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Plastik, nein danke! Cynthia Matuszewski Di., 16.03.2021 - 16:14
Plastik, nein danke!
Wie eine fünfköpfige Familie dem Verpackungswahn trotzt. Interview mit Sylvia Schaab
Sylvia Schaab aus Augsburg lebt mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei. Foto: Edtih Schmidt gen. Steinhoff

2015 fasste Sylvia Schaab einen Entschluss: Ab jetzt würde sie mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei leben. Umweltbewusst lebten die Schaabs schon immer, aber trotzdem war die Gelbe Tonne alle zwei Wochen rappelvoll. Heute sagt die Journalistin: Wir haben es geschafft. Sie ist Mitbegründerin des Augsburger “Stammtischs plastikfreies Leben” und engagiert sich in Augsburg dafür, dass die Coffee-to-Go-Becher durch wiederverwertbare Recup-Becher ersetzt werden. Im November 2018 erhielt sie zusammen mit ihren Mitstreiter*innen vom Forum Plastikfreies Augsburg den Augsburger Zukunftspreis.

 

Steckbrief: Sylvia Schaab, Journalistin, Buchautorin und Bloggerin. Lebt mit Niklas, Julian, Marlon, Lisa-Lu als Freiberuflerin in dem ganz normalen Wahnsinn zwischen Schulalltag, nachhaltigem Leben und sozialem Engagement.

 

Barbie oder Badeente? Was war dein liebstes Plastikspielzeug als Kind?

Weder noch. Am liebsten spielte ich mit Playmobil, damit konnte ich viel schönere Geschichten entwickeln.

 

Welches Ereignis war ausschlaggebend, in ein plastikfreies Leben zu starten?

Die schiere Menge an Plastikmüll war es, die mich Anfang 2015 nachdenklich stimmte. Mein ältester Sohn, damals neun Jahre alt, nahm gerade das Thema Recycling in der Schule durch. Das lenkte meine Aufmerksamkeit auf unseren eigenen Müll. Und das war schockierend viel! Dabei hatte ich schon in den 80er Jahren meine Mutter vom Mülltrennen überzeugt und in der Schule eine Ausstellung zum Ozonloch gestaltet.

 

Aber wie schafft man das, plastikfrei zu leben? Uns begegnen Kunststoffe doch überall im Alltag: beim Einkauf, im Haushalt, in Kleidung, im Spielzeug und sogar in Kosmetika...

Ich bin Journalistin, also fing ich erst einmal an zu recherchieren, mich  von der Notwendigkeit einer so umfassenden Veränderung zu überzeugen. Was ich herausfand, hat mich motiviert. So erfuhr ich, dass wir in Deutschland laut Deutscher Umwelthilfe jedes Jahr 218 Kilogramm Verpackungsabfall pro Kopf erzeugen, viel mehr als der europäische Durchschnitt. Jährlich landen acht Millionen Tonnen Plastikmüll im Meer. Mittlerweile gibt es fünf gigantische Plastikstrudel, einige so groß wie ganz Mittel-Europa. Mikroplastik kommt im Meer inzwischen sechsmal so häufig vor wie Plankton.

In Deutschland gibt es zwar das duale System. Trotzdem: Nur 46 % der gesammelten Kunststoffe werden wiederverwendet, der Rest wird thermisch verwertet – also verbrannt. Besonders schlimm sind Verbundstoffe wie Tetra-Verpackungen, da hier Plastik und andere Materialien nahezu untrennbar miteinander verbunden sind und ein sinnvolles Recycling praktisch unmöglich machen.

 

Und was hast du konkret verändert?

Ich habe unser Leben schrittweise verändert – das rate ich auch allen “plastikfrei”-Anfänger*innen." Sylvia Schaab

Getränke, Milch und Joghurt kaufte ich fortan nur noch im Glas, Wurst und Käse kommt an der Theke in die Dose, Obst kommt unverpackt in Bioqualität und Gemüse kriegen wir wöchentlich ganz unverpackt von der Solidarischen Landwirtschaft, kurz SoLaWi. Die beschichete Aluminium-Trinkflasche und die Plastik-Trinkflaschen und –Brotzeitdosen wurden durch Edelstahl ersetzt. Schließlich können Weichmacher in die Lebensmittel übergehen und die Gesundheit gefährden.

 

Jeder Einkauf wird kritisch hinterfragt: Brauchen wir das wirklich? Haben wir nicht schon etwas Ähnliches? Können wir es uns eventuell bei den Nachbarn ausleihen? Wo bekomme ich die Sachen aus der Region und in guter Qualität, so dass es lange hält. Gibt es das auch gebraucht? Wenn etwas kaputt geht, dann versuchen wir es zu reparieren.

 

Der wöchentliche Aldi-Einkauf verleitet ja schon dazu, dass man Dinge kauft, die dann zuhause in der Ecke verstauben: der Smoothie-Mixer oder der elektrische Dosenöffner. Alles wird zum Schnäppchenpreis verramscht. Die Hamstermentalität haben wir vielleicht von unseren Eltern mitbekommen. In der Nachkriegsgeneration hat man halt vieles angehäuft. Als wir die Wohnung meiner Tante ausräumten, waren dort Spüllappen und Gefrierbeutel für die nächsten zehnJahre...

 

Plastikfrei mit Kindern, wie funktioniert das?

Meine Kinder überraschten mich am meisten: Statt sich über Einschränkungen zu beschweren, lehnen sie mittlerweile selbst alles Plastikverpackte ab - nur bei Süßigkeiten gibt es manchmal eine Ausnahme.

 

Bei Süßigkeiten achten wir allerdings darauf, dass die Verpackung auch wirklich recycelt werden kann. Doch meist machen wir uns die Leckereien einfach selbst: selbstgebackene Kekse, Brot und Käsestangen füllen die Brotzeitdosen, in denen früher einzeln abgepackte Müsli-Riegel mit jeder Menge Zucker zuhause waren.

 

Hand auf’s Herz: Gibt es bei Euch nicht doch noch den ein oder anderen Plastikgegenstand? Eine Wasserpistole? Oder eine Plastikdose?

Ja, die Plastikdosen habe ich alle aufgehoben, es geht ja auch darum, Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Wir bewahren in ihnen jetzt unsere Schrauben und Dübel auf.

 

Und im Kinderzimmer?

Playmobil und Lego durften bleiben. Das ist langlebig und aus hartem Plastik ohne ominöse Inhaltsstoffe.

 

Was macht Ihr mit Geschenken, die Plastik enthalten?

Das kommt zum Glück kaum noch vor. Werbegeschenke lehnen wir meist ab, da wir eigentlich mehr als genug Sachen besitzen. Andere Dinge, die wir nicht benutzen verschenken wir einfach oder geben sie im Sozialkaufhaus ab. So werden sie doch noch genutzt.

 

Was hat sich für euch geändert?

Das Leben ist entspannter geworden ...kein Einkauf im Riesensupermarkt, kein Prospekte wälzen für die besten Schnäppchen, dafür mehr Zeit mit der Familie beim gemeinsamen Kochen und Backen ... und das Leben ist günstiger geworden. Keine unnötigen Putzmittel oder Haushaltshilfen mehr, gesündere und leckerere Lebensmittel halten gesund. Es ist erstaunlich, wie einfach es ist, Dinge selbst zu herzustellen. Durch den Verzicht auf Plastik sind auch andere nachhaltige Aspekte wieder mehr in den Fokus gerückt. Wir kaufen jetzt danach ein, wie lange Dinge halten und nicht wie viel sie kosten.

 

Was würdest Du verändern, wenn Du könntest?

Durch mein Engagement beim Forum Plastikfreies Augsburg verändere ich ja schon Dinge in meinem direkten Umfeld. Auf alle Fälle würde ich öffentliche Feste und Veranstaltungen nur noch mit Mehrweg-Geschirr feiern lassen. Ich würde biologische Landwirtschaft zum Normalfall machen und nicht zum teuren Luxusprodukt, das es durch die teure Zertifizierung wird. Außerdem würde ich eine Steuer auf Verpackungen und auf Zucker einführen, künstliche Aromastoffe würde ich verbieten.

 

Dieses Interview wurde bereits am 11.1.2019 im Lifeguide veröffentlicht.

