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Im Herzen von Schwabmünchen bietet die Genossenschaft „Die Krämerin“ lose Ware aus der Region in Bioqualität an. Damit können Verbraucher*innen plastikfrei einkaufen und lokal-produzierende Betriebe unterstützen.
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Ort

Fuggerstraße 44
86830 Schwabmünchen
Deutschland

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info [at] diekraemerin-smue.de
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Öffnungszeiten
Di-Fr 8:00 bis 19:00
Sa 8:00 bis 13:00
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An den Wänden hängen gut gefüllte Schütten aus Glas, in einer Ecke steht ein alter Bauernschrank mit nützlichen Utensilien für plastikfreies Leben, davor ein paar Tische, um den Café aus der regionalen Kaffeerösterei zu trinken. Eine lange, helle Ladentheke ist das Herzstück des Schwabmünchner Unverpackt-Ladens „Die Krämerin“. Hier stehen lecker anmutende, selbstgemachte Süßwaren verführerisch in Glasbehältern auf der Theke direkt neben der Kasse. Wer kann dazu schon nein sagen?

 

Faire Preise für die Erzeuger*innen und qualitativ gute Ware

Auf der anderen Seite erwarten die Kund*innen schmackhafter Käse aus der Region, der beliebte selbstgemachte Käsesalat und die Frischkäsecremes. Der Käse kommt direkt von einem Betrieb mit Mutterkuhhaltung.

    „Uns ist es wichtig, dass unsere Produkte umweltverträglich und tierfreundlich hergestellt werden.“

    Heike Uhrig, Mit-Initiatorin der Genossenschaft Die Krämerin

      In so einem Laden funktioniert Einkaufen eben ganz anders als im Supermarkt. Die Genossenschaft kauft zu fairen Preisen von kleinen Erzeuger*innen aus der Region und bekommen qualitativ hochwertige Ware dafür. Das kostet natürlich mehr als im Supermarkt, der durch die große Absatzmenge Rabatte bekommt. Doch die Kund*innen zeigen dafür großes Verständnis, wenn man ihnen das erklärt.

       

      Hochwertige Bioprodukte liegen ihr am Herzen

      Ihre Vorliebe für hochwertige Bioprodukte hat Heike Uhrig bei ihrer Arbeit in einem Hofladen entdeckt. Sie ist schon seit Jahren Anhängerin des unverpackten Einkaufs und organisiert beim Forum Plastikfrei die Stammtische in Schwabmünchen. Das führte auch zum Wunsch, einen Unverpackt Laden vor Ort aufzumachen. Zum einen, damit sie nicht so weit zum nächsten Unverpackt-Laden fahren muss, zum anderen, weil sie den vielen Erzeuger*innen aus der Region, die Möglichkeit geben wollte, ihre tollen Produkte zu verkaufen. 

       

      Genossenschaft sorgt für gemeinschaftlichen Laden

       

      Gut, dass sie mit Konstantin Wamser einen ebenso begeisterten Kompagnon gefunden hat, der mit ihr gemeinsam die Gründung der Genossenschaft vorangetrieben hat. Nun stehen hinter dem Projekt mehr als 200 Genoss*innen, die den Laden mit ihrem Anteil von je 200 Euro unterstützen. Uhrig wünscht sich, dass die Mitglieder der Genossenschaft sich noch mehr zum Laden zugehörig fühlen und dass ihnen bewusst ist, das „Die Krämerin“ der Laden für alle sein will.

       

      Keimzelle für nachhaltige Projekte

       

      Wie sehr der Laden schon im Bewusstsein der Menschen angekommen ist, zeigt das Beispiel eines Mädchens, das über den Laden Mitstreiter*innen für eine Kindergruppe von Greenpeace gesucht hat. Gemeinsam mit anderen Kindern hat sie nun das „Greenteam Schwabmünchen“ gegründet und sie treffen sich regelmäßig in der Café-Ecke der Krämerin, um ihre Projekte zu planen. Das soll künftig auch für andere Projekte funktionieren. Auch einen Stammtisch für nachhaltiges Leben oder andere Veranstaltungen für ressourcenschonenden Konsum soll es geben.

        „Wir wollen, dass der Laden eine Keimzelle für nachhaltige Projekte wird.“

        Heike Uhrig über den Anspruch der Genossenschaft Die Krämerin

        Weniger Plastik und mehr Regionalität

         

        Bis dahin wünschen sich Heike Uhrig und das Verkaufsteam, dass noch mehr Schwabmünchner*innen ihren Einkauf bei der Krämerin tätigen. Das hilft nicht nur langfristig den Laden zu erhalten, sondern unterstützt die Erzeuger*innen aus der Region. 

        So ein Laden spart also nicht nur Unmengen an (Plastik-)Verpackungen, sondern sorgt auch dafür, dass das Geld in der Region bleibt und somit die Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit der Region, gestärkt wird. Darüber hinaus entfallen lange Lieferwege und sparen so viel Verkehr und CO2.  

         

        Infos:

         

        Webseite Die Krämerin

         

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        Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahrt ihr außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

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        „Jeder Mensch sollte neugierig und offen bleiben“

        „Jeder Mensch sollte neugierig und offen bleiben“
        Interview mit Frank Schubert von der Bäckerei Schubert. Der Biobäcker setzt konsequent auf Zeit, Handwerk und ökologische Zutaten. Aus Übezeugung und Leidenschaft. Seine Backwaren sind dadurch gesünder für Mensch und Umwelt.
        Frank Schubert_2016_Foto: Torsten Mertz

        Seit 1954 produziert die Bio & Vollwert Bäckerei und Konditorei Schubert ihre Backwaren in Augsburg. Die Bäckerei Schubert hat bereits 1973 auf Bio-Getreide umgestellt und gehört zu den Bayerischen Bio-Pioniere. Das Korn für alle Vollkornmehle wird in der Bäckerei Schubert direkt vor Ort frisch gemahlen. Am Produktionsstandort auf dem ehemaligen Schlachthofgelände, im Café himmelgrün und in sechs weiteren Verkaufsstellen in Augsburg und München arbeiten über 100 Mitarbeiter, davon 15 Auszubildende. Frank Schubert ist seit 2009 alleiniger Geschäftsführer der Firma Schubert.

         

        Name: Frank Schubert

        Beruf: Geschäftsführer der Bio Bäckerei Schubert

        Geboren in: Augsburg

        Lebt in: Augsburg

        Lieblingsort:  Siebentischwald

         

        Wir wollen die Artenvielfalt erhalten, dass das Trinkwasser sauber bleibt und dass wir von einer Landschaft umgeben sind, in der wir uns wohlfühlen.

         

        Wann müssen Sie aufstehen?

        Meist stehe um sechs mit meinen Kindern auf und komme dann in die Bäckerei.

         

        Was treibt Sie an?

        Schubert: Ich möchte die handwerkliche und ökologische Herstellung von Backwaren für den heutigen Kunden so spannend machen, dass er nicht nur sagt, dahinter steht eine interessante Philosophie, sondern auch: die macht mir Lust, die macht mir Spaß. Ich habe gemerkt, dass ich diese beiden Dinge verbinden muss, nur dann kann ich viele Verbraucher für Bio begeistern. Das Café himmelgrün war ein erster Baustein und hier wollen wir noch mehr machen.

         

        Was macht ein gutes Brot aus?

        Schubert: Erstens: Es muss handwerklich gut gemacht sein, einem gut schmecken, Lust machen und den Menschen gut ernähren. Zweitens: Für uns ist es grundlegend wichtig, dass alle Zutaten immer aus biologischer Landwirtschaft kommen. Und das Dritte ist der Verzicht auf Zusatzstoffe, wie beispielsweise Spezialmehle oder technische Enzyme, die ursprünglich nicht ins Brot gehören. Das darf alles nicht drin sein.

         

        Warum ist die biologische Landwirtschaft Ihnen so wichtig?

        Schubert: Mein Vater ist schon sehr früh auf die Bio Bewegung gestoßen. Er wollte gesundes und natürliches Brot backen. Das ist so geblieben. Ich habe immer ein starkes Bild vor Augen: Wenn wir alle uns die Frage stellen, wie eine Landschaft aussieht, in der wir leben und unsere Kinder darin aufwachsen sehen möchten. Was müssen wir dann tun? Wie sähe dies aus? Gibt es darin kleine Landwirtschaften oder nur Großbetriebe? Radle ich gerne an einem Feld vorbei, das gerade chemisch gespritzt wird? Möchte ich das einatmen? Möchte ich, dass andere das einatmen müssen? Müsste ich Angst davor haben, dass meine Kinder eine Stalltür öffnen, weil sich dahinter Tierquälerei verbirgt? Gibt es in meiner Landschaft Vögel, wilde Blumen und Schmetterlinge, oder möchte ich, dass deren Lebensräume nebenbei vernichtet werden? Ich finde  die Antworten eindeutig und deswegen handeln wir 100 % ökologisch.

         

        Was ist wichtiger: regional oder bio?

        Schubert: Für mich muss regional auch immer bio sein. Denn regional ist ja erst einmal aus, dass ich kürzere Lieferwege habe und die regionale Wertschöpfungskette erhalte. Die Bezeichnung „regional“ allein ist oft zu schwammig. Ob ich mit meiner direkten Umwelt nachhaltig umgehe, wird nicht geregelt. Dass lässt sich deshalb nicht auseinander dividieren. Ich kann auch regional richtigen Mist machen.

         

        Konkret: woher beziehen Sie Ihre Rohstoffe

        Schubert: Wir haben sei einigen Jahren Mehrjahreskontrakte mit Bauern aus der Umgebung, im Umkreis von ungefähr 60 Kilometern. Durch diese räumliche Nähe haben wir einen direkten Bezug den Bauern: Wir treffen uns mindestens einmal im Jahr und tauschen uns aus. Der Vorteil ist: Wir und die Bauern haben Planbarkeit was das Einkommen, die Mengen und die Qualität betrifft.

