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Müllschmelze

Müllschmelze
Kampf dem Plastik und Mikroplastik in unseren Gewässern
PLastikmüll, Bach, Fluss, Gewässerverschmutzung, Foto: Ria Sopala_auf_pixabay

Sie haben dem Müll den Kampf angesagt. Die Sechstklässlerinnen Lena Schäfer, Klara Schmid und Felicitas Sommer vom Maria-Ward-Gymnasium haben sich im April 2021auf Mülljagd gemacht. Im Rahmen der von STOP Microplastic! und dem P-Seminar CAFONA organisierten Aktion Müllschmelze waren die drei Schülerinnen in Gablingen unterwegs.

Bei der Aktion Müllschmelze riefen die Friedberger Umweltschützerinnen Leonie und Zoë Prillwitz Anfang des Jahres zum Sammeln von Uferabfall in Augsburg auf. Denn besonders das schnell fließende Schmelzwasser trägt den Plastikabfall in die Gewässer. Einmal in den Flüssen und Bächen angekommen, ist der Müll eine erhöhte Gefahr für das Leben unter und am Wasser. Er ist nicht mehr so leicht aufzusammeln und zersetzt sich schneller zu sekundärem Mikroplastik.

Für die 15-Jährige Zoe Prillwitz, Initiatorin der Müllschmelze, ist die Sammelaktion eine Herzensangelegenheit. Denn seit zwei Jahren untersucht die Schülerin vom Maria-Ward-Gymnasium Augsburger Fließgewässer auf Mikroplastik. Die Ergebnisse gehen ihr bei jeder ihrer über 300 Probenanalysen unter die Haut.

Dadurch, dass sich der Müll so wenig prominent unter und im Wasser befindet, wird er oft nicht wirklich als Problem wahrgenommen." Leonie Prillwitz, Jungforscherin

Das wollte Leonie mit der Müllschmelze ändern, um das Bewusstsein dafür zu schärfen.

Denn der Müll verschwinde ja nicht, nur weil er vom Ufer in die Gewässer getragen wird. Deshalb wurde die Müllschmelze mit einem Fotowettbewerb für die außergewöhnlichsten Funde begleitet. Lena, Klara und Felicitas haben die Jury aus dem P-Seminar mit der Dokumentation ihrer Funde dabei so beeindruckt, dass sie dafür mit dem Hauptpreis belohnt wurden. Mit vereinten Kräften bargen sie eine große sperrige Kunststoffplane. “Wir haben uns riesig gefreut!”, erklären Felicitas und Klara begeistert. Die Aktion habe richtig Spaß gemacht.

Erst waren wir entsetzt, was an Müll einfach so in der Umwelt landet. Aber dann haben wir beschlossen, dass wir wirklich was machen müssen.” Klara Schmid und Felicitas Sommer, Schülerinnen

Mit ihrem Engagement durften sich die Freundinnen und die anderen Mülljäger*innen über Sachpreise von RutaNatur, dem Augsburger Weltladen, Manomama, der Seifenmanufaktur Isar Soafn und dem Taschenbuchladen freuen.

 

Müll sammeln geht - leider - immer

Die Aktion „Müllschmelze“ wird bei der Schneeschmelze im kommenden Jahr wieder aufgenommen.  Das Team rund um Leonie Prillwitz freut sich schon auf die nächste Mülljagd. Müll könnt ihr aber immer und leider auch nahezu überall sammeln - wie schnell die Mülltüte voll ist, zeigen Studierende der Universität Augsburg.  Hier geht's zu ihrem 1-Minuten-Video. Mehr über die Umweltaktivistinnen Leonie und Zoë Prillwitz und ihr Projekt Müllschmelze  erfahrt ihr im Lifeguide Projekt Müllschmelze, unter #müllschmelze und auf ihrer Instagram-Seite dream_green_act_green.

 

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Müllschmelze, Augsburg, Foto: Leonie Prillwitz
Die Schülerinnen Klara Schmid und Felicitas Sommer vom Augsburger Maria-Ward-Gymnasium haben 2021 die Aktion Müllschmelze gewonnen. Foto: Leonie Prillwitz
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Superhero oder Dogganandl?

Superhero oder Dogganandl?
Lukas Superheldenfigur aus Plastik ist kaputt - was nun? Die spannende Mitmach-Hörgeschichte des Jungen Theaters Augsburg führt zu plastikfreien Ideen und Alternativen. Audiowalk für Kinder zum Thema „Plastikfrei spielen“.
Susanne Reng, Leitung Junges Theater Augsburg, und Jakob Waldow, der die Figur des Luka in „Superhero oder Dogganandl?“ spricht, beim Testlauf des ersten Audiowalks des Jungen Theaters Augsburg. Foto: Frauke Wichmann

"Unser Ziel ist, Kinder vom Bildschirm wegzulocken, sie aktiv werden und ihre Stadt neu entdecken zu lassen.“ Susanne Reng, künstlerische Leitung des JTA .

Lukas Superheldenfigur aus Plastik ist kaputt.  Der spannende Audiowalk führt in die Augsburger Altstadt - zu plastikfreien Materialien, zu ganz alten und ganz neuen Spielzeug- Ideen und zu tollen DIY-Alternativen. Die Mitmach-Geschicht ist für Menschen ab acht Jahren.

 

Das Junge Theater Augsburg (JTA) hat 2021 seinen ersten Audiowalk zum Thema „Plastikfrei spielen“ veröffentlicht. Die Zeit des Aufführungsverbots nutzte das Junge Theater Augsburg, um seine Liebe zur "Kunst für die Ohren" weiterzuentwickeln. Seit den Zeiten von Abstandhalten und Kontaktbeschränkungen ist der erste Audiowalk des JTA ein ideales Freizeitangebot für Familien.

 

Entdeckungstour durch die Augsburger Altstadt

Der Audiowalk „Superhero oder Dogganandl?“ lädt ein zu einem Spaziergang durch die Augsburger Altstadt, auf eine Spurensuche nach plastikfreiem Spielmaterial. Ein Mitmachheft und eine Hörgeschichte begleiten die Kinder auf ihrem Weg. Die Hörgeschichte dreht sich um Luka und seine Großeltern, Marianne und Reinhold. Lukas Spielzeug, ein „Superhero“ aus Plastik, ist kaputt und lässt sich nicht mehr reparieren. Statt ein neues Plastikspielzeug zu kaufen, machen sich die drei auf in die Augsburger Altstadt, um Material für einen selbstgebastelten Superhero an verschiedenen Stationen – traditionellen Handwerksbetrieben und Läden – einzusammeln. Die Großeltern erzählen dabei aus ihrer Kindheit, von ihren Spielzeugen und Spielen: Damals wurde ein Superhero noch Dogganandl genannt!

 

Plastikfreies Spielmaterial im Zentrum

Umweltschutz, Müllvermeidung und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen der Erde sind brisante Themen. „Als Theater für junges Publikum sehen wir es als unsere Aufgabe an, Kinder mit spielerischen Mitteln dafür zu sensibilisieren und zu einem nachhaltigen Umgang mit diesen Ressourcen anzuregen. Dabei fokussieren wir uns hier auf die Problematik von „Plastik“: Gegenstände aus Plastik lassen sich nicht reparieren, aber Plastikmüll bleibt für immer auf der Erde“, erklärt Susanne Reng. Die kommende Spielzeit 2021 wird deshalb auch ein Theaterstück zum Thema „Plastikfrei“ eröffnen.

