnisse aller Menschen - wie sauberes Wasser, ausreichend Nahrung, Zugang zu Bildung, Wohnen und rechtliche Sicherheit. Den äußeren Donut-Rand bilden natürliche Faktoren wie Klima, Luft, Süßwasserqualität, Stickstoffkonzentration und Artenvielfalt. Sie sind begrenzt durch das, was das Erdsystem an menschlicher Aktivität verträgt. Dazwischen können wir leben.   Angeregt wurde Raworth durch das Modell der planetaren Grenzen, das der schwedische Agrar- und Erdsystemwissenschaftler Johan Rockström 2009 zusammen mit anderen einführte. Und durch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die zuletzt 2015 als 17 Weltnachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals) beschlossen wurden. Raworth vereint beides – und leitet daraus den Spielraum für unser Wirtschaften ab.

 

Die Macht der Grafiken

Uns Menschen beeindrucken vor allem Bilder. So auch die Bilder, die uns die Wirtschaftswissenschaften bisher von erfolgreichem Wirtschaften vermitteln: das vom geschlossenen Kreislauf, von der mathematisch exakten Kurve von Angebot und Nachfrage... All diese schönen Diagramme haben jedoch weder den Finanzcrash von 2008 vorher angezeigt noch beziehen sie Artensterben, Klimawandel und die Zahl der Hungernden mit ein. Raworth erkannte: wir brauchen nicht nur neue Erzählungen, sondern vor allem auch neue Bilder. Nicht mehr die exponentielle Wachstumskurve, sondern einen Donut. Nicht mehr Bilder von eigenständigen Kreisläufen, sondern von der Einbettung der Ökonomie. Nicht mehr das Konstrukt vom Menschen als einem homo oeconomicus, sondern ein Bild vom Menschen, das unsere soziale Verbundenheit zeigt. Solch neue Bilder findet sie und versucht, sie zu vermitteln.

 

Sieben wichtige Gedankenschritte für ein neues Bild von Wirtschaft

Am Anfang steht für Raworth der Abschied vom Bruttoinlandsprodukt als der Maßzahl für Wohlstand. Stattdessen geht es darum, allen Menschen die Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu ermöglichen.

Zweiter Schritt ist die Realisierung der Tatsache, dass Ökonomie eingebettet ist in Gesellschaft und Natur und eben kein eigenständiger Kreislauf.

Drittes Thema ist ein zutreffenderes Bild vom Menschen – nicht mehr als homo oeconomicus, sondern sozial eingebunden - das Raworthsche Modell zeigt die Bedeutung  menschlicher Beziehungen.

Vierter Bereich: wir müssen systemisch denken, aber nicht mehr mechanistisch – es gibt keine einfachen Hebel, um ein solch komplexes System wie Wirtschaft zu steuern. 

Fünftes: der Abschied vom Bild, das vorübergehend Ungleichheit nötig sei, um später Verteilungsgerechtigkeit zu erreichen, sondern stattdessen von vorneherein auf die Herstellung von Gleichheit zu setzen, z.B. durch öffentliche Investitionen in Gesundheit und Bildung.

Sechstens eine soweit wie möglich kreislaufförmige, regenerative Ausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft, ähnlich wie sich Cradle to Cradle das vorstellt.

Und siebtens sollten wir uns von der Abhängigkeit von Wirtschaftswachstum befreien: Wirtschaft muss nützen, auch ohne Wachstum.

 

Der Donut scheint zu schmecken - um im neuen Bild zu bleiben

Heute lehrt Kate Raworth Ökonomie in Oxford und Cambridge. Und ihr „Donut-Modell“ macht ebenfalls Karriere: es findet sich in immer mehr Powerpoint-Präsentationen. Und der Umweltökonom Daniel o'Neill der Universität Leeds hat ein Indikatorensystem entwickelt, das Donuts für über 150 Staaten anzeigt. Damit ist auf einen Blick sichtbar, wie nachhaltig diese Staaten derzeit wirtschaften: die Donuts zeigen an, wie vollständig das jeweilige soziale Fundament ist (der innere Kreis) und wie sehr die ökologischen Grenzen eingehalten oder überschritten werden (der äußere Kreis). Diese Datenbank mit dem Titel „A Good Life For All Within Planetary Boundaries“ zeigt unter anderem auch den Donut für Deutschland: während die sozialen Grundbedürfnisse fast vollständig abgedeckt seien, würden die ökologischen Grenzen oft weit überschritten.

Im März 2018 erschien Kate Raworths 413 Seiten starkes, gut lesbares Buch in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“. Auf den Seiten des Hanser-Verlags ist das umfangreiche Einführungskapitel auf Deutsch als PDF zu finden. Hier fnden Sie außerdem einige anschauliche Videos von Kate Raworth zu dem Thema (auf der Seite ein wenig nach unten scrollen).

 

Zur Person: Kate Raworth studierte um 1990 Ökonomie in Oxford. Doch mit dem, was sie dort über Wirtschaft lernte, war sie unzufrieden. Denn das, was gelehrt wurde, berücksichtigte in ihren Augen nicht das Wichtigste: die sozialen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb verbrachte sie anschließend drei Jahre bei sogenannten Barfuß-Unternehmerinnen auf Sansibar. Und wechselte dann zu den Vereinten Nationen in New York, um am Human Development Index mitzuarbeiten. Zum Schluss arbeitete sie über zehn Jahre für die Entwicklungsorganisation Oxfam, wo sie gegen die unfairen Spielregeln und die Doppelmoral der internationalen Handelsbeziehungen kämpfte und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschenrechte erforschte. Nach einem Jahr Erziehungszeit, entschloss sie sich, die Lehre vom Wirtschaften „vom Kopf auf die Füße zu stellen“. Und unterrichtet heute Ökonomie – u.a. in Oxford.

Kate Raworth: "Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört" Übersetzung: Hans Freundl und Sigrid Schmid, Hanser Verlag, 413 Seiten, 24 Euro

 

Folgende Lifeguide-Artikel könnten euch auch interessieren:

Interview mit Christian Felber: "Die Gemeinwohl-Ökonomie gehört in die Bilanzen von Kommunen, Unternehmen und Banken": https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/interview-mit-christian-felber

Buchtipp: "Eine zukunftsfähige Geld- und Wirtschaftsordnung" von Uwe Burka:   https://www.lifeguide-augsburg.de/magazin/wenn-geld-altern-wuerde

Artikel in Newslichter:  https://www.newslichter.de/2018/05/donut-oekonomie-ein-revolutionaeres-…

 

Kate Raworth, „Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“, Foto: Richard Raworth
Kate Raworth, die Autorin von „Die Donut-Ökonomie. Endlich ein Wirtschaftsmodell, das den Planeten nicht zerstört“, Foto: Richard Raworth
×
KONTAKT