         

        Noch einmal zurück zu den Backhilfsmittel und Enzymen. Warum werden die von den meisten Bäckern benutzt?

        Schubert: Wir gehen momentan davon aus, dass der Großteil der Backwaren in Deutschland mit technischen Enzymen versetzt ist, beim Kleingebäck wahrscheinlich über 90 Prozent. Diese Enzyme haben bisher den Vorteil, dass sie nicht deklariert werden müssen, aber in der Wirkung wesentlich besser sind als alle Zusatzstoffe, die es bisher gab, die sogenannten E-Nummern. Momentan werden gezielt Enzyme gezüchtet, die die Kruste und Bräunung verbessern, die Haltbarkeit verlängern und das Volumen vergrößern. Um das auszugleichen, betreiben wir als Handwerksbäcker einen sehr, sehr großen Aufwand, müssen sehr traditionelle Backprozesse aktivieren und pflegen. Ein konventioneller Bäcker kann durch die neuesten Entwicklungen der technischen Enzyme Handwerklichkeit vortäuschen oder sogar besser sein.

         

        Was macht denn einen Handwerksbäcker aus?

        Schubert: Handwerklich ist erst einmal ein Bäcker, der nicht industriell arbeitet. Viele Backwaren werden noch per Hand aufgearbeitet, es gibt relativ viele Menschen in der Produktion. Das heißt aber nicht, dass dort die traditionellen Backprozesse gepflegt werden. Handwerksbäcker verwenden i. d. Regel auch technische Enzyme, Spezialmehle oder sogar Fertigbackmischungen, die man einfach nur mit Wasser mischt. Das gibt schöne Brote, die immer gleich schmecken und aussehen. Das individuelle jedes einzelnen Bäckers geht jedoch verloren. Dann ist es aber wichtig, den Kunden zu erklären, dass der Verzicht auf diese Hilfsmittel dazu führt, dass es auch mal Backwaren gibt, die etwas anders aussehen oder schmecken als an einem anderen Tag, weil wir mit natürlichen Rohstoffen arbeiten. Handwerksbäcker sollten sich auf traditionelle Teigführungen besinnen und dadurch ihre Eigenständigkeit erhalten.

         

        Was macht die Bäckerei Schubert anders?

        Wir setzen Vorteige, Sauerteige, lange Teigführungen ein. In die Semmel, die wir herstellen, ist beispielsweise ein Vorteig drin, der 24 Stunden ruht und dann erst verarbeitet wird. Dann stehen die Semmeln noch einmal 24 Stunden, bis sie gebacken werden. In der Zeit bilden sich deutlich mehr Aromen aus, man bekommt eine schöne Kruste und gleichzeitig werden Stoffe im Getreide so aufgeschlossen, dass sie für den Menschen besser bekömmlich sind.

        Es gab vor kurzem eine Untersuchung darüber, warum in letzter Zeit so viele Menschen den Weizen nicht vertragen, und da kam heraus, dass ein Grund sein könnte, dass die meisten Bäcker keine lange Teigführung mehr machen. Es kann also sein, dass nicht der Weizen Schuld ist, sondern die immer kürzeren Herstellungsprozesse. Ein Industriebäcker kann beispielsweise einen Teig in ein, zwei Minuten kneten, bevor er direkt weiterverarbeitet wird. Wir kneten bis zu zwanzig Minuten und lassen den Teig dann aber noch einige Stunden stehen, bevor wir ihn weiterverarbeiten.

         

        Bio, regional, viele Mitarbeiter, viel Platz und viel Zeit. Das kostet. Um wie viel sind Ihre Backwaren teurer als die anderer Bäckereien?

        Schubert: Die grundlegenden Backwaren dürfen bei uns nicht viel teurer sein als beim guten konventionellen Bäcker. Wir wollen, dass möglichst viele Menschen Bio und gute Qualität essen können. Darüber hinaus haben wir natürlich Produkte, die sehr aufwändig in der Herstellung sind oder teure Rohstoffe benötigen. Gerade der teurere Dinkel ist bei uns ein wichtiger Rohstoff, wir haben 30 Prozent Dinkelanteil im Gesamtsortiment. Und ganz unumgänglich ist es, in der Biobranche auf übermäßige Gewinnmargen zu verzichten. Die Produkte sollen ja für den Kunden auch noch erschwinglich bleiben.

         

        Die meisten Bäckereien sind dazu übergegangen, ihren Kunden den ganzen Tag bis in den Abend eine große Auswahl bieten zu können. Wie viel Brot und andere Backwaren bleiben bei Ihnen übrig - und was machen Sie damit?

        Schubert: Wir haben Versuche gestartet, das Sortiment am Abend klein zu halten, um die Retouren zu verringern. Langfrist gesehen gehen dann leider viele Kunden zu einem anderen Bäcker. Da müsste sich jeder Kunde umgewöhnen und offen werden für Betriebe, die sagen, wir wollen nicht mehr so viel wegwerfen. Hier kann ein einzelner Bäcker nicht viel tun.

        Die Retouren bringen wir dreifach unter: Ein Teil geht an die Tafeln, ein Teil geht als Tierfutter an Biobauern und ein Teil wird in Biogasanlagen verarbeitet. Es gäbe zwar theoretisch Möglichkeiten, einen Teil der übrig gebliebene Backwaren im Betrieb nochmals zu verwenden, aus Gründen der Hygiene und der Sicherheit ist es aber praktisch unmöglich

         

        Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

        Schubert: Wir wollen in nächster Zeit noch weitere Produkte entwickelten, die Genuss mit Ökologie und ganzheitlichem Handeln verbinden. Es gibt aber auch noch einige Baustellen im Bereich Ökologie bei unseren Fertigungsanlagen. Und auf Seiten der Rohstoffe wollen wir klären, wie wir noch regionaler einkaufen können. Beispielsweise gibt es für Molkereiprodukte nur wenige Lieferanten in der Region. Und das Thema Verpackungen haben wir auch auf dem Schirm, das gilt vor allem für Coffee-to-go-Becher. Bei uns können die Kunden schon jetzt ihre eigenen Becher mitbringen. Hier würden wir aber gerne mehr machen: In anderen Städten haben sich mehrere Gastroeinrichtungen vernetzt; in Augsburg ist das noch nicht so. Vielleicht gibt es ja unter den Lifeguide-Lesern jemand, der sagt, hier würde er oder sie gerne einige Unternehmen zusammenbringen. Ein weiteres wichtiges Thema ist auch immer wieder die Mitarbeiterzufriedenheit, hier haben wir einige Projekte angestoßen.

         

        Was ist Ihre geheime Superkraft?

        Schubert: Ich nehme mir Zeit für den Ausgleich. Dazu gehört meine Familie, ich spiele Gitarre, ich treibe Sport - und was mir wichtig ist: immer wieder in der Welt herumzukommen. Wir haben ein Netzwerk befreundeter Bäckereien, mit denen wir uns mehrmals im Jahr treffen und austauschen, um Kraft und neue Ideen zu bekommen.

         

        Angenommen, Sie treffen heute den 18-jährigen Frank Schubert, war raten Sie ihm?

        Schubert: Das einzige wäre, bei einigen Sachen einmal genauer hinzusehen - und die Dinge einzugrenzen. Also nicht alles auf einmal machen zu wollen.

         

        Eine Begegnung, die Sie nie vergessen?

        Schubert: Das erste Treffen mit meiner Frau vor über 25 Jahren.

         

        Was sollte jeder Mensch in seinem Leben mal gemacht haben?

        Schubert: Wichtig für unsere Gesellschaft finde ich, dass jeder Mensch neugierig und offen bleibt. Und auch bereit ist, auf andere zuzugehen. Das ist in diesen Zeit, in denen sich die Gruppen politisch immer mehr voneinander abgrenzen, sehr wichtig. Wenn die einen Bevölkerungsgruppen gegenüber den anderen nicht offen sind und die Neugierde aufeinander verlieren, werden wir sehr, sehr schwierige Zeiten haben. Das Miteinander ist auch etwas, was wir hier im Betrieb aktiv leben: Wir beschäftigen Menschen aus sehr unterschiedlichen sozialen Hintergründen, mit unterschiedlicher Bildung, offene und weniger offene, Bio-Begeisterte und solche, denen Bio egal ist, wir haben Flüchtlinge, die gerade Deutsch lernen. Es gibt hier einige Herausforderungen, aber es funktioniert.

         

        Sie laden Freunde zum Essen ein: Was kochen Sie?

        Schubert: Europäisch, bunt, frisch mit vielen verschiedenen Komponenten und dazu passenden Getränken/Drinks.

         

        Was gefällt Ihnen an Augsburg

        Schubert: Ich liebe Augsburg, ich freue mich, dass es mittlerweile großstädtischer geworden ist, dass es viele interessante Projekte gibt, interessant Einzelhändler - und die Nähe zur Natur. Ich nutze beides gerne, gehe in den Siebentischwald, an den Kuhsee und natürlich in die Innenstadt mit ihren Plätzen und den vielen Cafés. Man kann sich hier wie im Urlaub fühlen.

         

        Brot und Backwaren von Schubert erhält man in den fünf Augsburger Filialen am Hauptbahnhof, Apostel-Platz, Stadtmarkt, Königsplatz und Schlachthof. Außerdem werden alle Naturkostläden, Bio-Supermärkte und Reformhäuser in Augsburg beliefert.