 

Mitmachheft begleitet den Audiowalk

Im Mitmachheft, das zum Preis von 4,00 Euro beim JTA und in der Tourist-Information am Augsburger Rathausplatz erhältlich ist, finden die Kinder einen Stadtplan, der sie zu allen Stationen der Hörgeschichte führt und spielerische Elemente zum Selbermachen bereithält. Während der pandemiebedingten Schließung der Tourist-Information am Augsburger Rathausplatz kann das Mitmachheft online über die Website des Jungen Theaters Augsburg bestellt werden.

Der Audiowalk ist für alle ab 8 Jahren geeignet und besonders empfohlen für Schulklassen der Jahrgangsstufe 3 bis 5. Für den Audiowalk wird ein Smartphone oder ein Tablet benötigt, alle weiteren Informationen zum Aufrufen des Audiowalks finden Mitmacher*innen im Mitmachheft. Schulen können sich für ein Angebot an Julia Magg, Junges Theater Augsburg, Tel. 0821 442995, magg@jt-augsburg.de wenden.

INFOS: www.jt-augsburg.de/audiowalk

 

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pm/cm

Audiowalk, Junges Theater Augsburg, Foto: Frauke Wichmann
Susanne Reng, Leitung Junges Theater Augsburg, und Jakob Waldow, der die Figur des Luka in „Superhero oder Dogganandl?“ spricht, beim Testlauf des ersten Audiowalks des Jungen Theaters Augsburg. Foto: Frauke Wichmann
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Plastik, nein danke!

Plastik, nein danke!
Wie eine fünfköpfige Familie dem Verpackungswahn trotzt. Interview mit Sylvia Schaab
Sylvia Schaab aus Augsburg lebt mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei. Foto: Edtih Schmidt gen. Steinhoff

2015 fasste Sylvia Schaab einen Entschluss: Ab jetzt würde sie mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei leben. Umweltbewusst lebten die Schaabs schon immer, aber trotzdem war die Gelbe Tonne alle zwei Wochen rappelvoll. Heute sagt die Journalistin: Wir haben es geschafft. Sie ist Mitbegründerin des Augsburger “Stammtischs plastikfreies Leben” und engagiert sich in Augsburg dafür, dass die Coffee-to-Go-Becher durch wiederverwertbare Recup-Becher ersetzt werden. Im November 2018 erhielt sie zusammen mit ihren Mitstreiter*innen vom Forum Plastikfreies Augsburg den Augsburger Zukunftspreis.

 

Steckbrief: Sylvia Schaab, Journalistin, Buchautorin und Bloggerin. Lebt mit Niklas, Julian, Marlon, Lisa-Lu als Freiberuflerin in dem ganz normalen Wahnsinn zwischen Schulalltag, nachhaltigem Leben und sozialem Engagement.

 

Barbie oder Badeente? Was war dein liebstes Plastikspielzeug als Kind?

Weder noch. Am liebsten spielte ich mit Playmobil, damit konnte ich viel schönere Geschichten entwickeln.

 

Welches Ereignis war ausschlaggebend, in ein plastikfreies Leben zu starten?

Die schiere Menge an Plastikmüll war es, die mich Anfang 2015 nachdenklich stimmte. Mein ältester Sohn, damals neun Jahre alt, nahm gerade das Thema Recycling in der Schule durch. Das lenkte meine Aufmerksamkeit auf unseren eigenen Müll. Und das war schockierend viel! Dabei hatte ich schon in den 80er Jahren meine Mutter vom Mülltrennen überzeugt und in der Schule eine Ausstellung zum Ozonloch gestaltet.

 

Aber wie schafft man das, plastikfrei zu leben? Uns begegnen Kunststoffe doch überall im Alltag: beim Einkauf, im Haushalt, in Kleidung, im Spielzeug und sogar in Kosmetika...

Ich bin Journalistin, also fing ich erst einmal an zu recherchieren, mich  von der Notwendigkeit einer so umfassenden Veränderung zu überzeugen. Was ich herausfand, hat mich motiviert. So erfuhr ich, dass wir in Deutschland laut Deutscher Umwelthilfe jedes Jahr 218 Kilogramm Verpackungsabfall pro Kopf erzeugen, viel mehr als der europäische Durchschnitt. Jährlich landen acht Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer. Mittlerweile gibt es fünf gigantische Plastikstrudel, einige so groß wie ganz Mittel-Europa. Mikroplastik kommt im Meer inzwischen sechsmal so häufig vor wie Plankton.

In Deutschland gibt es zwar das duale System. Trotzdem: Nur 46 % der gesammelten Kunststoffe werden wiederverwendet, der Rest wird thermisch verwertet – also verbrannt. Besonders schlimm sind Verbundstoffe wie Tetra-Verpackungen, da hier Plastik und andere Materialien nahezu untrennbar miteinander verbunden sind und ein sinnvolles Recycling praktisch unmöglich machen.

 

Und was hast du konkret verändert?

Ich habe unser Leben schrittweise verändert – das rate ich auch allen “plastikfrei”-Anfänger*innen." Sylvia Schaab

Getränke, Milch und Joghurt kaufte ich fortan nur noch im Glas, Wurst und Käse kommt an der Theke in die Dose, Obst kommt unverpackt in Bioqualität und Gemüse kriegen wir wöchentlich ganz unverpackt von der Solidarischen Landwirtschaft, kurz SoLaWi. Die beschichete Aluminium-Trinkflasche und die Plastik-Trinkflaschen und –Brotzeitdosen wurden durch Edelstahl ersetzt. Schließlich können Weichmacher in die Lebensmittel übergehen und die Gesundheit gefährden.

 

Jeder Einkauf wird kritisch hinterfragt: Brauchen wir das wirklich? Haben wir nicht schon etwas Ähnliches? Können wir es uns eventuell bei den Nachbarn ausleihen? Wo bekomme ich die Sachen aus der Region und in guter Qualität, so dass es lange hält. Gibt es das auch gebraucht? Wenn etwas kaputt geht, dann versuchen wir es zu reparieren.

 

Der wöchentliche Aldi-Einkauf verleitet ja schon dazu, dass man Dinge kauft, die dann zuhause in der Ecke verstauben: der Smoothie-Mixer oder der elektrische Dosenöffner. Alles wird zum Schnäppchenpreis verramscht. Die Hamstermentalität haben wir vielleicht von unseren Eltern mitbekommen. In der Nachkriegsgeneration hat man halt vieles angehäuft. Als wir die Wohnung meiner Tante ausräumten, waren dort Spüllappen und Gefrierbeutel für die nächsten zehnJahre...

 

Plastikfrei mit Kindern, wie funktioniert das?

Meine Kinder überraschten mich am meisten: Statt sich über Einschränkungen zu beschweren, lehnen sie mittlerweile selbst alles Plastikverpackte ab - nur bei Süßigkeiten gibt es manchmal eine Ausnahme.

 

Bei Süßigkeiten achten wir allerdings darauf, dass die Verpackung auch wirklich recycelt werden kann. Doch meist machen wir uns die Leckereien einfach selbst: selbstgebackene Kekse, Brot und Käsestangen füllen die Brotzeitdosen, in denen früher einzeln abgepackte Müsli-Riegel mit jeder Menge Zucker zuhause waren.

 

Hand auf’s Herz: Gibt es bei Euch nicht doch noch den ein oder anderen Plastikgegenstand? Eine Wasserpistole? Oder eine Plastikdose?