 

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Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahren Sie außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

 

 

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Das nachhaltige Augsburg erleben und mitgestalten

Das nachhaltige Augsburg erleben und mitgestalten
H 2 – Das Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast wird zum interaktiven Ort für Nachhaltigkeit - mit Escape-Game für alle von 9 - 99
Der Blaue Planet, Glaspalast, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Augsburg, Foto Anna Schubert

Mit Escape-Game, Abstimmungen zu unseren Zukunftsfragen hier in Augsburg und Infos rund um das Thema Nachhaltigkeit zeigt die Ausstellung „Der Blaue Planet – The Blue Planet“ zusätzlich zu 10 internationalen Künstler*innen auch die regionale Seite des globalen Themas Nachhaltigkeit.

Zum Ausstellungsteil „Nachhaltigkeit erleben“ gehören außerdem öffentliche  Sitzungen, beispielsweise des Augsburger Nachhaltigkeitsbeirats oder des Teams der Lokalen Agenda 21. Diese Termine können wegen Corona derzeit nur kurzfristig bekannt gegeben werden. Ihr findet die Termine hier:  www.nachhaltigkeit.augsburg.de

 

Drei Räume Nachhaltigkeit

In drei kleineren Räumen der Ausstellung „Der Blaue Planet – The Blue Planet“ werden Augsburgs Nachhaltigkeitsziele, die „Zukunftsleitlinien für Augsburg“ und der jüngst veröffentlichte 2. Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Augsburg präsentiert. Das städtische Büro für Nachhaltigkeit mit Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 wird zu verschiedenen Zeiten als „Büro für Nachhaltigkeit und kooperative Stadt“ in der Ausstellung arbeiten und Veranstaltungen durchführen.

Die Zukunft geht uns alle an

In den Räumen gibt es Möglichkeiten zur Partizipation und Mitentscheidung. Hierzu stehen wechselnde Fragen zur Abstimmung und Flächen für Antworten und Vorschläge der Besucher*innen zur Verfügung.

Abenteuer Nachhaltigkeit - Escape-Game

Hier sind vor allem die Jüngeren gefragt: Uns erreicht eine Nachricht aus dem Jahr 2050. Eine Dürre bedroht Augsburg und nur findige Escape-Gamer*innen können unsere Stadt vor den Folgen des Klimawandels retten! Kommt ins Museum und verteidigt mit Mut, Geduld, Ausdauer und Logik unsere Stadt! Erlebt, dass hinter dem unscheinbaren Wörtchen Nachhaltigkeit mächtige Superkräfte stecken, die alles verwandeln können. Helft Augsburg.  

Escape-Game für alle Menschen von: 9-99 Jahre

  • Wann: Mittwoch und Samstag / nur mit vorheriger Anmeldung
  • Dauer:  ca. 50 min
  • Anmeldung: Mindestens zwei Tage vor dem gewünschtem Termin per Mail bei sabine.rottmann@augsburg.de
  • Termine werden nur bei vollständigen Anmeldungen vergeben. In eine Anmeldung gehören folgende Angaben: 1.Vor- und Nachname, 2. Emailadresse, 3. Telefon, 4. Anzahl der Personen/davon Kinder.
  • Corona: Es gelten alle gesetzlichen Regeln und alle Hygieneregeln - bei einem Inzidenzwert über 100 für Augsburg Stadt findet das Escape-Spiel nicht statt.

 

Augsburg setzt auf Kooperationen

Der Augsburger Nachhaltigkeitsbeauftragte, Norbert Stamm, setzt beim Thema Nachhaltigkeit vor allem auf Zusammenarbeit vieler Menschen, Projekte und Initiativen

"Mit Kooperationen lassen sich vielfältige Ziele erreichen – auch Nachhaltigkeit! Dabei ist Kreativität ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit engagierter Menschen. Mit der Lokalen Agenda 21 hat diese Stadt eine starke und demokratische Kooperation, die mit viel Wirbel und Kraft diese Stadt zukunftsfähig gestaltet. Die ganze Stadt – und damit alle AugsBürgerinnen und AugsBürger - profitieren von dieser Kooperation. Und können selber Teil sein. Fundament der nachhaltigen Entwicklung in und durch Augsburg sind die Zukunftsleitlinien, die Sie im ersten Raum finden. Die dreiteilige Installation „Nachhaltigkeit und kooperative Stadt“ zeigt das ganzheitliche Denken des Prozesses; im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht sehen Sie die bisherigen Erfolge und haben die Möglichkeit, weitere Notwendigkeiten zu ergänzen."

Info:

Kunstsammlungen und Museen öffnen ab 16. März / Online-Terminreservierung vorab erforderlich •    Neues Online-Reservierungssystem im Web www.kmaugsburg.de/reservierungen •    Terminbuchung auch bei „Eintritt frei“ vorab erforderlich •    Ticket lösen jeweils vor Ort an der Museumskasse •    Zeitfenster von 60 Minuten für Besuch •    FFP2-Maskenpflicht in allen Museen

Eintritt: Erwachsene  7€, Ermäßigungsberechtige 5,50€, Mitglieder der Lokalen Agenda 21 frei. H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast   Beim Glaspalast 1 86153 Augsburg   Di-So 10-17 Uhr T (0821) 324-4169

 

Der Blaue Planet, Glaspalast, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Augsburg, Foto Anna Schubert
Ausstellung im Glaspalast Augsburg zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Sabine Rottmann
Der Blaue Planet, Glaspalast, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Augsburg, Foto Anna Schubert
Ausstellung im Glaspalast Augsburg zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Anna Schubert
Der Blaue Planet, Glaspalast, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Augsburg, Foto Anna Schubert
Ausstellung im Glaspalast Augsburg zum Thema Nachhaltigkeit. Foto: Anna Schubert
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Lifeguide goes Film

Lifeguide goes Film
Als nachhaltiger Einkaufsführer ins Kino

Vor Ort nachhaltig einkaufen? Das muss nicht kompliziert sein! Im Informationsportal „Der Nachhaltige Warenkorb“ haben die Macher*innen von RENNsüd ( Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien) eine Karte erstellt, in der deutschlandweit regionale Einkaufsführer zu finden sind.

Diese zeigen wo in der eigenen Umgebung regionale und saisonale Produkte gekauft werden können, wo es Konsumalternativen wie Repaircafés oder Foodsharing-Angebote gibt und vieles mehr. Für Augsburg steht die nachhaltige Online-Plattorm Lifeguide auf der Karte. Um auf dieses Angebot aufmerksam zu machen, wurden im Herbst Filme dazu gedreht. Zu sehen sind das Forum Plastikfrei, die City Farm und die Bikekitchen.

Hier gehts zu unserem Spot: "Nachhaltig konsumieren - wir zeigen wie! Lifeguide Augsburg e.V."

Augsburg, nachhaltiger Warenkorb, RENN süd, Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
Snapshot vom Lifeguide-Film in Augsburg für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
Augsburg, nachhaltiger Warenkorb, RENN süd, Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
Snapshot vom Lifeguide-Film in Augsburg für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
Augsburg, nachhaltiger Warenkorb, RENN süd, Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
Snapshot vom Lifeguide-Film in Augsburg für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Snapshot vom Lifeguide-Film
Dreharbeiten, CityFarm Augsburg, Augsburg, nachhaltiger Warenkorb. RENN süd, Foto: Cynthia Matuszewski
Dreharbeiten auf der CityFarm Augsburg. Hier entstand der Lifeguide-Spot für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Cynthia Matuszewski
Dreharbeiten, CityFarm Augsburg, Augsburg, nachhaltiger Warenkorb. RENN süd, Foto: Cynthia Matuszewski
Dreharbeiten auf der CityFarm Augsburg. Hier entstand der Lifeguide-Spot für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Cynthia Matuszewski
Dreharbeiten, CityFarm Augsburg, Augsburg, nachhaltiger Warenkorb. RENN süd, Foto: Cynthia Matuszewski
Dreharbeiten auf der CityFarm Augsburg. Hier entstand der Lifeguide-Spot für den nachhaltigen Warenkorb der RENN süd. Foto: Cynthia Matuszewski
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Licht an für mehr Menschlichkeit!

