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Home in a Bowl Nr.2 ist da!

Home in a Bowl Nr.2 ist da!
Kochbuch-Tipp: Eine interkulturelle, kulinarische Reise durch Augsburgs Küchen
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Die Reise durch die Augsburger Küchen geht weiter. Das erste interkulturelle Kochbuch "Home in a Bowl" war bereits ein Erfolg. Jetzt kommt die Fortsetzung: 21 Köch*innen teilen ihre Rezepte und ihre Lebensgeschichten. Sie kommen aus Nigeria, England, Kroatien, Uruguay, dem Irak ...

Im Dezember 2018 erscheint das zweite interkulturelle Kochbuch von Home in a Bowl e.V. . Eineinhalb Jahre haben die Vereinsmitglieder mit Augsburger*innen aus aller Welt gekocht, um deren Lieblingsrezepte und vielschichtige Koch- und Lebensgeschichten im Buch „Home in a Bowl II“ zu veröffentlichen. 21 Köch*innen haben über 40 Rezepte mit den Autor*innen geteilt.

Mit unserem Projekt möchte der Verein mehr Menschen neugierig auf neue, unbekannte Geschmäcker und auf die persönlichen Geschichten ihrer Mitmenschen machen."

Karin Wehle, Vorstand des Vereins Home in a Bowl.

"Fast die Hälfte der Menschen in Augsburg haben einen Migrationshintergrund und noch immer sind viele leckere Lieblingsgerichte, besondere Zubereitungstipps und spannende Lebensgeschichten unentdeckt. Das sind nur ein paar der Gründe für ein zweites interkulturelles Kochbuch!", ergänzt Tanja Blum. Sie ist gleichfalls Vereinsvorstand.

Home in a Bowl Nummer eins erschien vor etwa drei Jahren. "Ganz anders, als wir damals gehofft hatten, hat sich die gesellschaftliche Lage nicht entspannt, sondern eher das Gegenteil ist passiert: Immer mehr Menschen fordern die Schließung von Grenzen, schnellere und härtere Abschiebungen von geflüchteten Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund werden oftmals ausgegrenzt und angefeindet. Mit unseren Projekten möchten wir ein Zeichen dagegen setzen und deutlich machen, wie bereichernd gesellschaftliche Vielfalt ist. Die Kochkunst ist nur einer von vielen Bereichen, der unserer Meinung nach von Vielfalt profitiert", sagt Julia Kabatas, Vorstand vom Verein Home in a Bowl. 

Über den Verein

Im Oktober 2014 beschlossen Tanja Blum, Karin Wehle und Johanna Wehle ihren Teil zu einer interkulturellen Gesellschaft beizutragen und sich mit Augsburger*innen aus aller Welt zum Kochen zu treffen. Die Rezepte sowie Portraits der Köch*innen erschienen schließlich im November 2015 in dem Kochbuch „Home in a Bowl“. Die Veröffentlichung war ein voller Erfolg, die erste Auflage von 1100 Stück nach weniger als einem Monat ausverkauft. Einen Großteil des Gewinns vom Verkauf des ersten Kochbuchs spendeten die Initiatorinnen an Brain4Art e.V. . Der Verein konnte mit dieser finanziellen Unterstützung Projekte mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen umsetzen.

In der darauffolgenden Zeit meldeten sich immer wieder Menschen, die gerne an dem Projekt der drei jungen Frauen mitwirken wollten, genauso wie Interessierte, die nach dem nächsten Kochbuch fragten. Deshalb folgte im Juni 2016 die Gründung des Vereins „Home in a Bowl“. Neben dem Kochbuch verwirklicht Home in a Bowl e.V. auch verschiedene andere Projekte. Regelmäßig finden in der Villa des Stadtjugendrings offene Kochtreffen statt, bei welchen interessierte Menschen sich gegenseitig sowie leckere Gerichte aus aller Welt kennenlernen können. Zu verschiedenen Veranstaltungen in Augsburg, z.B. dem Friedensfest oder der Langen Kunstnacht organisiert der Verein zudem interaktive und genussvolle Performances.

 

Party und Verkauf

  • Die öffentliche Release-Party findet am Samstag, den 8. Dezember 2018 ab 19 Uhr bei den Lokalhelden in der Bismarckstraße 10 in Augsburg statt.
  • Das Kochbuch kostet 14,90 € und ist ab 10. Dezember u.a. im Weltladen, bei Pustet, der Schlosserschen Buchhandliung, bei Kolonial oder Keks-Handgemachtes zu erwerben.

 

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"Kochen macht glücklich" sagen Johanna Wehle und Tanja Blum vom Verein Home in a Bowl. Hier geht's zum Lifeguide-Interview.

Ein Kapitel und ein Rezept aus dem ersten Buch "Home in a Bowl" finden Sie hier

Weitere Informationen: www.homeinabowl.de, www.facebook.com/home.in.a.bowl

pm/cm

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Die Mitglieder des Augsburger Vereins Home in a Bowl e.V.. Foto: Home in a Bowl e.V.
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Home in a Bowl II - Gericht aus dem interkulturellen Kochbuch aus Augsburg mit über 40 Rezepten und Lebensgeschichten aus aller Herren Länder. Foto: Home in a Bowl
Schnippeln, Kleinscheiden, Hacken - Vorbereitungen für das gemeinsame Kocherlebnis in dem Kochbuch "Home in a Bowl". Foto: Karin Wehle
Schnippeln, Kleinscheiden, Hacken - Vorbereitungen für das gemeinsame Kocherlebnis in dem Kochbuch "Home in a Bowl". Foto: Karin Wehle
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Augsburger Zukunftspreis 2018

Augsburger Zukunftspreis 2018
Zukunft, das sind Menschen, die sie gestalten!
Augsburger Zukunftspreis, Augsburger Zukunftspreis 2018, Eva Weber, Reiner Erben, Nachhaltiges Augsburg, Augsburg, Goldener Saal, Foto: Stadt Augsburg

Zukunft, das sind Menschen, die sie gestalten. Und diese durften sich bei der Verleihung des  Augsburger Zukunftspreises im November 2018  im Golden Saal feiern! 38 Initiativen hatten sich für den Augsburger Zukunftspreis 2018 beworben, sechs davon bekamen einen Preis verliehen.

Der Lifeguide gratuliert den Gewinner*innen und freut sich mit ihnen! einsmehr gGmbH, Stadtjugendring Augsburg, MODULAR Festival, Forum Plastikfreies Augsburg - Wege in ein nachhaltiges Leben, Weltladen Augsburg.Den Sonderpreis nachhaltigstes Wirtschaftsunternehmen, Nachhaltige Mode aus Augsburg – solides Wachstum nahm Degree Clothing entgegen und den Schülerpreis gewann meins.ist.deins pro familia Augsburg

Bürgermeisterin Eva Weber begrüßte die Gäste mit inspirierenden Worten zum Auftakt, Umwelt- und Nachhaltigkeitsreferent Reiner Erben führte durch das kurzweilige Programm. Die nachhaltige Stadtgesellschaft Augsburg lauschte der Musik von Hannah Neighbours und durfte sich bei sich die kulinarischen Leckereien vom Dreizehn schmecken lassen.

Seit 2006 werden damit jährlich Personen und Projekte ausgezeichnet, die zukunftsweisend aktiv sind. Mit ihren Beiträgen möchten sie Augsburg ein Stück ökologischer, sozialer, wirtschaftlich besser und kulturell reichhaltiger machen. Insgesamt bewarben sich 38 Projekte für den Zukunftspreis 2018. Eingereicht wurden sie von Vereinen, Institutionen, Schulen und Privatleuten. Erstmals war dieses Jahr einer der Preise auch für einen gewinnorientierten Augsburger Wirtschaftsbetrieb reserviert, der besonders nachhaltig agiert. Hierfür hatten sich neun Unternehmen beworben. Eine unabhängige Jury aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft (Mitglieder des Nachhaltigkeitsbeirats) und Politik (Vertreter und Vertreterinnen der Stadtratsfraktionen und Ausschussgemeinschaften) kürte fünf Preisträger, die jeweils ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro erhielten.