Ja, die Plastikdosen habe ich alle aufgehoben, es geht ja auch darum, Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Wir bewahren in ihnen jetzt unsere Schrauben und Dübel auf.

 

Und im Kinderzimmer?

Playmobil und Lego durften bleiben. Das ist langlebig und aus hartem Plastik ohne ominöse Inhaltsstoffe.

 

Was macht Ihr mit Geschenken, die Plastik enthalten?

Das kommt zum Glück kaum noch vor. Werbegeschenke lehnen wir meist ab, da wir eigentlich mehr als genug Sachen besitzen. Andere Dinge, die wir nicht benutzen verschenken wir einfach oder geben sie im Sozialkaufhaus ab. So werden sie doch noch genutzt.

 

Was hat sich für euch geändert?

Das Leben ist entspannter geworden ...kein Einkauf im Riesensupermarkt, kein Prospekte wälzen für die besten Schnäppchen, dafür mehr Zeit mit der Familie beim gemeinsamen Kochen und Backen ... und das Leben ist günstiger geworden. Keine unnötigen Putzmittel oder Haushaltshilfen mehr, gesündere und leckerere Lebensmittel halten gesund. Es ist erstaunlich, wie einfach es ist, Dinge selbst zu herzustellen. Durch den Verzicht auf Plastik sind auch andere nachhaltige Aspekte wieder mehr in den Fokus gerückt. Wir kaufen jetzt danach ein, wie lange Dinge halten und nicht wie viel sie kosten.

 

Was würdest Du verändern, wenn Du könntest?

Durch mein Engagement beim Forum Plastikfreies Augsburg verändere ich ja schon Dinge in meinem direkten Umfeld. Auf alle Fälle würde ich öffentliche Feste und Veranstaltungen nur noch mit Mehrweg-Geschirr feiern lassen. Ich würde biologische Landwirtschaft zum Normalfall machen und nicht zum teuren Luxusprodukt, das es durch die teure Zertifizierung wird. Außerdem würde ich eine Steuer auf Verpackungen und auf Zucker einführen, künstliche Aromastoffe würde ich verbieten.

 

Dieses Interview wurde bereits am 11.1.2019 im Lifeguide veröffentlicht.

 

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Plastikfrei leben: Rouge selbst gemacht

Plastikfrei leben: Rouge selbst gemacht
Schnell und einfach
Rouge, plastikfrei, Foto Lea Schreiber, Oekom-Verlag, Nadine Schubert,

Rouge selbst herzustellen ist einfach und geht schnell. Je nach Hautton ergeben Rote-Beete-Pulver oder Kakao die passende Farbnuance. 

Zutaten:

  • 1 EL Heilerde
  • 1 TL gemahlene Tonerde
  • 1 TL Rote-Bete-Pulver, z. B. von Lacross im Glas erhältlich
  • optional: etwas Kakaopulver für anderen Farbton hinzugeben

 

Zubereitung:

Die Zutaten werden in einem Glas mit weitem Hals oder einer leeren Dose gemischt und mit dem Pinsel entnommen.

 

Rezept aus dem Buch "Noch besser leben ohne Plastik"

Nadine Schubert hat 2013 begonnen, plastikfrei zu leben und zu dem Thema zwei Bücher veröffentlicht. Sie ermutigt ihre Leser*innen, sich für den Start ins plastikfreie Leben Zeit zu nehmen und nach und nach alltagstaugliche Lösungen zu finden. Nadine Schubert verzichtet gern auf Plastik, "... weil es die Gesundheit fördert, die Umwelt entlastet und obendrein Spaß macht". Dieser Tipp entstammt ihrem Buch „Noch besser leben ohne Plastik“.  Es enthält alltagstaugliche Praxistipps zur Plastikvermeidung, nützliches Plastikwissen, Anleitungen für Einsteiger und Fortgeschrittene, sowie plastikfreie Rezeptideen. Veröffentlichung dieses Rezeptes mit freundlicher Genehmigung des oekom verlags.

 

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pm/cm

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Buchtipp: Plastikfrei in 30 Tagen

Buchtipp: Plastikfrei in 30 Tagen
Gesünder und nachhaltiger leben ohne Plastik
Sylvia Schaab aus Augsburg lebt mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei. Foto: Edtih Schmidt gen. Steinhoff

Plastik, wohin das Auge reicht. Kaum ein Bereich in unserem Leben, der ohne Kunststoffe auskommt: Mikroplastik in Kosmetik, Weichmacher in Kinderspielzeug, eingeschweißte Lebensmittel, synthetische Fasern in der Kleidung. Gigantische Plastikmengen verschmutzen unsere Weltmeere und schaden so Mensch und Umwelt. Gerade Deutschland, das Heimatland der Mülltrennung, produziert so viel Verpackungsmüll wie kein anderes europäisches Land. Immerhin, den beschichteten Coffee-to-go-Bechern und den Plastikstrohhalmen geht es bereits an den Kragen, auch werden in Geschäften keine kostenlosen Plastiktüten mehr ausgegeben.

Doch es gibt noch viel zu tun. Wie ein Leben ohne Plastik gelingt, zeigt Sylvia Schaab in ihrem Buch »Es geht auch ohne Plastik«. Dabei geht sie mit gutem Beispiel voran: Mit ihrer Familie lebt die Journalistin seit mehr als drei Jahren nahezu plastikfrei. Ihre zahlreichen anschaulichen Tipps, wie wir Plastik aus unserem Alltag verbannen können, sind also selbst erprobt. Dabei lässt Sylvia Schaab keinen Lebensbereich aus: vom verpackungsfreien Einkauf und plastikfreien Kochen über richtiges Mülltrennen und Saubermachen ohne Plastik bis hin zu plastiklosem Wohnen, Gärtnern, Mobilsein und Feiern deckt sie alles ab. Im Interview mit dem Lifeguide sagt Sylvia Schaab:

Meine Kinder überraschten mich am meisten: Statt sich über Einschränkungen zu beschweren, lehnen sie mittlerweile selbst alles Plastikverpackte ab - nur bei Süßigkeiten gibt es manchmal eine Ausnahme." Sylvia Schaab

Neben spannendem Hintergrundwissen im Kapitel „Plastik, was ist das eigentlich?“, liefert Sylvia Schaab eine Vielzahl an DIY-Anleitungen für Milchprodukte, Reinigungsmittel, Kosmetika und Tipps in verschiedenen „Schwierigkeitsstufen“. Also für Eilige, Motivierte oder Experimentierfreudige. Aller Anfang ist schwer? Nicht so mit Sylvia Schaabs sechs Tipps zum Start in ein plastikfreies Leben. Ohne erhobenen Zeigefinger stellt die Autorin auch alternative Konsummöglichkeiten wie Upcycling, Reparieren oder Cradle-to-Cradle-Produkte vor. Abgerundet wird das Ganze durch eine „30-Tage-Challenge“ sowie nützliche Einkaufstipps und Adressen im Anhang. In Augsburg und Umgebung gibt es mittlerweile viele Stammtische für plastikfreies Leben, die Einsteiger*innen bei den ersten Schritten helfen. Heute sagt Sylvia Schaab über ihr nahezu platikfreies Leben:

Das Leben ist entspannter geworden." Sylvia Schaab

Sylvia Schaab, Autorin und Journalistin für nachhaltige Verbraucherthemen, lebt mit Mann und drei Kindern in Augsburg. Über ihr plastikfreies Leben schreibt sie in ihrem Blog „Grüner wird’s (n)immer". Sie engagiert sich in diversen Netzwerken und Vereinen für umweltpolitische Themen, hält Vorträge und gibt Workshops. Außerdem verhilft sie zukunftsweisenden, regional verwurzelten Unternehmen und Organisationen zu mehr Öffentlichkeit.