Licht an für mehr Menschlichkeit!
Kunstinstallation von Markus Heinsdorff zugunsten geflüchteter Menschen
Lichtinstallation, Foto: Schloss Blumenthal

Vom 5. März an sendet der Innenhof des Schlossgeländes zwölf Wochen lang ein orangefarbenes Licht gegen das Vergessen. Mit handgenähten Leuchten aus orangefarbenen Schwimmwesten, die von geretteten Menschen aus dem Mittelmeer stammen, wird an die weiter andauernde Flüchtlingskrise erinnert. Die Installation unterstreicht die Notwendigkeit eines politischen Wandels, hin zu einer gerechten und humanitären Lösung für alle Menschen. Das Leuchtenfeld steht aber auch für die Zuversicht, dass "die schönere Welt, die unser Herz kennt, möglich ist!"

Seit Jahren hausen zehntausende von geflüchteten Menschen unter katastrophalen, menschenunwürdigen Bedingungen in den Lagern auf den griechischen Inseln und an vielen anderen Orten der EU und den EU Außengrenzen. Die Menschen vom Gemeinschaftsprojekt Schloss Blumenthal haben sich schon seit längerem mit der Frage beschäftigt, wie man sich – auch weit entfernt von den Flüchtlingslagern – effektiv engagieren kann.

Es wird Zeit, dass wir unser Licht scheinen lassen für mehr Menschlichkeit, Verbundenheit und das Bewusstsein, dass wir alle eine große Gemeinschaft sind, die nur ein Zuhause hat, diese wunderbare Erde! Und ein gutes Leben auf dieser Erde muss für alle möglich sein!" Menschen vom Gemeinschaftsprojekt Schloss Blumenthal

Seit Anfang 2021 arbeiteten die Blumenthaler*innen – zusammen mit 60 freiwilligen Helfer*innen - an einer großen "Kunst-Landschafts-Installation" des Künstlers Markus Heinsdorff.  Im ersten Schritt suchten die Blumethaler*innen vor allem Spender*innen, die die Realisierung des Leuchtenfeldes unterstützen wollen. Mit einer Spende von 50 € wurde der Bau einer der 144 Leuchten finanziert.

Ab dem 5. März 2021 erstrahlen für 12 Wochen alle 144 Leuchten. Die Wiese vor dem Schloss wird auf über 750 qm illuminiert werden. Die Installation soll auf das Thema Flucht aufmerksam machen und einen politischen Wandel unterstützen, der eine gerechte und menschliche Lösung für alle zum Ziel hat. Mehr Infos findet ihr hier.

 

Spenden

Die Erlöse des Leuchtenverkaufs fließen an Organisationen, die sich für einen Wandel im Umgang mit geflüchteten Menschen einsetzen. Du entscheidest, in welchem Bereich deine Spenden eingesetzt werden sollen. Der Kauf der Leuchten ist ab Eröffnung der Installation möglich. Bis dahin brauchen die Blumenthaler*innen  Unterstützung für den Bau der Leuchten. Spendenkonto: Blumenthaler Wandel e.V. | GLS Bank DE94 4306 0967 8244 9935 00. Mehr Infos findet ihr hier.

  • Verwendungszweck:“Licht anzünden” - Du spendest  direkt für den Bau und die Umsetzung der Kunstinstallation.
  • Verwendungszweck: “Direkthilfe auf Lesbos” - Du spendest für nachhaltige Hilfe vor Ort auf Lesbos.
  • Verwendungszweck:“Rechtshilfe” - Spenden um einen Wandel in der “Flüchtlingspolitik” auf juristischer Ebene zu unterstützen.
  • Verwendungszweck: “Integration in Deutschland” - Gelingende Integration geflüchteter Menschen in Deutschland.

 

Sie können im Rahmen des Kunstprojekts für Organisationen der Flüchtlingshilfe spenden und/oder eine der Leuchten als signiertes Kunstobjekt erwerben, um damit ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Auch diese Erlöse spenden Markus Heinsdorff und der gemeinnützige Blumenthaler Wandel e.V. an ausgewählte Flüchtlingshilfe-Organisationen.

 

 

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Virtuelles Wasser

Virtuelles Wasser
Wo können wir am effektivsten Wasser sparen und warum ist es besser Gemüse zu essen, als einen Wassersparkopf bei der Dusche einzubauen?
Wassertropfen, H2O, Wasser, Bild von Rony Michaud auf Pixabay

Dominik Günter erklärt den Unterschied zwischen Haushaltswasser und virtuellem Wasser, wie wir unseren Waterfootprint verkleinern können und warum es manchmal besser ist, ein altes T-Sirt länger zu tragen...

Jeder Mensch braucht Wasser. Aber es gibt nur eine begrenzte Menge davon, die trinkbar ist. Auch zur Herstellung von Konsumgütern wird Wasser verwendet, jedoch nicht immer sinnvoll oder an geeigneten Orten.

 

Haushaltswasser

Wir alle sind in unserem täglichen Leben auf Wasser angewiesen. Wir brauchen es zum Trinken, zum Kochen, um zu duschen und bei der Toilettenspülung. Zudem wollen wir Wäsche waschen, abspülen, den Garten gießen oder das Auto putzen. In Deutschland wird in den letzten Jahren immer weniger von diesem sogenannten Haushaltswasser verbraucht. Im Durchschnitt verbraucht jede*r Deutsche heute 120 Liter Haushaltswasser am Tag.

 

Virtuelles Wasser

Zu diesem direkten Wasserverbrauch im Haushalt kommt jedoch noch das virtuelle Wasser hinzu. Dieses Wasser ‚versteckt‘ sich in unseren Nahrungsmitteln und in Konsumgütern wie Kleidung, dem Auto oder einem Handy. Es ist jenes Wasser, das für die Produktion einer Ware notwendig ist, also verdunstet, verbraucht oder verschmutzt wird. Um eine Jeans zu produzieren, werden zum Beispiel 11.000 Liter Wasser eingesetzt. Ein Kilogramm Tomaten beinhaltet knapp 200 Liter virtuelles Wasser, welches nötig war, um die Tomaten zu bewässern. Um ein Kilogramm Rindfleisch herzustellen, werden über 15.000 Liter Wasser verbraucht. Das kommt daher, dass das Rind in seiner Lebenszeit zum einen selbst Wasser trinkt und zum anderen Grünfutter zu sich nimmt. Also ist auch der Wasserverbrauch für das Viehfutter im virtuellen Wasserwert für Rinder enthalten.

Das Rind kann übrigens nur einen geringen Anteil der Energie aus dem pflanzlichen Futter so umsetzen, dass es für uns im Fleisch wieder zur Verfügung steht.

Rechnet man Haushaltswasser und virtuelles Wasser zusammen, verbraucht jede*r Bürger*in Deutschlands etwa 4.000 Liter Wasser pro Tag. Das Haushaltswasser ist also nur ein minimaler Teil des Wassers, das jede*r von uns verbraucht.

 

Das Problem der Globalisierung

In der Frühzeit der menschlichen Entwicklung war der Mensch lokal gebunden. Er konnte nur Wasser aus umliegenden Quellen, Flüssen oder Seen beziehen. Oder Nahrungsmittel essen, die mit diesem Wasser bewässert wurden. Heute ist das anders. Durch den globalen Handel verbrauchen wir praktisch Wasser aus weltweiten Quellen. Somit können wir unseren Wasserverbrauch auch nicht mehr direkt einschätzen.

Nehmen wir als Beispiel eine Tasse Kaffee. Sie verbraucht so viel von unserem Haushaltwasser wie in die Tasse passt, also etwa 0,2 Liter Leitungswasser aus den lokalen Kreisläufen. Der Haken dabei ist das virtuelle Wasser, also das Wasser, das zur Produktion der Kaffeebohnen für diese Tasse Kaffee benötigt wird. Das liegt bei über 200 Litern. Dazu kommt, dass diese Kaffeebohnen oft aus Ländern wie Äthiopien stammen, wo Wasser knapp ist. Statt Kaffee könnten Grundnahrungsmittel in den Regionen angebaut werden. Die Grundversorgung der Menschen vor Ort würde somit sichergestellt werden und das Wasser würde nicht verbraucht, um Genussmittel für andere Länder zu produzieren.