         

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        Der Artikel erschien zuerst am 20. Dezember 2016

        Brot - traditionell gebacken von der Biobäckerei Frank Schubert in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
        Brot - traditionell gebacken von der Biobäckerei Frank Schubert in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
        Eines der wichtigsten Lebensmittel in unserem Kulturkreis: Brot. Foto: Cynthia Matuszewski
        Eines der wichtigsten Lebensmittel in unserem Kulturkreis: Brot. Foto: Cynthia Matuszewski
        Frank Schubert von der Biobäckerei Schubert in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
        Frank Schubert von der Biobäckerei Schubert in Augsburg ist Teil des "Lifeguide Augsburg - Nachhaltig unterwegs in Stadt und Region". Foto Cynthia Matuszewski
        In der Backstube der Bio-Bäckerei Schubert in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
        In der Backstube der Bio-Bäckerei Schubert in Augsburg. Foto: Cynthia Matuszewski
        Das Lifeguide-Team bei einer Backstubenführung bei Bio-Bäcker Frank Schubert in Augsburg. vl: Frank Schubert, Norbert Stamm, Torsten Mertz und Annabell Hummel. Foto: Cynthia Matuszewski
        Das Lifeguide-Team bei einer Backstubenführung bei Bio-Bäcker Frank Schubert in Augsburg. vl: Frank Schubert, Norbert Stamm, Torsten Mertz und Annabell Hummel. Foto: Cynthia Matuszewski
        Im neuen Unverpackt-Wagen Grünfux-deluxe bietet die Biobäckerei Schubert preisewerte Biobackwaren vom Vortag an. Foto: Frank Schubert
        Im neuen Unverpackt-Wagen Grünfux-deluxe bietet die Biobäckerei Schubert preisewerte Biobackwaren vom Vortag an. Foto: Frank Schubert
        Biobäckerei Schubert, Filiale am Königsplatz. Foto: Frank Schubert
        Biobäckerei Schubert, Filiale am Königsplatz. Foto: Frank Schubert
        Von links: Josef Wetzstein (Landesvorsitzender Bioland Bayern), Janina und Frank Schubert (BioBäckerei Schubert, Augsburg), Thomas Hammerl und Partnerin ( Bioland-Landwirt), Foto: Cynthia Matuszewski
        Von links: Josef Wetzstein (Landesvorsitzender Bioland Bayern), Janina und Frank Schubert (BioBäckerei Schubert, Augsburg), Thomas Hammerl und Partnerin ( Bioland-Landwirt), Foto: Cynthia Matuszewski
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        Tue Gutes und rede darüber

        Tue Gutes und rede darüber
        Interview mit Rica Friedl, Geschäftsführerin des Biohotels Bayerischer Wirt
        Rica Friedl, Biohotel Bayerischer Wirt, Augsburg, Gemeinwohlökonomie, Biohotel, Foto: Sylvia Schaab

        Rica Friedl ist Geschäftsführerin des Bio Hotel Bayerischer Wirt. Das Familienunternehmen ist nicht nur Augsburgs einziges Biohotel, sondern hat auch als einziges Unternehmen in Augsburg einen Gemeinwohlbericht verfasst. Das ist intensive Arbeit, die neue Einblicke verschafft und hilft, das Hotel noch nachhaltiger zu gestalten. Es lohnt sich, sagt Rica Friedl.

         

        Steckbrief: Rica Friedl geboren in Riesa in Sachsen, Geschäftsführerin des Biohotels Bayerischer Wirt, gelernte Erzieherin, Ernährungsberaterin, 3 Kinder. Sie ist naturnah auf dem Land aufgewachsen und liebt ihren Beruf im Gastgewerbe, weil man auf so viele offene Menschen und Geschichten trifft, die den eignen Horizont erweitern.

         

        Sylvia Schaab: Zelt oder Hotel? Wo haben Sie als Kind am liebsten übernachtet?

        Rica Friedl: Als Kind habe ich am liebsten im Zelt in der Natur übernachtet.

         

        Und heute?

        Wir fahren gerne in andere Biohotels in Europa. Zum einen wollen wir erfahren, wie die anderen Hoteliers Nachhaltigkeit umsetzen und der freundschaftliche Austausch zu unseren Kollegen ist uns sehr wichtig. Aber auch weil wir in allen Bereichen nachhaltig leben wollen: Wir kaufen zu 100 Prozent Biolebensmittel, nutzen Ökostrom, fahren ein E-Auto und machen eben ökologischen Urlaub.

         

        Waren Sie und Ihre Familie schon immer nachhaltig veranlagt?

        Die Familie meines Mannes hatte früher direkt am Gasthof die Landwirtschaft. Meinem Mann war es schon immer wichtig, dass es den Tieren gut ging und so war es gut, dass wir unser Fleisch direkt nutzen konnten.

        Die Überzeugung, dass Regionales und Umweltverträgliches besser für uns ist, hat uns dazu geführt, das Stück für Stück im Hotel umzusetzen. Als es 2006 dann die Möglichkeit gab, ein Biohotel zu werden, haben wir das gemacht. Dabei haben wir Essen und Getränke zu 100 Prozent auf Bio umgestellt.

        Erst war es schwierig, alle Zutaten aus der Region zu bekommen. Mittlerweile gibt es zum Glück biologische Einkaufsgemeinschaften, die alles anbieten, das wir brauchen. Natürlich benutzen wir auch ökologisch Wasch- und Reinigungsmittel, Biostrom und -Gas. Bisher haben wir haben 50 Prozent unserer Zimmer biologisch renovieren lassen. Wir haben die Wände ökologisch verputzt und mit Keimfarben gestrichen. Selbst die Gardinen sind biologisch und das war ziemlich schwierig zu bekommen. Doch nun sind unsere Räume völlig schadstoff- und chemiefrei. Das gleich gilt für unsere Kosmetikabteilung. Dort arbeiten wir nur mit Naturkosmetik.

         

        Den Gemeinwohlbericht anzufertigen war eine tolle Geschichte und hat das Unternehmen verändert.

        Rica Friedl, Geschäftsführerin Biohotel Bayersicher Wirt

        Und was hat Sie dann dazu veranlasst, einen Gemeinwohlbericht zu schreiben?

        Es war die logische Konsequenz aus unserer Arbeit. So messen wir schon lange unseren ökologischen Fußabdruck – das ist schon fast ein Wettbewerb unter uns Biohotels. Dann las ich immer wieder über das Thema Gemeinwohlbericht und 2016 merkte ich dann: Jetzt ist die Zeit reif, jetzt gehen wir es an! Die Gemeinwohlökonomie ist eine alternative Wirtschaftsordnung, die verfassungsrechtlich festgelegte Werte wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Nachhaltigkeit oder Demokratie berücksichtigt. Einen Gemeinwohlbericht anzufertigen war schon eine tolle Geschichte und hat das Unternehmen auch verändert. Zum Glück stand die ganze Familie hinter mir und gemeinsam mit meinem ältesten Sohn, der auch im Hotel mitarbeitet, haben wir den Bericht in 160 Stunden ausgearbeitet.

         

        Wie ist es Ihnen dabei ergangen?

        Die viele Arbeit hat sich wirklich gelohnt und wir haben viel gelernt. Es gibt viele Bereiche, die hatten wir gar nicht so auf dem Schirm: Für den Gemeinwohlbericht muss man ja auch die gesamte Lieferkette der Zulieferer durchleuchten. Als ich unseren Steuerberater den Fragebogen übergab, war er nicht sicher, ob wir das wirklich alles wissen müssen. So sollte er beispielsweise angeben, ob er Ökostrom bezog. Viele hinterfragen solche Dinge gar nicht, bis jemand tatsächlich danach fragt. Es ist, wie wenn man einen Stein ins Wasser wirft, der Wellen schlägt. Es bringt die Menschen zum Nachdenken. Das wiederum setzt etwas in Bewegung.

         

        Wie hat sich der Gemeinwohlbericht auf das Unternehmen ausgewirkt?

        Nach biologischen Grundsätzen zu arbeiten, ist eine gute Grundlage für die Gemeinwohlökonomie. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man sagt: Jetzt schaue ich aus meiner Welt raus und auch ganz tief bis zu den Wurzeln. Gemeinsam mit fünf anderen Biohotel-Besitzern in Bayern und einem Begleiter von der Gemeinwohlökonomie haben wir mehr als ein Jahr unsere Unternehmen genau angeschaut und den Bericht erarbeitet. Dabei sind wir als Gruppe eng zusammengewachsen. Wir haben uns untereinander sehr gut unterstützt und jeder ist für sich gewachsen. Und so war diese Zeit sowohl ein Reifeprozess als auch eine gute Grundlage für die Zukunft. Denn mit dem, was wir erarbeitet haben, können wir unsere Hotels noch nachhaltiger machen.

         

        Was haben Sie im Prozess alles gelernt?

        Wir haben durch den Bericht einen ziemlich guten Einblick bekommen, was wir eigentlich schon alles für das Gemeinwohl tun. Es heißt ja immer „Tue Gutes und rede darüber“ … das können wir jetzt tatsächlich umsetzen. Für uns war Vieles selbstverständlich, dass wir jetzt unter einen anderen Blickwinkel betrachten. So beschäftigen wir immer wieder Praktikanten von der benachbarten Förderschule und unserer Mitarbeiter können kostenlos unsere Salzgrotte, Sauna und Massagen nutzen. Wir sehen nun vieles unter einem anderen Blickwinkel. Der Bericht setzt viel im Kopf in Bewegung und erweitert den Horizont. Und er regt auch dazu an, Abläufe zu ändern.

         

        Und was zum Beispiel?