Das Buch:  Sylvia Schaab ES GEHT AUCH OHNE PLASTIK Die 30-Tage-Challenge für die ganze Familie! 288 Seiten ISBN: 978-3-442-22280-3 € 12,00 [D] € 12,40 [A] CHF 17,90 (UVP) Goldmann Taschenbuch

 

10 Einsteiger-Tipps vom Augsburger Stammtisch plastikfreies Leben:

  • 1.    Stofftasche immer dabei haben.
  • 2.    Getränke, Milch, Joghurt und Sahne in Pfandgläsern kaufen.
  • 3.    Obst und Gemüse lose kaufen und bei Bedarf in mitgebrachte Stoffsäckchen füllen.
  • 4.    Wurst und Käse in mitgebrachte Dosen packen lassen. Meist dürfen die Verkäufer die Dosen nicht über die Theke nehmen, aber der Transfer auf der Theke klappt gut. Manchmal muss man mutig sein und nachfragen. Aber das schärft das Bewusstsein.
  • 5.    Leitungswasser für unterwegs in Glas oder Edelstahlflaschen mitnehmen.
  • 6.    Seife bzw. Haarseife am Stück verwenden, statt Duschgel oder Shampoo zu nehmen.
  • 7.    Mehrweg statt Einweg bei Bechern und Tellern.
  • 8.    Strohhalme und anderes Einwegplastik vermeiden.
  • 9.    Second Hand statt Neu kaufen. Das spart Ressourcen und Verpackung.
  • 10.    Werbegeschenke aus Plastik ablehnen, eingeschweißte Kataloge abbestellen.

 

Die Stammtische plastikfreies Leben in der Region:

 

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Es geht auch ohne Plastik, Goldmann Verlag, Sylvia Schaab
Die Augsburger Journalistin Sylvia Schaab hat das Buch "Es geht auch ohne Plastik" mit vielen praktischen Tipps und einer 30-Tage-Challenge geschrieben.
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, Foto: Cynthia Matuszewski
Seife statt Duschgel: Eine einfache Lösung ohne viel Plastikmüll. Die Stammtische plastikfreies Leben in Augsburg, Schwabmünchen, Friedberg und Königsbrunn informieren einmal im Monat über Plastikvermeidung. Foto: Cynthia Matuszewski
Plastikfreies Leben
Plastikfreies Leben
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Mikroplastik - Die unsichtbare Gefahr

Mikroplastik - Die unsichtbare Gefahr
Die Verschmutzung der Umwelt durch Plastik ist eines der größten ökologischen Probleme weltweit. Allein in Deutschland werden jährlich 14,5 Millionen Tonnen Kunststoff verbraucht, also 176 kg pro Kopf.
Mikroplastik, die unsichtbare Gefahr.  Foto: Cynthia Matuszewski

Die Verschmutzung der Umwelt durch Plastikmüll ist eines der größten ökologischen Probleme weltweit. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts aus dem Jahr 2018 werden allein in Deutschland jährlich 14,5 Millionen Tonnen Kunststoff verbraucht. Das entspricht einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 176 kg pro Jahr. Mit diesem Konsum geht auch die Verunreinigung der Natur mit Plastik einher, denn pro Jahr gelangen 3,1 Prozent (446.000 Tonnen) der Gesamtmenge an verwendetem Kunststoff in die Umwelt.

Jeder Deutsche ist demnach im Durchschnitt dafür verantwortlich, dass jährlich 5,4 kg Plastikmüll in die Natur gelangen. Diese Emissionen setzen sich aus 26 Prozent Makroplastik und 74 Prozent Mikroplastik zusammen. Das bedeutet, dass dem sichtbaren Plastikmüll wie Tüten und Folien die dreifache Menge an unsichtbarem Mikroplastik gegenübersteht. Dieser Anteil ist noch gefährlicher, denn über das Vorkommen und die Verteilung in der Umwelt sowie die Auswirkungen von Mikroplastik auf Mensch und Natur ist nur wenig bekannt.

 

 

Was ist Mikroplastik überhaupt?

Mikroplastik besteht wie jegliche Form von Plastik aus Kunststoff. Die Teilchen sind mikroskopisch klein und deshalb nur schwer mit bloßem Auge erkennbar. Das Mikroplastik lässt sich in zwei verschiedene Arten unterteilen: Unter primärem Mikroplastik versteht man das Grundmaterial, was für die verarbeitende Industrie hergestellt wird. Sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn größere Plastikpartikel bei Verwitterungsprozessen zerfallen. Dazu gehören zum Beispiel die Brandung und die Sonneneinstrahlung. Beide Formen von Mikroplastik haben gemeinsam, dass sie sowohl fest als auch unlöslich sind. Aus diesem Grund sind sie nicht biologisch abbaubar und verbleiben deshalb Jahrzehnte in der Umwelt. Siehe auch Lifeguide-Artikel von Torsten Mertz

 

 

Die Verschmutzung heimischer Gewässer durch Mikroplastik

Bisher ist nur sehr wenig über das Vorkommen und die Verbreitung von Mikroplastik in deutschen Flüssen und Seen bekannt. Seit 2014 finden jedoch bundesländerübergreifende Untersuchungen in Süd- und Westdeutschland in verschiedenen Binnengewässern wie dem Rhein, der Donau oder dem Bodensee statt. Die Ergebnisse sind erschreckend: Mikroplastik kommt an jeder Probestelle vor. Dabei scheint der Rhein besonders betroffen zu sein. An insgesamt elf Stellen nahmen Wissenschaftler Proben von der Oberfläche des Flusses. Der durchschnittliche Konzentrationswert beträgt 892.777 Mikroplastik-Teilchen pro Quadratkilometer. Während der Rhein bis Mainz noch relativ gering belastet ist, ist das Rhein-Ruhr-Gebiet besonders stark verschmutzt. Die höchste Partikelanzahl ließ sich in Rees nahe der niederländischen Grenze messen: 3,9 Millionen Plastikteilchen pro Quadratkilometer. Geht man von diesem Wert aus, so ist davon auszugehen, dass der Rhein jeden Tag 191 Millionen Mikroplastik-Partikel in den Atlantik einträgt. Am häufigsten kommen besonders kleine Partikel vor, die nur mit dem Mikroskop zu erkennen sind. Die Studien zeigen außerdem, dass die Binnengewässer mittlerweile fast genauso stark von Mikroplastik belastet sind wie die Küstenbereiche.

 

Die Verschmutzung der Meere durch Mikroplastik

Bei bisherigen Untersuchungen über das Vorkommen von Mikroplastik in der Umwelt lag der Fokus vor allem auf den marinen Ökosystemen. Erstmals wurde Mikroplastik in den 1970er-Jahren im Meer nachgewiesen. Mittlerweile haben zahlreiche Studien gezeigt, dass die Weltmeere sehr stark von Plastikmüll verschmutzt sind. Bei dem sich im Meer befindenden Partikeln handelt es sich vor allem um sekundäres Mikroplastik, denn die Wellen und der Wind zerkleinern größere Plastikteile in kleines, also sekundäres Mikroplastik. Die Plastikteilchen wurden bisher in mehr als 1.200 Fischarten nachgewiesen, darunter auch in Plankton, der wichtigsten Nahrungsgrundlage vieler Lebewesen im Ozean.

