Das Anthropozän – Das Zeitalter des Menschen

Umweltminister a.D., Klaus Töpfer, spricht über Konsequenzen für die parlamentarische Demokratie

Ort:

Drei Vorträge an drei verschiednenen Veranstaltungsorten

Welche politischen Konsequenzen müss(t)en die menschlichen Eingriffe in die Natur dringend nach sich ziehen? Klimawandel, Plastik in den Meeren, Bodenerosion, Abholzung von Wäldern und Flussregulierungen - der Mensch hat die Natur und die Erde verändert und diese Veränderungen stellen das politische Handeln und Entscheiden vor große Herausforderungen.

Im Mai und Juni wird Klaus Töpfer, Umweltminister aD.,  die Internationale Gastdozentur am Jakob-Fugger-Zentrum der Universität Augsburg innehaben. Im Rahmen dieser Gastdozentur wird er an der Universität und in der Stadt drei öffentliche Vorträge halten.

 

Das Anthropozän – Konsequenzen für die parlamentarische Demokratie?

  • 7. Mai 2019, 18:30 Uhr
  • Universität Augsburg, Hörsaal 1009, Geb. H (Jura)

 

Climate Engineering –Rettungsanker der Klimapolitik?

  • 21. Mai 2019, 18:30 Uhr
  • Rokoko-Saal der Regierung von Schwaben, Fronhof 10, 86152 Augsburg

 

Die Krise des Multilateralismus in einer Welt mit über 9 Milliarden Menschen

  • 18. Juni 2019, 18:30 Uhr
  • S-Forum der Stadtbücherei Augsburg, Ernst-Reuter-Platz 1, 86150 Augsburg

 

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter www.jfz.uni-augsburg.de wird gebeten.

Klaus Töpfer beleuchtet in seinen Vorträgen, die Bedeutung nachhaltigen Denkens, Entscheidens und Handelns für die Erhaltung natürlicher Ressourcen als Lebensgrundlage künftiger Generationen und für eine friedliche Entwicklung einer wachsenden Weltbevölkerung.

 

Der Mensch in der Verantwortung

Er greift in seinen Vorträgen den Begriff des Anthropozäns auf. Der Begriff wurde im Jahr 2000 von dem Chemiker und Meteorologen Paul J. Crutzen und dem Biologen Eugene F. Stoermer in die umweltwissenschaftliche Debatte eingeführt. Als „Zeitalter des Menschen“ übersetzt, markiert er ein neues geologisches Zeitalter, in dem die menschlichen Eingriffe in die Natur so gravierend geworden sind, dass sie einen dominanten geophysikalischen Einfluss auf das Erdsystem genommen haben. Der Vorstoß fand auch deshalb viel Aufmerksamkeit, weil Crutzen 1995 zusammen mit Mario Molina, Sherwood Rowland den Chemie-Nobelpreis für die wissenschaftliche Erklärung der Zerstörung der Ozonschicht erhalten hatte. Aus der Diagnose des Anthropozäns folgt eine Verantwortlichkeit der Menschheit, die eigene Stellung zur Natur und zum Kosmos neu zu überdenken und zu bestimmen.

 

Zur Person:

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer wurde 1938 in Waldenburg/Schlesien geboren. Sein Studium der Volkswirtschaftslehre führte ihn an die Universitäten Mainz, Frankfurt und Münster, wo er 1968 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde. In Münster war er zwischen 1965 und 1971 zunächst Assistent, dann Leiter des Zentralinstituts für Raumforschung und Landesplanung. 1971 wurde er Leiter der Abteilung Planung und Information in der Staatskanzlei des Saarlandes. 1978 folgte die Ernennung zum Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Umwelt Rheinland-Pfalz. Dort wurde er 1985 Umweltminister, um dann von 1987 bis 1994 Deutschlands zweiter Bundesumweltminister zu werden. 1998 übernahm er das Amt des Exekutiv-Direktors des UN-Umweltprogramms (UNEP) in Nairobi. 2009 wurde Klaus Töpfer Gründungsdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam. Er ist vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Theodor Heuss Preis.

Erde, Weltkugel, Welt, Foto: Pixabay