        Wir mangeln unsere Wäsche wieder selbst. So stellen wir sicher, dass dafür Ökostrom verwendet wird. Zudem erleichtert es die Prozesse, wenn die Wäsche im Haus ist. Mittlerweile ist die Mangel zum Kommunikationsmittel geworden. Damit hätte ich nie gerechnet. Ich sah mich schon als Einzige bei dieser Tätigkeit. Doch stattdessen haben sich viele Mitarbeiter freiwillig dazu bereit erklärt. Sie machen das gern, denn dabei kommen sie miteinander ins Gespräch. Das schafft Verbundenheit untereinander. So etwas ist dann wirklich ein unerwartetes Geschenk. Überhaupt arbeiten die Menschen gerne bei uns. Wir haben als Familienbetrieb kein Problem Mitarbeiter zu finden und könnten mehr Auszubildende beschäftigen als wir Kapazitäten haben.

         

        Was ist anders im Bayerischen Wirt?

         

        Bei uns geht es eben sehr familiär zu. Gäste sowie Mitarbeiter merken und schätzen es, dass wir uns um die Umwelt sorgen.

        Als Green Meeting Hotel kommen viele nachhaltige Firmen zu uns, um Tagungen abzuhalten. Vor allem am Wochenende sind dann Gäste in unserem Haus, die unser biologisches Angebot und Wellness-Anwendungen nutzen wollen. Und, bei uns ist die ganze Familie involviert. Die beiden großen Kinder arbeiten mit und selbst meine Schwiegermutter kommt mit ihren 87 Jahren fast täglich vorbei und erzählt, wie es war, als ihr Opa den Gasthof aufgebaut hat. Ins Restaurant kommen auch viele lokale Stammgäste, die mit uns auch den ganzen Weg zum Biohotel mitgegangen sind. Von Familienfeiern bis hin zu gemütlichen Abendessen oder Firmenfeiern sind wir für unsere Gäste da.

         

        Waren Sie schon immer im Gastgewerbe tätig?

        Ursprünglich habe ich Erzieherin gelernt. Seitdem habe ich viel dazu gelernt, wie etwa Ernährungsberatung. Das hilft mir auch meine Arbeit im Gasthof besser zu machen. Heute bin ich sehr froh im Gastgewerbe zu arbeiten. Man trifft so viele unterschiedliche Menschen in kürzester Zeit. Jeder ist aufgeschlossen und erzählt seine eigene Geschichte. Dabei kann man so viel dazu lernen und seinen Horizont erweitern. Auch die unterschiedlichen Reaktionen der Menschen sind sehr spannend. Das ist so faszinierend für mich und gibt es fast nur in der Gastronomie.

         

        Was würden Sie ändern, wenn Sie Bürgermeisterin von Augsburg wären?

        Ich würde die Stadt nachhaltiger gestalten. Ich denke, in Augsburg ist bereits vieles vorhanden, es wird nur nicht nach außen getragen. Das ist der große Vorteil des Gemeinwohlberichts. Dadurch werden Dinge sichtbar und können dann nach außen getragen werden. Frei nach dem Spruch: „Tue Gutes und rede darüber!“

         

        TIPP:

        Wer mehr über die Gemeinwohlökonomie und das Hotel Bayrischer Wirt erfahren möchte, ist herzlich eingeladen zur VHS Veranstaltung am 20. Mai um 17 Uhr. 

         

        Hier geht es zu Gemeinwohl-Ökonomie, Regionalgruppe Augsburg

        Kontakt: augsburg@list.ecogood.org

        Dieses Interview erschien bereits im Dezember 2018 im Lifeguide.

         

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        Ein spannendes Interview mit Michael Schnitzlein zum Thema Gemeinwohlökonomie findet ihr auch auf der Website Aufgeklärtes Herz.

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        „Immer auf der Suche nach der Seele des Kaffees“

        „Immer auf der Suche nach der Seele des Kaffees“
        15 Fragen an Stefan Steidle von der Bohnenschmiede. Seit 2014 kaufen er und Max Schmid per direct-trade bei Kafffebauern aus 14 Ländern und rösten daheim in Wehringen erlesenen Kaffee.
        Stefan Steidle und Max Schmid von der Wehringer Kaffeerösterei Bohnenschmiede. Foto: Annika Müller

         „Wir hatten die Idee, wir gingen zum Rathaus, zehn Minuten später gab es die Firma."

        Stefan Steidle von der Wehringer Kaffeerösterei Bohnenschmiede

        Seit 2014 hat der kleine Ort Wehringen, südlich von Augsburg, eine eigene Kaffeerösterei: die Bohnenschmiede. Hier und in vielen regionalen Verkaufsstellen gibt es den leckeren Kaffee aus 14 Ländern, geröstet in Wehringen und eingekauft direkt bei den Kaffeebauern in Bolivien, Nicaragua, Peru und in vielen anderen Ländern. Viele der Bohnen sind biozertifiziert.

        Angefangen hat alles mit einer Kaffeeröstmaschine, die der Maschinenbauingenieur Stefan Steidle und sein Freund, der Schlosser Hermann Schmid, selbst bauten. Heute führt Hermanns Sohn Max Schmid zusammen mit Stefan Steidle den Betrieb. Ihr erkennt den Kaffee von Max und Stefan nicht nur am guten Geschmack, sondern auch an ihren außergewöhnlichen Namen wie „Jaaa verreck“, „Narrisch guat“ oder „Himmi Herrgott“.

        Steckbrief:

        • Name: Stefan Steidle
        • Beruf: Maschinenbauingenieur (Kaffeeröster im Nebenberuf)
        • Geboren in: Bobingen
        • Lebt in: Wehringen
        • Lieblingsort: Also neben der Rösterei (lacht) – aber Zuhause ist es natürlich am schönsten, mit der Familie.

         

        Wie trinkst du deinen Kaffee am liebsten?

        Stefan Steidle: Ich wechsele ab. Ich habe eigentlich jeden Tag verschiedene Zubereitungsarten. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann Espresso.

         

        Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne mal einen Kaffee trinken?

        Ganz sicher ein Musiker, weil ich ja selbst Musiker bin. Wer wäre da interessant? Phil Collins.

         

        Wie begann eure Leidenschaft für das Kaffeerösten?

        Irgendwann hatte ich mit der reinen Kaffee-Zubereitung alles ausprobiert. Der nächste Schritt war ein Mini-Röster für den Hobby-Bereich. Damit habe ich auf der Terrasse angefangen. Beim Rösten hat man neue Möglichkeiten, den Geschmack des Kaffees zu beeinflussen und zu verändern. Dann kam damals mein Freund Hermann und meinte, sowas können wir auch selbst bauen. Ein bisschen größer. Und so ist das losgegangen. Wie sagt man das so schön, eine Schnapsidee (lacht).

         

        2014 habt ihr die Bohnenschmiede als Unternehmen gegründet – welche Hürden musstet ihr dabei überwinden?

        Ehrlich gesagt: keine (lacht). Wir hatten die Idee, wir gingen zum Rathaus, zehn Minuten später gab es die Firma. Also das war echt einfach (lacht). Man muss dazu sagen, das Gebäude gehört Max bzw. seiner Mutter, ist also im Familienbesitz. Wir mussten niemanden fragen und können hier machen was wir wollen. Das Einzige, was wir machen mussten, war eine Nutzungsänderung der Immobilie eintragen zu lassen damit wir hier Kaffee rösten können. Aber das war auch schon alles.

         

        Euer Motto lautet „Immer auf der Suche nach der Seele des Kaffees.“ Was genau ist die Seele des Kaffees?

        Eine Seele, und das darf man ja ruhig mit dem Mensch vergleichen, ist nichts Einfaches, sondern definitiv etwas Komplexes. Das hat viele Aspekte. Beim Menschen genauso wie beim Kaffee. Wie wächst der Mensch auf, wie wird er von außen beeinflusst. Und so ist das beim Kaffee auch."

        Stefan Steidle, Kaffeeröster

        Kaffee-Tasting mit Stefan Steidle und Max Schmid von der Wehringer Kaffeerösterei Bohnenschmiede. Foto: Annika Müller

        Der Kaffee, und das was man am Ende in der Tasse schmeckt, stellt dar, wo der Kaffee gewachsen ist. Wer ihn angebaut und gepflegt hat. Wie er weiterverarbeitet wurde. Wie er am Ende geröstet und zubereitet wurde. Für uns ist das Schöne, herauszufinden, was macht die einzelne Bohne aus? Welchen Charakter hat die? Das ist aus der Sicht des Rösters eine Herausforderung, das zu erforschen und auszuprobieren. Wie muss der Kaffee am besten geröstet werden? Am Ende spielt auch unser persönlicher Geschmack eine Rolle und so rösten wir, wie wir es für richtig empfinden.  

         

        Das kann aber jeder anders sehen und so ist das eine Suche, die nie aufhört. Auch unsere Möglichkeiten verändern sich. Nicht nur dadurch, dass wir immer erfahrener werden mit den Jahren, aber auch die technischen Möglichkeiten verändern sich. Somit hat man wieder neue Möglichkeiten, herauszufinden, was der Kaffee so in sich hat. Und das macht es für uns aus.

         

        Wie kommt ihr auf die Namen eurer Kaffeesorten?

        Darüber haben wir uns lange Gedanken gemacht. Was passt zum Charakter dieses Kaffees? Unsere Namen sind eine Mischung aus bayrisch und schwäbisch, so wie wir auch, als bayrische Schwaben. Die Sorten „Heiligs Blechle“ oder „Den mogsch“ sind eindeutig aus dem Augsburger Eck. (lacht) Dann gibt es auch oberbayrische Namen, wie den „Bleamerl Kaffää“.

        Entscheidend ist: Passt der Name zu uns? Soll ja ein bisschen ein Augenzwinkern sein.

         

        Ihr habt das direct-trade-Siegel – Wie läuft der Kontakt zu den Kaffeebauern vor Ort ab?

        Es ist so gesehen kein Siegel wie Fairtrade beispielsweis: Fairtrade ist eine Organisation die das ganze überwacht und dementsprechend für alle Beteiligten Geld kostet. Direct-trade ist nichts anderes als, frei übersetzt, der direkte Handel mit den jeweiligen Kaffeebauern.