 

 

Welche Auswirkungen hat Mikroplastik auf die Umwelt?

Genauso wie über das Vorkommen in der Umwelt ist ebenfalls nicht viel über die Auswirkungen von Mikroplastik bekannt. Es steht jedoch fest, dass sich Mikroplastik heute schon in den Nahrungsketten befindet. Besonders leichte Plastikpartikel schwimmen im Meer an der Wasseroberfläche und werden dort von Kleinstlebewesen gefressen. Diese stellen wiederum die Nahrungsgrundlage vieler Fische dar. Meeressäuger, Vögel und schließlich auch wir Menschen ernähren uns von diesen Fischen und so landet das Mikroplastik auch bei uns auf dem Teller. In verschiedenen Lebensmitteln wie Meeresfrüchten, Meersalz, Honig und Bier fand man bereits die winzigen Plastikpartikel.

Wissenschaftler*innen nehmen an, dass die Aufnahme von Mikroplastik durch verschiedene Organismen viele Folgen haben kann: Zum einen kann sich das Gewebe verändern oder es können Entzündungen entstehen. Zum anderen sind in den Kunststoffen auch Giftstoffe enthalten, die im Körper nach der Aufnahme wieder freigesetzt werden und eine toxikologische Reaktion hervorrufen können. Stoffe wie beispielsweise Weichmacher, sogenannte Additive, gelangen so ins Blut und werden vom Organismus gespeichert. Das kann zu hormonellen Veränderungen im Körper führen. Bei kleineren Lebewesen kann die Aufnahme der Teilchen zu inneren Verletzungen und somit schließlich zum Tod führen. Außerdem versucht man derzeit herauszufinden, ob Mikroplastik möglicherweise auch Viren und Bakterien überträgt. Des Weiteren zieht Mikroplastik in der Umwelt Schadstoffe an wie ein Magnet. Das liegt an den physikalischen und chemischen Eigenschaften von Kunststoffen. Deshalb ist die Schadstoffkonzentration um die im Wasser schwimmenden Partikel besonders hoch. Frisst ein Lebewesen die Plastikteilchen, nimmt es folglich alle Schadstoffe mit auf.

 

 

Wie gelangt Mikroplastik in die Umwelt?

Nun stellt sich die Frage, wie und in welchem Ausmaß Mikroplastik in die Umwelt gelangt und wer für diese Einträge verantwortlich ist. In Deutschland gelangen laut einer Studie des Fraunhofer Instituts jährlich 330.000 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Der Verkehr verursacht dabei den größten Anteil an dieser Menge, gefolgt vom privaten Konsum und dem produzierenden Gewerbe. Genauer gesagt entsteht besonders viel Mikroplastik durch den Abrieb von Reifen, Asphalt sowie Fahrbahnmarkierungen. Aber auch die Verwehungen von Sport- und Spielplätzen mit eingestreutem Gummigranulat oder die beim Waschen synthetischer Kleidung freigesetzten Fasern liefern einen erheblichen Anteil. Außerdem enthalten viele unserer alltäglichen Produkte wie Kosmetika oder Reinigungsmittel oft feinste Plastikteilchen und flüssigen Kunststoff. Wenn wir sie benutzen, gelangen die Partikel über die lokalen Abwässer in die Kläranlagen. Dort wiederrum können die Teilchen nur bedingt herausgefiltert werden, so landen sie auf diesem Weg in unseren Flüssen und Gewässern und schließlich im Meer. Durch die Meeresströmungen verteilt sich das Mikroplastik dann im gesamten Ozean. Somit nehmen verschiedene Organismen das Mikroplastik auf und ab diesem Moment besteht es in der Nahrungskette. Dabei ist die Größe des Plastikmülls entscheidend: Je kleiner der Plastikmüll, desto mehr Lebewesen sind betroffen und je kleiner die Teilchen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Mikroplastik mit der Nahrung aufgenommen wird.

 

 

Was tut die Politik gegen Mikroplastik?

Im Mai 2019 verabschiedete das EU-Parlament ein Plastik-Verbot, wodurch bis zum Jahr 2021 zahlreiche Produkte aus Plastik wie Strohhalme und Wattestäbchen aus den Supermärkten verschwinden sollen. Diesem Richtlinienentwurf sollen weitere folgen, um auch den Verbrauch anderer Einweg-Produkte zu reduzieren. In Deutschland ist Anfang 2019 das neue Verpackungsgesetz in Kraft getretten. Dadurch sollen sich die Recyclingquoten von den heutigen 36 Prozent auf 63 Prozent im Jahr 2022 steigern. Außerdem sollen Kunststoffabfälle besser gesammelt werden, was den Eintrag von Plastikmüll in die Umwelt verringert. Auch dem Problem des Mikroplastiks will sich die Bundesregierung stellen. Zusammen mit der Industrie hat man sich das Ziel gesetzt, Mikroplastik aus kosmetischen Produkten zu verbannen. Statt den Kunststoffpartikeln möchten die Hersteller zukünftig Mandelkleie und Walnussmehl einsetzen. Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland jedoch weiterhin hinterher. Während es in Ländern wie Schweden, Italien und Großbritannien schon länger ein Verbot von Kunststoffpartikeln in Kosmetika gibt, besteht in der Bundesrepublik noch kein solche rechtliche Rahmenbedingung. Daher ist es wichtig, sich dafür einzusetzen, dass Mikroplastik auch in Deutschland verboten wird.

 

 

Was können wir gegen Mikroplastik tun?

Mit den Alternativen zu Plastik kennt sich die 47-jährigen Sylvia Schaab bestens aus, schließlich leben sie und ihre Familie seit mehreren Jahren plastikfrei. Ihr Tipp für die Vermeidung von Mikroplastik lautet folglich: „Am besten soweit wie möglich auf Plastik verzichten“. Um Mikroplastik im Alltag zu vermeiden, sei es zunächst einmal sehr wichtig, den eigenen Müll zuhause ordnungsgemäß zu trennen und zu entsorgen, sagt sie. Denn tut man es nicht, gelangt Plastikmüll in die Umwelt und zersetzt sich dort zu Mikroplastik.

Außerdem sollte man vor allem bei den Inhaltsstoffe von Kosmetika und Reinigungsmittel auf Mikroplastik achten. "Als flüssiger Kunststoff oder in Form kleiner Schleifpartikel, die unsere Haut glatter machen sollen, wird Mikroplastik in unsere Cremes und Peelings gemischt, “ berichtet Sylvia Schaab, die mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei lebt.

 

Bei der Produktkennzeichnung sind Kunststoffe unter der Bezeichnung „Poly“ aufgeführt. Ob in einem Produkt Plastik enthalten ist, zeigen auch diverse App wie beispielsweise „Codecheck“. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland veröffentlicht ebenfalls einen Einkaufsratgeber und eine Liste mit Produkten, in denen immer noch Kunststoffe und Mikroplastik enthalten sind. Eine andere Möglichkeit ist, die Produkte von Naturkosmetikherstellern zu kaufen oder man kann einige Produkte auch selbst herstellen. Eine gute Anlaufstelle für DIY-Rezepte stellt zum Beispiel die Website smarticular.de oder auch der Lifeguide dar. Wie bereits erwähnt, lösen sich beim Waschen von Kunststoff-Kleidung kleine Fasern ab und gelangen ins Waschwasser. Das kann man verhindern, indem man sie mit den Waschbeutel von Guppyfriend wäscht. Er verringert nicht nur den Faserabbruch und hält Partikel zurück, sondern verliert auch selbst keine Fasern.