Auch ein Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro wurde von einer Schüler-Jury wieder vergeben - diesmal von zwei 8. Klassen des Schuljahres 2017/2018 der Schiller-Mittelschule. Sie trafen ihre Auswahl in einer knapp zwei Wochen dauernden intensiven Projektarbeit rund um die eingereichten Projekte und die Augsburger Zukunftsleitlinien. Gesponsert wird der Wettbewerb von der Stadtsparkasse Augsburg, die dies auch 2018 übernommen hat.

 

„Unternehmen einzubinden ist positiv“

Bürgermeisterin Eva Weber dankte allen Akteuren für ihre Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung Augsburgs. „Die großen, weltweiten Herausforderungen, wie zum Beispiel der Klimawandel, können vielleicht nicht von Augsburg aus gelöst werden. Aber nachhaltiges Leben und die Übernahme von Verantwortung für einen bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen beginnen bei jedem einzelnen und vor Ort“, so die Bürgermeisterin. „Zudem begrüße ich sehr, dass in den Wettbewerb um die nachhaltigsten Projekte heuer erstmals auch klassische Wirtschaftsbetriebe eingebunden waren. Der Zukunftspreis für das nachhaltigste Augsburger Unternehmen ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung.“ Ausdrücklich dankte Bürgermeisterin Weber auch dem Engagement der Schüler-Jury: „Die Wahl für ‚meins.ist.deins‘ von pro familia Augsburg e.V. ist für mich als Schirmherrin des Projekts ebenfalls ein Gewinn.“

"Alle Projekte verdienen höchste Anerkennung“

Aus Sicht von Nachhaltigkeitsreferent Reiner Erben zeigt die Veranstaltung, wie stark sich Augsburg für nachhaltige Entwicklungen einsetze: „Alle 38 Projekte verdienen höchste Anerkennung. Sie alle leisten auf unterschiedliche Weise Wichtiges für die Stadtgesellschaft und darüber hinaus. Wir brauchen diese Vielfalt und Fülle an Engagement für ein nachhaltigeres, gerechteres, klima-, umwelt- und damit auch menschenfreundlicheres Augsburg“, betonte Erben. Alle diesjährigen Zukunftspreisprojekte wie auch die Jury- Begründungen zu den Siegerprojekten sind in der Broschüre Augsburger Zukunftspreis 2018 zusammengestellt. Sie ist kostenlos in der Bürgerinformation am Rathausplatz erhältlich oder kann unter www.nachhaltigkeit.augsburg.de/zukunftspreis im Internet heruntergeladen werden. Dort befindet sich auch eine Projektdatenbank, die 491 Projekte aus 13 Jahren Augsburger Zukunftspreis umfasst.

Augsburger Zukunftspreis, Augsburger Zukunftspreis 2018, Eva Weber,Reiner Erben, einsmehr gGmbH, Nachhaltiges Augsburg, Augsburg, Goldener Saal, Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis 2018. Einer der sechs Preisträger ist die einsmehr gGmbH. Preisverleihung im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg. Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis, Augsburger Zukunftspreis 2018, Eva Weber,Reiner Erben, Degree Clothing, Suslet, Fabian Frei , Wolfgang Schimpfle, Nachhaltiges Augsburg, Augsburg, Goldener Saal, Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis 2018. Einer der sechs Preisträger ist Degree Clothing. Preisverleihung im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg. Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis, Augsburger Zukunftspreis 2018, Eva Weber,Reiner Erben, Nachhaltiges Augsburg, Augsburg, Goldener Saal, Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis 2018. Die Preisverleihung im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg. Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis, Augsburger Zukunftspreis 2018, Forum Plastikfreies Augsburg, Eva Weber,Reiner Erben, Nachhaltiges Augsburg, Augsburg, Goldener Saal, Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis 2018. Einer der sechs Preisträger ist das Forum Plastikfreies Augsburg. Preisverleihung im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg. Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis, Augsburger Zukunftspreis 2018, Weltladen, Eva Weber,Reiner Erben, Nachhaltiges Augsburg, Augsburg, Goldener Saal, Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis 2018. Einer der sechs Preisträger ist der Weltladen. Preisverleihung im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg. Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis, Augsburger Zukunftspreis 2018, Eva Weber,Reiner Erben, Nachhaltiges Augsburg, Augsburg, Goldener Saal, Foto: Stadt Augsburg
Augsburger Zukunftspreis 2018. Die Preisverleihung im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg. Foto: Stadt Augsburg
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Augsburger Agendaprozess wird ausgezeichent

Augsburger Agendaprozess wird ausgezeichent
Ein kraftvoller Hebel zur Veränderung der Gesellschaft: Der Agendaprozess wird als wirkungsvolles Transformationsprojekt geehrt
M.Brandstein,G.Bachmann, C.Matuszewski,M.Rechthaler, Reiner Erben

Augsburg erhielt in Berlin die Auszeichnung für "größtes Potenzial im Bereich Nachhaltigkeit". Unter 450 Einreichungen wurden vier Projekte als Transformationsprojekte geehrt.

Seit 22 Jahren engagieren sich Augsburgerinnen und Augsburger gemeinsam im Lokalen Agenda 21-Prozess für eine nachhaltige Entwicklung: In 29 Agendaforen und im Nachhaltigkeitsbeirat entwickelt Augsburg gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Initiativen, Institutionen, Unternehmen und der Stadtverwaltung Pläne und Projekte für die ökologische und kulturelle Zukunftsfähigkeit der Stadt.

Dabei werden Themen von Armut über Bildung bis Verkehr und Mobilität behandelt und gemeinsam mit der Stadtverwaltung umgesetzt. Mit den gemeinsam erarbeiteten Zukunftsleitlinien für Augsburg liegen orientierende Nachhaltigkeitsziele für Augsburgs Entwicklung vor, die der Stadtrat bei wesentlichen Beschlüssen durch eine Nachhaltigkeitseinschätzung im Blick behält. Der jährliche Augsburger Zukunftspreis zeichnet jedes Jahre Initiativen, Projekte und Unternehmen aus, die wichtige neue Impulse setzen.

Nachhaltigkeitsreferent Reiner Erben hat die Auszeichnung offiziell gemeinsam mit Marie Rechthaler (Nachhaltigkeitsbeirat), Maria Brandstein (Agenda-Sprecherin) und Cynthia Matuszewski (lifeguide augsburg) auf den RENN Tagen in Berlin entgegengenommen.  

Nachhaltigkeit beginnt in den Kommunen. Hier arbeiten und leben wir; verbringen unsere Freizeit. Unsere Lokale Agenda ist nah an unseren Bürgerinnen und Bürgern. Offen gestaltet, können alle mitmachen und zu einem nachhaltigen Leben beitragen“ Reiner Erben,  Nachhaltigkeitsreferent der Stadt Augsburg.

Es tut gut, dass es ein gemeinschaftlicher Suchprozess ist - undogmatisch, kreativ, einladend. In Augsburg ist eine Bewegung zu spüren, fern der Werbeslogans wie ‚Geiz ist geil‘. Ich begegne vielen Menschen, die dem unheilvollen ökonomischen Märchen vom unendlichen Wachstum abgeschworen haben. Menschen, die den Kant‘schen Fragen nachgehen: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Das ist ermutigend!" Maria Brandenstein, Agenda-Sprecherin.

Die Lifeguide-Redaktion gratuliert den anderen drei Preisträger*innen herzlich

Umwelthandwerker (für RENN.nord)

Bei den Umwelthandwerkern handelt es sich um ein Projekt der Handwerkskammer Hamburg. Ziel ist es, geflüchtete Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten (u.a. aus Syrien, Eritrea, Somalia und dem Irak) zu Umwelthandwerkern zu qualifizieren. In einem ersten Schritt werden die Kompetenzen der einzelnen Teilnehmenden festgestellt, anschließend folgt die Ausbildung in zwei aufeinander folgenden 5-monatigen Kursen zum Umwelthandwerker. Nach der Fachqualifizierung unterstützt das Projekt bei der Vermittlung an Arbeitgeber. Das Projekt besteht noch nicht lange, und trotzdem konnten bis heute bereits 30 Menschen in Berufe der Umwelt- und Energietechnik vermittelt werden. Die Initiative Umwelthandwerker leistet sowohl einen Beitrag zur Nachhaltigen Energieversorgung als auch zur Integration geflüchteter Menschen.