        Max Schmid und Stefan Steidle von der Bohnenschmiede in Wehringen bei Augsburg. Foto: Annika Müller

        "Für uns, als kleine Kaffeerösterei, ist es eine Herausforderung zu sagen, ich kenne jeden Kaffeebauern persönlich und ich war überall. ... Deswegen arbeiten wir mit Direktimporteuren."

        Stefan Steidle, Kaffeeröster

        Wir haben Kaffee aus 14 verschiedenen Ländern. Es wäre also eine finanzielle Herausforderung, jedes Jahr 14 Länder zu bereisen. Es wäre auch eine zeitliche Herausforderung und ich muss klar sagen, ich fände das auch nicht nachhaltig, wenn wir so viele Flugreisen jedes Jahr machen würden.

         

        Deswegen ist unser Weg, über Direktimporteure zu arbeiten. Das sind meistens kleine Familienbetriebe. Leute, die einen familiären Bezug und dadurch Kontakt zu diesen Ländern haben. Somit sind die Importeure kleine Unternehmen, die aus genau einem Land, meistens von einer bestimmten lokalen Kooperative den Kaffee importieren. Wenn ich wiederum diesem Importeur vertraue und verstehe was der da macht, und das gut finde, und weiß, dass er den Leuten vor Ort einen fairen Anteil weitergibt, dann habe ich die Transparenz. Bis zum Baum, wenn man so will. Das macht direct-trade unter anderem aus.

         

        Im Gegensatz zu Großhändlern wie Tchibo, die so gesehen auch direct-trade betreiben, zahlen wir den Kaffeebauern vor Ort aber deutlich mehr als den Börsenpreis.

        Kaffee von der Wehringer Rösterei Bohnenschmiede. Foto: Annika Müller

        "Letzten Herbst war der Börsenpreis für Kaffee so etwa bei zwei Dollar pro Kilo. Die Größenordnung, die wir bezahlen, lag letzten Herbst bei circa fünf bis sechs Euro das Kilo. Davon können die Kaffeebauern viel besser leben."

        Stefan Steidle, Kaffeeröster

        Im Gegenzug können wir Qualitätswünsche äußern. Also beispielsweise, dass die Kaffeebauern biologisch arbeiten und auf den Schutz der Mitarbeiter achten. Somit ist das ein Geben und Nehmen.

        Durch das zusätzliche Geld können sich die Leute vor Ort Bildung leisten. Durch Bildung versteht man erst im Detail, wie Landwirtschaft funktioniert. Und kann nachhaltig handeln, wie zum Beispiel unsere Partner in Peru. Als sie vor zehn Jahren mit dem Kaffeeanbau angefangen haben, lieferten sie Standardqualität. Heute sind sie CO2-neutral und bauen Top-Qualität an – auch auf internationalen Bewertungsskalen. Darauf sind sie natürlich stolz. Zum Ausgleich für ihren großen CO2-Footprint beim Kaffeeanbau haben diese Kaffeebauern in Peru steile Hänge gekauft, mit denen man heute nicht viel anfangen kann. Sie haben dort Bäume gepflanzt, die sehr viel CO2 speichern. Dieser Wald wird immer größer, kann somit immer mehr CO2 speichern. Kurzfristigsorgt dieser Wald dafür, dass ihr Unternehmen CO2-neutral ist und langfristig ist das ihre Rente: Wenn sie einmal keinen Kaffee mehr anbauen, leben sie von dem CO2-Handel.

         

        Ihr seid inzwischen ein klimaneutrales Unternehmen. Welche Tipps würdest du anderen Unternehmer*innen mit auf diesen Weg geben?

        Für mich beginnt das tatsächlich bei der Analyse. Jedes Unternehmen ist anders und hat andere Produkte, und dementsprechend einen anderen Footprint. Man unterscheidet zwischen dem Footprint des Unternehmens an sich, also unserer Bohnenschmiede hier in Wehringen, und dem Footprint des einzelnen Produkts, also bei uns vom Kaffeeanbau und -transport bis zur Verpackung des gerösteten Kaffees. Da war für uns die große Erkenntnis, so viel Einsparpotential haben wir hier vor Ort gar nicht. Unsere Zertifizierung bezieht sich auf das Jahr 2019, da hatten wir in Summe ein 127 Tonnen CO2. Davon hatte das Unternehmen hier in Wehringen keine 10 Tonnen. Der Rest war nur der Kaffeeanbau. Der Wasserverbrauch, Pestizide und Dünger sind im Allgemeinen das, was am meisten CO2 im Kaffeeanbau verursacht. Je nachhaltiger die Kooperativen dabei arbeiten, und ich das auch nachvollziehen und belegen kann, desto mehr darf ich dann von meiner CO2-Footprint-Rechnung abziehen. Somit hilft es uns, noch mehr über unseren eigenen Kaffee zu erfahren.

         

        Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das?

        Gestern haben wir einen neuen Kaffee aus Bolivien geröstet. Von dort hatten wir noch nie Kaffee, also mal wieder ein neues Land. Unabhängig von den Herkunftsländern, probiere ich auch gerne eine neue Zubereitungsart aus. Verändere etwas daran oder versuche, das nochmal zu verfeinern. Daher kommt auch unser Spruch: Auf der Suche nach der Seele des Kaffees.

         

        Und was kochst du sonst gern, außer Kaffee?

        Ich grille gerne, das gebe ich zu (lacht). Das kommt aber aus regionalen Höfen, wenn es um Fleisch geht. Und das Gemüse genauso. Wir kaufen das alles bei kleinen Bioläden. Das ist zum Glück gerade ein Trend, dass sich auf dem Dorf überall kleine „Tante-Emma-Läden“ etablieren, die von regionalen Höfen beziehen. Fleisch hole ich vom Biolandhof in Schwabeck, das ist hier ein paar Dörfer weiter. Gemüse kommt auch aus der Ecke, vom Pfänderhof. Mir geht Regionalität über Bio. Wenn ich hier im Supermarkt Bioprodukte sehe, und das kommt dann aus China oder Chile, über die halbe Welt, was ist daran besser?

         

        Wofür würdest du gerne mehr Zeit haben?

        Einerseits natürlich für die Kids. Das muss man fairerweise sagen, sowas kommt manchmal zu kurz. Manchmal wäre es auch nicht schlecht, wenn ich für mich selbst mehr Zeit hätte (lacht). Klar werde ich auch gefragt, wie das funktioniert: Ein Vollzeit-Beruf und Kaffee rösten nebenzu. Aber wenn ich in der Rösterei bin, ist das für mich keine Arbeit, sondern reiner Spaß. Ich mache das gerne. Dennoch ist es zeitaufwändig (lacht). Das kann man nicht verleugnen.

         

        Was ist dein Lieblingsplatz in Augsburg und Umgebung?

        Der Weg von Burgwalden bis nach Augsburg rein. Dieser Waldweg ist ein schöner Ausgleich, wenn man überlegt, man ist direkt neben einer Großstadt. Andere würden hierher in den Urlaub fahren. Man schätzt das manchmal gar nicht so, was man vor der Haustür hat.

         

        Wenn du Bürgermeister von Augsburg wärst, was würdest du dann ändern?

        Ich würde mir mehr Gedanken über das Verkehrskonzept machen. Wie komme ich nachhaltig von A nach B?

        Stefan Steidle, Kaffeeröster

        Max war vor kurzem mit dem Bus in Augsburg – das sind von Wehringen aus keine 15 Kilometer und kostet hin und zurück 16 Euro. Da hört es doch auf (lacht). Nachhaltigkeit und Klimaschutz muss ja irgendwo im Alltag ankommen.

         

        Was bedeutet nachhaltig leben für dich persönlich?

        Für mich ist das Thema bewusstes Konsumieren am wichtigsten. Das ist mir fast noch wichtiger als der Begriff Nachhaltigkeit.

        "Wir sollten uns beim Einkaufen überlegen, wie das funktionieren kann, wenn ein günstiger Kaffee im Discounter fünf oder sechs Euro das Kilo kostet. Der Kaffee kostet schon grob zwei Euro das Kilo an der Börse, zwei Euro und neunzehn Cent sind Kaffeesteuer, dann kommt noch die Mehrwertsteuer dazu. Also da kann nichts mehr übrigbleiben für die Kaffeebauern."

        Stefan Steidle

        Kaffeerösterei Bohnenschmiede in Wehringen bei Augsburg. Foto: Annika Müller

        Wenn man sich dessen bewusst ist, faire Produktion unterstützt und bei kleineren oder auch größeren Anbietern einkauft die diese Werte vertreten, ist schon viel passiert. Ob das jetzt Kaffee oder andere Produkte sind. Bei Kaffee haben wir halt den Fakt, dass Kaffee zwangsläufig von weit her aus dem Ausland kommt, weil er hier nicht wächst. Aber wir können versuchen, auch dort Einfluss zu nehmen, durch die Art wie wir konsumieren. Wenn man sich Gedanken darüber macht, ist dies meines Erachtens der so wichtige erste Schritt.

