Selber machen!

Einsatz für ein zukunftstaugliches Leben

Wie erfolgreich bürgerschaftliches Engagement sein kann, zeigt sich in Mering bei Augsburg. Die Gemeinde zählt rund 15.000 Einwohner. 2015 beschlossen acht von ihnen, sich für mehr Nachhaltigkeit vor Ort einzusetzen. Sie gründeten das „Bündnis für Nachhaltigkeit in Mering“. Inzwischen sind es 16 Aktive, die das Zukunftskino, die Zukunftstour, den Zukunftsbecher und weitere nachhaltige Projekte realisiert haben. Am 7. Juli 2019 findet zum dritten Mal der Zukunftsmarkt in Mering statt - ein Fest der Nachhaltigkeit, das mittlerweile über die Grenzen Merings hinaus bekannt ist.


Zu den Engagierten gehören unter anderem Lehrer*innen, Sozialpädagog*innen, Banker*innen, Biolog*innen, Ruheständler*innen und Aktive aus Kirche und Politik. Sie treffen sich einmal im Monat, um ihr ehrenamtliches Engagement zu koordinieren. Neben gut recherchierten Basis-Informationen auf ihrer Website wollen sie vor allem zeigen, wo in der Gemeinde bereits nachhaltige Ideen realisiert wurden und welche praktikablen Lösungen es für ein umweltverträgliches, zukunftstaugliches Leben gibt.

Wir wollen nicht nur gegen etwas sein, sondern Ideen entwickeln, zeigen, dass wir etwas ändern können." Michael Dudella, Sozialpädagoge, Gründungsmitglied des Zukunftsbündnisses.

Eine dieser Ideen ist der Zukunftsbecher, ein Meringer Statement gegen die weltweit 6,4 Milliarden Coffee-to-go Pappbecher, die jährlich in den Müll wandern. Ein kompostierbarer, spülmaschinenfester, unter fairen Bedingungen produzierter Bambusbecher ohne Weichmacher, den es seit 2017 gibt.
Auch für das Vermeiden von Verpackungsmüll hat sich das Bündnis für Nachhaltigkeit stark gemacht. Unter dem Motto „Einweg ist kein Weg“ warben sie in den Läden dafür, dass Kundinnen und Kunden zum Einkauf von Wurst, Käse oder Fleisch ihre eigene Box über die Theke reichen dürfen. Seit Juli 2018 prangt an der Tür von über 25 Verkaufsstellen in Mering der Aufkleber „Ja –Mehrweg, Müll vermeiden im Wittelsbacher Land - Nachhaltiges Mering“.

Reduktion auf das Wesentliche ist eine Lebensqualität und der Schlüssel für eine nachhaltige Welt." Constanze von Tucher, Bündnis für Nachhaltigkeit.

In Sachen Mehrweg statt Einweg ist übrigens das gesamte Wittelsbacher Land vorbildlich. Das Landratsamt Aichach-Friedberg hat für das Mitbringen eigener Behälter sogar eigens Hygienerichtlinien zusammengestellt.

Eine weitere Idee des Meringer Zukunftsbündnisses ist das Zukunftskino. Das sehr erfolgreiche Konzept sieht eine Mischung aus Film und Podiumsdiskussion vor. Zu Themen wie Flächenfraß, Landwirtschaft oder Plastik sparen wird 45 Minuten lang Wissen vermittelt. Im Anschluss beantworten geladene Gäste Fragen. "Uns ist vor allem wichtig, in dieser Diskussion ein sachliches Thema herunter zu brechen und zu klären: was kann ich hier vor Ort, in meinem Alltag tun?", berichtet Michael Dudella.

Wir wollen die Menschen nicht ratlos nach Hause schicken." Michael Dudella.

Für 2019 hat das Bündnis außerdem einen nachhaltigen Stadtrundgang und eine Zukunfts-Rad-Tour zu nachhaltigen Orten geplant.