 

Klimapartnerschaft mit Costa Rica (für RENN.west)

Ausgezeichnet als Transformationsprojekt für RENN.west wird die Klimapartnerschaft des Rhein-Pfalz-Kreises mit La Fortuna, Costa Rica. Die kommunalen Klimapartnerschaften sind ein Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das Kommunen unterstützt, Partnerschaften mit Gemeinden des globalen Südens einzugehen und Projekte im Bereich des Klimaschutzes umzusetzen. Im konkreten Fall wird etwa der Bau eines Wertstoffhofes in La Fortuna vorangetrieben. Damit soll die einzige Deponie in der Gegend von Abfallmengen entlastet und die Erfassung von Wertstoffen verbessert werden. Ein weiteres Projekt ist ein Schüleraustausch, in dessen Rahmen Workshops zu den Themen Naturschutz und nachhaltiger Tourismus, Wertstofftrennung oder Grundwasserschutz angeboten werden. Ziel ist, die Umwelt- und Klimabildung in Schulen langfristig voranzutreiben.

 

Perspektive N (für RENN.mitte)

Ausgezeichnet wird die Debattenreihe Perspektive N des Vereins Netzwerk n. Sie existiert seit 2016 und rückt die Hochschule selbst ins Zentrum – sie ist das Objekt, das es zu transformieren gilt. Dabei konzentriert man sich auf fünf Handlungsfelder: Lehre, Forschung, Betrieb, Governance und Transfer. Mit vielen interaktiven und aktivierenden Methoden wird ein Raum geschaffen, um den aktuellen Stand an der jeweiligen Hochschule aufzugreifen, Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, Engagierte, Entscheiderinnen und Entscheider zu mobilisieren. Ziel ist es, perspektive N an möglichst vielen Hochschulen in Deutschland mit unterschiedlichen Kooperationspartnern auszurichten.

 

Mehr Informationen zu den Transformationsprojekten 2018

 

 

Preisträger Transformationsprojekte 2018, Foto Lifeguide
Alle Preisträger Transformationsprojekte 2018, Foto Lifeguide
vl Maria Brandenstein: Agendasprecherin Lokale Agenda 21, Cynthia Matuszewski: Lifeguide Augsburg, Prof. Dr. Günther Bachmann: Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung
vl Maria Brandenstein: Agendasprecherin Lokale Agenda 21, Cynthia Matuszewski: Lifeguide Augsburg, Prof. Dr. Günther Bachmann: Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung
vl: Prof. Dr. Günther Bachmann: Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Marie Rechthaler: Nachhaltigkeitsbeirat Augsburg, Reiner Erben: Nachhaltigkeitsreferent
vl: Prof. Dr. Günther Bachmann: Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Marie Rechthaler: Nachhaltigkeitsbeirat Augsburg, Reiner Erben: Nachhaltigkeitsreferent
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Reiches Leben miteinander

Reiches Leben miteinander
Die „krautkreise“ in Emersacker erproben neue Wege des Zusammenlebens und der Selbstversorgung auf der Basis von ökologischer Landwirtschaft und Permakultur.
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, alte Kartoffel, alte Kartoffelsorte, Tomaten, Gemüse, Foto: Cynthia Matuszewski, Emersacker, Augsburg,Regioanlvermarktertag

Im schönen Holzwinkel nahe Augsburg stehen der Mahlerhof und der Biohof Hesch. Zu ihnen gehören die Hügelbeete einer weitläufigen Permakulturanlage mit Tümpeln und einer lebendigen Tier- und Pflanzenwelt. Hier gedeihen neben den Klassikern Karotte und Kohl auch alte Obst- und Gemüsesorten, wie Cardy, Speisemelde oder Topinambur. Auf den Feldern wiegen sich Emmer, Einkorn und andere Urgetreidesorten.

 

In Emersacker leben die ökologischen Landwirte Martin Hesch und Veronika Baumann sowie sieben junge Menschen mit sehr unterschiedlichen Berufen. Zum Beispiel eine Krankenpflegerin und eine Lehrerin oder ein Musiker und ein selbstständiger Ernährungsberater. "Jeder hier hat Talente und Schwächen und wir ergänzen und beflügeln uns gegenseitig. Das Leben in der Gemeinschaft hat Großfamiliencharakter. Das ist nicht immer einfach, aber es ist großartig“, berichtet Florian Litzlfelder.

 

Für Florian ist Emersacker auch deshalb der perfekte Platz, weil er trotz des Lebens auf dem Land noch viel Bezug zur nahegelegenen Stadt hat. Neun Menschen arbeiten derzeit gemeinsam auf den Höfen und leben vom Ertrag ihrer Felder. „Allein ist die Arbeit gar nicht zu schaffen, aber gemeinsam geht es“, berichtet Katharina Litzlfelder. Deshalb sind auch Arbeitsreisende immer willkommen, die für Kost und Logis mit anpacken.

 

Unabhängig von der 37-Stunden-Woche

Überschüsse werden traditionell eingekocht und haltbar gemacht, im Hofladen angeboten oder über die Solidarische Landwirtschaft Augsburg regional vermarktet. Einnahmen aus dem kleinen Hofcafé und aus Seminaren stocken das Budget auf und decken die übrigen Kosten der Gemeinschaft. "Wir bemühen uns die Lebenshaltungskosten und unseren ökologischen Fußabdruck möglichst gering zu halten. Das schafft Freiheit und ist unser Reichtum", erzählt Katharina Litzlfelder.

 

Katharina kauft gerne Secondhand-Kleidung oder tauscht Kleidung. „Für unseren neun Monate alten Sohn habe ich noch kein einziges Teil neu kaufen müssen“, sagt sie. Genau wie die anderen Bewohner*innen der „krautkreise“ ist die gelernte Krankenpflegerin unabhängig von der klassischen 37-Stunden-Woche. Sie ist froh, dass sie ihr Leben nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen gestalten kann. „Es gibt keinen Vorgesetzten, auf den ich Rücksicht nehmen muss“, freut sie sich. In Emersacker ist man lediglich den Menschen verpflichtet, mit denen man zusammenlebt. Und natürlich der Natur.

 

Care for the Earth, Care for the People, Fair Share

Die Felder und Beete in Emersacker werden konsequent mit Bioanbau und Permakultur bestellt. Die Ethik der Permakultur basiert auf drei Säulen. Sie bilden die Grundlage für ein friedvolles Leben miteinander und für das Überleben zukünftiger Generationen. Care for the Earth und Care for the People stehen dabei für einen achtsamen Umgang mit unserem Lebensraum und unseren Mitmenschen. Fair Share sieht die gleichmäßige Verteilung aller vorhandener Ressourcen vor.

 

In der Landwirtschaft bedeutet Permakultur, dass das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so miteinander kombiniert wird, dass die Systeme zeitlich unbegrenzt funktionieren und die Bedürfnisse aller Beteiligten so weit wie möglich erfüllt werden. Klingt sehr theoretisch, funktioniert aber in Emersacker hervorragend und zeigt sich in der Vielfalt von Pflanzen und Tieren auf den Feldern und in den Beeten. Auch die eigene Herstellung von Saatgut ist wichtig. "Die nachhaltige Pflanzenzucht ist ein Zeichen gegen Ausbeutung und Profitgier großer Konzerne in der Lebensmittelindustrie“, so  Bio-Landwirt Martin Hesch.