 

Virtuelles Wasser als Lösungsmodell

Das Konzept des virtuellen Wassers bietet aber auch einen Lösungsansatz auf der Ebene der Produktion. Das Ziel sollte sein, dass keine Region der Welt mehr an Wassermangel leiden muss. Und das könnte durch den virtuellen Transport von Wasser gelingen. Ein Beispiel: Wenn Deutschland Tomaten aus Spanien importiert, wird auch das virtuelle Wasser mit-importiert, das Spanien nicht mehr verwenden kann. Ein Export deutscher Computerchips (die für ihre Produktion in Deutschland regionales Wasser verbrauchen) nach Spanien, würde diesen virtuellen Wasserstrom wieder ausgleichen. Mittels effizient verteilter Produktion, könnte also eine optimale Wasserverteilung auf der Welt gewährleistet werden.   Klar wird, dass das virtuelle Wasser mit einbezogen wird, wenn man überlegt wie Wasser optimal verteilt werden kann. Denn jede Region und jeder Mensch sollte genügend Wasser zur Verfügung haben. Um das gesamte globale Wasser ideal zu nutzen und auch virtuelle Wasserströme sinnvoll zu leiten, braucht es Verhandlungen von Akteur*innen auf der ganzen Welt.

 

Darf ich jetzt weiterhin Kaffee trinken?

Zurück zu unserem Kaffeebeispiel. Kaffeebohnen können in Deutschland nicht angebaut werden. Trotzdem ist es das beleibteste Heißgetränk der Deutschen. Das bedeutet, dass wir darauf angewiesen sind die Kaffeebohnen und damit auch das virtuelle Wasser aus anderen Regionen der Welt zu importieren. Nun können wir durch unseren Konsum jedoch kein virtuelles Wasser zurückgeben. Um als Verbraucher*in virtuelles Wasser zu sparen, haben wir also lediglich die Möglichkeit weniger Produkte zu kaufen, die in wasserarmen Regionen produziert wurden. Außerdem können wir insgesamt eher auf Produkte zurückgreifen, die mit wenig Wasser hergestellt werden.

Diese Galerie von Waterfootprint mit vielen Lebensmitteln hilft dir, deinen Konsum von virtuellem Wasser durch Lebensmittel zu ermitteln. Außerdem stellen wir in unserem Lifeguide-Artikel "Mein Auto, mein Kleid, mein Hähnchen" die Brot für die Welt Studie mit vielen genauen Zahlen, Daten  und Lösungsansätzen vor. Oder du schaust einmal unter "Durstige Güter".

 

Aber wie soll das in der Praxis funktionieren?

Am besten ist es fast immer saisonale und regionale Produkte zu konsumieren. So könnte der eigene Kaffeekonsum reduziert werden und stattdessen Kräutertees getrunken werden, um virtuelles Wasser zu sparen. Eine Tasse Tee verbraucht etwa 30 Liter virtuelles Wasser, also nur etwa 1/7tel einer Tasse Kaffee. Ganz grundsätzlich verbrauchen wir umso weniger virtuelles Wasser je weniger wir konsumieren. Eine statt drei Tassen Kaffee am Tag reduziert den Wasserverbrauch. Genauso ist es auch sinnvoll seltener ein neues T-Shirt zu kaufen und jedes Kleidungsstück länger zu benutzen. Auch der Verzehr von weniger wasserintensiven Produkten wie Gemüse statt Fleisch reduziert den persönlichen virtuellen Wasserfußabdruck. Noch einmal zur Erinnerng: In einem einem Kilogramm Rindfleisch steckt über 15.000 Liter virtuelles Wasser, wohingegen nur knapp 300 Liter Wasser verbraucht werden, um ein Kilogramm Kartoffeln zu produzieren.

 

Wassersparen geht also am besten durch bewussten Konsum

Wassersparen geht also am besten durch bewussten Konsum und bewusste Ernährung. Ein wassersparender Duschkopf ist zwar gut, bewirkt aber im Gesamtzusammenhang nahezu nichts. Wir sollten uns – mit den virtuellen Wassermengen im Hinterkopf - fragen wie viel Fleisch wir wirklich brauchen (10.000 bis 15.000 Liter pro kg) und ob es das alte T-Shirt (4.000 Liter pro Stück) nicht doch noch tut. Konsumreduzierung, Recycling oder Upcycling sind weitere sinnvolle Maßnahmen. Eine globale Steigerung des Bewusstseins in Bezug auf Wassermanagement muss erreicht werden, um drohende negative Auswirkungen einzudämmen so gut es geht, um die Grundlage des Lebens auf diesem Planeten zu schützen.  

 

Folgender Lifeguide-Artikel könnte dich auch interessieren:

 

Literaturliste:

  • August D., Chapagain A., Geiger M., Sonneberg A. (2009): Der Wasser-Fußabdruck Deutschlands. Woher stammt das Wasser, das in unseren Lebensmitteln steckt?  WWF Deutschland, Frankfurt am Main.
  • BICC (2015): Virtuelles Wasser. Bundeszentrale für politische Bildung. (29.05.17).
  • Chapagain A. K., Hoekstra A. Y. (2008): Globalization of Water. Sharing the Planet’s Freshwater Resources. Blackwell Publishing, Oxford, UK.
  • Fokken U., Gal V., Adamczyk M., Kochen Dörfer J., Sperrer R. (2015): Deutsche Umwelthilfe Jahresbericht 2015.  (19.06.17).
  • Klohn W., Windhorst H.-W. (2006): Weltagrarwirtschaft und Weltagrarhandel. 2. Aufl., Vechtaer Druckerei und Verlag, Vechta.
  • Mauser W. (2010): Wie lange reicht die Ressource Wasser? Vom Umgang mit dem blauen Gold. 3. Aufl., Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main.
  • Michael T. (2015): Diercke Weltatlas. Westermann Verlag, Braunschweig.
  • Petry D. (2017): Virtuelles Wasser Produktgalerie. Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V., Bonn. (01.06.17).
  • Strigel G., Ebner von Eschenbach A.-D., Berjenbruch U. (Hg.) (2010): Wasser – Grundlage des Lebens. Hydrologie für eine Welt im Wandel. Schweizerbart Science Publishers, Stuttgart.
  • Weizsäcker E. U. (1994): Erdpolitik. Ökologische Realpolitik an der Schwelle zum Jahrhundert der Umwelt. 4. Aufl., Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt.
  • Zentel K. O. (2017): Wasser ist Leben. CARE Deutschland-Luxemburg e.V., Bonn. (26.05.17).

 

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Lokale Agenda 21 wählt neues Sprecher*innen-Duo

Lokale Agenda 21 wählt neues Sprecher*innen-Duo
Sylvia Schaab und Tom Hecht vertreten bis Ende 2022 die Lokale Agenda 21 für ein nachhaltiges Augsburg
Logo Lokale Agenda 21 Augsburg

In einer digitalen Sondersitzung haben die Akteure der Lokalen Agenda 21 der Stadt Augsburg am 15. Dezember 2020 Sylvia Schaab zur neuen Sprecherin gewählt und Tom Hecht als Sprecher bestätigt. Das Sprecher*innen-Duo vertritt bis Ende 2022 die Lokale Agenda 21 in Augsburg, zu der 29 Agendaforen gehören. Sylvia Schaab und Tom Hecht setzen sich seit Jahren für ein nachhaltiges Leben ein. Ihre Schwerpunkte sind Mobilität, ressourcenschonendes Leben und nachhaltige Digitalisierung.

Sylvia Schaab ist in der nachhaltigen Szene Augsburgs gut verankert

Die Journalistin Sylvia Schaab ist seit 2017 als Sprecherin des Forums Plastikfreies Augsburg in der Lokalen Agenda aktiv, Teil der Steuerungsgruppe des Lifeguide Augsburg. Sie ist Vorstandsmitglied bei Transition Town Augsburg und Teil der Steuerungsgruppe des Lifeguide Augsburg. Als Botschafterin für Nachhaltigkeit hält sie Vorträge zum Thema „Plastikfrei und ressourcenschonend Leben“, schreibt Blogbeiträge, Bücher und in Artikeln im Lifeguide über positive Beispiele zukunftsorientierten Lebens, Institutionen und Unternehmen.

Tom Hecht steht für Mobilität und nachhaltige Digitalisierung

Der Diplom Physiker und Lehrer Tom Hecht ist bereits seit 2015 Sprecher der Lokalen Agenda. Als Vertreter des Fachforums Verkehr der Lokalen Agenda 21 ist er Mitglied des Mobilitätsbeirates. Er arbeitet im Vorstand der Bürgerstiftung beherzte Menschen, setzt sich für Bürgerwissenschaften rund um Luftqualität ein und ist Initiator von augsburg.one, einer Initiative für nachhaltige Digitalisierung.