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        Max Schmid und Stefan Steidle von der Kafferösterei Bohnenschmiede. Foto: Annika Müller
        Max Schmid und Stefan Steidle von der Kafferösterei Bohnenschmiede. Foto: Annika Müller
        Kaffeerösterei Bohnenschmiede in Wehringen bei Augsburg. Foto: Annika Müller
        Kaffeerösterei Bohnenschmiede in Wehringen bei Augsburg. Foto: Annika Müller
        Kaffeerösterei Bohnenschmiede in Wehringen bei Augsburg. Foto: Annika Müller
        Kaffeerösterei Bohnenschmiede in Wehringen bei Augsburg. Foto: Annika Müller
        "Immer auf der Suche nach der Seele des Kaffees" ist das Motto der Kaffeerösterei Bohnenschmiede in Wehringen bei Augsburg. Foto: Annika Müller
        "Immer auf der Suche nach der Seele des Kaffees" ist das Motto der Kaffeerösterei Bohnenschmiede in Wehringen bei Augsburg. Foto: Annika Müller
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        Forum Zukunft im Schloss Blumenthal

        Forum Zukunft im Schloss Blumenthal

        Blumenthal 1
        86551
        Aichach
        Foto: Schloss Blumenthal, SoLaWi, Hotel, Biergarten, Augsburg
        Nachhaltige Entwicklung geht nur mit einer starken Bürgerbeteiligung. Das Forum Zukunft lädt zum Netzwerken und einem gemeinsamen Blick in die Zukunft ein.

        2022 treffen sich auf Schloss Blumenthal wieder Menschen, die an nachhaltigem Leben interessiert sind.

         

        Kostenloser Workshoptag

        Am 7. Mai ist von 10 bis 17 Uhr ist Workshoptag zum Thema „Nachhaltige Kommunalentwicklung mit starker Bürgerbeteiligung“. Zu Gast sind zwei Best-Pratice Referenten: Frank Uhle und Markus Käser . Zu den Vorträgen und der gemeinsamen Workshoparbeit bitte anmelden: www.forum-z.de oder per mail an wandel@schloss-blumenthal.de

         

        Wandelsonntag

        Am 8. Mai ist von 11 bis 18 Uhr Wandelsonntag mit World-Cafe und anderen entspannten Austauschformaten.

        Jede(r)einzelne von uns ist JETZT aufgerufen ihr eigenes Verhalten auf den Prüfstand zu stellen und in den Bereichen: Ernährung, Konsum, Energie, Mobilität oder auch Bauen. Dort das eigene Verhalten zu überprüfen und gegebenenfalls nachhaltiger anzupassen.

        Dazu will der Wandelsonntag Impulse geben. Für jedes dieser Themen haben die Akteur*innen des Forum Z einen Infostand geplant und bieten dazu auch Impulsvorträge mit Dialogrunden an. An 8. MaiTag geht es darum in einer lockeren, freundlichen und entspannten Atmosphäre im frühlingshaften Innenhof von Blumenthal in den Kontakt, den Austausch und die Vernetzung zu gehen und voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu inspirieren.

        INFO: Weitere Informationen findet ihr hier.

         

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        Event-Termin
        -
        German
        So geht das bestmögliche Hühnerleben! Der Bioland-Hof Förg in Augsburg-Bergheim setzt ganz auf Tierwohl und Kreislaufwirtschaft.
        Öffnungszeiten aktivieren
        SHOW
        Ort

        Bioland-Hof Förg
        Bannackerstraße 2 1/2
        86199 Augsburg
        Deutschland

        E-Mail
        info [at] hofladen-alte-schaeferei.de

        Der Bioland-Hof Förg in Bergheim, dem ländlichsten Stadtteil Augsburgs, gehört zu den besonderen Höfen der Region.

         

        Was wir herausragend finden: Alle der rund 300 hier lebenden Hühner sind Zweinutzungshühner. Das heißt: Nicht nur die weiblichen Küken aus der Zucht dürfen leben, sondern auch die männlichen. Das ist bei industriell aufgezogenen Hühnern (die auch auf den meisten Biobauernhöfen eingesetzt werden) nicht so. Die Hähne vom Hof Förg werden zwar später auch geschlachtet, aber davor durften sie – nun ja – ein paar glückliche Monate scharren, picken, krähen und leben. Es gibt hier übrigens auch eine kleine Herde Augsburger Hühner.

         

        Freitags und samstags hat der Hofladen „Alte Schäferei“ geöffnet, in dem es nicht nur hofeigene Produkte wie Eier, Nudeln, und Bier von der benachbarten Bio-Craftbrauerei „Rotes Pony“ gibt, sondern auch Backwaren von der Bäckerei Cumpanum, Obst und Gemüse sowie Milchprodukte und viele andere Grundnahrungsmittel.

         

        INFO:

         

         

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        FUDI Lieferdienst - regionale Lebensmittel vor die Haustür

        FUDI Lieferdienst - regionale Lebensmittel
        "Wir liefern Heimat" lautet das Motto von Diana Eberl und Michael Fuhrmann. Der Lieferdienst FUDI ist wie ein Online-Hofladen auf Rädern und bringt euch auf kürzestem Weg frische, saisonale Lebensmittel vom Bauernhof direkt nach Hause.
        Diana Eberl und Michael Fuhrmann vom Augsburger Lebensmittel-Lieferdienst FUDI.

        Der Lieferdienst FUDI ist wie ein Online-Hofladen auf Rädern und bringt euch auf kürzestem Weg frische, saisonale Lebensmittel vom Bauernhof direkt nach Hause. Unser Motto lautet „Wir liefern Heimat“, sagen Diana Eberl und Michael Fuhrmann. Sie möchten mit FUDI traditionelle Bauernhöfe, kleine Familienbetriebe und Start-ups aus der Region unterstützen.


        "Unsere Mission ist es, noch mehr Bewusstsein für unsere heimischen Lebensmittel zu schaffen und es den Menschen leichter zu machen, regionale Produkte zu kaufen. Mit unserem FUDI Lebensmittel-Lieferdienst bringen wir all das in Zukunft direkt ins Haus." Diana Eberl, FUDI.


        Regional bedeutet bei FUDI alles, was innerhalb von 150 Kilometern rund um Augsburg angebaut und produziert wird. Das hat den Vorteil, dass die Lieferwege von Obst, Gemüse, Backwaren und Milchprodukten kurz und die Lagerzeiten minimal sind. Geliefert wird in einer Mehrwegkiste, direkt vor die Haustür. Das spart viel Zeit.
        Durch die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln aus aller Welt geht der Bezug zu Herkunft und Saisonalität immer mehr verloren. „Wir holen die Nähe zu Nahrungsmitteln zurück. Weil wir viele unserer Produzenten persönlich kennen und genau wissen, was sie erzeugen: regionales Obst, regionales Gemüse, faire Milchprodukte, Eier. Und vor allem: ein gutes Gefühl“, so Michael Fuhrmann.

         

        „Wir liefern Heimat”
        Mit viel Liebe und Einsatz wurden in der Gründungsphase alle Lieferanten persönlich ausgewählt. Die Produkte kommen direkt vom Hof, in den Wintermonaten manchmal auch aus Südeuropa. Bio-Qualität ist Diana und Michael sehr wichtig, bunte Siegel nicht. Viele Erzeuger bauen Obst und Gemüse von Natur aus ohne Zusatzstoffe und mit dem Einsatz von Nützlingen an.


        "Die meisten unserer Erzeuger kennen wir persönlich. Dieses Vertrauen ist uns wichtiger als schillernde Zertifizierungen." Michael Fuhrmann, FUDI.

         

        So bestellt ihr bei den Bäuer*innen um die Ecke
        Bei www.fudi-augsburg.de könnt ihr euren Warenkorb nach Lust und Laune befüllen. Der Mindestbestellwert liegt bei 20 Euro. Ab einem Wert von 40 Euro ist die Lieferung bis an die Haustüre kostenfrei. Es gibt keinen klassischen Paketdienst, sondern es wird alles selber ausgeliefert. Deshalb gibt es im Moment noch ein ausgesuchtes Gebiet. Geliefert wird jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag. Und zwar in das Augsburger Stadtgebiet und ins Umland nach Gersthofen, Neusäß, Stadtbergen, Bobingen, Wehringen, Königsbrunn, Oberottmarshausen, Merching, Mering, Kissing und Friedberg.

         

        Mehrweg-Verpackung und wiederverwendbare Kühlsysteme
        Jede Bestellung wird am Tag der Lieferung frisch in eine Mehrwegkiste verpackt. Kühlprodukte werden in einer umweltfreundlichen Kühltasche inklusive wiederverwendbarer Kühlakkus verstaut. Wird eine Verpackung verwendet, dann aus Maisstärke oder Papier. Im Lager ist immer nur so viel frische Ware, die innerhalb weniger Tage verkauft werden kann. Das spart Müll und Ressourcen.

         

        Wer steckt dahinter?
        Michael Fuhrmann ist das FU bei FUDI. Er ist leidenschaftlicher Hobbysportler und legt großen Wert auf eine ausgewogene Ernährung. Als Berufspendler ist ihm das nicht immer leicht gefallen. Die Zeit für den Einkauf auf dem Markt ist unter der Woche knapp und die Auswahl nach Feierabend meist schlecht. Vielen seiner Bekannten geht das genauso. „Also habe ich gemeinsam mit meiner Partnerin Diana einen Lieferdienst für regional und nachhaltig erzeugte Lebensmittel gegründet: FUDI“, so der 30-jährige Augsburger.
        Diana Eberl ist das DI bei FUDI. Ursprünglich kommt sie aus der Veranstaltungsbranche, inzwischen kümmert sie sich Vollzeit um das Start-up. „Ich bin in Haunswies aufgewachsen und ein echtes Dorfkind. Mein Opa hatte dort früher schon einen Bauernhof und hat seine Kartoffeln direkt an den Endkunden vermarket. Meine Eltern haben das Geschäft vor vielen Jahren übernommen und weitergeführt”, sagt die 27-Jährige. Heute vermarktet sie unter anderem die eigens angebauten Kartoffeln ihrer Eltern. Gesunde Ernährung, artgerechte Tierhaltung und auch Umweltschutz beschäftigten sie schon immer.