 

Im Passiv-Gewächshaus in Emersacker gedeihen allein 70 samenfeste Tomatensorten. Und im Hofladen warten die rote Emmalie und die blaue Anneliese. Was das ist wird nicht verraten. Denn allein um diese beiden Feldfrüchte kennenzulernen lohnt sich der Weg nach Emersacker…

 

INFO: Für alle, die mehr über Permakultur erfahren möchten, in Emersacker ein Seminar zu traditionellen Ernte- und Einmachmethoden mache wollen, oder die einfach nur im Café „mitte“ Kultur oder selbstgebackenen Kuchen genießen möchten, bieten die „krautkreise“ von April bis Oktober ein regelmäßiges Programm und Führungen an. www.krautkreise.de

Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: Krautkreise
Krautkreise Emersacker, Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: Krautkreise
Krautkreise Emersacker, Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: krautkreise
Krautkreise Emersacker, Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: krautkreise
Krautkreise Emersacker, Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Foto: krautkreise
Bei den Krautkreisen in Emersacker finden regelmäßige Führungen statt. Foto: krautkreise
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, alte Kartoffel,alte Kartoffelsorte,  Foto: Cynthia Matuszewski, Emersacker, Augsburg
Alte Kartoffelsorte angebaut bei den Krautkreisen in Emersacker. Foto: Cynthia Matuszewski
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, Tomaten,  Foto: Cynthia Matuszewski, Emersacker, Augsburg
Vielfalt von Tomaten, angebaut bei den Krautkreisen in Emersacker. Foto: Cynthia Matuszewski
Krautkreise, Emersacker, Permakultur, Ökologische Landwirtschaft, alte Kartoffel, alte Kartoffelsorte, Tomaten, Gemüse, Foto: Cynthia Matuszewski, Emersacker, Augsburg,Regioanlvermarktertag
Alte Kartoffelsorte angebaut bei den Krautkreisen in Emersacker. Foto: Cynthia Matuszewski
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Besserer Kompost durch bessere Mülltrennung

Besserer Kompost durch bessere Mülltrennung
Was darf in die Bio-Tonne und was nicht?
Augsburg, AWS, Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb, Biomüll,

Was passiert eigentlich mit unserem Müll, nachdem wir ihn in die braune Biotonne geworfen haben? Zu dieser Frage kursieren die absurdesten Gerüchte und führen dazu, dass Müll häufig nicht ordentlich getrennt wird.

In die braune Tonne gehören nur organische Abfälle, wie die Schalen von Obst oder Gemüse. Diese dürfen auf keinen Fall in Plastiktüten, auch nicht in „bio“ oder „abbaubare“ Plastiktüten gepackt werden. Die AWS empfiehlt den Biomüll, falls er zu feucht ist, in Zeitungspapier einzuwickeln.

So geht’s richtig!

Folgende Abfälle gehören in die Biomülltonne:

Küchenabfälle:

  • Speise-, Gemüse-, Obstreste
  • Schalen von Kartoffeln, Eiern, Früchten und Nüssen
  • Kaffeefilter, Teebeutel
  • Papiertüten (keine Kunststoffbeutel), Küchentücher

Gartenabfälle:

  • Baum-, Strauch-, Hecken- und Grasschnitt, Laub, Unkraut
  • Blumen, Pflanzenreste (kein Saatgut), Stroh, Zierpflanzen

Sonstiges:

  • Kleintier-Einstreu (Hamster, Vögel, etc. aber keine Katzenstreu)
  • Federn, Haare, Holzspäne, Papiertaschentücher

 

Aus Biomüll wird Biogas

In Augsburg werden die Mülltonnen regelmäßig von der AWS abgeholt. So auch die Biotonne. Der Inhalt landet anschließend bei der AVA (Abfallverwertung Augsburg). Dort wird der Biomüll zunächst geschreddert. Zu große Teile, wie zum Beispiel Plastiktüten, werden aussortiert und verbrannt. Dazu gehören neben Plastiktüten zum Beispiel auch Glasscherben.

Der Rest, also die kleinen Teile, werden dann fermentiert und in der Biogasanlage der AVA Energie gewonnen: So werden jährlich 35 Millionen Kilowattstunden Bioerdgas erzeugt. Das reicht für die Wärmeversorgung von 3.900 Haushalten oder für 57 Millionen Kilometer mit dem PKW.

 

Biomasse wird zu Kompost

Die Fremdstoffe auszusondern ist technisch aufwendig und sehr teuer. Die Kosten hierfür müssen über die Abfallwirtschaftsgebühren finanziert werden. Daher ist es wichtig, dass der Müll in der richtigen Tonne landet. Denn die übriggebliebene Biomasse wird als Flüssigdünger und Kompost von Landwirten in einem Umkreis von etwa 25 Kilometern abgenommen und auf den Feldern verteilt. Sprich: Unser Biomüll landet auf den Feldern um uns herum. Und genau deshalb ist es so wichtig, dass der Biomüll richtig getrennt wird. Schließlich will ja keiner mit giftigen Plastikpartikeln gedüngte Felder, auf denen dann unser Essen wächst. Zudem gelangen diese giftigen Stoffe dann ins Grundwasser.

 

Topp 3 Fehlwürfe:

1. Ganz klar: Plastiktüten! Diese werden zwar aussortiert, dann aber bei der AVA verbrannt. Das erzeugt zum einen CO2, zum anderen sind in Plastiktüten Weichmacher und Farbstoffe enthalten, die zusammen mit andere Stoffen beim Verbrennen entstehen.

2. Kompostierbare Tüten. Kompostierbare Tüten zersetzen sich nicht so schnell wie Obst und Gemüsereste, daher müssen auch diese verbrannt werden. Also lieber gleich weglassen!

3. Glasscherben – das überrascht vielleicht den ein oder anderen. Zwar sind es nur relativ wenige, dafür aber meist sehr kleine Teile welche daher nur sehr schwer aussortiert werden können. Sie landen dann in Dünger und Kompost.

Beim Mülltrennen ist jede*r einzelne gefragt. Nicht was „die Anderen“ machen ist richtig, sondern ganz wichtig: Jeder entscheidest selbst, wie er seinen Müll trennt!

 

Biomüll, Biomüll richtig entsorgen,
So kann der Biomüll in die Tonne geworfen werden.
Biomüll, feuchter Biomüll,
Feuchter Biomüll sollte in Zeitungspapier gewickelt werden.
Biomüll, Biomüll richtig entsorgen,
Jeder hat einen Behälter zu Hause der für die Zwischenlagerung von Biomüll in der Küche benutzt werden kann.
Augsburg, AWS, Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb, Biomüll, Mülltrennung, Fehler beim Mülltrennen, Biomüll Kampagne, Kompost, Dünger, organische Abfälle, Sticker, Biomülltonnensticker
Der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb von Augsburg, AWS, hat diesen Biomülltonnensticker entwicklet, um für richtige Mülltrennung zu sorgen
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Umsteigen auf Recyclingpapier und damit Urwälder retten Gast (nicht überprüft) Di., 14.08.2018 - 22:35
Umsteigen auf Recyclingpapier und damit Urwälder retten
Gastkolumne von Ute Michalik, AG Papierwende
Papier

Meine Beiträge im Alltag zu Umwelt- und Klimaschutz sind: Radfahren, bio-fair einkaufen sowie Recyclingpapier benutzen. Dass Radfahren und der bio-faire Einkauf wichtig sind, versteht jeder. Aber Recyclingpapier? Das hat leider ein ganz schlechtes Image.

Warum das so ist, verstehe ich nicht. Also erkläre ich immer wieder, warum wir Recyclingpapier benutzen sollten: Papier ist zwar ein Produkt aus einem wunderbaren, nachwachsenden Rohstoff, nämlich aus Holz, aber wir verbrauchen viel mehr als nachwächst und sind wahre Papierverschwender.

Für unser Druckerpapier, die Schulhefte, Küchenrolle und Toilettenpapier werden natürlich keine heimischen Wälder gerodet. Bei uns soll kein Baum gefällt werden. Nein, das Holz für die Zellulose kommt von weit her: In Nordeuropa, Kanada und Russland werden Urwälder kahl geschlagen. In Brasilien wird großflächig gerodet, um gigantische Eukalyptusplantagen als Monokulturen zu pflanzen. Eukalyptusfasern eignen sich besonders gut für flauschiges Toilettenpapier. Seit ich das weiß, finde ich die Vorstellung, dass wir Regenwälder im Klo hinunterspülen, unerträglich.

Viele Vorurteile sind längst widerlegt

Dabei gibt es eine wirklich gute Alternative. Ich kaufe Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Bei Hygienepapier ist das einfach, weil es überall zu haben ist. Im Drogeriemarkt gibt es auch prima Papiertaschentücher. Der Blaue Engel bürgt nicht nur für die Umweltfreundlichkeit, sondern garantiert auch hohe Qualität.

Für Druckerpapier mit dem Blauen Engel gilt das gleiche. Qualität, Umweltstandards und optische Ansprüche werden absolut erfüllt. Es gibt Papiersorten, die so weiß sind (100er Weiße), dass man sie von Frischfaserpapier nicht unterscheiden kann. Aber das harte Weiß finde ich gar nicht schön. Ein Recyclingpapier mit einer 90er Weiße hat eine leichte Tönung und schaut richtig gut aus. Es gibt eine riesige Auswahl an Papiersorten – nur leider nicht im normalen Schreibwarengeschäft. Ich bestelle seit Jahren das Druckerpapier im Internet bei einem Versand für umweltfreundliches Büromaterial, und versorge den Freundeskreis mit.