 

Im Zukunftsforum neue Ideen entwickeln

Und was ist, wenn dem Bündnis einmal die Ideen ausgehen? Hier setzen die Aktiven auf die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern, Vereinsvorsitzenden, Gemeinderäten und anderen Ideengeber*innen, die einmal im Jahr zu einem Zukunftsforum eingeladen werden. Bei diesem konstruktiven Treffen geht es ungefiltert um kleine Wünsche, spontane Ideen und langfristige Visionen für eine nachhaltige Zukunft. Vom neuen Fahrrad-Highway bis zur autofreien Innenstadt, vom Pflanzenflohmarkt bis zur Kleiderbörse werden erst einmal alle Ideen gesammelt.

 

25 Initiativen kommen zum Zukunftsmarkt 2019

Höhepunkt des Jahres 2019 wird ganz sicher der Zukunftsmarkt in Mering. Im Juli stellen sich rund 25 nachhaltige Initiativen, Projekte und Unternehmen aus der Region vor. „Unser Zukunftsmarkt ist kein Verkaufsmarkt“, betont Dudella. Vielmehr können hier die Menschen mit dem nachhaltigen Schreiner, der Recycling-Modemacherin, dem regionalen Bio-Eis-Hersteller und vielen anderen Nachhaltigkeits-Akteuren ins Gespräch kommen. Auch der Bienenstock „in Betrieb“ oder die Schafe vom Erlebnisbauernhof freuen sich über einen Besuch. Auf der Bühne werden in Kurz-Vorträgen nachhaltige Ideen vorgestellt und regionale Künstlerinnen gestalten ihre Interpretation von Nachhaltigkeit. „2019 sind wir erstmals auch auf Schulen und Kindergärten zugegangen und freuen uns auf deren Input“, berichtet Michal Dudella.

Um ein solches Fest und seit vier Jahren ein solches Engagement stemmen zu können, bedarf es guter Zusammenarbeit.

Jeder bringt seine Talente ein. Die Praktiker organisieren und bauen auf, die Kontaktfreudigen sprechen Helfer an und die Grafiker arbeiten an der Website." Michael Dudella.

„Das Engagement funktioniert aber auch deshalb so gut, weil wir eine starke Gemeinschaft sind. Wir haben Spaß an dem, was wir tun“, ergänzt Dudella. Außerdem gibt ihnen das positive Feedback aus der Bevölkerung immer wieder Rückenwind und neuen Elan.

Rudi Kaiserswerth, Mitinitiator des Meringer Bündnisses fasst seine Motivation so zusammen:

„Viele Einzelne zusammen können große Veränderungen bewirken.“


Der Zukunfts-Markt-Mering 2019
Sonntag, den 7. Juli 2019, von 12:00 bis 18:00 Uhr
Bei gutem Wetter im Lippgarten Mering, bei schlechtem Wetter in der Meringer Mehrzweckhalle. Der endgültige Veranstaltungsort wird am Samstag, den 6. Juli 2019 bekanntgeben.

 

Region A3

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Ahochdrei. Leben. Wohnen. Arbeiten. Das Fachkräfte-Magazin für den Wirtschaftsraum Augsburg, Heft 2/ 2019.

 

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Zukunftsbecher, Bambusbecher
Zukunftsfest Mering. Foto:Cynthia Matuszewski
Zukunftsfest Mering. Lernort Bauernhof. Foto: Cynthia Matuszewski
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Über die Autorin

Cynthia Matuszewski

Cynthia Matuszewski ist freiberufliche Journalistin und Fotografin. Sie arbeitet als PR-Referentin für Klient*innen aus Politik, Wirtschaft und Soziales, sowie verschiedene NGOs. Seit 2013 ist sie Redakteurin des Lifeguides Augsburg und seit 2016 Vorstand des Vereins Lifeguide Augsburg e.V.. Mit ihrer Begeisterung für Interviews und Regionaljournalismus schreibt sie u.a. für Chrismon, Augsburger Allgemeine Zeitung, Kindergarten heute, Evangelisches Sonntagsblatt, London Female Film Festival. Stationen: Kindheit in Köln. Ausbildung und Arbeit als Fotografin in Berlin. Studium der Publizistik an der Freien Universität Berlin. Hörfunk- und Printjournalistin u.a. für SFB, WDR, Deutsche Welle, WAZ.

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