 

„Wer mehr machen möchte, nimmt zum Spazierengehen einfach eine Tüte mit und sammelt herumliegenden Müll auf“, rät Sylvia Schaab. Es gibt aber auch organisierte Müllsammelaktionen wie beispielsweise „Sauber ist in“, an denen man sich beteiligen kann. Des Weiteren gibt es Initiativen wie das Forum Plastikfreies Augsburg, welches die Möglichkeit bietet, sich in monatlichen Stammtischen in Augsburg, Friedberg, Schwabmünchen, Königsbrunn und Thierhaupten mit anderen Menschen über die Reduzierung von Plastik im Alltag auszutauschen. Weitere Informationen und aktuelle Studien lassen sich außerdem auf der Website www.mikroplastik.de finden.

 

 

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Waschen mit Efeu und Kastanien lifeguide.augsburg Fr., 03.05.2019 - 14:57
Waschen mit Efeu und Kastanien
Natürliche Alternativen zu herkömmlichen Waschmitteln
Efeu, Waschen mit Efeu, Alternative zu Waschmittel, Foto: Pixabay, Plastikfrei leben, naturnah leben, ökologisch leben, nachhaltig leben,

Efeublätter und Rosskastanien sind eine natürlichen Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln. Sie enthalten Saponine, also waschaktive, seifige Substanzen und keinerlei Chemie. Nachhaltiger geht es nicht. Elisabeth Rennig aus Horgau erklärt, wie man biologische Waschmittel selbst herstellt und welche Vorteile diese haben.

So funktioniert Waschen mit Efeublättern

Mit den Efeublättern verfahre ich folgendermaßen: Ich zerdrücke ein Dutzend ältere dunkelgrüne Efeublätter mit den Händen und gebe sie in ein Nylonsäckchen oder eine dünne Socke (verknoten!) zu einer Ladung Wäsche mit 30 Grad, 40 Grad oder 60 Grad. Zum Entkalken der Maschine gieße ich zu jedem vierten Waschgang zwei Esslöffel verdünnte Essigessenz ins Hauptwaschpulverfach. Die Wäsche riecht garantiert nicht nach Essig, sondern neutral. Wenn man duftende Wäsche möchte, kann man ein paar Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Zitrone oder Lavendel, hinzu geben. Da kann man leicht auf Weichspüler, der ein schlimmer Umweltsünder ist, verzichten. Die Wäsche duftet himmlisch.

Moment mal – ist Efeu nicht giftig? Beim Efeu sind vor allem die Früchte giftig, aber die nimmt man ja nicht. Von den Blättern müsste man schon eine große Menge verzehren, um das Gift zu bemerken. Sie schmecken auch nicht.

So funktioniert Waschen mit Rosskastanien

Und wie funktioniert das alternative, nachhaltige Waschen mit Rosskastanien? Die Kastanien sammle ich im Herbst, lasse sie trocknen und bewahre sie in einem Pappkarton auf. Bitte keinen Plastiksack nehmen, dort schimmeln sie. Für einen Waschgang brauche ich drei Kastanien, die ich in mehrere kleine Stückchen zerteile. Diese lege ich in ein sauberes Gurkenglas und gebe 100 Milliliter Wasser dazu. Ein paar Stunden lang soll die Mischung ziehen. Wenn man danach das Glas etwas schüttelt, bemerkt man die typische seifenartige Schaumbildung. Nun gieße ich die Flüssigkeit durch ein Sieb in ein zweites Glas. Das ist jetzt mein Waschmittel, das ich ins Waschpulverfach gieße. Entkalken und Duft hinzufügen funktionieren wie bei den Efeublättern.

 

Warum sind Efeublätter und Kastanien so toll zum Waschen?

  • Die meisten handelsüblichen Waschmittel sind belastend für die Umwelt. Efeublätter und Kastanien sind echte biologische Alternativen.
  • Es gibt sie nahezu überall. Auf dem Land muss ich nur in den Garten oder den Wald gehen und in der Stadt wächst Efeu in Hinterhöfen, an Mauern und Zäunen. Kastanienbäume stehen oft in Alleen.
  • Efeu ist das ganze Jahr über verfügbar, denn er ist immergrün. Kastanien kann ich im Herbst auf Vorrat sammeln.
  • Das Waschen mit den alternativen Waschmitteln funktioniert. Egal, ob mit 30 Grad, 40 Grad oder 60 Grad, Efeublätter und Kastanien waschen stets sauber. Auch helle Wäsche!
  • Beide Waschmittel sind natürlich, also „bio“. Das heißt: Keine Chemikalien im Abwasser oder als Rest in der Kleidung. Sie sind auch für Waschmittelallergiker geeignet.
  • Billiger kann man nicht waschen. Efeublätter und Kastanien sammelt man in der freien Natur und sie kosten rein gar nichts.

Ich wasche übrigens lieber mit Efeublättern, weil Efeu an meiner Hauswand hochklettert. Ich wünsche viel Vergnügen mit dem alternativen Waschen, ein „reines“ Gewissen was die Umwelt betrifft und natürlich auch „reine“ Wäsche.

Der Text wurde in der Augsburger Allgemeine veröffentlicht und ist Teil der Kolumne „Einfach machen“.

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Ohne Plastik

Ohne Plastik
Stammtisch plastikfreies Leben: Eine Idee erobert die Region
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, Foto: Cynthia Matuszewski

Immer mehr Menschen möchten etwas gegen die Plastikflut tun – beim monatlichen Stammtisch treffen sie Gleichgesinnte und tauschen Ideen aus. Angefangen hat alles in Augsburg. Im November 2015 beschlossen die Lehrerin Andrea Maiwald und die Journalistin Sylvia Schaab den „Stammtisch plastikfreies Leben“ zu gründen. Beide leben seit Jahren mit ihren Familien plastikfrei. Ihre Idee ist einfach: Einmal im Monat treffen sich Interessierte und Gleichgesinnte in entspannter Atmosphäre und tauschen sich darüber aus, wie man im Alltag Plastik vermeiden kann.

Dieser Lifeguide-Artikel erscheint am 15.April 2019 auch in der Purpur, dem Magazin zu verantwortungsvollem Leben in Augsburg und Umgebung aus dem Hause liesLotte.

 

Jedes Treffen hat einen Schwerpunkt, wie etwa Putzen ohne Plastik, Kindergeburtstag oder Naturkosmetik. Aber es bleibt auch immer noch genügend Zeit, um Fragen zu beantworten, Adressen weiterzugeben oder Neueinsteiger*innen zu ermutigen. „Ziel ist es, unnötiges Plastik und überflüssige Verpackungen aus dem öffentlichen, wirtschaftlichen und privaten Leben zu verbannen“, so die offizielle Formulierung auf der Website des Augsburger Stammtischs für plastikfreies Leben.

Die Stammtisch-Idee der beiden Augsburgerinnen fand in unserer Region schnell Anklang. Seit genau einem Jahr gibt es einen Stammtisch plastikfreies Leben in Friedberg. Im Oktober 2018 versammelten sich die Schwabmünchner zu ihrem ersten Treffen und im Februar 2019 zogen die Königsbrunner nach. Stammtische in Ochsenhausen und in Bobingen sind geplant.

Das Thema brennt allen unter den Nägeln, die Öffentlichkeit ist sensibilisiert."  Hans Erich Babst. Diplombetriebswirt und Mit-Initiator des Königsbrunner Stammtisches.