In der Schule sind viele Lehrer skeptisch

Als meine Kinder zur Schule gingen, waren Hefte aus Recyclingpapier selbstverständlich. Und heute? Fehlanzeige. Bei den Grundschulklassen ist es schwierig, weil die Lehrkräfte Spezialhefte vorschreiben. Aber Standardhefte und vor allem Collegeblöcke sind überall und regelmäßig als Sonderangebote erhältlich. Es gibt aber, sogar von Lehrerseite, eine Menge Vorurteile dagegen: Die Tinte würde verlaufen, man könne nicht gut lesen, und so weiter. Diese Vorurteile halten sich genauso wie die, dass Recyclingpapier dem Drucker schaden würde. Das alles ist längst in Studien widerlegt. Das Umweltbundesamt empfiehlt ausdrücklich den Einsatz von Recyclingpapier. 28 deutsche Kommunen und namhafte Konzerne verwenden zu 100 Prozent Recyclingpapier. Das würden sie nicht tun, wenn die Drucker kaputt gingen.

Entscheidend ist: Klimaschutz beginnt beim Papier. Mit einem Blatt Recyclingpapier spare ich die Energie für eine große Tasse Kaffee. Und nicht nur das. Eine mittelgroße Schule spart damit jährlich zwölf Bäume, 15000 Kilowattstunden Strom und 71000 Liter Wasser. Seit Jahren setze ich mich dafür ein – mit einer Ausstellung und Vorträgen – weil es so einfach ist, Wälder und Klima zu schützen. Ich finde diese Form der Kreislaufwirtschaft – Papierfasern können siebenmal wiederverwendet werden – faszinierend und zukunftsfähig.

Der Artikel von Ute Michalik ist Teil der Kolumen "Einfach machen" des Augsburger Landboten. 

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Augsburgs Agenda ist Projekt Nachhaltigkeit 2018!

Augsburgs Agenda ist Projekt Nachhaltigkeit 2018!
Die bundesweite Auszeichnung ist eine "großartige Bestätigung für die Arbeit der Aktiven!“
Lokale Agenda 21, Nachhaltigkeit,Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski

Der Preis würdigt die kooperative Arbeit der 30 Augsburger Agendaforen. Der Lifeguide ist eines davon! Verliehen wird die Auszeichnung vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung zusammen mit den vier Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN).

Aus insgesamt 450 eingereichten Projekten von Initiativen, Vereinen, Kommunen, Unternehmen, Schulen und Hochschulen hat eine bundesweite Jury aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik 40 Projekte prämiert, die als "vorbildlich innovativ, engagiert und wirksam für nachhaltige Entwicklung gelten".

 

Zwei ausgezeichnete Projekte aus Augsburg

Von fünf prämierten Projekten aus Bayern stammen zwei aus Augsburg. Das ist zum einen der langjährige Lokale Agenda 21-Prozess, bei dem viele Akteure aus Zivilgesellschaft, Stadtverwaltung, Stadtrat und Wirtschaft sowie aktuell 30 Agendaforen intensiv zusammenarbeiten. Zum anderen wurde das junge innovative Medienprojekt Radio Reese prämiert, in dem Jungreporterinnen und -reporter mit und ohne Fluchterfahrung kooperieren. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von je 1.000 Euro verbunden.

Die beiden ehrenamtlichen Agendasprecher Maria Brandenstein und Tom Hecht sowie Norbert Stamm, Leiter des Büros für Nachhaltigkeit mit der Geschäftsstelle Lokale Agenda 21, sehen in der Auszeichnung „eine großartige Bestätigung für die vielen Aktiven. Sie soll dazu beitragen, dass noch mehr Menschen in Augsburg merken, dass wir gemeinsam mit viel Engagement und Beharrlichkeit etwas verbessern können.“

 

Bestätigung für kooperativen Ansatz

Auch Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl zeigt sich einmal mehr über die nationale Anerkennung der Augsburger Arbeit erfreut: „Diese Auszeichnung bestätigt den kooperativen Ansatz, dem großen Ziel Nachhaltigkeit Schritt für Schritt näherzukommen und auch zu verwirklichen.“ Gemeinsam mit Reiner Erben, Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration, spricht der OB allen Aktiven aus Bürgerschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Stadtrat seine Anerkennung aus. Glückwünsche gehen außerdem auch an Radio Reese.

Die öffentliche Auszeichnung aller zehn süddeutschen Projekte findet am Montag, 19. November, von 18 bis 20 Uhr im Augsburger Rathaus statt.

 

Von der Biostadt bis zum Fachforum Verkehr

Wie Dr. Norbert Stamm erläutert, gibt es in Augsburg seit 1996 einen kontinuierlichen Nachhaltigkeitsprozess, der mit wachsendem Erfolg möglichst viele lokale Akteure einbindet und alle wichtigen Handlungsfelder bearbeitet. In den thematisch vielfältigen Agenaforen - von der Biostadt Augsburg und Plastikfreies Augsburg über Prima Klima und der Aktionsgemeinschaft Tierrechte bis hin zum Fachforum Verkehr - arbeiten Bürgerinnen und Bürger, Initiativen, Institutionen, Unternehmen, Stadtverwaltung sowie Mitglieder des Stadtrats mit ihren Fachkenntnissen engagiert für eine ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Zukunftsfähigkeit zusammen. Unterstützt werden sie dabei vom städtischen Büro für Nachhaltigkeit. Mit der städtischen Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 steuern die Foren-Sprecher den gemeinsamen Agendaprozess. Zusätzlich beraten im Nachhaltigkeitsbeirat 23 Augsburger Organisationen und Institutionen über Formen nachhaltiger Entwicklung und setzen sie im eigenen Bereich um. Darüber hinaus gelten Zukunftsleitlinien und –ziele als grundlegende Orientierung für die Stadtentwicklung in Augsburg.

pm/cm

 

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In Augsburg entsteht ein Inklusionshotel

In Augsburg entsteht ein Inklusionshotel
Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen
Inklusion, Inklusionshotel, Augsburg, einsmehr e.V.,

Die Down-Syndrom-Initiative für Augsburg und Umgebung „einsmehr“ e.V. ist überzeugt: Inklusion kann gelingen, eine inklusive Stadtgesellschaft ist möglich. Um das zu beweisen wagt der Verein sich ins Hotelgewerbe.

 

 „Hotel einsmehr“ – so lautet der Arbeitstitel für das erste Inklusionshotel in Augsburg. Geplant ist ein Haus mit 73 Zimmern in bester Augsburger Lage. Hier sollen 24 Menschen arbeiten, elf von ihnen werden Menschen mit einer Beeinträchtigung sein. Wie zum Beispiel Frauen und Männer mit Down-Syndrom. Bei ihnen liegt das Chromosom 21 dreifach statt doppelt vor - daher der Name „einsmehr“ für das Hotel. Geplante Eröffnung des Inklusionshotels ist der Spätsommer 2020. „Menschen mit einer Behinderung finden auf dem ersten Arbeitsmarkt nur schwer eine Beschäftigung. Ein Hotel mit seinen vielfältigen Aufgabengebieten – von der Arbeit an der Rezeption über den Zimmerservice und die Küche bis hin zu organisatorischen Aufgaben -  bietet da gute Chancen“, berichtet Karin Lange, 1. Vorsitzende der Down-Syndrom-Initiative „einsmehr“ e.V.. Die Initiative, zu der rund 120 Mitgliedsfamilien aus der Region Augsburg zählen, hatte sich im Oktober 2017 das ambitionierte Ziel gesetzt, ein Inklusionshotel in Augsburg ins Leben zu rufen.

 

"Menschen mit einer Behinderung finden auf dem ersten Arbeitsmarkt nur schwer eine Beschäftigung. Ein Hotel mit seinen vielfältigen Aufgabengebieten – von der Arbeit an der Rezeption über den Zimmerservice und die Küche bis hin zu organisatorischen Aufgaben -  bietet da gute Chancen.“  Karin Lange, 1. Vorsitzende der Down-Syndrom-Initiative „einsmehr“ e.V..