        "Dort, wo ich aufgewachsen bin, gab es keinen Hochglanz-Supermarkt. Dafür jede Menge ehrliche und hochwertige Lebensmittel direkt vom Erzeuger. Das hat mich geprägt. Mit unserem Lieferdienst FUDI möchte ich diese Werte wiederbeleben und an möglichst viele Menschen weitergeben." Diana Eberl, FUDI

         

        Diana Eberl und Michael Fuhrmann vom Augsburger Lebensmittel-Lieferdienst FUDI.
        Diana Eberl und Michael Fuhrmann vom Augsburger Lebensmittel-Lieferdienst FUDI.
        Diana Eberl und Michael Fuhrmann vom Augsburger Lebensmittel-Lieferdienst FUDI.
        Diana Eberl und Michael Fuhrmann vom Augsburger Lebensmittel-Lieferdienst FUDI.
        Diana Eberl und Michael Fuhrmann vom Augsburger Lebensmittel-Lieferdienst FUDI.
        Diana Eberl und Michael Fuhrmann vom Augsburger Lebensmittel-Lieferdienst FUDI.
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        Leckere Oster-Rezepte vom Weltladen Augsburg

        Leckere Oster-Rezepte vom Weltladen Augsburg
        In dem Osterlamm, den Karottenmuffins oder den Orangenplätzchen sind jede Menge fair gehandelter Zutaten.
        Orangenplätzchen, gebacken nach einem Rezept des Weltladens Augsburg mit vielen fair gehandelten Zutaten. Foto: Henriette Seydel / Weltladen Augsburg

        Ob für den Osterbrunch oder als Mitbringsel zur Osterfeier – Selbstgebackenes kommt immer gut an, vor allem, wenn die Zutaten fair und bio sind. Die Mitarbeiter*innen des Weltladens Augsburg haben dem Lifeguide drei ihrer leckersten Oster-Rezepte verraten. In dem Osterlamm, den Karottenmuffins oder den Orangenplätzchen sind jede Menge fair gehandelter Zutaten. Und wer zum Stöbern in den Weltladen geht, findet für sein persönliches Oster-Rezept ganz sicher weitere Zutaten.

         

        Im  Weltladen Augsburg könnt ihr euch zu jeder Jahreszeit inspirieren lassen und findet für viele Gelegenheiten witzige Geschenke und nachhaltige Mitbringsel, leckere und fair gehandelte Schokolade oder tolle Deko-Artikel, wie Kerzen und Gefilztes. Bei einem Streifzug durch die farbenfrohen Regale kommt richtig gute Stimmung auf!. Für alle, die gern mit Listen arbeiten und Häkchen machen, gibt es jetzt auf der Weltladen-Seite die "Checkliste Ostern - eine Fairanstaltungshilfe".

         

        Für Osternester liefert uns übrigens die Natur die besten "Zutaten", wie Zweige, Moos oder kleine Steine. Ideen liefert Katrin Mayer aus Horgau in ihrem Artikel Osternester ganz natürlich.

         

        Rezepte:

        Alle Zutaten, die mit einem ° gekennzeichnet sind, findet ihr fair gehandelt im Weltladen Augsburg. Den Rest, wie Bio-Eier, Butter oder Mehl gibt es in einem der zahlreichen Lifeguide-Läden – einfach unter dem Stichwort „Lebensmittelläden" stöbern.

         

        Osterlamm

        Symbolisch für das Lamm Gottes stellt das süße Schoko-Osterlamm ein Symbol für Reinheit und Frieden dar. Neben Ostereiern und Hefezopf ist auch das Osterlamm vielerorts Brauchtum. Zum Backen wird eine spezielle Form benötigt, die dem Teig seine Lammform gibt.

        Zutaten:

        • 2 Eier
        • 125 g weiche Butter
        • 110 g Zucker°
        • 1 Pk. Vanillezucker°
        • 1 Prise Salz°
        • 100 g Mehl
        • 1/2 TL Backpulver
        • 60 g gemahlene Mandeln°
        • etwas Butter und Mehl/Semmelbrösel für die Form
        • 200g weiße Schokolade°
        • bisschen Vollmilchschokolade° oder Rosinen° für die Augen

        Zubereitung:

        • Da alle Zutaten etwa Zimmertemperatur haben sollten, diese etwa 30 Minuten vor der Zubereitung bereitstellen.
        • Die Lammform einfetten und mit Mehl oder Semmelbröseln bestäuben. Den Backofen auf 180 °C (Ober-/Unterhitze) oder 160 °C (Heißluft) vorheizen.
        • Für den Rührteig die Eier trennen und das Eiweiß mit der Hälfte des Zuckers zu steifem Schnee schlagen.
        • Anschließend die Eigelbe mit dem restlichen Zucker, dem Vanillezucker, der Butter und dem Salz schaumig schlagen.
        • Mehl mit Backpulver und Mandeln vermischen und unterrühren. Nun vorsichtig den Eischnee unterheben.
        • Den Teig in die Form geben und das Lamm auf dem untersten Rost etwa 30 bis 45 Minuten backen.
        • Nach dem Backen die Form aus dem Ofen nehmen und etwa 10 Minuten auskühlen lassen. Anschließend das Lämmchen vorsichtig aus der Form lösen und auf einem Kuchenrost  auskühlen lassen.
        • 2/3 der weißen Schokolade schmelzen, das restliche Drittel raspeln. Mit der flüssigen Schokolade das vollständig abgekühlte Lamm  überziehen, anschließend sofort mit den Raspeln bestreuen. Sobald alles (an)getrocknet ist, mit einem Holzspieß und der dunklen geschmolzenen Schokolade Augen, Ohren und Mund nachzeichnen (alternativ Rosinen als Augen ran“kleben“).

         

        Karottenmuffins

        Zutaten:

        • 225g Karotten
        • 225g Mehl
        • 1/2 Pck. Backpulver
        • 1 Prise Salz°
        • 140g brauner Zucker°
        • abgeriebene Schale einer Orange
        • 2 TL Zimt°
        • 115g gehackte und geröstete Haselnüsse°
        • 55g Kokosflocken°
        • 2 Eier
        • 150ml Sonnenblumenöl
        • ca. 50ml Orangensaft°
        • 225g Frischkäse, 85g Butter, 115g Puderzucker für die Glasur
        • 250g Marzipan und Lebensmittelfarbe für die Möhrchendeko

         

        Zubereitung:

        • Den Backofen auf 180° vorheizen und die Muffinform mit Papierförmchen auslegen.
        • Karotten reiben.
        • Das Mehl mit dem Backpulver in eine Schüssel sieben, anschließend mit den Karotten, Salz, Zucker, Orangenschale, Zimt, Nüssen und den Kokosflocken vermischen.
        • Die Eier verquirlen und mit dem Öl und dem Saft zur Teigmischung geben. Alles gut verrühren.
        • Jetzt den Teig in die Förmchen füllen und für etwa 20-40 Minuten in den Ofen schieben.
        • Für die Glasur Frischkäse, Butter und Puderzucker vermischen, und die abgekühlten Muffins bestreichen.
        • Das Marzipan orange und grün färben und Karotten formen. Damit die Muffins dekorieren.

        Orangenplätzchen

        Zutaten:

        • 2 Eier
        • 250g weiche Butter
        • 150g Zucker°
        • 1 EL Orangensaft
        • 400g Mehl
        • 1/4 TL Backpulver
        • Orangensaft° und Puderzucker für die Glasur
        • Dekoperlen, Schokolinsen, Zuckerstreusel, etc.

        Zubereitung:

        Mit allen Zutaten einen Mürbeteig kneten, diesen kühlstellen und anschließend ausrollen. Jetzt verschiedene österliche Figuren ausstechen und bei 180° im Ofen abbacken. Nachdem die Plätzchen abgekühlt sind, können sie mit Zuckerguss und sonstiger essbaren Deko verziert werden.

         

        Guten Appetit und Frohe Ostern!

         

        Erstveröffentlichung im Lifeguide: 10.4.2019

        Osterbäckerei, Weltladen Augsburg, Osterplätzchen, Kekse, Augsburg, Foto: Henriette Seydel, Osterhase
        Osterlamm, gebacken nach einem Rezept des Weltladens Augsburg mit vielen fair gehandelten Zutaten. Foto: Henriette Seydel/ Weltladen Augsburg
        Osterbäckerei, Weltladen Augsburg, Osterplätzchen, Kekse, Augsburg, Foto: Henriette Seydel, Osterhase
        Karottenmuffins, gebacken nach einem Rezept des Weltladens Augsburg mit vielen fair gehandelten Zutaten. Foto: Henriette Seydel/Weltladen Augsburg
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        foodsharing in Augsburg

        foodsharing in Augsburg
        Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen! In Augsburg gibt es 230 aktive Foodsaver*innen. Von 2015 bis 2020 retteten sie in 23.000 Einsätzen rund 280 Tonnen Lebensmittel.
        foodsharing: Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen!

        „Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen!“ Das ist das Motto der Initiative foodsharing, die sich seit 2012 dafür einsetzt, dass Lebensmittel eine höhere Wertschätzung erfahren und nicht verschwendet werden. Die Internet-Plattform www.foodsharing.de ermöglicht es Privatleuten, zu viel gekaufte Lebensmittel in Form sogenannter „Essenskörbe“ anzubieten, die andere abholen und verbrauchen können.

         

        Gastbeitrag von Elke Thiergärtner, foodsharing-Botschafterin von Augsburg

         

        In Augsburg hat sich im Februar 2015 eine Gruppe von Engagierten gefunden, die sich über das private Teilen von Lebensmitteln hinaus dafür einsetzen, Essen auch im Handel, bei Gastronomiebetrieben oder auf Veranstaltungen abzuholen und weiterzuverteilen. Was damals als sehr kleine Gruppe begonnen hat, ist in den letzten Jahren zu einer beachtlichen Größe angewachsen: Aktuell retten 230 aktive Foodsaver*innen Lebensmittel bei etwa 45 Kooperationsbetrieben – vom kleinen Gemüsestand bis zum Supermarkt. Dazu kommen regelmäßige Abholungen bei Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Augsburger Plärrer oder dem Christkindlesmarkt.