 

Ich musste angesichts der Berge von Plastikmüll einfach etwas tun. Ich wollte nicht länger zusehen, wie unsere Generation es verbockt " Heike Uhrig, gelernte Krankenschwester und Mitbegründerin des Schwabmünchner Stammtischs.

Jeder ist Willkommen

Bei ihren ersten Treffen erhielten die Stammtische Unterstützung vom Augsburger Stammtisch. „Das ist sehr hilfreich, denn wir müssen ja nicht jeder das Rad neu erfinden“, so Hans Erich Babst. Bei den offenen Stammtischen ist jeder willkommen und das Interesse ist sehr groß. „Die Leute kommen zu uns, weil sie etwas verändern wollen. Und weil sie hier Gleichgesinnte treffen. Wir stärken uns gegenseitig“, berichtet Linda Kaindl vom Friedberger Stammtisch. Neben ihren monatlichen Treffen haben die Friedberger sich bereits aktiv ins Gemeindeleben eingebracht. Sie beteiligten sich beim Synergie-Festival, sammelten Müll oder machten als Plastiksack-Gruppe beim Friedberger Fasching auf das Problem aufmerksam. „Wir wollen sichtbar sein“, betont Linda Kaindl. Für die Diplompädagogin, die für die Augsburger Umweltstation arbeitet und dort den „Selbstversuch nachhaltiges Leben“ gestaltet, steht vor allem eine Frage im Vordergrund:

Welche Produkte möchte ich meinen Kindern zumuten? Wie gesund sollen sie aufwachsen?“ Linda Kaindl, Diplompädagogin, Friedberger Stammtisch

Kinder werden leidenschaftliche "Plastikverhinderer"

Aber ist es nicht gerade mit Kindern besonders schwierig einen plastikfreien oder plastikreduzierten Alltag zu realisieren? „Das funktioniert viel besser, als erwartet“, berichtet Heike Uhrig. Ihre fünfjährige Tochter ist mittlerweile eine leidenschaftliche „Plastik-Verhinderin“. Süßigkeiten und Spielzeug sind natürlich Knackpunkte. „Aber wir haben schon immer unsere eigenen Kekse gebacken und vor Kindergeburtstagen informiere ich alle Beteiligten, dass es bei uns keine Plastik-Giveaways gibt“, erzählt Heike Uhrig. Lego und Playmobil durften im Kinderzimmer bleiben. Beide Mit-Begründerinnen der Stammtische in Schwabmünchen und Friedberg betonen, dass im Alltag immer wieder Kompromisse gefunden werden müssen.

Wir vertreten unsere Ziele nicht dogmatisch. Es geht vor allem darum, was kann ich in meinem Alltag mit meiner Familie und in meiner derzeitigen Lebenssituation zeitlich und finanziell verwirklichen?“ Linda Kaindl, Diplompädagogin, Friedberger Stammtisch.

Sylvia Schaab rät allen Anfänger*innenn folgendes: „Auch wenn du dich erst mal vom Plastik umzingelt fühlst, bleib ruhig und werfe Plastiksachen nicht wahllos weg. Ich habe unsere Plastikdosen alle aufgehoben, es geht ja auch darum, Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Wir bewahren darin jetzt unsere Schrauben und Dübel auf.

Es ist wichtig, Schritt für Schritt vorzugehen und einfach mal anzufangen.“ Sylvia Schaab, Journalistin, gründete den Stanntisch plastikfreies Leben in Augsburg.

 

10 Einsteiger-Tipps vom Stammtisch plastikfreies Leben:

  1. Stofftasche immer dabei haben.
  2. Getränke, Milch, Joghurt und Sahne in Pfandgläsern kaufen.
  3. Obst und Gemüse lose kaufen und bei Bedarf in mitgebrachte Stoffsäckchen füllen.
  4. Wurst und Käse in mitgebrachte Dosen packen lassen. Meist dürfen die Verkäufer die Dosen nicht über die Theke nehmen, aber der Transfer auf der Theke klappt gut. Manchmal muss man mutig sein und nachfragen. Aber das schärft das Bewusstsein.
  5. Leitungswasser für unterwegs in Glas oder Edelstahlflaschen mitnehmen.
  6. Seife bzw. Haarseife am Stück verwenden, statt Duschgel oder Shampoo zu nehmen.
  7. Mehrweg statt Einweg bei Bechern und Tellern.
  8. Strohhalme und anderes Einwegplastik vermeiden.
  9. Second Hand statt Neu kaufen. Das spart Ressourcen und Verpackung.
  10. Werbegeschenke aus Plastik ablehnen, eingeschweißte Kataloge abbestellen.

Die Stammtische plastikfreies Leben in der Region:

In Augsburg: Jeden 1. Dienstag im Monat: Treffpunkt ist um 19:30 Uhr das Café Anna, Annahof 4, 86150 Augsburg. Infos: www.plastikfreies-augsburg.de

In Friedberg: Jeden 4. Mittwoch im Monat  um 19:30 Uhr im Wasserturm Friedberg. Infos: friedberg@plastikfreies-augsburg.de

In Schwabmünchen: Jeden 3. Mittwoch im Monat  um 19:30 Uhr. Infos: schwabmuenchen@plastikfreies-augsburg.de

In Königsbrunn: es stehen noch keine regelmäßigen Termine fest, Infos: www.plastikfreies-augsburg.de

 

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Der Stammtisch für plastikfreies Leben trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 20.00 Uhr im Café Anna in Augsburg.
Der Stammtisch für plastikfreies Leben trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 20.00 Uhr im Café Anna in Augsburg.
Der Stammtisch für plastikfreies Leben trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 20.00 Uhr im Café Anna in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
Der Stammtisch für plastikfreies Leben trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 20.00 Uhr im Café Anna in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, weniger Plastik, Augsburg, Königsbrunn, Friedberg, Schwabmünchen, Seife, kein Duschgel, ohne Plastik, Foto: Antje Prillwitz
Der Stammtisch plastikfreies Leben auf dem Friedberger Faschingsumzug 2019. Foto Antje Prillwitz
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, weniger Plastik, Augsburg, Königsbrunn, Friedberg, Schwabmünchen, Seife, kein Duschgel, ohne Plastik, Foto: Antje Prillwitz
Der Stammtisch plastikfreies Leben auf dem Friedberger Faschingsumzug 2019. Foto Antje Prillwitz
Plastikfrei putzen: Mit Baumwolle und Naturborste, Foto: Cynthia Matuszewski
Plastikfrei putzen: Mit Baumwolle und Naturborste, Foto: Cynthia Matuszewski
Plastikfrei einkaufen, Foto: Cynthia Matuszewski, Lifeguide Augsburg, Augsburg
Plastikfrei einkaufen, Foto: Cynthia Matuszewski
Alternativen ohne Plastik
Alternativen ohne Plastik
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, weniger Plastik, Augsburg, Königsbrunn, Friedberg, Schwabmünchen, ohne Plastik, Buntstifte, Schule, Foto: Cynthia Matuszewski
Die Stammtische plastikfreies Leben in Augsburg, Schwabmünchen, Friedberg und Königsbrunn informieren einmal im Monat über Plastikvermeidung. Foto: Cynthia Matuszewski
plastikfrei, Stammtisch plastikfreies Leben, weniger Plastik, Augsburg, Königsbrunn, Friedberg, Schwabmünchen, Seife, kein Duschgel, ohne Plastik, Foto: Antje Prillwitz
Der Stammtisch plastikfreies Leben auf dem Freidberger Faschingsumzug 2019. Foto Antje Prillwitz
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Mit Mehrwegflaschen plastikfreier Leben Sylvia Schaab Sa., 03.03.2018 - 23:37
Mit Mehrwegflaschen plastikfreier Leben
Glasflaschen sind die bessere Alternative
foto_pixabay_kaffeebart

Plastik überall? Vor allem Getränke sind häufiger in Einwegflaschen  – gerne aus Plastik. Doch es gibt eine sinnvolle Alternativen es zu Tetrapacks und Einwegflaschen. Mehrwegflaschen sind ein guter Start in ein plastikfreies Leben.