In den kommenden zwei Jahren werden die beiden Sprecher*innen die Lokale Agenda 21 für ein zukunftsfähiges Augsburg in der Öffentlichkeit und gegenüber Politik und Medien vertreten.

 

Wahlmethode: Systemisches Konsensieren

Zukunftsweisend ist die Runde der Lokalen Agenda 21 nicht nur in Sachen Nachhaltigkeit, sie ist auch offen für neue Ideen und Methoden. Und so wählten die Vertreter*innen der 29 Foren Mitte Dezember das Sprecher*innen-Duo mittels „Systemischen Konsensierens“. Dabei entscheidet nicht die Mehrheit der Stimmen für eine Person, sondern welche Person den geringsten Widerstand erhält. So wird eine gemeinsame, demokratische Entscheidung aller Beteiligten getroffen. Diese Art der Abstimmung erzeugt eine Atmosphäre der Sachlichkeit und Toleranz, macht den Entscheidungsprozess transparenter, da die Eigenschaften der jeweiligen Personen gegeneinander abgewägt werden können. Der Vorteil ist, dass sich diejenigen durchsetzen, deren Vorschläge die gemeinsamen Anliegen am besten fördern. Die Methode minimiert das Konfliktpotential bei der Entscheidungsfindung. Mit diesem System haben die Vertreter*innen der 29 Agendaforen am 15. Dezember Tom Hecht als ihren Sprecher im Amt bestätigt. Neu dabei ist Sylvia Schaab, die Maria Brandenstein als Sprecherin ablöst.

Maria Brandenstein lag vor allem die Bildung sowie die Verbindung zur Jugend am Herzen. Als Erziehungswissenschaftlerin schätzt und unterstützt sie das Engagement der Aktivist*innen von Fridays for Future (FFF). 2017 organisierte sie gemeinsam mit der Lokalen Agenda und dem Bildungsbündnis ein Treffen der FFF mit Menschen aus dem Nachhaltigkeitsbereich – aus der Lokalen Agenda aber auch der Stadtgesellschaft und der Wissenschaft. In den kommenden Monaten verlagert sie ihren Schwerpunkt auf ein EU-Projekt, in dem Nachbarschaften zu einem lebendigen und nachhaltigen Miteinander begleitet werden.

 

Die Lokale Agenda 21 – für ein zukunftsfähiges Augsburg

Die Lokale Agenda 21 bildet seit 1996 den Nachhaltigkeitsprozess der Stadt Augsburg. Dabei treffen sich die Vertreter*innen der mittlerweile 29 Foren regelmäßig, um sich auszutauschen und konkrete nachhaltige Themen in der Stadtgesellschaft voranzubringen. Sie vertreten die „Zukunftsleitlinien für Augsburg“, die ökologische, ökonomische, soziale und kulturelle Ziele für eine lebenswerte und lebenssichernde Zukunft enthalten. Die Akteur*innen arbeiten ehrenamtlich daran, die Menschen sowie die Stadtverantwortlichen zu einem nachhaltigeren Handeln zu bewegen. Gemeinsam mit dem städtischen Büro für Nachhaltigkeit steuern die Agendaforen im Agendateam den Prozess. Ebenfalls Teil des Augsburger Nachhaltigkeitsprozesses sind der Nachhaltigkeitsbeirat und der jährliche Augsburger Zukunftspreis.

 

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Tom Hecht, Foto Cynthia Matuszewski
Tom Hecht, Foto Cynthia Matuszewski
Sylvia Schaab aus Augsburg lebt mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei. Foto: Edtih Schmidt gen. Steinhoff
Sylvia Schaab aus Augsburg lebt mit ihrer fünfköpfigen Familie plastikfrei. Foto: Edtih Schmidt gen. Steinhoff
Maria Brandenstein, Lokale Agenda 21, Augsburg, Foto Cynthia Matuszewski
Maria Brandenstein, Sprecherin der Augsburger Lokalen Agenda 21. Foto Cynthia Matuszewski
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Hochschule Augsburg: Bei HSA_transfer arbeiten die „Expert*innen für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs“, derzeit die Foren der Lokalen Agenda 21, das Büro für Nachhaltigkeit der Stadt Augsburg und die Hochschule Augsburg.
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HIDE
Ort

An der Hochschule
86161 Augsburg
Deutschland

Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren? Wie können angehende Wissenschaftler*innen und nachhaltige Akteur*innen aus Augsburg ihre Expertise in ein gemeinsames Projekt einbringen, mit dem Ziel, Augsburg ein bisschen nachhaltiger zu machen? Und damit der Realisierung der 75 Augsburger Zukunftsleitlinien einen Schritt näher zu kommen?

Die Projektagentur HSA_Transfer bietet seit 2018 die Möglichkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen der Stadtgesellschaft und der Hochschule Augsburg. Im Schwerpunkt „Expert*innen für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs“ arbeiten derzeit die Foren der Lokalen  Agenda  21,  das  Büro für Nachhaltigkeit der Stadt Augsburg und die Hochschule Augsburg eng und in vielfältigen Vorhaben zusammen.

Ziel der Hochschule Augsburg ist es, den Austausch mit der Stadtgesellschaft zu intensivieren. Bei HSA_transfer haben sich dazu Akteurinnen und Akteuren der Hochschule und der Foren der Lokalen Agenda zu den „Expert*innen für ein nachhaltige Entwicklung Augsburgs“ zusammengeschlossen, um so gemeinsam das Thema Nachhaltigkeit in der Stadt weiter voranzubringen. Im Mittelpunkt stehen dabei gemeinsame Aktivitäten, die die Expertise von Hochschule und Foren vereinen – in Anlehnung an die Zukunftsleitlinien der Stadt mit Fokus auf die Bereiche Kultur, Ökonomie, Ökologie und Soziales.

Die Hochschule Augsburg hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Aktivitäten des Projekts selbst nachhaltiger zu werden und eine Nachhaltigkeitsstrategie auf den Weg zu bringen. Die Projektagentur HSA_transfer unterstützt die Hochschule Augsburg dabei, ihre Transferaktivitäten zu stärken. Entscheidend dabei  ist der gegenseitige Austausch: Expertinnen und Experten aus den Agendaforen der Stadt tragen Impulse aus den Foren in die Hochschule. Im Gegenzug bringen Professorinnen, Professoren und Studierende ihre Expertise und ihr Engagement in Projekte mit Agendaforen ein.

 

HSA_transfer bündelt Expertisen

Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel, Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik, in Kooperation mit Dr. Franziska Sperling, HSA_transfer, und Dr. Norbert Stamm, Büro für Nachhaltigkeit, sowie den Mitgliedern der Foren der Lokalen Agenda 21, werden die Impulse aus Stadt und Hochschule koordiniert.

Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen:Mail: nachhaltigkeit@hs-augsburg.de

INFO: „Expert*innen für eine nachhaltige Entwicklung  Augsburgs“ ist  ein  thematischer Schwerpunkt in der Projektagentur „HSA_transfer“ an  der Hochschule Augsburg, die im Rahmen der bundesweiten Förderinitiative „Innovative Hochschule“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wird.

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Das gute Leben für alle

Das gute Leben für alle
Der Augsburger liesLotte Verlag ist seit Juli 2020 gemeinwohlzertifiziert. Interview mit Verlegerin Uta Börger und Chefredakteurin Angelina Blon.
Der Verlag liesLotte in Augsburg ist gemeinwohlzertifiziert. Interview mit Verlegerin Uta Börger und Chefredakteurin Angelina Blon. Foto: Cynthia Matuszewski

"Ich bin tatsächlich stolz darauf, als Frau in der Augsburger Medienlandschaft zu zeigen, dass man mit Qualität, Herzblut und viel Ehrlichkeit erfolgreich sein kann. Mich berührt aber auch, wie wir als  tolles Team an einem Strang ziehen."

Uta Börger

Die Gemeinwohlökonomie steht für eine ethische Marktwirtschaft. Die Wirtschaftsordnung des Österreichers  Christian Felber berücksichtigt dabei Werte wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Nachhaltigkeit oder Demokratie. Ziel ist die Balance zwischen Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit.

