Kostenlose Orte in Augsburg

Die Goldschmiedekapelle

Der Lieblingsort von Norbert ist die Goldschmiedekapelle - Wirkung: aus der Zeit gefallen.

Augsburg hat viele Sehenswürdigkeiten. Eine kurze Googlesuche und man findet Attraktionen wie die Fuggerei, den goldenen Saal oder die Puppenkiste. Ich möchte eine etwas andere Perspektive auf Augsburg bieten - abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Ich habe Augsburger Bürger*innen nach Ihren kostenlosen Lieblingsorten im Winter gefragt und konnte eine bunte Mischung aus Entspannungs-Orten in Stadt und Natur zusammentragen.

Als Ausgangspunkt habe ich den Königsplatz gewählt. Von hier aus beschreibe ich den Weg und wie man dort hinkommt – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei manchen Orten reicht auch wenig Zeit für eine kurze, erholsame Stippvisite - etwa in der Mittagspause oder nach Feierabend. In jedem Fall bieten die Orte eine erfrischende Abwechslung zum alltäglichen Augsburg.

 

Norberts Lieblingsort

Die Goldschmiedekapelle

Was sich mitzunehmen lohnt: Sorgen, die man hier abladen kann
Ungefähre Aufenthaltsdauer: 30 Minuten
Wirkung:  aussöhnend / besänftigend / tröstend / andächtig / entlastend

Nur 200 Meter sind es vom Königsplatz bis zu Sankt Anna. Trotz dieser zentralen Lage ist die Kirche etwas unscheinbar, da der Zugang ein wenig versteckt liegt. Eigentlich ist es aber ganz einfach. Vom Königsplatz aus geht man in die Annastraße und biegt in die erste Seitengasse links „Im Annahof“ ein. Hinter den eisernen Eingangstoren der Annakirche gelangt man erst in ein Atrium mit uralten Steinplatten. Zu dessen rechten Seite kann man die Lutherstiege besuchen, die derzeit eine Ausstellung über die Reformation beherbergt. Am Ende der Lutherstiege oder auch geradeaus durch das Atrium kann man sich dann am Innenraum der Annakirche erfreuen.


Die Goldschmiedekapelle schließt sich dem Kirchenschiff von St. Anna an. Sie war ab 1429 die Zunftkapelle der Augsburger Goldschmiede und hat sich über die Zeit mit der Annakirche verwoben. Die leicht verblassten aber noch farbigen Gemälde auf den Innenwänden der Kapelle zeigen Bibelstellen und sorgen mit den teils original erhaltenen Fenstern und dem kunstvoll geschwungenen Deckengewölbe für eine Stimmung wie aus dem Spätmittelalter. Da nur spärlich Tageslicht ins Innere kommt und der recht kleine Raum nur mit einfachen Holzstühlen ausgestattet ist, wirkt die Kapelle sehr schlicht.

Da kann man einfach sitzen …! Auch wenn ich gerade aus dem Einkaufstrubel der Annastraße komme, kann ich hier zur Ruhe kommen. Es ist, als würde ich aus der Zeit fallen. 500 Jahre sind in diesem Raum präsent – da relativieren sich die kleinen Sorgen des Alltags.“ Norbert Stamm, Leiter des Büros für Nachhaltigkeit der Stadt Augsburg

Viele andere sakrale Gebäude wirken ähnlich. Die hohen Decken und die Stille schaffen ein beruhigendes Gefühl, das Moscheen, Synagogen oder Tempel genauso ausstrahlen, wie die Goldschmiedekapelle. Auch ohne einer Religion anzugehören, können derartige Räume für alle, die kurz zur Ruhe kommen wollen, Orte zum Innehalten und Durchatmen sein.


Weitere Orte zum Aus-der-Zeit-fallen:
Moritzkirche 86150 Augsburg Moritzplatz 5 
Herzjesukirche  86157 Augsburg Franz-Kobinger-Straße 2
Jüdische Synagoge Augsburg 86156 Augsburg, Ulmer Straße 228
Gern nehmen wir weitere Orte der Besinnung auf. Bitte schreiben Sie uns an: redaktion [at] lifeguide-augsburg.de

 

Die kostenlosen Lieblingsorte unserer Sommer-Serie:

Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Goldschmiedekapelle, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski

Über den Autor

Dominik Günter

Dominik Günter studiert Geographie an der Universität Augsburg. Durch ein Praktikum im Augsburger Büro für Nachhaltigkeit hat sich sein Interesse, die Welt besser zu machen, nochmals verstärkt. Er sieht das Glück im Einfachen, wie Fahrrad fahren, am Lagerfeuer sitzen oder Frisbee spielen. Um anderen Menschen ein Vorbild sein zu können, arbeitet er vor allem an seinem eigenen Lebensstil. Andere Kulturen, Sport und Utopien begeistern ihn.

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