Ich stand in der Küche und fragte meinen Sohn über das Thema Recycling für die Schulprobe ab. Dabei wanderte mein Blick auf den Plastikmüll, der wieder mal überquoll. Seit wir in unser eigenes Haus mit einer eigenen Plastiktonne gezogen waren, ärgerte ich mich alle zwei Wochen darüber, dass die Tonne immer bis zum Rand gefüllt war – mit dem Müll von nur fünf Leuten. Das muss anders werden, beschloss ich an diesem Tag.

Schon in meiner Teenie-Zeit war ich bemüht, Müll zu trennen und meinen Eltern zu zeigen, wie es geht. In der Schule engagierte ich mich in einer Ausstellung über das Ozonloch, und mein Stoffbeutel für den Einkauf war immer dabei. Aber zwischen Windelnwechseln und Freiberuflichkeit hatte sich der Fokus etwas verschoben.

Dennoch ärgerte ich mich regelmäßig über unsere Nachbarn, die ihren Müll nicht trennten. Einer behauptete sogar immer, dass ja alles zusammengekippt und verbrannt wird. Ich glaubte ihm kein Wort und trennte konsequent weiter. Und das ist auch richtig so, denn nur so können die Rohstoffe aus dem Müll wieder in den Stoff- und Recyclingkreislauf eingehen.

 

Der größte Übeltäter: Tetrapacks

Aber: Der beste Müll ist gar kein Müll! Daher überlegte ich mir an jenem Tag vor drei Jahren, wie ich die Mengen reduzieren könnte. Der größte Übeltäter war schnell ausgemacht: die Tetrapacks. Saft, Milch, passierte Tomaten … Das ist doch mal ein Anfang, dachte ich und kaufte Saft wieder in der Mehrwegflasche. Im Supermarkt fand ich Milch in der Flasche und Joghurt und Sahne im Pfandglas gleich mit dazu. Auch die passierten Tomaten gibt es in der Flasche. Großartig! An der Kasse packte ich alles in meine mitgebrachte Tragetasche.

Neben dem umweltfreundlicheren Mehrwegsystem hat diese Art des Einkaufs noch weitere Vorteile: Während Saft aus dem Tetrapack oder aus der Plastikflasche meist aus Konzentrat gewonnen wird, das durch die ganze Welt transportiert wurde, kommt der Saft aus der Mehrwegflasche aus der Region. Das bedeutet auch, dass die leeren Flaschen nur wenige Kilometer zum Abfüller reisen.

 

Glasflaschen leben länger

Grundsätzlich sind Mehrwegflaschen aus Glas sehr ökologisch: Sie können bis zu 50-mal wiedergefüllt werden. Das spart Rohstoffe, mindert Abfälle und erzeugt weniger Treibhausgase. Ein Transportweg von bis zu 1000 Kilometern ist noch ökologisch im Vergleich zur Verwendung von Einwegflaschen oder Tetrapacks. Gut sind vor allem universale Mehrweg-Flaschen, die aus einem Pool stammen und daher nicht an einen Hersteller gebunden sind. Der Rücktransport und die Reinigung verbrauchen weniger Energie und Rohstoffe als die Herstellung einer neuen Einwegflasche.

Warum keine Tetrapacks? Sie bestehen aus Karton sowie hauchdünnen Alu- und Polyethylenfolien. Das kann zwar gut recycelt werden, muss aber sehr energieaufwendig getrennt werden. Zudem wird nur etwa ein Drittel der Kartons tatsächlich recycelt. Der Rest verschwindet in der Müllverbrennung.

Mittlerweile klappt es bei uns sehr gut mit den Mehrwegflaschen. Unser Verbrauch von Saft ist extrem zurückgegangen. Das tut auch der Gesundheit gut, denn Fruchtsäfte haben einen hohen Zuckeranteil. Wasser kommt bei uns aus der Leitung und wird ab und zu aufgesprudelt. Da spart man sich auch einiges an Schlepperei. Und für die Milch haben wir mittlerweile sogar eine Abfüllstation um die Ecke gefunden.

Der Text wurde in der Augsburger Allgemeine veröffentlicht und ist der dritte Teil der Kolumne „Einfach machen“.

 

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Mascara Cynthia Matuszewski Mi., 21.02.2018 - 10:24
Mascara
Plastikfrei leben: Mascara selbst machen
Mascara, plastikfrei, Lea Schreiber,

Mit Aktivkohle-Pulver und fünf weiteren Zutaten lässt sich leicht selbstgemachte Mascara herstellen.

Zutaten

5 g Bienenwachs1/2 TL Sheabutter1 TL Kokosöl1/2 TL Pfeilwurzpulver oder Maisstärke1/2 TL Gummi arabicum (optional)10 g Aktivkohle

 

Zubereitung

Schmelzen Sie Bienenwachs, Sheabutter und Kokosöl in einer kleinen Schüssel im Wasserbad. Rühren Sie dann Stärke und Gummi arabicum ein. Achten Sie unbedingt darauf, die Masse glatt zu rühren, sodass keine Klümpchen entstehen. Am Ende geben Sie das Aktivkohlepulver hinzu. Nun noch einmal ordentlich rühren. Die Masse erkaltet schnell und wird sehr fest. Sie kann dann in ein kleines Creme- oder Marmeladenglas gefüllt werden. Entnehmen Sie sie mit der Bürste Ihrer alten Wimperntusche. Drogeriemärkte und Parfümerien fu¨hren auch Bürstchen aus Holz. Je nach gewünschter Intensität mehrmals auftragen. Streichen Sie mit der Bürste etwas Farbe an den Rand des Glases und streifen Sie einen Teil davon wieder ab, damit die Wimpern nicht verkleben.

Alternativ können Sie Wimperntusche aus 5 Tropfen Mandelöl, etwas Sheabutter und 1/2 Teelöffel Aktivkohle-Pulver herstellen. Die fertige Mascara wird auch hier in einem kleinen Behälter aufbewahrt.

 

Rezept aus dem Buch "Noch besser leben ohne Plastik"

Nadine Schubert hat 2013 begonnen, plastikfrei zu leben und zu dem Thema zwei Bücher veröffentlicht. Sie ermutigt ihre Leser*innen, sich für den Start ins plastikfreie Leben Zeit zu nehmen und nach und nach alltagstaugliche Lösungen zu finden. Nadine Schubert verzichtet gern auf Plastik, "... weil es die Gesundheit fördert, die Umwelt entlastet und obendrein Spaß macht". Dieser Tipp entstammt ihrem Buch „Noch besser leben ohne Plastik“  Es enthält alltagstaugliche Praxistipps zur Plastikvermeidung, nützliches Plastikwissen, Anleitungen für Einsteiger und Fortgeschrittene, sowie plastikfreie Rezeptideen. Veröffentlichung dieses Rezeptes mit freundlicher Genehmigung des oekom verlags.

 

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