         

        Von 2015 - 2020: 23.000 Rettungseinsätze für 280 Tonnen Lebensmittel

        Das Engagement der Foodsaver*innen und das große Netzwerk an Abnehmer*innen machen es möglich, dass wir auch ungewöhnliche Aktionen wie etwa die Rettung und Verteilung von 11.000 Litern Erbsenmilch im Februar 2020 stemmen können. Insgesamt konnten wir so bei über 23.000 Rettungseinsätzen schon fast 280 Tonnen Lebensmittel vor der Tonne retten.

        foodsharing betreibt in Augsburg mehrere „Fairteiler“ – öffentlich zugängliche Stellen mit Kühlschrank und Regal, an denen alle Augsburger*innen übrig gebliebene Lebensmittel abgeben bzw. dort abgelieferte Lebensmittel mitnehmen können. Die meisten Augsburger Fairteiler sind aktuell aufgrund des Lockdowns geschlossen. Geöffnet sind die Standorte im Grandhotel Cosmopolis, Springergasse 5,  sowie im Hof der Alten Gasse 7 (hinter dem Kulturcafé Neruda ).

        Seit Mai 2020 ist foodsharing in Augsburg Teil der Lokalen Agenda. Damit haben wir noch mehr Gelegenheit, uns mit anderen Initiativen zu vernetzen und gemeinsam über das Thema Lebensmittelverschwendung aufzuklären und zu informieren. Sei es online über soziale Netzwerke  oder – sobald dies wieder möglich ist – mit Aktionen wie Schnibbelpartys oder Infoständen bei Veranstaltungen.

         

        100 Prozent Ehrenamt

        Die Plattform foodsharing.de wie auch das Engagement der Foodsaver ist zu 100 Prozent ehrenamtlich. Das Retten und Teilen der Lebensmittel findet komplett geldfrei statt. Wir sehen uns dabei nicht als Konkurrenz zur Tafel oder anderen Organisationen, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgen. Vielmehr arbeiten wir als Ergänzung, indem wir z. B. Lebensmittel retten, die die Tafeln nicht annehmen dürfen, oder auch Kleinstmengen mitnehmen.

        Wer Foodsaver werden möchte, registriert sich auf www.foodsharing.de. Nachdem man dort ein Quiz bestanden hat, absolviert man drei Einführungsabholungen mit erfahrenen Foodsavern. Danach erhalten die neuen Foodsaver einen foodsharing-Ausweis und können im Rahmen unserer Betriebsteams Lebensmittel bei kooperierenden Betrieben abholen.

        Kontakt: augsburg@foodsharing.network

         

        Die Fairteiler-Standorte in Augsburg:

        • Keller des Grandhotel Cosmopolis (Springergässchen 5)
        • Hof hinter dem Kulturcafé Neruda (Alte Gasse 7)
        • Sozialkaufhaus contact (Im Tal 8, Haunstetten)
        • Kinder- und Jugendhaus Lehmbau in Hochzoll (Mittenwalder Straße 31, Mo-Fr 10-19 Uhr)
        • im City Café (Konrad-Adenauer Alllee 9, Di-Sa ab 14 Uhr)

        Kontakt: augsburg@foodsharing.network

        Foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
        Die Initiative Foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
        foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
        Die Initiative foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
        Foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
        Die Initiative foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
        foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
        Die Initiative Foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
        Foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
        Die Initiative Foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
        Foodsharing, Augsburg, Lebensmittel retten, Foto: Foodsharing Augsburg
        Die Initiative Foodsharing rettet Lebensmittel. Foto: Foodsharing Augsburg
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        David bäckt - plastikfreie Weihnachtsbäckerei

        David bäckt - plastikfreie Weihnachtsbäckerei
        David Blättners Lieblingsplätzchen sind Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade
        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner

        Im Rahmen der Rezeptserie „David kocht“ stelle ich euch hier im Lifeguide die nachhaltigen Lieblingsrezepte von Augsburger Kochprofis vor. Diese Rezepte stammen direkt aus den Küchen von nachhaltigen Restaurants in Augsburg, wie dem Bio-Hotel Bayerischer Wirt, dem Café dreizehn oder von den Lokalhelden. Mit Fotos von diesen köstlichen Gerichten will ich euch Lust auf's Selber-Kochen machen. Denn bio, regional oder vegan zu kochen, macht nicht nur Spaß, sondern ist auch leicht und lecker!

         

        Dieses Mal läuft es ein bisschen anders. In meinem Sonderbeitrag „David bäckt“ will ich euch meine eigene Lieblingsleckerei in der Adventszeit vorstellen. Denn wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit, um es sich zu Hause mit Weihnachtsmusik gemütlich zu machen und Plätzchen zu backen?

         

        Mein Rezept ist außerdem ein supergutes Beispiel dafür, wie du beim Backen Plastikmüll vermeiden kannst. Es bekommt eine Einschätzung zu Dauer, Preis und Schwierigkeit. Am Ende stehen noch ein paar Tipps für dich zum plastikfreien Backen. Du wirst sehen, das ist viel leichter als du denkst!

         

        Zum Rezept: Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade

        Schwierigkeit: Leicht

        Dauer: ca. eine halbe Stunde

        Kosten: insgesamt ca 6-7 €. Eingekauft habe ich an der Unverpackt-Theke vom Biosupermarkt Basic in Göggingen. Alles in allem haben die Nüsse und Mandeln am meisten gekostet. Für ein Backblech schätze ich die Kosten auf 3 €.

        Zutaten für ein Backblech:

        Für den Teig:

        • 200g Haferflocken
        • 50g Weizen oder Dinkelmehl
        • 125g Zucker
        • 100g weiche Butter
        • 1 Ei
        • 120g gemischte Nüsse (Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse)
        • Eine Prise Zimt, Muskat und Pfeffer

        Für das Backblech:

        • 2 EL Pflanzenöl
        • 1 Hand voll Semmelbrösel
        • Außerdem: Marmelade. Ich empfehle Orangenmarmelade, aber andere Sorten gehen genauso.

         

         

        Hier findest du ein erstklassiges Rezept, um Orangenmarmelade selbst zu machen.

        Nüsse und Mandeln grob hacken. Die Hälfte der Butter in eine Pfanne geben und bei mittlerer Hitze aufschäumen lassen. Den Ofen währenddessen auf 160 Grad vorheizen. Wenn die Butter heiß ist und Blasen wirft die Hälfte des Zuckers hinzugeben. Warten, bis die Butter und der Zucker leicht braun werden, dann die Nüsse, sowie eine Prise Zimt, Muskat und Pfeffer hinzugeben und karamellisieren lassen. Dann Nüsse aus der Pfanne nehmen und mit dem Rest der Butter und dem Ei in eine Schüssel geben und im Mixer oder mit dem Zauberstab kurz pürieren.

         

        Die nun entstandene dickflüssige Masse mit dem Mehl, den Haferflocken und dem restlichen Zucker zu einem Teig verkneten. Wenn der Teig zu trocken ist einen Schuss Mandelmilch (oder andere) hinzufügen, wenn er zu weich ist ein wenig mehr Mehl hinzugeben. Mehl auf der Arbeitsfläche verteilen und den Teig mit einem Nudelholz auf einen halben Zentimeter Dicke (oder etwas mehr) ausrollen und kurz ruhen lassen.

         

        Die zwei Esslöffel Pflanzenöl mit einem Pinsel auf einem Backblech verteilen und eine Handvoll Semmelbrösel darauf verstreuen (dient als Ersatz für Backpapier). Die Plätzchen mit einem Glas ausstechen und auf dem Backblech verteilen. Das Backblech in den Ofen schieben und die Plätzchen ca. 20 min bei Umluft backen.

         

        Die Plätzchen nach 20 Minuten aus dem Ofen nehmen, die Hälfte mit der Marmelade bestreichen und die andere Hälfte als Deckel verwenden. Anschließend 1-2 Stunden unabgedeckt auskühlen lassen. Fertig sind die leckeren Haferplätzchen!

         

         

        Hier noch einige Tipps zum plastikfreien Backen vom Forum Plastikfreies Leben:

        Um Plastik beim Backen zu vermeiden kannst du:

        • Mehl in einer Großpackung von der Mühle kaufen
        • Mandeln & Nüsse unverpackt oder in einer Großpackung kaufen und selbst mahlen, hacken oder rösten
        • Backpulver selber machen: Für 500 g Mehl brauchst du 5 g Natron und 6 Esslöffel Zitronensaft. Das Natron unter das Mehl mischen, den Zitronensaft zum Schluss zum Teig hinzugeben
        • Hefe unverpackt beim Bäcker kaufen (nur in Bäckereien, die noch selbst backen), z.B. Degle in Göggingen
        • Milch, Sahne etc. in Pfandflaschen kaufen
        • Öl statt Butter / Margarine verwenden

         

        Ersatz für Backform oder Backpapier:

        • Statt Backpapier kannst du das Backblech einfetten und mit Mehl oder Semmelbröseln bestäuben
        • nimm keine beschichteten Backformen sondern Formen aus Edelstahl, Glas, Keramik oder Emaille
        • Schnapsgläser oder Saftgläser kannst du als Keksausstecher benutzen

         

        Kekse oder Kuchen kannst du plastikfrei verpacken mit:  

        • Stoffsäckchen
        • Stoffservietten
        • Küchenhandtüchern (z.B. für Stollen)
        • in Butterbrotpapier mit Packschnur
        • gebrauchten Keksdosen
        • Bienenwachstüchern

         

         

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        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
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        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
        Plastikfreie Haferplätzchen mit Nüssen und Orangenmarmelade. Foto: David Blaettner
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