 

Uta Börger lebt seit 20 Jahren in Augsburg und produziert in ihrem Verlag unter anderem das Familienmagazin liesLotte für Augsburg, Schwaben und Allgäu sowie das nachhaltige Stadtmagazin Purpur für die Region Augsburg. Das Unternehmen der Verlegerin, Grafikerin, PR-Referentin und Journalistin  ist seit Juli 2020  gemeinwohlbilanziert: Sie hat sich zusammen mit sieben weiteren Unternehmen aus der Region Augsburg im Mai 2019 auf den Weg gemacht, um ihren Betrieb gerechter, solidarischer und nachhaltiger aufzustellen. Heute sagt sie: "Ich bin überzeugt, dass modernes werteorientiertes Leadership die Weichen für Freiraum, Schöpferkraft, Innovation, und damit auch gesellschaftlichen Erfolg einer Firma stellt." Uta Börger

 

Angelina Blon gehört seit 2009 zum Team liesLotte und ist seit 2018 Chefredakteurin der Purpur. Die Diplom-Geographin und Journalistin beschäftigt sich seit ihrem Studium mit dem Thema Nachhaltigkeit und hat den Prozess der Gemeinwohlbilanzierung begeistert mitgestaltet.

 

Interview mit Verlegerin Uta Börger und Chefredakteurin Angelina Blon

 

Uta, warum liebst du, was du tust?

Uta Börger: Ich liebe es, neue Projekte umzusetzen, kreativ zu sein, für die Umsetzung dieser Ideen zu powern und mein Umfeld mit zu begeistern. Dies mag manchmal herausfordernd sein, bringt mir andererseits aber auch eine große Freiheit, diese in meinem eigenen Unternehmen umzusetzen. Dazu kommt, dass ich mit meiner Arbeit eine hohe Wirksamkeit erziele und sehe, dass ich für die Menschen und die Region etwas bewegen kann.

Das Team des liesLotte-Verlags in Augsburg. Das Unternehmen ist seit 2020 gemeinwohlzertifiziert. Foto: Cynthia Matuszewski

Euer Betrieb ist gemeinwohlbilanziert. Was bedeutet das?

Angelina Blon: Wir legen in unserem Verlag Wert auf ein Wirtschaftssystem, bei dem ein gutes Leben für alle – Menschen, Tiere, Pflanzen, unser Planet Erde mit seinen Ressourcen, hier und anderswo, jetzt und in Zukunft – im Mittelpunkt steht. Die Gemeinwohlökonomie schafft die Basis für diese ethische Marktwirtschaft, die für mich eine Balance zwischen Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit kreiert. Der Österreicher Christian Felber hat mit der Gemeinwohl-Ökonomie eine Wirtschaftsordnung entwickelt, in der Werte wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Nachhaltigkeit oder Demokratie berücksichtigt und „bilanziert“ werden können.

 

Was hat euch dazu veranlasst, einen Gemeinwohlbericht zu schreiben?

Uta Börger: In unserem Verlag und unserem Team leben wir schon von Anfang an einen besonderen Spirit. Dieser basiert auf einer werteorientierten und sinnstiftenden Unternehmenskultur, die wir im Laufe der elf Verlagsjahre gestaltet haben. Werte sind dabei die Basis für mein Denken und Handeln als Unternehmerin. Der GWÖ-Bericht war die logische Folge dieser inneren Haltung, denn die Idee der Gemeinwohlökonomie spiegelt diese persönlichen Werteüberzeugungen sehr stark wieder.

 

Wie viel Zeit muss ein Unternehmen für einen GWÖ-Bericht einplanen?

Angelina Blon: Der Prozess dauert insgesamt etwa ein Jahr. Wir haben ca. 340 Stunden in unseren GWÖ-Bericht investiert.

 

Wie funktioniert das in der Praxis? In eurem Betrieb?

Angelina Blon: Wir haben uns ein Mal im Monat in der Peergroup zu einem Workshop getroffen. Sie fanden unter dem Dach der Gemeinwohlökonomie GWÖ statt und wurden dabei permanent von einem Auditor begleitet. In unserem Verlag haben wir in einem Kleinteam sowie unter Einbeziehung aller diese Workshops vor- und nachbereitet, Fakten zusammen getragen, den Bericht formuliert. So nahmen wir im Laufe eines Jahres 20 Themen unter die Lupe, die das Gelingen unserer Beziehungen zu Mitarbeiter*innen, Kund*innen, Lieferant*innen, Geldgeber*innen sowie das gesellschaftliche Umfeld bewerteten. Kriterien waren hierbei unter anderem Aspekte der Menschenwürde, der Solidarität und Gerechtigkeit, der ökologischen Nachhaltigkeit sowie der Transparenz und Mitentscheidung.

 

Könnt ihr ein konkretes Beispiel nennen?

Uta Börger: Wir verfolgen bereits seit Gründung vor elf Jahren eine ethische Verkaufspolitik. Wir grenzen uns strikt von der Drückermentalität, die in der Branche durchaus üblich ist, ab. Unseren Verkäufer*innen ist es nicht erlaubt, Kund*innen zu Abschlüssen zu nötigen.

"Wir setzen auf eine ehrliche und kundenorientierte Beratung, denn Ehrlichkeit ist einer unserer höchsten Firmenwerte."

Uta Börger

Dabei steht immer der Wunsch, die Marketingstrategie sowie der Nutzen des Kunden bzw. der Kundin an erster Stelle. Unsere Preisgestaltung ist ebenfalls von Anfang an wertebasiert gestaltet. Rabatte und Dumpingpreise gibt es bei uns nicht. Unsere Preise sind fair kalkuliert. Zudem unterstützen wir Kleinstunternehmen mit verschiedenen Maßnahmen.

 

Wie ist es euch ergangen, in dem Jahr, in dem ihr euch intensiv mit deinem Unternehmen auseinandergesetzt hast?

Uta Börger: Obwohl ich persönlich lieber kreativ arbeite und Berichteschreiben eher lästig finde (lacht), hat mich die Arbeit am Bericht wirklich immer wieder fasziniert.

"Vieles haben wir intuitiv schon auf einen guten Weg gebracht. Dies zu sehen und zu erkennen, hat uns positiv überrascht."

Uta Börger

Nun sind wir einen weiteren Step gegangen und haben Themen noch einmal intensiv und in großer Klarheit durchdacht, dokumentiert und festgehalten. So wurden aus intuitivem Handeln Standards und Leitlinien.

 

Uta, hat die GWÖ-Zertifizierung deine eigenen Werte bezüglich der Unternehmensführung bestärkt?

Uta Börger: Auf jeden Fall! Ich war mir schon immer recht klar über meine persönlichen Werte, jetzt wurden sie noch einmal geschärft. Sich dieser bewusst zu sein, unterstützt in allen unternehmerischen Feldern, die eigenen Entscheidungen zu finden und zu be-gründ-en. Sie sind die Basis für alles.

 

Hat sich in eurem Betrieb etwas verändert, während ihr die GWÖ-Bilanzierung durchgeführt habt?

Angelina Blon: Wir haben durch den Bericht viele Themen angestoßen, die wir verbessern möchten und teilweise jetzt schon umgesetzt haben. Durch die Berichtsrubrik "Löhne" haben wir uns beispielsweise intensiv damit auseinander gesetzt. Hier entstand der Wunsch, die Löhne gerechter zu gestalten. Wir haben zum 1. Januar 2020 eine Gehaltsmatrix eingeführt. Dieses New-Pay-Vergütungsmodell ist nun die konsequente Weiterführung unserer modernen, offenen und fairen Unternehmenskultur – nun eben auch auf finanzieller Ebene. Wir heben damit unsere Firmenwerte auf eine neue Ebene.

 

Wie habt ihr das New-Pay-Vergütungsmodell erarbeitet?

Uta Börger: In einem gemeinsamen Workshop war das gesamte Team beteiligt.

Wir erarbeiteten ein Grundgehalt, das für alle gleich ist. Dazu kommen Zulagen für verschiedene Faktoren wie Anzahl der Kinder, Übernahme von Verantwortung und vieles mehr. Uns war wichtig, dass alle Mitarbeiter*innen diese neue Vergütung fair und gerecht empfinden."

Uta Börger

Mir als Unternehmerin war die Transparenz und Klarheit der Lohngestaltung daran sehr wichtig. Das Modell hat sich bisher gut bewährt, es gibt aber auch schon Ideen für weitere Verbesserungen und Anpassungen, die wir in einem neuen Workshop Ende des Jahres besprechen werden.