 

Seit Mai 2018 ist auch der mögliche Standort bekannt: Das Hotel wird Teil des Projekts „Westhouse“ an der Neusäßer Straße. Im Frühjahr 2019 entsteht dort ein Neubau mit Gewerbeflächen, Tagungsräumen, Hotel, Bistro und Turnhalle. Der Standort gegenüber der Uni-Klinik ist für Professoren und Studenten ideal. „Aber auch für alle anderen Gäste wird die Lage als sehr gut für einen Hotelbetrieb eingeordnet“, berichtet Jochen Mack, Projektkoordinator des Inklusionshotels. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man schnell in der Augsburger Innenstadt.

 

Das Hotel wird sozial und ökologisch nachhaltig

Das elegante Holzgebäude mit einigen wenigen Stahlelementen wird nicht nur sehr ästhetisch aussehen, sondern als Plusenergiehaus auch ein sehr gutes Raumklima haben. Im Idealfall erzeugt es bis zu 80 Prozent seines Energiebedarfes selbst. „Damit wird unser Inklusionshotel sozial und ökologisch nachhaltig sein“, freut sich Jochen Mack. Und wie sieht der Arbeitsalltag in einem Inklusionshotel aus? Zunächst einmal rechnen die Initiatoren mit einer Einarbeitungszeit von einigen Monaten. „Wir brauchen einen langen Vorlauf, um die Abläufe gut einzuüben“, so Karin Lange. „Wenn man Menschen mit Beeinträchtigungen beschäftigt, muss man den Arbeitsplatz außerdem den sehr individuellen Fähigkeiten dieser Menschen anpassen“, ergänzt Jochen Mack.  „Ein klassisches Beispiel ist der Rollstuhlfahrer an der Rezeption oder am Online-Portal“. Eines steht für Karin Lange und Jochen Mack jedenfalls fest: „Unser Hotel soll wie jedes Unternehmen wirtschaftlich arbeiten.“ Deshalb wird auch professionell geplant und kalkuliert. Benötigt werden insgesamt 1,5 Millionen Euro, hauptsächlich für eine hochwertige Ausstattung. Mit seiner Barrierefreiheit, den teils rollstuhlgerechten Doppelzimmern und den 12 Appartements wird das Hotel im oberen Mittelfeld, also dem Drei-Sterne-Superior-Bereich angesiedelt. 900.000 Euro muss der Verein durch Spenden, Fundraising oder Kredite aufbringen, 600.000 Euro benötigt er an Zuschüssen.

 

"Unser Hotel soll wie jedes Unternehmen wirtschaftlich arbeiten.“ Jochen Mack, Projektkoordinator des Inklusionshotels

 

In Gesprächen mit Vertreter*innen der Stadt Augsburg, der Regierung von Schwaben und der bayerischen Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) erhielt der Verein ausschließlich positive Rückmeldungen. Der Bezirk Schwaben hat bereits seine Unterstützung zugesagt. Volkmar Thumser, der Behindertenbeauftragte des Bezirks Schwaben, ist von dem vorbildlichen Projekt begeistert.  „Wir bieten eine Starthilfefinanzierung von 150.000 € über zwei Jahre an, wenn die Stadt Augsburg mit der gleichen Summe dabei ist“, so Thumser.

 

Unterstützung ist willkommen

Für das Eigenkapital ist der Verein über jede Unterstützung froh – sei es durch Spenden, Mitgliedschaften oder private Darlehen. Die erste Spendenkampagne war bereits sehr erfolgreich: „Wir wollten erst einmal die 25.000 Euro sammeln, die wir als Stammkapital für unsere gGmbH benötigten. Auch dank großer Einzelspenden, zum Beispiel von der Stadtsparkasse Augsburg und dem Bunten Kreis, war diese Summe schneller erreicht als erwartet“, freut sich Karin Lange. Durch eine zweite Spendenkampagne und mit den Erlösen aus dem ersten Benefizkonzert konnte die Schwelle von 100.000 Euro übersprungen werden. Für den Herbst 2018 plant der Verein eine Reihe von Benefizveranstaltungen um weiter Aufmerksamkeit für das Projekt zu erzeugen und Spenden zu gewinnen. Und die ersten Bewerbungen für Jobs im Hotel liegen dem Verein auch schon vor!

Weitere Infos:  Jochen Mack (0160.966 899 56) www.einsmehr.org  Spendenkonto: DE74 7205 0000 0250 5023 25

 

Lifeguide-Meinung: Wir finden Eure Initiative, Euren Mut, Euer Engagement, Eurer Durchhaltevermögen, kurz Eure Chuzpe ins Hotelgewerbe einzusteigen, einfach großartig. Chapeau! Und JA, eine inklusive Stadtgesellschaft mit einem Inklusionshotel kann und wird gelingen und dafür wünschen wir Euch viel Glück.

Inklusion, Inklusionshotel, Augsburg, einsmehr e.V.,
Der Verein einsmehr e.V. plant in Augsburg ein Inklusionshotel. Foto: einsmehr
Inklusion, Inklusionshotel, Augsburg, einsmehr e.V., Karin Lange, Ministerin Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales
Der Verein einsmehr e.V. plant in Augsburg ein Inklusionshotel. Die Vorsitzende Karin Lange mit Ministerin Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales.Foto: einsmehr
Inklusion, Inklusionshotel, Augsburg, einsmehr e.V., Jochen Mack: Projektkoordinator des Inklusionshotels, Karin Lange: Vorsitzende von einsmehr e.V., Volkmar Thumer: Behindertenbeauftragter des Bezirks Schwaben, Foto: Cynthia Matuszewski
Der Verein einsmehr e.V. plant in Augsburg ein Inklusionshotel. Von Links: Jochen Mack: Projektkoordinator des Inklusionshotels, Karin Lange: Vorsitzende von einsmehr e.V., Volkmar Thumer: Behindertenbeauftragter des Bezirks Schwaben, Foto: C. Matuszewski
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Die Aktiven des Augsburger Kulturpark West müssen umziehen

Die Aktiven des Augsburger Kulturpark West müssen umziehen
Über die Entstehung eines nachhaltigen Kulturkonzeptes
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski

Wenn alles gut geht, soll demnächst ein Netzwerk aus selbstverwalteten Kulturpark-Filialen in vielen Stadtteilen Augsburgs unsere lokale Kulturszene bereichern. Das Gaswerk wird zudem Heimat für Kreative, Künstler*innen und das Augsburger Theater.

Von unserem Gastautor Jan-Lukas Friedewold

Zehn Jahre hat die Stadt Augsburg die Künstler*innen auf dem Reese Kasernengelände unterstützt. Für eine symbolische Jahrespacht von 500 Euro konnten sie dort arbeiten, schauspielern, musizieren, malen und vieles mehr. Der Kulturpark West hat die künstlerische Szene Augsburgs bereichert und inspiriert. Mit der gemeinnützigen GmbH des Kulturpark West (KuPa) entstand außerdem eine starke Selbstverwaltung. Die KuPa beheimatet über 1.500 Künstler*innen und Kreative. Darunter sind 220 Bands, 80 Bildende Künstler*innen, 20 Projekte, Gruppen oder Initiativen. Jetzt müssen alle Mieter*innen bis Juli 2019 ausziehen. Die Stadt braucht Wohnungen. Versprochen wurden den KuPa-Künstler*innen Räume im alten Gaswerk in Oberhausen.Im März 2018 steht fest: 34 Aktive können Anfang 2019 umziehen. Und langfristig stehen auch die 5.000 Quadratmeter, die die Stadt den Künstler*innen zugesagt hat, zur Verfügung. Sie werden von der Stadt direkt an die Künstler*innen vermittelt. Parallel möchte die KuPa ihre Selbstverwaltung aufrechterhalten. Die KuPa-Aktiven wollen ein Netzwerk aus Filialen in Augsburg aufbauen. Das KuPa-Modell beinhaltet mehr Unabhängigkeit von städtischer Unterstützung. Ob es Vorbildcharakter hat, wird die Zukunft zeigen. Eine Chronologie und eine Bestandsaufnahme.

