Zuflucht für 25 unbegleitete Minderjährige aus Lesbos

Jetzt offenen Brief an Augsburgs Stadtspitze und den Stadtrat unterzeichnen

Beinahe täglich spitzt sich die Lage auf den griechischen Inseln weiter zu. Anfang April 2020 leben in den Camps auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos nach wie vor mehr als 42.000 Menschen, darunter 14.700 Kinder und 2.200 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMFs). 

Eine besondere Nähe hat Lesbos zu Augsburg bekommen, weil eine engagierte Augsburger Ärztin, Dr. Maria Möller, im vergangenen Jahr dort mehrere Wochen im medizinischen Einsatz war. Ausgehend von einem Vortrag von Maria Möller zum Thema "Situation von Geflüchteten auf Lesbos", der Mitte Februar bei Tür an Tür stattfand, hat sich eine Gruppe von Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Flüchtlings- und Integrationsarbeit und Jugendsozialarbeit Anfang März 2020 zu dem Arbeitskreis „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auf Lesbos“ zusammengeschlossen. Ziel war und ist es, sich für die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten aus Lesbos in Augsburg/Bayern einzusetzen.

 

Platz für 25 Jugendliche vorhanden

Um das zu erreichen hat der Arbeitskreis einen offenen Brief an den noch regierenden Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl sowie die zukünftige Oberbürgermeisterin Eva Weber und an die Bürgermeister*innen und Stadträt*innen der Stadt Augsburg verfasst. Er fordert die städischen Verterter auf, 25 unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Augsburg aufzunehmen. 

Angesichts der Tatsache, dass in Augsburg nach derzeitigem Kenntnisstand mindestens 25 freie Plätze für Kinder und Jugendliche zur Verfügung stünden, fordert der Arbeitskreis in seinem Brief auf, die „tickende Zeitbombe“ auf den griechischen Inseln nicht länger zu ignorieren. So habe die Friedensstadt Augsburg in vorbildlicher Weise seit 2015 Strukturen aufgebaut, um geflüchteten Menschen zu helfen. Anstatt also Fachkräfte, die in den letzten Jahren zu Expert*innen im Bereich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) ausgebildet worden sind, zu entlassen und Wohngruppen für junge Geflüchtete zu schließen, könnten derzeit schon bestehende Strukturen genutzt werden, um 25 Kindern und Jugendlichen eine Zukunft in Sicherheit und Frieden zu bieten, so der Arbeitskreis. 

Mehr als 100 Akteur*innen haben den Brief bereits unterschrieben. Davon mehr als 30 Organisationen und soziale Einrichtungen und rund 70 Einzelpersonen aus Zivilgesellschaft oder in Vertretung von kulturellen, politischen oder sozialen Verbänden und Institutionen.

Hier geht es zu einem kurzen Filmbeitrag, in dem u.a. von Dr. Maria Möller über die Situation auf Lesbos berichtet.

 

Offenen Brief unterzeichnen

Für diesen Brief, der hier heruntergeladen werden kann, können noch mehr Menschen unterzeichnen. Bitte eine Mail mit folgenden Wortlauf verschicken an umF-Lesbos [at] online.de (subject: Unterst%C3%BCtzterbrief%20Lesbos, body: %22Ich%20unterst%C3%BCtze%20die%20Anleigen%20des%20AK%20umF%20aus%20Lesbos%20und%20unterzeinche%20gerne%20deren%20offenen%20Brief%22%0A)


"Ich unterstütze die Anleigen des AK umF aus Lesbos und unterzeinche gerne deren offenen Brief
gez. Max und Maximilianne Mutermann
Wohnhaft in Augsburg..."

Hier gibt es weitere Informationen zum Arbeitskreis und dem offenen Brief.

Am 9.6.2020 sendete die Initiative einen Brief an Oberbürgermeisterin Eva Weber. Den Brief finden Sie im Anhang oder hier.

 

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Kommentare

Gast

Ein christlich-grünes Augsburg erfordert Solidarität mit unbegleiteten Kindern und Jugendlichen. Egal ob Jungen oder Mädchen, diese Kinder kämpfen in Moria täglich ums Überleben. Und Moria ist die Hölle, wie mir alle bestätigen, die dieses europäische (!!!!) Lager gesehen haben.

Gast

Ich unterstütze die Anliegen des AK umF aus Lesbos und unterzeichne gerne deren offenen Brief !

Gast

Ich finde die Berichte über die Situation in Lesbos und anderen griechischen Inseln sehr wichtig. Es ist beschämend, wie gerade Deutschland reagiert auf diese Situation. Wir haben Platz in unserem Land !

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