 

Als Besucherin habe ich das Arbeitsklima bei euch auch schon vor der Gemeinwohlbilanzierung als entspannt und partnerschaftlich erlebt. Hat sich durch den Prozess der Zertifizierung beim Betriebsklima noch etwas verändert?

Angelina Blon: Das Team ist durch die gemeinsame Berichtsarbeit mehr zusammen gewachsen. Wir haben mal richtig ins Uhrwerk hinein geschaut, uns mit dem Innenleben, den Strukturen, den Rädchen im Getriebe befasst und konnten dadurch neue Zusammenhänge erkennen.

"Der Prozess der GWÖ-Zertifizierung schaffte noch mehr Identifikation mit dem Arbeitsplatz und zeigte die Sinnhaftigkeit unseres Tuns auf."

Angelina Blon

Zudem erweiterte sich mit der Beschäftigung mit den Werten auch die Wert-schätzung für diesen Arbeitsplatz bei liesLotte. Dass es neben der üblichen Gehaltszahlung noch andere ansprechende Rahmenbedingungen wie flexibles dynamisches Arbeiten, die Freiheit und die Partizipationsmöglichkeiten gibt, ist wieder stärker ins Bewusstsein gelangt.

 

Ihr habt schon vor Jahren euren ersten CSR-Bericht mit dem Titel „Wertschöpfend arbeiten geht (gut)!“ herausgegeben, der sich mit der sozialen und ökologischen Verantwortung beschäftigt. War die GWÖ-Bilanzierung für Euch die logische Konsequenz?

Uta Börger: Ja, wir wollten uns nicht auf dem ausruhen, was wir bereits geschafft haben, sondern noch mehr für die Mitarbeiter*innen, die Umwelt, die Region und die Gesellschaft erreichen und ein offizielles Label erarbeiten.

Hat sich der Prozess gelohnt?

Uta Börger: Auf jeden Fall! Die Durchleuchtung aller unserer internen Prozesse hat sowohl mir als Geschäftsinhaberin wie auch meinem Unternehmen insgesamt sehr viele positive Impulse beschert. Das Überdenken von alten Abläufen und den Fragestellungen nach neuen Rahmenbedingungen und Strukturen, die zum Wohle aller noch optimiert werden können, hat dem ganzen Team und meinem Verlag Bewegung, Veränderung, Fokussierung und Weiterentwicklung ermöglicht.

 

Wie geht es jetzt weiter? Uta Börger: Nach zwei Jahren muss neu berichtet und erneut bilanziert werden. Dies wird hoffentlich nicht mehr so umfangreich wie die erste Berichtsphase, aber wahrscheinlich genauso spannend. Dies bedeutet, dass wir weiter konstant an Verbesserungen arbeiten werden. Denn es entspricht unserem liesLotte-Spirit vorzudenken und neue Wege zu gehen.

 

In der Region Augsburg sind folgende Unternehmen gemeinwohlzertifiziert:

Hier geht es zu Gemeinwohl-Ökonomie, Regionalgruppe Augsburg

Kontakt: augsburg@list.ecogood.org

 

 

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Ein spannendes Interview mit Michael Schnitzlein zum Thema Gemeinwohlökonomie findet ihr auch auf der Website Aufgeklärtes Herz

Team liesLotte, Nachhaltigkeit, Gemeinwohl, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Das Team des liesLotte-Verlags in Augsburg. Das Unternehmen ist seit 2020 gemeinwohlzertifiziert. Foto: Cynthia Matuszewski
Das Team des liesLotte-Verlags in Augsburg. Das Unternehmen ist seit 2020 gemeinwohlzertifiziert. Foto: Cynthia Matuszewski
Das Team des liesLotte-Verlags in Augsburg. Das Unternehmen ist seit 2020 gemeinwohlzertifiziert. Foto: Cynthia Matuszewski
Team liesLotte, Nachhaltigkeit, Gemeinwohl, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Das Team des liesLotte-Verlags in Augsburg. Das Unternehmen ist seit 2020 gemeinwohlzertifiziert. Foto: Cynthia Matuszewski
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Vision: buch7-Kulturbahnhof ist Wirklichkeit!

Vision: buch7-Kulturbahnhof ist Wirklichkeit!
Projekt mit Vorbildcharakter startet früher dank Corona-bedingtem Umsatzplus des Online-Buchhändlers buch7
Kulturbahnhof Langweid

Es ist vollbracht: Das über hundertjährige Bahnhofsgebäude in Langweid am Lech ist fertig renoviert und wird jetzt als buch7-Kulturbahnhof mit Leben gefüllt. Es vereint ein Bio-Café sowie einen stationären Buchladen und ist zudem ein Ort für kulturellen und gesellschaftlichen Austausch.

Der buch7-Kulturbahnhof ist ein Projekt des Online-Buchhändlers buch7, das vor zwei Jahren startete. Über 500.000 Euro haben die Renovierungsarbeiten gekostet, sie konnten dank Corona-bedingtem Umsatzplus beim Online-Buchhandel schneller als geplant abgeschlossen werden. Bei der Renovierung wurde mit ökologischen Materialien der Original-Stil aus der Vorkriegszeit bewahrt, das Gebäude wird aber dank neuer Heiztechnik völlig CO2-neutral beheizt. Ein Projekt mit Vorbildcharakter für ganz Deutschland.

Graue Fassade, rissige Wände, lose Kabel, zerbrochene Bodendielen: Noch vor zwei Jahren drohte dem Bahnhof in Langweid der Zerfall – wie so vielen Bahnhöfen in ganz Deutschland. Die Nachbarn – darunter auch der Online-Buchhändler buch7 – konnten dem Bröckeln der Fassade tagtäglich zusehen. Gleichzeitig war buch7 auf der Suche nach Büro-, Laden- und Veranstaltungsräumen. Als bekennende Weltverbesserer war es den Gründern von buch7 auch immer ein Bestreben, nicht nur mit drei Vierteln des Gewinns andere, wertvolle Projekte zu fördern, sondern auch eigene gemeinnützige Projekte zu initiieren. Wo damit anfangen, wenn nicht vor der eigenen Haustüre, dem verfallenden Bahnhof! Gesagt, getan: Zwei Jahre später ist das Bahnhofsgebäude kaum wiederzuerkennen. Kernsarniert erstrahlt es in leuchtendem Sonnengelb und ist Ort des Dialogs und Gedankenaustauschs.

Die Vision von Benedikt Gleich, Gründer des Online-Buchhändlers buch7 und Initiator des buch7-Kulturbahnhofs, ist Wirklichkeit geworden.

Wir wollten ein historisches Gebäude vor dem Abriss bewahren und gleichzeitig einen Treffpunkt und ein Schaufenster für gesellschaftlich interessierte und engagierte Menschen schaffen. Autorenlesungen, Weltverbesserer-Treff oder Kulturkino, informative Veranstaltungen wie Vorträge oder Themenabende. All dies – und vieles mehr ist hier möglich.“ Benedikt Gleich, Gründer des Online-Buchhändlers buch7

 

Schnellere Renovierung dank Umsatzplus während Coronazeiten – Einsatz von nachhaltigen Materialien

Über 500.000 Euro haben die Renovierungsarbeiten gekostet und konnten Corona-bedingt sogar schneller als geplant abgeschlossen werden. 333.333,33 Euro davon kamen durch Spenden von buch7 zusammen.

Durch die zeitweise Schließung des stationären Buchhandels und die vermehrten Online-Bestellungen sind unsere Umsätze von März bis Juli bei buch7 um fast 50 Prozent gestiegen. Mit den unerwarteten Einnahmen konnten wir erfreulicherweise nun auch die Fassade erneuern und die Sanierung damit früher als geplant vollenden.“ Benedikt Gleich, Gründer des Online-Buchhändlers buch7

Bei den Renovierungen wurden bewusst nachhaltige und ökologische Materialien aus der Region verwendet und Wert darauf gelegt, den originalen Stil aus der Vorkriegszeit so gut es geht zu bewahren. So wurden beispielsweise die prägenden Rundbögen der drei Eingangsportale auf der Ostseite wieder freigelegt, die bei einer umfassenden Renovierung in den 60er-Jahren durch eckige Betonstürze ersetzt wurden. Doch nicht alles ist traditionell: Beheizt wird der Bahnhof modern mit einer ökologischen Grundwasser-Wärmepumpe, die das ganze Gebäude energiesparend mit Umweltwärme und Ökostrom völlig CO2-neutral beheizt. Als besonderes Highlight wurde im Erdgeschoss das ursprüngliche Ziegelmauerwerk freigelegt und aufwendig gesäubert, so dass jetzt sogar die Marmorierung der teilweise noch handgeformten Ziegel besonders zur Geltung kommt.