Vom alten Exerzierplatz zur Heimat von Kunst und Kultur

Der Kulturpark West Park befindet sich auf einem alten Kasernengelände im Stadtteil Kriegshaber, zwischen B17 und Wertach. “Am Exerzierplatz” stehen auf einer Fläche von etwa 6.500 Quadratmetern mehrere Backsteingebäude. Die Kaserne der US-Amerikaner entstand nach dem zweiten Weltkrieg, als mehrere Einheiten auf dem Gelände zusammengelegt wurden. Die Militärbasis wurde bis 1994 genutzt. Seit 2007 überlässt die Stadt Augsburg das Gelände für 500 Euro der KuPa West gGmbH, die die Räume an Künstlerinnen und Künstler für durchschnittlich sieben Euro pro Quadratmeter weitervermietet.

Der Kulturpark West ist ein Ort für Jedermann

Im Kulturpark West wird tagtäglich beraten, qualifiziert und ausgebildet. So sind in den vergangenen sieben Jahren über 100 Jobs entstanden. Dazu zählen beispielsweise Musiklehrer*innen und Schauspiellehrer*innen, aber auch Veranstaltungsmanager oder Sicherheitsdienstmitarbeiter*innen. Für die Koordination des bunten Netzwerks wurde die gemeinnützige GmbH des Kulturparks West (KuPa gGmbH) gegründet. Sie vermietet Räume an Kreative. Viele Bands, Musiker oder Künstler mieten kostengünstig Räume von der KuPa, um ihrem Hobby nachgehen zu können oder beispielsweise Musikschüler*innen zu unterrichten.

Der Kartenausschnitt zeigt rot umrandet die Gebäude der Künstlerinnen und Künstler. Dazu gehören unter anderem der Musikclub Kantine, das Reese-Theater, sowie Bandproberäume, Ateliers oder ein theaterpädagogisches Zentrum.

 

Künstlerateliers oder Sozialwohnungen?

Nun stellt sich die Frage: Warum müssen die Künstlerinnen und Künstler einem Gelände den Rücken kehren, das wie für sie wie gemacht scheint? Wo aktuell noch die von der KuPa genutzten Gebäude an der Sommestraße stehen, sieht die Wohnbaugruppe Augsburg (WBG) vor, mehrstöckige Wohnhäuser zu bauen. Denn das gesamte Gelände soll sich weiterentwickeln. Seit mehreren Jahren werden Grundstücke auf dem ehemaligen Kasernengelände neu bebaut.

Hier entstehen zum Großteil Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser, wie zum Beispiel zwischen Offinger-  und Sommerstraße oder auch großflächiger, zwischen dem Reese-Theater und der Ulmer Straße.

 

 

 

Wohnbebauung mitten in der Stadt ist ein aktuelles Thema: Viele Städte wachsen rasant. Eine Lösung, um die so genannte Suburbanisierung - also die Bebauung von Gebieten am Stadtrand - einzudämmen ist, die Lücken in den Innenstädten zu schließen. Außerdem sollen veraltete oder nicht mehr genutzte Gebäude und Flächen saniert werden; dann kann in zentraler Lage neu gebaut werden.

Im Fall des Reese-Geländes ist die Stadt Augsburg an zwei Vorgaben gebunden: Für das gesamte Gelände der ehemaligen Reese-Kaserne ist seit 2009 ein Bebauungsplan rechtskräftig, der zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern und den Geschäftsführern des Kulturparks in einem öffentlichen Prozesses erarbeitet wurde. Dieser Plan legt „eine Erschließung von allgemeinen Wohnbauflächen mit verkehrsberuhigten Bereichen und Bauflächen“ fest. Außerdem hat sich die Stadt Augsburg beim Kauf des Geländes gegenüber dem ehemaligen Eigentümer, der BRD, verpflichtet, dass alle Ausgaben, die für das Gelände getätigt werden, durch Grundstücksverkäufe aus eben diesem Gelände gedeckt werden müssen. Es gibt nicht die Möglichkeit, hier Gelder aus einem anderen (städtischen) Projekt zu investieren. Am Ende dieser gesetzlich fest geschriebenen Maßnahme darf die Stadt Augsburg weder Gewinn noch Verlust mit der Nutzung des Geländes machen.

Doch zurück zum Kulturpark West: Im Juli 2017 wurde zwischen der WBG und den Künstlern der KuPa ein neuer Pachtvertrag geschlossen, der die aktuelle Nutzung um zwei Jahre verlängert – bis 31.Juli 2019. Erste Aus- und Umzüge der Künstlerinnen und Künstler sollten deshalb bis Januar oder Februar 2019 stattfinden, denn danach muss von der KuPa noch der Rückbau auf dem Reesegelände gestemmt werden.

 Das Gaswerk sollte die neue Heimat der Kreativen werden

Das Gaswerk liegt nahe an der B17 und der große Turm mit einem Banner der SWA dürfte dem ein oder anderen schon häufig ins Auge gestochen sein. Schon bald soll das Gaswerk ein neues “Kreativ-Quartier” Augsburgs sein. Neben den Aktiven des Kulturparks West, sollen laut Stadt und Stadtwerken, die das Gelände gemeinsam entwickeln, auch Unternehmen Platz finden. Gastronomie und Geschäfte, beispielsweise Künstlerbedarf oder Grafiker.

Momentan, im Frühjahr 2018, wird auf dem Gelände des Gaswerks hauptsächlich saniert. Das alte Kasernengelände hatte etwa 6.000 Quadratmeter Fläche, die den Aktiven zur Verfügung stand. Dann kam als zusätzlicher Kostenfaktor die Sanierung des Stadttheaters dazwischen.„Die Stadt hat 34 Aktiven von uns ein Angebot gemacht, einen Raum im Gaswerk ab Januar 2019 zu beziehen. Langfristig sollen noch mehr Räume zur Verfügung stehen. Im Endeffekt, können zum Auszugsdatum an der Sommestraße nur wenige Kreative einen Raum im Gaswerk beziehen“, beschreibt  Peter Bommas, Geschäftsführer der KuPa. Die Stadt Augsburg ist auf der Suche nach langfristigen Lösungen und die Popkulturbeauftragte Barbara Friedrichs betont: „Mit allen, die umziehen möchten und sich angemeldet haben, erarbeiten der Beauftragte für Kultur- und Kreativwirtschaft Colin Martzy und ich einen Vorschlag für einen neuen Raum auf dem Gelände des Gaswerks. Am Ende werden 110 Räume zur Verfügung stehen“

Für die KuPa-Aktiven hat das Gaswerk jedoch einen Nachteil: "Der ursprüngliche Gedanke war, als freie Szene “Kulturpark West” auf das Gaswerksgelände umzuziehen und weiter wie bisher, selbstverwaltend zu arbeiten. Das hieße, dass die Räume weiterhin von uns, der KuPa, den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung gestellt werden könnten. Die Räume, die für Künstler gedacht sind, werden von der Stadt direkt vermietet. Wer also ein Atelier, Bandproberaum oder sonstiges im Gaswerk beziehen möchte, muss mit der Stadt einen Mietvertrag schließen“, berichtet Peter Bommas. „Die Stadt Augsburg hat sich entschieden, die Vermietung selbst zu übernehmen, weil sie die Kulturförderung mit Steuermitteln transparenter machen möchte. Hinzu kommen  beihilferechtlichen Beweggründe“, sagt die Popkulturbeauftragte Barbara Friedrichs.Die KuPa hält an ihrem ursprünglichen Ziel, der Selbstverwaltung, fest. Sie haben neue Räume gefunden und sind dort demnächst vollständig unabhängig von Subventionen: „Wir möchten natürlich nicht aufgeben, was wir uns in den letzten elf Jahren aufgebaut haben. Daher sind wir aktuell auf der Suche nach “Filialen” und bauen diese auf. In der ersten Jahreshälfte 2018 werden die ersten fertig. Das bedeutet für uns, wir werden uns aufspalten und an mehreren Orten in der Stadt verteilt sein. Eine dieser neuen Filialen wird an der Derchinger Straße in Lechhausen entstehen. Hier können wir nach erledigten Renovierungsarbeiten 76 Räume für Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung stellen. Das Ziel wird sein, die Filialen untereinander gut zu vernetzen und zentrale Veranstaltungsräume zu haben, die für Auftritte und Veranstaltungen gemietet werden können“, so Bommas.