 

Eigene gemeinnützige GmbH gegründet

Personell stehen hinter dem gemeinnützigen Kulturbahnhof sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von buch7.de, die so langfristig die Verantwortung für dieses neue Projekt übernehmen. Dafür wurde der buch7-Kulturbahnhof als unabhängige und zu 100 Prozent gemeinnützige Gesellschaft gegründet. Der Gewinn fließt vollständig in den Betrieb. Zudem wird das Projekt finanziell vom Online-Buchhandel buch7 unterstützt, dessen Geschäftskonzept darauf ausgelegt ist, 75 Prozent des Gewinns an wertvolle soziale, kulturelle oder ökologische Projekte zu spenden. Gemeinsam mit anderen interessierten Menschen ist es das Ziel, aus dem historischen Gebäude einen belebten Treffpunkt zu machen, der dabei auch einen Beitrag zu einer sozialen, ökologischen und nachhaltigen Zukunft leistet. Bereits jetzt gibt es dort ein Bio-Café mit Buchladen und Eisverkauf. Weitere Ideen gibt es reichlich: So könnte in den nächsten Jahren zusätzlich ein warmer Wartebereich für Pendler mit Verkauf von Zeitschriften, Kaffee und Snacks im Sommer den eigentlichen Nutzen des Bahnhofs widerspiegeln. Der Außenbereich ist bereits jetzt durch eine Terrasse mit Sitzplätzen verschönert und soll ab 2021 einen Garten mit Insektenhotels, einem öffentlichen Kräutergarten und Spielmöglichkeiten für Kinder beherbergen.

 

Nachmachen erwünscht – Kulturbahnhöfe in Deutschland

Leerstehende, dem Verfall geweihte Bahnhofsgebäude sind in Deutschland keine Seltenheit. Der Wunsch der Bürger nach mehr Kultur und einem regen Meinungsaustausch auch nicht. In einigen Städten haben sich daher Kulturinteressierte zusammengeschlossen und vergleichbare Konzepte wie den buch7-Kulturbahnhof umgesetzt. So hat der Kulturbahnhof Cloppenburg 2015 seine Pforten geöffnet und bietet seitdem Theatervorstellungen und Kunstausstellungen an und beherbergt zudem die Kulturkneipe Bahnhof. Der Kulturbahnhof Idstein wird von der Stadt Idstein und der Hochschule Fresenius getragen und von engagierten Bürgern gemanagt. Mit Unterstützung der Stadt Idstein ist so eine neue Plattform für kulturelles Leben entstanden. Als „Haus der Bürger“ steht der Kulturbahnhof für alle offen und bietet Raum zum Austausch. Nicht weit vom buch7-Kulturbahnhof, in Tapfheim an der Donau, hat die Familie Failer den Bahnhof liebevoll renoviert und betreibt dort eine Schmuckmanufaktur mit Café.

 

Das Unternehmen buch7

Seit 2013 Berichte über fragwürdige Arbeitsbedingungen bei Amazon Aufsehen erregten, suchen viele Kunden eine soziale und ökologische Alternative für ihren Online-Buchkauf. Bei buch7 haben viele diese Alternative gefunden: Mit 75 Prozent des Gewinns fördert buch7 soziale, kulturelle und ökologische Projekte. Diesen moralischen Mehrwert kombiniert buch7 mit attraktiven Konditionen: Ein Vollsortiment mit über 10 Millionen lieferbaren Büchern, E-Books, CDs und Filmen, ein persönlicher Kundenservice mit guter Erreichbarkeit und die schnelle, natürlich versandkostenfreie Lieferung.

Nachhaltiges Handeln endet bei buch7 nicht bei der Förderung wertvoller Projekte: Auch alle CO2-Emissionen gleicht buch7 vollständig aus, die zehn angestellten Mitarbeiter erhalten faire Löhne, die anfallenden Steuern zahlt buch7 in Deutschland. Dazu kommt seit dem Jahr 2018 die Zertifizierung nach der Gemeinwohl-Ökonomie. Und auch der Datenschutz wird großgeschrieben: Ein Datenaustausch zu Werbezwecken – wie im Internet inzwischen üblich – ist bei buch7 aus Überzeugung ausgeschlossen.

 

Der buch7-Kulturbahnhof

Die buch7-Kulturbahnhof gemeinnützige GmbH hat den gemeinnützigen Zweck der Förderung von Kultur und Bildung sowie zahlreicher weiterer gemeinnütziger Zwecke. Verwirklicht wird dieser durch die Renovierung des ehemaligen Bahnhofs der Gemeinde Langweid am Lech, Landkreis Augsburg, zu einem vielseitig genutzten Kulturzentrum. Der Kulturbahnhof vereint ein Bio-Café sowie einen stationären Buchladen der buch7.de GmbH und ist vor allem ein Ort für kulturellen und gesellschaftlichen Austausch.

Weitere Informationen unter www.buch7.de und www.buch7-kulturbahnhof.de

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Fridays for Future (FFF) hat es geschafft, tausende Menschen in Augsburg auf die Straße zu bringen, um sich gegen den Klimawandel und für zukunftsrelevante Themen einzusetzen. Die Augsburger FFF-Gruppe hat den Zukunftspreis 2020 gewonnen.
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Pferseerstraße 33
86391
Augsburg, Stadtbergen
Deutschland

E-Mail
augsburg [at] fridaysforfuture.is

Auf den Pausenhöfen, bei Familienabendessen und Firmenmeetings wird plötzlich über „das Klima“ gesprochen. Schulen gründen Umwelt-AGs und in Freundeskreisen ist Politik plötzlich ein Thema. Die jungen Menschen, die sich in der Fridays for Future-Bewegung engagieren, haben es geschafft, tausende Menschen in Augsburg und Millionen Menschen in der ganzen Welt auf die Straße zu bringen, um sich gegen den Klimawandel und für zukunftsrelevante Themen stark zu machen.

Durch Teilnahme an zahlreichen Podiumsdiskussionen und politischen Veranstaltungen vor der Kommunalwahl im März 2020 hat Fridays for Future in Augsburg ihrem Anliegen Gehör verschafft und so auch die Wahlkampfthemen deutlich geprägt. Schon vorher durften Schüler*innen der Augsburger FFF-Gruppe vor dem Nachhaltigkeitsbeirat und im Umweltausschuss der Stadt Augsburg sprechen. 2020 haben FFF-Aktive einen Sitz im Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt Augsburg bekommen, um sich für ihre Forderungen einzusetzen, die sie gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammengestellt haben.

Wie mühsam war es bis vor Kurzem, umweltpolitische Notwendigkeiten politisch umzusetzen. Die Fridays for Future haben hier wieder Hoffnung aufkeimen lassen. Durch ihr unermüdliches und kreatives Engagement haben sie nicht nur das Vorurteil widerlegt, die Jugend sei politisch uninteressiert, sondern konsequent die notwendige Klimadebatte in alle Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten getragen." Stadtrat Christian Pettinger (ÖDP) in seiner Laudatio zum Zukunftspreis

Sei es durch die Organisation von Demonstrationen, durch die Teilnahme an Podiumsdiskussionen oder durch gemeinsame Müllsammelaktionen. Fridays For Future haben es geschafft, frischen Wind in die Klimadebatte zu tragen - auch in Augsburg.

 

40 Stunden in der Woche für das Herzensprojekt

Mit ihrem Klimacamp neben dem Rathaus haben die Augsburger FFF´s sogar für bundesweites Echo gesorgt. Die Kernarbeit wird von 20 bis 30 Ju­gendlichen in ihrer Freizeit verrichtet, ohne großes Vorwissen oder viel Geld. Sie arbeiten oft über 40 Stunden pro Woche an ihrem Herzensprojekt. Und sie machen es gerne. Auch wenn es ihrerer Meinung nach wünschenswert wäre, dass für eine lebenswerte Zukunft gar nicht erst  gekämpft werden muss.

 

Lifeguide-Meinung: Wir gratulieren von Herzen! Mit ihrem Engagement haben Fridays for Future Augsburg den Zukunftspreis 2020 mehr als verdient!

 

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