 Umzug mit Hindernissen zeigt die Stärke der Künstler*innen

Raus aus der alten Wohnung, ein paar Transporterfuhren machen und rein in die neue Wohnung. So einfach war und ist es für die Künstlerinnen und Künstler der Reese-Kaserne nicht. Schlussendlich ist der Umzug des Kulturpark West kein normaler. All diejenigen, die auf das Gaswerk ziehen, werden bei ihrem Umzug von der Stadt und den Stadtwerken nach allen Möglichkeiten unterstützt. Die KuPa gGmbH hat zudem eine weitere, interessante Lösung gefunden: Sie werden langfristig an mehreren Orten in der Stadt zu Hause sein. Ein Netz aus Kreativ-Filialen an verschiedenen Orten in der Stadt kann einen Gewinn für jeden einzelnen Stadtteil bedeuten. Es gibt dann mehr Kultur im Kiez. Und die ergänzenden, zentralen Augsburger Veranstaltungen vernetzen zusätzlich alle Kulturschaffenden – die Mieterinnen und Mieter aus der ehemaligen Reese-Kaserne mit anderen Kulturschaffenden – ob nun am Gaswerk oder in den Stadtteilen. Vielleicht stärkt diese Entwicklung das Netzwerk der Kreativen in Zukunft und lässt es wachsen.Die KuPa-Gemeinschaft  hat es in den letzten Jahren – auch dank der finanziellen Unterstützung durch die Stadt - geschafft, auf eigenen Beinen zu stehen. Wie sicher dieser Stand ist, zeigen die aktuellen Ereignisse: Mit den „Kultur-Filialen“ in den einzelnen Stadtteilen ist die Verwaltung der Künstler*innen auf dem besten Weg, eigene, maßgeschneiderte Lösungen zu schaffen.

 

INFO: Dieser Artikel erschien in seiner ursprünglichen Form am 19.5.2018. Nach Gesprächen mit der Stadt Augsburg hat die Lifeguide-Redaktion einige Ergänzungen und Richtigstellungen vorgenommen und am 11.6.2018 erneut veröffentlicht. Für Rückfragen steht die Redaktion gern zur Verfügung.

 

Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren?

Dieser Artikel entstand im Rahmen des ersten Lifeguide-Seminares an der Universität Augsburg, das unsere Redakteurinnen Cynthia Matuszewski und Sylvia Schaab im Wintersemester 2017/ 2018 im Fachbereich Geographie anboten.Die Kernfrage lautete: Wie können Wissenschaft und Gesellschaft voneinander profitieren? Indem sie so oft wie möglich miteinander sprechen und sich austauschen. Indem also beispielsweise junge Wissenschaftler*innen in allgemein verständlicher Sprache von ihren Forschungsprojekten, ihren Forschungsfragen oder ihren Zukunftsmodellen berichten. Im Laufe des Seminars wurde über Verständlichkeit gesprochen, über Recherche, Gegenrecherche, Überschriften, Teaser, Fotos und vieles mehr. „Das war eine inspirierende Zeit für uns von der Lifeguide-Redaktion mit sehr engagierten Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Geographie. Es hat Spaß gemacht,  mit ihnen in einer Uni-Redaktion zusammenzuarbeiten!“, berichten Cynthia Matuszewski und Sylvia Schaab. Am Ende dieser vielversprechenden Zusammenarbeit lagen dem Lifeguide im Februar 2018 insgesamt 11 neue Artikel vor. Sie werden im Laufe des Jahres 2018 veröffentlicht. Wir freuen uns darauf.

 

 

Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
Reese Gelände, Augsburg, Foto: Cynthia Matuszewski
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Nachhaltiges Wickeln ohne Stress

Nachhaltiges Wickeln ohne Stress
Mit Stoffwindeln die Umwelt und den Geldbeutel schonen. Andrea Maiwald vom Augsburger Stammtisch Plastikfreies Leben berichtet über ihre Erfahrungen mit Stoffwindeln und erklärt, wie man auf Einwegwindeln und Feuchttücher verzichten kann.
Stoffwindeln

Im Laufe einer durchschnittlichen Windelzeit von zweieinhalb bis drei Jahren kommt einiges an Müll zusammen. Fünf bis acht Mal am Tag wird ein Baby gewickelt, insgesamt macht das also ungefähr einen Pack Windeln die Woche und mehr als 5.000 Windeln, bis das Kind trocken ist. Dazu kommen die Feuchttücher um den Po sauber zu bekommen, von denen man durchschnittlich etwa ein bis zwei Packungen im Monat braucht. Die Vorstellung eines solchen Müllberges war mein Beweggrund, alle drei Kinder von Beginn an mit Stoffwindeln zu wickeln.

 

Stoffwindeln gibt es in verschiedenen Größen und den unterschiedlichsten Systemen, und nicht jedes ist für jeden Wickler oder jeden Anlass tauglich. Da Stoffwindeln aber einen recht hohen Wiederverkaufswert haben, habe ich mir am Anfang von jedem System, das mir zusagte, einige Windeln gebraucht gekauft und wir haben uns erst nach und nach entschieden. Die weniger beliebten habe ich wieder verkauft und davon die bevorzugten Windeln aufgestockt.

 

Unterschiedlichste Stoffwindel-Systeme

In der Krippe entschieden wir uns für sogenannte All-in-one, eine Stoffwindel, die sich in der Handhabung nicht wirklich von ihrem Wegwerfpendant unterscheidet. Sie besteht aus einem saugenden Baumwollkern und einer wasserundurchlässigen Schicht aus laminiertem Stoff (Polyurethanlaminat, kurz PUL).

Zuhause hatten wir Baumwollwindeln mit verschiedenen Stoffeinlagen und passende Überhosen aus PUL, und ein zweites System, eine Hybridwindel, die sowohl mit Stoffeinlagen als auch mit Wegwerfeinlagen befüllt werden kann. Diese Windel von der Windelmanufaktur wird in Dresden von einem kleinen Familienunternehmen hergestellt. Sie besteht aus einem Stoffhöschen und einer einknöpfbaren Innenwindel aus PUL oder Wolle, welche mit Einlagen ausgestopft wird. Meist muss bei dieser Variante nur die Einlage gewaschen werden, sodass diese Windel sehr wenig Schmutzwäsche verursacht.

Unterwegs ohne Waschmöglichkeit haben wir hin und wieder auf Vorlegewindeln zurückgegriffen, die dann in die Innenwindel gesteckt werden. So entsteht wesentlich weniger Müll als mit einer kompletten Wegwerfwindel.

 

Alternativen zu Feuchttüchern

Auch zu Feuchttüchern gibt es Alternativen. Herkömmliche Feuchttücher bestehen meist aus Kunststoffvlies, das mit allerlei Chemikalien behandelt ist. Stattdessen haben wir kleine Baumwolllappen benutzt, die es fertig zu kaufen gibt, oder wir haben uns selbst aus alten Handtüchern welche zurechtgeschnitten. Die wurden dann einfach vor Ort nass gemacht oder feucht mitgenommen. Die feuchten Lappen lassen sich prima in sogenannten Wetbags transportieren: kleine Beutel, die ebenfalls eine wasserabweisend Seite besitzen. In so einen zweiten etwas größeren Beutel wandern unterwegs auch die gebrauchten Tücher und Windeln, sodass weder Geruch noch Feuchtigkeit nach außen kommen.

Ein weiteres Argument gegen Wegwerfprodukte ist der Preis. Während Stoffwindeln zwar in der Anschaffung momentan teuer erscheinen, muss man dann aber im Laufe der Wickelzeit kaum noch etwas nachkaufen, sodass insgesamt sogar weniger Geld ausgegeben wird. Zusätzlich lassen sich die Windeln beim nächsten Kind direkt wieder verwenden. Gebrauchte Stoffwindeln können auf Babyflohmärkten problemlos weiterverkauft werden, so wandert am Ende der Wickelzeit oft sogar wieder etwas Geld zurück aufs Konto.

Auf den ersten Blick mag der Umgang mit waschbaren Windeln vielleicht abschrecken, aber mit dem zu Eltern und Kind passenden System wird er schnell zur Routine. Chemiefreie Babyhaut und leere Mülltonnen sind es wert.

 

Dieser Artikel ist erschienen in der Kolumne "Einfach machen" der AZ Augsburger Land.  

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Mehr über plastikfreies Leben in Augsburg erfahren Sie außerdem auf Websites von Andrea Maiwald und Sylvia Schaab:

Alternative Feuchttücher
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